Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sammelthread Märchenhafte Fantasy
Liest hier jemand auch märchenhafte Fantasy? Ich weiß nicht genau, ob ich das Etikett hier richtig treffe, aber ich meine Bücher wie:
- "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle
wohl allgemein bekannt. Die ergreifende und bildgewaltige Geschichte von der Reise des letzten Einhorns, dass sich auf die Suche nach ihren verschwundenn Gefährten begiebt, und dabei auf Mammy Fortunas Mitternachtsmenagerie, den Zauberer Schmendrick und die Räubersfrau MollyMcGrue trifft und bald erfährt, dass sie den Roten Stier fürchten muss...
- "Der Schatten der Scheuermagd" von Lord Dunsany
Die Geschichte eines Königssohns, der das Geld für die Mitgift seiner Schwester auftreiben soll, indem er bei einem Schwarzmagier in die Lehre geht. Dort erfährt er allerdings mehr als ihm lieb ist, und er muss als Gegenleistung für das Erlernte seinen Schatten geben, was Konsequenzen mit sich bringt...
- "Der Bauer Giles von Ham" von Tolkien
kenne wohl auch die Meisten. Der Bauer Giles, wird eher zufällig zum Helden des Dorfes auserkoren und muß schlißlich im Auftrag des Königs einen Drachen besiegen, was er auf seine eigene Art angeht und auch auf seine ganz eigene Art zu Ende bringt...
Ich suche also Fantasygeschichten, die weniger von Sword & Sorcery oder epischen Schlachten leben, sondern deren Geschichten sehr an den Charakteren hängen und deren Schreibstil sehr im erzählerisch, märchenhaften liegt.
Kennt ihr noch mehr Beispiele für solche "märchenhafte Fantasy"?
Ich würde mich über Tipps freuen.
Gruß, Atain
PS: Sammelthread, was ist das? Ich hoffe ich hab den Beitrag hier richtig reingestellt. So ganz blick ich da noch nicht druch...
Seraphina
13.07.2009, 03:11
Diane Wynne Jones: Sophie im Schloss des Zauberers
( ziemlich blöder dt. Titel, heisst im englischen "Howls Moving Castle" )
Inhalt:
Was macht man, wenn man von einer bösen Hexe in eine alte Frau verwandelt wird? Sophie heuert kurzerhand bei dem berüchtigten Zauberer Howl als Hausdame an und hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Sie muss das wandelnde Schloss in Schuss bringen, den Feuerdämon Calcifer bei Laune halten und Howl daran hindern, ihrer Schwester das Herz zu brechen. Dabei wollte sie doch nur ihre eigene Gestalt zurückerlangen ...
Silvana DeMari: Der letzte Elf
Inhalt:
Märchenhafte, traurig-schöne Erlebnisse sind es, die Leser mit dem letzten Elfen Yorschkrunsquarkljolnerstrink (kurz: Yorsch) teilen. Heimatlos und geschwächt irrt der kleine „Unlängstgeborene“ in einer finster gewordenen Welt umher, bis ihm ausgerechnet eine Menschenfrau -- vor deren Volk ihn seine Großmutter einst warnte -- Unterschlupf gewährt. Obgleich Elfen bei den angeblich durchweg grobschlächtigen Menschen nicht beliebt sind, bezwingt Yorschs ebenso unschuldiges wie einfühlsames Wesen binnen kurzem alle Vorurteile. Mit dieser Freundschaft ist der Grundstein zur Erfüllung einer uralten Prophezeiung gelegt. Sie besagt: „Einst wird die Sonne verschwinden. Wasserfluten werden Mensch und Erde schinden, bis alle sich in tiefster Finsternis befinden. Erst wenn der letzte Elf und der letzte Drache einander finden und sich Vergangenheit und Zukunft verbinden, werden die Menschen ihr Schicksal überwinden.“
Der vollständige Name Yorschs bedeutet in Elfisch „der Größte, der Mächtigste und der Letzte, nach dem keiner mehr kommt“. Den letzten Drachen zu finden, helfen Yorschs Menschenfreundin und ein Mann, der sich zu ihnen gesellt. Das Ende von Yorschs Weg ist dies jedoch nicht. Die Eigenheiten eines Drachen sowie die Liebe zu einem Menschenmädchen spielen noch eine entscheidende Rolle in jener außergewöhnlichen Fantasy-Geschichte, die ganz ohne grauenerregende Schlachten, Orks und Konsorten auskommt, wodurch sie auch für jüngere Leser ab elf Jahren hervorragend geeignet ist.
Neil Gaiman: Der Sternwanderer
Inhalt:
Der kleine Ort Wall liegt heute wie seit sechshundert Jahren auf einem hohen Granitfelsen mitten in einem kleinen Waldgebiet. Unmittelbar östlich von Wall erhebt sich eine hohe graue Steinmauer, von der das Dorf seinen Namen hat. In dieser Mauer gibt es nur eine einzige Lücke..." Und wer durch diese Lücke geht, befindet sich -- ohne dies sofort zu bemerken -- in einer anderen Welt: einer Welt, in der es Feen gibt, Elfen und Riesen, Hexen und böse Geister.
Als der junge Tristran von seiner angebeteten Victoria aufgefordert wird, ihr einen gefallenen Stern von jenseits der Mauer zu holen, stürzt er sich guten Mutes in das Abenteuer. Er verschwendet kaum einen Gedanken darauf, wie seltsam es ist, dass sein Vater ihn ohne Widerspruch ziehen lässt, darf doch sonst niemand jenes geheimnisvolle Land betreten.
Nach ersten Schwierigkeiten gelingt es ihm tatsächlich, den Stern zu finden. Doch die Gestalt des gefallenen Himmelskörpers entspricht so gar nicht seinen Erwartungen, und zu allem Überfluss haben es noch andere auf diesen Schatz abgesehen. In seiner Naivität weiß Tristran kaum zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, und wenn er unterwegs nicht auf einen ihm wohlgesonnen Weggefährten gestoßen wäre, würde seine Reise längst ein vorzeitiges Ende gefunden haben. Stattdessen lernt er viel über das magische Potenzial, das in ihm ruht, und macht sich auf den Weg zurück nach Wall, um zu guter Letzt das Herz seiner Liebsten zu erobern -- oder kommt alles anders?
Was, nur 2 Beiträge? Da schau ich gleich mal, dass ich diesen schönen Thread wiederbelebe!! :D Weil ich lese auch gern märchenhafte Fantasy.
Mir fallen spontan nur 2 Bücher ein, die ich hier ergänzen kann:
Hans Bemmann - Stein und Flöte
Eindeutig märchenhaft und teilweise mit viel Moral; ein schönes Buch.
"Lauscher ist ein Mensch, der stets in die Irre geht und dennoch immer ans Ziel gelangt. Als er einen geheimnisvollen Stein und eine Flöte erbt und dazu ein wundersams Holzstück geschenkt bekommt, setzt er alles daran, mit diesen magischen Gaben die Welt seinen Wünschen gemäß zu unterwerfen - und scheitert. Doch das Schicksal beschert ihm so manches phantastische Abenteuer, um ihn letztendlich auf seinen ganz persönlichen Weg zu führen."
(Ich hab jetzt einfach mal den Klappentext abgeschrieben.)
William Goldman - Die Brautprinzessin
Das kann ich echt empfehlen, es ist eine wunderbare Sprache und sehr sehr witzig und schön. Es geht mit einem total langen Vorwort an (das allein ist schon herrlich *g*), wo der Autor Eklärungen zum Buch abgibt (vor allem, dass er nur ein Buch aus seiner Kindheit von S. Morgenstern gekürzt hat - was aber glaub ich nicht stimmt, hab noch nie von dem ursprünglichen Buch gehört und auch laut Wikipedia ist es fiktiv).
"Die schöne Butterblume soll den unausstehlichen Prinzen Humperdinck heiraten, doch sie liebt den Stalljungen Westley. Eine Unmenge schwindelerregender florinesischer Abenteuer sind die Folge, despektierlich kommentiert von Mr. Goldman."
Wikipedia: Die Haupthandlung des Films gibt die Abenteuer des Stalljungen Westley und seiner Geliebten, der schönen Buttercup, wieder. Bei der Suche nach seinem Glück wird das Schiff Westleys vom grausamen Piraten Roberts geentert, Westley gilt als tot. Buttercup schwört, sich nie wieder zu verlieben, wird jedoch vom Prinzen Humperdinck wider ihren Willen zur Braut erwählt. Bei einem Ausritt gerät sie in Gefangenschaft des Räubers Vizzini und seiner Begleiter, des Schwertkämpfers Inigo Montoya und des Hünen Fezzik.
(Ich denke das reicht erstmal um sich ein ungefähres Bild zu machen..)
Purgatory
15.05.2010, 02:29
C.S. Lewis: "Das Wunder von Narnia"
Lewis Carroll: "Alice im Wunderland"
Habe mir, angeregt durch die Verfilmungen, endlich mal die Bücher zugelegt.
Pantalaimon
15.05.2010, 12:06
Ich kann dazu nur sagen:
Juliet Marillier (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=2512).
Ihr Buch "Tochter der Wälder" ist so ziemlich das schönste Fantasybuch, das ich in der letzten Zeit gelesen hab. Aber auch die Folgebänder sind wunderschön!
Dann möchte ich noch zwei wirklich märchenhafte Fantasy Bücher anfügen.
Der Zauberwald - von Enid Blyton
und
Die Brüder Löwenherz - von Astrid Lindgren
Als Ergänzung zu den ganzen Klassikern hier mal was ganz Neues:
Polly Shulman - Die geheime Sammlung
Elizabeth ist 15 Jahre alt - und wenn sie es sich aussuchen dürfte, hätte sie gerne ein anderes Leben: Ihres ist nicht nur langweilig, sondern auch ein bisschen einsam, da sie in ihrer Schule noch keine Freunde gefunden hat. Doch dann ändert sich alles. Elizabeth bekommt einen Aushilfsjob im kuriosen New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann. Hier lernt Elizabeth Gleichaltrige kennen, die sie verstehen. Hier verliebt sie sich zum ersten Mal. Und hier wartet ein ganz besonderes Abenteuer auf sie: Im Keller gibt es eine geheime Sammlung magischer Schätze darunter die Siebenmeilenstiefel, gleich zwei Tischlein-deck-dichs und der übellaunige Spiegel von Schneewittchens Stiefmutter. Sie beweisen, dass die Märchen der Gebrüder Grimm alles andere sind als erfundene Geschichten. Doch nun hat jemand begonnen, ihren Zauber zu stehlen, und nur Elizabeth und ihre Freunde können dies noch aufhalten
Wurde mir als Rezi-Exemplar angeboten, habe ich aber noch nicht gelesen.
*mal eben aufsteh und zum Bücherregal geh*
Ein etwas anderes märchenhaftes Buch ist Tad Williams - Die Stimme der Finsternis.
Es ist eine Erzählung über eine Karawane, die durch den Kaukasus zieht und dort auf ein Ungeheuer (Vampir) stost. Sie können ihn nur abhalten, indem sie sich Geschichten erzählen, die ihn so faszinieren, dass er davon zu abgelenkt ist.
Die Handlung und die Geschichten erinnern sehr an Tausend und eine Nacht - ebenso der Schreibstil. Das Buch ist allerdings nicht sehr dick (in der Klett-Kotta Ausgabe 168 Seiten) und liest sich relativ schnell durch. Fast so leicht, dass die Geschichten nicht alle in Erinnerungen bleiben. Trotzdem empfehlenswert.
Torquato
17.05.2010, 20:31
Ich bin der Meinung, dass auch Funkes Tintenwelt-Trilogie dazugehört.
zwar wird insbesondere im dritten Band auch gekämpft, aber das steht absolut nicht im Vordergrund.
Und wie steht es mit "Peter Pan"? Damit meine ich nicht die Disney-Version, sondern das Buch von Barrie. Das ist doch auch echt märchenhaft.
Tad Williams bleibt allgemein nah an den Charakteren find ich. Sehr schön von ihm ist auch "Die Drachen der Tinkerfarm", was er zusammen mit seiner Frau Deborah Beale geschrieben hat. Ein Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsener lesen kann - erinnert ein wenig an den Zauberer von Oz und ähnliches :) ...
EinfachSo
23.05.2010, 16:32
hhhmmm - hier würde ich dann auch die Bücher von Michael Ende sehen - wie z.B. Momo - finde, ist ein sehr schönes Märchen!!!
und: Märchen und Sagen aus aller Herren Länder! grob gesprochen werden ja alle überlieferten Geschichten welche nicht als Sagen tituliert werden als Märchen bezeichnet - wo jetzt da genau die "Abgrenzungen" sind kann ich aber nicht genau benennen (geht das überhaupt?)
wenn ich weiter so darüber nachdenke - ich würde hier auch viele Animees wieder erkennen - z.B. Königreich der Katzen,....
wie seht ihr das?
Liathano
24.05.2010, 14:16
Wenn man märchenhafte Erzählungen sucht, ist man mit dem stets ruhigen und poetischen Peter S. Beagle immer richtig. Also falls du es nicht schon getan hast, führe dir ruhig auch noch die anderen Werke, die er geschrieben hat ("Die drei Damen im Abendrot", "He! Rebeck", "Das Zauberhaus" usw.) zu Gemüte.
Wenn es auch ein bisschen fernöstlich angehaucht sein darf, empfehle ich zudem Kij Johnson, zum Beispiel "The Fox Woman" (auch auf Deutsch erschienen). Ein japanisches Märchen, das zu einem Roman umgearbeitet wurde. Sehr verträumt, poetisch, märchenartig und charakterorientiert, dabei auch oft ein bisschen nachdenklich und philosophisch stimmend, aber auf eine sehr leichte, lockere Art und Weise.
Generell geht auch vieles der alten deutschen Phantastik in die Richtung von Lord Dunsany: Tieck, Hauff, Brentano, Wieland...
Du könntest es auch noch mit "Jonathan Strange und Mr. Norrell" von Susanna Clark versuchen, ein eher ruhiger Roman, der sich dem Verhältnis von zwei Zauberern widmet, ihren Macken und Zwistigkeiten und wie sie England auf den Kopf stellen. Das ist allerdings eine sehr vorsichtige Empfehlung - was die einen an dem Roman als ruhig und träumerisch empfinden, betrachten andere als schleppend und langweilig. Während manche die Charaktere herrlich skurril und weit abseits jeglicher Schablonenhaftigkeit schätzen, stört es andere, dass sie keine Sympathieträger sind und man sich kaum identifizieren kann.
Ansonsten schließe ich mich der Empfehlung von "Stardust" bzw. dem "Sternwanderer" an.
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.