Warin
28.07.2009, 20:41
Schwere Zeiten stehen dem Königreich Jaduin bevor. Ein schier unbesiegbarer Feind bedroht alles Leben. Nur der junge König Ethandras hat die Macht, ihm zu begegnen. Doch das alte Wissen, wie der Feind zu besiegen sei, scheint verloren. Gemeinsam mit seiner heimlichen Verlobten, der Fürstentochter Lärka, will er das Rätsel um das geheime Vermächtnis des ersten Steinkönigs lösen. Zum Wohle des Volkes müssen sie zum Äußersten gehen und ihr Leben und ihre Liebe aufs Spiel setzen ...
"Der Eid des Steinkönigs" ist die Fortsetzung unseres Leserundenbuches (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=2231) "Die Hüter der Wolken.
Auch wenn der erste Teil, "Die Hüter der Wolken", schon nicht frei von stilistischen Schwächen war, so hatte mich die Geschichte von Lärka und Arild doch so sehr angesprochen, dass ich mich im Urlaub nach der Fortsetzung umsah.
Tatsächlich waren in der Inselbuchhandlung drei Exemplare von "Der Eid des Steinkönigs" vorhanden und das ansprechende Cover tat ein Übriges dazu, dass ich das Buch kaufte.
Leider wurde ich schon sehr bald enttäuscht. Die ersten 100 Seiten beziehen sich nahezu ausschließlich auf die Nacherzählung des ersten Bandes. Anscheinend wollte der Verlag unbedingt eine auch isoliert lesbare Fortsetzung, aber die Vorstellung der Charaktere langweilte mich doch sehr, da ich den ersten Teil vor nicht allzu langer Zeit gelesen hatte.
Leider konnte ich auch im sprachlichen Ausdruck der Autorin keine Entwicklung feststellen. So zeigt sich ihre "Adjektivits" besonders deutlich auf Seite 70 mit sechs Farbadjektiven in kurzer Folge, auch das Adjektiv "riesig" ist mehr als überstrapziert. Das Stilmittel der Frage hat mich durch seine inflationäre Anwendung irgendwann nur noch genervt.
Die Handlung kommt leider von Hölzchen auf Stöckchen. Mal verschwindet Lärka und Ethandras muss sich um sie sorgen, dann ist es umgekehrt. Wie man durch dicke Festungsmauern Gespräche bis in alle Einzelheiten verfolgen soll, ist mir schleierhaft. Zweimal (bei Lärka und bei Pandareos) habe ich als Leser die zunächst verborgene Identität weit schneller erraten, als der Held Ethandras. War wohl spannungsfördernd gedacht, wirkte auf mich aber leider eher wie eine Beleidigung der Intelligenz des Lesers. Auch die Perspektivwechsel Lärka/Ethandras gefielen mir nicht so gut wie im ersten Band. Einen ganzen Handlungsstrang zunächst aus der Sicht Lärkas und dann nochmal aus der Sicht Ethandras erzählt zu bekommen, hat mich gelangweilt. Die Handlung wendet sich zum Teil sprunghaft, was bereits optisch an den vielen kurzen Abschnitten zu erkennen ist. Viele Stränge verlaufen ins Leere, die Geschichte ist mir zu wenig fokusiert und manche Handlungswendungen sind einfach nur hanebüchen. Immer wenn Held/Heldin (oder Autorin) nicht weiter wissen, kommt von irgendwoher eine neue Prophezeiung, ein Schriftstück oder Artefakt, das aus der Patsche hilft. So schreiben auch Fanfic Autoren Fantasy.
Nahezu 3/4 des Buches widmen sich dem Kampf gegen Hakon und/oder Pandareos, erst auf den letzten 100 Seiten und damit m.E. viel zu spät kehrt der Roman zur eigentlichen Handlung, der Suche nach den Gefährten und dem Kampf gegen Grimhorn zurück. Ich fürchtete schon einen dritten Teil, doch schließlich geht die Geschichte dann doch noch -überraschend schnell- zu Ende.
Was mich am Ende ein wenig mit dem Roman versöhnt hat, war der herzenswarme Epilog. Der ist absolut lesenswert und zeigt die wahren Stärken der Autorin, die in der Gefühlswelt ihrer Charaktere liegen.
Fazit: Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwähren, dass diese Fortsetzung unter großem Zeitdruck des Verlages entstanden ist. Mit mehr Zeit und einem besseren Lektoriat hätte aus diesem Zweiteiler sicher was werden können. Meine Enttäuschung rührt auch daher, dass mir die Charaktere Lärka und Arild/Ethandras durchaus ans Herz gewachsen waren und ich ihnen eine würdigere Fortsetzung gewünscht hätte. So bleibt mir nur zu resümieren, dass "Der Eid des Steinkönigs" eine besser Fanfic ist, bei der sich das Lesen meiner Meinung nach bis auf den Epilog nicht lohnt.
"Der Eid des Steinkönigs" ist die Fortsetzung unseres Leserundenbuches (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=2231) "Die Hüter der Wolken.
Auch wenn der erste Teil, "Die Hüter der Wolken", schon nicht frei von stilistischen Schwächen war, so hatte mich die Geschichte von Lärka und Arild doch so sehr angesprochen, dass ich mich im Urlaub nach der Fortsetzung umsah.
Tatsächlich waren in der Inselbuchhandlung drei Exemplare von "Der Eid des Steinkönigs" vorhanden und das ansprechende Cover tat ein Übriges dazu, dass ich das Buch kaufte.
Leider wurde ich schon sehr bald enttäuscht. Die ersten 100 Seiten beziehen sich nahezu ausschließlich auf die Nacherzählung des ersten Bandes. Anscheinend wollte der Verlag unbedingt eine auch isoliert lesbare Fortsetzung, aber die Vorstellung der Charaktere langweilte mich doch sehr, da ich den ersten Teil vor nicht allzu langer Zeit gelesen hatte.
Leider konnte ich auch im sprachlichen Ausdruck der Autorin keine Entwicklung feststellen. So zeigt sich ihre "Adjektivits" besonders deutlich auf Seite 70 mit sechs Farbadjektiven in kurzer Folge, auch das Adjektiv "riesig" ist mehr als überstrapziert. Das Stilmittel der Frage hat mich durch seine inflationäre Anwendung irgendwann nur noch genervt.
Die Handlung kommt leider von Hölzchen auf Stöckchen. Mal verschwindet Lärka und Ethandras muss sich um sie sorgen, dann ist es umgekehrt. Wie man durch dicke Festungsmauern Gespräche bis in alle Einzelheiten verfolgen soll, ist mir schleierhaft. Zweimal (bei Lärka und bei Pandareos) habe ich als Leser die zunächst verborgene Identität weit schneller erraten, als der Held Ethandras. War wohl spannungsfördernd gedacht, wirkte auf mich aber leider eher wie eine Beleidigung der Intelligenz des Lesers. Auch die Perspektivwechsel Lärka/Ethandras gefielen mir nicht so gut wie im ersten Band. Einen ganzen Handlungsstrang zunächst aus der Sicht Lärkas und dann nochmal aus der Sicht Ethandras erzählt zu bekommen, hat mich gelangweilt. Die Handlung wendet sich zum Teil sprunghaft, was bereits optisch an den vielen kurzen Abschnitten zu erkennen ist. Viele Stränge verlaufen ins Leere, die Geschichte ist mir zu wenig fokusiert und manche Handlungswendungen sind einfach nur hanebüchen. Immer wenn Held/Heldin (oder Autorin) nicht weiter wissen, kommt von irgendwoher eine neue Prophezeiung, ein Schriftstück oder Artefakt, das aus der Patsche hilft. So schreiben auch Fanfic Autoren Fantasy.
Nahezu 3/4 des Buches widmen sich dem Kampf gegen Hakon und/oder Pandareos, erst auf den letzten 100 Seiten und damit m.E. viel zu spät kehrt der Roman zur eigentlichen Handlung, der Suche nach den Gefährten und dem Kampf gegen Grimhorn zurück. Ich fürchtete schon einen dritten Teil, doch schließlich geht die Geschichte dann doch noch -überraschend schnell- zu Ende.
Was mich am Ende ein wenig mit dem Roman versöhnt hat, war der herzenswarme Epilog. Der ist absolut lesenswert und zeigt die wahren Stärken der Autorin, die in der Gefühlswelt ihrer Charaktere liegen.
Fazit: Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwähren, dass diese Fortsetzung unter großem Zeitdruck des Verlages entstanden ist. Mit mehr Zeit und einem besseren Lektoriat hätte aus diesem Zweiteiler sicher was werden können. Meine Enttäuschung rührt auch daher, dass mir die Charaktere Lärka und Arild/Ethandras durchaus ans Herz gewachsen waren und ich ihnen eine würdigere Fortsetzung gewünscht hätte. So bleibt mir nur zu resümieren, dass "Der Eid des Steinkönigs" eine besser Fanfic ist, bei der sich das Lesen meiner Meinung nach bis auf den Epilog nicht lohnt.