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Warin
15.02.2008, 18:28
zur Erinnerung:
Heute abend, 21:30 Uhr, SuperRTL;)

Prinzessin Mononoke
Originaltitel: Mononoke Hime
Anime Japan 1997
Japan im 15. Jahrhundert. Um sein Dorf zu beschützen, tötet der junge Prinz Ashitaka einen rasenden Dämon und wird dabei am Arm verletzt. Im Tod entpuppt sich der Dämon als Tiergott, einem Eber, der durch eine Kugel der Menschen in die Raserei getrieben wurde. Auf Ashitakas Wunde lastet ein Fluch, der ihn schleichend tötet, ihm aber auch unmenschliche Kräfte verleiht. Seine einzige Hoffnung, den Fluch zu besiegen, ist den Ursprung der Kugel zu finden.

Er kehrt seinem Dorf den Rücken und findet im Westen die Eisenhütte der Lady Eboshi. Sie verfügt über Feuerwaffen, deren Kugeln der im Körper des Dämons entsprechen.

Die Bewohner der Eisenhütte roden einen Wald, in dem die letzten Tiergötter leben. Unter ihnen die Wölfin Moro, die neben ihren beiden leiblichen Söhnen San, ein Menschenmädchen aufzieht. San hasst alles menschliche und greift mit ihren Wolfsgeschwistern regelmäßig die Siedlung der Menschen an, von deren Bewohnern sie ehrfurchtsvoll "Prinzessin Mononoke" genannt wird. Der Konflikt zwischen Tiergöttern und Menschen spitzt sich zu - und Prinz Ashitaka gerät zwischen die Fronten. Im finalen show down geht es um nicht weniger als den Kampf zwischen Mensch und Natur.

Mit Abstand Miyazakis blutigster Film. Wer ihn sehen möchte, sollte mit abgetrennten Gliedmaßen kein Problem haben. Dennoch ein absolutes must-see, denn er fesselt über zwei Stunden ohne eine einzige Verschnaufpause. Bemerkenswert für Miyazaki, dass hier (auch wenn der Titel anderes vermuten läßt) ein Junge im Mittelpunkt des Geschehens steht. Interessantester Charakter für mich: Lady Eboshi, eine Frau von unglaublicher Härte und Konsequenz, die sich andererseits aufopfernd um Aussätzige und gefallene Mädchen müht. Letzendlich ist man hin- und hergerissen, welcher Seite man den Sieg gönnen will. Miyazaki-typisch ist eine Definition von Gut und Böse nahezu ausgeschlossen (außer beim Wandermönch Jigo, den würde ich definitv als böse bezeichnen)

Rusch
15.02.2008, 20:47
Ein guter Film und so melancholisch. Das Werk erzeugt eine ganz eigene Stimmung. Und das der Film gut ist, ist eh klar, oder?

Teylen
15.02.2008, 22:21
Definitiv einer meiner Lieblingsfilme. Was mich immer noch faziniert ist, dass mir sowohl die deutsche als auch die japanische Version (Sprache) gefallen, auch wenn ich mich bei der japanischen nur am Klang orientieren kann und ohne Untertitel wohl verloren wäre (na gut.. mittlerweile kenne ich den Film wohl auswendig).

Bei den Charakteren gefällt mir, dass keiner richtig als böse oder gut einstufbar ist. Auch Jigo kommt mir zwar moralisch und charakterlich sehr zweifelhaft vor, wirkt aber nicht wie das "Urböse" was man in anderen Filmen so vorgesetzt bekommt. Er wirkt in seiner Art und in seinem Handeln immer noch typisch menschlich und tut was er tut aus seinen eigenen Plänen heraus und nicht einfach weil er böse ist.

Schön finde ich auch, dass hier tatsächlich mal wieder ein männlicher Charakter eine Hauptrolle spielt (neben Pazu in Laputa). Das könnte für meinen Geschmack ruhig öfter bei Miyazaki der Fall sein. :) (Haku, Pazu, Markl und Ashitaka sind meine männlichen Lieblingscharaktere von Miyazaki)

(Im übrigen interessanter Aufbau im Film, dass es auf beiden Seiten, bei Menschen und Tieren, Charaktere gibt, die so unglaublich blind, stur und dickköpfig sind, dass man zwischenzeitlich nur noch schreien möchte.)

Von Prinzessin Mononoke habe ich immer noch ein Poster an der Wand ^^ Leider nur noch eines in Din A1. Das Poster in Größe Din A0 ist leider nach diversem Mal runterfallen mittlerweile recht beschädigt und bisher habe ich es in der Größe nicht wiederfinden können. (Für Hinweise bin ich dankbar)


Ah... meine Lieblings"szene".... Ich habe zwei. Die eine ist der gesamte Teil ab da wo San auf dem Dach steht und sich vorbereitet Eboshi anzugreifen, bis dahin wo San Ashitaka mit sich nimmt, um ihn zum Waldgott zu bringen. Der andere Teil ist der wo San Ashitaka füttert. *grins* *flöt*

PoiSonPaiNter
13.03.2008, 20:19
Fand den Anime auch ziemlich beeindruckend, sehr bildgewaltig. Besonders der Waldgott ist sehr eindrucksvoll.
Die Beste Charaktere is Moru(?), die Wolfsgöttin, sie ist einfach nur cool.*cool* :D Sie ist der heimliche Star der ganzen Show!!! *lol*

In diesem Anime gibt es sehr viele starke, weibliche Persönlichkeiten, naja eigentlich waren sie ja alle ziemlich selbstbewusst, dass hat man bei Realfilmen eher selten. Aber schon bisschen krass, dass die Frauen die Männer beschützen! :D

Hilf mir ma einer auf die Sprünge, was waren das für Geschosse weswegen die Ashitaka und der Keilerkönig so "verletzt" wurden? X.X

Warin
13.03.2008, 22:35
Hilf mir ma einer auf die Sprünge, was waren das für Geschosse weswegen die Ashitaka und der Keilerkönig so "verletzt" wurden? X.XNani? Aaaaaaalso, Nago wurde von einer Gewehrkugel getroffen, die Kugel steckte tief in seinem Fleisch. Der Schmerz hat seine Seele verzehrt und ihn zum Dämon werden lassen. Als Ashitaka mit ihm (bzw. diesen schwarzen Tentakeln) in Berührung kommt, trifft seinen Arm der Fluch. Okoto, das blinde, weiße Wildschwein kämpft im Sterben lange gegen den Dämon in sich an, doch die Schmerzen sind stärker als sein Wille und so wird auch er zum Dämon.

Und San's Mutter heißt Moro, Moro no Kimi um genau zu sein.

Was die Rolle der Frauen betrifft: Miyazaki bezeichnet sich selbst als Feminist. Das trägt teils schon skurille Züge, so sind die Frauen Klos im Studio Ghibli wohl doppelt so groß wie die Männer Klos:D Eigentlich ist PM sein einziger Film, in dem nicht ein Mädel die Hauptrollte spielt, sondern Prinz Ashitaka. Dafür drehen die Frauen in den Nebenrollen richtig auf. Lady Eboshis Irontown ist ja ein reines Matriarchat, so wie die Frauen, insbesondere Toki, die Männer rumkommandieren. Aber dafür müssen sie auch hart arbeiten, weshalb ich mich manchmal Frage, ob man das wirklich als Feminismus bezeichnen kann.

PoiSonPaiNter
14.03.2008, 14:24
Ich würd vermuten das man den Feminismus in der Hinsicht so sehen muss, dass die Frauen sich durch harte Arbeit und Willensstärke ihre Rechte erkämpft haben und nun halt der "Herr" im Hause sind. :D
Und selbst Goethe sagte ja schon :"Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erwerben muss"...oder so ähnlich bin grad zu faul nachzugucken:p

Na da lag ich mit Moru ja gar nich sooo falsch!:D :p
Irgendwie versteh ich aber immer noch nicht wie eine Kugel jmd zum Dämonen machen kann...X.X...klar es tut höllisch weh, aber gleich zum Dämon werden, das klingt irgendwie unlogisch...:(

Akissi
16.03.2008, 13:34
Sagt dir der Ausdruck "Fantasy" etwas? ;D
Scherz^^ Natürlich ist das unlogisch, aber es ist eine der Leitideen des Films und eig auch keine schlechte Überlegung, finde ich. Man hört doch auch in der realen Welt öfter den Ausdruck "vor Schmerz verrückt werden" - und in diesem Fall macht es eben zum Dämon - zusammen mit dem schrecklichen Hass auf die Menschen, der bei sämtlichen Tieren, die zum Dämon werden, zu Genüge vorhanden ist. Insofern macht sich auch hier Miyazakis Feminismus bemerkbar - Moro ist die einzige Göttin, die sich bis zum Ende gegen den aufwallenden Dämon wehren konnte.
Die Kugel ist auch nicht das, was zum Dämon macht, sondern die Schmerzen und die seelenverzehrende Ohnmacht dagegen. Verbunden mit dem Hass, wie gesagt und der Hass ist da glaube ich der wichtigste Bestandteil; Ashitaka selbst ist ja auch kein Dämon, nur sein Arm, der ja auch an ein paar Stellen eigenständig handelt. Die Male breiten sich dann immer weiter aus, ergreifen aber nicht Besitz von ihm - sofern denn ein Mensch überhaupt noch von einem Dämon ergriffen werden kann, bevor er an dem Fluch stirbt; es wird ja schon iwie vermittelt, dass die Menschen ohnehin die eigentlichen Dämonen sind.

Aber dafür müssen sie auch hart arbeiten, weshalb ich mich manchmal Frage, ob man das wirklich als Feminismus bezeichnen kann.

Naja, da muss man denke ich eig gar nicht so weit denken. Im Gegenteil, ich finde, gerade in solchen Dingen drückt sich der Feminismus Miyazakis erst aus. Egal ob Frau oder Mann, jemand, der nur auf der faulen Haut liegt und andere herumkommandiert, ist alles, nur nicht anerkennbar - schon gar nicht für Japaner^^
Es ist denke ich eher ein weiterer Vorzug; die Frauen arbeiten hart und in PM sogar in gewisser Weise noch härter als die Männer, da sie ja praktisch unaufhörlich zu arbeiten haben. Das ist aber denke ich keine... naja, "Zurückstufung", sondern mehr ein weiteres Plus. Miyazakis Frauen arbeiten eig immer hart, in welcher Weise auch immer, sind tapfer und geben meistens zuletzt die Hoffnung auf.
Die Frauen in PM ordnen sich mit ihrer Arbeit ja auch einzig und allein Herrin Eboshi unter, in keinster Weise aber den Männern, nicht mal (oder vllt erst recht nicht) Gonza :D

PoiSonPaiNter
17.03.2008, 18:46
Fantasy? Noch nie gehört...:D Ist das was zum Essen? *lol*

Die Kugel ist auch nicht das, was zum Dämon macht, sondern die Schmerzen und die seelenverzehrende Ohnmacht dagegen. Verbunden mit dem Hass
Ich glaub jetzt hab ich das ENDLICH begriffen, danke! :D So ausgedrückt klingt es dann auch logisch! :p

Naja bei manchen Sachen kann man halt nie wissen, was nu die Ursache und was die Wirkung ist, oder iwie so...:rolleyes:

Akissi
18.03.2008, 14:34
Hehe, da haste auch wieder recht^^
Ich hab mich aus verschiedenen Gründen vergleichsweise... mh, ausführlich mit einigem in dem Film befasst, sonst wäre mir da vieles sicher auch noch was unklarer ;D

PoiSonPaiNter
19.03.2008, 16:52
Siehste so is jeder ne Art Spezialist in seinem Fachbereich!^^

Und bevor ich noch anfange zu spammen stell ich auch gleich noch ne Frage:

Ist der Waldgott eigentlich zum Schluß tot gewesen oder ist er "wiedergeboren"? X.X

Akissi
19.03.2008, 17:23
Da komm ich schon wieder an :D

Ich glaube kaum, dass Götter in de Form wirklich sterben können; aber nehmen wir mal an, er ist gestorben. Ja, ist er, würde ich jedenfalls sagen; er ist insofern "gestorben", dass er seine Macht/Kraft/whatever vollständig dafür verwendet hat, dem gesamten Gebiet neues Leben einzuhauchen. Er bestimmt ja über Leben und Tod und für so ein Riesengebiet in dem Tempo... naja, da ist schon was Verausgabung nötig, würde ich jetzt mal ganz frech behaupten^^
Er hat sich also geopfert, um den anderen eine... mh, vllt eine Chance zu geben? So hab ich das jedenfalls immer interpretiert oder zumindest so ähnlich ;D

PoiSonPaiNter
19.03.2008, 17:36
Dann ist ja gut, so hab ich das auch verstanden!^^

Doch wer sorgt für die Heilung der Natur, nun da er nicht mehr da ist? o.O :)

Akissi
19.03.2008, 17:50
Die... Bewohner? Iwie haben ja schon alle was dadurch gelernt; Eboshi will eine bessere Stadt bauen, San bleibt im Wald, Ashitaka ist auch da und passt auf...^^

Maranwe
20.03.2008, 10:46
Zur Erinnerung!
Es gibt noch viele andere Filme von Studio Ghibli! und es lohnt sich wirklich bei Allen diese auch anzuschauen :D

Prinzessin Mononoke (kennt ihr ja)
Kikis Devilery Service (ne kleine Hexe die ihren Lieferservice aufbauen will)
Only Yesterday (Tränen der Erinnerung)
Nausicaä of the Valley of the Wind (aus dem Tal der Winde)
Laputa Castle in the Sky (das Schloss im Himmel)
Ocean Waves (ne liebes romanze)
Panda Kopanda (so n komischer Panda Film ^^)
Whisper of the Heart (hier gehtsum das Lied Country Roads) :D
My Nighbour Totoro (auch sehr bekannt, Kinder und ihre Fantasien) :D
Das Wandelnde Schloss (das neuste Meisterwerk)

naja und vllt hab ich auch noch den eint oder anderen vergessen

Akissi
20.03.2008, 12:27
Ja, die gibt es, aber so wirklich on-topic ist das nicht...^^
Und ja, du hast welche vergessen :D

Chihiros Reise ins Zauberland
Pom Poko
The Cat Returns
Gedo Senki - Tales from Earthsea (<- DAS ist das neuste)
Die letzten Glühwürmchen
Porco Rosso
My Neighbours the Yamadas

On Your Mark (aber das ist mehr ein Clip mit Musik)

und "Whisper of the Heart" dreht sich garantiert um weit mehr als nur "Country Roads" :P

Teylen
24.03.2008, 15:45
Hmmm... Meiner Interpretation nach ist der Waldgott am Ende nicht tot. Zeitweise ausser Gefecht gesetzt, ja, aber nicht tot. Ich denke so lange genug Wald da existiert, schafft er es auch wieder Gestalt anzunehmen. Mal ebend der ganzen Umgebung einen Wachstumsschub zu verpassen ist sicherlich nur eine Vorbereitung dazu. : ) Ich kann mir jedenfalls schwerlich vorstellen, dass so ein magisches Wesen wie er sich dauerhaft töten lässt... es sei denn man killt den Wald, seine Lebensgrundlage.

just my 0.02$

Ollowain
24.03.2008, 18:20
Bin im neusten Weltbild-Katalog (04/2008) auf was gestoßen:
Prinzessin Mononoke
Ein mitreißendes Abenteuer mit der Geisterprinzessin Mononoke - voller Spannung, Witz und Romantik!

Kommt nur mir das "etwas" spanisch vor?

@Topic: Einer der ersten Anime, die ich je gesehen hab und der erste Ghibli ^^.
Ich liebe diesen Film :D. Einfach verdammt gut gemacht, nicht zu übertrieben, nicht langweilig - typisch Ghibli eben :rolleyes:

Maranwe
25.03.2008, 17:41
Ja, die gibt es, aber so wirklich on-topic ist das nicht...^^
Und ja, du hast welche vergessen :D

Chihiros Reise ins Zauberland
Pom Poko
The Cat Returns
Gedo Senki - Tales from Earthsea (<- DAS ist das neuste)
Die letzten Glühwürmchen
Porco Rosso
My Neighbours the Yamadas

On Your Mark (aber das ist mehr ein Clip mit Musik)

und "Whisper of the Heart" dreht sich garantiert um weit mehr als nur "Country Roads" :P

ohweh ich trottel :D fast die besten...
ja klar .. whisper of the heart is ne romanze aber das lied spielt ne wichtige rolle =P

ja gut un on your mark is wirklich kein film... aber kennen tu ich sie alle :D
wobei ich noch nich ganz alle in unserer sprache gefunden hab.. und mein japanisch nich das beste ist =)
jo und sorry fürs offtopic =)

DisAster
30.03.2008, 19:46
Ich kenne nur Chihiros Reise ins Zauberland und eben Prinzessin Mononoke. Wunderschön. :)
Es hat immer einen gewissen Flair. Mit Göttern und Menschen. Diese Verbindung, der Handlungsaufbau, die Charaktere. Es ist einfach nur WOW! Ich bin absolut begeistert.

Wie kommen die eigentlich auf "Geister"prinzessin Mononoke? X.X

Warin
30.03.2008, 21:09
Wie kommen die eigentlich auf "Geister"prinzessin Mononoke? X.XMononoke sind in der japanischen Mythologie Geister, Ungeheuer auch Yokai (http://de.wikipedia.org/wiki/Y%C5%8Dkai) genannt (schon mal als Vorbereitung auf unsere übernächste Leserunde "Die Saat der Yokai"). Von daher gesehen passt "Geisterprinzessin" doch ganz gut.

Was Ollowain spanisch vorkam, war wohl eher die Aussage "voller Spannung, Witz und Romantik":D

Akissi
30.03.2008, 21:11
Wie kommen die eigentlich auf "Geister"prinzessin Mononoke? X.X

"Mononoke" sind im Japanischen so eine Art Geister bzw Dämonen, so ein Zwischending. Eine Unterart der Yokai, wie ich gerade festgestellt habe :D

http://de.wikipedia.org/wiki/Yōkai

Und für die Menschen ist San ja schon so ein bisschen geisterhaft und auf jeden Fall dämonisch; sie trägt immer eine Maske, ist schnell und angriffslustig, ohne ein Risiko zu scheuen, lebt bei Tieren. Sie ist sone vage, auf jeden Fall bedrohliche Existenz für sie, ähnlich wie Dämonen oder Geister. Eigentlich heißt der Originaltitel "Mononoke Hime" auch nicht wirklich "Prinzessin Mononoke", sondern eher so etwas wie "Geisterprinzessin" - die englische Bezeichnung "Princess of Spirits" passt aber eig noch besser.

edit: Mist, zu langsam : P aber dafür ausführlicher :D

Elenya
31.03.2008, 17:01
Prinzessin Mononoke ist der erste Anime von Ghibli den ich je gesehen hab, ich glaub sogar mein erster Anime überhaupt. Ich bin beim zappen irgendwie draufgestoßen und hängengeblieben, aber es war nur das Ende und folglich war ich auch nicht allzu begeistert, obwohl ich die Bilder toll fand.

Nach dem ich Chihiros Reise ins Zauberland gesehen hab, hab ich aber angefangen nach weiteren Ghiblis zu forschen und bin schließlich auf Prinzessin Mononoke gestoßen.
Ein wirklich toller Film. Klar, dass man mit einem Pfeilschuß einem Reiter den Kopf abtrennen kann (egal wie stark man ist) find ich ein bisschen unlogisch aber sonst fand ich, dass einfach alles herrlich zusammengepasst hat.
Das Ende war herrlich, auch wenns ein bisschen traurig war. Der Wald wächst wieder, aber er wird nie so sein wie vorher...:( Aber dann kamen ja die kleinen Waldgeister wieder...
Sehr gefallen hat mir auch die Stimme der Wolfsmutter/göttin. So herrlich rau und bestimmend. Aber wenn mich jemand so ansprechen würde, glaub ich, hätte ich Angst.
Um noch mal auf die Bilder zurückzukommen; da haben mir besonders die vom Wald immer gefallen. Diese herrlich alten Bäume mit dem Moos, die sich im Wasser spiegeln *träum* ...

Iron Nemesis
14.05.2008, 20:23
waahhh ich liebe diesen film :) :) :)
der ist sowas von mein geschmack, ich kann den gar nicht oft genug sehen :D der is so toll

ich hab ihn zum ersten mal gesehen, da war ich 10 oder so und ich hab mich gleich in die tollen zeichnungen verliebt. ich finde den "altmodischen" zeichentrick sowieso viel besser als dieses neue 3D quakszeuch -.-

Prinzessin Mononoke ist und bleibt mein Lieblingsanime! :D ob mit oder ohne Blut :)

Nightfarer
15.05.2008, 08:11
Ein spitzen Film. Der ist glaub ich vom Macher von "Chririos Reise ins Zauberland" und dieser Filmacher. Der Name ist Hayoa Miyazaki, ist einfach klasse. Ich liebe alle Filme von ihm.

Hathor
29.06.2008, 18:46
Nach jeder Menge Fragmenten und Ausschnitten in der Vergangenheit ist es mir nun endlich gelungen, den ganzen und ungeschnittenen Film zu sehen.

Hm, ja... ein Kunstwerk. Zumindest in den Ideen, der Ausdruckskraft und in der Story. Besonders gefällt mir - wie schon oft erwähnt wurde - dass es keine schablonenhafte Einordnung in Gute und Böse gibt. Nicht mal, welche Seite nun die "richtigen" Ziele verfolgt... Jeder Charakter hat Licht- und Schattenseiten. Sowas finde ich sehr sehr interessant.

Stellenweise war die Musik einfach herrlich, stellenweise ist sie meiner anime-unerfahrenen Meinung nach schon arg ins Manipulativ-Kitschige abgedriftet.

Die Zeichnungen sind sehr gekonnt gemacht. Vor allem einige Tiere und in erster Linie die Landschaft sind richtig sehenswert. Auch Farbgebung und die Wirkung von Licht und Schatten sind exzellent.

Leider muss ich schon wieder einmal bemängeln (Fans bitte nicht hauen, ich empfinde es halt so), dass die Gesichter manchmal viel zu androgyn sind. Gerade San und Ashitaka haben dasselbe Gesicht und dieselbe Mimik. Ich musste lauthals lachen, als Ashitake zu San sagte, sie sei sehr schön. Auch die Frauen bei Lady Eboshi waren alle ein und dieselbe Figur und aus derselben Schablone entstanden.

Dagegen finde ich Lady Eboshi vom Charakter und auch von der zeichnerischen Darstellung her einfach hinreißend. Ich liebe diesen Charakter und möchte dem Zeichner dieser Figur höchstes Lob zollen, weil Lady Eboshi nun wirklich ganz anders aussieht als Heidi ;) Sie ist schön und doch nicht niedlich, sie hat Mimik und Gestik und wirkte auf mich richtig lebendig. Was für eine Comicfigur schon recht beachtlich ist, dass sie diesen Eindruck erwecken kann.

Akissi
30.06.2008, 12:07
Leider muss ich schon wieder einmal bemängeln (Fans bitte nicht hauen, ich empfinde es halt so), dass die Gesichter manchmal viel zu androgyn sind. Gerade San und Ashitaka haben dasselbe Gesicht und dieselbe Mimik. Ich musste lauthals lachen, als Ashitake zu San sagte, sie sei sehr schön. Auch die Frauen bei Lady Eboshi waren alle ein und dieselbe Figur und aus derselben Schablone entstanden.


Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen, bei fast allen Ghibli-Filmen - auch wenn ich's immer geflissentlich übersehen/vergessen habe : D Die Gesichter sehen sich im Allgemeinen wirklich sehr ähnlich... am meisten Unterschiede gibt es da noch bei den wichtigeren Nebenrollen, wie bei PM eben Eboshi oder auch Jigo.
Was auch immer wieder auffällig ist: Das ist nicht nur in den einzelnen Filmen so, die Hauptcharaktere verschiedener Werke ähneln sich oft auch :D Sowohl vom Aussehen, als auch vom Charakter. Das ist finde ich so ziemlich das einzige Manko der Miyazaki-Filme: Die Charas sind immer nach ähnlichen Schemen gemacht... ein sehr tapferes/mutiges Mädchen mit gelegentlichen Wutanfällen, ein heldenhafter Junge mit einem meist kühlen Kopf. Ist zwar mal "was anderes" und stört mich deshalb auch nicht enorm, aber nach dem 3ten Mal wird's auffällig :D

Warin
01.07.2008, 22:18
Stellenweise war die Musik einfach herrlich, stellenweise ist sie meiner anime-unerfahrenen Meinung nach schon arg ins Manipulativ-Kitschige abgedriftet. Na ja, etwas vergleichbares wie die Kompositionen von Joe Hisaishi wirst du auch in keinem anderen Anime finden. Hisaishi kann man mit keinem Filmkomponisten westlicher Prägung vergleichen. Er füllt in Japan die Konzertsäle und dirigiert dabei ganze Symphonieorchester. Dabei verfügt er über eine unglaubliche Vielfalt, von heiteren (Totoro, Kiki, Ponyo) über nostalgische (Porco Rosso), dramatischen (Mononoke Hime) bis hin zu geradezu psychedelischen Kompositionen (Nausicaä). Ihm gebührt sicherlich ein ordentlicher Anteil am Erfolg des Studios Ghibli. Als kitschig habe ich seine Kompositionen eigentlich nie empfunden, auch nicht manipulativ, sondern eher untermauernd, aber das kann ja je nach Blickwinkel das gleiche sein.

Ich musste lauthals lachen, als Ashitake zu San sagte, sie sei sehr schön.Mmh, ich habe eigentlich viel weniger ein Problem mit den weiblichen, als mit den männlichen Charakteren. Prinz Ashitaka ist m.E. eine Spur zu weich, zu kindlich (und zu klein) für seine Rolle. Noch schlimmer ist allerdings sein "Zwillingsbruder" Prinz Arren aus der Erdsee Verfilmung, der flennt auch noch dauernd rum, das Emolein:) San dagegen ist "herb" aber m.E. durchaus "schön", schön muss ja nicht immer süß oder niedlich bedeuten, wie es dem allgemeinen Anime Frauen-Klischee entsprechen würde. Ich liebe diesen Charakter und möchte dem Zeichner dieser Figur höchstes Lob zollen, weil Lady Eboshi nun wirklich ganz anders aussieht als Heidi ;) Haha, so einmalig ist Lady Eboshi auch nicht, mich erinnert sie stark an Prinzessin Kushana (mein absoluter Miyazaki Lieblingscharakter) aus Nausicaä, also kommt auch sie aus Miyazakis Schablonenproduktion.

Was Heidi betrifft: Miyazaki wird gar nicht gerne darauf angesprochen (nach dem Motto: "ich war jung, ich brauchte das Geld"):D Im übrigen ähneln die Charaktere auch nicht Heidi, sondern Heidi ähnelt einem noch älteren Miyazaki Chara, nämlich Lana aus Future Boy Conan.

In der Tat ist es aber richtig, dass das Studio Ghibli beginnend mit Kiki sich bei den Hintergründen unheimlich weiterentwickelt hat, beim Charadesign aber stehen geblieben ist, was m.E. mit verantwortlich für den Misserfolg der Erdsee Verfilmung war. Andere Regisseure, wie z.B. Mamoru Oshii (Ghost in the Shell) haben sich da mehr weiterentwickelt, weshalb sie auch nicht mehr so oft auf ihre Jugendwerke (bei Oshii ist das Nils Holgersson:)) angesprochen werden, wie Miyazaki. Eigentlich geht der Trend bei anspruchsvollen Animes auch weg von niedlichen Kulleraugen hin zu realistischeren Darstellungen.

Akissi
03.07.2008, 13:05
San dagegen ist "herb" aber m.E. durchaus "schön", schön muss ja nicht immer süß oder niedlich bedeuten, wie es dem allgemeinen Anime Frauen-Klischee entsprechen würde.

Eeeeeeeeeeeeeeeehm... du kuckst zu viel ABe-Kram, mein Lieber :D
Die schönen Frauen in Anime sind meistens wirklich schön und nicht niedlich :D Die Niedlichen sind niedlich, die Schönen sind schön :P Wichtiger Unterschied. Von beiden tauchen zu Genüge welche auf, man muss nur die richtigen Anime kennen :D

Teylen
04.07.2008, 06:51
Was die Hintergründe bei Ghibli-Filmen angeht, möchte ich den Leuten da mal ganz gepflegten Wahnsinn unterstellen. Sicherlich war es auch bei anderen Filmen der Fall, aber bei Kiki fiel es mir besonders auf. Dort gab es einige liebevoll ausgearbeitete Hintergrundbilder, die dann nur maximal 3 Sekunden gezeigt wurden und in keiner weiteren Szene mehr vorkamen. Völliger Wahnsinn. Fast genauso irre wie bei der Herr der Ringe Verfilmung wo für einzelne Szenen extra komplette Kostüme gefertigt wurden und von den Charakteren dann nur Kopf und ein Teil des Oberkörpers gezeigt wurde...
... ein Wahnsinn an Detailreichtum, Arbeit und Liebe zum Werk, den ich absolut bewundere. : )

Bezüglich der Ähnlichkeit der Figuren zwischen den Ghibli-Filmen halte ich es so: Ich stelle mir vor, dass es Schauspieler sind, die in unterschiedlichen Ghibli-Filmen auftreten. : ) Dann haben sie immer andere Sachen an, sehen sich selbst aber natürlich grundsätzlich ähnlich. *grins*
Ansonsten sind die Figuren eines Films sich untereinander dann aber doch gar nicht so ähnlich wie man auf dem ersten Blick glauben mag. Das stellt man spätestens dann fest, wenn man versucht sie nachzuzeichnen.
Ich habe also irgendwie kein sonderlich großes Problem mit der Ähnlichkeit der Charaktere.

Außerdem: San *fan* (wieso haben wir eigentlich kein Herzchen unter den Smilies?)


Was mir zu Mononoke Hime gerade noch einfällt. In welcher Sprache habt ihr den Film eigentlich so gesehen? Ich kenne ihn auf deutsch und auf englisch... japanisch habe ich mir nur relativ kurz angetan, weil ich ihn auf deutsch gleich mehrfach hintereinander am Anfang gesehen habe.
Ich muss sagen, dass mir die deutsche Synchro relativ gut gefällt. Besonders Moro. Bei Ashitaka hatte ich hingegen das Gefühl, dass er im englischen besser rüberkommt, wo ich San aber übel finde. Schon sehr interessant wie sehr ein Synchronsprecher den Charakter einer Figur beeinflusst (G'Kar aus Babylon 5 ist zum Beispiel im englischen schon von Anfang an ein vielschichtiger Charakter und im deutschen nur ein kichernder Irrer...)


(Im übrigen habe ich nichts gegen realistisch + niedlich einzuwenden. :) ... außer es heißt mit Vornamen Anakin... aber das war auch in keinster Form realistisch... *goes the off topic way*)

Akissi
04.07.2008, 12:18
Was mir zu Mononoke Hime gerade noch einfällt. In welcher Sprache habt ihr den Film eigentlich so gesehen? Ich kenne ihn auf deutsch und auf englisch... japanisch habe ich mir nur relativ kurz angetan, weil ich ihn auf deutsch gleich mehrfach hintereinander am Anfang gesehen habe.
Ich muss sagen, dass mir die deutsche Synchro relativ gut gefällt. Besonders Moro. Bei Ashitaka hatte ich hingegen das Gefühl, dass er im englischen besser rüberkommt, wo ich San aber übel finde. Schon sehr interessant wie sehr ein Synchronsprecher den Charakter einer Figur beeinflusst (G'Kar aus Babylon 5 ist zum Beispiel im englischen schon von Anfang an ein vielschichtiger Charakter und im deutschen nur ein kichernder Irrer...)


Ich hab's zu allererst auf Englisch gesehen und war schlichtweg begeistert^^ Deine Abneigung gegen Sans Stimme kann ich überhaupt nicht verstehen : D Ich liebe sie ^_^ Ich liebe Clare Danes sowieso über alles, was sich Schauspieler nennt xD Ashitakas Stimme ist finde ich auch sehr gut gewählt, mit dem Manko, dass sie beim Schreien grundsätzlich umkippt xDDD Und die anderen mochte ich eigentlich auch :) Und die englische Fassung ist auch die einzige, in der ich mit Moros Stimme rundum zufrieden bin, in allen anderen ist mir die zu männlich >_>
Die erste und bisher einzige englische Anime-Synchro, die ich besser fand als das Original ^_^
Dann kam Deutsch... da nervt mich Sans Stimme... die klingt an vielen Stellen so schrecklich aufgesetzt und zu hoch und... ach, was weiß ich >_> Sonst gefiel mir die aber auch gut^^ Nur dass ich bei Moro immer an diese Oberwildgans aus Nils Holgersson denken musste xDDD
Und Japanisch... die Version hab ich noch nicht so oft gesehen^^ Aber sie hat mir gefallen, das weiß ich^^ Ashitaka hat da iwie eine derartig süße Stimme xD Wobei mir immer wieder auffällt, dass ich bei den Ghibli-Filmen die Original-Synchro eigentlich nie viel besser finde, als die deutsche...

Mehr Sprachen hab ich bisher noch nicht gesehen, außer dem französischen Trailer :D Und da musste ich lachen :D

Warin
05.07.2008, 21:28
Ui, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Heidi ist von 1974 und Conan von 1978, also ist Heidi doch das "Original".

Was die Synchronisationen betrifft: Ich habe außer Totoro bislang alle Miyazaki Ghiblis nur mit deutscher Synchro geguckt, werde die japanischen Versionen aber sicher irgendwann mal nachholen, daher kann ich zu dem Thema leider nichts beitragen. Ich weiß nur, dass Martin Clauss in seinem Anime-Lösungsbuch schreibt, dass man nicht gerade mit Mononoke Hime beginnen sollte, wenn man von Animes japanisch lernen will, da das wohl ein ziemliches altjapanisch ist.

Kaya
07.07.2008, 15:18
Ich hab den Film auch und ich finde ihn einfach nur super*ja* Für mich ist es der beste Film von Hayao Myasaki vor allem wegen der Story und den Bildern. Passt alles super zusammen und auch der Soundtrack gefällt mir sehr gut.
Ist zwar für manche etwas blutig aber ich fand es als ich den Film zum ersten Mal gesehen hab einfach nur spannend.^^

Sainz de Rouse
06.09.2008, 02:20
Ich finde diesen Film ebenfalls klasse. ^^
Er war mein erster Chibi-Film den ich gesehen hatte.
Ich hatte ihn mir einfach mal auf DVD gekauft gehabt, weil es sehr interessant klang und wurde nicht enttäuscht.

ich
06.09.2008, 20:43
Chibi sind doch diese kleinen dicken Mangafiguren mit den großen Augen. Ich weiß nicht, was das mit dem Film zu tun hat.

Sainz de Rouse
07.09.2008, 13:29
*lol* Tut mir leid, ich meinte Ghibli. ^^

SargAsmus
24.10.2008, 11:08
natürlich :) durch dieses forum auf den film aufmerksam geworden, habe ich ihn mir heute einmal angeschaut, und ich muss sagen: keine schlechte empfehlung! neben der wirklich bewegenden geschichte, merkt man dem film doch an, dass mühe dahintersteckt! besonders gefallen haben mir die vielen kleinen details, die diesen film zu etwas besonderem machen: wie zum beispiel diese kleinen knuddeligen waldgeister :) . dennoch hat der film über große strecken eine eine düstere atmosphäre und zieht den zuschauer in seinen bann! besonders gut hat mir auch gefallen, dass es nicht einer der klassischen gut gegen böse filme ist, sondern die charaktere realistisch und vielschichtiger gestaltet sind. alles in allem also ein sehr guter film, den anzuschauen sich wirklich lohnt!

Conan
12.03.2009, 21:33
Mir fällt grad´ auf, das ich in dem Thread noch nichts geschrieben hab´... ?
Das geht ja gar nich´!:eek:

Wo dieser Film doch meine Begeistung für Animes erst nochmal so richtig vorrangetrieben hat.*ja*
Prinzessin Mononoke, ein Anime, der mich gleich von Anfang an in seine Welt hineingezogen hat. Ich find schon allein den ersten Satz und vor allem die Tatsache, wie er ausgesprochen wird, sehr bewegend:

~ Vor langer langer Zeit bedeckten unendliche Wälder das Land, darin wohnten seit alters her die Geister von Göttern und Dämonen... ~ (Erzähler)

Dieser Anime ist absolut sehenswert - ich weiß, das habe ich hier schon mehrfach über andere Filme gesagt... nur dieser hier... tja, dieser setzt die Messlatte doch noch ein ganzes Stück höher. *schwärm*

"Prinzessin Mononoke" ist ein wirklich faszinierender Anime, der den Kampf der Naturkräfte gegen ihre sich abzeichnende Vernichtung, ausgelöst durch das Vordringen der Zivilisation, schonungslos dokumentiert.*cool*
Dieser Film hat iwie etwas Magisches, das in den meisten anderen Filmen, die selber was mit Fantasy, Magie oder Mythologien zu tun haben fehlt. Es ist im Grunde schwer in Worte zu fassen, wie bewegend, traurig und mitreißend er doch insgesamt ist.

Aber trotz der geringen Altersfreigabe (FSK 12) ist er eigentlich kein kindertauglicher Film - dafür geht es stellenweise doch recht heftig zur Sache.
Die Geschichte wirkt im überwiegenden Teil auch sehr düster, man spürt sogar schon am Anfang einen leichten Hauch von einer drohenden Apokalypse. Hier wurde mal nicht von Bekanntem abgekupfert sondern Kreativität gezeigt.
Die Story bringt die (Umwelt)Botschaft, die in fast allen Animes von Miyazaki vorkommt, auch diesmal sehr sachlich rüber.
Und die Zeichnungen sind, wenn manchmal auch an einigen Stellen etwas einfach gehalten, von höchster Qualität.

Gefallen haben mir auch die Dialoge der verschiedenen Charaktere - besonders solche Sätze wie diese hier:

"Auch wenn jeder einzelne von uns stirbt, die Menschen werden diese
Schlacht nie vergessen." (Okoto)

"Der Mensch ist nun mal so, das er alles zwischen Himmel und Hölle will
und sich nicht mit weniger zufrieden geben kann." (Jigo)

"Auf dir liegt also ein Fluch? ...der liegt auf der ganzen Welt." (Jigo)

"Du kannst deinem Schicksal nicht entgehen, aber du kannst ihm mutig entgegentreten." (Die Seherin)

"Du vergißt, das sie ein Gott ist - Götter sterben nicht so leicht!" (Lady Eboschi)

Und diese Filmmusik ist einfach nur Gänsehaut pur...
Die beiden Titel, The Legend of Ashitaka und das Mononoke Hime von Joe Hisaishi & Yoshikazu Mera gehören m.M.n. in die große "Hall of Fame" der Soundtracks.

Dieser Film ist wahrlich ein Meisterwerk des Animes. Wer "Prinzessin Mononoke" verpasst, verpasst ohne zu übertreiben, einen der besten Anime-Filme aller Zeiten.
Ein absolutes must-see...*thumbsup*

Kaya
13.03.2009, 17:42
Ich weis schon garnicht mehr wie oft ich den Film gesehen habe!
Er ist einfach immer wieder schön.
Die Zeichnungen, vor allem von den Wäldern, sind traumhaft. Die Geschichte bleibt durchgehend spannend!
Zu den Soundtracks kann ich Conan nur zustimmen *ja* Die Musik ist einfach nur genial!
Prinzessin Mononoke ist einer der ersten Animes, die ich gesehen habe und natürlich habe ich auch den Film und den Soundtrack ^^.
Es lohnt sich diesen Film zu sehen!
*thumbsup*

grey
22.03.2009, 23:01
Auf Empfehlung von Conan, habe ich mir den Anime nun auch angeschaut und bin sehr beeindruckt.

Wenn es etwas gibt, das die Gesinnung der Natur überzeugend wiedergibt, so ist es dieser Film. Und ich finde, dass die Menschen viel zu gut weg gekommen sind.

Was mich bei dem Film sehr gestört hat war, dass es kein klares Feindbild gibt. Man findet unweigerlich Sympathieträger auf beiden Seiten. Auch das Ende enttäuscht. So hat der Film keine konkrete Aussage. Es fehlt die Endkonsequenz.

Mir wäre es lieber, wenn der todbringende Schleim alles Leben vernichtet hätte. Das wäre eine Aussage nach meinem Geschmack.

Aber nun ... so wie ich, können nicht alle denken. ^^

Ein großartiger Anime. Und absolut nichts für Kinder. Da muss ich allen recht geben, die das angemerkt haben.

Conan
23.03.2009, 20:13
Wenn es etwas gibt, das die Gesinnung der Natur überzeugend wiedergibt, so ist es dieser Film. Und ich finde, dass die Menschen viel zu gut weg gekommen sind.

Was mich bei dem Film sehr gestört hat war, dass es kein klares Feindbild gibt. Man findet unweigerlich Sympathieträger auf beiden Seiten. Auch das Ende enttäuscht. So hat der Film keine konkrete Aussage. Es fehlt die Endkonsequenz.
Das find´ ich nun gerade wieder das Gute an diesem Film. Dass es nämlich kein reines Schwarz-Weiß-Schema gibt. Zum Beispiel sind mir die Filme von Disney in der Richtung viel zu einseitig.
Aber die Menschen mussten eigl. am Ende doch auch einiges einstecken, oder?o.O
Guckst du hier:Viele der Bewohner wurden doch vom "Schleim" erwischt, als sie (trotz der Warnung von Toki) die Eisenschmiede über die Brücke verlassen wollten. Ein paar von Fürst Asano´s Truppen sind dabei viell. auch noch draufgegangen und der Rest der Armee wird sich in der Region wohl nie wieder blicken lassen. ;)
Und selbst Lady Eboschi hat einen kompletten Arm verloren - aber dafür auch einiges an Einsicht gewonnen.
Und gerade das offene Ende läd´ doch richtig schön zum Diskutieren und Nachdenken ein.*ja*

Z.B.:
Ist der Waldgott nun richtig "gestorben" und endgültig ins Reich der Götter gelangt oder treibt er weiter zwischen den Normalsterblichen sein Unwesen?
In der Hinsicht lässt der Film natürlich noch viele, viele andere Sachen offen.

Tja so scheiden sich die Geister...^^
Aber Hauptsache ist, dass dir der Film als Ganzes gefallen hat.


Die Zeichnungen, vor allem von den Wäldern, sind traumhaft.
Ja, in der Hinsicht gibt es viele schöne Eindrücke. Besonders gefallen hat mir z.B. die Umgebung als Ashitaka mit den beiden verletzten Viehtreibern zum ersten Mal den See betritt, wo er den Waldgott kurz zwischen den Bäumen sieht - also diese Sumpf- bzw. Wasserlandschaft fand´ ich ganz besonders "traumhaft".:)

Mr. Hyde
28.03.2009, 23:24
Zweifellos einer der besten Animes, wenn nicht sogar der beste. Das Ende ist aber wieder mal typisch japanisch. Ich glaube die kennen kein Happy-End obwohl es hier noch vergleichsweise harmlos ist.

Was mich bei dem Film sehr gestört hat war, dass es kein klares Feindbild gibt. Man findet unweigerlich Sympathieträger auf beiden Seiten. So hat der Film keine konkrete Aussage.

Ich finde gerade das macht den Film so faszinierend. Er lässt einem viel Freiraum für eigene Überlegungen. Dennoch sehe ich einn konkrete Aussage und ein übergordnetes Feindbild - Intoleranz. Es ist bei beiden Seiten eine Mischung aus Furcht und Verachtung die letztendlich zum Untergang führt. Die Tiere wollen nicht mit den Menschen und Menschen nicht mit den Tieren. Ihnen fehlt es einfach an gegenseitigem Verständniss. Die Menschen brauchen das Erz als Lebensgrundlage und Tieren den Wald als Lebensraum. Es ist also in diesem Fall keine Frage des "Recht habens", beide Partein können ja gar nicht anderst. In so einem Fall gilt es einfach einen Kompromiss zu finden der ja zum Schluss auch gefunde wird.

Dennoch habe ich nicht viel hoffnung für die beiden Seiten. San sagt ja zum Schluss "Ich kann nicht vergessen was die Menschen getan haben"... So fängt es meisens an.

grey
29.03.2009, 11:56
Eigene Überlegungen hätte man auch anstellen können, wenn der Film ein richtiges Ende und eine konkrete Aussage gehabt hätte. Das ist doch kein Hindernis. ^^

Ich sehe keine Faszination darin, über die Ansichten des Erzählers im Unklaren gelassen zu werden. Ich fühle mich unbefriedigt. Die Geschichte erscheint unfertig. So wird im Film viel angefangen, aber wenig konsequent zu Ende geführt.

Denn wie Mr. Hyde bereits richtig bemerkt hat, wird ist der gefundene Kompromis nicht lange bestehen. Der Frieden wird enden, der Krieg wieder entbrennen.

So habe ich also nur einen Teil der Geschichte gesehen. Das Ende, die Endkonsequenz, hat man mir vorenthalten.

Ich verlange aber das Ende zu sehen, auch auf die Gefahr hin, dass ich es vielleicht nicht mag. *ja*

Seraphina
06.12.2009, 23:31
Für mich der beste Ghibli-Streifen und der beste Anime überhaupt. :)
Ich würde sogar sagen, daß er einer der besten Fantasy-Filme ist.
Was schon eine Leistung in meinen Augen darstellt, da ich ansonsten eher eruropäisch stilisierte Fantasy mag und asiatische weniger.

Hab den sogar als vierbändigen Anime-Comic gekauft.
Also dies hier:
http://www.amazon.de/Prinzessin-Mononoke-Bd-1-Comic-Film/dp/3551741514/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books&qid=1260138134&sr=1-3


Schade, daß es den Anime nicht auch noch als Real-Verfilmung gibt. Dadurch wäre der Bekanntheitsgrad der Story noch grösser geworden ( weil es genügend Leute gibt, die Zeichentrick von vornherein als Kinderkram ablehnen ).

Alcarinque
07.12.2009, 11:52
Aber trotz der geringen Altersfreigabe (FSK 12) ist er eigentlich kein kindertauglicher Film - dafür geht es stellenweise doch recht heftig zur Sache. Tja, das übliche Problem im deutschsprachigen Raum (danke Disney): Alles was gezeichnet ist, ist Kinderkram. ò.ó


Aber zum Film: Einer meiner liebsten, wenn nicht der liebst Ghiblifilm. Ich habe mir damals, ohne genau zu wissen was mich erwartet, die DVD aus England bestellt (hat ja ewig gedauert bis die DVD bei uns rausgekommen ist) und wurde nicht enttäuscht.
Bildgewaltig, unerwartete Wendungen und trotz dem klassischen Kampf zwischen Alt und Neu ein irgendwie offenes Ende, welches zu Interpretationen einlädt.

Was ich an Ghiblifilmen übrigens toll finde, sie machen, anders als Hollywood, eigentlich nie einen zweiten Teil der sowieso floppt und das davor noch offenen Ende in feste Bahnen presst.
(The cat returns ist ja auch keine Fortsetzung, höchstens ein Spinoff als Drogentripp :p)



@Realverfilmung: Ich kann mir nicht vorstellen, das das was wird, ich bin zwar gespannt auf Evangelion, aber auch sehr kritisch, das sie das komplett versauen.

Alcarin
28.01.2010, 17:45
Vor Jahren habe ich den Film zum ersten Mal an einem Weihnachtsabend gesehen und vor einer Woche erstmals wieder- ich war hingerissen und habe ihn mir gleich mehrfach angeschaut, so sehr hat er mir gefallen.
Das besonders Faszinierende an "Prinzessin Mononoke" ist, dass die Personen von den Zwängen der Zeit und der Veränderungen umgeben sind (die Menschen werden mehr und sie holzen den Wald ab, um eine Lebensgrundlage zu gewinnen). Gewissermaßen ähnlich ist da- fällt mir spontan ein, auch wenn es vielleicht komisch klingt- die "Buddenbrooks" von Thomas Mann. Dort stemmt sich diese Kaufmannsfamilie gegen die Veränderungen des Handels und der Gesellschaft, die keinen Platz mehr für sie vorsehen. In Hayao Miyazakis Film kämpft San gegen die Ausbreitung der Zivilisation, aber sie kämpft auf verlorenem Posten. Ashitaka würde gerne Natur und Menschen versöhnen, aber auch er kann das nicht.

Sonderbar finde ich nur eine Szene: Beim Verlassen seines Dorfes bekommt Ashitaka von seiner Freundin (es muss seine Freundin sein, ich habe nachgeforscht) das Versprechen, dass sie ihn nie vergisst, und die Kette mit dem Steindolch. Später vergisst Ashitaka dieses Mädchen völlig, was ich sehr eigenartig finde.

S. Schroeder
29.01.2010, 23:21
Ich liebe alles aus den Ghilbli Studios. Mononoke ist tatsächlich die blutigste Geschichte, aber ich finde, sie ist auch vielschichtiger als alles anderen. Ein Anime auch für Erwachsene.

Dwyn
12.02.2010, 12:55
(..)

Sonderbar finde ich nur eine Szene: Beim Verlassen seines Dorfes bekommt Ashitaka von seiner Freundin (es muss seine Freundin sein, ich habe nachgeforscht) das Versprechen, dass sie ihn nie vergisst, und die Kette mit dem Steindolch. Später vergisst Ashitaka dieses Mädchen völlig, was ich sehr eigenartig finde.

Ja das fand ich auch eigenartig, vielleicht wollte Hayao Miyazaki einfach damit nur zeigen das Ashitaka schon von vornerherein eigentlich ein perfektes Leben führte, es aber für seinen Auftrag zurück lässt. Oder so? :D

Also ich hab mir den Film auch angesehen, auf Hayao wurde ich persönlich erst durch Chihiros Reise aufmerksam. Nach dem Film hielt ich immer ausschau nach weiteren Filmen von ihm. Und dann lief Prinzessin Mononoke, als ich ihn das erste Mal sah, war ich noch viel zu jung ihn zu verstehen. Aber da mein Vater ( glücklicherweise ) genauso ein Fan davon ist, hat er uns den Film besorgt. Und jetzt wo ich ihn schon mindestens 20 Mal geguckt habe, hab ich ihn auch endlich richtig Auffassen können. Ich find den Film sehr bewegend, und wunderschön. Und was mir besonders gefällt ist, das das Happy-End nicht standart ist - nachdem Motto - Frau & Mann heiraten - alles toll. Sondern das Ashitaka und San in dem Moment gar nicht so entscheidend sind, sondern eher die Tatsache das der Wald gerettet ist :)..
und der schlaue Hinweis das man sich nichts nehmen sollte was einem nicht gehört.

Teylen
12.02.2010, 19:42
Sonderbar finde ich nur eine Szene: Beim Verlassen seines Dorfes bekommt Ashitaka von seiner Freundin (es muss seine Freundin sein, ich habe nachgeforscht) das Versprechen, dass sie ihn nie vergisst, und die Kette mit dem Steindolch. Später vergisst Ashitaka dieses Mädchen völlig, was ich sehr eigenartig finde.

Ich bevorzuge folgende Erklärung dazu: Als Ashitaka seine Leute verlässt, weiß er, dass er nie wieder zurückkehren darf. Für sein Volk ist er tot. Auch das symbolische Abschneiden der Haare bedeutet ein Schritt in ein neues Leben.
Dass er den Dolch weg gibt, bedeutet für mich einerseits, dass er mit seinem früheren Leben abgeschlossen hat. Aber andererseits sehe ich es auch als Zeichen von Zuneigung San gegenüber, dass er ihr eines der wenigen Dinge gibt, die für ihn eine tiefere emotionale Bedeutung haben. (Hätte der Dolch keinen emotionalen Wert für ihn, hätte er ihn wohl einfach schon vorher irgendwo zurückgelassen.) Damit sehe ich auch keine Gefühllosigkeit von Ashitaka dem Mädchen gegenüber, welches ihm den Dolch gegeben hat.

Den Dolch für immer selbst aufbewahren und die ganze Zeit seinem vergangenem Leben nachtrauern, hätte irgendwie auch nicht zu Ashitaka gepasst. Mal abgesehen von der Szene wo San ihn wieder aufmuntern muss, scheint Ashitaka mir doch ein sehr nach vorne blickender Charakter zu sein.