Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipps zum Überarbeiten
Hi an alle Schreiberlinge!
Habe jetzt vor kurzer Zeit meinen ersten Fantasyroman in der Rohfassung fertiggestellt*stolzsei*:D Natürlich muss ich ihn nochmal überabeiten,soll ja am Ende alles logisch nachvollziehbar sein und gut klingen.
So,und deswegen wollte ich jetzt mal fragen:wie geht ihr beim Überarbeiten vor?Habt ihr irgendwelche Tipps,Vorschläge,Ideen?Gibt es irgendetwas wichtiges zu beachten?...
Danke schon mal im Vorraus für alle Antworten!*winke*
SargAsmus
09.08.2009, 18:47
klingt vielleicht eigenartig, aber einen trick kenne ich noch von den diktaten zu schulzeiten: zur rechtschreibprüfung hilft es, den text vollständig von hinten nach vorne zu lesen; man wird dann nicht von inhalten / satzkonstruktionen abgelenkt und überliest weniger leicht einen fehler, da man die sätze nicht unbewußt bereits im kopf vervollständigt. logik und nachvollziehbarkeit lassen sich am besten prüfen, wenn den entwurf jemand anderes liest, der ihn nicht kennt.
Die Tipps finden sich eigentlich schon in den Tipps für das Veröffentlichen (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=1165), allen voran der 10-Punkte-TÜV (http://www.andreaseschbach.de/schreiben/page96/page96.html) von Andreas Eschbach. Technikgläubige können es auch mit der Software Papyrus Autor (http://www.papyrus.de/) versuchen, die Andreas Eschbach mitentwickelt hat.
Ich bin mit der Testversion von Papyrus Autor nicht so gut zurecht gekommen und bleibe daher bei meinen klassischen Methoden:
nach dem ersten Überarbeiten das Manuskript erst mal eine Weile, das können Wochen oder Monate sein, bei Seite legen
beim Überarbeiten schon mal das Format wechseln, z.B. von der Normseite zu einer Formatierung, wie sie auch im Druck erscheinen würde oder umgekehrt. Plötzlich sieht man den altbekannten Text mit ganz anderen Augen.
und wenn's wirklich wichtig ist, z.B. für die Teilnahme an einer Ausschreibung: Sich den Text selbst vorlesen, aufnehmen und anhören. Das führt noch zu ganz neuen Erkenntnissen*ja*
Mir fällt oft bei Texten auf, dass ich Ideen innerhalb des Schreibens habe, die dann irgendwie im laufenden Text andeute, aber aus diesen Andeutungen nie mehr wird. Deswegen finde ichs ganz hilfreich, beim ersten groben Korrekturlesen alle solche Andeutungen, wo man sich denkt "ha, da müsste noch ne Erklärung kommen" rauszuschreiben und zu schauen, ob diese Erklärung oder das Ausbauen folgt oder man das ganze besser wieder streicht, weils ins Leere läuft *ja*
Erstmal ein großes Danke an euch!Werde eure Tipps auf jeden Fall ausprobieren!*ja*
von Storm
Mir fällt oft bei Texten auf, dass ich Ideen innerhalb des Schreibens habe, die dann irgendwie im laufenden Text andeute, aber aus diesen Andeutungen nie mehr wird
Das passiert mir tatsächlich auch mehrmals.*mph*Muss unbedingt mal alle meine Ideen auch zu Ende führen.
von Warin
Die Tipps finden sich eigentlich schon in den Tipps für das Veröffentlichen, allen voran der 10-Punkte-TÜV von Andreas Eschbach.
Ja,habe ich gesehen und auch schon ausgedruckt:D.Werde ich zum Überarbeiten vom Sprachlichen her auf jeden Fall verwenden.
Freue mich über alle weiteren Tipps,liebe Grüße Cerylya
(Tut mir leid falls das mit den Zitaten nicht so klappt wie ich das wollte,bin noch beim Probieren und kenne mich noch nicht so gut aus!!:p)
Plusquamperfekt
17.08.2009, 09:35
ok, überarbeiten:
Nachdem ich eine Geschichte (handschriftlich) geschrieben habe gebe ich sie erstmal meiner Mutter (Deutschlehrerin) und sie guckt denn Text auf Rechtschreibung, Kommasetzung, Stil und Logik durch.
Dann mache ich 2-5 Tage Pause und beginne dann mit der 10 Punkte TÜV-Regel, wenn ich damit fertig bin ist mein Text komplett.
Koboldkind
24.08.2009, 17:15
Die TÜV-Regeln hab ich mal durchgelesen, passen aber nicht so zu mir. Leider habe ich auch noch keinen Beta-Leser, obwohl, ich müsste in meinem Freundeskereis mal die Leute anhauen...
Also, leider liegt der fertige Text meist zuuu lange rum. Doch ich druck das mit viel Platz am Seitenrand und 1,5 Zeilenanbstand aus, damit ich schön viel rumschmieren kann. Da verändert sich dann viel, aber nichts grundlegendes, leider kürzt sich bisher auch noch nichts. Rechtschreibung ist nicht mein Problem, eher das die Leute sich zu viele Blicke zuwerfen und Gesten machen... Meine größte Sorge ist dabei immer, dass ich dem Leser auch verständlich gemacht habe, was ich eigentlich erzähle.
Also, ich lese mir das Geschriebene laut vor. Beim Lesen bemerkt man stilistische Fehler, die einem beim Schreiben verborgen bleiben. Außerdem fallen einem Flüchtigkeits- und Kontinuitätsfehler auf. Mit Kontinuitätsfehler meine ich Fehler wie verschiedene Schreibweisen von Namen, etwa wenn eine Roman-Figur einmal Rosana, ein anderes mal aber Roxana heißt oder eine Nebenfigur auf Seite 5 blondes, 10 Seiten später aber braunes Haar hat.
*les* *mal den Dozentinnenhut aufsetzt und einige Stilfehler aufzählt*
1) Häufige Verwendung von Hauptwortsätzen:
- "Zur Herbeischaffung des Ringes sandte Sauron die neun Reiter, welche an Gausamkeit nicht zu überbieten waren, aus."
+ "Um den Ring herbeischaffen sandte Sauron neun Reiter aus, ihre Grausamkeit war nicht zu überbieten."
2) Schachtelsätze- "Amuri, die Magerin, welche ein nivesisches Gewand trug, dass sie von der nivesischen Gattin eines rivaner Händlers, erhalten hatte, trat auf Dela, ein Bauernmädchen aus der Gegend um Gareth, dass ein einfaches aus groben Leinen gesponnenes graues Kleid trug mit einem beruhigenden Lächeln zu."
+"Amuri, trat mit einem beruhigenden Lächeln auf Dela zu. Die Magierin trug ein perlenbesticktes Ledergewand, dass sie einst von einer Nivesin erhalten hatte, die Gattin eines Händlers aus Riva war. Das graue Kleid des Bauernmädchens aus der Gegend von Gareth hingegen war aus groben Leinen gesponnen "
3) Sogenannte Tautologien
z. B. "Der kleinwüchsige Zwerg lenkte ein Fuhrwerk, dass von einem weißen Schimmel gezogen wurde." oder "Der stolze Krieger Rondrian ritt auf seinem schwarzen Rappen in die Stadt"
4) blasse Ausdruckweise
- "Die Elfe hatte braunes Haar und trug ein grünes Kleid."
+ "Das braune Haar der Elfe glänzte wie eine Kastanie, auf die das Licht der Herbstsonne fällt. Sie trug ein enges Kleid, dass zwei Handbreit über den Knien endete. Seine grüne Farbe erinnerte an Moos, dass im Schatten wächst."
Ups. sollte einen eigenen Thread für das Thema eröffnen.:)
*Diesen Post abschick, nachdem ich mich an meine Vorgaben gehalten, den Text laut durchgelesen und Fehler verbessert habe *
Ein gewisser zeitlicher Abstand ist manchmal auch sehr nützlich.
Mir geht es oft so: Ich habe einen Text/ein Kapitel fertig gestellt, und bin mir sicher, dass jeder Satz, ja jedes einzelne Wort absolut unentbehrlich ist.
Wenn ich den Text nach einigen Wochen wieder zur Hand nehme, entdecke ich doch so einiges an "Füllwörtern", die einfach weg können.
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