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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Richard Laymon, Die Insel


Hathor
11.08.2009, 10:52
Dann kann ich dir von "Die Insel" auch nur abraten, die Inhaltsangabe liest sich genauso. Mir wurde das Buch als guter Horror empfohlen, hat mich dann aber doch ein bisschen irritiert, was dabei raus kam.


Da das Buch als Mängelexemplar sooo billig war und ich gerne Urlaubslektüre kaufe, die ich nach dem Lesen im Hotel "vergesse", habe ich trotz deiner Warnung zugegriffen. :D

Nach der Explosion ihrer Jacht finden sich acht junge Urlauber auf einer einsamen Südseeinsel wieder, weitab von jeder Zivilisation. Was als Abenteuer beginnt - früher oder später wird sie ja bestimmt jemand retten, denken sie -, entwickelt sich jedoch zu einem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint: als nämlich einer von ihnen auf bestialische Art und Weise ermordet wird und sich herausstellt, dass die Explosion der Jacht kein Unfall war ...

Nach der Lektüre des "Kellers" war ich auf einiges gefasst. Und nach den enthusiastischen Kommentaren auf dem Buchrücken, die unter anderem von Jack Ketchum und Dean Koontz stammen, ebenso. Und noch dazu wird das Werk als "Heyne-Hardcore" bezeichnet. Wenn das alles zusammen nicht neugierig mach, weiß ich auch nicht, was da noch kommen muss ;)

Nun meine Meinung dazu:
Das Positive: die Geschichte ist eigentlich interessant, sie hat einen Spannungsbogen und einen guten, weil bösen Schluss. Laymons Schreibstil ist leicht und locker, so richtig was zum Abschalten und für den Urlaub.

Das Negative: Versprochenes wird nicht eingehalten. Einerseits nervt mit der Zeit die pubertäre Fixiertheit des Protagonisten und Ich-Erzählers auf Brüste. Selbst in höchster Lebensgefahr ist es für ihn das Höchste, wenn ein Bikinioberteil verrutscht und eine halbe Brustwarze zu sehen ist. Andererseits: Hardcore ist das keineswegs. Wessen Interesse vorhin geweckt wurde, den/die muss ich bitter enttäuschen. Alles nur halbgare Jüngelchen-Phantasien.
Dazu kommen klischeehafte Charaktere, die sowas von austauschbar sind. Für den Leser ist es allerdings von Anfang an sehr leicht, die Guten von den Bösen zu trennen: die Guten sind wunderschön und haben perfekte Körper. Die Bösen sind fett und hässlich.

Fazit: Schade, dass eine an sich gute Idee zu einem Produkt verkümmert, das weder Fisch noch Fleisch ist.

ExLibris
12.08.2009, 08:52
... die ich nach dem Lesen im Hotel "vergesse"
Und? Hast du? :D

Die ganze pubertäre Phantasiewelt gipfelt zum Schluss in der perfekten Vorstellung.
Die Frauen eingesperrt und zufrieden damit. Und ihr einziges Problem, eine bequeme Stellung zu finden. Na wenn sie sonst keine Sorgen haben.
Sollen wir jetzt Angst vor Rupert haben, weil er ein kleiner Psychopath geworden ist. Oder sollen wir ihn um diese Situation beneiden?

Insgesamt kommt mir das lächerlich vor und ich hätte mir von einem Horror-Roman etwas anderes erwartet, auch wenn er zwischendurch spannend zu lesen war.

Hathor
12.08.2009, 10:15
Und? Hast du? :D


Nein :D
Ich will das Buch jemandem schenken *lol*

Der von dir angesprochene Schluss ist echt nur zum Kopfschütteln. Sollte wohl andeuten, dass ohne Recht und Gesetz sehr rasch die Zivilisationsschicht von Menschen abfällt. Aber das Ganze ist derart unglaubhaft, lediglich eine pubertäre Phantasie :D
Oder gar der Traum vieler Männer? :eek:

ExLibris
12.08.2009, 13:23
Da bin ich überfragt. :p Ich hab von Laymon nur das eine gelesen, aber wenn "sex sells" für alle seine Bücher gilt, kann ich mir vorstellen wie seine Strategie läuft. Spannende Nackenbeißer. :rolleyes: Vielleicht geb ich ihm noch mal eine Chance, ich glaubs aber nicht.

Caphalor
27.08.2009, 12:48
ich hab viele Bücher von Richard Laymon gelesen und "die Insel" ist eigentlich das einzigste Buch, in welchem so oft von Sex die Rede ist, irgendwann stört es einfach....

wie oben schon erwähnt, die Hauptperson hatte echt nur eins im Kopf, egal, wer schon abgeschlachtet wurde oder was grade passiert, der hat immer nur die Brüste von Kimberly betrachtet. er fand sie ja eigentlich alle geil, seine Freundin, die Cousine, die Mutter bla bla bla. Die Mutter scheint ja auch bissle pädophil gewesen zu sein, war mein erster Gedanke, als sies am Schluss im Käfig getan haben.

crazy otaku
02.01.2010, 16:34
Vor ein paar Monaten hab ich das Buch gelesen gehabt und war danach erst mal eine Weile nicht mehr dazu in der Lage einen weiteren Laymon zu lesen.

Erst mal ist das wieder ein ziemlich typischer Laymon für mich das bedeutet,
es ist brutal, schockierend, ziemlich sexistisch und ohne Gnade.

Das Buch ist sehr spannend und packend und man will einfach so schnell
wie möglich wissen wie es ausgeht. Das ist auch der Grund das ich gestern bis mitten in die Nacht hinein gelesen habe.

Nur muss ich auch ganz klar sagen das für mich "Die Insel" der bislang schlechteste von allen Laymons ist die ich bislang gelesen habe.
Es ist nicht zu brutal oder der gleichen nein es ist einfach total nervig wie

der gute Rupert von Anfang bis zum Ende bis ins letzte Detail seine perversen Gedanken beschreibt und diese auch noch zig mal wiederholt Augen rollen Ich denke so ging ungefähr 1/4 des ganzen Buches für seine sexuellen Fantasien drauf


Desweiteren habe ich noch nie einen so unsympatischen Hauptcharakter gesehen. Bislang fand ich alle "Helden" von Laymon mehr oder weniger sympatisch und interessant doch Rupert war keins von beiden.

Das Ende hat mir auch nicht sonderlich gefallen.
Na klar doch die ganzen Frauen sind in Käfige gesperrt und scheinen auch noch glücklich darüber zu sein und der gute Rupert hat endlich "seine" Frauen für sich allein.
Ende gut alles gut oder was?*vogel*

Naja trotzdem war es ein sehr spannendes Buch und ich habe es dennoch ganz gern gelesen. Außerdem war mir Kimberly ziemlich sympatisch Grinsen

Von mir gibt es gute 6 von 10 Punkten dafür.