Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neil Gaiman - Niemalsland
Unter den Straßen Londons gibt es in verlassenen U-Bahnhöfen und Geisterzügen, Katakomben und Kanälen eine bizarre Welt zwischen Wirklichkeit und Traum - bevölkert von Ungeheuern und Heiligen, Mördern und Engeln, Rittern in eiserner Rüstung und leichenblassen Schönheiten in schwarzem Samt. Im Niemalsland erlebt der junge Londoner Geschäftsmann Richard Mayhew, was jemandem passiert, der einem fremden, verletzten Mädchen auf der Straße zu Hilfe eilt ...
Niemalsland war meine erste Begegnung mit Neil Gaimans Romanen. Eigentlich hatte ich mir nicht allzuviel versprochen, die Kurzbeschreibung schien auch nicht gerade auf revolutionär Neues hinzuweisen.
Ja, Gaiman greift schon Vorhandenes, Elemente aus anderern Romanen auf. Aber seine Kunst besteht darin, wie er das macht: perfekt. Faszinierend finde ich dieses Nebeneinander von leichter Unterhaltung, Humor und brutalen Wendungen, sogar Schockelementen. Für mich ist Neil Gaiman einer der ganz großen der Fantasy-Literatur.
Das ist jenes Buch, aus dem Christoph Marzi verdammt viel entnahm, als er Lycidas schrieb. Der Roman war fast ein Remake.
Das ist jenes Buch, aus dem Christoph Marzi verdammt viel entnahm, als er Lycidas schrieb. Der Roman war fast ein Remake.
Wirklich? Geht das heutzutage noch so einfach? Normalerweise hagelt es dann ja Klagen!
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl ich gestehen muss, dass ich gerne mehr über das Niemalsland erfahren hätte bzw. auch mehr über den einen oder anderen Charakter.
Gibt es den Bücher von ihm die mit dem "Niemalsland" zusammen hänge? Ich hab zwar "American Gods" angefangen, aber es nach der Hälfte wieder zur Seite gelegt. Damals hat es einfach nicht in meine Lesestimmung geschafft. Vielleicht sollte ich dem Buch heute noch einmal eine Chance geben?
Liathano
19.06.2008, 00:41
Da ich kürzlich mal wieder in "Neverwhere" reingelesen hab, ein paar Worte dazu.
Neverwhere ist wohl eines meiner Lieblingsbücher von Gaiman, zum einen, wegen meinem Londonfaible, zum anderen, weil das Buch ein Glanzstück des magischen Realismus ist. Sympathische Protagonisten, der typisch gaimansche Humor (nicht zu dick aufgetragen, nicht zu platt, recht britisch), sehr spannend (vor allem durch die zwei makabren Antagonisten) und herrlich atmosphärisch. Das war eines der wunderbar kurzweiligen Bücher, die man zugeklappt und die trotzdem ein ..wie soll ich sagen.. ein bleibendes Gefühl hinterlassen.
American Gods und auch Anansi Boys haben definitiv mehr Längen und sind eine Nuance "düsterer" in ihrem Grundtenor, mMn.
Gibt es den Bücher von ihm die mit dem "Niemalsland" zusammen hänge?
Nun, es gibt zumindest eine Graphic Novel/Comicversion zu "Niemalsland" und ich meine mich zu erinnern, dass Gaiman noch ein Sequel ("The Seven Sisters") oder eine Kurzgeschichte in der Welt ansiedeln wollte. Aber leider ist der Gute ja ziemlich ausgelastet. ;)
Versuch doch mal den "Sternwanderer" oder seine Kurzgeschichtensammlung "Die Messerkönigin".
Das ist jenes Buch, aus dem Christoph Marzi verdammt viel entnahm, als er Lycidas schrieb. Der Roman war fast ein Remake.
Japp. Das war schon seeehr grenzwertig und eine Hommage an einen Autor entschuldigt mMn nicht unbedingt solchen Ideenklau. Zumal sich Marzi nicht nur an Gaimans London orientiert, sondern auch an den Figuren und hier und da auch bei "American Gods" abgekupfert. Aber Gaiman war ja nicht die einzige "Inspirationsquelle" für Lycidas ...
Unter den Straßen Londons gibt es in verlassenen U-Bahnhöfen und Geisterzügen, Katakomben und Kanälen eine bizarre Welt zwischen Wirklichkeit und Traum - bevölkert von Ungeheuern und Heiligen, Mördern und Engeln, Rittern in eiserner Rüstung und leichenblassen Schönheiten in schwarzem Samt. Im Niemalsland erlebt der junge Londoner Geschäftsmann Richard Mayhew, was jemandem passiert, der einem fremden, verletzten Mädchen auf der Straße zu Hilfe eilt ...
Niemalsland war meine erste Begegnung mit Neil Gaimans Romanen. Eigentlich hatte ich mir nicht allzuviel versprochen, die Kurzbeschreibung schien auch nicht gerade auf revolutionär Neues hinzuweisen.
Ja, Gaiman greift schon Vorhandenes, Elemente aus anderern Romanen auf. Aber seine Kunst besteht darin, wie er das macht: perfekt. Faszinierend finde ich dieses Nebeneinander von leichter Unterhaltung, Humor und brutalen Wendungen, sogar Schockelementen. Für mich ist Neil Gaiman einer der ganz großen der Fantasy-Literatur.
Da kann ich nur voll und ganz zustimmen. Und zwar wirklich voll und ganz, das Buch war sogar auch meine erste Begegnung mit Gaiman. :) Niemalsland ist auch immer noch mein Lieblingsbuch des Autors.
*sich die Finger leckt und den Schweiß von der Stirn wischt*
Mein, Gott, IST DAS EIN BUCH!
Ich bin sowas von begeistert, Neil Gaiman ist ein Held für mich.
Es ist wie so oft, die Bücher, die man eigentlich gar nicht will, sind oft die besten. Neverwhere hat es nur zu mir geschafft, weil ich für die Amazon Rabattaktion auf englische Titel im Wert von 30,-- € kommen musste - und der Preis von Neverwhere füllte gerade optimal die Lücke.
Doch was für ein Meisterwerk habe ich mir da an Land gezogen? Zunächst einmal ist Gaiman ein hervorragender Beobachter der Merkwürdigkeiten des Alltages, die er mit geradezu kindlicher Phantasie füllt. Beispiele: "Mind the gap": Warum muss man so auf die Ritze zwischen Bahnsteig und Bahn achten? Natürlich weil schreckliche Monster darin wohnen, die mit Schattenarmen nach einem greifen.Und warum fahren in U-Bahnen abgeschlossene, dunkle Wagen mit? Natürlich, weil ein Earl darin Hof hält.Seine Charaktere sind so wundervoll gegen den Strich besetzt: Ein böser Engel, ein äußerst treuer und hilfreicher Taugenichts, eine Heldin, die zur Verräterin wird, ein Antiheld, der sich nicht in das Mädchen verliebt und Halsabschneider, die grausam und gleichzeitig fast so lustig wie die Blues Brothers sind.Genial, ich finde einfach kein anderes Wort dafür. Dazu das faszinierende Setting von London below mit dem "floating market", modrigen Kanälen und albtraumhaften Brücken. Als ob das nicht schon genug wäre, gelingt es Gaiman auch noch, einen spannenden Handlungsfaden zu weben, der trotz aller Skurrilitäten nie die Logik verliert. Seit dem Lesen von Neverwhere sehe ich Türen in einem ganz anderen Licht. *hide*
Gaimans Wortwitz reicht an Pratchett heran, allerdings verliert er sich nicht darin. So bleibt Neverwhere auch für nicht Muttersprachler auf englisch gut zu lesen. Mir persönlich liegt Gaiman daher näher als Pratchett, auch wenn sie einiges verbindet. Für mich absolut empfehlenswert. Fünf Sterne.
RickyLee
12.10.2008, 12:47
Du hast mir ja schon so viel von dem Buch vorgeschwärmt und mich eh schon überzeugt... Wenn ich den Titel irgendwo sehe, werd ich ihn mir definitiv zulegen!
...auch wenn ich net glaube, dass er besser als Pratchett ist :p
Du kannst auch beides haben: Hat jemand von Euch schon "Ein gutes Omen" gelesen. Dies ist ein Roman von Terry Pratchett und Neil Gaiman.
EinfachSo
16.12.2008, 11:07
Niemalsland hab ich nun auch gelesen - war so beeindruckt von euren Lobeshymen - und ja - zurecht!
Buch hat mich sehr gefesselt - facettenreich und immer auf einem sehr guten Niveau. Sehr gut verpackt, tolle Ideen, Witz und doch auch sehr düster und teilweise erschreckend - Hut ab Herr Gaiman!
"Ein gutes Omen" hab ich mir nun auch zugelegt - leider kommt es in meiner Leseliste aber erst an 4ter Stelle - also gebt mir noch ca 2 Monate - dann kommt mein Senf zu diesem Buch :D
Ich weiß nicht, ob ich es schon mal im alten Forum erwähnt hatte, aber das Buch niemandsland wurde ursprünglich als Drehbuch für einen Pilotfilm einer Fernsehserie geschrieben. Dazu kam es dann leider nicht und Gaiman hat das ganze als Roman heraus gebracht.
Nightfarer
21.07.2009, 10:26
Der Roman ist schon was sehr eigens. Er ist nicht typisch Phantasie, was mir schon mal gefällt und ab und zu kommt eine Preise Humor in die Geschichte.
Zur Story selbst: Die gefällt mir gut, vor allem das Ende finde ich lustig.
Die Charktere: Richard kann ja einen irgendwie Leid tun, versteht am wenigsten und wird mitgeschleppt. Allgemein die Charaktere fand ich sehr intressant, vor allem die Gabe von Door.
Alles im Allem ein schönes Buch, welches, für alle die Englisch nicht so toll drauf haben, auch auf Englisch lesen können und verstehen.
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.