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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fortsetzungsgeschichte Der Turm der Seele


Der Seelenvampir
13.09.2009, 21:41
Rückmeldungen bitte HIER (http://fantasy-forum.net/showthread.php?p=53714#post53714) hinein.

Guten Abend, wertes Forum, ich stelle hier nun meine Geschichte in Versform hinein. Sollte die Geschichte - vor allem die Form^^ - hier ebenfalls gut aufgenommen werden, werden nach und nach die restlichen Bücher meines Lebens folgen, sobald ich die Zeit finde, das Konzept weiter zu überarbeiten.

Alurl daewle et nox vobiscum

1. Buch

Prolog - Vorwort

Willkommen in meinem Leben
Willkommen in meinen Träumen
In meiner Existenz

Ich möchte mit Euch meine Geschichte teilen
Die Erinnerungen meiner Opfer
Ihre Sicht auf diese Ereignisse

Ich betone: es sind ihre Sichtweisen
Auf die Geschehnisse unter meinem Einfluss
Und nur sehr selten die meinigen

Nach dem Lesen der folgenden Verse-
Denn so erscheinen Gedanken für mich-
Mögen mich einige als grausam bezeichnen

Doch wie definiert man Grausamkeit?
Ich muss mich doch ernähren
Mein Wesen lässt mir keine andere Wahl

Ist denn dann nicht eher
Mein Schöpfer zu verurteilen
Der mich zu diesem Wesen machte?

Lest nun meine Geschichte
Macht Euch ein eig'nes Bild
Über den Grad meiner "Schuld"

Willkommen in meinen Träumen
Willkommen in meinem Leben
Willkommen in meiner Welt


Prolog - In meiner Seele

In meiner Seele, in einem Kerker
Vermeintlich sicher weggesperrt
Lebt eine Kreatur, die wieder frei sein will

Sie lauert ewig schon
Auf eine Sekunde der Unachtsamkeit
Auf einen Moment des Glücks
Ein Augenblick, in dem ich wieder ich sein will

Sehnsucht heißt es, dieses Wesen
Es nagt an mir seit Jahr und Tag
An meinem Schutzschild

Es ist die Sehnsucht nach Freiheit
Nach Frohsinn, nach Rache
Nach Anerkennung, nach Akzeptanz
Teil eines Ganzen zu sein

Ich sperr es weg, fast überwältigt
Gerade noch zurückgedrängt
Doch es hat Spuren hinterlassen
Kratzer auf der Fassade
Des Selbstbetrugs


Prolog - Seenot

Treibe dahin auf dem Ozean
Lange schon, orientierungslos
Das Ruder brach längst
Die Strömung allein steuert mich
Weiß nicht wohin

Da! Land in Sicht!
Karges Eiland zwar
Sturm peitscht darüber hinweg
Und doch ein Hoffnungsschimmer
Der ewigen See zu entkommen

In seiner Mitte erhebt sich
Nur schwer zu erkennen
Ein Gebäude
Das letzte, was ich sehe
Bevor das Boot am Ufer zerschellt


1. Buch - Gestrandet

Gestrandet auf einer Insel
Umgeben von tosendem Wasser
Weit und breit kein Land in Sicht
Stehe auf, schwankend
Schleppe mich vorwärts
Mühsam erklimme ich den Hügel
Zu dem düsteren Gebäude hinauf
Einem Turm nicht unähnlich
Und doch wieder anders
Es wirkt fast organisch
Einem Lebewesen gleich
Umgeben von einer Aura...
Tückischer Intelligenz
Ich spüre, dass mich etwas mustert
Langsam nähere ich mich
Dem offen stehenden Portal
Und betrete den Turm


1. Buch - Im Turm

Muffige Luft weht mir entgegen
Meine Schritte hallen vom nackten Felsgestein wider
Wirbeln Staub auf, jahrzehntelang unberührt
Der Turm scheint verlassen, und doch...
Es erklingt ein Wispern aus den Gängen
Wie aus tausend Kehlen
Ziehen mich förmlich weiter hinein
Schaudernd setze ich die Erkundung fort

"Willkommen im Seelenturm."
Ertönt es plötzlich hinter mir
Zucke zusammen, wirble herum -
Doch da ist niemand
Mein Herz rast, zerspringt fast vor Angst
Langsam drehe ich mich wieder um
Und stehe einem alten Mann gegenüber
Alt? Uralt!
Er mustert mich mit klaren, aufmerksamen Augen

"Lange schon niemand hier gewesen...
Nur noch ich... und er..."
"Wer seid Ihr?"
"Der Wärter des Turms."
Verwirrt, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen nehme ich alles hin
Zu erschöpft, um meinem Verstand Befriedigung zu verschaffen
Um all das zu verstehen.
"Mein Schiff ist an der Küste zerschellt-"
"Ich weiß. Ich weiß alles, über alles Bescheid."
"Wie heißt Ihr?"
"Einfach Der Wärter.
Manchmal auch der Wächter.
Je nach Aufgabe."
"Und wer ist er?"
"Wen meint Ihr?"
"Ihr erwähntet vorhin jemanden..."
"Habe ich das? Vergesst es. Soll ich Euch durch den Turm führen?"
"Gerne. Wo bin ich hier eigentlich?"
"Auf der Insel des Vergessens."
"Seltsamer Name."
"Mag sein, aber Ihr werdet merken
Dass Namen hier irrelevant sind."

Mit diesen Worten beginnt er unseren Rundgang
Die ganze Zeit über scheint er auf etwas zu warten
Lauernd, berechnend, und doch wieder besorgt
Schnell werde ich müde, kann mich kaum noch vorwärts schleppen
Endlich erreichen wir die Schlafgemächer
"Hier ist nun Euer Zimmer.
Ich muss Euch darauf hinweisen
Dass Ihr auf keinen Fall alleine das Zimmer verlassen solltet
Wenn Ihr etwas braucht könnt Ihr klingeln
Ich werde mich dann sofort um Euch kümmern.
Solltet Ihr, aus welchen Gründen auch immer
Gezwungen sein, alleine hinauszugehen
Dann nur mit genügender Beleuchtung.
Wenn Ihr Euch verlauft kann ich nicht garantieren
Dass ich Euch rechtzeitig finden kann.
Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht."
Damit lässt der Alte mich stehen
Ohne Gelegenheit, meine Fragen zu äußern lege ich mich hin
Verwirrt, unsicher, aber vor allem
Nicht im Geringsten darauf vorbereitet
Was diese Nacht noch für mich bereithalten mag.


1. Buch - Albtraum, Teil 1 (Der Vampir)

Anm.: Ich werde des öfteren gefragt, warum ich auf Reime verzichte. Reime sind für mich ein Stilmittel, die sozusagen
zwischen den Zeilen durch ihr Vorhandensein bestimmte Dinge verdeutlichen. Anmerkung für später: achtet darauf, wer
wann Reime verwendet, vielleicht wird es dann deutlicher.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Müde falle ich ins Bett
Erschöpft, und doch glücklich
Eine Zuflucht gefunden zu haben
Schlafe ich endlich ein

Stunden mögen vergangen sein
Als ich aus dem Schlaf aufschrecke
Das Knarren - was war das?
Die Tür! Sie ist offen!
Panik befällt mich
Zünde zitternd eine Kerze an

Natürlich ist da nichts
War wohl nur der Wind
Der die Tür aufgedrückt hat
Und doch... etwas stimmt nicht
Überlege, grüble, komme nicht
Auf des Rätsels Lösung

Da sind wieder diese Stimmen
Der alte meinte doch
Hier wäre sonst niemand
Seine Sinne scheinen nicht sehr...
Zuverlässig zu sein
Wie kann er das Getöse nicht bemerken?
Hat er vielleicht am Ende
Mich angeschwindelt?
Um mir Angst einzujagen?

Die Neugier siegt
Ich nehme mehrere Fackeln mit
Und trete durch die Tür
Gehe den Stimmen nach
Müssen doch irgendwo
Ihren Ursprung haben!

Mit einem Mal fällt es mir
Wie Schuppen von den Augen!
Nicht mal eine laue Brise weht
Was hat dann die Tür geöffnet?
Mit einem Mal befällt mich ein...
Ungutes Gefühl, eine Ahnung
Mein Magen verkrampft sich
Ein Schauer jagt mir den Rücken hinunter
Haste weiter, zielstrebig
Wieso scheine ich zu wissen, wo ich bin?
Wie kann ich mich hier so gut auskennen?
Wieder Fragen, die auf eine Antwort warten
Und vielleicht nie eine bekommen

Schließlich gelange ich in einen großen Saal
Den mir der Wärter vorhin gezeigt hat
Wie hatte er ihn genannt?
Spiegel der Seele... sehe aber noch immer
Nichts, das diesen Namen erklärt
Nur eine längliche Tafel steht da

Am oberen Ende sitzt jemand...
Ein hagerer, bleicher Mann.
Er erhebt sich majestätisch
In seinem alterlosen Gesicht
Zeigt sich ein belustigter Ausdruck
Leise lacht er, als er mich
Mit seinen roten Augen mustert

"Komm, trete näher."
Schaudernd folge ich seiner Aufforderung
"Lange schon warte ich auf dich
Schon befielen Zweifel mich
Ob du jemals bis hierher gelangst."
Wieder lacht er, eiskalt, wie seine Stimme
Sein ganzes Verhalten, seine Aura.
"Wer zur Hölle bist du?
Woher willst du mich kennen?
Jeder scheint mich hier zu kennen
Nur ist das eher einseitig."
"Was mich wenig wundert
Ich hoffe doch, dass sich das bald ändert
Dass du endlich weißt wo du bist."
"Wenn mir das jemand sagen würde
Wäre vieles einfacher."
Wieder dieses Lachen
Ihn scheint das ganze sehr zu amüsieren
"Das musst du schon alleine machen
Und glaube mir:
Das wirst du schnell genug schaffen."
"Anfangs habe ich mich gefreut
Jemanden hier zu treffen
Aber langsam finde ich das alles
Nicht mehr komisch!"
"Wie schade."
Seine Stimme wird immer schneidender
"Wir beide werden noch...
Sehr viel Spaß haben.
Nun gut, ich erkläre es dir.
Dieser Turm, er ist deine Seele.
So etwas wie dein Refugium."
"Wie meint Ihr das?"
Ohne meine Frage zu beachten
Fährt er fort.
"Nun, ich muss mich korrigieren
Unsere Seele... unser Refugium."
Als er mich ansieht bricht er in
Tosendes Gelächter aus.
Ich drehe mich um und renne weg
Höre noch seinen letzten Satz:
"Wo willst du denn hin,
Ich finde dich doch überall!"

Langsam beruhige ich mich wieder
Höre seine Schritte in weiter Ferne
Halte inne, atme tief durch
Und muss erkennen:
Ich habe mich verlaufen.


1. Buch - Albtraum, Teil 2 (Irrwege)

Gehe durch die dunklen Gemäuer
Gang um Gang kämpf ich mich weiter
Ein ungutes Gefühl beschleicht mich
Etwas verfolgt mich, ist hinter mir her
Angst kriecht den Rücken hinauf
Furcht verkrampft meine Eingeweide
Will schreien, kann es nicht

Weg, blos weg von
Hier
Herrscht der Frost, so kalt, immer
Kälter
Wird mein Herz
Oh kalter Schmerz
Es ist hinter
Mir
Wird schwindlig, renn schon so
Lange
Halt ichs nicht mehr
Durch
Den Spiegelsaal der
Seelen
-schmerz durchfährt
Mich
Verfolgt er unerbittlich

Erreiche eine Weggabelung
Höre seine Schritte nicht mehr
Beruhige mich langsam wieder
Ich wende mich nach links
Durchquere leere Gänge, es wird immer
Kälter
Ertrag ich's nicht
Mehr
Angst wird in mich gepumpt, so
Grausam
Laut kracht es rechts von
Mir
Geht die Luft aus, stolpere, falle hin, stehe wieder
Auf
Den Obsidianplatten sehe ich ihn, er ist schon so
Nah
Bei mir entdecke ich Türen öffne
Eine
Unbeschreibliche Angst ergreift
Mich
Springt etwas an, ist nur ein Lichtstrahl
Schlag die Türe zu
Bin in Sicherheit
Vorerst zumindest


1. Buch - Albtraum, Teil 3 (Gefangen)

"Langsam bin ich dieses Spiel leid
Du kannst rennen, ein Leben lang
Finde dich doch, mit Leichtigkeit."
Erschrocken fahre ich herum
Gehetzt wandert mein Blick
Hier war doch eben noch
Eine Tür, wo ist sie jetzt?
"Brauchst dich nicht
Nach einem Fluchtweg umzuschauen
Wirst keinen finden, und wenn doch
Werde ich auch diesen verbauen."
Er legt mir seine Hand auf meine Schulter
Schmerz durchzieht mich
Ich sinke nieder, der Ohnmacht nahe
"Warum? Was willst du?"
"Was ich will?
Ich habe dich klüger eingeschätzt
Und nun muss ich erkennen:
Ich habe mich wohl verschätzt.
Manche würden mich einen...
Parasiten nennen-
Diejenigen, die mich nicht zu mögen scheinen-
Andere nennen mich -ganz simpel-
Den Seelenvampir."
"Also, um es kurz zu machen
Du hast dich in meiner Seele...
Eingenistet?"
Ekel überfällt mich bei dem Gedanken
Meine Seele mit dieser Kreatur zu teilen
"Eingenistet ist das falsche Wort.
Ich mache es für dich ganz einfach.
Ich habe die Kontrolle über dich
Wann immer ich es will
Was auch immer ich will
Kann ich es durch dich machen.
Bis jetzt habe ich dich
Noch nie richtig gesteuert.
Bis jetzt.
Doch nun ist meine Zeit gekommen.
Nun gehörst du mir!"
Das Zimmer versinkt in Schwärze
Schlafe ein
Höre sein Wispern
Direkt neben meinem Ohr
Seine letzten Worte
"Ruhe dich aus
Werde dich gut... vertreten
Dort draußen."


1. Buch - Flucht aus dem Turm (Ende des 1. Buchs)

Schlage die Augen auf in einem Raum
Scheinbar entsprungen einem grausigen Albtraum
Noch ist es um mich schwarz, fliehenden Lichts
Meine Augen, schmerzend, erkennen fast nichts

Diese Zeilen schießen mir
Unwillkürlich durch den Kopf-
Irgendwann einmal vernommen
Verdrängt, fast gelöscht-


Als ich aufwache in einem Zimmer
Welches dieser Beschreibung erschreckend ähnelt
Ich stehe auf-

Langsam schälen sich Umrisse heraus
Ich schrecke zusammen, es ist ein Graus:
Blut überall, Leichen an den Wänden

Blut klebt hier auch an meinen Händen
Mir wird speiübel, übergebe mich fast
Da ist eine Tür!
Nur raus hier!

Stolpere auf einen Gang
Der wohl selbigen Wahn entsprang

Ich betrachte meine nun sauberen Hände
Kann keine Erklärung finden
Gedanken wirbeln umher
Verwirrt renne ich weiter
Den Gang hinab
Die Panik nimmt mir fast
Den letzten Rest an Verstand

Die Zeit verrinnt wie Sand
Der eine Sanduhr herabfließt
Das Leben vergeht
Noch bevor du es verstehst
Und du das letzte Kapitel liest

Erreiche den Ausgang
Zitternd vom Nachhall dieser Zeilen
Der Ohnmacht nahe
Kämpfe ich mich vorwärts
Die Eiseskälte des Winters erwartend
Der bei meiner Ankunft herrschte
Umso überraschter bin ich
Als ich den Turm verlasse
Viel Zeit ist vergangen
Draußen hat der Frühling begonnen
Ein Lachen verlässt meine Lippen
Als ich den Aufschrei der Kreatur
Aus dem Turm vernehme
Schon zieht es meinen Geist weg
Weg von hier, in die Realität zurück
Ich habe es geschafft

Der Seelenvampir
25.09.2009, 23:23
Ich wollte den Beitrag eigentlich dafür ändern, aber das geht irgendwie nicht mehr:

Das hier ist noch eine rohe Manuskriptfassung. Von daher bitte nicht als schon fertiges Werk betrachten!