Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : J.R.R. Tolkien - Das Silmarillion
„Das Silmarillion“ erzählt von den Ereignissen des Ersten Zeitalters – jener fernen Epoche von Mittelerde, auf welche die Helden des „Herrn der Ringe“ immer wieder in Ehrfurcht zurückblicken.
Um den Inhalt mal richtig kurz in einen Satz wiederzugeben. Wobei meine Meinung zum Werk die ist: Tolkien hat in einem Buch soviele Infos gepackt, dass wahrscheinlich ein Absatz aus dem Buch die komplette Herr der Ringe reine darstellt.
Im Grunde genommen ist es gigantisch. Eine eigene Elbensprache und eine riesige Geschichte. Wobei die tausend Namen mehr als verwirrend sind.
Was ist eure Meinung dazu?
mfg hinka
Seraphina
30.09.2009, 19:30
Verwirrend trifft es gut. ;)
Liest sich echt wie eine Bibel von Mittelerde.
Ich habe allerdings nur ein paar Geschichten davon gelesen. Ist schon ein paar Jährchen her.
"Das Silmarillion" erzählt von den Ereignissen des Ersten Zeitalters - jener fernen Epoche von Mittelerde, auf welche die Helden des "Herrn der Ringe" immer wieder in Ehrfurcht zurückblicken.
Ich bin da ein bisschen zwiegespalten. Das Silmarillion hat mir einerseits gut gefallen, genauer gesagt, waren es die Geschichten an sich. Sie sind recht spannend erzählt, und Tolkien hat wieder seine geniale Phantasie gezeigt und mit diesem Werk das Gesamtkunstwerk seines Schaffens abgerundet.
Was mir nicht gefallen hat, ist die viel zu deutliche Anlehnung an den Stil der Bibel und an die nordischen Heldensagen. Wenn Tolkien von der Erschaffung der Welt erzählt, glaubt man die Genesis zu lesen. sowas empfinde ich als nicht sehr originell. Tolkien hätte es wohl nicht nötig gehabt, Schreibstile zu kopieren.
Hab ihr das Silmarillion in Deutsch oder Englisch gelesen? Soweit ich das verstanden habe, geht es um die Vorgeschichte(?) zur Zeit, in der Herr der Ringe spielt. Muss man da den HdR zuerst gelesen haben oder nicht? Was sind eure Tipps diesbezüglich?
Das Silmarillion ist nicht nur die Vorgeschichte zum Herrn der Ringe, es ist sozusagen die ganze Geschichte von Mittelerde bzw. der kompletten Schöpfung. Die letzten ca. 15 Seiten erzählen auch noch mal in Kurzfassung die Handlung vom HdR. Viele Geschichten aus dem Silmarillion tauchen auch im Herrn der Ringe auf, wie die Storys von Luthien, Gil-Galad und Earendil, die hier alle erzählt werden.
Insgesamt ist das Buch viel mehr "Epos" , also mehr erzählend als mit direkter Handlung und Dialogen, und umfasst einen riesigen Zeitraum. Es erinnert in der Erzählweise an alte Sagen, das war wohl auch die Absicht.
Koboldkind
02.10.2009, 21:00
Das Buch dient bei mir als Langeweile-Füller, denn am Stück ist mir das zu anstrengend. Okay, nach einer Weile liest man sich rein, aber wie schon gesaft wurde ist es in einer Geschichte eigentlich zu viel Input mit zuvielen Personen, die noch nicht mal eine Sprechrolle haben und daher schon mal schwieriger zu merken sind. Mein Eindruck.
Also irgendwie graut es mir schon vor dem HeRing, aber wenn der wenigstens nur halb so Episch ist, dann wird es gehen.
Hab ihr das Silmarillion in Deutsch oder Englisch gelesen? Soweit ich das verstanden habe, geht es um die Vorgeschichte(?) zur Zeit, in der Herr der Ringe spielt. Muss man da den HdR zuerst gelesen haben oder nicht? Was sind eure Tipps diesbezüglich?
Ich habs auf Englisch gelesen, was ich durchaus weiterempfehle, da sich Tolkien in epischen Beschreibungen austoben darf, was er mit am besten beherrscht.
Ich würde das Sil allerdings erst nach dem HdR lesen. Es erzählt zwar die "Vorgeschichte", ist aber recht schwere Kost, wenn man es das erste Mal liest. Es handelt sich NICHT um einen Roman, sondern eine chronologisch sortierte Sammlung von Sagen aus dem ersten Zeitalter.
Demzufolge treten ständig neue Figuren auf und ab, Handlungsstränge wechseln sich ohne Übergänge ab, usw.
Ich habs zweimal komplett gelesen (Das erste mal mit grossen Fragezeichen in den Augen :-D) und danach immer wieder mal meine Lieblingskapitel, die zum Teil wirklich Spaß machen.
Was das Sil besonders macht: Man merkt, daß Mittelerde nicht um die Geschichte aus dem HdR konstruiert wurde, sondern das Gefühl bekommt, daß Mittelerde tatsächlich "komplett" ist und Tolkien einfach eine der vielen Geschichten herausgegriffen und niedergeschrieben hat.
Jeder Charakter hat seine Vorgeschichte, jedes Artefakt seinen Ursprung und jedes Ereignis seinen Auslöser. Das wird einem beim Lesen des HdR gar nicht in vollem Umfang bewußt.
Vielen Dank für Deine Erklärungen, Seppel. Beim HdR bin ich seit Jahren anfangs des dritten Buches steckengeblieben *seufz* Ich hoffe aber, dass ich das demnächst wieder einmal in Angriff nehme. Ist im übrigen die englische Version.
Wie kann man im dritten steckenbleiben? Da gehts doch richtig los!
Ich kann verstehen (merke: Ich sage das nur aufgrund von political correctness!) wenn man im ersten Buch mit den Längen nicht klarkommt.
Aber im dritten? Da gehts doch grad richtig zur Sache!
Die Heerschau von Rohan, die Belagerung von Gondor, der Ritt der Rohirrim, die Schlacht auf den Pelennor-Feldern ... All das ist der dritte Teil und die Stellen, in denen alle Handlungsfäden zusammenlaufen.
Wenn Du das nicht großartig findest, müssen wir beide mal ein ernsthaftes Wort wechseln, Anita! ;-)
Wenn Du das nicht großartig findest, müssen wir beide mal ein ernsthaftes Wort wechseln, Anita! ;-)
So gern ich ernsthafte Worte wechsle, lieber Seppel ;), ich habe nie gesagt, dass ich es nicht grossartig finde. Es ist einfach schwer zu lesen (genau wie zB. gewisse Sachen von Goethe oder Nietzsche und ich liebe die beiden über alles). Es hing auch mit meiner damaligen beruflichen Belastung zusammen, welche einfach untragbar war. Dies habe ich nun per Anfang dieses Monats geändert und daher denke ich, dass es Zeit wäre für einen weiteren Anlauf.
Wie kann man im dritten steckenbleiben? Da gehts doch richtig los!
Auch wenn das hier etwas vom Thema weggeht: Mit dem dritten Teil hatte ich anfangs auch meine Probleme. Auf deutsch, weil sich die Handlung teilweise dermaßen zieht, dass man als Leser müde und erschöpft mit Frodo und Sam durch die Seiten schleicht; auf englisch, weil ich den Bibelsprachstil ("But Lo! and Behold!") manchmal grausig finde.
Frodo und Sams Weg durch Mordor beginnt in der 2. Hälfte des Buches und dauert auch "nur" 50 Seiten, auch wenn die sich natürlich hinziehen können. Moderne Autoren hätten die Kapitel sicherlich abwechselnd angeordnet und es damit flüssiger lesbar gemacht.
Wenn man das am Stück lesen muss, wird einem die Beschwerlichkeit der Reise aber gleich viel besser bewußt :-D
sueño:
Wenn Dir der "biblische Stil" (den ich gar nicht so biblisch empfinde, es geht meiner Meinung nach eher Richtung alte Sagen und Legenden) nicht gefällt, wird Dir das Silmarillion nicht sonderlich gefallen können. Das ist im Grunde durchgängig in diesem Stil gehalten.
sueño:
Wenn Dir der "biblische Stil" (den ich gar nicht so biblisch empfinde, es geht meiner Meinung nach eher Richtung alte Sagen und Legenden) nicht gefällt, wird Dir das Silmarillion nicht sonderlich gefallen können. Das ist im Grunde durchgängig in diesem Stil gehalten.
Das Sil habe ich auf deutsch, da fällt mir das nicht so auf. Ich finde es mehr im Stil alter Sagen geschrieben und das gefällt mir ganz gut. Einige Szenen finde ich wunderbar: "Das Aufblitzen, als die Noldor ihre Schwerter zogen, war wie Feuer im Riedgras".
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