Razor
04.11.2009, 16:24
Produktinformation
* Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
* Verlag: Heyne Verlag (28. September 2009)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3453266390
* ISBN-13: 978-3453266391
* Originaltitel: The Strain
* Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4,8 cm
John F. Kennedy Flughafen, New York. Eine Boeing 777 aus Europa landet planmäßig auf der Rollbahn. Plötzlich Stille; der Funkkontakt ist abgebrochen, alle Lichter sind erloschen und nichts regt sich mehr in der Flugmaschine. Was ist geschehen?
Ephraim Goodweather und seine Kollegin Nora, die beide für die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) arbeiten, sollen der Sache auf den Grund gehen. Doch selbst die Katastrophen- und Seuchenschutzexperten stehen vor einem Rätsel: Alle Passagiere scheinen tot zu sein, jedoch ist keine erkenntliche Todesursache festzustellen. Des Weiteren stellt sich die Frage, was es mit der unregistrierten, riesigen, mit Erde gefüllten Kiste auf sich hat, die sich ebenfalls an Bord befunden hat.
Unerwartete Hilfe erhält Eph von einem ehemaligen Professoren namens Setrakian, der erstaunlich viel über die mysteriösen Begebenheiten zu berichten weiß: Ein mächtiger Strigoi, ein Vampir, soll nach New York gekommen sein. Und schon bald muss eine ganze Stadt – vielleicht sogar die gesamte Menschheit - feststellen, dass der namenlose Schrecken über sie kommen wird.
Die Geschichte leitet mit einem erzählten Märchen ein, die den Leser in eine stimmungsvolle Atmosphäre versetzt. Danach kommt langsam, aber intensiv die eigentliche Erzählung ins Rollen. Zu Beginn tappt man im Dunkeln, alles wirkt sehr spannend und düster, und das Buch ist ein wahrer Page-Turner, zumal alles sehr filmisch beschrieben ist.
Der Anfang von „Die Saat“ ist also vielversprechend. Leider verflüchtigt sich jedoch die anfängliche Begeisterung, auch wenn man sich allein vom Namen del Toro gerne vom Gegenteil überzeugen lassen möchte - besonders da man vom ihm filmische Meisterwerke gewohnt ist (Hellboy, Pan’s Labyrinth, Das Waisenhaus …). Da hat man natürlich auch große Hoffnungen und es schleicht sich fast schon eine Art Gewissheit ein, dass man hier die knapp 20€ guten Gewissens investieren kann. Allerdings fehlt das Innovative, das Besondere in diesem Buch.
In fast jedem Kapitel geht es um eine andere Person und man weiß zu Beginn gar nicht, welchen Namen man sich merken muss und welchen nicht. Wahllos sterben Personen, dann wird man kurze Zeit später Zeuge eines anderen Schicksals und man weiß nicht: Ist das jetzt wichtig für die Hauptgeschichte?
Das Hauptelement ist die Beschreibung der einzelnen Verwandlungen von bestimmten Passagieren. Dies geschieht im wechselnden Rhythmus und besonders hervorzuheben ist die Darstellung der Symptome, wie etwa die Erhöhung der Körpertemperatur oder die heftigen Halsschmerzen. Teilweise gelungen ist auch die Schilderung des Wandels von Mensch zu Monster, wenn ein Mensch gerade noch zwischen diesen zwei Stadien wandelt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Thematik an sich: Vampirbücher gibt es in der heutigen Zeit zu Hauf.
Hier wird ein Bezug zur Wissenschaft hergestellt und stellenweise, wenn nicht allzu fühlbar, hat das Buch den Charakter von Schätzings „Der Schwarm“, wenn z.B. versucht wird der Vampirismus mit der Virologie zu begründen. Übermäßig analytisch oder medizinisch ist „Die Saat“ nicht, aber Ansätze zur logischen Erklärung des Phänomens sind allemal da und das nimmt auch so ein wenig den Zauber des Vampirmythos.
Generell gibt es nur sehr wenig fantastisch anhauchende Passagen im Buch und das ist das größte Manko im Buch. Es gibt Abschnitte, in denen die Rede von großen Meistern oder der Bruch eines uralten Pakts ist (oder man erinnere sich an das Märchen ganz zu Beginn), doch diese wenigen Zeilen gehen bei dem weit über 500 Seiten dicken Buch schnell unter. Die Sache spitzt sich zu, als die Vampire, sogar der aus Stokers Roman erinnernde Meister, oft mit einfachen Ratten verglichen werden. Schade drum!
Zu den Figuren: Einzig Eph und Setrakian sind die einzig mittelmäßig herausgearbeiteten Figuren. Nora wirkt wie ein Geist in der Gruppe und auch die meisten Nebencharaktere sind einfach und lieblos beschrieben. Auch Vasiliys späterer Beitritt in die Gruppe scheint spontan, oftmals kommt man nicht hinter die Motivation der Figuren.
Zum Glück gibt es auch Ausnahmen, wie die Beschreibung der Gefühlswelt von Gary Gilbarton, dem Vater des jüngsten Opfers von Flug 753. Aber auch in diesen Fällen ist viel zu sparsam mit dem wankenden Bewusstsein der Figuren umgegangen, dabei bietet sich das aufgrund der schrecklichen Erlebnisse gerade zu an.
Es ist ein dauerndes Hin und Her, ein Schwanken zwischen gut und mittelmäßig; teils ein mühevolles Durchkauen des zu lang geratenen Romans, bis dann wieder zwischendurch sehr starke Stellen im Buch aufflammen. „Die Saat“ ist der erste Band einer geplanten Trilogie und jetzt verspricht es erst richtig spannend zu werden. Man darf auf eine bessere Fortsetzung nach diesem eher mäßigen Auftakts hoffen.
* Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
* Verlag: Heyne Verlag (28. September 2009)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3453266390
* ISBN-13: 978-3453266391
* Originaltitel: The Strain
* Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4,8 cm
John F. Kennedy Flughafen, New York. Eine Boeing 777 aus Europa landet planmäßig auf der Rollbahn. Plötzlich Stille; der Funkkontakt ist abgebrochen, alle Lichter sind erloschen und nichts regt sich mehr in der Flugmaschine. Was ist geschehen?
Ephraim Goodweather und seine Kollegin Nora, die beide für die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) arbeiten, sollen der Sache auf den Grund gehen. Doch selbst die Katastrophen- und Seuchenschutzexperten stehen vor einem Rätsel: Alle Passagiere scheinen tot zu sein, jedoch ist keine erkenntliche Todesursache festzustellen. Des Weiteren stellt sich die Frage, was es mit der unregistrierten, riesigen, mit Erde gefüllten Kiste auf sich hat, die sich ebenfalls an Bord befunden hat.
Unerwartete Hilfe erhält Eph von einem ehemaligen Professoren namens Setrakian, der erstaunlich viel über die mysteriösen Begebenheiten zu berichten weiß: Ein mächtiger Strigoi, ein Vampir, soll nach New York gekommen sein. Und schon bald muss eine ganze Stadt – vielleicht sogar die gesamte Menschheit - feststellen, dass der namenlose Schrecken über sie kommen wird.
Die Geschichte leitet mit einem erzählten Märchen ein, die den Leser in eine stimmungsvolle Atmosphäre versetzt. Danach kommt langsam, aber intensiv die eigentliche Erzählung ins Rollen. Zu Beginn tappt man im Dunkeln, alles wirkt sehr spannend und düster, und das Buch ist ein wahrer Page-Turner, zumal alles sehr filmisch beschrieben ist.
Der Anfang von „Die Saat“ ist also vielversprechend. Leider verflüchtigt sich jedoch die anfängliche Begeisterung, auch wenn man sich allein vom Namen del Toro gerne vom Gegenteil überzeugen lassen möchte - besonders da man vom ihm filmische Meisterwerke gewohnt ist (Hellboy, Pan’s Labyrinth, Das Waisenhaus …). Da hat man natürlich auch große Hoffnungen und es schleicht sich fast schon eine Art Gewissheit ein, dass man hier die knapp 20€ guten Gewissens investieren kann. Allerdings fehlt das Innovative, das Besondere in diesem Buch.
In fast jedem Kapitel geht es um eine andere Person und man weiß zu Beginn gar nicht, welchen Namen man sich merken muss und welchen nicht. Wahllos sterben Personen, dann wird man kurze Zeit später Zeuge eines anderen Schicksals und man weiß nicht: Ist das jetzt wichtig für die Hauptgeschichte?
Das Hauptelement ist die Beschreibung der einzelnen Verwandlungen von bestimmten Passagieren. Dies geschieht im wechselnden Rhythmus und besonders hervorzuheben ist die Darstellung der Symptome, wie etwa die Erhöhung der Körpertemperatur oder die heftigen Halsschmerzen. Teilweise gelungen ist auch die Schilderung des Wandels von Mensch zu Monster, wenn ein Mensch gerade noch zwischen diesen zwei Stadien wandelt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Thematik an sich: Vampirbücher gibt es in der heutigen Zeit zu Hauf.
Hier wird ein Bezug zur Wissenschaft hergestellt und stellenweise, wenn nicht allzu fühlbar, hat das Buch den Charakter von Schätzings „Der Schwarm“, wenn z.B. versucht wird der Vampirismus mit der Virologie zu begründen. Übermäßig analytisch oder medizinisch ist „Die Saat“ nicht, aber Ansätze zur logischen Erklärung des Phänomens sind allemal da und das nimmt auch so ein wenig den Zauber des Vampirmythos.
Generell gibt es nur sehr wenig fantastisch anhauchende Passagen im Buch und das ist das größte Manko im Buch. Es gibt Abschnitte, in denen die Rede von großen Meistern oder der Bruch eines uralten Pakts ist (oder man erinnere sich an das Märchen ganz zu Beginn), doch diese wenigen Zeilen gehen bei dem weit über 500 Seiten dicken Buch schnell unter. Die Sache spitzt sich zu, als die Vampire, sogar der aus Stokers Roman erinnernde Meister, oft mit einfachen Ratten verglichen werden. Schade drum!
Zu den Figuren: Einzig Eph und Setrakian sind die einzig mittelmäßig herausgearbeiteten Figuren. Nora wirkt wie ein Geist in der Gruppe und auch die meisten Nebencharaktere sind einfach und lieblos beschrieben. Auch Vasiliys späterer Beitritt in die Gruppe scheint spontan, oftmals kommt man nicht hinter die Motivation der Figuren.
Zum Glück gibt es auch Ausnahmen, wie die Beschreibung der Gefühlswelt von Gary Gilbarton, dem Vater des jüngsten Opfers von Flug 753. Aber auch in diesen Fällen ist viel zu sparsam mit dem wankenden Bewusstsein der Figuren umgegangen, dabei bietet sich das aufgrund der schrecklichen Erlebnisse gerade zu an.
Es ist ein dauerndes Hin und Her, ein Schwanken zwischen gut und mittelmäßig; teils ein mühevolles Durchkauen des zu lang geratenen Romans, bis dann wieder zwischendurch sehr starke Stellen im Buch aufflammen. „Die Saat“ ist der erste Band einer geplanten Trilogie und jetzt verspricht es erst richtig spannend zu werden. Man darf auf eine bessere Fortsetzung nach diesem eher mäßigen Auftakts hoffen.