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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Robert E. Howards - Conan der Barbar


Moon
20.01.2008, 20:15
Conan kehrt zurück!

Etwa zur selben Zeit, in der J. R. R. Tolkien sein legendäres Mittelerde entwarf, schuf der Amerikaner Robert E. Howard den Inbegriff des Fantasy-Helden: Conan, der Barbar. Eine Figur, die - von zahllosen anderen Autoren fortgeschrieben - bis heute Millionen von Lesern und Kinogängern begeistert. Doch hinter dem Klischee des muskelbepackten, schwertschwingenden Kriegers ist eine erzählerische Tiefe und mythenschöpfende Kraft zu entdecken, wie es sie in der fantastischen Literatur so nie wieder gegeben hat. Zur atemberaubenden Neuverfilmung von "Conan, der Barbar" versammelt dieser einzigartige Band Robert E. Howards Original-Conan-Erzählungen aus den Jahren 1932 und 1933.


Ich bin mehr als begeistert von diesen Büchern.
Wie schon in der Kurzbeschreibung erwähnt, versteckt sich wirklich so viel in diesen Büchern !
Von der eigentlich immer existenten Sozialkritik, bis hin zu den tiefsten psychologischen Gründen der Menschen.

Ich bin sogar am überlegen diese Bücher trotz meiner ziemlich beschränkten Fähigkeiten der englischen Sprache in Englisch zu lesen.
Denn immer wieder wird auch erwähnt, was für eine außerordentliche Erzählkraft Robert E. Howards besaß.
Die bekomme ich zwar auch auf deutsch ganz gut zu spüren, aber nicht so sehr wie ich es immer höre :D

Kennt jemand die Bücher oder hat sie sogar auf Englisch gelesen?^^

Teylen
20.01.2008, 20:34
Es ist irgendwie peinlich. Ich finde den Charakter Conan unglaublich faszinierend (und kann nicht wirklich sagen warum eigentlich), aber habe es immer noch nicht fertig gebracht die Bücher zu lesen. Nach mehrfacher Empfehlung meines örtlichen Fantasy-Ladens denke ich aber daran mal die Neu-Ausgabe der Werke zu kaufen, die so ist wie sie R.E. Howard wirklich verfasst hat (d.h. unbearbeitet von anderen Autoren).

Ursprünglich aufmerksam geworden bin ich auf Conan durch den ersten Film mit Arnie damals. Auch wenn ich mittlerweile weiss, dass man die Story ziemlich verwurschtelt hat und die Geschichte des Charakters doch recht anders ist als in den Büchern und auch wenn der Film streckenweise seine Schwächen hat (Conan redet nur zwei Sätze mit Valeria??), so ist der Film doch immer noch einer meiner Lieblingsfilme. Die Musik ist einfach genial und die Atmosphäre ist gut umgesetzt. Es sind vor allem keine Brüche ins moderne im Film zu finden. Aber nun ja... das wäre etwas für ein Extra-Thema.

Ebenfalls Extra-Thema ist, dass ich derzeit die neuen Conan-Comics lese. Dort gibt es zwar viele Tote und es fliegt so mancher Kopf unabhängig vom Rumpf durch die Gegend, aber dennoch ist das ganze Story-technisch und zeichnerisch sehr gut umgesetzt ohne in Splatter abzugleiten.

Abgesehen davon warte ich natürlich seit geraumer Zeit auf den Conan-Zeichentrickfilm: http://www.conanrednails.com/

Und ich habe gelesen, dass irgendein US-Sender sich an einer Conan-TV-Serie probieren möchte. Ich bin gespannt.


Irgendwie beeindruckend, dass dieser Charakter, der in den 1930ern erfunden wurde auch heute noch aktuell ist.

Es wird wirklich Zeit für mich die Originale endlich zu lesen. Sword&Sorcery hat irgendwie was faszinierendes an sich.

Andradir
01.06.2008, 11:08
Klar: ich bin Robert Howard -Fan.
Die neuen Conan-Übersetzungen der neuen DelRey-Ausgaben sind ein MUSS für jeden Freund der Fantasyliteratur.
Denn: der "echte" Conan, der von Robert Howard, hat nichts mit dem "Conan" aus den Arniefilmen oder den Comics zu tun. Conan hat nicht mal die Muskelpakete, mit denen er so gerne dargestellt wird - Conan ist kein Bodybuilder.
Conan ist ein Abenteurer. Wobei seine Abenteuer eben nicht eine Entwicklung darstellen. Die Idee, dass Conan ein Nordlandbarbar sei, der sich vom Dieb zum König "hocharbeitet", ist falsch. Das war eine Erfindung des Autors und Conanfälschers Sprague De Camp. Tatsächlich ist Conan mal Pirat, dann
Bandenchef, dann König, dann ist er mal Söldner, ein anderes Mal Scout an einer "Frontier" - alles ohne logische Abfolge.

Wer etwas Englisch kann, dem möchte ich zudem empfehlen, Robert Howard unbedingt im Original zu lesen. Howards Sprache läßt sich eigentlich nicht ins Deutsche übersetzen. Er benutzt alte und wenig gebräuchliche Ausdrücke, Formulierungen, für die es überhaupt keine deutschen Entsprechungen gibt.

Zum Verständnis von Howard und Conan ist auch der Film "The Whole Wide World" zu empfehlen, mit Vincent D'Onofrio als Robert Howard und Renee Zellwegger als Novalyne Price. Hier mal ein wie ich finde, toller Ausschniit aus dem Film: http://youtube.com/watch?v=T2MwAy6njlM

Salanthas
01.06.2008, 12:46
Ich hab Buch 1 und 2 dieser Reihe - auf deutsch allerdings.
Dennoch sehr angenehm zu lesen, gefällt mir sehr gut, kann ich nur empfehlen ;)

Wenn man sich darauf einlässt ist es nämlich sehr atmosphärisch und tiefgründig, aber dennoch ziemlich "leicht" und "locker-flockig" zu lesen, was man manchmal auch einfach braucht.

Fantasy
04.06.2008, 13:19
Ich habe bereits alle drei bücher gelesen, allerdings auch auf Deutsch.
Und war von Anfang an begeistert, schon allein der Schreibstil macht so viel aus finde ich, ganz zu schweigen vom Inhalt.

Hathor
04.06.2008, 13:22
Und war von Anfang an begeistert, schon allein der Schreibstil macht so viel aus finde ich, ganz zu schweigen vom Inhalt.

Nein, bitte nicht schweigen ;) Wir sind hier alle sehr an Rezis interessiert. Allerdings wäre es schön, etwas mehr zu lesen, als nur, dass jemand begeistert ist.

Conan
19.11.2008, 18:02
Da ich den Film gesehen hab´, das Buch kenne und man mich auf diesen Thread aufmerksam gemacht hat *zu Moon schiel*, schreib ich hier jetzt einfach mal meine Meinung dazu.

Zuerst aber nochmal kurz was zur eigentlichen Ausstattung des Buches:
Das ist nämlich ein ziemlich dicker Brummer. Es ist ~ 770 Seiten schwer und beinhaltet recht ausfüherliche Beschreibungen und verschiedene Versionen (Rohfassungen) der Handlung und ist zudem mit reichlichen, aber für mich eher uninteressanten Vorworten u.a. von W. Hohlbein ausgestattet. Es beinhaltet zudem die komplette "Urfassung" von der Conan-Geschichte "Im Zeichen des Phönix". Außerdem enthält es noch viele Extras wie Karten, Bildmaterialien, diverse Veröffentlichungsnachweise und auch einige Sachen vom Autor (Auszüge, Berichte & Briefe etc.), und vieles mehr... - also auf gut deutsch: Ohne Zweifel eine sehr umfangreiche Ausstattung! Es enthält vielleicht mehr Extras als so manch dicker Wälzer. Einen Bruchteil davon hätte ich mir so manches Mal auch bei anderen Bücher gewünscht. :rolleyes:

Die eigentlichen Geschichten handeln im fiktiven "Hyborisches Zeitalter" (~ 14.000 bis 10.000 v.Chr.) in dem der cimmerische Abenteurer Conan die Hauptrolle spielt. Es gibt in "Hyborien" allerlei Zivilisationen, deren Enwicklung mit dem Stand der Steinzeit bzw. der Bronzezeit vergleichbar sind und Bevölkerungsgruppen, deren Enwicklung mit dem Stand antiker Hochkulturen gleichkommen. Außerdem kommen auch einige Volksgruppen vor, deren Enwicklung den Stand des frühen Mittelalters entsprechen - kurzgesagt: Insgesamt gibt es recht unterschiedliche Entwicklungsstufen vieler verschiedener exotischer Kulturen. In dieser Welt gibt es zudem eine ausgedehnte Ansammlung von Magie sowie eine ganze Reihe von unterschiedlichen Monstern, Kreaturen & Dämonen.
Eine eventuelle Unlogik in einer Welt mit realen Hintergrund wurde vermieden - und das hat Howard, wie ich finde, recht clever gelöst. Denn nach seinen eigenen Schilderungen wollte er sich mit diesem erfundenen (Hyborischen)Zeitalter und den erfundenen Reichen die aufwändigen Recherchen ersparen. Und er hat vielleicht auch dadurch und mit seiner erzählerischen Tiefe eine sehr einprägsame Hauptfigur geschaffen. Ich würd´ sogar sagen, das Howards "Conan" zu den Figuren gehört, die das Fantasy-Genre mit am meisten geprägt haben.

Jedenfalls beschreibt der Autor alles sehr spannend und bildlich, dass es sehr schön ist, die Geschichten zu lesen. Auch seine Beschreibungen über die verschiedenen Örtlichkeiten, angefangen von diversen Baustilen, Kleidungen, Waffen & Waffentechnik bis hin zu einfachen Sachen wie Essen & Trinken sind wie ich finde, ihm ebenfalls gut gelungen.
Die Art von Kurzgeschichten, aus dem das Buch überwiegend besteht, sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber die spannende Atmosphäre der Geschichten kommt sehr gut zum Ausdruck.
Das Buch hat nur bedingt was mit dem Film zu tun. Auf jeden Fall sind die Erzählungen aber um einiges vielschichtiger. In dem Buch macht Conan (etwas anders als im Film) viele unterschiedliche Rollen durch, z.B. ist er im Laufe seines Lebens Sklave, Pirat, General und sogar König - aber er besteht mindestens ebendso viele Kämpfe wie im Film. Insgesamt ist die Story sehr abwechslungsreich und kreativ.

Fazit: Das Buch (Conan - Folge Eins !) ist im Grunde kein einheitlicher Roman, denn den gab´s ja eigentlich nie. Es ist mehr eine Art Sammelband, denn es vereint alle "Conan"-Geschichten in der Reihenfolge, wie sie zwischen 1932 und 1933 in der Ursprungsform veröffentlicht wurden und ist auch gerade deshalb für Einsteiger zu empfehlen. Wie gesagt, Buch & Film haben nicht wirklich viel miteinander gemein. Wer sich jedenfalls an einer solchen Aneinanderreihung von Erzählungen nicht stört und sich mit diesen "Kurzgeschichten" abfinden kann, für den kann ich das Buch jedenfalls nur empfehlen! :)

Off-Topic: So, das war dann mal ein kleiner Abstecher zu meinem schwertschwingenden Namensvetter, mit dem ich selber eigentlich (fast?) gar nichts gemein habe. Nun ja, obwohl... einige seiner recht rauhen "Lebensweisheiten", besonders die aus den Filmen, find ich manchmal gar nich´ so übel *grins* - z.B.:

Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten und sich zu erfreuen an dem Geschrei der Weiber. - Conan der Barbar -

Wall Hadrian
23.11.2008, 21:01
Inspiriert von unserer allsehenden Göttin ...;), möchte auch ich
nicht länger schweigen.

Als ich damals den ersten Band im Regal sah, konnte auch ich nicht
länger widerstehen. Mein ganzes wissen über Conan und seine Welt
basierten, wie bei vielen, nur auf Arnies Filmen und einer von mir als Kind
geliebten Trickserie aus den 90'ern.

Und wie soll ich es sagen, schon die erste Geschichte von König Conan hat
mich umgehauen.
- Der mächtigste König aller hyborischen Reiche trägt als Krone ein einfaches
Silberband ... :D -

Natürlich steckt in Horwards Erzählungen viel Negatives, Frauen als Objekte,
eine doch etwas "braun" klingende Weltanschauung, die Herabsetzung der Schwarzen ... usw.
Es lässt sich eben nicht verleugnen, das Horward ein Kind seiner Zeit war...

Genauso vertritt Er und seine Figur aber auch humanistische, ritterliche und
demokratische Werte...

Allein schon die hyborische Welt, in der Pharaonen, Kelten, Germanen, Maya, mittelalterliche Ritter, Indianer, Wikinger, Perser, Inder, Mongolen, neuzeitl. Freibeuter usw. in einer Welt zusammenprallen ist einfach nur spannend.

Meine Lieblingsgeschichte ist übrigens (Name könnte falsch sein)
"die rote Zitadelle", in der Conan als Meuchelmörder den Berater eines Königs töten soll. Später müssen Er, sein Auftraggeber und die eigentliche Zielperson ein kleines Haustier töten ...;).
Die Geschichte an sich ist zwar nur in Conans Leben ein Randerlebnis,
steckt aber voller Überraschungen, schwarzem Humor und philosophischen
Ansätzen ... Die Geschichte, mit Conas "Wölfen" und seinem Schüler,
der kwasi der einzige wahre Held ist, fand ich auch sehr gut. Es kommt
echt selten vor, das mich das Schicksal einer Person so unerwartet trifft
...

Aso, um die Bronzestatue (die Umschreibung kommt öfter vor),
wirklich verstehen zu wollen, die Motive der Figur usw., kommt man an
den Kurzgeschichten nicht vorbei!

Enduni
24.11.2008, 12:10
Hm. Über die Conangeschichten, die ich bisher las (der oben zitierte Band und den Anfang einer Geschichte im 2. Band), bin ich eher zwiespältiger Meinung. Was mir positiv auffällt, ist, dass die Sprache, selbst wenn die deutsche Übersetzung so "ursprünglich" ist, wie die englische, einfach sehr malerisch und ausschweifend, auf der anderen Seite eben sehr präzise und vielseitig ist. Die Fantasyelemente Conans mögen den heutigen Leser nicht mehr vom Hocker hauen, sind aber sehr einfallsreich und gut dargestellt. Ja, und Conan kann man mögen, muss es aber nicht.
Wahrscheinlich habe ich deshalb nie weitergelesen, weil er mir nicht wirklich gefällt. Denn was mir negativ auffällt, sind die sich oft wiederholenden Schemata, besonders in den Beschreibungen (Conans) und der Story an sich. Am Anfang mag alles noch erfrischend sein, aber zum Schluss ging es mir so sehr gegen den Strich, dass ich das Buch dann doch habe sein lassen.
Und dazu, den einzigen Roman Howards über Conan zu lesen, habe ich mich leider noch nicht überwunden...

Gruß,

Moon
12.07.2009, 14:35
Zum Verständnis von Howard und Conan ist auch der Film "The Whole Wide World" zu empfehlen, mit Vincent D'Onofrio als Robert Howard und Renee Zellwegger als Novalyne Price. Hier mal ein wie ich finde, toller Ausschniit aus dem Film: http://youtube.com/watch?v=T2MwAy6njlM

Danke für den Tipp!

Wer etwas Englisch kann, dem möchte ich zudem empfehlen, Robert Howard unbedingt im Original zu lesen. Howards Sprache läßt sich eigentlich nicht ins Deutsche übersetzen. Er benutzt alte und wenig gebräuchliche Ausdrücke, Formulierungen, für die es überhaupt keine deutschen Entsprechungen gibt.

Das habe ich in den Ferien schon vor. Darauf freue ich mich eigentlich schon viel zu lange *ja*


Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten und sich zu erfreuen an dem Geschrei der Weiber. - Conan der Barbar -

Ja, ein tolles Zitat :D

Natürlich steckt in Horwards Erzählungen viel Negatives, Frauen als Objekte,
eine doch etwas "braun" klingende Weltanschauung, die Herabsetzung der Schwarzen ... usw.

Meinst du das braun politisch bezogen auf die Parteien damals? Könntest du da näher drauf eingehen? Ich habe da kaum Ahnung von..

Was ich auch erstuanlich finde ist ja, dass die Bücher wirklich schon sehr alt für Fantasy sind oder?
Ich kenne sonst aus den 30er Jahren kaum etwas an Fantasy... nun gut, ich habe auch kaum Ahnung, aber trotzdem :D

Letztens habe ich mir auf dem Flohmarkt ein paar Marvel Comics von Conan gekauft.
Falls der Zeichenstil jemanden sofort ansprechen sollte, so wie mich, dann kann ich diese Comics empfehlen. Man kriegt sie auch für ca. 2 Euro das Stück und hat dafür schon einige nette Geschichten zu lesen :)

Jedenfalls fielen mir am ersten Band, den ich von diesen Comics gelesen habe, die vielen mysthischen Elemente um Magie und bösartige Kreaturen auf (im Grunde gab es oft am Ende eines Kapitels einen "Endboss" in Form eines nichtmenschlichen Wesen ;)) , aber auch die überraschend gut gewählte Sprache.
Damit meine ich z.B. auch die kurzen Sätze zur Beschreibung der Umstände oder der Orte - mir kam es so vor, dass da Leute dransaßen, die sich auch darum bemüht haben Conans Geschichten gerecht zu werden.


Ich werde mich in Zukunft nach solchen Comics umsehen, um noch mehrere zu ergattern *ja*

Hat eigentlich mal jemand von anderen Autoren geschrieben Conan Geschichten gelesen?
Im Vorwort bei dem Sammelband wird ja darüber geschrieben, dass viele Autoren und auch der Film Conan verschandelt haben, indem sie z.B. probieren seinem Leben einen "geordneten" Lauf zu geben.

Sind vielleicht trotzdem irgendwelche dieser Bücher besonders empfehlenswert?^^

Eine eventuelle Unlogik in einer Welt mit realen Hintergrund wurde vermieden - und das hat Howard, wie ich finde, recht clever gelöst. Denn nach seinen eigenen Schilderungen wollte er sich mit diesem erfundenen (Hyborischen)Zeitalter und den erfundenen Reichen die aufwändigen Recherchen ersparen. Und er hat vielleicht auch dadurch und mit seiner erzählerischen Tiefe eine sehr einprägsame Hauptfigur geschaffen.

Es ist jetzt schon eine Zeit her und ich habe das alles vielleicht nicht mehr richtig präsent, aber war es nicht so, dass diese "fiktive" Welt doch gewissermaßen einen realen Hintergrund hat? Oder sind Länder wie " Zimbobwe " etwa ganz fiktive Länder ;)?

Jedenfalls war die Meinung des Vorredners doch auch, dass Howard lieber eine rein fiktive Welt hätte erschaffen sollen und nicht eine mit realem Hintergrund oder?
Ich glaube er meinte, dann könne man noch leichter in diese Welt versinken usw.

Ich fand den realen Hintergrund jedenfalls nicht schlecht (auch wenn er mir eigentlich wenig/nichts? gebracht hat), aber ich wollte halt immer die Zusammenhänge verstehen - Stichwort " Hyborianisches Zeitalter ".
Und das war ehrlich gesagt nicht leicht und ich habe es sicher auch nicht vollends geschafft, von daher...^^



Meine Lieblingsgeschichte ist übrigens (Name könnte falsch sein)
"die rote Zitadelle", in der Conan als Meuchelmörder den Berater eines Königs töten soll. Später müssen Er, sein Auftraggeber und die eigentliche Zielperson ein kleines Haustier töten ....

Die Geschichte blieb mir auch gut im Gedächtnis, der Kampf mit dem kleinen Haustier war echt beeindruckend ;).
Ich habe auch gehört, das soll eine der besten Geschichten sein.


Die Geschichte an sich ist zwar nur in Conans Leben ein Randerlebnis,
steckt aber voller Überraschungen, schwarzem Humor und philosophischen
Ansätzen ...

Das jedoch weiß ich leider gar nicht mehr, da werde ich mein nächsten mal drauf achten ^^

Allgemeinplatz
12.07.2009, 19:02
Natürlich steckt in Horwards Erzählungen viel Negatives, Frauen als Objekte,
eine doch etwas "braun" klingende Weltanschauung, die Herabsetzung der Schwarzen ... usw.
Es lässt sich eben nicht verleugnen, das Horward ein Kind seiner Zeit war...


Das sind Dinge, die Kritiker Howard, sowie auch seinem Brieffreund Lovecraft im nachhinein immer wieder vorwerfen. Allerdings sagst Du ja selbst, das er ein Kind seiner Zeit war und viele Zeitgenossen fanden es durchaus nicht anstößig, wenn die Bösewichter ausgerechnet aus einer Kultur des vorderen Orients stammten oder Frauen sich generell schreiend, halbnackt und schutztsuchend an die mächtigen Oberarme des Helden hängten und ihn so am rettenden Schwertstreich hinderten, der beide gerettet hätte...

Allerdings beschwerte sich Howard meines Wissens nach durchaus, das der Geschmack seiner Leser nicht unbedingt dem entsprach, was er wirklich schreiben wollte. Inwiefern sich hier die persönliche Einstellung Howards widerspiegelt, kann ich allerdings nicht beurteilen.

"Braun" ist das geschriebene Werk allerdings deshalb noch lange nicht, das passt auch gar nicht in den Kontext seiner Zeit. Rassistisch und Frauenfeindlich dann eher schon, aber das beurteilen wir alle ja letztendlich aus dem heutigen Blickwinkel. Ich sehe es immer recht kritisch, wenn der Nationalsozialismus bei jeder sich bietenden Gelegenheit wie ein leicht klebendes Etikett drauf gebappt wird, ob es passt oder nicht. Niemand würde ja auf die Idee kommen, Lincoln als braun zu bezeichnen, obwohl auch zu seiner Zeit Indianer in Reservate gesteckt und wegen ihres Landes systematisch getötet wurden, oder?

Der Allgemeinplatz

Conan
12.07.2009, 21:32
Es ist jetzt schon eine Zeit her und ich habe das alles vielleicht nicht mehr richtig präsent, aber war es nicht so, dass diese "fiktive" Welt doch gewissermaßen einen realen Hintergrund hat? Oder sind Länder wie " Zimbobwe " etwa ganz fiktive Länder ;)?
Nein natürlich nicht - das ist dann doch schon sehr offensichtlich.:D
Zur ersten Frage: Howard hat sich bei solchen Dingen gewiss stark an (geschichtliche) Begebenheiten der realen Welt orientiert - oder besser, sie einfach mal unauffällig kopiert und wild zusammengewürfelt. Wenn dann noch einige magische Elemente und Fabelwesen hinzukommen, fällt dieser Umstand jedoch kaum noch auf.;)
Es hat natürlich den Vorteil, dass man z.B. sofort ein Bild vom Orient im Kopf hat, sobald man über ähnliche Dinge im Buch liest. Das wäre nicht so, wenn die Welt komplett "neu" wär´ (aber das wird ja indirekt bei vielen Fantasygeschichten so gehandhabt). Und so ersparte er sich auch gleich ausschweifende Erklärungen, was aus seinen Kurzgeschichten sicher umfangreiche Romane gemacht hätte - auch wenn wiederum viele andere Sachen in seinen Geschichten frei erfunden wurden.
Und klar, wie schon erwähnt haben besonders die Völker und Länder in seinen Romanen schon verdächtig viele Ähnlichkeiten mit geschichtlichen Begebenheiten.
Wie z.B. die Kimmerer (http://de.wikipedia.org/wiki/Kimmerer) oder das Land "Afghulistan" was stark an Afghanistan angeleht ist. Das sog. "hyborische Zeitalter" und die einzelnen Regionen als solches sind natürlich nur reine Fiktion.

Auf diesen Seiten gibt es noch andere Beispiele und Erklärungen zu diesem Zeitalter:

http://hyborianworld.com/hyboria.html

http://www.bibliotheka-phantastika.de/misc/xconan.htm#welt

Watro
13.07.2009, 07:54
Ich muss zugeben ich kannte bislangnur die Arnie Filme mit dieser Figur (und einen mäßig gemachten Zeichentrickfilm -.-)

Ich wusste nicht das es auch noch ausführliche Bücher giebt *schäm*

Die Filme haben mir im grunde sehr gut gefallen und was ihr hier über die Bücher schreibt klingt auch klasse... (auch wenn ich zur zeit viel zu erledigen habe) ich werde wohl mal gucken in diese Bücher einzulesen... in einer normalen Bücherei dürfte es die doch auch sicherlich geben oder?^^"

HMP
13.07.2009, 17:46
Ich wusste nicht das es auch noch ausführliche Bücher giebt *schäm*


Die Bücher waren etwa 50 Jahre (so pi mal Daumen) vor den Filmen und gehören zu den Klassikern der "Heroic Fantasy" :D!

Moon
13.07.2009, 18:40
und ihn so am rettenden Schwertstreich hinderten, der beide gerettet hätte...

Na gut, dass das nur generell und nicht bei Conan passierte ;)

Rassistisch und Frauenfeindlich dann eher schon, aber das beurteilen wir alle ja letztendlich aus dem heutigen Blickwinkel.

Jetzt, wo du das so explizit sagst, wird mir das vielleicht zum ersten mal bewusst. Und trotzdem empfinde ich nicht wirklich so, wenn ich an die Bücher denken.
Conan war einfach ein "richtiger" Mann und ich würde ein Leben eines solchen Mannes, mit so einem Bild von Frauen, nicht als frauenfeindlich bezeichnen.
Auch heute nicht unbedingt, wobei durch Emanzipation usw. der Blickwinkel heute doch schon sehr anders ist.

Was ich eigentlich sagen will: Conan hat meines Erachtens auf scheußliche Weise frauenfeindlich oder wie auch immer gehandelt, sondern ging einfach seinen Trieben nach.

oder besser, sie einfach mal unauffällig kopiert und wild zusammengewürfelt.

Ich glaube nicht, dass er das unauffällig machen wollte. Er hat sich ja aufgrund mehrerer (von ihm z.B. in den Briefwechseln genannten) Gründen bewusst für einen realen Hintergrund entschieden (ok, irgendwie wiederhole ich mich :D) und ich denke nicht, dass er das verschweigen wollte oder das gar könnte.
Also wenn ein Leser das das Land "Afghulistan" was stark an Afghanistan angeleht ist beispielsweise nicht bemerkte...;)

Das sog. "hyborische Zeitalter" und die einzelnen Regionen als solches sind natürlich nur reine Fiktion.

Ich denke das ist jetzt nur noch eine Sache der Definition, aber von "reiner Fiktion" würde ich jetzt doch auch nicht mehr sprechen? Du hast diese Aussage doch so gesehen in deinem Post öfters widerlegt oder ;)?

Die beiden Seiten sind sehr gut, soweit ich sie bis jetzt durchstöbert habe. Danke :)

in einer normalen Bücherei dürfte es die doch auch sicherlich geben oder?^^

Falls nicht, kann ich nur empfehlen sie trotzdem zu kaufen, wenn du denkst sie könnten dir gefallen ;)

@Andradir:
Ich bemerke grade du hast das selbe Bild drin, das ich auf dieser Seite endteckt habe http://hyborianworld.com/gallery.html ?

Bist du das (falls ja, wieso machst du keine Werbung für deine Seite?^^) oder ist mit Autor etwa der Autor Robert E. Howard gemeint? Dann wäre die Fotografie aber von ungewöhnlich guter Qualität (und noch nicht existierender Farbe, falls ich mir andere Fotos von Howard anschaue?), oder :D?

Allgemeinplatz
15.07.2009, 16:31
Conan war einfach ein "richtiger" Mann und ich würde ein Leben eines solchen Mannes, mit so einem Bild von Frauen, nicht als frauenfeindlich bezeichnen.
Auch heute nicht unbedingt, wobei durch Emanzipation usw. der Blickwinkel heute doch schon sehr anders ist.


Was ist denn ein "richtiger" Mann? Kannst du das definieren?
Conan ist doch eine simplifizierte Form von Mann: Muskeln, starker Kämpfer, unkompliziert, geradlinig und nicht gerade eloquent. So gesehen stellt er den Archetyp eines nordischen Kämpfers dar, wenngleich diese Art Helden meist etwas Regegewandter waren, wenn wie man erfährt, wenn man mal einen Blick in die Edda hinnein wirft.

Es geht außerdem nicht um die Ansichten einer Romanfigur, die ja sowieso fiktiv sind, sondern um die Ansichten des Autors, der ja dahinter steht. Genauso wie auf Conan positive Eigenschaften, oder zumindest starke Eigenschaften fallen, werden die Frauen eher als naiv, schwach und dem Eros des Helden verfallen dargestellt.

Das alles sind die Grundkomponenten des Heroic Fantasy, oder des Sword & Sorcery, wie es damals hieß. Die Leser damals wünschten sich halb nackte Frauen, die von ihrem Helden gerettet werden. Mal abgesehen davon, kommt noch das Etikett sexistisch hinzu, da die Frauen anscheinend nur fürs Bett gedacht waren...

Trotzdem muss ich sagen, das die Schreibe Howards überraschend gut und unterhaltsam ist und die Geschichten weit mehr aufzuweisen haben, als eine vereinfachte Weltsicht, Schwerter und Magie!

Der Allgemeinplatz

Moon
15.07.2009, 18:01
Was ist denn ein "richtiger" Mann? Kannst du das definieren?
Conan ist doch eine simplifizierte Form von Mann: Muskeln, starker Kämpfer, unkompliziert, geradlinig und nicht gerade eloquent.

Ich meinte damit, dass er seine männlichen Triebe sehr direkt auslebt. Er scheut sich nicht davor, einer Frau zu sagen, wenn er sie begehrt und Sex mit ihr haben will.
Und bei "nicht gerade eloquent" würde ich nicht zustimmen. Ich finde Conan bringt das, was er sagen will, sehr direkt auf den Punkt. Das stellt für mich auch eine Art Redegewandheit dar.
Da bin ich mir aber auch nicht mehr so ganz sicher, ist schon länger her mit den Büchern. Diese Erinnerung ist mir aber im Kopf geblieben.

So gesehen stellt er den Archetyp eines nordischen Kämpfers dar, wenngleich diese Art Helden meist etwas Regegewandter waren, wenn wie man erfährt, wenn man mal einen Blick in die Edda hinnein wirft.

Über die Edda weiß ich leider gar nichts und kann somit auch Conan nicht mit den Helden vergleichen.
Hast du die Edda denn komplett gelesen? Ich habe gerade zum ersten mal davon gehört und es sieht doch sehr umfangreich aus ^^


Mal abgesehen davon, kommt noch das Etikett sexistisch hinzu, da die Frauen anscheinend nur fürs Bett gedacht waren...


Da passt mir im Bezug auf Conan (falls du diesen Bezug überhaupt aufbaust, für mich hört es sich zumindestens so an ^^) das Wort "nur" nicht. Ich erinnere mich z.B. an die Königin der Piraten (bin mir beim Namen nicht ganz sicher), die zwar auch nicht allzu viele Kleider am Leib hatte und auch nicht schlecht aussah, aber doch viele Abenteuer mit Conan bestritt und mehr als ein Betthase war ;)

Der Mond