Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Walter Moers - Der Schrecksenmeister
Jeder Buchling kennt Hildegunst von Mythenmetz' fabelhaften Roman über Echo, das Krätzchen - eine zamonische Kratze unterscheidet sich übrigens von unserer Katze lediglich dadurch, daß sie sprechen kann: In Sledwaya, der traurigsten Stadt Zamoniens, ist Echo dermaßen in Schwierigkeiten geraten, daß er gezwungen ist, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt dem Schrecksenmeister Sledwayas das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muß Eißpin Echo dreißig Tage lang auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet - vor allem nicht mit seinen neuen Freunden, der letzten Schreckse von Sledwaya, dem Einäugigen Schuhu und einem Gekochten Gespenst.
Wieder ein Beispiel für die skurrile, scheinbar unerschöpfliche Phantasie von Walter Moers. Wieder ein Buch mit rabenschwarzem Humor. Lachen und blankes Entsetzen sind wie eben moers-typisch ganz nah beisammen.
Echo die Kratze (ja, eine Kratze, keine Katze) ist ein derart liebenswertes Wesen, dass ich noch viel mehr von ihm lesen möchte. Und die Beschreibungen der Speisen sind im wahrsten Sinne des Wortes köstlich :D
Und wieder haben mich die Illustrationen begeistert.
ChibiShiina
19.02.2008, 22:46
Jedes Mal wenn ich das Buch gelesen habe, hatte ich Hunger - zum trotz dessen dass die gebundene Ausgabe irgendwie einen seltsamen Geruch ausgeströmt hat (Ging euch das auch so? Nja egal ^^")
Ich mag die Geschichte um die Kratze Echo die einen Pakt eingeht und sich durch allerlei Köstlichkeiten hindurchfutterte.
Hach, das Buch steht bei mir auf Platz 3, absolut genialer Moers und wie Hathor schon schrieb, von Echo bitte mehr ^^
Ich liebe die Bücher von Moers. Jedes Mal überrascht er mit super witzigen und spannenden Ideen. Ein Buch, dass nicht mehr los lässt und nach dessen Ende man wirklich enttäucht ist, das es nicht noch ein paar hundert Seiten mehr hat.
Man sollte wohl sagen, das es bei den Büchern, die ich von Moers bereits gelesen habe, nicht unbedingt das beste ist, denn ,,Die Stadt der träumenden Bücher" und ,,Die dreizehneinhalb Leben des Käpt´n Blaubär" waren noch besser und amüsanter.
Allein die Idee aus einer Katze eine Kratze zu machen ist doch schon genial
Ich meine, wie kommt man auf so was??
Kommt bei den Moers-Büchern bei mir auf Platz drei, wäre aber auch möglich, dass es irgendwann aufsteigt, denn Echo muss man einfach mögen! :)
@ChibiShina: Stimmt, meine Ausgabe hat auch so seltsam gerochen... Hat mich aber nicht weiter gestört, da ich so immer die Assoziation hatte, mich im Labor des Schrecksenmeisters zu befinden...
Ab April soll der Schrecksenmeister auch als Taschenbuch zu kriegen sein, bei Amazon für 9,95 €. Dann besorge ich ihn mir auch.
Montag geholt, gestern durch. Ich bin wie üblich begeistert, auch wenn mir scheint, dass Moers sich so nach und nach immer dunkleren Strömungen hingibt.
Der Einfall mit den Schmerzenskerzen hat ja schon einen sadistischen Anflug. Aber Moers belohnt uns ja mit einem friedlichen Ende, so wie in allen seinen Büchern.
Was mich immer wieder hinreisst, sind seine schwelgerischen Erfindungen von Gattungsbezeichnungen, Namen etc. Die sind immer wieder phantasievoll, farbig, ungewöhnlich, sie bleiben einfach hängen. Und jetzt gucke ich, wo ich "Zanilla und der Murch" kriegen kann.
Verräter
10.07.2009, 12:06
(Mein erster Moers jetzt durch)
Echo muss man einfach mögen! :)
Dem kann ich nicht zustimmen. Ich finde Echo war der mit Abstand langweiligste Charakter von allen Personen, die überhaupt auch nur im Buch erwähnt werden. Er ist berechenbar! Von der ersten bis zur letzten Seite wartete Echo mit nicht einer einzigen Überraschung auf. Selbst das "Hemd" war ein bei weitem sympathischerer Charakter.
Aber gut, was ich über Echo sage, trifft auf keinen der anderen Personen in diesem Buch zu, weswegen es mir so gut gefallen hat.
Eißpin, der Schrecksenmeister, ist genial! Ich liebe seinen trockenen, schwarzen Humor und seine etwas kalte Art, gerade wenn er sehr wenig feinfühlig darüber redet, was er mit Echo alles anstellen will. Gleichzeitig ist er ein ebenso genialer wie verrückter Alchemist und ich glaube ich werde den Satz nie vergessen während sie gerade das "Gespenst kochen".
"Was jetzt kommt, hat mit Wissenschaft eigentlich gar nichts zu tun. Es gilt einfach nur, die Zeit zu überbrücken[...]. Und da werden nun mal die traditionellen Beschwörungsformeln gesprochen. Bewirken tun die gar nichts, aber ich kann mir nicht helfen, ich mag den alten Hokuspokus."
Ich glaube, besser kann man die ganzen Zaubersprüche nicht mehr erklären. Und kaum etwas zeigt den verschwurbelten Geist von Eißpin besser als dieser Satz. Der Mann ist witzig, grausam, erzählt geniale Geschichten (die vom besten Konditor ganz Zamoniens war die beste, wenn der Schluss auch etwas plötzlich kam), ist ein begnadeter Koch und ist trotz seiner Eigenartigkeit doch immer wieder auch nur ein alter, verbitterter Mann. Für einen Monat an seiner Seite Alchemie zu betreiben, ich glaube dafür würde ich auch mein Fett auskochen lassen :)
Daneben noch einer der wahrscheinlich lustigsten Gesellen die Echo begegnet: Fjodor F. Fjodor. Dieser gebildete Vogel, mit seinem kleinen Komplott gegen den Schrecksenmeister und seinem Sprachfehler. Das faszinierendste war dabei immer, dass wenn man die Gespräche schnell liest, man die meisten Buchstabendreher gar nicht bemerkt. So ging es zumindest mir.
Die Schreckse Izanuela war dann für mich etwas weniger interessant, zumindest zu beginn. Mit ihr kam einfach nichts wirklich in Fahrt, was sich dann aber auch schnell legte. Ich mag sie zwar nicht so wie die anderen Charaktere, aber bei weitem mehr als Echo.
Das Eichhörnchen vom Erkenntnussbaum (ich liebe dieses Wortspiel) war auch toll, nur schade dass es nur 3x aufgetaucht ist :(
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Charaktere sind allesamt (außer Echo) interessant und vielschichtig, viele Wortspiele grenzen einfach an Genialität, die Handlung gewinnt mehr und mehr an Fahrt, je weiter man liest und wird noch wirklich, richtig spannend wenn es zum Showdown kommt. Bei den vielen Aufzählungen habe ich irgendwann begonnen nur noch Quer zu lesen, bis es mit dem eigentlichen Text weiter ging. Irgendwann wurde mir das einfach zu viel. Und das beste von allem waren einfach eißpins Geschichten, die er der kleinen Kratze erzählt und seine weit schweifenden Ausführungen über dies und jenes, worauf man bei Wein zu achten hat, wie man Gespenster kocht, was die wahren Ziele der Alchemie sind, worauf zu achten ist bei Speise XY und so weiter. Dem Schrecksenmeister hört man einfach wahnsinnig gern bei seinen Erzählungen zu.
Absolute Empfehlung von mir!
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