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Teylen
14.11.2009, 21:16
"Ohne Fleiß, kein Preis."

"Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen."

Noch ein dummer Spruch gefällig? Nein? Egal:
"Kunst von Können. Käme es von Wollen, hieße es Wunst."


Genug der Sprüche. Ich glaube die meisten würden mir zustimmen, dass Talent allein nicht reicht, sondern, dass man auch sehr viel Üben und Lernen muss, um gut (oder zumindest nicht vollkommen katastrophal) im Zeichnen und Malen zu werden. Wahre geniale Naturtalente, denen alles von alleine zufliegt, gibt es nur wenige, wenn überhaupt welche.

Doch wie übt und lernt ihr? Tut ihr es überhaupt?


Ich kann nur davon berichten wie ich es mache bzw. machte:

Eigentlich habe ich früher überhaupt nie geübt oder gelernt für's Zeichnen, zumindest nicht bewusst oder einfach nur so. Ich mag es gerne sofort ein Ergebnis zu haben und nicht erst 10 Jahre zu üben, bevor ich mich an ein Werk wage. Zumindest für Einzelbilder gilt das bei mir. An einen kompletten Comic traue ich mich trotzdem nicht.
Wenn ich also ein Bild zeichnen wollte, habe ich entweder versucht es so gut hinzubekommen wie es mir möglich war, oder aber ich habe mir Tipps, Tutorials, Referenzmaterial und andere Bilder angeschaut, um das zu erreichen, was ich vorhatte. Weiterentwicklung kam bei mir dann meistens entweder aus der Erfahrung (durch's Zeichnen/Malen der Bilder an sich) oder weil ich mich an neue Dinge (andere Posen, andere Charaktere, mehr Hintergrund, ...) gewagt habe, die ich bisher nicht probiert hatte. Nach ein paar Mal Wiederverwenden der Erfahrung, gelingt es in zukünftigen Bildern immer besser. Sozusagen implizites Lernen. Skizzen, die im Skizzenzustand blieben gab es bei nur wenige. Im Grunde war immer der Versuch da ein komplettes Bild oder zumindest einen kompletten Charakter zu zeichnen. Oft genug geht der Lerneffekt in den Frustrationspausen (weil irgendetwas nicht klappte oder nicht so aussah wie gewünscht) wieder verloren.

Seit gerade mal etwas über einer Woche versuche ich mich nun an einem neuen Ansatz: Ich setze mich jeden Abend mindestens eine halbe Stunde hin und kritzele mehrere kleinen Zeichnungen ohne besonderes Ziel. Mal sind es grobe Skizzen von kompletten Figuren, mal haufenweise Portraits, mal nur eine Reihe von einzelnen Körperteilen (bisher hauptsächlich Gesichtselemente).
In erster Linie geht es mir um den Spaß und um das Erkunden und gleichzeitige Erweitern meiner Grenzen. Das hat den Vorteil, dass ich weniger frustriert bin, wenn mal einzelne Dinge schief gehen.
Unterstützung hole ich mir von Referenzmaterial, Tutorials und Werken anderer Künstler. Dabei tue ich auch etwas, was ich sonst immer abgelehnt habe: Das Abzeichnen von Werken anderer Künstler. Wobei ich hier nicht so viel Wert auf das 100%ig korrekte Kopieren lege, als vielmehr darauf, dass ich ein Gefühl für andere Linienstruktur und neue Details bekomme. Auch hilft es besser zu erkennen wie andere Künstler bestimmte Probleme lösen. Manchmal ist es auch interessant zu sehen wie falsch auch Zeichnungen von Profis aussehen können, wenn man sie nur lange genug betrachtet. :) (Wenn man lange genug ein Foto von Körperteilen aus ungewöhnlichen Winkeln betrachtet, sehen die auch irgendwann falsch aus, obwohl sie es nicht sein können. Insofern ist realistisches Zeichnen manchmal etwas sinnlos...)

Nebenergebnis meines neuen Weges ist allerdings, dass zwar mein "Output" steigt, aber weniger bei heraus kommt was man ernsthaft anderen Leuten zeigen kann. :)


Kritik fliesst bei mir nur relativ begrenzt ins Lernen ein. (Vielleicht sollte ich mich deswegen auch mal ins Thema zum Umgang mit Kritik begeben.) Ich muss auch gestehen, dass ich mit Kritik an Bildern von mir nur begrenzt umgehen kann. Nach Fertigstellung möchte ich meist erst einmal ein Weilchen Stolz darauf sein. Ich fange oft schnell genug selbst an es wieder auseinanderzunehmen, weil mir eine Reihe von Fehlern schon beim Zeichnen/Malen auffallen. Wenn dann jemand vorher alles auseinander nimmt, ist das ein wenig deprimierend.
Und genervt bin ich dann, wenn jemand so kritisiert, dass einfach nur ein völlig anderer Stil von Betrachter gewünscht ist. Extrembeispiel wäre, dass ein Fan amerikanischer Superheldencomics anfängt den Stil von Shoujo-Manga zu kritisieren. Ausgehend davon ist die meiste Kritik an Bildern leider unbrauchbar oder einfach nicht umsetzbar. Und das ist ein anderer Punkt: Wenn tatsächlich brauchbare Kritik kommt, die generelle Probleme und nicht nur einzelne Striche oder den Stil anspricht, dann setze ich diese garantiert nicht mehr in dem kritisierten Werk um. Dafür ist es dann nämlich zu spät. Aber ich versuche gerne, wenn ich die angesprochenen Punkte anerkenne, es in zukünftigen Werken zu beachten. (So sind zum Beispiel die Köpfe meiner Figuren mit der Zeit dann doch etwas weniger gigantisch geworden. :) )

Doch sagt... werte Zeichner und Zeichnerinnen. Wie übt und lernt ihr, wenn überhaupt? Und bringt euch Kritik etwas im Lernprozess oder ändert sogar an sich als fertig betrachtete Bilder dafür?

Felaróf
15.11.2009, 01:35
Ich übe immer, sobald ich einen Stift in die Hand bekomme und sich irgendwo ein leeres Blatt Papier findet. Ich kritzel einfach drauf los und lerne dabei einfach durch's üben. Mal geht's vorwärts, aber oft genug auch einen Schritt zurück. Von richtigen Zeichentiefs will ich jetzt mal lieber nichts erzählen.

Bei mir ist es auch so, dass, wenn ich erst einmal etwas abgezeichnet habe, kann ich es danach immer wieder zeichnen. Zwar nicht originalgetreu und komplett identisch, aber ich habe so eine Art 'Bauplan' wie ich vorgehen muss, damit dieses oder jenes Motiv rauskommt. Das ist dann meine Grundlage, die ich je nach Belieben verbessern oder verändern kann.

So richtig zum Zeichnen bin ich gekommen, als ich mich in einem Forum angemeldet habe, wo es einige Künstler gab, die ein Fot haargenau abzeichnen konnten und die Zeichnungen anschließend richtig lebendig aussahen. Kurz gesagt: Der Photorealismus hat mich gepackt.
Da hilft nur eines: Abzeichnen, abzeichnen, abzeichnen und nochmals abzeichnen. Ich weiß, das ist bei vielen verpönt, aber zu wissen, wie man glänzdes realistisches Fell zeichnet, das ist für mich Können. Klar, da gibt's kleine Hilfsmittelchen, aber selbst die sind nicht immer einfach in der Handhabung.

Was ich allerdings sehr gerne ablehne, sind diese Zeichen-lern-Bücher, wo dann steht, dass der Kopf eines Pferdes 3mal in den Körper passt usw. Sowas irritiert mich nur und macht das Zeichnen zu verbissen. Natürlich, Anatomie sollte stimmen, aber wenn ich alles genau ausrechne, bleibt mir kaum noch Platz für den eigenen Stil. Außerdem sind Zeichnungen nach Augenmaß einfach viel 'natürlicher'. Schwer zu beschreiben, aber vllt. versteht man ja ansatzweise, was ich damit sagen möchte =)


Ob Kritk bei mir mit einfließt, kann ich irgendwie schlecht beurteilen. Oft wird mir gesagt, meine Drachen haben einen viel zu kleinen Kopf, aber jedes Mal, wenn ich den Kopf größer zeichne, passt er mir nicht mehr richtig ins Bild. Vllt. bin ich da auch zu verkniffen, aber Kritik nehme ich durchaus wahr und sofern sie gerechtfertigt ist, versuche ich das auch umzusetzen. Oftmals klappt's eher weniger, aber Tipps nehme ich durchaus gerne an.

Storm
15.11.2009, 11:51
Hmja. Ich zeichne nunmehr seit 8 Jahren regelmäßig und ich würde sagen: Würde ich tatsächlich nicht nur vor mich hinkritzeln, sondern auch gezielt bestimmte Dinge üben (womit ich zufälligerweise in den letzten Tagen angefangen habe), dann wäre ich schon 100mal besser.

Und ja, um gezielt Studien zu machen, muss man abzeichnen. Und das ist kein Beinbruch, denn Studien sind nunmal Studien und keine eigenen Werke. Man stellt sowas ja auch nicht aus und erzählt, was für ein toller Hecht man ist. Ich habe mir vorgenommen, mindestens einmal am Tag ein wenig zu zeichnen und wenn es geht dafür Vorlagen zu nehmen - Fotos UND Zeichnungen. Um Realität genauso wie andere Stile als Hilfsmittel zu nehmen um mich weiterzuentwickeln.

Sehr viel kann man aus den Büchern von Andrew Loomis lernen, die es praktischerweise kostenlos im Internet gibt (und das auch legal, da der Herr schon eine Weile tot ist):
http://www.placidchaos.com/AM/index.php/2006/02/21/andrew_loomis

Was ich allerdings sehr gerne ablehne, sind diese Zeichen-lern-Bücher, wo dann steht, dass der Kopf eines Pferdes 3mal in den Körper passt usw. Sowas irritiert mich nur und macht das Zeichnen zu verbissen.
Das ist auch weniger dafür gedacht, dass man während des Zeichnens in Köpfe umdenkt (glaube ich zumindest). So etwas hilft allerdings wahnsinnig, wenn du fertig gezeichnet hast und nachmessen willst, ob alle Proportionen zueinanderpassen. Mir geht es auch häufig so, dass irgendwas einfach seltsam wirkt und ich nicht weiß, was es ist - mit solchen Messregeln findet man es heraus und kann es verbessern ;)

Was Kritik angeht - ich bin mittlerweile daran gewöhnt, mir herauszufiltern, was ich brauche. Wenn mir einer sagt "Die Figur wirkt noch etwas steif", dann weiß ich, dass ich an natürlichen Posen arbeiten muss. An einem Bild noch etwas zu ändern ist mir auch zu müßig - vor allem, weil ich meistens wirklich viele Stunden brauche, bis ich etwas halbwegs fertig finde, und es dann nicht mehr sehen kann - aber ich nehme mir die Kritik für meinen allgemeinen Stand zu Herzen. Wobei ich auch häufig genug stilbedingte Kritik bekomme, aber da muss man mit leben. Die Leute meinen es ja auch garnicht böse, ich glaube häufig wissen viele auch nicht, ob das nun Stil ist, den sie kritisieren, oder wirklich etwas nicht so gut gelungen ist.

Woelfchen
15.11.2009, 18:28
Ja... ich denke auch das wichtigste ist üben... wenn ich mir meine Bilder ansehe... und die Daten dazu... dann sieht man einfach ganz genau das durch das vermehrte Zeichnen und Malen es immer besser wurde

Geholfen hat mir da auch da die Kritik... ich hätte nie die Muse gehabt zu lernen wie man Hände zeichnet hätte mich nicht jeder immer wieder darauf hingewiesen das sie seltsam aussehen... da hat mich dann doch der Ehrgeiz gepackt

Gelernt hab ich am Anfang auch viel durchs Abzeichnen. Einfach auch um ein Gefühl für den Stift und für die Handhabung damit zu bekommen. Damit ich lerne wie man überhaupt mit so einem Ding ordentlich umgeht *lach*

Später wurde es methodischer ich hab Bücher gelesen darüber wie man ein Bild strukturiert. Das war nicht anstrengend oder hat den Spaß gebremst, sondern eher das Gegenteil. Es hat mir geholfen den Bildern die ich mir im Kopf zurecht gelegt hat wenigstens etwas näher zu kommen. Denn das hat mich immer am meisten Frustriert... das ich nicht wusste wie ich die Vorstellung richtig umsetzen sollte. Tips und Erklärungen wie man das gewünschte Ergebins hinbekommt fand ich zu diesen Zeitpunkt sehr hilfreich und auch jetzt wenn ich irgendwo ein Problem habe sehe ich in die Bücher und versuche mir so zu helfen.

Ich habe auch immer meine Umgebung beobachtet. Gedanklich festgehalten wie die Schatten einfallen und welche Bewegungen natürlich wirken. Was das Bild einfach realistisch machen könnte. Irgendwann musste ich über die Schatten, zum Beispiel, nicht mehr groß nachdenken. Ich wusste einfach irgendwann, durch die viele Übung, meistens wie es auszusehen hat.

Aber am meisten hat mir immer noch das Üben geholfen besser zu werden

Halo_76
15.11.2009, 19:12
Ich stimme dem vollkommen zu. Ein Meister fällt nicht vom Himmel.
Die Devise lautet...Üben...Üben und nochmals üben!!!
In puncto zeichnen,illustrieren ... lass Ich mich einfach leiten...
Augen zu...die Vorstellungen einfach `ziehen`lassen und los.
Manchmal zeichne Ich etwas mit dem guten alten `Bleier `vor ,ein anderes Mal geht es direkt digital `ans Werk ` . Also einfach aus dem Bauch heraus.
Gute Musik ist dabei immer ein Muss!...und die heisse Tasse Kaffee:)
Die Kritik darf natürlich auch nicht fehlen,sollte meines Erachtens nach aber nicht zu viel ins Gewicht fallen.

Frilli
16.11.2009, 11:46
Hallo, ich bin ja noch recht neu hier und lese mich so nach und nach durch die threads, und über die Tipps, die man hie bekommt, bin ich echt begeistert - bei mir ist das Zeichnen ja auch eine Art Steckenpferd, und zum disziplinierten Üben muss ich mich immer erst zwingen.
Einen Tip, für die denen es ebenfalls schwerfällt, sich hinzusetzen und loszuzeichnen: Einen Kurs (beispielsweise an der VHS) oder Gleichgesinnte suchen, mit denen man sich dann zu einem festen Termin trifft und gemeinsam malt oder zeichnet...Das muss gar nicht mal unbedingt Fantasy sein...

xenia22
18.11.2009, 17:49
Ich finde es kommt aber auch auf das Talent an. Ich habe auchschon so oft versucht zu zeichnen, aber es gelingt mir einfach nicht, egal wie viel ich übe..

Xena
18.11.2009, 18:17
Üben ist immer gut.
In meiner Jugend hab ich sehr viel und sehr gern gezeichnet.
Heute komm ich leider durch meinen Alltag kaum dazu ausser Gekritzel für meine Show - Kostümentwürfe oder z.B. mein Banner und ich mach natürlich mehr am PC aber das zähl ich nicht zu zeichnen.

Bardin
26.11.2009, 20:24
Ich zeichne, male und bastel ja auch wahnsinnig gern ^^
Allerdings habe ich nie wirklich geübt... ich zeichne einfach zwischendurch immer mal wieder zum Spaß.

Allerdings habe ich gemerkt, dass ich mich während des Kunst-Leistunskurses in der Oberstufe rapide verbessert habe. Dort wurde von mir die Geduld abverlangt, die ich im Alltag nicht bringe.
Den Unterschied von nur zwei jahren kann man meinen Bildern deutlich ansehen... Ich gehe inzwischen ganz anders an ein Bild heran.

@ Felaróf:
Mag sein, dass manche Erklärungen in Zeichenbüchern nur mir Rechnerei aufhalten... aber einige Basisinformationen sind wirklich nützlich, zB, dass die Augen eines Menschen in der MITTE des Schädels einzuzeichnen sind... eine Tatsache, die man so nicht bemerkt, da man sich bei anderen Menschen auf das Gesicht konzentriert - dort dritteln sie das Gesicht.

Auch Verhältnisse der Gliemaße zum Körper sind sehr hilfreich. Sich einmal bewusst darauf zu konzentrieren, bringt einen gleich viel weiter (zumindest war das bei mir so) und nach einiger Zeit macht man das dann sowieso automatisch...

Arveles
16.12.2009, 19:41
Ich habe bis jetzt nur eine Person kennengelernt, welche ohne üben absolut geniale Bilder gezeichnet hat. Diese war einfach ein Naturtalent, wirklich unglaublich.

Aber ich persönlich kann euch nur zustimmen, dass es viel, viel Übung braucht. Abzeichnen ist für mich da ein sehr guter Weg, die Figuren richtig zu zeichnen. Von dem her kann ich nicht verstehen, weshalb Abzeichnen verpönt sein sollte. Alles was ich einmal abgezeichnet habe, kann ich nachher wieder verwenden, wenn ich frei aus dem Kopf zeichnen möchte.

Müsste mich jedoch auch mehr an der Nase nehmen und wirklich gezielt üben. Bei mir ist es auch eher ein Nach-Lust-und-Laune-Zeichnen ;)
Aber es muss ja auch Spass machen.
Ich weiss noch als ich vor 2 Jahren als Maturarbeit Kinderbuch illustriert habe, konnte ich irgendwann einfach nicht mehr zeichen. Da ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Bilder fertig haben musste, bin ich so unter Druck gekommen, dass überhaupt nichts mehr gegangen ist.
Und deshalb möchte ich mich nicht drängen mit zeichnen, sondern es aus Spass machen :)

Dragonologist
21.02.2010, 18:33
Beim Zeichnen hat sich bei mir im Laufe der Zeit eine Philosophie herausgebildet: Vergiss, was du glaubst über das Objekt zu wissen. Zeichne nicht, wovon du weißt dass es da ist, zeichne nur was du siehst. Alles besteht aus Winkeln und Verhältnissen zu anderen Dingen. Hehe, das war Dragonologists Creed^^
Wenn ich viel aus dem Kopf zeichne, zeichne ich eben nur aus dem Kopf und wenn ich dann etwas, das ich vor mir habe, abzeichne, merke ich wie lückenhaft und armselig die Fantasie ist. Dein Hirn kennt die Falten nicht, die das Leben wirft. Ich zeichne selten aus der Natur und tue es nur, wenn ich bei einer Ausdemkopfzeichnung nicht weiterkomme und genau wissen will, wie etwas aussieht. Aber dafür nehme ich jedesmal viel mit. Manchmal, wenn ich zeichne, bei etwas unsicher bin und es ist jemand in der Nähe, den ich kenne, bitte ich ihn oder sie kurz mal das zu machen was ich zeichnen will und mich schauen zu lassen. Dann komme ich wieder weiter. Das Leben ist oft anders, als man denkt...

Klars
21.02.2010, 18:46
Ich habe früher sehr viel geübt. Weniger verschiedene Techniken sondern gezielt das freie Zeichnen und das getreue Wiedergeben von Dingen, die man sieht.
Sei es der Apfel, den wohl jeder kennt oder einfach eine Statue (ich sass oft stundenlang da und habe wie besessen gezeichnet).
Gesichter waren bei mir eigentlich nie ein Problem aber Hände und Füße.
So musste stundenlang meine linke Hand "Modell stehen" (und das täglich, über Wochen und Monate) bis ich halbwegs zufrieden war.

Leider habe ich irgendwann (aus Zeitgründen und weil auch die Lust nicht mehr so da war) damit aufgehört.
Nun habe ich es letztens aus Spass wieder einmal versucht und es ist erschreckend, wie schnell man wieder verlernt.

Das Einzige, was ich immer noch ständig und überall zeichne sind Comic Figuren.
Das geht mittlerweile unbewusst so nebenher, sobald ich die rechte Hand frei und irgendwo Papier und Stift griffbereit habe.

Dragonologist
21.02.2010, 18:59
Nun habe ich es letztens aus Spass wieder einmal versucht und es ist erschreckend, wie schnell man wieder verlernt.

Waaaah! Erschreck mich nicht so!
Hm, ich hatte eigentlich noch nie richtig Probleme mit Verlernen. Eher mit "Überzeichnen". Da zeichne ich ganz viele Bilder und weil ich noch eine Serie fertigkriegen will noch eins - und das wird dann ganz schlecht, auch wenn alles davor Qualität hatte. Ein Talent kann man doch nicht verlernen, oder?*schauder*

Storm
21.02.2010, 19:05
Ein Talent kann man doch nicht verlernen, oder?*schauder*
Naja es ist einfach so: Jeder muss üben, um wirklich gut im Zeichnen zu werden und weiterüben, um es zu bleiben. Nein, man verlernt nicht das Talent, aber Talent allein macht aus niemandem einen tollen Zeichner. Die Fähigkeiten, die man sich durch Übung aneignet, die kann man aber tatsächlich wieder verlieren, wenn man garnicht mehr übt. Aber ich glaube, man hat sie schneller wieder drauf, wenn man es schonmal konnte, als wenn man es zum ersten Mal lernt ;)

Klars
21.02.2010, 19:09
Ein Talent kann man doch nicht verlernen, oder?*schauder*
Nein, natürlich nicht. Aber man kann es durch fehlende Übung entweder bei dem belassen (ich sag mal auf der Stufe der "Perfektion"/des Könnens), was einem von Natur aus mitgegeben wurde bzw. durch mangelnde Übung (oder Routine) wieder auf den Stand zurückbringen, den man einstmals hatte (der aber nicht zwangsläufig niedrig ist, nur eben wieder niedriger)...so geht es mir zumindest.

L.S.
01.03.2010, 21:12
Am wichtigsten finde ich den Spass beim Üben.

Sicher sind perfekte fotorealistische Zeichnungen- am besten noch mit einem absolut einzigartigen Stil genial und erstrebenswert. Das muss aber nicht bedeuten dass eine Skizze mit falschen Proportionen, 100 daneben gegangenen Strichen, einem Kaffeefleck und einer Noziz in der Ecke nicht auch genial aussehen kann!!!

Deswegen ist für mich jede 5-min-Übungsskizze ein potentielles "Kunstwerk". Nichts, worauf ich mir etwas einbilden würde. Aber ein kleines Erfolgserlebnis, das ich mir am Ende des Tages gern anschaue. Dadurch macht das Üben auch immer Laune und letztendlich spiegelt es sich auch in den Zeichnungen wieder.

:) :) :)

Alcarinque
02.03.2010, 07:03
Am wichtigsten finde ich den Spass beim Üben. *ja*
Und genau der fehlt mir, im Moment ist es meist einfach nur frustrierend was dabei rauskommt und dann lasse ich es wieder für lange Zeit...

Aber ich habe mir für diesen Sommer vorgenommen, wenn ich in die Berge gehe, immer was zum zeichnen mitzunehmen und irgend ein Motiv zu suchen. Muss ja nicht unbedingt das tote, halbverfaulte Reh von letztem Jahr sein. :D

L.S.
09.03.2010, 00:25
Aber ich habe mir für diesen Sommer vorgenommen, wenn ich in die Berge gehe, immer was zum zeichnen mitzunehmen und irgend ein Motiv zu suchen.

Oh ja, ich warte auch sehnsüchtig auf wärmeres Wetter, bei dem man wieder draussen zeichnen kann...ich finde, gerade die Natur zu zeichnen ist immer ein unglaubliches Erlebnis. Man ist dann gezwungen, sich das Motiv sehr intensiv anzuschauen und (....ähhh...wie soll ich es bloß ausdrücken, ohne esotherisch zu klingen???) dann ist es aufeinmal nicht nur etwas Schönes, das in der Gegend herumsteht/ -liegt/-fliegt, sondern irgendwie ein Teil von einem selber... :)

Alcarinque
09.03.2010, 15:37
Da ich es nicht mag, wenn man mir zuschaut beim zeichnen (da es mir selbst nicht gefällt wäre es mir wohl einfach peinlich) habe ich bisher immer nur zuhause, auf dem Balkon oder so gezeichnet.

Da ich aber letztes Jahr nicht weit weg einen tollen Platz am Berghang, mit Bäumen, Moos, Brunnen und Felshang, am Ende eines Forstweges gefunden habe, ohne Menschen weit und breit (mal abgesehen von den Flugpavianen, aber die hört man zum Glück nur gelegentlich), werde ich das dieses Jahr mal versuchen, bestimmte Motive bekomm sogar ich hin, da kann ich also auch auf ein Erfolgserlebnis hoffen...

Dragonologist
09.03.2010, 15:49
Da ich es nicht mag, wenn man mir zuschaut beim zeichnen (da es mir selbst nicht gefällt wäre es mir wohl einfach peinlich) habe ich bisher immer nur zuhause, auf dem Balkon oder so gezeichnet.
Das war bei mir früher auch so (Das mit dem Zuschauen. Zum Zeichnen habe ich mein Zimmer.). Das einzige, das mich heute dran stört ist, dass Leute sich ein falsches vorschnelles Urteil über eine Zeichnung bilden könnten. Eine fertig ausgearbeitete Zeichnung sieht natürlich besser aus als die ersten paar Striche und ich will nicht nach den ersten paar Strichen bewertet werden. Deswegen bitte ich etwaige Zuseher (ich zeichne ja auch manchmal für Freunde), bei komplizierten Passagen kurz wegzusehen, damit sie sich keine Sorgen um das arme Bild machen;) Ich weiß ja wie es danach aussehen wird, aber der Weg dorthin ist manchmal mit Beulen gepflastert.

Da ich aber letztes Jahr nicht weit weg einen tollen Platz am Berghang, mit Bäumen, Moos, Brunnen und Felshang, am Ende eines Forstweges gefunden habe, ohne Menschen weit und breit (mal abgesehen von den Flugpavianen, aber die hört man zum Glück nur gelegentlich), werde ich das dieses Jahr mal versuchen, bestimmte Motive bekomm sogar ich hin, da kann ich also auch auf ein Erfolgserlebnis hoffen...
In der Natur zeichnen klingt ja ganz idyllisch, aber mir persönlich ist es momentan noch viel zu kalt zum lange draußen sein und vor allem Stillsitzen. Aber auch im Sommer zeichne ich nicht sooo gern draußen, weil ich entweder einen Sonnenbrand bekomme oder mich das Papier im hellen Licht blendet oder es im Schatten zu kühl ist oder ich mich bei meinem Glück in eine Feutchwiese setze...Und wenn das Plätzchen passt, bläst mir garantiert der Wind mein Blatt weg*zimperlichsei*

Alcarinque
09.03.2010, 16:14
Ich weiß zwar immer wie es aussehen soll, es wird aber im Moment leider nicht ansatzweise so wie ich es gerne hätte. Das demotiviert mich dann immer sehr schnell. Entsprechend entstehen Dinge die ich mir im Kopf zusammenbastle dann meist nicht als Zeichnung sondern als Plastik, da bekomme ich das meist schneller und besser hin...



Oh, im Moment ist es mir da draußen nicht nur zu Kalt, das Plätzchen an das ich will liegt wohl auch noch unter einem Meter Schnee und der Weg dahin ist oder wird bald von Frühlingslawinen verschüttet sein. Vor Mitte Mai werde ich da nicht hin kommen.
Auch wenn ein von Lawinen verschütteter Weg eigentlich auch ein ganz spannendes Motiv sein könnte. Hm, da wären dann starke Kontraste und eine gewisse Herausforderung mit der Tiefenwirkung...