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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Und wenn sie nicht gestorben sind..." - und dann?


Ostara
19.12.2009, 19:36
... Und vergesst das Happy End, das ist eine Erfindung von Hollywood ^^


Diese Wort aus dem Thread "Märchen vs. Fantasy" hat mich abrupt dazu bewogen, diesen Thread zu eröffnen.

@Koboldkind
Danke für diesen Satz! :D


Also folgendes:

Es gibt so ein Gedicht, das ungefähr so endet: "...und so wird beim Happy End der Film jewöhnlich ausjeblendt."


Koboldkinds Worte ebenso wie die von mir eben angebrachten find ich sehr interessant. Wie geht's denn nun weiter mit denn ganzen Prinzessinen, wenn sie ihren Prinzen geheiratet haben? Leben sie wirklich glücklich bis ans Ende ihrer Tage?

Nnna, ich weiß nicht...

Wenn ich mir so vorstelle, dass der Herr Prinz nach einiger Zeit mit seinen Kumpels in die Taverne geht und nachts stockbesoffen wieder nach Hause kommt oder die Prinzessin sich zu einem fürchterlichen Hausdrachen entwickelt, dürfte der Haussegen ein wenig in Schieflage geraten. Und so abwegig ist das gar nicht. Gut, das Frauchen hatte damals größtenteils die Klappe zu halten, aber dennoch dürfte es genügend Frauen gegeben haben, die sich gegen das Patriarchat ein wenig aufgelehnt haben, auch im Adel, und da besonders von hintenherum über einen Liebhaber oder so.

Und da haben wir es schon wieder: Der Göttergatte geht zur Jagd (sei es dahingestellt, ob Jagd auf Waldwild oder auf andere Frauen *g*) oder zieht in eine Schlacht (was ja auch mal vorkommt), und die Frau hockt allein zu Hause. Bei einer Schlacht weiß sie ja nicht, wann der Herr Gemahl wieder nach Hause kommt (und ob überhaupt). Also legt frau sich mitunter mal einen Geliebten zu. Und der wird dann gedungen, den Herrn Gemahl zu manipulieren, wenn es sich hier auch noch um einen Vertrauten desselben handelt.

Möglichkeiten für "wie geht's denn nun weiter nach einer Märchenhochzeit" gibt es sicherlich 'ne ganze Menge.

Mich würden eure Gedanken dazu mal interessieren. :D

Bardin
19.12.2009, 21:21
Bei diesem Thema muss ich zuallererst an Terry Pratchetts "Hexen hexen" (witches abroad) denken. Das ist eine wundervolle Parodie auf Märchen, in der Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch dafür sorgen sollen, dass ein Stubenmädchen (das bei zwei bösen Schwestern lebt) NICHT den Prinzen heiraten muss.

Ein Zitat daraus:
Geschichten möchten enden. Ihnen ist völlig gleich, was später geschieht...

Und zu der glücklichen Heirat von Prinz und Prinzessin/Prinz und Bauerntochter/Prinzessin und Bauernbursche ein Zitat von Oma Wetterwachs:

Ein gutes Ende ist in Ordnung, wenn es sich von allein ergibt. [...] Man kann so etwas nicht für andere Personen vorbereiten. Will man zum Beispiel eine glückliche Ehe gewährleisten, , so müsste man Braut und Bräutigam unmittelbar nach der Trauung köpfen.

Von diesem Zitat aus kann man sehr gut einen Bogen zu den von dir genannten Möglichkeiten schlagen.
Sicherlich wird es auch in den Märchen nach der Trauung alles andere als frieldich zugehen - oder zumindest nicht immer riedlich.

Ob der Prinz, nachdem er von der Prinzessin als Frosch an die Wand geworfen wurde, nicht ständig Kopfschmerzen hat? Muss ein ziemlich harter Aufprall gewesen sein. Möglich wäre auch eine Wandphobie *cool*

Ich denke auch nicht, dass Schneewittchen später noch gerne Äpfel gegessen hat.

Und wie hat ist der Junge später mit dem gestiefelten Kater umgegangen? Eine in Stuiefeln herumspazierende, redende Katze ist sicher gewöhnungsbedürftig und geht irgendwann auf die Nerven.

Ob Dornröschen ihren Gemahl mit regelmäßiger Schlaflosigkeit nervte...?

Es ist vieles möglich :)

Koboldkind
22.12.2009, 10:27
Ein gutes Ende ist in Ordnung, wenn es sich von allein ergibt. [...] Man kann so etwas nicht für andere Personen vorbereiten. Will man zum Beispiel eine glückliche Ehe gewährleisten, , so müsste man Braut und Bräutigam unmittelbar nach der Trauung köpfen.
*rofl*
Aber nein, das wäre doch phösse ^^

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, was das Ende vom HeRing-Film doch ganz gut. Okay, es hatte ein paar Blenden zuviel und es war alles sehr schmalzig, was es im Buch wohl nicht war(schließlich musste noch das Auenland befreit werden), aber hier geht es immerhin nicht so "Problem gerettet, Welt zerstört, gehn wir nach Hause, ich lad euch auf Freibier ein".
Wenn der Stein/Schwert/Ring/Phösewicht(TM) zerstört ist, fängt doch der spannende Teil erst an, also für mich. Die ganze apocalyptische Stimmung, welche sich über das Land gelegt hat, die ganze Trauer und Wut und der verlorene Mut, das alles muss doch erstmal verarbeitet werden! Puff und alle sind happy, so hatte man es nach dem 2.Weltkrieg versucht, aber das hatte im Nachhinein nur die RAF eine Generation später hervorgebracht. Wenn die Welt ins Verderben gestürtz wurde, muss man danach aufräumen, selbst, um sich mit der Vegangenheit und dem Trauma auseinander zu setzen.

So will ich eben auch mit meiner Chronik halten. Das Problem ist gelöst, aber es hat eben auch Tote gegeben, ebenso wie es einfach schwierig ist, sofort die alte Staatsordnung wieder aufzubauen, um nicht zu sagen unmöglich. Außerdem, was machen meine Hauptcharaktere, sollen sie in Trauer dahin siechen? Sehr beschämend. Also gebe ich ihnen eine Perspektive, eine Aufgabe, mit der sie weiterleben müssen, damit sie später mal wieder lachen können.

Bardin, deine Beispiele sind so Argumente, warum es für einige Geschichten besser gewesen wäre, eonen Epilog oder ein "Was geschah" zumindest auf zwei Seiten noch einzubauen. WIe bei Harry Potter, der Epilog war zwar SEHR mau, aber es war ein Ende. Somit ist diese Saga abgeschlossen, und das lässt zufriedenere Leser und auch Autoren zurück ^^

Warin
22.12.2009, 21:54
Oh, es gibt sogar ein ganzes Genre, das sich mit diesem Thema beschäftigt: Die Slice of life storys (http://en.wikipedia.org/wiki/Slice_of_life_story). Wobei ich zugeben muss, dass dieses Genre vor allem in Japan verbreitet ist (wobei ich im Gegensatz zu Wiki NieA_7 nicht in dieses Genre einordnen würde, das ist gesellschaftskritische Comedy).

Ich mag diese Art von Geschichten, die Beantwortung der Frage: Was passiert eigentlich nach den wilden Jahren? Ist vielleicht auch altersbedingt:)

Rian
14.01.2010, 18:29
Ich bin der Meinung, dass es durchaus ein Happy End geben kann. Allerdings nicht so richtig platt, sie heiraten, die Welt ist gerettet und gut. Das nervt schon. Allerdings ist doch die Frage, ob man das Gegenteil tatsächlich so gut fände, also ein richtig realistisches Ende. Zwar wurde die Schlacht gewonnen, aber bedingt durch soziale Ungerechtigkeiten und andere gesellschaftliche Probleme wächst die Unzufriedenheit im Volk... Ich denke Leser wollen schon ein Ende, bei dem sie auch ein gutes Gefühl haben bzw. irgendein Bedürfnis befriedigt wissen. Das macht ja ein Ende auch aus, sonst erwartet man ja doch noch eine Fortführung bzw. Lösung.

Sowas wie bei Harry Potter hätte man sich echt sparen können, so schlecht war das. Ich bin für so ein Mittelding, es sollte nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein, durchaus Zerstörung, Trauer, Verzweiflung usw. Allerdings sollte es irgendwie abgeschlossen sein, so dass man sich eine grobe Vorstellung vom Fortgang der Story machen kann und damit sollte sich dann eine Art von Zufriedenheit einstellen. Ein Ausblick kann dabei hilfreich sein, vor allem wenn der weitere Lebensweg eines Helden nicht so vorherbestimmt ist.

@Warin:

Slice of life storys aus dem Bereich der Fantasy kenn ich gar nicht. Kannst du mal ein paar Beispiele geben?

LG

Rian

Stjersang
17.01.2010, 13:30
Was bleibt den meisten Helden schon anderes übrig, als am Ende des Buches zu heiraten und in Frieden alt zu werden?
Beispiel:
-Familie des Helden wird von Bösewicht getötet
-Held schwört Rache
-Rache wird zum einzigen Lebensinhalt des Helden
-Gigantische Schlacht, unzählige Tote, Zerstörung und Chaos
-Bösewicht stirbt, Held hat seine Rache und keinen Lebensinhalt mehr

Und nu? Natürlich, da ein depressiver Held und die Einsicht, dass Rache vielleicht ein Fehler sein könnte, überhaupt nicht zurfriedenstellend sind, wird die nächstbeste Gefährtin geheiratet und das ganze Reich feiert den Helden, der einen Krieg monströsen Ausmaßes angezettelt hat nur um seine ganz persönliche Rache zu nehmen.

Ernsthaft: Die meißten Leser juckt es kein Stück weit, wie viele Söldner sterben und wie viele Bauern für die Ernährung einer rießigen Armee verhungern, solange es den Protagonisten -die dem Leser nun mal eher nahe stehen als Kanonenfuttercharakter 367- am Ende gut geht. Man fiebert ja nicht hunderte von Seiten lang mit einer Figur mit, nur um im Epilog zu lesen, wie sie von einem wütenden Mob gehenkt wird.

Warin
17.01.2010, 17:13
Slice of life storys aus dem Bereich der Fantasy kenn ich gar nicht. Kannst du mal ein paar Beispiele geben?Wenn es auch ein Film sein darf, würde ich Tim Burton's "Big Fish" (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=3545) als Beispiel nennen.

PoiSonPaiNter
17.01.2010, 17:29
Ernsthaft: Die meißten Leser juckt es kein Stück weit, wie viele Söldner sterben und wie viele Bauern für die Ernährung einer rießigen Armee verhungern, solange es den Protagonisten -die dem Leser nun mal eher nahe stehen als Kanonenfuttercharakter 367- am Ende gut geht. Man fiebert ja nicht hunderte von Seiten lang mit einer Figur mit, nur um im Epilog zu lesen, wie sie von einem wütenden Mob gehenkt wird. Auch wenn das jetzt glaube ich nicht wirklich einen Zusammenhang zur obigen Diskussion hat, wollte ich mal anmerken, dass nicht jeder sich nur für die Hauptperson interessiert. Ehrlich gesagt leide ich meistens mehr mit "Kanonenfuttercharakter 367" als mit dem Protagonisten. :rolleyes: Für mich gibt es nur sehr, sehr, sehr (hab ich schon erwähnt sehr? http://www.smileygarden.de/smilie/Smileygarden/argh.gif (http://www.smileygarden.de)) wenige Bücher, Filme, Mangas, Animes,... in denen mir die Hauptpersonen von Vorne bis Hinten sympathisch sind. In den meisten Fällen würd ich sie allerdings gerne aus dem jeweilige Medium rausschneiden und jmd anderes in den Fokus der Geschichte stellen...
(Bis jetzt am Extremsten ist mir das bei Bleach aufgefallen: Ich freu mich regelrecht wenn Ichigo leidet http://www.smileygarden.de/smilie/Smileygarden/argh.gif (http://www.smileygarden.de))

Und warum soll denn der Held nicht für seine "Untaten" bestraft werden wenn alles vorbei ist? Wär doch mal was anderes :D

Und noch ein bisschen OnTopic:
Immer wenn ich etwas zu Ende ist drängt sich bei mir die gleiche Frage auf, die auch im Themen-Titel aufgeführt wurde: "und dann?"
Bücher(, etc.) enden und das wars. ["Punkt"]
(Wenn es denn keine Fortsetzung mehr gibt)
Manchmal ertappe ich mich selbst dabei wie ich noch Tage nachdem ich zuende gelesen habe über das Buch nachdenke und mir überlege wie es hätte weitergehen können.
Da es anscheinend nicht nur mir so geht - man beachte die doch relativ große Anhängerschaft des Genre FanFiction - würde ich sogar behaupten, dass es einfach in der menschlichen Natur, der menschlichen Neugierde, liegt das Ende in gewisser Hinsicht zu Hinterfragen.
Beim Leben ist es ja nicht anders, bzw. beim Tod in diesem Falle.
Das Leben ist vorbei. ["Punkt"]
.
.
.
"Und dann?"
(Um nicht wieder ins OffTopic abzudrifften höre ich an dieser Stelle auf.)

Chewwa
17.01.2010, 21:16
Wäre doch mal interessant wenn jemand das mal schreibt oder verfilmt. Wäre sicher ganz amüsant. Falls es das nicht doch schon gibt.
Ich denk mir vorallem bei Märchen wo am ende der holde Prinz geheiratet wird. Die kenne sich doch meist kaum, allein bei Dornröschen. Er küsst sie und zack heiraten sie.
Man kennt sich kaum aber geht gleich den Bund der Ehe ein. Ich hab darüber schon recht oft schmunzeln müssen. Wobei das sicher auch eine art war um jungen Frauen zu zeigen, das eine Heirat mit einem Fremden Mann, welchen man nicht kennt, halb so schlimm ist. War ja früher üblich das die Frauen verheiratet wurden. Wenn allein an den Film Die Herzogin denke, ich hab so geheult bei dem Film ...!


Chewwa

Klars
18.01.2010, 12:49
Wäre doch mal interessant wenn jemand das mal schreibt oder verfilmt. Wäre sicher ganz amüsant. Falls es das nicht doch schon gibt.
Ich denk mir vorallem bei Märchen wo am ende der holde Prinz geheiratet wird. Die kenne sich doch meist kaum, allein bei Dornröschen. Er küsst sie und zack heiraten sie.
Man kennt sich kaum aber geht gleich den Bund der Ehe ein.

Da ist etwas dran. Wer kann schon sagen, wie sich so eine Partnerschaft im Laufe der Jahre entwickelt und wie die beiden Partner.
Bleibt der Prinz der jugendliche Held (oder zumindest der Held) oder wird er ein grantiger Alter mit Glatze, einem Bierbauch und Haaren auf dem Rücken?
Und leidet die Prinzessin im Laufe der Jahre zunehmend an Migräneanfällen, wird zänkisch und verbittert, weil sie gleich den Ersten genommen hat, der um ihre Hand angehalten hat, nur weil es der Prinz war und der fesche Försterssohn war doch eigentlich viel hübscher und aufmerksamer?

Ich fürchte, man würde so manche Überaschung erleben. Aber für die Kinder, denen man ein Märchen erzählt, ist wohl doch besser, dass es mit einem Happy End abschliesst.
Die Handlung der meisten Märchen ist ja grausam und manchmal geradezu blutrünstig genug, da muss schon ein glückliches Ende her, damit die Kleinen keine bösen Träume bekommen ;):)

Boldur
18.01.2010, 18:35
Und wenn sie nicht gestorben sind, ja was dann? http://www.smilies.4-user.de/include/Denken/smilie_denk_07.gif (http://www.smilies.4-user.de)

Der Ratenkredit fürs Eigenheimschloß muß abbezahlt werden.
Die Zeugung des Heldennachwuches steht an. http://www.smilies.4-user.de/include/SML/smilie_x_009.gif (http://www.smilies.4-user.de)
Wer soll sonst später dem Bösen entgegentreten, die CDU etwa?
Wenn`s zu Hause ganz schlimm wird (Schwiegermutterbesuch), kann man(n) in die Welt hinaus ziehen, ein Bösewicht zum verhauen wird sich schon finden.
http://www.smilies.4-user.de/include/Brutal/smilie_b_018.gif (http://www.smilies.4-user.de)

Gruß, Thorsten.

Chewwa
18.01.2010, 18:39
Da ist etwas dran. Wer kann schon sagen, wie sich so eine Partnerschaft im Laufe der Jahre entwickelt und wie die beiden Partner.
Bleibt der Prinz der jugendliche Held (oder zumindest der Held) oder wird er ein grantiger Alter mit Glatze, einem Bierbauch und Haaren auf dem Rücken?
Und leidet die Prinzessin im Laufe der Jahre zunehmend an Migräneanfällen, wird zänkisch und verbittert, weil sie gleich den Ersten genommen hat, der um ihre Hand angehalten hat, nur weil es der Prinz war und der fesche Försterssohn war doch eigentlich viel hübscher und aufmerksamer?

Ich fürchte, man würde so manche Überaschung erleben. Aber für die Kinder, denen man ein Märchen erzählt, ist wohl doch besser, dass es mit einem Happy End abschliesst.
Die Handlung der meisten Märchen ist ja grausam und manchmal geradezu blutrünstig genug, da muss schon ein glückliches Ende her, damit die Kleinen keine bösen Träume bekommen ;):)

Das wohl wahr aber wärs dann nicht für die Erwachsen mal ein interessantes Filmchen, wenn man grad so etwas sieht? Wenns gut gemacht wird stell ichs mir ganz lustig vor.

Arius
20.01.2010, 07:14
Wäre doch mal interessant wenn jemand das mal schreibt oder verfilmt. Wäre sicher ganz amüsant. Falls es das nicht doch schon gibt.
Ich denk mir vorallem bei Märchen wo am ende der holde Prinz geheiratet wird. Die kenne sich doch meist kaum, allein bei Dornröschen. Er küsst sie und zack heiraten sie.

Ist bereits 1995 geschehen. Roger Zelany ging dieser Frage nach. Es war sein letztes Werk. Er konnte es nicht beenden.

Vier namhafte Autoren (Robert Asprin, David Drake, Jane Linskold; Michael A. Stackpole) schlossen sich damals zusammen, um Zelanys Werk zu vollenden.

Originaltitel: Forever After auf Deutsch: Am Ende aller Märchen bei Bastei Lübbe erschienen

Arius

Seppel
20.01.2010, 15:36
Kümmert mich kein Stück. Wenn die Geschichte zu Ende ist, brauch ich keine anschließende Daily Soap, die den Alltag der Protagonisten und ihrer Nachbarn darstellt.

Hathor
20.01.2010, 22:04
Kümmert mich kein Stück. Wenn die Geschichte zu Ende ist, brauch ich keine anschließende Daily Soap, die den Alltag der Protagonisten und ihrer Nachbarn darstellt.

:D

Das ist herrlich pragmatisch.

Irgendwie hast du ja nicht unrecht. Eigentlich ist es total langweilig, vom Ehekrach von Dornröschen und den Prinzen bezüglich Erziehung des ungeratenen Nachwuchses zu lesen oder darüber, ob Rapunzel einen neuen Kurzhaarschnitt hat oder Gretel eine Schlankheitskur wegen exzessiven Lebkuchenessens machen muss.

Dragonologist
05.02.2010, 11:58
@Bardin: Du meinst "Total verhext", das ist die deutsche Übersetzung von "Witches Abroad". "Hexen Hexen" ist von Roald Dahl.

Es gibt doch auch kämpfende Helden-Ehepaare! Ein gutes Beispiel sind Alix und Tavian aus "Der Verrat der Feuergilde" und den zwei Folgeromanen, sie bekommen sogar ein Kind und damit es auch so richtig dramatisch ist, stirbt die Mutter heldenhaft kämpfend. Soweit ich mich erinnern kann gibt es Tavian im ersten Band noch nicht, da ist Alix mit ihrer Freundin Rena unterwegs. Später sind sie dann ein Dreiergespann. So was finde ich wunderbar, wenn das Happy End in der Mitte der Geschichte stattfindet!

Pidraeg
14.06.2010, 18:19
Tja, was passiert nach der Traumhochzeit von Prinzessin Etepetete mit Bauernsohn Degenschwinger? Nachdem der Vohang gefallen und ein "Happy End" vor dem Sonnenuntergang angezeigt wird?

Die Antworten liegen auf der Hand:
Erstmal werden die unapetitlichen Reste der finalen Schlacht, der Siegesfeier und dem Junggesellenabschied aufgeräumt. Man hat das böse ja schließlich nicht dafür aus dem gestürzt, dass hinterher alles im Chaos versinkt *igitt*.
Dann freut sich das Beerdigungsunternehmen Spaten&Gruber über Einnahmen in Millionenhöhe, schließlich sind ja außer Kanonenfutterkandidat 367 noch zahllose weitere irgendwo bei anfänglichen Scharmützeln, Grenzkriegen, Kampfszenen und finalen Battlen und dem Showdown bei draufgegangen *freu*:rolleyes:.
Der schmierige Gehilfe des Obermotzes wird dazu verdonnert, ab sofort immer den Müll rauszutragen und den Abwasch zu machen*mph*.
Unwichtiger Nebencharakter Nr 47 verliebt sich in die attraktive Schankmagd/Krankenschwester/Frau aus den Gefährten, die der Held übersehen hat und sorgt für Heldennachwuchs, um dem Allmächtigen Gott "Autor" die Möglichkeit einer Fortsetzung zu geben:rolleyes:.
Es werden tausende Beileidsbekundungen für die Hinterbliebenen geschrieben von wegen: "in Heldenhaften Kampf gegen das üble Heer der Orks ist Wilfried gestorben. Er hat sein Leben für den Frieden gegeben und starb schnell an einer Kopfwunde... bla bla (in Wirklichkeit konnte Wilfried noch ne halbe Stunde mit seinen Gedärmen spielen, bis endlich, aber viel zu spät der unnütze Sanitäter kam und nix mehr tun konnte)
Die Bauern werden Staatlich bezuschusst, damit sie im nächsten Jahr wieder Wirtschaften können. Dadurch wird der zurückeroberte Schatz des Obermotzes gleich wieder ausgegebenO.O.
Die Minen und unterirdischen Stahlöfen und Maschinen der Orks werden dazu genutzt, die Industrialisierung voranzutreiben und noch mehr Wald abzuholzen.
Das Traumpaar kriegt ein süßes Baby, den Throhnerben Pausback, der sich alsbald als unbezähmbares Monster entpuppt, der das Königreich in eine neue Katastrophe reitet und nur von dem Sohn des Unwichtigen Nebencharakters Nr 47 besiegt werden kann*gähn*.

Old Faithful
15.06.2010, 08:39
Im Grunde finde ich es ja doch interessant, was aus liebgewonnenen Romanfiguren nach Beendigung der eigentlichen Handlung noch passiert. Aber für einen wirklich gelungenen "Epilog" müßte ich jetzt in meinem Gedächtnis furchtbar kramen. Was mir richtig gut gefallen hat waren die Bände "Belgarath" und "Polgara" von David Eddings. Quasi in einem (kleinen) Epilog-Rahmen wurde die Vorgeschichte der beiden Zauberer erzählt. Das hatte mir fast noch besser gefallen als die eigentliche Haupthandlung.

Vapor
02.07.2010, 22:56
In einer klassischen Heldengescchichte aller Bösewicht ist Tod die arme dezimiert die ordnung wieder hergestellt und alle Heiraten und Kriegen Kinder interessiert mich das nicht wirklich.

Was mich noch Interessieren würde wie es weitergeht währe was passiert nach dem 4ten Teil der Bissreihe. Ich meine die Voltarie sind eigendlich unbesiegt wieder abgezogen aber eigendlich noch deutlich in der Übermacht.

Oder wie kA mehr wer es sagte Edward glaube ich. sie werden wahrscheinlich wieder kommen und versuchen sich uns einzeln vorzuknöpfen.

Außerdem wollte Bella ja noch irgendwas studiren. zudem ist ihr Kind in 7 Jahren erwachsen und dannach wahrscheinlich nicht ewig bei Mama und Papa rumhängen wollen sondern ehr mit Jake.

Sie braucht also hobys.


Die Buchreihen wo mich das was nach dem Ende kommt noch Interessierrren würde währen.... mir fallen keine wirklich guten ein.

Die Wächter der Nacht würde ich mich eventuell über weitere Geschichten freuen allerdings wird der Autor das wohl nicht mit sich machen lassen.

Die Bartimäus reihe eventuell was mit Kitty passiert. Ider mit barti der war einfach sympathisch.

Ansonsten ist es eigendlich schwierig wirklich gute Geschichten zu Schreiben die nicht zu Haarsträubend sind und trozdem nicht langweilig werden.

Eigendlich istt so was in einer fantasy Geschichte schwierig umzusetzten.

Das währe dann eine wo es keinen Klassichen Endboss wie beispielsweise Sauron Herr der Ringe in Galbatorixin Eragon der Dewar in die Elfen oder die deversen Ficher aus die Zwerge gäbe. Sondern einfach nur Charaktere von dennen einige auch durchaus als endboss herhalten können aber halt nicht besiegt werden jedenfalls nicht endgültig.
einfach wie eine Serie ohne endgültigen Sieg oder Niederlage.

wobei wir das Scheinbar nicht wollen oder sich niemand traut sowas zu Schreiben.

ZwergenTurner
03.07.2010, 10:08
Vapor, ich bitte dich, kannst du dich nicht etwas besser ausdrücken?
Mehr als die Hälfte versteht man gar nicht und bei vielen Worten musste ich mal all meine Kreativität anwenden, um herauszufinden, was das denn überhaupt heißen könnte!
Es ist so wirklich mühsam deine Posts zu lesen...

Snöblumma
04.07.2010, 16:36
Im Grunde finde ich es ja doch interessant, was aus liebgewonnenen Romanfiguren nach Beendigung der eigentlichen Handlung noch passiert. Aber für einen wirklich gelungenen "Epilog" müßte ich jetzt in meinem Gedächtnis furchtbar kramen.

Die beiden Beispiele, die du bringst, kenn ich leider nicht... aber ich mag Epiloge an sich, genauso wie Prologe. Ich will eigentlich immer wissen, was aus den Figuren wird, die ich da über hunderte Seiten begleitet hab. Das Problem ist nur (für den Schriftsteller), rechtzeitig den Absprung zu schaffen. Das "Happy End" ist ja eigentlich auch nur ein Augenblick, in dem alles stimmt und alles passt. Sowas ändert sich realistischerweise sehr, sehr schnell; das Böse ist nie endgültigst besiegt, etc. etc. Darum find ich Epiloge ganz schön, die den Tod der Hauptfiguren zeigen, weil dann wenigstens deren Leben abgeschlossen ist. Ich weiß, klingt irgendwie makaber, aber das gibt mir irgendwie das Gefühl, eine Geschichte sozusagen "ganz" miterlebt zu haben.:D Dafür eignet sich ein Epilog ganz gut, meiner Meinung nach, weil damit das ganze Kinderkriegen-BeziehungskrisenÜberstehen-usw. übersprungen werden kann. Das alles eins zu eins mitzubekommen fände ich einfach nur langweilig (oder es ist so spannend, dass es ein Sequel werden muss*gg*).

lycidas
09.07.2010, 19:59
Im Grunde finde ich es ja doch interessant, was aus liebgewonnenen Romanfiguren nach Beendigung der eigentlichen Handlung noch passiert. Aber für einen wirklich gelungenen "Epilog" müßte ich jetzt in meinem Gedächtnis furchtbar kramen.

Ja, mir gehts da ähnlich :)
Gelungene Epiloge sind in der Fantasy Mangelware, was glaube ich vor allem einen Grund hat: Es gibt keine Geschichte, die man absolut und vollkommen abschließen könnte. Das Leben der Charaktere geht weiter, man müsste also einfach gleich das nächste Buch über sie schreiben, zumindest, wenn der Abschluss nicht zu einseitig ausfallen soll.
Entscheidet der Autor sich dagegen für einen Epilog, so hat er mehr oder weniger zwei Möglichkeiten: Er lässt den Held sterben (für mich die beste Alternative, auch wenns etwas makaber ist). Das setzt eine echten Schlusspunkt unter das Geschehene.
Die andere Möglichkeit (praktiziert mit bestenfellas dürftigem Erfolg im siebten Harry Potter) besteht darin, alle Handlungsstränge in einem Friede-Freude-Eierkuchen Ende verlaufen zu lassen. Nur so kann man vermeiden, neue Fragen und Handlungsstränge aufzuwerfen. Und das ist so ziemlich das billigste und einfallsloseste, was ich mir als Abschluss für ein Buch vorstellen kann.

-> Mein Schlussplädoyer: Hände weg vom Epilog. Damit kann ein Autor ganz problemlos innerhalb eines halben Dutzends Seiten die grandioseste Buchreihe ruinieren.

ZwergenTurner
09.07.2010, 20:04
Hm, Epiloge sind tatsächlich Segen und Fluch zugleich^^
Ein Epilog, den ich mir auch länger merken werde, ist der vom 4. Zwerge-Band. Eigentlich wurde nicht mehr wirklich viel erklärt und eigentlich ist auch nicht mehr wahnsinnig viel passiert, aber es hat einen schön vom Buch in die Zwergelosigkeit begleitet. Der hat mir wirklich gefallen.

Heute habe ich Die Rebellin(Canavan) durch und da war der zweiseitige Prolog hingegen relativ überflüssig. Vom Erklärungsstatus recht ähnlich mit "Die Zwerge", aber trotzdem. Ich weiß nicht was Epiloge ausmacht, aber ich weiß, DASS sie etwas ausmacht^^

Und das Prologe eine schöne Reihe gar zerstören können? Na... So weit würde ich dann doch nicht gehen.

Harlekin
09.07.2010, 20:09
Epiloge funktionieren für mich nur als Cliffhanger.

Mal ehrlich, kann man die Geschichte nicht einfach beenden und die Charaktere sich selbst überlassen? Wenn man tausende von Schlachten geschlagen und den finsteren Tyrannen vom Thron gestürzt hat, darf man als Protagonist ja wohl einen anständigen Ruhestand erwarten! Und damit meine ich keine Scharen von durchgeknallten Fans, aufdringlichen Stalkern und der Fantasy-Boulevardpresse, die das traute Heim belagern. Selbiges trifft natürlich auch auf allzu neugierige Leser zu, die es einfach nicht ertragen können, dass ihre geliebte Reihe nun endgültig vorbei ist.

Deshalb bitte ich euch in eurem eigenen Interessen und dem eurer Idole: Lasst die Helden ruhen! Sie haben es verdient.

lycidas
09.07.2010, 20:12
Bei den Zwergen war der Epilog aber auch direkt an die Haupthandlung angeschlossen, also eigentlich nur ein abschließendes Kapitel und kein Rückblick auf die weitere Geschichte der Helden. Solche Kapitel mag ich auch gerne, wenn sie eben einfach die Geschichte abrunden, aber durchaus die Fragen offen lassen, wie es denn nun weitergeht.
Naja, zerstören war vllt etwas hart ausgedrückt...aber ein mieser Epilog hinterlässt immer so einen richtig faden Beigeschmack bei mir, weil er einfach der Eindruck ist, mit dem man das Buch schließt und es danach für Monate oder Jahre nicht mehr aufschlägt. Und sowas muss dann doch nicht sein, oder? :(

ZwergenTurner
09.07.2010, 20:48
Ja, das ist schon klar;)

Wie gesagt, solch ein Epilog gefällt mir.
Ich hatte auch mal einen, wo noch schön über einige Seiten geschildert wurde, wie jeder einzelne Prota seine Ende fand. Ziemlich unnötig.
Aber das Buch wurde mir deshalb nicht nervig.

Ansonsten finde ich hat Harlekin recht.
Mir ist es wirklich 50 mal lieber, wenn man sich den Rest selbst denken kann, so kann man vom passiven Seitenfressen mal in die aktive Denkerrolle schlüpfen^^

lycidas
10.07.2010, 08:07
@ Harlekin
Deshalb bitte ich euch in eurem eigenen Interessen und dem eurer Idole: Lasst die Helden ruhen! Sie haben es verdient.
Geht mir genauso. Es gibt nichst schlimmeres (nicht einmal einen misslungenen epilog ;)) als einen Autor, der sich partout nicht davon abhalten lässt, seine Helden, mit denen er einmal Erfolg hatte, danach wieder und wieder in neuen Abenteuern zu verwursten, ja geradezu totzuschreiben.
Und es ist einfach nur tragisch, zuzusehen zu müssen, wie die geliebten Helden immer mehr in Belanglosigkeit und Bedeutungslosigkeit versinken, weil der Autor entweder keine Ideen mehr hat oder einfach die Ideen aus seinem ersten Teilen neu auflegt.
Auch in diesem Sinne ist ein endgültioger Abschied am Ende eines guten, gelungenen Abenteuers besser, als die armen Helden durch immer neue Ereignisse zu hetzen.