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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Funny Games U.S.


treogen
09.03.2010, 07:54
Vorab erst mal:
Dieser Film ist nur in einer 18er Fassung erhältlich. Und das ist auch gut so.
Aber wer jetzt einen Film mit viel Blut und gezeigter Gewalt erwartet, ist hier definitiv falsch.
Ja, es gibt Gewalt - aber sie spielt fast ausschließlich im Off statt. Der Zuschauer ist also gezwungen, nicht nur den Fernseher, sondern auch den Kopf einzuschalten - etwas, was heutzutage im Horrorbereich sehr selten geworden ist.
Damit ist dieser Film also eigentlich (trotzdem es ein Remake extra für den US-Markt ist) nach wie vor nicht für den Massenmarkt geeignet. Kauflustige sollten den Film also vorher lieber erst einmal zum Probeschauen ausleihen.

Wie Remake?
Ja, genau.
Funny Games U.S. ist das Remake des 1997 herausgekommenen Filmes Funny Games. Allerdings ist der Regisseur bei beiden Filmen der selbe: Michael Haneke. Und das Remake soll (ich kann es nicht beurteilen, ich kenne das Original nicht) ein szenegenaues Remake sein.

Zur Handlung:
Familienurlaubsidylle. Vater, Mutter, Kind, ein Ferienhaus.
Dann - unerwarteter Besuch. Ein junger Mann, der nett um ein paar Eier bittet. Irgendwann stößt auch noch sein Freund dazu und langsam eskaliert die Situation. Dem Vater wird mit einem Golfschläger das Knie zertrümmert, Frau und Sohn als Geisel genommen, der Familienhund erschlagen.
Dann die perfide Wette: "In 12 Stunden seid ihr tot!"

Ungewöhnlich an dem Film sind vor allem die beiden Peiniger, die anfangs fast wie der nette Junge von nebenan rüberkommen und Stück für Stück Einblick in ihr eiskaltes Inneres zulassen. Dazu passt auch die klinisch weiße Kleidung, die die Beiden tragen.
Ungewöhnlich auch, den Zuschauer so direkt einzubinden. So spricht einer der beiden Peiniger den Zuschauer an, stellt ihn eine rhetorische Frage. Dieses Element hat fast etwas von Theater, zieht den Zuschauer noch mehr in das Geschehen - ja, macht ihn fast zu etwas wie einem Mittäter.
Das Fehlen der Filmmusik macht diesen Film noch beunruhigender und wirklicher.
Und dann wäre da noch die Fernbedienung, mit der die beiden Peiniger dafür sorgen, dass das Spiel nach ihren Regeln abläuft...

Fazit: Ein Film, der verstört, wenn man sich darauf einläßt. Ein Film, der langweilt, wenn man nicht gewillt ist, sich darauf einzulassen.

Funny Games U.S.

Jarlaxle
11.03.2010, 20:33
Der Film ist nach meiner Ansicht genauso überflüssig wie das Original von 1997!

NICHT DAS ICH NOCH ÄRGER BEKOMME, DA ES BIS JETZT NUR EIN KLEINER EINZEILER IST!

Ein Film, mit welchem der Regisseur, Autor oder sonst wer einfach nur darstellen will, wie primitiv der Zuschauer ist uns sich über den Zuschauer stellt um zu zeigen, dass er dem einfachen Zuschauer überlegen ist, der ist einfach nur überflüssig.

Da er gute 15 Millionen gekostet hat (was kostet bei diesem Film 15 Millionen?), und nur $7,932,762 eingespielt hat ist er definitiv ein Flop und das ist auch gut so!!!

Verräter
11.03.2010, 23:03
Ich habe vom Original ca. die ersten 30 Minuten gesehen und den Remake komplett. Soweit ich beurteilen kann, sind die ziemlich gleich.

Funny Games ... einer dieser Filme die man mal gesehen hat, aber die ich niemals weiterempfohlen habe, obwohl ich ihn wirklich nicht schlecht finde.
Wo ich andere Horror/Thriller/Splatter (was auch immer) Filme sehe, bni ich meist nur leicht belustigt und erfreue mich an dem ein oder anderen nett gemachten Special Effect. Funny Games ist anders. Hier ist die Grausamkeit wirklich plastisch. Schon sehr früh begann ich mit der Familie mitzufühlen in ihrer Hilflosigkeit.
Zum einen sind ihre Handlungsweisen und Beweggründe zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und zum anderen (würde ich mal sagen) recht natürlich.
Und anstatt Spannung mit schnellen Szenenwechseln, düsterer Musik oder rasanten Verfolgungen künstlich zu produzieren (wie es sonst alle tun) macht man hier genau das Gegenteil. Bis zu 8 Minuten ohne einen einzigen Schnitt ja nicht einmal mit großartiger Handlung (einfach nur der Versuch einer der Personen sich von ihren Fesseln zu befreien) und im Hintergrund einfach nur die allgegenwärtige, drückende Stille.

Zuerst aufmerksam auf den Film bin ich durch ein Interview mit dem Regisseur über den Film gesehen habe, äußerst interessant was dieser Mann zu dem Werk sagt. Besonders wenn es um den Grund geht, warum die beiden Männer all das tun. aber im Grunde bleibt es bei der einzigen Erklärung die es im Film dafür gibt: "why not?"

Insgesamt ein äußerst intensiver Film, erschreckend - verstörend. Aber (wie treogen sagte) man muss sich darauf einlassen können und wollen, ansonsten sollte man den Film nicht sehen.