PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hexen


Warin
03.03.2008, 19:14
...die auf dem Zaun Reitende - das ist die Bedeutung des althochdeutschen "hagzissa", aus dem sich unser heutiger Begriff der Hexe entwickelt hat.

Doch was ist eine "auf dem Zaun Reitende"? Sie wandelt zwischen den Welten, kennt sich sowohl in der diesseitigen, als auch in der jenseitigen Welt aus. Sie ist ein wenig anders... Vielleicht bewandert in der Kräuterlehre, vielleicht mit besonders ausgeprägten Sinnen (von übernatürlichen will ich gar nicht sprechen) gesegnet oder als Heilerin begabt.

Erst die christlichen Inquisitoren der frühen Neuzeit haben sie in Pakt mit den Teufel gebracht, ein schöner Vorwand, um alles unliebsame und andersartige zu vernichten und zu verbrennen.

Ich mag Hexchen iwie. Und ich glaub' auch nicht, dass sie alle mit Warzen und einem Buckel auf die Welt kommen. Dieses Bild kommt wohl eher daher, dass "Hexen" noch in einem Alter unter den Menschen weilten, in dem andere längst dem Siechtum anheim gefallen waren.

Und wie sieht's in der Gegenwart aus? Gibts keine Hexen mehr? Oh doch, es gibt sie: Wicca, in den USA sogar als Religion anerkannt. Verglichen mit anderen Religionen, die die einzige Wahrheit für sich beanspruchen, ein toleranter, symphatischer Glaube, wie ich finde. Mir gefällt daran vor allem die Naturverbundenheit.

Wie haltet ihr's mit Hexen? Sympathie oder Antipathie? Böse, alte Frauen oder kundige Heilerinnen? Oder einfach nur Fabelgestalten, die euch nicht weiter interessieren?

nazgul666-rr
03.03.2008, 19:22
schwer zu sagen

Kräuterkundig wie Snape? - besser dann nur eine Fabelgestalt
Intelligent und gut wie Hermione? - warum ist sehr nett rübergekommen
gut im Umgang mit dem Besen wie Ginny? - sicher auch

wobei der Begriff Hexe eher negativ ist - ich bevorzuge da eher Magierin das ist neutraler, weil auch mit einem Hexer wird was böses verbunden

Hathor
04.03.2008, 19:35
Als ich klein war, war mein Hexenbild von der bösen hässlichen Hexe im Märchen geprägt. Inzwischen kenne ich auch andere Interpretationen, zum Beispiel die der heilkundigen, naturverbundenen Frau.
Und natürlich die bedauernswerten Geschöpfe, die vor allem im 17.Jahrhundert als Hexen verschrien, gefoltert und getötet wurden. Gruselig: die letzte Hexe in wurde 1782 verbrannt, und das mitten in Europa...

Sehr schön fand ich die Darstellung der Hexen in Pullmans Dark-Materials-Trilogie. Serafina Pekkala ist ein faszinierendes Geschöpf.

Oder Terry Pratchetts Hexen wie Oma Wetterwachs oder Nanny Ogg: Die beiden machen zwar einen harmlosen Eindruck, übertrumpfen aber beispielsweise die hochgeachteten Zauberer um Längen.

Ich binne nicht tot

Nuramon
04.03.2008, 20:42
In unserer Stadt kam es 1533 zum ersten Hexen bekenntnis.

Gebke Rehborgs wurde wegen Zauberei Festgenommen und
gestand Zauberei mit Weihwasser und Zauberei mit geweihtem Salz, sowie einen Teufelsbund.
Ihr Zauberbuch und ihre Zaubermaterialien wurden öffentlich verbrannt.

1652 wurde die letzte Hexe (Dorothea Hoffmeister) hier bei uns verbrannt. Sie wohnte in der gleichen Straße in der ich jetzt wohne.

Ist schon ein bischen unheimlich wenn man darüber nachdenkt.

*hide*

Saro
06.03.2008, 17:37
Hallo
Also ob es Hexen gibt oder nicht da bin ich mir nicht sicher, ich würde es hoffen!
Aber in der tat finde ich den Historischen Hintergrund viel Interessanter.
Wie Schon Nuramon sagt, es ist schon Unheimlich wenn man dran denkt.

bisou
06.03.2008, 20:29
In Anblick der Tatsache wurden die Hexen ja darum verurteilt, weil man ihnen ja nachsagte, Menschen heilen, verletzen, töten etc. zu können. Alles quatsch, sage ich.

Meine Theorie baut sich darauf auf, dass man früher die Möglichkeiten verschiedener Kräuter nicht kannte. Und trotzdem glaubé ich daran, dass auch heute noch Hexen existieren. Es gibt viele ungeklärte Geheimnisse und ich denke, dieses gehört dazu.

Geschichtlich kann ich nicht viel dazu erzählen, ich habe mich noch nicht wirklich damit befasst. Nichtsdestotrotz ist es für mich ein absolutes Streitthema.

Die Sache mit der Hexenverbrennung und der Folter, um das Geständnis aus ihnen herauszulocken, sind in meinen Augen menschenverachtend. Da kommt bei mir die Frage auf, warum die Menschen früher Frauen und auch Männer verbrannt haben, díe ihnen mit ihrer "Hexerei" geholfen haben.
X.X

Nuramon
06.03.2008, 21:03
Weil es ketzerei war. Es war nicht im Sinne der Kirche das irgendwelche dahergelaufenen Gestalten aufeinmal mit wilden Methoden Menschen zuheilen versuchten und fremde Götter anbetete. Es konnte nicht sein, dass man jemanden verehren würde der nicht an Gott glaubt. Die Kirche war das Gesetzt. Natürlich währe das in der heutigen Zeit unvorstellbar aber damals war es so.
Ich denke, das alle oder die meisten sogenannten Hexen die auf dem Haufen brannten, nicht einmal wussten wie man Hexe schreibt.

Hathor
06.03.2008, 21:12
Weil es ketzerei war. Es war nicht im Sinne der Kirche das irgendwelche dahergelaufenen Gestalten aufeinmal mit wilden Methoden Menschen zuheilen versuchten und fremde Götter anbetete.

Ja. Vor allem auch, weil sich viele heilkundige Frauen als Hebammen betätigten und den Frauen bei der Geburt beistanden. Und wenn dann ein Trank ins Spiel kam, der die Geburt erleichterte oder die Schmerzen linderte, war das in den Augen der Kirche natürlich eine große Sünde. Denn "unter Schmerzen sollst du gebären" steht es in der Bibel. Und eine klare Aufforderung zur Tötung gibt es auch im Buch aller Bücher. "Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen."

ExLibris
07.03.2008, 09:05
Nein ich glaube nicht an Hexen. Was heute die mystische, geheimnisvolle Faszination ausmacht, ist das Verlangen nach Übersinnlichem, nach Magie in unserer doch sehr rationalen Welt.
Den Ursprung haben die "Hexen" ganz einfach in den medizinischen Kenntnissen von Frauen im Mittelalter. Scheinbar auf unerklärliche Weise konnten sie Menschen heilen. Ich kann mir schon denken, dass das angsteinflößend gewirkt haben muss.
Dass es für die Frauen wichtig war sich dieses Wissen anzueignen, welches Kraut bei welchem Symptom hilft, war ein reiner Überlebenszweck und kein mystisches Hobby. Und da alle anderen von diesem Wissen ausgeschlossen waren, und sich diese scheinbaren Phänomene nicht erklären konnten, musste es übersinnlich sein.

Das rationale Wissen vom menschlichen Körper, von Blut, von Medizin wurde erst später entdeckt. zB duch Leonardo DaVinci und seine anatomischen Studien. Selbst bei DaVinci, vor der Zeit der Aufklärung, war das alles "Teufelswerk". Aberglaube ersetzte das Wissen.
Wie Hathor schon erwähnt hat, haben diese Frauen auch oft als Hebamme gearbeitet. Eigentlich erinnern mich die damaligen "Hexen" auch sehr an die Medizinmänner bei Naturvölkern.

Aber wie echt war die Hysterie bei die Hexenverfolgung die darauf passierte? Ich gehe davon aus, dass die kath. Kirche diese Panik unter der Bevölkerung absichtlich geschürt und geleitet hat. Denn die Zeit der Aufklärung war damals eine Bedrohung für die Kirche.
Nur mit Auslöschen der rationalen Erkenntnisse konnten sie weiterhin so mächtig bleiben. Sogar allein das Bedürfnis nach Erkenntnissen wollten sie unterbinden. Also mussten die Menschen Angst davor haben. Damit sie mit Hass und Verfolgung dagegen vorgehen.

Saniya
07.03.2008, 10:29
Da sieht man mal wieder, wie die Kirche drauf ist.
Man könnte meinen, grade die seien die Vernünftigeren.
Seit jeher ist es ja so, dass die Menschen sich für alles, was sie sich nicht erklären können, in Ausreden flüchten und seien diese noch so unsinnig.
Was die damaligen "Hexen" angeht, bin ich auch der Meinung, dass das Frauen waren, die sich einfach nur besser als andere mit Kräutern und Heiltränken auskannten.
Alte, zauberstabschwingende Frauen mit Warzen auf der Nase und schwarzer Katze auf der Schulter? Reine Märchenfiguren *hexe*
Aber was ist mit den heutigen "Hexen"? Frauen, die behaupten, in die Zukunft blicken zu können und anderen mythischen Kram veranstalten? Das nenne ich schlicht und einfach: HOKUS POKUS.
Schön für die, die dran glauben wollen.

ExLibris
07.03.2008, 11:43
Aber was ist mit den heutigen "Hexen"? Frauen, die behaupten, in die Zukunft blicken zu können und anderen mythischen Kram veranstalten?
Ich denke solange man es nicht zu ernst nimmt, kann es ganz lustig sein. Aber leichtgläubige Menschen auszunutzen und ihnen damit Geld abzunehmen, finde ich daneben!
Eine zeitlang war es ja auch wieder ganz modern, sich eine Wicca zu nennen. Überhaupt der ganze Esoterik Bereich ist wieder sehr beliebt. Damit wäre ich vorsichtig, damit das eigene Leben nicht zu sehr von der Realität abhebt.

Nuramon
07.03.2008, 17:56
Aber ist es nicht so, dass auch Frauen als Hexe hingestellt wurden die z.B schielten und somit den "bösen Blick" hatten. Oder wenn in der Nachbarschaft eine Fehlgeburt war und man jemanden nicht abkonnte hat man einfach gesagt: Hier die alte von neben an hat unser Haus verflucht. Irgendwo starben Kühe ider Schafe und es musste ein Schuldiger gefunden werden. Und es war sehr bequem zu behaupten das das alte Weib dort eine Hexe sei. Man wollte halt einfach dran glauben und solange die Kirche das unterstütze war es schon gefährlich wenn man nur rote Haare hatte.
Was ich eigentlich sagen wollte ist, das nicht alle Hexen = Heilkundige waren.

Elyon
08.03.2008, 19:48
Ich denke auch, dass es Hexen nicht gibt, jedenfalls die, die in den Märchen vorkommen. Man kann eine, die sich mit Kräuter und so auskennt, auch als Hexe bezeichnen. Unsere Nachbarin zum Beispiel, sagt selber, sie sei eine Hexe. (Sie hat einen Kräuter- und Teeladen). Für mich sind die Hexen eigentlich gar nicht böse,(muss wohl an der Nachbarin liegen:D)

Mamol
10.03.2008, 22:08
Für mich gibt es 3 Arten von Hexen:

1) Die Märchenhexe, das böse in Person, bucklig, alt und voller Warzen. Kocht in großen Töpfen und braut schlimme Tränke.
2) Die Fantasy Hexe. Von der gibts verschiedene Variationen, von dem Märchenbild bis zu einer Hermine reicht da alles. Meist eher positiv, intelligent und helfend.
3) Die heilenden Frauen während der Hexenverfolungen in Europe. In meinen Augen eine der größten Schanden in der Geschichte der Menschheit, im Namen eines selbsternannten Gottes andere Menschen zu foltern und grausamst zu töten, nur um das Volk zu beruhigen und einen Sündenbock für Dinge zu finden, die sie nicht mehr mit ihrem Gott erklären können. Das ist einer der Gründe weshalb ich eine Abneigung gegen die Kirche als Institution hege und auch in gewisser Maßen gegen den christlichen Glauben.

Antipathie oder Sympathie gegen Hexen? Eher Sympathie ;)

Mery_Fantasy
11.03.2008, 09:39
Also für mich gibt es nur eine wahre Hexe ... die auf dem Besenreitende, kreischende, hackennasige und dennoch zierliche ...

Mad Bull
12.03.2008, 12:17
Hexen sind zur Zeit in einer schönen Fantasygeschichte kaum wegzudenken.
Sie haben immer noch das mystische und geheimnissvolle an sich,
das Stoff für eine Geshcichte liefern kann.
Bei mir sind alle Sorten von Hexen vertreten:
liebenswerte, schöne, zickige, boshafte, verrückte,
naive, schlaue, eitle, sensible, hässliche, schwatzhafte, grausame, verlogene,
mächtige, magisch unbegabte, usw.
Ach, ich könnt sie noch den ganzen Tag noch beschreiben.
Genial ist, das sie durch die Vielfalt eine menge künstlerische Freiheit bei der Beschreibung liefern.

Einfach ausgedrückt, ist die Hexe eine Frau mit mystischen Kräften.
Das ist für mich die einzige Gemeinsamkeit. Der Rest ist frei ausdenkbar für einen Autor.Dazu kommt, das es sehr schöne Frauen unter ihnen gibt, das wird auch immer wieder gerne in einem künstlerischen Prozess mit eingebunden.

Hexen? Gut das sie gibt.:)

Sanatii
16.03.2008, 00:41
Hexen mochte ich schon immer. Zwar fand ich sie als Kind einwenig Angsteinflößend, dennoch übten sie immer eine faszinierende Wirkung auf mich aus. Die erste Geschichte an die ich mich erinnern kann, ist auch die der Baba-Jaga. Später, aber immer noch als Kind, wurde "Die Hütte auf Hühnerfüßen bzw. Die Hütte der Baba-Jaga" aus "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgski zu meiner Lieblingsmusik. (naja die anderen auch, aber die haben weniger mit Hexen zu tun ;))

Das es tatsächlich oft reichte, von einer "eifersüchtigen" Nachbarin, als Hexe betitelt zu werden um auf dem Scheiterhaufen oder mit Steinen behängt auf dem Grund eines Sees zu landen, fand ich schon damals fürchterlich. Eine Zeitlang hab ich mich auch gründlich mit dem Thema auseinandergesetzt. Was blieb war eine unglaubliche Wut auf die Kirche die scheinbar enorme Angst vor heidnischen Ritualen und wissenden Frauen hatte. Aber das Thema Kirche ist ein anderes.

Interessant find ich, dass es in fast allen Kulturen einen gewissen Hexenglauben gibt und dass diesen meist der Böse Blick eigen ist. Dennoch weigere ich mich den Hexen böses anzulasten, mögen sie in Sagen und Märchen noch so viele Kinder verspeist haben *mmh*. Für mich sind Hexen immer noch etwas "mystisches". Frauen, die keineswegs mit dem Teufel im Bunde stehen, vielmehr mit dem Guten in Verbindung sind. Frauen, die über besonderes Wissen verfügen, altes Wissen wie die Kräuterkunde und Heilkunst und vielleicht auch über gewisse Gaben. Wäre zB. Hildegard von Bingen nicht Äbtissin gewesen, wäre sie sicher auch als Hexe verbrannt worden.

Übrigens hab ich mal wo gelesen, dass aufgrund der Hexenverfolgungen in Europa, fast alle reinschwarzen Katzen ausgerottet wurden.

bisou
17.03.2008, 13:33
Hexen mochte ich schon immer. Zwar fand ich sie als Kind einwenig Angsteinflößend, dennoch übten sie immer eine faszinierende Wirkung auf mich aus.


bei mir war das genauso. Als kind habe ich nur bücher über hexen oder zwerge gelesen. das war die erste lesephase meines lebens. dann kamen elfen, trolle, magier etc. dazu. heute bin ich eher bei thrillern oder horror (hab cih wohl von meiner mutter geerbt. sie liest ausschließlich solche bücher).

unter einer hexe habe ich mir (und tue es auch jetzt noch) immer eine junge frau mit schwarzen haaren und augen vorgestellt, die mit einem leinensack auf dem rücken auf einem kleinen pony reitet.

dabei hatte sie immer die rolle der gutmütigen kräuterfee die den menschen half. und von dieser überzeugung habe ich mich nie abbringen lassen. bis heute nicht.:)

Cloudy
21.03.2008, 16:30
Für mich sind Hexen einfach kräuterkundige Frauen. Darum glaube ich natürlich, dass es sie gibt. Meine Schwester ist z.B. eine Wicca und bezeichnet sich auch selbst als Hexe.

Angelclaw
22.03.2008, 20:18
Meine Schwester ist z.B. eine Wicca und bezeichnet sich auch selbst als Hexe.

Damit hab ich mich auch sehr viel beschäftigt... ich bin der Meinung, dass der Mensch immer probiert, alles verstehen und wissenschaftlich zu erklären. Ich glaube einfach, dass es Dinge gibt, die Menschen einfach nicht verstehen können. Und Magie ist eines davon.

Wie ich klein war, dachte ich auch immer gleich an die hakennasige, böse, im Wald lebende Frau :rolleyes: (Vorallem hat da meine Oma erfolgreich einen Teil dazu beigetragen -.-)

Jetzt bin ich der Meinung, dass das Frauen sind, die im Einklang mit der Natur leben, und ihre eigenen Kräfte (mental und körperlich) perfekt unter Kontrolle haben. :)

gaea embla
22.03.2008, 20:38
Ich denke, was man heutzutage so als "Hexen" bezeichnet, sind eigentlich nur Frauen (aber auch Männer!), die sehr naturverbunden leben und sich der Kraft der Natur und der Kraft des Geistes und des Körpers sehr bewusst sind. Sie wissen, wie man Kräuter, Symbole usw. nicht nur zur Heilung des Körpers einsetzt, sondern wie sie sich auch auf die Psyche auswirken. Das erscheint im ersten Moment vielleicht übernatürlich, ist es aber nicht. Es ist eigentlich nur gut eingesetztes Wissen über die Kraft der Natur und das Unterbewusstsein des Menschen. Ich bewundere solche Menschen wirklich sehr.
Manche selbsternannten "Hexen und Hexer" neigen allerdings dazu, ihre Fähigkeiten zu sehr zu mystifizieren. Und wenn es dann zu Tarot, Pendeln und Kristallkugel-Wahrsagen kommt, wirkt die Sache wieder unglaubwürdig und fast lächerlich. Ich denke, deshalb ist das Wort "Hexe" so negativ belastet. Es gibt aber durchaus "Hexenkünste", die sehr sinnvoll und überhaupt nicht lächerlich sind, zum Beispiel Energiearbeit, Meditation und Atemtechniken, mit denen man Kontrolle über Geist und Körper bekommt.

Mad Bull
19.04.2008, 17:51
Hab mir die Freude gemacht und mir den Thread nochmal durchgelesen.

Ein paar von euch hat die Hexen richtig lieb gewonnen.
Ich muss schon zugeben, das Ich als Schreiberling verführt war ein paar Textpassagen zu ändern. Doch nichts gibts. Ein paar von ihnen müssen einfach böse sein.

Das gibt der Geschichte so richtig die Würze.;)

Ollowain
19.04.2008, 21:46
Ich mag Hexen eigentlich ganz gerne. Mit dem Begriff verbinde ich aber hauptsächlich bucklige etwas ältere Frauen, mit etwas strähnigen Haaren und immer ein Rock.
In der heutigen Zeit wären sie vielleicht Chemielehrerinnen :rolleyes:

Auf jeden Fall haben sie für mich etwas mit Kräutern etc. zu tun, mit Magie im Sinn von "Ich hau dir einen Blitz an die Rübe" eher nicht. Das machen sie mit dem nicht zwangsläufig bösen, aber undurchsichtigen und zwielichtigen Charakter wett.

Magierinnen sind für mich die schönen jungen Frauen, die die Männer verzaubern. Oder einfach spirituell/esoterisch begabt/bewandert sind.

Allanon
20.04.2008, 07:15
Magierinnen sind für mich die schönen jungen Frauen, die die Männer verzaubern. Oder einfach spirituell/esoterisch begabt/bewandert sind.


wow, waren es aber nicht die hübschen, unnahbaren Frauen, die allein lebten und wirklich etwas von der Heil und Kräuterkunst verstanden, oder die Tätigkeiten nachgingen die sonst Männern vorbehalten waren, welche die Inquiaition zu Hexen abstempelte?
Für mich waren Hexen immer, die einsam im wald lebenden Frauen, vor denen jeder sich zu fürchten schien, die aber im allgemeinen ein gutes Herz hatten und sehr hilfsbereit waren.

liebe Grüße

Allanon

Nejira
20.04.2008, 13:10
Als kleines Kind hatte ich Angst vor Hexen - vor allem weil mir ein Cousin immer von der Kellerhexe erzählt hatte, die angeblich in einem Holzstapel in seinem Keller lebte.
Geändert hat sich das durch diverse Bücher, wie zum Beispiel "Die kleine Hexe" und das was ich im Geschichtsunterricht über die Hexenverfolgungen und -verbrennungen gelernt habe.
Heutzutage bin ich ein Fan von Hexen, wie sie in den meisten Fantasyromanen dargestellt werden - kluge Frauen mit einem enormen Wissensstand, die nicht mit dem Strom schwimmen, sondern ihren eigenen Weg finden, auch wenn der abseits aller konventionen liegt. Dabei ist egal, ob Magie oder nur Kräuterkunde im Spiel ist.
Wer möchte, kann sich von mir aus auch heute noch eine Hexe nennen und wenn sich das auf den Umgang mit Kräutern und den Bezug zur Natur bezieht, ist das irgendwie eine Weiterführung der Frauen, die damals aufgrund ihres Wissens verfolgt wurden - aber dass sie Magie praktizieren, werde ich ihnen nicht glauben.
Das Faszinierende an Hexen (also die, welche hexen können) ist meiner Meinung nach, das Prinzip des "Was wäre wenn...", was im allgemeinen den Reiz des Phantastischen ausmacht. Daran glauben ist etwas anderes - aber man kann es sich vorstellen...

Lucyfairy
23.05.2008, 16:04
Ich beschäftige mich bereist seit Jahrzenten - na gut, einem - mit dem Glauben an Hexen und ganz allgemein übernatürliche Wesen, auch Vampire u.a.

Letztes Jahr war ich auf dem Trip Wicca zu werden, aber weil mir niemand meine Fragen beantworten konnte, hab ichs sein lassen. Nichts desto trotz beschäftige ich mich damit, ich lese Bücher darüber, recherchiere im Internet usw.

Was mir an Wicca so gut gefällt, ist, dass sie die Natur nicht als selbstverständlich nehmen, wie die meisten Menschen es heutzutage tun. Wicca achten, verehren und (versuchen zu) schützen.



Ganz allgemein glaube ich an alles übernatürliche. Warum sollten Hexen usw. nicht exestieren, nur weil die Menschheit nicht daran glaubt? Manche glauben auch an Gott, aber gibt es Beweise dass er exestiert?

Aktuell fällt mir zum Thema Magie Chris Angel ein, auch Mindfreak genannt. (Hat so eine Show auf MTV). Er läuft zum Beispiel auf dem Wasser, während Menschen unter ihm drunter schwimmen, und vor ihm und hinter ihm. Oder er läuft von einem Hausdach zum anderen, ohne Seil oder sonst was, nur so in der Luft. Mir kann absolut niemand erzählen, dass das Tricks sind, auch wenn CA das selbst sagt und immer seine "Stundkoordinatoren" dabei hat... Man müsste mir schon so einen "Stunt/Trick" BEIBRINGEN, damit ich glaube, dass es wirklich NUR ein Trick oder ein Stunt ist. Bis dahin, halte ich CA für einen sehr talentierten Magier. (Hexer/Hexe klingt ziemlich negativ finde ich, weil es immer mit schwarzer Magie assoziiert wird, selten mit weißer.)

DisAster
22.07.2008, 20:55
Aktuell fällt mir zum Thema Magie Chris Angel ein, auch Mindfreak genannt. (Hat so eine Show auf MTV). Er läuft zum Beispiel auf dem Wasser, während Menschen unter ihm drunter schwimmen, und vor ihm und hinter ihm. Oder er läuft von einem Hausdach zum anderen, ohne Seil oder sonst was, nur so in der Luft. Mir kann absolut niemand erzählen, dass das Tricks sind, auch wenn CA das selbst sagt und immer seine "Stundkoordinatoren" dabei hat... Man müsste mir schon so einen "Stunt/Trick" BEIBRINGEN, damit ich glaube, dass es wirklich NUR ein Trick oder ein Stunt ist. Bis dahin, halte ich CA für einen sehr talentierten Magier. (Hexer/Hexe klingt ziemlich negativ finde ich, weil es immer mit schwarzer Magie assoziiert wird, selten mit weißer.)

Digitale Bearbeitung vielleicht ... Glaub es doch, ich lehne jeglichen solchen Unsinn ab. Wieso sollte es auch Gott geben? Wieso sollte jemand schweben können? Alles Unfug.

Hexen sind symphatisch. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Baba Jaga. Sie übt einfach eine Faszination aus. Das Hexenhaus auf Hühnerbeinen. *hexe*

Dabei mag ich die Bezeichnung Hagzissa irgendwie lieber als Hexe. Klingt ungewöhnlicher. ^^ Wie lautet der Plural davon?

ExLibris
23.07.2008, 07:52
Mir kann absolut niemand erzählen, dass das Tricks sind
Wären es keine, hätte man die Welt sicher schon darüber informiert, dass es einen Mann gibt, der über Wasser gehen kann. :)
Ich seh mir Mindfreak auch gerne an! CA versetzt einen in Staunen, und man fragt sich ständig "Wie macht er das bloß?!" Und das ist alles was ein "Magier" bezweckt.
Aber ein Trick ist eben nur faszinierend, solange man nicht weiß wie er funktioniert. Es steckt sicher unheimlich viel Aufwand, Organisation und Timing hinter den Täuschungen.
Vielleicht auch ein paar Kameratricks und bezahltes Puplikum... *flöt* Aber die Show ist sehr unterhaltsam. Könnte der nächste Copperfield werden, wenn er es live machen kann.

Kain
23.07.2008, 14:06
Aber ein Trick ist eben nur faszinierend, solange man nicht weiß wie er funktioniert. Es steckt sicher unheimlich viel Aufwand, Organisation und Timing hinter den Täuschungen.


Ja, man sieht einen Trick von irgendeinem Magier wie Copperfield und ist fasziniert von dem gesehenen. Weil man sich das Ganze nicht erklären kann, möchte man es für real halten, der vorwissenschaftliche Teil der Gehirnareale ist geneigt zu sagen, das muss ein Wunder sein.
Aber nur, weil ich mir nicht erklären kann, wie jemand es fertig bringt über das Wasser zu laufen und in der Luft zu schweben, muss das noch lange nicht real sein. Der wissenschaftlich geprägte Verstand sagt mir aber, dass ein Trick dahinter stecken muss, denn sonst wären hier die Gesetzmäßigkeiten der Physik außer Kraft gesetzt. Ich bin wahrscheinlich nur zu naiv, fantasielos oder zu unaufmerksam, um den Trick dahinter zu erkennen.

Lythande
18.09.2008, 19:04
Hallo,

ui, interessant, wenn man mal Zeit findet, im Forum herumzustöbern. Da ich mich seit meiner Kindheit mit dem Thema der Magie befasse, fand ich ganz amüsant, was hier so drinstand.
Ich nehme abstand von allen Fernsehtricks, Kristallkugelwahrsagern, Gläserrücken und sonstigem Müll. Ich will niemanden angreifen, aber das hat beim besten Willen nichts mit der Magie zu tun, die ich kenne und praktiziere.

Ich habe großen Respekt vor den heutigen Hexen, die nichts anderes sind, als Leute, die dem alten Weg folgen. Das hat nichts mit Hokuspokus zu tun, sondern ist eine Naturverbundenheit und uralte Erdmagie, die in manchen Familien als eine Art Tradition weitergegeben wird.
Wenn ich in Amerika leben würde, würde ich mir auch lieber Wicca in den Pass schreiben lassen, als eine der anderen Religionen.

Ts4EVER
22.09.2008, 18:35
...die auf dem Zaun Reitende - das ist die Bedeutung des althochdeutschen "hagzissa", aus dem sich unser heutiger Begriff der Hexe entwickelt hat.


Bei dem "Zaun reiten" schwingt auch ein leicht sexueller Unterton mit. Die damalige Gesellschaft hatte Angst vor sexuell unabhängigen (also unverheirateten) Frauen, da diese den Männern die Lebenskraft aussaugen. Wie das vor sich gehen sollte könnt ihr euch ja ausrechnen.

EinfachSo
13.11.2008, 14:26
finde ebenso, dass hexen früher "gebraucht" wurden um allen nicht erklärbaren dingen eine ursache zu geben und diese beseitigen zu können, wenn es in den kram gepasst hat... traurig aber sicher wahr....
weiters denke ich auch, dass zB wicca eine "modeerscheinung" ist, allerdings eine dich ok finde - naturverbundenheit ist sicher positiv!
und hexen sind einfach ideal für jedes buch - man kann auf grund ihrer vielseitigkeit einfach alles aus ihnen heraus holen ohne das es unglaubwürdig erscheint.... hexen "dürfen" einfach ohne vorurteil oder skepsis böse, liebenswürdig, schräg oder dümmlich sein - es kommt immer gut an und ist jeder geschichte je nach inhalt dienlich
also ich mag hexen und stehe ihnen auf grund dieser großen palette an charaktereigenschaften sehr neutral gegenüber - stellt mir eine vor und macht sie lebendig (im buch natürlich :D)- ich nehme sie so an wie beschrieben! - wenn gut gemacht! :p


Wenn ich in Amerika leben würde, würde ich mir auch lieber Wicca in den Pass schreiben lassen, als eine der anderen Religionen.

da kann ich übrigens nur zustimmen! *ja*

*~Leya~*
13.11.2008, 15:43
ich persönlich finde hexen ganz tol. man kann keinem fantasygeschöpf so viele verschiedene fähigkeiten andichten wie den hexen, ausser den zauberern vielleicht wobei die meist auch als den hexen unterlegen dargestellt werden. deshalb lese ich bücher in denen auch hexen vorkommen viel lieber als solche in denen es nur die üblichen helden gibt, da den hexen fast alles möglich ist.

ausserdem finde ich es immer total süss, wenn die kleinen mädchen sich als hexen verkleiden. das hab ich früher auch immer gemacht.

besonders gut gefällt mir die hexe baba jaga. das ist diese russische hexe. alle märchen in denen sie vorkommt gefallen mir sehr gut, auch wenn sie manchmal sehr brutal und grausam sind. aber die beste hexe der ich je begegnet bin, ist sowieso madam mim aus "der zauberer und die hexe". den film kann ich einfach jedem empfehlen, der spass an den schönen alten zeichentrickfilmen hat. *auchen glänz*

WhiteXrystal
13.11.2008, 20:45
Ich kann *~Leya~* in gewisser Weise zustimmen. Hexen in der Fantasy sind vor allem so interessant, weil sie so wandelbar sind und kein wirkliches Klischee vertreten.

Elfen sind groß und schlank, haben eine Beziehung zur Natur und zur Magie und laufen meist geschickt mit einem Bogen durch die Gegend. Magier/Zauberer sind zumeist weise und haben eine ungeheure magische Kraft, die durch ihre Fingerspitzen oder ihren reich verzierten Stab fließt. Usw usf...
Hexen aber gibt es in den unterschiedlichsten Auffassungen. Da gibt es zum einen die bucklige alte Frau, die in einer alten Hütte Fische und Kröten seziert, Insekten züchtet und verzaubernde Tränke braut. Oder die gutmütige und zugleich mysteriöse Dame, die auf alles einen Rat weiß. Oder aber die junge Kräuterhexe, die in ihrer Höhle inmitten eines Waldes hockt und Kräuter und Bären sammelt. Oder jene Beherrscherin der Elemente, angelehnt an die Wicca-Religion. Oder die hässliche Nekromantin, die mit Toten zu sprechen vermag. Oder, oder, oder...

Werwolf
02.01.2009, 17:09
Also ich mache zwischen Hexen einen kleinen unterschied. Die aus den Märchenbüchern mochte ich nie, da sie oft als böse dargestellt werden. Wenn ich mir allerdings solche Hexen wie Bibi Bloxberg oder Hermine Granger ansehe, die da sind, um den Menschen zu helfen oder die für das Gute kämpfen und die auch noch gut aussehen, dann sind sie mir durchaus sympathisch.

Hydra
14.03.2009, 01:21
Mir sind natürlich auch die drei verschieden "Hexentypen" bekannt:
Alt und buckelig, hilfsbereit und naturverbunden oder die verfolgten Hexen. *hexe*
In der Fantasy-Geschichte die ich am schreiben bin (bitte jetzt nicht als Werbung auffassen *nein*) sind Hexen noch naturverbundener als sonst: Sie sind ein Teil der Natur: Praktisch unsterblich, oder eher mit einer sehr langen lebensspanne, ist jede für ein bisschen Natur zuständig, und bevor sie sterben müssen sie eine Nachfolgerin ausbilden welche dann ihre Stelle einnimmt, sonst stirbt das stückchen natur für das sie zuständig waren mit ihnen. natürlich haben sie auch heilkräfte usw.... halt dass alles was so zu hexen dazugehört...
Aber ich finde, darum dreht es sich gar nicht... also, es ist halt FANTASY und da dreht es sich drum, sich was völlig neues auszudenken, und nicht das erzählen was so viele autoren vor uns schon getan haben.

Lythande
14.03.2009, 07:30
Hallo Hydra,

super Idee mit deiner Geschichte! Viel Erfolg weiter beim Schreiben.

Genau das ist es, was eine Hexe ausmacht: Naturverbundenheit und die Verbindung mit dem Land. Früher war der Begriff der Hexe unbekannt und diese Frauen waren heilig und hoch angesehen, indem sie die Königin des Landes verkörperten, die dem König die Königswürde verliehen. ES war der "hast du bestimmt schon einmal gehört" Begriff der heiligen Hochzeit.

Heute wird dies in der Naturmagie so aufgefasst, dass man sich mit seinem Land oder besser mit der den Menschen umgebenden Natur in Verbindung setzt und versucht, z.B. den Lauf der Sonne und des Mondes zu bestimmen. Kräuterwissen gehörte von klein an bei mir dazu, denn meine Mutter liebt ihren Garten. Hexen stellten bestimmt auch Parfüm her (Idee vielleicht für deine Hexen in der Geschichte?) und waren kundig in Speise- und Heilkräutern.

Grüßle
Lythande

Alex
21.04.2009, 17:51
Ich finde Hexen zimlich cool und ich meine damit nicht alte runzlige Frauen die einen Zauberstab schwingen sondern.
Sondern die Frauen die früher als Hexen verbrant wurden.
Seit ich das Buch,,Hexenkind" gelesen habe sind mir diese Frauen noch sympatischer.
Darin geht es um ein Mädchen(Mary) deren Großmutter als Hexe verbrannt wurde.
Sie kann mit der Hilfe einer Unbekannten Frau fliehen und gelangt auf ein Schiff der Puritaner,die nach Amerika reisen(die Geschichte spielt ihn England)Aber auf dem Schiff und ihn der neuen Welt wir es für Mary nicht besser.

PS:Ich wurde gerne mehr über die heutigen Hexen wissen also wer etwas über dieses Thema weis.Bitte erzählen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!1

Seraphina
26.05.2009, 13:43
Ich hoffe, daß ich hier die Links einstellen kann ( weil es doch etwas viel Text ist, um es reinzustellen, oder gar in eigenen Worten zu übermitteln ):

Man beachte besonders den Absatz "Hexentanzplätze".
Beltane
http://www.jahreskreis.info/files/beltane.html

Der Hexenbesen waren mitgebrachte Reisigzweige und Weidenruten, mit denen ein kultischer Zaun, eine "Einhegung" vorgenommen wurde, wo der Platz geschützt und abgegrenzt war.
Also. DAHER stammt die Idee mit den Besen. Hatte mich schon immer gewundert, wie die Leute ausgerechnet auf Besen als "Fluggerät" gekommen sind.
A´propos: Wieso glaubte man damals überhaupt, daß angebliche Hexen auf besagten Besen fliegen? Und nicht, daß die Besen z.B. von alleine das Saubermachen anfangen? Warum fliegen? Gesehen hat es sicher keiner ( falls es doch behauptet wurde, dann war der "Zeuge" bestenfalls besoffen )! :rolleyes:

Die Priester trugen Masken und ein Hirschgeweih, an welchem man den Einweihungsgrad erkennen konnte. Auch das dürfte für ungebetene Zuschauer furchteinflößend und unheimlich gewesen sein.
Zum Beispiel konnte man die Priester mit dem gehörnten Teufel assoziieren?
Diese Männer haben tatsächlich mit den Priesterinnen an solchen Tagen rituell verkehrt ( = "Hieros gamos" oder "die heilige Hochzeit" ), woraus dann wohl die Idee der sog. Teufelsbuhlschaft entstand.

Nun, wenn man wollte, konnte man ALLE heidnischen Praktiken sich so zurechtbiegen, damit sie was "teuflisches" darstellten.


Jetzt was Aktuelleres:
Die Hexenkinder von Kongo
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenkinder_(Kongo)

Da hat mich v.a. folgende Aussage besonders verwundert:
Diese neue Welle des Hexenglaubens wurde durch die Harry-Potter-Romane ausgelöst oder zumindest verstärkt. Denn viele Einwohner von Kinshasa halten sie für eine Beschreibung der Realität.
Wie denn das? Liest es ein Lese-Kundiger den anderen vor und behauptet, so ginge es im heutigen England wirklich zu?
Zum Rest: Da fehlen mir einfach die Worte! :eek:

Allanon
26.05.2009, 14:32
Die Hexenkinder von Kongo

http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenkinder_(Kongo)


Wie denn das? Liest es ein Lese-Kundiger den anderen vor und behauptet, so ginge es im heutigen England wirklich zu?
Zum Rest: Da fehlen mir einfach die Worte! :eek:

Tja da fehlen nicht nur dir die Worte, da schlägt wieder der gnadenlose Fanatismus im Namen irgendeiner glaubensgemeinschaft zu Buche.
Hier wird mir wieder einmal ganz deutlich klar, das man alleine durch Wissen sehr viel Macht über andere erlangen kann.

So schnell kann man eine Verbindung von Hexen zu unserem Glaubens/Religionsthread erkennen. Über einiges davon wurde dort schon diskutiert.

Die armen Kinder, mich wundert allerdings das die Kirche da nicht eingreift und sich gegen diese fanatischen Gruuppen stellt.
Macht Einfluss und vor allem die Mittel dazu sollte sie doch eigentlich haben.

liebe Grüße

Allanon

starkhand
26.05.2009, 22:08
Moderne Hexen findet ihr z.B. in Vereinigungen von "Heiden", die sich zum Ziel gesetzt haben, alte Traditionen wiederaufleben zu lassen. Meinem Eindruck nach ist es jedoch nicht ganz einfach, herauszufinden, wes Geistes Kind die Leute sind. Da kocht jeder sein eigenes Süppchen. Ein Beispiel:
http://www.rabenclan.de/

Ischtar66
13.07.2009, 21:15
Hexen waren nicht "hässlich" sie waren schöne Frauen auf die ,die anderen Frauen Neidisch waren und so an die Kirche verraten wurden.

Zaunreiterin-Besenreiterin.Besen fliegen ,Besen Reisigbesen sind aus Holz ,Zeune (früher )auch.

Ich bin eine Wicca und nenne mich Hexenblut.Wicca ist keine Religion,ok in Amerika ist ja alles möglich.Wicca ist für mich eine Lebenseinstellung.Ich habe meine eigene Relgion.Glaube an das Göttliche in der Natur,an einen mänlichen u.einen weiblichen Gottheit.Ich glaube das Männer und Frauen zusammen gehören.

Denkt was ihr wollt! Aber ich bin ich und anders will ich nicht!

sueño
13.07.2009, 23:47
Hexen waren nicht "hässlich" sie waren schöne Frauen auf die ,die anderen Frauen Neidisch waren und so an die Kirche verraten wurden.



Auch, aber bei weitem nicht nur. Alte Frauen und Aussenseiterinnen waren auch unter den Opfern, ebenso wie Männer aller gesellschaftlicher Schichten und allen Alters.

In den Würzburger Archiven sind über 200 Opfer der Hexenprozesse festgehalten, z.B.:


die Goldschmiedin
ein fremd Mägdelein von 12 Jahren
der Ratsherr Baunach der dickste Bürger war zu Würzburg
der Bentzin Tochter
die Bentzin selbst
der Steinacher ein gar reicher Mann
der Lieblerin Tochter von 24 Jahr
ein Knab in der Schule
ein Mägdelein von 15 Jahren
ein Student wo viele Sprachen gekonnt und ein furtrefflicher Musiker gewesen
des Ratsvogt klein Söhnlein
ein blind Mägdelein
...etc...

Watro
14.07.2009, 00:35
Hexen... im grunde ja eigentlich keine Fantasywesen... esgab und gibt sie ja wirklich...mehr oder weniger... okay so wie sie in den Geschichten vorkommen natürlich nicht, aber es waren und sind ja eigentlich Kräuterkindige Frauen, die der damaligen Männerwelt Angst gemacht haben.

Die Fantasyhexen finde ich zwar ganz nett aber... naja mehr auch nicht.^^

Magitorius
14.07.2009, 09:26
Naja ich würde sagen Hexen gehören schon mit zu den Fantasywesen. Natürlich nur wenn sie Zauberkräfte besitzen.
Ich persöhnlich halt von ihnen nichts, was aber auch einen Grund hat:

Früher hat meine Couine so viel "Bibi Blocksberg" gehört, das ich fast verrückt geworden bin.
Das schädigt einen doch dauerhaft muss ich sagen :D

Was Anderes ist es wenn es sich um Magierinnen handelt, das hat durchaus seinen reiz ;)
Aber die fliegen ja auch nicht auf Besen, oder sind hässlich.

Watro
14.07.2009, 09:51
hmmm... stimmt... so gesehen klar... wenn man von den "Typischen Hexen" ausgeht, die Zaubern können stimmt das schon...


Naja... ich hab ab und zu mal Charmed gesehen...sonst habe ich mit diesen Hexen wenig am Hut (okay Harry Potter hab ich gelesen und da werden die Frauen ja auch Hexen genannt)

Rotkätzchen
14.07.2009, 11:40
"Isis Astarte Diana Hecate Demeter Kali Inanna ..."

Ich bekome gerade Lust, mal wieder Inkubus Sukkubus zu hören. ;)
Kennt jemand die britischen Vorreiter des Pagan Rock? In Britannien scheint das Hexentum bzw. der Spiritismus oder wie man es auch nennen will, beudeutend ausgeprägter zu sein, als bei uns. Muss an Stonehenge liegen. *ja*

Atain
16.07.2009, 09:18
Auch für mich hat das Wort "Hexe" durch die europäische Geschichte der Inquisition und der durch Aberglaube geschürten Lynchjustitz des späten Mittelalters (eher Neuzeit) einen negativen Beigeschmack, deswegen verwende ich im Bezug auf zauberkundige und weise Frauen lieber die Begriffe: Geweihte, Priesterin, Heilerin oder Magiekundige und Magierin (Zauberin klingt schön, aber ich bin mir nicht sicher ob das gramm. korrekt ist). Als Hexe würde ich in einem Fantasyroman auch eher eine Frau bezeichnen, die sich der Herstellung von Giften und Liebestränken widmet und sich mit Flüchen auskennt.

Wie wir heute wissen, wurden damals in Europa hunderttausende Frauen und Männer unter dem Vorwand, sie stehen mit dem Teufel im Bunde, grausam gefoltert und verbrannt.

Interessant finde ich die Idee aus dem Roman "Sakrileg", wo ja die Theorie aufgestellt wird, dass Maria die Gliebte von Jesus war und beide eine Tochter gezeugt haben, deren Linie eine Bedrohung für den Papst und die etablierte Macht der Kirche darstellen hätte können und dies ein Auslöser für die Hexenjagd war Dies wäre ein sehr rationaler Grund für den institutionellen Frauenhass der Kirche. Ausserdem mag ich die Theorie, weil sie doch einige Dogmen der Kirche völlig auf den Kopf stellt. :D

Ob es Hexen heute noch gibt? Nun, ich denke, dass der Begriff heute überholt ist. Die Wicca und den Neu-Paganismus sehe ich als Religion, welche die Kräfte der Natur ehren. Ich persönlich bin ein Sympathisant dieser Einstellung, denn was sonst sollte man verehren, als die Kräfte, die uns das Leben ermöglichen: Das Wachstum der Natur, die Wärme der Sonne, die Fruchtbarkeit der Erde, Sexualität, Geburt/Tod, Liebe und Zuneigung, die wir allem Lebenden gegenüber empfinden können. Ein gesunder Respekt vor den Naturgewalten schadet wohl kaum jemandem. Wenn da jemand seinem Glauben in einem Wicca-Zirkel Ausdruck verleiht finde ich das in Zeiten von Religionsfreiheit mehr als in Ordnung. Natürlich mit aller Vorsicht, nicht einer Sekte auf den Leim zu gehen, die einen finanziell, sexuell oder sonstwie ausnutzt.

Manche Zweige der Alternativmedizin und der Geomantie (Wünschelrutengehen) werden heute ähnlich betrachtet wie Hexerei früher, kommt mir vor. Manche Menschen setzen übertriebene Hoffnung in verschiedenen Praktiken, andere verurteilen diese schärfstens als betrügerische Halsabschneiderei.

Also gibt es meiner Meinung nach noch Dinge, die als "Hexerei" betrachtet werden. Besonders Umstritten erlebe ich Praktiken wie "Handauflegen", "Edelsteintherapien" und "Fernheilungen". Auch Methoden bei denen gependelt wird wirken oft sehr suspekt auf mich.

Dennoch möchte ich mich der Kraft der menschlichen Zuwendung nicht ganz verschließen. Bei psychosomtischen Beschwerden wirkt die Berührung einer liebevollen Hand oft mehr als ein schlechteingesetzes Medikament. Oft geht es ja darum wieder eine Harmonie in sich selbst zu finden, um schmerzhafte Anspannungen loslassen zu können und seelische Beschwerden körperlich zu verarbeiten. Da kann ein Mensch oft zauberhaft wirken, wo eine Tablette mit Chemie kaum etwas auslöst.

Zum Glück werden heute keine Menschen mehr verbrannt. Es passiert ja nurmehr einmal alle zehn Jahre, dass jemand an den Folgen eines Exorzismus verstirbt. Und das kann man dann wohl getrost in den Sparten "Krimineller Wahnsinn" oder "verbledeteter Fanantismus" verwahren.

Seraphina
16.07.2009, 15:32
Es gibt aber auch heute noch ein paar ... ähm geistge Inquisitoren, die alles ( auch harmloses ) als schädlich verteufeln, was nur im Entferntesten mit Zauberei zu tun hat.
Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit im Netz darüber gelesen, warum - nach Meinung gewisser "Experten" - die Harry Potter Bücher auf Kinder einen schlechten Einfluss haben und sie zum Okkultismus verführen ( die Aussagen waren schon älteren Datums ).
Wobei ich a) definitiv nicht glaube, daß Kinder durch die Lektüre zu irgendwas verführt werden und b) Okkultismus hier klingt als wäre es was Oberschlimmes!
Sofern ich weiß, gilt Okkultismus quasi als Synonym für Esoterik, oder sehe ich das falsch?
Nun, meine Mutter beschäftigt sich zumindest mit Esoterik ( "Magie" mit Tarot, Runen, Kerzen, Steinen, etc. ) und sie hat bisher nicht versucht mir die Kehle durchzuschneiden und mein Blut zu trinken oder Dergleichen! :rolleyes:
Deshalb frage ich mich echt, wie es sein kann, daß manche Leute ( wohl recht viele in Amerika wie´s scheint ) so veraltete Ansichten haben können?


Und ich habe auch im TV vor etwas mehr als einem Jahr einen Bericht gesehen, in welchem die "Leherin" einer sehr großen christlichen Sekte ( wie man das wohl nennen muß, doch leider weiß ich den Namen nicht mehr ) ihren kindlichen Schülern erklärte, daß Harry Potter auf den Scheiterhaufen gehöre und wären wir noch im Mittelalter, dieses auch möglich gewesen wäre. Ebenso wie alle anderen, die sich der verwerflichen Zauberei bedienen.

Mein lieber Schwan! Da kann man von Glück reden, wenn sie nur die Bücher verbrennen. Ausserdem fürchte ich, daß eines dieser gehirn-gewaschenen Kinder irgendwann in der Zukunft sich gewiss zu einem Mord an einer modernen Hexe herablassen wird. :(


Und noch was Absurdes:
Quelle:
wikipedia ( Bücherverbrennung im 21. Jhd )

Ebenfalls auf dem Scheiterhaufen landeten CDs ... sowie die Walt-Disney-Videos „Herkules“ und „Pinocchio“.

Gut, daß ich grade nichts gegessen habe, sonst hätte ich mich doch glatt verschluckt bei dieser Aussage! :eek:
Zuerst suchte ich nach einem möglichen Grund, welchen sie dafür haben konnen. Ich denke sie wollten die Videos wohl verbrennen, weil diese von der griechischen Sagenwelt erzählen bzw. weil da eine Fee vorkommt.
Was ein total unsinniger Grund ist, aber echt! *mph*

Vindfell
29.08.2009, 09:10
Also Harry Potter hat da ja meiner meinung einen kleinen fehler darin, das er Zauberinnen als Hexen bezeichnet, deren Macht ja auf anderen Mitteln beruht (zumindest stell cih mir eine Hexe immer mit höchstens einigen eingenartigen Kochbüchern vor und den Zauberer mit haufenweiße Büchern über dies und das in den unterschiedlchchsten Sprachen -> eher natürlcihe Magie und erlernte Zauberei)

So eine Lehrerin söllte man sofort vom diest suspendieren, denn a: so eine einstellung ist Menschenverachtend und in einer Demokratischen Gesellschaft nicht tragbar und b: gehören die Religiosöen Vorstellungen der Leute sowieso nciht in eine Schule!

Als interessante, richtig klassische Hexe, würde cih noch Baba Yagba erwähnen, von der gibt es relativ viele richtig tolle Geschichten!

Koboldkind
02.09.2009, 13:00
Ich finde es inedlich, wie sehr das Gleichnis Hexe = Kräuterkundige hier vorkommt. Denn zumindest auf die Inquisition trifft das nicht zu. Wie Sueno so schön gezeigt hat, dort war wirklich JEDER betroffen, nicht nur die arme Alte ohne Familie. Wir haben selbst mal ein Stück gespielt über Maria Strupp, welche sich um die Gefangenen kümmerte und sich dafür aussprach, dass diese Menschen besser zu behandeln seien. Sie kam selbst in die Schusslinie, einfach weil sie den Befehlshabenden auf die Nerven ging, wurde mit Folter zu Aussagen getrieben und schließlich hingerichtet. Ich denke, Hexen und Hexer waren damals einfach ein Ventil der Angst des Volkes vor Ereignissen, die sie sich nicht erklären konnten. Darunter waren natürlich auch Heilkundige, denn Krankheiten sind Strafen Gottet, und nur was Gott nimmt ist gut. Ich spekuliere mal, aber Ärzte durften bestimmt gefahrloser an den Leuten herumdoktorn.
Und der Absatz in der Bibel "Und die Zauberin sollt ihr nicht am Leben lassen" ist eine Übersetzung Luthers, die ich ihm übel nehme.*mph*

Hexerei hat für mich nichts mit Magie zu tun, eher mit einer guten Portion Pschikologie :D
Die Hexen von Pratchett stellen so mein Idealbild dar. Das war die Hexen bei der Rowling machen fällt für mich dann eher unter Zauberin, aber ich glaube einen Definitionsthread gibt es hierzu schon.
Doch wie einge hier schon sagten ist die Hexe ein sehr schwammiger Begriff, dessen Kräfte nicht genau festgelegt sind. Wie in der ganzen Magie übrigens nicht, daher sind für mich Zauberer nicht automatisch Dumbledores. Daher bin ich jedes mal gespannt, wie diese Magierin nun ausgelegt ist, wenn ich in einem neuen Buch darauf treffe.

Dumdidu
02.09.2009, 19:58
Ich habe mir letztes Jahr den "Malleus Maleficarum" - "Der Hexenhammer" gekauft und mich in ein paar Bereiche ein bisschen eingelesen.

Wenn man der vorliegenden Biografie glauben schenken mag, war Heinrich Kramer, der Autor dieses Buches, eigentlich der erste Inquisitor, der die Hexen mit den Regeln seines Buches bzw. wie sie auch in der ganzen Epoche der Hexenverfolgung angewandt wurde, getötet hat.

Im Grunde geht man auch davon aus, dass dieser Kramer auch vielleicht nicht unbedingt ein Frauenfreund war und auch psychisch nicht so ganz "normal" einzustufen war und er durch seinen Frauenhass dieses Buch dann erst so geschrieben hat, wie es heute vorliegt.

Er rühmte sich ja selber (ungefähr, weiß nimmer die richtige Zahl) an die 250 Hexen getötet zu haben.


Ich glaube Hexen/Hexer oder Frauen/Männer, die als solches eingestuft wurden, waren einfach wunderliche, mit vielleicht Fachwissen ausgestattete Menschen, die der normale Mensch nicht hatte.

Vielleicht durch Neid oder was auch immer, wurden dann diese Personen angeklagt und nur in sehr wenigen Fällen, konnte sie auch mit was weniger schlimmen rechnen als den Tod.

Was man vielleicht auch noch sagen sollte und ich bin wahrlich kein Verehrer der katholischen Kirche ist, dass die Kirche erst kritisch diesem Verfahren gegenüberstand und den Kramer auch einzudämmen versuchte.

Seraphina
03.09.2009, 21:50
Ich denke, Hexen und Hexer waren damals einfach ein Ventil der Angst des Volkes vor Ereignissen, die sie sich nicht erklären konnten.

Zum Beispiel die grossen Pestpandemien im späten Mittelalter in Europa. Was das göttliche Weltbild der Menschen erschüttert hat ( denn plötzlich wurden alle, auch die Unschuldigen "bestraft" ).
Der Hexenwahn kam auch erst im Spätmittelalter ganz gross "in Mode". Die Leute glaubten doch wahrhaftig an die Existenz des Teufels und seine Machenschaften. Besonders fürchteten sie seine Verführungskünste. Schönheit konnte demnach sein Werk sein. Und auch die Natur war urplötzlich voller Dämonen.
Ironischerweise erlag gegen Ende der Epoche die Kirche genau dem Hexenwahn, den sie ein paar hundert Jahre vorher noch als dummen Aberglauben ansah.
Und die Scheiterhaufen brannten noch bis ins 18.Jahrhundert hinein. :eek:
Alles Panikmache!

PS: Heutzutage haben wir dafür die verschiedenen Tiergrippen!

Allanon
04.09.2009, 18:05
Und die Scheiterhaufen brannten noch bis ins 18.Jahrhundert hinein. :eek:
Alles Panikmache!

PS: Heutzutage haben wir dafür die verschiedenen Tiergrippen!

Der letzte offiziel genannte, brannte 1782 in der Schweiz. Das schlimme ist nur das es auch heute noch aktive Hexenverfolgung auf dem afrikanischen Kontinent gibt. Der Mensch in seiner Unwissenheit ist leider zu allem fähig,


liebe Grüße

Allanon

Hathor
04.09.2009, 18:29
Der letzte offiziel genannte, brannte 1782 in der Schweiz.

Nicht ganz ;)
Anna Göldin wurde zwar der Hexenprozess gemacht, aber sie wurde enthauptet, nicht verbrannt.

Voriges Jahr (!) hat man sich übrigens dann entschlossen, die Frau zu rehabilitieren und von der Anschuldigung als Giftmörderin freizusprechen. Das wird sie aber freuen :rolleyes:

Allanon
04.09.2009, 18:54
Nicht ganz ;)
Anna Göldin wurde zwar der Hexenprozess gemacht, aber sie wurde enthauptet, nicht verbrannt.

Voriges Jahr (!) hat man sich übrigens dann entschlossen, die Frau zu rehabilitieren und von der Anschuldigung als Giftmörderin freizusprechen. Das wird sie aber freuen :rolleyes:

Das kann ja wohl nicht war sein, ich bin grad echt geschockt, ich habe hier ein Manuskript vor mir liegen, von einem Lehrer, zu Thema Hexenverfolgung, Inquisition usw. und da steht das drin. Dein Widerspruch hat mich dann zu Wiki geführt und tatsächlich... du hast recht (was ich eigentlich auch nicht anders erwartet hatte) danke für`s richtigstellen, werde in Zukunft doch wieder mehrere Quellen nutzen.

liebe Grüße

Allanon

Hathor
04.09.2009, 18:59
Naja, eigentlich ist die Todesart ja zweitrangig. Ich finde es vor allem schockierend, dass ein Hexenprozess und eine derart haltlose Anschuldigung samt Verurteilung in einer Zeit möglich waren, die als das Zeitalter der Aufklärung bezeichnet wird. Da schütteln wir den Kopf über das "finstere Mittelalter", dabei war die Zeit danach viel schlimmer...

Seraphina
04.09.2009, 21:59
Das "finstere Mittelalter" wird zu Unrecht so schlechtgemacht ... zumindest was die Hexenverfolgung angeht ( mit den Ketzerverbrennungen hatte man allerdings schon früher angefangen! )
Wie ich schon im letzten Post schrieb, kam die Hexenverfolgung in grossem Stil erst im Spätmittelalter in Mode und hatte wohl seinen Höhepunkt während der Renaissance.

@ Malleus Maleficarum
Die Autoren würde man doch zu gerne auf einen psychischen Schaden untersuchen. Wer sich solch abstruse Beweis(!)methoden ausdenkt ist nicht ganz normal im Oberstübchen ( wie kamen sie überhaupt darauf, daß dies Beweise sein sollten? )
Beweise waren z.B. die Wasserprobe ( die Verdächtige wurde gefesselt und ins Wasser geschmissen ... wenn sie oben trieb war´s ´ne Hexe, wenn sie unterging war sie unschuldig ... uuups, tschuldigung Fräulein daß wir dich Nicht-Hexe absaufen liessen :rolleyes: ). Es kam sogar vor, daß eine Frau erstmal nicht unterging, weil sich ihre Leinenröcke erst noch mit Wasser volltränken mussten. Ungeduldige Tester sahen dies als Beweis an und statt zu ertrinken, ist die Arme verbrannt worden.
Dann noch die Feuerprobe ( über glühende Kohlen laufen und wenn KEINE Verbrennungen vorhanden waren, war man unschuldig ... weil Gott die Unschuldige durch seine Macht gerettet hat ... ja klar! Haben das die Herren Inquisitoren an sich selber mal ausgetestet? Eher nicht. Sonst müssten die sich selbst anklagen :rolleyes: )
Und was ganz kurioses war:
Erzeugung eines Unwetters durch Abnehmen von Strümpfen der Hexe ( naja, irgendwann kam der nächste Sturm dann doch ... etwas eingerostet die Hexenmacht *pfft* )
Aber das Verrückteste ist doch, daß Tiere wie z.B. Kühe auch mal der Hexerei angeklagt und verbrannt wurden! :eek: Ich frage mich, wie diese sich verteidigen konnten ... durch einen Advokaten? ;)

Was mich verblüfft hat ist folgender Textabschnitt ( entnommen aus wikipedia ):
In seinem Hexenhammer beschreibt Kramer, dass Hexen mit aus (vor allem ungetauften) Kindern hergestellten Salben Gegenstände, wie etwa Sessel oder Holzstücke einrieben. Mit Hilfe eines Dämons erhöben sie sich dann in die Lüfte, um an Versammlungen anderer Hexen und an Hexensabbaten teilzunehmen. Kramer weist aber auch darauf hin, dass ein Flug auch ohne Einwirkung des Dämons, ohne Salbe und auch ohne Gegenstände möglich sei.

Äh. Und wie kommt der bitteschön drauf? Nahm der Kerl etwa Halluzinogene?
Denn ich bezweifle, daß irgendjemand eine fliegende Hexe beobachtet haben will ( erst recht nicht bei den Vorbereitungen zu besagtem Flug ) ... es sei denn der "Zeuge" war grade sternhagelvoll oder hat irgendein Kraut geraucht.

Hathor
04.09.2009, 22:12
Die Autoren würde man doch zu gerne auf einen psychischen Schaden untersuchen. Wer sich solch abstruse Beweis(!)methoden ausdenkt ist nicht ganz normal im Oberstübchen ( wie kamen sie überhaupt darauf, daß dies Beweise sein sollten? )


Es ging dabei sicher nicht darum, Beweise für die Wahrheit zu finden. Ich glaube, es ging einfach um Macht. Um Machtausübung gegenüber solchen, die entweder Autoritäten oder Althergebrachtes in Frage stellten (zB Frauen, die selbständig und unverheiratet leben wollten, die Kranke heilen konnten, die Geburtsschmerzen linderten...) oder einfach um Unterdrückung und Einschüchterung oder um das Ausleben von Sadismus unter dem Deckmäntelchen der Frömmigkeit und des Kampfes gegen den Teufel :rolleyes:.

Seraphina
04.09.2009, 22:27
In dem Fall waren sie wohl ganz tatsächlich frauenfeindliche perverse Sadisten. Miese Verbrecher an der Menschheit kurzum ( was besonders grotesk war, da sie ja Kleriker waren ... Nächstenliebe und Dergleichen haben sie wohl für ihren eigenen persönlichen Glauben abgeschafft )

Denn wenn nicht, dann muß deren Fanatismus ganz besonders bizarre Blüten getragen haben.

Der springende Punkt dabei ist doch der, ob besagte Typen wirklich selber daran glaubten, was sie da verkündeten?

Dumdidu
05.09.2009, 00:45
Ich denke mal die glaubten das mit Sicherheit in ihrem Eifer...

Wie ich schon mal geschrieben habe, glaube ich, das Kramer einfach nen Typ war, der Frauen gegenüber sowieso feindlich eingestellt war und da Frauen ja in dieser Zeit sowieso nur unterdrückt etc wurden, liegt es ja ganz nahe, dass man sie als Hauptschuldige für alles Übel nimmt.

Einfach nur die Tatsache das Mann glaubte, das das Kind vom Manne gezeugt wurde und die Frau nur zur Austragung diente, verdeutlicht ja schon irgendwie, was man da von der Frau hielt... :(:(

Ich glaub ja das alle diese Typen, die an diesem Buch mitgewirkt haben oder es dann so in den Mittelpunkt geschoben haben, einfach nur verklemmte, machbesessene Vollidioten waren... ò.ó

Allanon
05.09.2009, 07:27
In dem Fall waren sie wohl ganz tatsächlich frauenfeindliche perverse Sadisten. Miese Verbrecher an der Menschheit kurzum ( was besonders grotesk war, da sie ja Kleriker waren ... Nächstenliebe und Dergleichen haben sie wohl für ihren eigenen persönlichen Glauben abgeschafft )



Huhu du,

das stimmt voll und ganz, schau dir nur einmal die Liste der Foltermethoden an, die die Inquisition so auf Lager hatte, und dann noch die speziell für Frauen entwickelten Folterwerkzeuge. Da kamen wir Männer im vergleich wirklich glimpflich davon. Den Einfallsreichtum der da an den Tag gelegt wurde kann nur kranken verblendeten Hirnen entsprungen sein.

liebe Grüße

Allanon

mausezahn
09.09.2009, 22:08
Hexen haben immer schon zu meinen Lieblingsfiguren gehört! Als Kind hat mich natürlich die Knusperhexe oder die böse Baba Jaga mit der Gier nach Menschen- und vor allem Kinderfleisch in Grusel versetzt, andererseits habe ich "Die kleine Hexe Schrumpeldei" (kennt das noch wer? :D) auf und ab gehört, Hörkassetten waren das noch... Harry Potter hat natürlich später das Hexenbild geprägt, obwohl ich die mysteriöse oder sogar böse Hexe immer noch lieber habe... Mit den Wicca habe ich mich auch beschäftigt, faszinierende Sache!

In letzter Zeit habe ich drei sehr unterschiedliche Romane gelesen, vielleicht interessiert es ja andere Hexenfreunde:

Paulo Coelho - Brida - wunderschöne Geschichte aus einer sehr esoterischen Perspektive, es geht um Liebe, Seelenverwandtschaft und verschiedene Formen des Hexentums. Liest sich schnell und hinterlässt ein schönes Gefühl.

Claudia Toman - Hexendreimaldrei - zauberhaftes modernes Märchen, eine Art Urban Fairy Tale, wo die Hexen als Organisation mit Sitz in London auftreten und es zu einem fantastischen Wettlauf um Leben oder Tod kommt. Spannend und originell.

A. Lee Martinez - Eine Hexe mit Geschmack - klang vielversprechender als es war, gute Idee, aber wenig Story, dennoch mal eine ganz andere Hexensicht: die Hexe ist verflucht und eigentlich unhexenhaft schön und muss sich tarnen, giert aber dabei nach dem Fleisch stattlicher Ritter. Naja...

lg Romana

PS: Kennt jemand Maguires "Wicked" und "Son of a Witch"? Auch Lieblingsbücher von mir!

Finndabhair
11.09.2009, 23:09
Also für mich waren Hexen schon immer große vorbilder :D
ich hatte sie mir noch nie richtig als alte bucklige frauen vorgestellt
sondern immer als weise und klug und finde es deshalb wirklich schrecklich was in der Vergangenheit passiert ist
Und außerdem denke ich das die Christen ( zu denen ich auch gehöre ) überhaupt nichts gegen Hexen haben. Es waren nur die Kirchen oberhäupter die um ihre Macht fürchteten denn wenn es plötzlich Menschen gäbe auser der Kirche hätten sie diese ja nicht mehr
Hexen gibt es heute ganz bestimmt noch ich finde übrigens auch das das in Monika Molitor´s Buch Wicca Magie für Junghexen alles sehr schön beschrieben ist

LG Finn

Seraphina
15.09.2009, 03:09
Nun. Die damaligen Christen hatten aber schon einen Riesen-Schiss vor der angeblichen verderblichen Macht der Hexen.
Bestimmt wurden nicht wenige "verdächtige" Frauen von den normalen Leuten gelyncht, ohne daß ein Kleriker Wind davon bekommen hat.
War ja nicht besonders schwer: Man impft den hochgradig einfältigen Normalos genügend paranoide Angst ein vor den möglichen furchtbaren Folgen die es geben wird, wenn man den "Hexen" ( welche ja mit dem Oberbösewicht Satan im Bunde stehen ) nicht das Handwerk legt. Würzt das Ganze mit Lob und Belohnung nach dem Tode, ausgehend vom Himmelreich ... und voilà hat man eine gute selbstlaufende Lynch-Maschinerie.
Manch "seriöse" Leute haben sicherlich noch erst die Erlaubnis eines Fachmanns ( sprich: Priesters ) eingeholt, bevor es ans Foltern und Morden ging.
Jedenfalls ging das Töten der Hexen oft auch auf den Befehl von weltlichen Herrschern einher. Und Denunziationen ( sehr oft - absichtlich - falsche gegen Feinde ) nahmen stetig zu.

PS:
Und die Erlaubnis zur Verfolgung soll ja auch noch offenbar in der Bibel stehen ->
"Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen." ( 2.Buch Moses 22,17 )

Alcarin
25.09.2009, 16:59
Mir fällt auf, dass der Hexenglaube irgendwie nur in streng patriarchalischen Gesellschaften vorkam.
Zuerst tauchten die Hexen ja im Orient auf und kamen so in Homers Odyssee (Calypso, Circe). Bei den Völkern im westlichen Europa scheint der Hexenglauben erst mit der christlichen Gesellschaftsordnung heimisch geworden zu sein.
Man phantasierte sich Gestalten zusammen, die sich mit den herrschenden Gesellschaftsnormen nicht vereinbaren ließen. So etwas wird auch heute sicher noch gemacht, wenngleich wir auch viel liberaler sind als die Menschen im Mittelalter.

Seraphina
26.09.2009, 17:10
Mir fällt auf, dass der Hexenglaube irgendwie nur in streng patriarchalischen Gesellschaften vorkam.
Zuerst tauchten die Hexen ja im Orient auf und kamen so in Homers Odyssee (Calypso, Circe). Bei den Völkern im westlichen Europa scheint der Hexenglauben erst mit der christlichen Gesellschaftsordnung heimisch geworden zu sein.

Sog. Schadenszauberinnen wurden überall auf der Welt verfolgt und verurteilt ( ich tippe mal drauf, daß dies bloss alles Giftmischerinnen waren ).
Nicht bloss im Christentum.
Doch erst im Christentum kam dies ganz gross in Mode. Es wurde während dieser Zeit auch ein "schöner" Bestseller zum Thema geschrieben ( malleus maleficarum - Hexenhammer ).
Seltsamerweise war das im frühem Mittelalter noch anders.
So sagt Karl der Große ( 747 - 814 ) in einem Gesetz von 785 aus:
„Wer vom Teufel verblendet nach Weise der Heiden glaubt, es sei jemand eine Hexe und fresse Menschen, und diese Person deshalb verbrennt oder ihr Fleisch durch andere essen lässt, der soll mit dem Tode bestraft werden.“

Es wurde der Aberglaube erstmal also verurteilt.

Erst im späten Mittelalter verfiel man allgemein dem Hexenwahn. Es könnte auch was mit den zwei Pestepidemien zu tun haben, die zuvor 1/3 der Bevölkerung insgesamt dahinrafften. Man konnte sich dies Katastrophe nicht erklären, suchte nach etwaigen Schuldigen.
Gab schliesslich dem Teufel und seinen Handlangern die Schuld daran ( sog. Teufelspackt ) ... weil Gott ja nicht so schrecklich sein kann ( Anmerkung von mir: Auch wenn er's im alten Testament noch war ).
Man verdächtige besonders die Frauen ( weil sie ja eine schwache Seele haben :rolleyes: ) dem Erliegen der Verführungskünste des Teufels, v.a. aufgrund ihres grösseren Verlangens nach fleischlicher Sünde ( ach ja, heutzutage sind es eher die Männer, denen man nachsagt, sie seien "schwanzgesteuert" ) ... was schliesslich zur Teufelsbuhlschaft ( Sex mit dem Teufel ) führte und die Belohnung für die dann sog. Hexen war Macht, die man gefälligst nur zu bösen Zwecken verwenden solle. :p
Unabhängige Kräuterheilerin zu sein, war wohl in den Augen verblendeter Menschen solch ein böser Zweck. *tieffliegende Ironie*

In früheren matriarchalischen Gesellschaften war dies natürlich anders, weil die Frau dort eben nicht als ( seelisch ) schwaches Geschöpf angesehen wurde, wie es im Patriarchat der Fall ist.

Es gibt auch eine Theorie, welche besagt, daß die Idee einer Teufelsbuhlschaft durch Beobachtung gewisser heidnischer Rituale entstanden sein könne. Allen voran dem sog. "Hieros Gamos" ( heilige Hochzeit ), welcher sehr häufig in vorchristlichen Kulturen überall in Europa ( und offenbar auch Orient ) stattgefunden hat.
Eine Priesterin und ein Priester haben während besagten Rituals die Rollen eines Götterpaares angenommen und rituellen Geschlechtsverkehr getätigt. Dabei trugen die Beteiligten oft Masken ... der Priester sehr häufig eine mit Hörnern. Tja, da brauchte es wohl nur ein wenig Phantasie seitens frühchristlicher heimlicher Beobachter, damit sich daraus die Teufelsbuhlschaft entwickelte.

Eine andere Theorie besagt, daß die weisen Frauen, wenn sie in Hainen ihre Rituale durchführten, den Platz mit aufgestellten Reisigbündeln abgrenzten.
Fremde Beobachter fragten sich sicher, wozu diese seltsamen Frauen diese Besen da brauchten.
Und eines führte schliesslich zum Anderen. ;)

Sicherlich waren noch viele weitere Faktoren verantwortlich für die Entwicklung des Hexenwahns.

Alcarin
26.09.2009, 19:36
Der Ursprung des Hexenwahns könnte auch im Mutterkorn gelegen haben.
Dieser Pilz, aus dem heute LSD gewonnen wird, setzte sich bis ins 17. Jahrhundert im Getreide fest und wurde so Bestandteil von Mehl und Brot.
Eine Folge war das für die damaligen Menschen unerklärliche Antoniusfeuer.
Durchaus möglich ist aber auch, dass, wie manche Forscher meinen, sich die ganze mittelalterliche Bevölkerung in regelmäßigen Abständen in Rauschzuständen befand und darum jeder Wirrsinn für bare Münze genommen wurde.
Ein anderer möglicher Grund ist der Buchdruck. Diese wunderbare Erfindung Guttenbergs erlaubte jedem geistesverwirrten Theologen und Prediger seine wusten Gedanken einer breiten Öffentlichkeit darzulegen, wohingegen man solche Gestalten früher einfach mundtot machen konnte.
Dazu kamen die Umwälzungen im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, die bei den Menschen so große Verwirrung ausgelöst haben müssen, dass manch einer überall dämonische Kräfte walten sah.

finriel
01.01.2010, 01:48
Das Hexentum als Naturreligion ist die älteste Religion der Welt. Sie begann schon lange vor dem Einzugs der Christen als Sekte in Rom. Ich weiss gar nicht mehr genau wann. Jungsteinzeit? Ich glaube, ja. Die Religion der Menschen war damals noch frei von Regeln und Aberglaube. Sie sahen sich bloss alle der grossen Mutter untergeordnet, welche schlussendlich bloss ein Synonym für die Welt, die Natur oder das Schicksal ist. Warum eine grosse Mutter (Göttin)? Weil die Welt ein Ort des Lebens ist und die Frau diejenige ist, die das Leben in die Welt setzt. Ihre grösste Tugend bestand darin, dass sie alle Geschöpfe und Werke der grossen Mutter als gleichwertig ansahen. Sie empfanden sich selbst nicht als wertvoller als das Wild oder die Raubtiere, die Bäume und die Pflanzen. Dadurch, dass sie alles schätzten und respektierten hatten sie eine Verbindung zur Natur, die ihnen Möglichkeiten eröffneten, die wir als "magisch" bezeichnen würden. Das beste Beispiel hierfür war das Jagdritual. Die Jäger hielten am Tag vor der Jagd eine Zeremonie ab. Sie zeichneten Tiere und versanken in sich selbst. Sie stellten sich vor, wie sie an einer bestimmten Stelle des Waldes standen und auf ein Tier schossen. Am darauf folgenden Tag wanderten sie an eben jenen Ort und schossen genau so, wie sie es am VOrtag gedacht hatten. Man stelle sich vor, in diesem Moment springt ein Tier aus dem Gebüsch, direkt in die Schussbahn des Jägers.
Das ist es, das Resultat eines Lebens im Einklang mit der Natur. Alle Menschen haben einst so gelebt. Der Tod dieser Harmonie war das Denken, etwas Besseres zu sein, der christliche Grundsatz, dass der Mensch über die Welt gebieten sollte. So kam es auch zu KOnflikten zwischen den Christen und den irischen Kelten (natürlich nicht nur deshalb). Die Ideale der Kontrahenten gingen stark auseinander, denn die Kelten glaubten noch immer an die Göttin und wahrten ein Gleichgewicht. Durch das SInnbild der Göttin hatten die Frauen bei ihnen eine gleichwertige Rolle wie die Männer. Sie brauchten keine Kirche und keine Bibel, denn sie hatten die Wälder und die Seen. Dieser keltische Paganismus ist der Grundstein des Wicca. Denn die Wiccas streben nach einer Rückbesinnung auf die Wurzeln der Menschheit. Denn wie auch die Vorfahren in der Steinzeit pflegten sie einen harmonischen Umgang zur Natur, was auch ihren Druiden und Priesterinnen Kräfte gab, die später zu Zeiten der Christen nur noch Hexen bewahrten.
Denn das Grundideal des Hexentums ist die Ehrung der Welt und ihrem natürlichen Lauf.

Das ist genau der PUnkt, auf welchen ich hinaus wollte. Die Hexen des Mittelalters (auch deren männliche Gegenstücke) waren schlussendlich Menschen, die sich dieser Tradition erinnerten oder sie neu fanden. Sie waren naturverbunden genug, um die Kräfte der Natur zu erkennen und zu benutzen. Natürlich ist ein wichtiger Punkt hierbei die Kräuterkunde, doch auch für uns nur als "Magie" zu definierende, ursprünglich aber ganz normale Kräfte.

Das Aufkommen des HExentums hat seine Begründung darin, dass vielen Menschen klar wird, dass viele Werte in dieser heutigen Gesellschaft nicht mehr existieren. Im Grunde genommen gerade die wichtigsten aller Werte. Reinheit, Weisheit, Harmonie. Das Ende des Raubbaus der Menschheit auf Erden. All das ist keimt im Menschen wieder auf, sehr zum Wohle dieser Welt. Vielleicht ist dies die einzige Hoffnung für die Tiere und die Pflanzen. Die einzige Möglichkeit, die gierigen Griffe des Menschen zu behütenden Händen werden zu lassen, die erkennen, dass der Mensch schlussendlich nur ein Teil dieser Welt ist, und bei weitem nicht der wichtigste.

So, nun habe ich mich ausgeschrieben. Ich selbst bin mit sieben Jahren zum Hexentum gewechselt, aus eigenem Antrieb, weil auch ich diesen Drang in mir spürte. Früh kam mir die Erkenntnis, dass das, was der Mensch sich wünscht, oft nicht das ist, was richtig ist. Dass es Kräfte gibt, die nur aus der Verbindung zur Natur enstehen, kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Natürlich kann man sich darunter keine Feuerbälle vorstellen, aber Visionen, die die Zukunft zeigen, Lebenweisen zu heilen und andere, scheinbar unbedeutende Dinge, sind doch ein ansehnliches Resultat.

Mit freundlichen Grüssen

Finriel

PoiSonPaiNter
01.01.2010, 15:57
Ich selbst bin mit sieben Jahren zum Hexentum gewechselt, aus eigenem Antrieb, weil auch ich diesen Drang in mir spürte.Tut mir leid, aber dürfte ich nachfragen wie jmd mit sieben Jahren schon so viel wissen kann, dass das der richtige Weg für einen selbst sein soll?
Es mag unhöflich klingen aber ich kann mir das iwie schlecht vorstellen, dass jmd mit Sieben bereits soweit entwickelt ist um das zu entscheiden...obwohl ich nicht bestreiten will, dass es durchaus sehr erwachsene Sieben-jährige gibt.


@Topic: Die Hexenkunst ist ein sehr interessantes Thema über das ich mich immer wieder gerne informiere - weswegen ich den Thread auch immer mitgelesen habe ohne was dazu zu schreiben.
Ich selbst habe es leider erst geschafft nur wenig direkt darüber zu lesen. Einen Roman den ich besonders gut gelungen fand zu diesem Thema war z.B.
Elmar Bereuter-Hexenhammer
Schon mit "Die Schwabenkinder" hat Elmar Bereuter ein eindringlich erzähltes Stück Geschichte in Romanform gepackt und damit Leser wie auch Fernsehzuschauer berührt und bewegt. Auch mit seinem neuen Thema, der Inquisition und speziell der Hexenverfolgung, ist ihm wieder so ein bewegtes und bewegendes Buch gelungen. Erzählt wird die Geschichte des fantastischen Inquisitors Heinrich Institoris, der nicht nur die von ihm verachteten Frauen systematisch verfolgt, sondern sogar eine theologische und juristische Anleitung zur Hexenverfolgung verfasst, den "Hexenhammer". Bei seiner Verbreitung kommt ihm die Erfindung des Buchdrucks sehr entgeben. Erst als das ganz persönliche Umfeld des Inquisitors von seinem Fanatismus tangiert wird, beginnt eine Auflehnung gegen den christlich legitimierten Dominikaner. Fast alle Fälle, die im Buch geschildert werden, sind historisch zu belegen, was das Ganze noch bedrückender macht. Man braucht schon gute Nerven, um über so viel Leid, Ungerechtigkeit und Grausamkeit lesen zu können, zumal es der Autor versteht, genau den Gefühlsnerv zu treffen.
(Quelle: Bücher-Katalog Bibo-NB) Ein wirklich großartiges Buch. *ja* (Hab glaube ich "Lichtbringer" von ihm auch gelesen...bin mir aber nicht mehr so ganz sicher http://www.smileygarden.de/smilie/Smileygarden/argh.gif (http://www.smileygarden.de))
Den "Hexenhammer" bzw. das "Malleus Maleficarum" habe ich angefangen zu lesen, geschafft hab ich aus zeitlichen Gründen leider erst nur das Vorwort, aber selbst das zeigte mir bereits die Angst und alles andere auf, dass die Schreiber damals empfunden haben als es verfasst wurde. Hoffe nur dass ich es iwann wirklich nochmal komplett lesen kann.

Seraphina
01.01.2010, 19:02
Auch ich würde gerne wissen, wie man in diesem zarten Alter freiwillig zum Hexentum kommt.
Sicher, kleine Mädchen finden das oft sehr spannend mal "Bibi Blocksberg" zu sein. Ich selber war sehr oft in kindlichen Rollenspielen eine Hexe. Doch das war alles bloss Spaß und Spiel. Bei dir klingt das eher nach Ernst.
Und deshalb klingt das in meinen Ohren nach ( religiöser ) Indoktrination durch Erwachsene. Das ist nichtmal böse gemeint.
Ich meine, schliesslich kommt man auf diese Weise auch in die Weltreligionen hinein. Die Kinder werden in eine bestimmte Religion hineingeboren und schon von frühester Jugend an vom nächten Umfeld indoktriniert. Die meisten bleiben deshalb das ganze Leben über in besagter Religion. Ob sie nun tiefgläubig sind oder nicht.


Das ist genau der PUnkt, auf welchen ich hinaus wollte. Die Hexen des Mittelalters (auch deren männliche Gegenstücke) waren schlussendlich Menschen, die sich dieser Tradition erinnerten oder sie neu fanden. Sie waren naturverbunden genug, um die Kräfte der Natur zu erkennen und zu benutzen. Natürlich ist ein wichtiger Punkt hierbei die Kräuterkunde, doch auch für uns nur als "Magie" zu definierende, ursprünglich aber ganz normale Kräfte.
Ich glaube die meisten "Hexen" des Mittelalters waren einfach bloss gewöhnliche Menschen, die aufgrund irgendwelcher Racheakte von fiesen - bzw. wegen andersartiger "unchristlicher" Lebensweise von unvesöhnlichen - Mitmenschen denunziert wurden.
Im Frühmittelalter verhielt es sich zudem anders als im Spätmittelalter. Also kann man nicht von "dem" Mittelalter reden in diesem Sinne. Im frühen Mittelalter hatten verständlicherweise mehr mitteleuropäische Menschen Wissen über das Wesen der alten Religionen. Und zwar, weil das Altertum ( mit seinen vielen Naturreligionen ) noch nicht so arg lange zurücklag.
In meinem Heimatland Polen wurde das Christentum sogar erst im 10. Jahrhundert eingeführt. Davor hatten meine Ur-Landsleute im frühen Mittelalter völlig straflos viele Naturgötter angebetet.
Ich rede daher am besten vom Hochmittelalter ( ca. 1050-1250 ).
Die von anderen Hexen genannten, also jene mit grösserem Naturverständnis ( z.B. Kräuterheiler ) haben sich wohl eher nicht als Hexen bezeichnet, denke ich ( später wäre das auch blitzgefährlich gewesen ) oder sich an uralte Traditionen erinnert. Sie waren - wie du auch sagst - einfach nur naturverbunden, ohne die vorchristlichen Naturreligionen kopieren zu wollen. Ich bin mir sicher, daß auch sie zu Jesus Christus - wie eben üblich - gebetet haben und nicht zu einer Naturgottheit.


Das Aufkommen des HExentums hat seine Begründung darin, dass vielen Menschen klar wird, dass viele Werte in dieser heutigen Gesellschaft nicht mehr existieren. Im Grunde genommen gerade die wichtigsten aller Werte. Reinheit, Weisheit, Harmonie. Das Ende des Raubbaus der Menschheit auf Erden. All das ist keimt im Menschen wieder auf, sehr zum Wohle dieser Welt. Vielleicht ist dies die einzige Hoffnung für die Tiere und die Pflanzen. Die einzige Möglichkeit, die gierigen Griffe des Menschen zu behütenden Händen werden zu lassen, die erkennen, dass der Mensch schlussendlich nur ein Teil dieser Welt ist, und bei weitem nicht der wichtigste.


Das könnte ein Grund dafür sein. Nicht nur ein Grund für das Hexentum, sondern allgemein für solche Denkweisen der Esoterik, welche ja immer beliebter zu werden scheint.


Übrigens kannst du auch gerne im folgenen internen Thread über das Thema reden.
http://www.fantasy-forum.net/showthread.php?t=3470

finriel
02.01.2010, 12:53
Ich melde mich nochmal :)

Ich wurde eigentlich christlich erzogen, aber nicht strenggläubig. Meine Mutter ist sowieso keine Christin, das wusste ich mit sieben Jahren noch nicht. Doch das Christentum behagte mir nicht. Ich fühlte mich in dieser Religion nicht geborgen. ICh kannte niemanden, der dem Hexentum angehörte, ich konnte es nicht einmal als HExentum definieren, aber mein Glaube hat tatsächlich aus einem inneren Gefühl heraus die Strukturen des Hexentums angenommen (soweit es da Strukturen gibt). Ausserdem bin ich männlich, war schon ein Fantasy-Fan, mochte aber keine "Kinder-LIteratur". In der dritten Klasse war mein liebstes Buch Drachenfeuer von Wolfgang Hohlbein.

Desweiteren: Ich stimme absolut darin überein, dass die meisten Frauen (und Männer, nicht zu vergessen), die im MIttelalter verbrannt wurden, normale Frauen waren, die dem Wahn der Inquisitoren zum Opfer fielen. Mit dem Begriff "Hexe" bezog ich auf die Angehörigen der Naturreligion, nicht auf alle, die verbrannt wurden.

Seraphina
03.01.2010, 19:47
Desweiteren: Ich stimme absolut darin überein, dass die meisten Frauen (und Männer, nicht zu vergessen), die im MIttelalter verbrannt wurden, normale Frauen waren, die dem Wahn der Inquisitoren zum Opfer fielen. Mit dem Begriff "Hexe" bezog ich auf die Angehörigen der Naturreligion, nicht auf alle, die verbrannt wurden.

Klar. Aber ich meinte es eher so, daß auch eben jene Leute, die damals einen "naturverbundenen" Weg beschritten - welcher dem der alten Naturreligion-Angehörigen ähnelt - dies jedoch nicht taten um die Naturreligionen aufrechtzuerhalten. Sondern nur zufällig, weil sie sich eben zur Natur und ihren Wundern instinktiv hingezogen fühlten.
Soll heißen, ich bezweifle, daß diese Leute über die Jahrhunderte hinweg zu den alten Göttern, wie Odin ( oder wen auch immer ) beteten. Ich bin mir sicher, daß sie sich entweder an den aktuellen Gott hielten oder an gar keinen Gott.
Ich rede natürlich schon vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Mir ist klar, daß im frühen Mittelalter es noch vereinzelte Gruppen von Naturreligion-Vertretern gab. Zu einer noch relativ ungefährlichen Zeit. Diese zerbrachen jedoch im Laufe der nächsten Jahrhunderte.

Ich glaube eben nicht, daß Naturgott-Anhänger-Gruppen während all dieser gefährlichen Zeiten mit ihren umfassenden Kult, inklusive der notwendigen Rituale, sich hätten aufrechterhalten können. Als tatsächliche Gruppen meine ich.
Aber wenn es keine Gruppen mehr gibt, kann auch das umfassende Wissen einer Naturreligion nicht völlig erhalten bleiben. Nur einzelnes Wissen blieb deshalb hier und da erhalten.

Erst nachdem der Hexenwahn aufhörte ( grob gesagt im späten 18. Jahrhundert war er rechtmässig passé ... recht-mässig, nicht in den Köpfen aller Leute ) begannen sich manche Leute wieder der alten Werte zu erinnern und aus den Versatzstücken dieser alten Naturreligionen neue Ideen zu entwickeln.
Der Neopaganismus beruht nur auf alten Naturrreligionen, kopiert Teile davon. Es sind aber nicht die wieder ans Licht gekommene alten Naturreligionen. Jene, die sich angeblich über Jahrhunderte aufrechterhalten haben sollen.
Nein, das sind neu entstandene Systeme, die bloss Elemente der alten verwenden.
Ich rede natürlich von europäischen Glaubenssystemen, nicht von den idogenen Religionen auch heute noch existierenden Naturvölker, welche sich sicherlich ( mehr oder weniger ) aufrechterhalten konnten.

Uff, ich hoffe, man kann die Aussage in meinen Schachtelsätzen verstehen.

mittelalterpunk
04.01.2010, 22:39
Zum Thema Hexenverfolgung der Christen gibt es auch eine Theorie, die besagt, dass Frauen, die um die verhuetende Wirkung von Pflanzen wussten, gejagt wurden, da die Kirche nach der Pest wieder neue Arbeiter brauchte, die die "Hexen" ihr ja offensichtlich verweigerten, da sie die Faehigkeit hatten, Schwangerschaften zu unterbinden.
Ist mMn eine ziemlich gute und realistische Erklaerung, die historisch ja auch uebereinstimmen sollte.

Nebelkrähe
04.01.2010, 23:08
Im Frühmittelalter verhielt es sich zudem anders als im Spätmittelalter. Also kann man nicht von "dem" Mittelalter reden in diesem Sinne. Im frühen Mittelalter hatten verständlicherweise mehr mitteleuropäische Menschen Wissen über das Wesen der alten Religionen. Und zwar, weil das Altertum ( mit seinen vielen Naturreligionen ) noch nicht so arg lange zurücklag.

http://www.fantasy-forum.net/showthread.php?t=3470


Stimmt so nicht hunderprozentig. In der fränkischen Gesestzgebung Karls des Großen wird Beispielsweise derjenige Verurteilt, der andere der Hexerei anklagt, weil er sich der Verbreitung sinnlosen Aberglaubens schuldig macht.
Die Christen des frühen Mittelalters hielten das Heidentum schlicht für heilgeschichtlich überholt.

Alcarin
05.01.2010, 11:16
Selbst die Römer glaubten an Hexen. Cicero schrieb, man solle nächtliche Versammlungen von Frauen verbieten, sofern sie nicht Kulten zum Wohle des römischen Volkes dienten.
Aberglauben gab es also bis in die obersten Kreise, die eigentlich durch Philosophie und Politik abgebrüht waren.
Die Menschen sind halt zur Religion geschaffen. Wundersame, unerklärliche Geschehnisse gibt es ja noch heute.

Nebelkrähe
05.01.2010, 13:32
Selbst die Römer glaubten an Hexen. Cicero schrieb, man solle nächtliche Versammlungen von Frauen verbieten, sofern sie nicht Kulten zum Wohle des römischen Volkes dienten.
Aberglauben gab es also bis in die obersten Kreise, die eigentlich durch Philosophie und Politik abgebrüht waren.
Die Menschen sind halt zur Religion geschaffen. Wundersame, unerklärliche Geschehnisse gibt es ja noch heute.

In diesem Falle dürften wohl Aberglauben und Politik zusammenspielen. Der römische Kult ist schließlich als identitätsstiftend und staatstragend empfunden worden. Und wenn sich Frauen zusammenrotten und irgendwelchen Mysterienkulten nachgehen, ist dies auch ein Politikum.

Seraphina
11.01.2010, 20:25
Seraphina
Im Frühmittelalter verhielt es sich zudem anders als im Spätmittelalter. Also kann man nicht von "dem" Mittelalter reden in diesem Sinne. Im frühen Mittelalter hatten verständlicherweise mehr mitteleuropäische Menschen Wissen über das Wesen der alten Religionen. Und zwar, weil das Altertum ( mit seinen vielen Naturreligionen ) noch nicht so arg lange zurücklag.

Stimmt so nicht hunderprozentig. In der fränkischen Gesestzgebung Karls des Großen wird Beispielsweise derjenige Verurteilt, der andere der Hexerei anklagt, weil er sich der Verbreitung sinnlosen Aberglaubens schuldig macht.
Die Christen des frühen Mittelalters hielten das Heidentum schlicht für heilgeschichtlich überholt.

Weiß ich.
Sag ich doch.
Ich meinte, daß das frühe Mittelalter im Gegensatz zum späten noch nicht vom Hexenwahn allgemein besessen war.
Andererseits war in der Bevölkerung da noch das Wissen ( der alten Religionen ) vorhanden. Schliesslich war das Altertum erst seit "Kurzem" vorbei.
D.h. die "frühen Mittelaltler" ^^ waren diesbezüglich vernünftiger als die "späten Mittealtler". Manche übten wohl noch die alten Praktiken aus und man dachte sich noch nicht viel Schlimmes dabei. Die Gesellschaft dürfte das weniger als Hexerei angesehen haben oder gar als etwas Teuflisches. Jedenfalls nicht in dem Maße wie später ( da wurde man diesbezüglich immer pingeliger und absurder ).
Ich meine immer den Vergleich ( Früh-/Spätmittelalter ).