PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Adams Äpfel


Illyria
03.03.2008, 20:43
Schwarze Kömödie, Dänemark 2005, Laufzeit ca. 89 Min., Regie: Anders Thomas Jensen
mit Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Paprika Steen, Nicolas Bro, Ole Thestrup

Es geht um den überzeugten Gutmenschen Ivan, ein Landpfarrer in der dänischen Provinz, dessen Barmherzigkeit vor nichts und niemandem Halt macht. Ivan resozialisiert in seiner Oase der Nächstenliebe überführte Straftäter. Derzeit befinden sich dort ein Kleptomane und Vergewaltiger mit Alkoholproblemen, ein Tankstellenräuber und eine schwangere Frau, die früher Alkoholikerin war und daher um die Gesundheit ihres Babys besorgt ist.
Als es den überzeugten Alt-Neonazi Adam, einen 40-jährigen Erbärmling, in Ivans Kirche verschlägt, sind die Rollen klar verteilt – scheinbar. Doch kommt es häufig anders als man denkt. Schon sehr bald wird deutlich, dass Adam, der eigentlich unter der wohligen Behaglichkeit seiner Hitlerbildchen die Resozialisierungsmassnahme aussitzen will, der ignoranten Gutmütigkeit des Pastors nicht gewachsen ist. Es beginnt ein Kampf zwischen Ivan und Adam, der nichts unversucht lässt, die Grenzen der Güte des Pfarrers auf die Probe zu stellen.

Ich erinnere mich noch ganz genau als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe vor ein paar Monaten. Ich hatte keine Ahnung was für eine Art von Film mich da erwartet, geschweige denn worum es in dem Film überhaupt geht. Die ersten 5 Minuten zogen sich ein bisschen hin, es wurde kaum geredet und ich fing schon das erste mal an zu seufzen von wegen ,,wehe da passiert nicht gleich etwas''.

Und...was soll ich sagen, der Film besserte sich drastisch :D. Nach weiteren fünf Minuten fiel mir auch schon der Mund auf. Ich war mir am Anfang nicht im klaren, ob ich diesen Film ernst nehmen soll oder ob ich alles auf die deutsche Synchronisation schieben soll. Denn Adam soll sich am Anfang eine Aufgabe während seines Aufenthalts dort aussuchen und er entscheidet sich für das ungewöhnlichste überhaupt für eine Person in seiner Situation: Er will einen Kuchen backen, einen Apfelkuchen um genau zu sein. Dazu benötigt er nur die Äpfel des Baumes vor der Kirche. Gesagt, getan. Adams Aufgabe fortan besteht darin, sich um den Apfelbaum zu kümmern, doch in den nächsten Wochen werden die Äpfel immer wieder dezimiert wie z.B. durch Vögel. Ivan, der jede noch so kleine oder große negative Sache positiv auslegt, sieht es als einen persönlichen Angriff des Teufels und versucht mit allen Mitteln Adam zu helfen seinen Apfelkuchen zu backen.
Adams seinerseits ist der Apfelkuchen eigentlich herzlich egal und versucht Ivan im Gegenzug von der Bösartigkeit der Menscheit und der Gleichgültigkeit Gottes zu überzeugen.

Wer ein bisschen schwarzen Humor mag, der wird diesen Film lieben :)

Der Trailer bei youtube.com:http://www.youtube.com/watch?v=NnWq48BnIi8

Rusch
03.03.2008, 20:47
Der Film ist ein wenig verstörend, weil er sich in kein Schema pressen läßt. Für eine Komödie ist er zu ernst, für einen Tiefgründigen Film zu albern, für einen tiefgründigen Film zu wenig tiefgründig, aber für reine Unterhaltung eben zu tiefgründig. Auf seine Art ist der Film sehr gut und sehenswert.

Dark MiG
09.03.2008, 21:50
Ich erinnere mich noch ganz genau als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe vor ein paar Monaten. Ich hatte keine Ahnung was für eine Art von Film mich da erwartet, geschweige denn worum es in dem Film überhaupt geht. Die ersten 5 Minuten zogen sich ein bisschen hin, es wurde kaum geredet und ich fing schon das erste mal an zu seufzen von wegen ,,wehe da passiert nicht gleich etwas''.

Nun mir ging es ähnlich allein wegen dem Name war ich schon sehr zweifelnd was das etwa für ein Film sei, vor allem da durch begingt das mir uns den Film mit unserm religions- Lehrer(glaub nicht das er wusste welchen Film er mit uns anschauen geht:rolleyes:) im Kino anschauen gingen. Nach anfänglicher zweifeln fing ich aber bald an mich köstlich zu amüsieren. Der Schwarze Humor war einfach klasse:D. Aber sicher eine reine Komödie ist es nicht. Dafür sind zu viele Berührende und traurige Momente vorgekommen.