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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paul Cleave - Der siebte Tod


Sanatii
21.01.2008, 09:57
Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Frauen um.


Schon allein die Tatsache, dass dieses Buch aus der Sicht des Killers geschrieben ist, hat mir nach einigen Seiten gefallen und mich in seinen Bann gezogen. Dennoch musste ich mich erstmal, an die für mich ungewöhnliche Schreibweise gewöhnen.

Zwar kommt Joe einem nach einiger Zeit, was seine Denkweise anbelangt, absolut "normal" vor (so normal man als Mörder wohl rüberkommen kann). Manchmal sogar überaus intelligent, dennoch ist er was Gefühle und Realität anbelangt absolut Weltfremd. Die Geschichte besticht meiner Meinung nach, durch ihre flüssige Schreibweise, ihren einmaligen Humor und brillante Foltermethoden. Dadurch, dass man durch Joes Augen blickt und einen guten Einblick in seine Gedankengänge bekommt, bekommt man sogar Mitleid mit ihm. Zudem kann man bei solch einer Mutter ja nur zum Psychoathen werden, aber die extreme Liebe zu ihr und zu seinen Fischen kann ich nicht wirklich nachvollziehen.



Joe hat sein Leben scheinbar fest im Griff - tagsüber jobbt er als Putzmann bei der Polizei, abends geht er anderen Tätigkeiten nach. Er denkt daran, seine Fische zweimal täglich zu füttern und seine Mutter mindestens einmal pro Woche zu besuchen, obwohl er ihren Kaffee ab und zu mit Rattengift verfeinert. Er stört sich kaum an den Nachrichten über den Schlächter von Christchurch, der - so wird behauptet - sieben Frauen umgebracht hat. Joe weiß, dass der Schlächter nur sechs getötet hat. Er weiß es ganz einfach. Und Joe wird diesen Nachahmer finden; er wird ihn für die eine Tat bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen. Ein perfekter Plan, denn er weiß bereits, dass er die Polizei überlisten kann. Das Einzige, was noch getan werden muss, ist, sich um all die Frauen zu kümmern, die nicht aufhören, ihm im Weg zu stehen.

Lena
21.01.2008, 10:12
"Der siebte Tod" ein Krimi von Paul Cleave habe ich erst vor kurzem gelesen. Normalerweise mag ich nicht, wenn die Erzählung in der Ich-Form geschrieben ist, aber ich glaube, wenn das Buch anders geschrieben wäre, dann wäre es nicht so gut.

Die Hauptperson ist Joe, nach außen ein liebenswerter, etwas zurückgebliebener, wohl gut aussehender (zumindest schätzt er sich so ein) junger Mann. In Wahrheit ist er sehr intelligent und ein Serienkiller und wohl immer noch gut aussehend.:D

Die Handlung fand ich am Anfang sehr vorhersehbar, was sich aber schnell änderte, als eine neue Figur ins Spiel kam und die Handlung eine unerwartete Wendung nimmt.

Der Schreibstil ist gut, nicht weltbewegend, aber solide. Die Ich-Form wurde gut umgesetzt. Teilweise sehr detailliert beschrieben, man kann sich alles sehr gut vorstellen. Obwohl auf die Verbrechen von Joe wurde aus verständlichen Gründen nur kurz eingegangen. Ich habe schon blutigere Fantasy-Bücher gelesen, aber darin liegt auch der Unterschied.

Aber was ich etwas erschreckend fand, dass seine Umwelt ihn als überaus liebenswert und harmlos angesehen hat. Der Gedanke beschäftigt mich: wie gut kennen wir unsere Nachbarn, Bekannte und Freunde wirklich?

Wer schon immer wissen wollte, was im Kopf eines Mörders vor sich geht und auch denen die es nie wissen wollten, kann ich das Buch empfehlen *les*