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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Andreas Eschbach - Die Haarteppichknüpfer


Kepheus
06.03.2008, 18:13
In einer fernen Zeit ... Schon seit je fertigen die Haarteppichknüpfer ihre Teppiche für den Kaiser - Teppiche, die aus den Haaren ihrer Frauen und Töchter bestehen. Für die Herstellung eines einzigen Teppichs benötigen die Knüpfer ihr ganzes Leben, und von dem Erlös kann eine Generation ihrer Familie leben. So war es seit Anbeginn der Zeit. Doch eines Tages taucht ein Raumschiff im Orbit der Welt auf, das kurz darauf landet, um dem Geheimnis der wundersamen Haarteppiche auf den Grund zu gehen - einem Geheimnis, das alle Vorstellungskraft übersteigt.

"Die Haarteppichknüpfer" war Eschbachs erster großer Erfolg und ist meiner Meinung nach eines seiner besten Bücher.

Das Buch ist in mancher Hinsicht ungewöhnlich, es gibt keinen wirklichen Protagonisten, das Buch ist in mehrere "Abschnitte" eingeteilt, die - zumindest vorerst - nicht oder nur teilweise zusammenhängen. Der Schreibstil ist sehr intensiv, trotz oder vielleicht gerade wegen der Kürze der einzelnen Abschnitte.
Im ersten Abschnitt wird das Hauptmotiv sehr konkret umgesetzt. Mit jedem weiteren Abschnitt führt Eschbach den Leser jedoch weiter davon fort, sodass der Leser im Endeffekt einen sehr differenzierten Blick auf die Geschichte in ihrer Gesamtheit ermöglicht wird. Durch diesen sehr gelungenen Stil gelingt es außerdem, dem Leser die volle Tragweite der Geschichte zu vermitteln, die er bereits von Anfang an erahnen kann.
Der Leser lernt also während der gesamten Geschichte immer mehr über die geheimnisvollen Haarteppiche, erst über ihre Beschaffenheit und Herstellung in den ersten Abschnitten, die von den Haarteppichknüpfern handeln, dann über die Hintergründe im kleinen, also Handel, Transport etc. der Teppiche, und schließlich über die eigentlichen Hintergründe, die wirklich ganz anders sind, als man glaubt...

Ein großartiges Buch mit spannenden, interessanten, erschreckenden Ideen die auch zum Nachdenken anregen, umgesetzt mit einem guten Schreibstil, der ernster und intensiver ist, als in den meisten anderen Eschbach-Büchern.

Was haltet ihr davon? Also, ich muss sagen, dass Eschbach einer meiner Lieblingsautoren ist, ich wurde bis jetzt noch nie von ihm enttäuscht, was selten ist.

Rusch
06.03.2008, 18:49
Die Haarteppichknüpfer" war Eschbachs erster großer Erfolg und ist meiner Meinung nach eines seiner besten Bücher.

Dem kann ich ohne Einschränkung zustimmen. Der Episoden Roman ist auch meiner Meinung Eschbachs bestes Buch. Es wurde übrigens auch ins Englische übersetzt und fand in SF Kreisen großen Zuspruch.

Allerdings weiß ich nicht, warum die neue Ausgabe so ein häßliches Cover haben musste. Die alte Heyne Ausgabe hatte wunderschönes Cover, passend zum Buch:

Kepheus
06.03.2008, 20:34
Allerdings weiß ich nicht, warum die neue Ausgabe so ein häßliches Cover haben musste. Die alte Heyne Ausgabe hatte ein wunderschönes Cover, passend zum Buch:

Da scheint irgendwas mit dem Bild schief gelaufen zu sein, ich liefere es mal nach:

In der Tat ist das neue Cover nicht gerade schön und wird vom vorherigen, das ich gerade zum ersten Mal sehe, gnadenlos in den Schatten gestellt. Wirklich wunderschön, hätte ich das gewusst, hätte ich die alte Ausgabe gebraucht bestellt, nunja.
Leider gibt es viele Cover, die schlichtweg nicht zum Inhalt des Buches passen und zu allem Überfluss auch noch schlecht aussehen. Zum Glück sieht man im Regal nur den Buchrücken...

Asfalasarion
05.01.2009, 13:55
Habe das Buch nun auch gelesen und finde es ebenfalls sehr gut. Aufgrund der interessanten Erzählstruktur und des flotten Schreibstils kann man das Buch gut in einem runterlesen. Die Charaktere sind (in Anbetracht der kurzen Zeit) symphatisch. Die Geschichte ist obwohl im Grunde sehr einfach doch spannend und macht einen runden Eindruck. Die Episodenmhaftigkeit vermittelt das richtige Gefühl von auf der einen Seite Wirklichkeits-Nähe und auf der anderen Seite Distanziertheit - den Blick aufs große Ganze.
Vielleicht hätte man aus der Story sogar ein größeres Werk machen können (dann wärs nicht mehr so flott gewesen).
Den einzigen wirklichen Nagativpunkt sehe ich in der Handlung, die für meinen Geschmack ein bischen zu eindeutig und einfach ist (ein bischen Mysterium, ein besserer Twist oder einen zusätzlichen). Auch halte ich das beschriebene Imperium ehrlich gesagt für nicht vorstellbar, aber es ist auf jeden Fall interessanter und besser dargestellt, als die meisten anderen.