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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Protagonist in deinem Buch stirbt, was tust du? (Achtung! Auf Spoiler achten!)


Nyarlathotep
22.03.2008, 00:16
Da sich dieser Thread auch im alten Forum einiger Aufmerksamkeit erfreut hat, will ich ihn hiermit einfach mal wiederbeleben.

Also, was haltet ihr davon, wenn einer der Hauptcharaktere stirbt?
Wo fandet ihr es passend, wo nicht?
Findet ihr es gut, wenn ein schon totgesagter Charakter zurückkommt, oder der Held troz einer unglaublichen Wahrscheinlichkeit überlebt?
Wo war der Tod eines Protagonisten einfach nur Show, um unnatürlich Spannung zu erzeugen, und wo genau passend?

Schreibt mir alles, was euch zu diesem Thema einfällt, und vergesst die Spoilerwarnungen nicht!!! Nichts ist schlimmer, wenn man schon vorher weiss, wer, wann, wo ,wie stirbt. (ist mir mit Harry Potter so passiert:rolleyes:)

(für alle die es nicht wissen: mit Hilfe des schönen gelben Dreiecks oben in der Leiste kann man Textstellen, die man nicht auf Anhieb lesen können soll, verdecken. Diese text wird dann erst durch makieren sichtbar und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen will.)
Dies ist ein Spoiler-Test


Ich persönlich habe bei diesem Thema meistens Ansichten, mit denen sich die meisten nicht anfreunden können.
In den Wächterromanen habe ich irgendwie immer den Tod des Hauptcharakters gewartet.
Nicht, dass ich es gutgeheißen, oder gewollt hätte, allerdings hätte es mir nichts ausgemacht.
Das ist mir allerdings nur deswegen aufgefallen, da ich es ansonsten meist genau andersherum halte.

Dann das Thema mit dem Wiederbeleben eines Charakters.
Wo die meisten sagen, es wäre ein billiger Trick des Autors, um die Spannung zu steigern (meinen Erfahrungen nach zumindest), liebe ich meistens die Szenen in denen der Charakter wiederkommt, auch wenn es weniger gut umgesetzt ist.

Das liegt allerdings an einer Eigenart von mir, dass ich das Gefühl habe, dass es Bücher/Filme/Spiele gibt, deren Handlung wie für mich geschrieben ist.
Ich kann dann auch meistens verstehen, warum andere das Buch/Film/Spiel schlecht finden, obwohl es genau meinen Geschmack trifft.:)

Namses
22.03.2008, 00:39
Hmm es kommt darauf an was man im Laufe des Buches für eine Beziehung zu dem Charakter aufbaut... meistens reagiere ich eher geschockt bzw. es ärgert mich... manchmal gibt es allerdings auch Charaktere beidenen ich geradezu darauf warte, dass sie sterben, kann da jetzt allerdings kein Beispie nennen. Charaktere sterben lassen und später wiederkommen (am besten noch als Retter in der alles Entscheidenden Schlacht ^^) finde ich ein relativ billiges Mittel um Spannung aufzubauen, bzw. für "Überraschungen" zu sorgen... finde es allerdings nicht umbedingt schelcht, wenn es nicht gar zu klischeehaft ist. Wenn ein charakter auf einmal wierkeommt den man gerne mochte finde ich es durchaus gut. Dumm ist es halt wnn nur durch solche sachen spannung aufrecht erhalten wird, da es dann todlangweilig ist, wenn man das Buch zum zweiten mal liest/den Film zum zweiten mal sieht.

Ephialtes
22.03.2008, 02:04
Als einer meiner Lieblingscharas in der Gaunts Ghosts Reihe gestorben ist, war ich schon etwas baff. Ich glaub ich hab einige Minuten erstmal da gelegen und mich gefragt... ist das gerade wirklich passiert?

Allerdings kommt das ganz auf den Charakter an. Im Herr der Ringe finde ich Boromirs tot mehr als passend um seine Menschlichkeit und Fehlbarkeit zu unterstreichen.

Kommt halt immer auf die Situation und vorallem das Buch an, aber im großen und ganzen gehört der Tod ja zur Story, deswegen habe ich grundsätzlich nichts dagegen.

Aber dieses "Ich komme wieder um euch zu Retten" ist schon doof. Ich fand das im Herr der Ringe sehr grotesk... naja, kann man nichts dran machen ;)

MfG

Hathor
22.03.2008, 08:01
Was ICH tue? Hmmm... was kann ich eigentlich tun als entweder weiterlesen oder nicht weiterlesen? Das Buch umschreiben? Wäre möglich, mir aber viel zu umständlich. Denn wenn ich das Bedürfnis hätte, das zu tun, schriebe ich lieber selber eines.

Grundsätzlich wäre ein Tod, den ich ungerechtfertigt finde, nicht unbedingt ein Grund, ein Buch nicht weiterzulesen. Und ich lese fast jedes Buch zu Ende. Erstens habe ich die Hoffnung, auch in einem schlechten Buch noch etwas Lesenswertes zu finden. Zweitens lässt sich über grottenschlechte Bücher herrlich lästern. So nach dem Motto: jeder ist für was gut. Und sei es nur für ein schlechtes Beispiel ;)

Ich lese also weiter, denn ich bin ja nicht die Autorin, kann das Geschehen nicht beeinflussen, auch wenn ich mich aufrege und auf den Kopf stelle :D

Ich kann also keine der vorgegebenen Optionen ankreuzen.

Nuramon
22.03.2008, 09:05
Es ist schon vieß wenn die Person zu der man am meisten sympaty aufgebaut hat stirbt. Da denkt man schon warum das jetzt wohl sein mußte. Aber dennoch lese ich weiter, vieleicht hat ja der Tod doch noch im laufe der Geschichte einen Sinn. Da es bei den meisten Werken wohl um Fantasyromane handelt kann es ja sein, das er/sie wieder kommt. Obwohl ich das dann meistens nicht so gut finde wenn man mittels zaubertrank schwups wieder lebt.
Gut, wenn bei Hennen`s Elfen welche in das Mondlicht gehen werden sie auch wieder gebohren aber das finde ich ok. Da sie ja wieder von Null anfangen und erst im laufe des Lebens merken:"Hey ich war ja mal XY".

neoxinnia
22.03.2008, 12:51
Meiner Meinung nach ist es nicht einfach sich da auf eine Handlung zu beschränken. Es kommt natürlich auf das Buch und auf den Protagonisten an. Es gibt durchaus Helden, bei denen ich denke "Endlich ist er/sie tot, wurde aber auch Zeit." Oder eben das Gegenteil. Es kommt ganz darauf an, wie ich persönlich zu dem Protagonisten stehe. Wenn er, meines erachtens, nicht wichtig war, wird mir sein Tod nicht so sehr zu Herzen gehen. Wenn ich ihn jedoch ins Herz geschlossen habe und er für mich eine deutliche Lücke hinterlässt ist es doch schade um sie/ihn...
Nur würde ich deswegen wahrscheinlich das Buch nicht sofort zur Seite legen.
Ach, noch etwas. Für mich ist es auch bedeutend wie die Person stirbt. Wenn sie von einem Satz auf den anderen das Zeitliche segnet und man sich nicht sicher ist, ob das jetzt wirklich da steht.
Ist mir auch schon einmal pasisert. Ich weiß jetzt aus dem Stehgreif nicht genau welches Buch das war, aber als ich den Tod einer Person gelesen hab, dachte ich nur "Wie jetzt? Der ist tot?" Lag ja nur daran, dass das der Autor nicht gut beschrieben hat.
Wenn ich eine Person mag und ihr/sein Tod gut beschrieben, gerechtfertigt und in meinen Augen logisch ist und nicht nur dazu diehnt um das Buch irgendwie aufzuwerten, kann ich mich durchaus damit abfinden...

neo

Heryst
22.03.2008, 19:13
Also bei mir ist das erst ein einziges Mal passiert, dass ich mir meine Gedanken gemacht habe, nachdem einer der Figuren aus dem Buch gestorben ist.
Ich habe mir echt Gedanken darüber gemacht, ob er nicht hätte gerettet werden können. Aber ich slber kam letzten Endes zum gleichen Ergebnis: Hätte er überlebt, wäre es unrealistisch gewesen.

Der Spoiler stammt aus James Barclay: Die Chroniken des Raben (Nur lesen, wer die ersten beiden Bände durch hat)

Der arme Jandyr wurde im Schrein der Whraitsires (ich weiß ist falsch geschrieben) ja schwer verletzt. Er schleppt sich dann mit den anderen Rabenkrieger bis nach Parve, wo der große Endkampf stattfindet. Kurz bevor die Rabenkrieger gewinnen, wird Jandyr getötet. Da musste ich ganz schön schlucken.

Belle Morte
22.03.2008, 19:33
Ich mag da oben in der Umfrage eigentlich nichts ankreuzen. Protagonisten über die Wupper zu schicken, ist generell erstmal eine blöde Sache, wenn ich die Figur mag (in grossen Fantasywerken bleibt es ja nicht oft bei nur DER Hauptfigur).

Ich lasse mir aber gerne Geschichten verkaufen - wenn der Autor also einen guten Grund hat, das gut erzählt und rüberbringt - ok.

Elyon
22.03.2008, 19:55
Naja, wenns sein muss....
Dann muss aber eine Art "Ersatz" kommen, der das Chaos wieder regelt(oder eben dass, was schlecht ist oder so)
Aber solche Liebesgeschichten, bei der die Frau oder der Mann stirbt *eek* und nochmal*eek*!

Da muss ich dann immer mitweinen,:'-( werde mega Depri und trau mich nicht, das nächste Buch anzufangen, weil ich Angst habe es wäre genau so...

Belle Morte
22.03.2008, 19:59
ja aber wenn die Frau überlebt, ist sie dann 1000 Pro schwanger und das macht alles wieder gut und deshalb lese ich Marion Zimmer Bradley nicht mehr :D

Dark MiG
22.03.2008, 21:55
Es ist zwar traurig wenn eine sehr sympathischer Hauptcharakter oder auch nur Nebencharakter stirbt.
Aber was soll’s die Geschichte geht ja weiter und wenn jeder Hauptcharakter unverwundbar wäre und alle Gefahren unbeschadet überlebt macht das meiner Meinung nach die Geschichte auch nicht gerade besser.
Ich finde des sogar eher gut wenn auch einige oder mehrer der wichtigen Personen Führer oder später ins Gras beißen das zeigt ja nur das sie aus Fleisch und Blut sind und genauso jeder zeit sterben können;)

Rusch
22.03.2008, 23:40
Ich finde, es ist OK, wenn ein Buch eine Reihe von Protagonisten hat, aber wenn es eine zentrale Figur gibt, und die in der Mitte des Romans stirbt, dann sage ich einfach mal: Der Autor hat von Romanen keine Ahnung. Die Figur kann am Ende sterben, ok, aber nicht in der Mitte.

Sonst aber ist mir eigentlich alles recht.

Ollowain
23.03.2008, 19:43
Mir ist es eigentlich egal, wann die Charaktere sterben. Ärgerlich finde ich es nur immer, wenn Charaktere auf der vorletzten Seite noch plötzlich abkratzen und das wars dann. Kein Epilog, kein Garnichts mehr.

Meine Reaktion hängt primär davon ab, wie sehr ich den Chara mochte oder auch nicht.
Ist mir schon ein paar Mal passiert, dass ich mich sogar gefreut hab, als er/sie dann tot war.
Aber ich hab teilweise auch schon Rotz und Wasser geheult. Aber eigentlich nur, wenn Autoren es verstehen das richtig in Szene zu setzen (dann sogar, wenn die Figuren noch gar nicht so lange in Erscheinung getreten waren.
Ziemlich blöd finde ich aber, wenn Charaktere sterben und man es nicht rafft, weil sie nicht "normal" sterben oder es da noch Faktoren gibt, die darauf hindeuten, dass man die Figuren wiedersehen könnte.
!!!Achtung, Harry Potter Spoiler!!!
Zum Beispiel als Sirius gestorben ist, habe ich es einfach nicht gerafft - okay, lag auch an der Textstelle an sich, weil Harry es ja auch nicht kapiert hatte *mph*

Ebenfalls blöd finde ich, wenn die Bösen quasi auf der letzten Seite sterben, es eigentlich vom Auftauchen einer Figur an offensichtlich ist, dass die stirbt (von den Bösen mal abgesehen) oder eine Figur mausetot war und dann wiederaufersteht. Am besten ist da die Version als Diener des Bösen, wo die Figur dann nicht umgebracht werden kann, weil sie "ja mal zu uns gehört hat und sich sicher erinnert" *mph* Das nervt (mich) eigentlich nur...

Wenn einer der Hauptcharaktere - am besten noch der "einzige" Gute - mitten im Buch stirbt und es erst mal keinen neuen "Guten" gibt, fühle ich mich auch mal etwas verarscht, aber es kann auch nochmal zu einer wirklich guten Spannung führen: Schaffen die anderen das, woran der Erste gescheitert ist oder gewinnt der Böse doch noch? (Lezteres passiert aber (leider) nie. Aber hin und wieder könnte man dran zweifeln ;))

Belle Morte
24.03.2008, 21:31
Ich muß noch ergänzend erwähnen, dass ich es nicht so prickelnd finde, wenn ein Autor eine Hauptfigur um die Ecke bringt, damit er endlich sagen kann, die Serie ist zuende :D

nyx
26.03.2008, 00:59
Bei mir hängt die Reaktion ganz ähnlich wie bei Ollowain davon ab, wie sehr mir der Charakter ans Herz gewachsen war. Denn war er das, dann bin ich manchmal tatsächlich geneigt, das Buch in die Ecke zu schmeißen und zu schmollen. Aber da mir meist nur Figuren aus m.E. guten Büchern ans Herz wachsen, verwinde ich den Tod erst einmal so gut es geht und lese doch weiter, da mich die Handlung schließlich schon interessiert. Außerdem, wie gut kann ein Buch schon sein, dass sich auf einen einzigen guten Charakter stützt?

Ist mir der Charakter allerdings unsympathisch und nervt mich nur, tendiere ich zur letzten Wahlmöglichkeit. Zumindest kann ich mich einer gewissen Schadenfreude nicht entziehen, wenn es denn tatsächlich den ungeliebten Protagonisten trifft. Ich hoffe dann, dass vllt. ein Nebencharakter, den ich mehr mochte als den Helden, die Hauptrolle übernimmt.

Darüber, ob ein Tod nötig oder unnötig war, mache ich mir erst einmal keine Gedanken, denn der Autor ist in seinem eigenen Werk schließlich auch Herr über Leben und Tod. Ändern kann ich es eh nicht, warum mir deshalb also graue Haare wachsen lassen.

engelchen
08.05.2009, 14:27
Bin vollkommen eurer Meinung. Wenn ich die betreffende Person mag, fang ich erst mal an zu heulen, pass auf, dass die Buchseiten nicht nass werden und wenn meine Augen wieder trocken sind, les ich weiter. Obwohl...manchmal verschwimmt meine Sicht dann auch, aber ich kann trotzdem nicht aufhören, weil es gerade so spannend ist.

Bestes Beispiel hierfür (aus der Fließende-Königin-Trilogie von Kai Meyer:
Das Gläserne Wort. Als Serafin gestorben ist, musste ich so weinen, aber gleichzeitig war da dann dieser Kampf und - arrg, wie geht's jetzt aus?

Genausogroßes Problem, wurde auch schon angesprochen: Ein Liebespaar wird auseinandergerissen, einer stirbt. Heul, schluchz, schnief. Wer die Gilde der schwarzen Magier gelesen hat (koplett) kann das hier auch lesen.
Bite, warum musste Akarin am Ende sterben? Ich hab ih gerade erst lieb gewonnen. Und dann stirbt er. Wo er doch jetzt endlich erst mit Sonea zusammengekommen ist. Das war so traurig.

Trotzdem finde ich, dass es auch mal sein muss, dass Lete sterben. Ob das jetzt ausgerachnet eine Hauptperon sein muss, darüberlässt sich streiten. Am besten nicht die Hauptperson, sondern eine Hauptperson. Das geht dann schon in Ordnung. Und auch wenn es voll traurig ist, das Buch bleibt trotzdem schön.

dragon7
08.05.2009, 14:47
Hauptpersonen sterben... wenn es die zentrale Figur des Buches war, finde ich das gar nicht toll - egal ob mittendrin oder am Ende. Bei anderen (Nebenhauptpersonen:D) hängt es davon ab WIE.
Wenn die Figur wegen irgendeiner Kleinigkeit draufgeht, und das dann auch noch keinen Einfluss auf die Handlung hat (außer dass betreffende Figur weg ist) kann ich das nicht leiden. Wenn Hauptpersonen sterben, dann soll das auch Auswirkungen haben - andere Personen, die um den/die Verstorbene/n trauern tun etwas unüberlegtes, wollen Rache,... was auch immer, aber wenn sie einfach sterben, weil sie dem Autor zuviel wurden ò.óò.ó.

Bei gut geschriebenen Sterbeszenen, vorallem wenn mir der Charakter ans Herz gewachsen ist, kann es schon mal passieren, dass ich vor lauter Tränen die Buchstaben nicht mehr seh, oder erstmal geschockt das Buch zuklappe. Ich lese aber (fast) alle Bücher zu Ende, und der Tod einer Hauptperson ist für mich kein Grund aufzuhören.

Trotzdem finde ich, dass es auch mal sein muss, dass Leute sterben. Ob das jetzt ausgerachnet eine Hauptperon sein muss, darüberlässt sich streiten. Am besten nicht die Hauptperson, sondern eine Hauptperson. Das geht dann schon in Ordnung. Und auch wenn es voll traurig ist, das Buch bleibt trotzdem schön.

Genau!

Waterstorm
08.05.2009, 17:21
Wenn ich so darüber nachdenke welche der Bücher mir am besten gefallen haben, dann merke ich, dass es meist Bücher waren bei denen einer der Hauptcharaktere stirbt oder irgendwo zurückbleibt. Die Dramatik einer solchen Szene bringt eben noch viel mehr Gefühl und Spannung ins Buch. Allerdings verstehen sich nicht allzu viele Autoren darauf solche Szenen auch gut zu schreiben. Ich musste auch schon weinen als der Hauptcharakter in einem Buch sterben musste.
Manchmal hinterlässt so ein Tod aber auch einen faden Nachgeschmack. Irgendwie ist das Buch nachher einfach zu sehr anders.

Ylvina
08.05.2009, 17:33
Ja manchmal muss ich dabei auch weinen. Vor allem wenn mir die Personen sehr ans Herz gewachsen sind. Das ist manchmal so ein Gefühl als hätt ich einen guten Freund verloren. Teilweise überleg ich mir auch wie es anders hätt verlaufen können oder versuch die Szenen für mich selber umzuschreiben, weil so dass Buch einfach zu traurig ist.

Antigone
09.05.2009, 16:03
Der Großmeister in Protagonisten-um-die-Ecke-bringen ist ja wohl G.R. Martin im Lied von Eis und Feuer. Ich finde es prinzipiell OK, wenn auch mal Protas sterben, weil sterben ebenso wie Essen, Liebe, Kinderkriegen etc... einfach zum Leben dazugehört und ich realistisch gezeichnete Bücher (auch und besonders im Fantasy!) einfach mag.

Aber die Beiläufigkeit, mit der Martin liebgewonnene Personen abmurkst, ist schon beachtlich. Ich sag nur:

Die Hochzeit der Freys! War das in Band 6? Wobei ichs extrem blöd fand, dass Catelyn hinterher als so ne Art Zombie wiederkehrt. Das ist für mich ein absolutes No-Go. DA muss sich Martin schon noch gehörig anstrengen, bis ich ihm das verzeihe...:D

Anderseits schreibt er dermaßen mitreißend... ich hab Band 3 vor Band 2 gelesen, hab also schon gewusst, dass Eddard stirbt. Trotzdem hab ich bis zur letzten Sekunde gehofft, dass er da doch irgendwie lebend rauskommt aus dem Schlamassel... natürlich vergeblich... weil ichs einfach nicht wahrhaben wollte.

Sowas nenn ich wahre Schreibkunst! Den Leser wider besseren Wissens hoffen lassen können!

Das war eigentlich das einzige Mal, wo ich zu der Variante "Buch ins Eck schmeißen" tendiert habe. Ansonsten zuck ich zusammen, verdrück auch mal die eine oder andere Träne, aber lese weiter, weil ich ja wissen will, wies ausgeht.

lg, A.

midnighter
09.05.2009, 21:53
Also ich muss sagen ich finde es eigentlich ganz gut wenn am Ende einer der Hauptfiguren stirbt. Nicht so wie bei Harry Potter. Schlimm genug, dass da keiner der 3 Freunde gestorben, aber dann am Ende noch einen auf Happy Family zu machen, war echt zu viel des Guten.
Schließlich ist das reale Leben auch nicht so.

Ganz anders fand ich das bei Bartimäus.
Wo Nathanael Kitty das Versprechen gibt, dass sie sich wieder sehen. Und dann stirbt er im Kampf. Und Kitty denkt dann zum Schluss als sie es erfährt ,, Von wegen Versprechen" . Natürlich fand ich das Ende auch sehr traurig aber trotzdem war es genial.

Aber es gibt auch Bücher wie z.B Biss da finde ich das Friede Freude Eierkuchen Ende gut. Da wäre es irgendwie unpassend gewesen, wenn Bella oder Edward gestorben wäre.

Zentara
10.05.2009, 00:09
Ouh ja... "Die Gilde der schwarzen Magier" *nein*
Ich habe es heute durchglesen... und ich hätte mich doch beinahe verfluchen können als mir die Sicht verschwamm... hatte was im Auge!! *schäm*
Da war ich doch erstmal vollkommen niedergeschlagen und dachte wenn ich weiterlese wird Akkarin wieder zum Leben erweckt, aber nichts dergleichen :(

Schade, aber die Geschichte werde ich so schnell nicht aus`m Kopf bekommen!
Und wer weiß, vielleicht hat er doch überlebt?

Antigone
10.05.2009, 10:44
Da war ich doch erstmal vollkommen niedergeschlagen und dachte wenn ich weiterlese wird Akkarin wieder zum Leben erweckt, aber nichts dergleichen :(



Und genau für solche Sätze sind die Spoiler-Warnungen gedacht!

Watro
10.05.2009, 12:49
Naja.. kommt drauf an ob ich den protagonisten mochte...manchmal kann ich sogar froh sein :D

Aber es ist so oder so ist es dann realistischer... vorausgesetzt es ist kein tot im sinne von "ein blitz zuckte auf und erschlug ihn aus heiterem himel"

Felaróf
11.05.2009, 18:04
Ehrlich gesagt fällt mir kein Buch ein, wo ich mir großartig Gedanken über den Tod einer der Charaktere gemacht habe, denn es waren keine Charaktere, mit denen ich mich irgendwie identifiziert oder verglichen habe.
Es ist nur immer so, dass meine Lieblingscharaktere öfter einmal auf der Strecke bleiben. Was daran liegt, dass ich immer irgendwie hoffe, dass der Bösewicht (oder zumindest jemand, der nicht auf der 'guten' Seite steht) doch noch gewinnt. Leider wurde ich bisher immer enttäuscht, denn ein Happy End ist ja fast schon ein Muss. :rolleyes: Dann ärgere ich mich immer wieder, da Bösewichte viel interessanter sein können, als der kleine Bauernjunge, der plötzlich zum Held wird und alle besiegt.

Was ich machen würde, wenn ein Charakter, der mir wirklich sehr ans Herz gewachsen ist, stirbt? - Ich weiß es nicht. Da ich kein Mensch bin, der nahe am Wasser gebaut ist, glaube ich nicht, dass ich gleich in Tränen ausbrechen würde. Ich würde mich wahrscheinlich nur fragen, wieso das jetzt sein musste und mir sagen, dass es schade ist, dass der Charakter jetzt von der Bildfläche verschwunden ist.

Wenn DER Protagonist eines Buches stirbt, fände ich das etwas bescheuert. Denn das würde die gesammte Geschichte einmal auf den Kopf drehen, kräftig durchscütteln und total verändern, da plötzlich jemand anderes in diese Rolle tritt. Ich fände das etwas verwirrend und unpassend, wenn die Geschichte von einer Seite auf die andere einen Riss hat und es danach weiter geht. Das passt einfach nicht.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich in meiner Geschichte einen Charakter sterben lasse(n werde), der mir wirklich sehr sehr ans Herz gewachsen ist. Ja, klingt blöd und krank, aber den mag ich wirklich. Bisher hat er auf 500 Buchseiten Platz gehabt und es ist noch lange kein Ende in Sicht, aber irgendwann muss er eben verschwinden und das ist schon irgendwie ein komisches Gefühl.

Allanon
11.05.2009, 18:18
Es kommt für mich auf den Handlungsverlauf einer Geschichte an, wenn ein Autor einen Hauptcharakter sterben lässt, um dadurch um die Beantwortung vieler Fragen die sich im Laufe eines Buches aufgetan haben herum zu kommen, dann ärgert mich das natürlich, da ich gerne eine schlüssiges Ende bevorzuge. Passiert dem Helden jedoch etwas, und seinen Rolle hat ein Ende das Sinn macht, egal ob er ersetzt werden kann oder überhaupt muss, ist das völlig okay. Ich benötige für eine spannende Geschichte keine Figuren die im god mode durch die Handlung stapfen. Ein Held/Heldin darf durchaus menschliche Züge haben und dazu gehört nun einmal auch das Sterben. Sei es auf natürliche als auch auf unnatürliche Weise.

liebe Grüße

Allanon

Feuerfluegel
14.05.2009, 19:30
Auch bei mir kommt es immer ganz darauf an, wie sehr mir der Charakter am Herzen gelegen hat.
Ist er mir sehr sympatisch, habe ich mitfühlen können, hat der Autor ihn sehr lebendig gemacht, dann weine ich durchaus. Ich lebe ja eh nah am Wässerchen.

Hat der Autor es versäumt, dem Charakter Persönlichkeit zu geben, ihn sympatisch zu machen, ihm Leben zu geben, zucke ich auch manchmal nur mit der Schulter, denke mir: nun, denn, dann ist er eben hin.

Hier mal ein paar Beispiele: (Es sind nicht immer Hauptcharaktere, manchmal auch nur Nebenfiguren, aber es geht nun mal um den Tod)

Erstes Beispiel:
"Der Herr der Ringe"
Ich wusste zum Beispiel nicht, dass
Gandalf nicht tot ist und wieder kommt
So haben mich die Szenen schon sehr berührt. Ich hielt es auch nicht für einen schlechten Kniff. Sondern beides war sehr gelungen.

Zweites Beispiel:
"Spiel des Engels" von Zafon
AlsChristina stirbt, die Frau, die der Prota so sehr liebt
war ich für einen ersten Moment sehr entsetzt, ich konnte es kaum fassen und fand es unglaublich traurig. Aber es war eine sehr gelungene Szene. Ohne viel Tam Tam, aber dramatisch.

Drittes Beispiel:
"Die Höhlenweltsaga"
Als Leandras Meister am Ende des ersten Buches scheinbar tot ist, habe ich es bedauert, denn er war einer der wenigen Charakter, die ich mochte. Als er dann später wieder auftaucht
war ich durchaus ein wenig angefressen. Denn es wirkte unpassend, platt und fantasielos.
Aber immerhin hatte ich ihn wieder.

Viertes Beispiel:
"His dark materials" von Philipp Pullmann
Am Ende des ersten Buches stirbt Roger Lyras Freund, sie trifft ihn erst in der Totenwelt wieder und erst dort kann er richtig gehen
Sehr traurig, da es auch mit Schuldgefühlen einem gewissen Maß Dramatik etc. zusammen hängt. Auch das Wiedersehen passte sehr gut, es war plausibel, er war nicht der Retter in der Not, er war nur Lyras Ansporn.
Auch sein richtiger Tod, also dass er sich mit den Molekülen der restlichen Welt verbindet
fand ich eine sehr schöne Idee, die sehr passend war. Wenn ich da auch nicht weinen musste, erstens hatte ich ähnliches erwartet, zweitens, ist er ja quasi schon tot gewesen

Letztes Beispiel:
"Eragon"
Als
Brom
über den Jordan geht musste ich schmunzeln, das war einfach das perfekte Klishee. Da ich alle Charakter des Buches doof fand, war für mich dieser Tod auch nicht besonders schlimm.

Ich lese Bücher, in denen der Prota stirbt generell einfach zu Ende. Am Tod kann ich nichts ändern, das Buch kann trotzdem gut sein.

Antigone
14.05.2009, 22:48
Erstes Beispiel:
"Der Herr der Ringe"
Ich wusste zum Beispiel nicht, dass

Gandalf nicht tot ist und wieder kommt

So haben mich die Szenen schon sehr berührt. Ich hielt es auch nicht für einen schlechten Kniff. Sondern beides war sehr gelungen.


Protagonisten, die sterben, sind eine Sache. Aber Protagonisten, die sterben und wiederkehren, sind einfach ein Graus. Das ist so ziemlich das Einzige - außer Tom Bombadil - was ich Tolkien nicht verzeihen kann....

Ylvina
15.05.2009, 20:18
Ich find allerdings bei Gandalf hat es irgendwie gepasst. Klar oft wird dadurch die Geschichte unrealistisch (wobei wir von Fantasy reden). Allerdings hoffe ich bei manchen Charakteren doch, dass sie nicht ganz tot sind oder wieder irgendwie zurückkehren.

Watro
15.05.2009, 21:38
Find ich auch.

Gandalf musste ja sterben um wiedergebohren zu werden.

Und so konnte er genug macht erlangen um die Geschichte mit zu wenden.

Und bei solch einem Wesen wie Gandalf ist es passend... er ist einfach mächtig und schwer zu durchschauhen ;)

Nebelkrähe
16.05.2009, 14:26
Früher hat es mich richtig geärgert, wenn Hauptcharktere gestorben sind. Aber inzwischen hab ich da kein Problem mehr mit, so denn der Tod gerechtfertigt ist, oder es einfach in die Stimmung der beschriebenen Welt passt, wie bei "A Song of Ice and Fire" oder in den "Ewiger Held" Büchern von Moorcock. Besonders da hat es mich früher geärgert, wenn jemand stirbt, heute find ich, dass es super ins Setting passt, wenn Charaktere unspektakulär und sinnlos sterben.
Wie diverse Nebencharaktere, Elrics Begleiter, wenn ich mich nicht irre ja auch Inkarnationen Hawkmoons, oder ganz zum Schluss Corum. Besonders die trockene Art Moorcocks mag ich an diesen Sterbeszenen.

Bei Gandalf im Herrn der Ringe find ich seine Rückkehr völlig in Ordnung. 1. war zu Tolkiens Zeit dieses Konzept noch nicht so ausgelutscht und 2. kann man es all göttliche Intervention bezeichnen. Ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, geht aber in Ordnung.

HMP
16.05.2009, 17:42
Nun ja ... man sollte Gandalfs Vorgeschichte nicht vergessen und den Grund, warum er in Mittelerde ist. Dann ist schon klar, weshalb Tolkien ihn nicht so einfach abtreten lassen konnte.

Und bei Moorcock stirbt nicht nur Corum, auch Elric hat ein ziemlich blutiges Ende. Zu sterben (um in einer anderen Inkarnation wieder zu erscheinen) ist ein wesentlicher Bestandteil des Ewigen Helden.

Protagonisten sterben meines Erachtens eher selten (bis nie). Es sterben Hauptfiguren (die aber keine Protagonisten sind), wichtige Nebenfiguren, Nebenfiguren, Füllmaterial.

Aber den Protagonisten (oder den Antagonisten) sterben zu lassen, bedeutet die ganze Geschichte zu ändern. Protagonist (und Antagonist) sind schließlich jene, die "verantwortlich" sind, dass es die Geschichte überhaupt gibt.

Meine bescheidene Meinung ...*cool*

Nebelkrähe
16.05.2009, 17:57
Aber den Protagonisten (oder den Antagonisten) sterben zu lassen, bedeutet die ganze Geschichte zu ändern. Protagonist (und Antagonist) sind schließlich jene, die "verantwortlich" sind, dass es die Geschichte überhaupt gibt.


Ich denke, dass das ganz stark auf die Art der Geschichte ankommt. In manchen Büchern wird die Geschichte in erster Linie über den Hauptcharakter, seine Handlungen und Reaktionen, vorangetrieben, in anderen Büchern hat ein einzelner Charakter gar nicht die Möglichkeit, das Geschehen in großem Stil zu beeinflussen.
Und je nach Art des Buches wäre dann auch der Tod eines Hauptcharakters anders zu beurteilen.

HMP
17.05.2009, 09:34
Ich denke, dass das ganz stark auf die Art der Geschichte ankommt. In manchen Büchern wird die Geschichte in erster Linie über den Hauptcharakter, seine Handlungen und Reaktionen, vorangetrieben, in anderen Büchern hat ein einzelner Charakter gar nicht die Möglichkeit, das Geschehen in großem Stil zu beeinflussen.
Und je nach Art des Buches wäre dann auch der Tod eines Hauptcharakters anders zu beurteilen.

Ich weiß und verstehe, was Du sagen willst. Vielleicht sollten wir einfach einmal festhalten, was für Charaktere es in einer Geschichte geben kann. Ein Hauptcharakter muss nicht gleichbedeutend mit dem Protagonisten sein. Der eigentliche Konflikt besteht aber zwischen Protagonist und Antagonist. Daneben kann es durchaus noch Hauptcharaktere geben.

Sicher hat ein einzelner Charakter oft nicht die Möglichkeit, das Geschehen voranzutreiben oder zu beeinflussen, doch Protagonist und Antagonist stehen im Zentrum der Ereignisse. Einen von beiden sterben zu lassen, bedeutet (in meinen Augen), dem anderen den Sinn seiner Existenz zu nehmen. Der Konflikt würde bedeutungslos werden. Oder in einen anderen Konflikt münden, der aber dann nur noch sehr bedingt mit dem ursprünglichen zu tun hat.

Bei Elric (oder allen anderen Inkarnationen des Ewigen Helden) zum Beispiel würde die Abschaffung der Chaos-Götter bedeuten, dem Ewigen Helden die Grundlagen seiner Existenz zu nehmen.

PaganPunk
23.05.2009, 20:05
Es kommt drauf an wie sympatisch mir ein Charakter ist und was ich ganz schlimm finde ist, wenn ein Protagonist, der einen schon durch mehrere Bände einer Reihe begleitet hat:

Ich war richtig fertig, als Poolitzer aus Markus Heitz`Shadowrunromanen gestorben ist. Die Art und Weise wie er gestorben ist, war auch sehr unspektakulär, was die Sache in meinen Augen noch trauriger gemacht hat. Ihm wurde von einem Killer mit einem Sniper einfach in den Kopf geschossen. Für alle die Poolitzer nicht kennen: Er ist ein Reporter, der Skandale aufdecken will, dabei arbeitet er häufig mit "Runnern"(So etwas wie Söldner zusammen. Poolitzer ist also kein Superheld und weis kaum , wie man eine Pistole hält. Hat aber in der SR-Welt mit seinen Enthüllungsreportagen für viel aufsehen gesorgt. Er ist dabei auch keih Ideallist sondert arbeitet eher für Prestige und Geld. Aber gerade dass macht ihn so sympatisch, dass er viele Macken hat und kein Samariter ist. Als Heitz ihn nach 5-6 Romanen hat sterben lassen, war ich fertig. Habe die Stelle bestimmt 5x gelesen damit mir nichts entgangen ist. Die Frage, die sich für mich gestellt hat war, warum Heitz seinen so offensichtlich sorgsam ausgetüftelten Ptotagonisten hat sterben lassen?

Brillenmensch
04.06.2009, 19:34
Ich denke, ein guter Autor kann den Tod eines Hauptcharakters nutzen um seine Leser zu berühren oder die Handlung voranzutreiben, und wenn das der Fall ist, verdirbt mir der Tod einer Hauptfigur nicht das ganze Buch.

Was ich aber partout nicht leiden kann, ist die Angewohnheit mancher Schreiber (z.B. Heitz) Haupt- und Nebenfiguren reihenweise emotionsarm zu opfern (zu verheitzen:D).

Storm
04.06.2009, 21:31
Ich habe die Angewohnheit, meistens am meisten mit den Typen zu sympathisieren, die als erstes sterben - und deswegen hab ich mich da langsam dran gewöhnt, obwohl es mich früher schon immer sehr mitgenommen hat.

Es ist aber auch irgendwie bei vielen vielen Geschichten so, dass immer der gleiche Typ von Hauptcharakter stirbt, nämlich ein enger Vertrauter des Protagonisten, der meistens noch verschlossen oder etwas kühl ist, aber ein ganz toller Hecht im Innern. Am besten opfert er sich noch. Blaaah~

...also, mittlerweile nehm ich das ganze recht gelassen. Es ist schön, wenn es zur Handlung passt und nichts nervt mehr, als Charaktere, die alles überleben, was normale Menschen nunmal umbringt :rolleyes:

Koboldkind
08.06.2009, 17:25
Ich weiß und verstehe, was Du sagen willst. Vielleicht sollten wir einfach einmal festhalten, was für Charaktere es in einer Geschichte geben kann. Ein Hauptcharakter muss nicht gleichbedeutend mit dem Protagonisten sein. Der eigentliche Konflikt besteht aber zwischen Protagonist und Antagonist. Daneben kann es durchaus noch Hauptcharaktere geben.
Hä? Eeeh... Ah, okay, verstanden. Wusste erst nicht, dass man zwischen Prota und Hauptcharakter unterscheiden kann, ich verstehe das als dieselben in Deutsch und Latein >.>"
Aber dann ist es mir aufgefallen:
Ich habe selbst eine Geschichte, in der aus der Perspektive von vier Charas erzählt wird. Nur nicht aus der Sicht desjenigen, der alles vorrantreibt, also in deinen Worten der Protagonist.
Wenn einer von ihnen mitten im Buch stirbt(wie es auch einmal passiert) dann stehe ich erstmal ne Runde perplex da. Je nachdem wie fassungslos die Szene ist bin ich dann auch kurz davor oder am Heulen. Meistens begleitet mich noch eine Weile ein Tief.
Wenn die ganzen Sterbeszenen allerdings gegen Ende kommen, habe ich kein Problem damit. Bei HP wars ja so, dass die dann in den letzten hundert Seiten gestorben sind. Wenn das noch vor den 100 Seiten passiert MUSS ich weiter lesen, weil ich mich frage, was nach dem ersten Showdown noch alles passieren soll, wo doch noch kein wirkliches Ende in Sicht istX.X

Ylvina
08.06.2009, 21:19
Das mit dem Tief und dem beneihe Heulen kenn ich.
Ich denke dies ist ein Zeichen, dass der Autor wirklich gut schreibt, wenn er den Leser so mitreißt und wegen dem Tod eines Charakters sogar zum Heulen bringt.

dugie
08.06.2009, 23:04
Das ist vollkommen okay. Die Story kann ja trotzdem weitergehen - Siehe die Bibel.
Nö mal im Ernst: Ich finde es okay wenn Anta- und Protagonisten draufgehen.
Der Autor beweist damit Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten als Schriftsteller und öffnet sich für Neues.
Ich habe nichts gegen Serien, aber irgendwann muss da auch mal der Deckel drauf und gut ists.
Das gleiche gilt für Filme. Besser alle Tod am Ende als eine öde/schlechte Fortsetzung.
(Wäre auch für BSG als abruptes Ende z.B. Season 3: Großes schwarzes Loch und alle Tod, Zeitsprung - die Serie beginnt von vorne viel besser gewesen, als das was sich mir am WE in Season 4 offenbarte -> Siehe BSG Serein Kommentar - sorry für den Schweif...)

HMP
09.06.2009, 08:19
Das ist vollkommen okay. Die Story kann ja trotzdem weitergehen - Siehe die Bibel.
Nur dass die Bibel kein Roman ist.

Nö mal im Ernst: Ich finde es okay wenn Anta- und Protagonisten draufgehen.
Der Autor beweist damit Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten als Schriftsteller und öffnet sich für Neues.Ob er damit Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten beweist, möchte ich einmal dahin gestellt lassen. Aber für Neues muss er sich in so einem Fall zwangsläufig öffnen. Er muss eine andere Geschichte erzählen. Nur als Beispiel: Hätte Sauron bereits im ersten Band von "Der Herr der Ringe" das Zeitliche gesegnet, dann gäbe es für Frodo und Sam keinen Grund mehr, ihren gefahr- und mühevollen Weg zum Schicksalsberg fortzusetzen, um den Einen Ring zu zerstören. Saurons (also des Antagonisten) Ableben hätte die komplette Geschichte verändert.

Pro- und Antagonisten einer Geschichte können durchaus Nebenrollen spielen (wenn man sie als Handlungsträger ansieht). Auch hier: wie oft taucht Sauron in "Der Herr der Ringe" wirklich auf? Er treibt aus dem Hintergrund die Handlung voran, indem er seine Heere gegen Minas Tirith marschieren lässt, indem er Saruman manipuliert ... doch wie oft tut er selbst persönlich etwas, tritt persönlich in Erscheinung? Für mich hat Sauron eine Nebenrolle, allerdings ist er der Antagonist.

Dass Protagonisten oft und in aller Regel eine Hauptrolle spielen, ist zwar so, aber das muss nicht zwangsläufig so sein.