Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Internet- vs. Verlagsveröffentlichung
Wenn ich eine Geschichte habe, und die hier veröffentliche. Besteht bei einigen Verlägen das Problem, dass sie diese dann nicht mehr veröffentlichen wollen, weil sie schon "zugänglich" war. Zumindest habe ich das so gehört, woraufhin ich aus allen Internetseiten meine Geschichte herausgenommen habe... Könnt ihr mir da Genaueres zu sagen?
lg SuráyaDeine Frage ist mehr als berechtigt und hat m.E. ein eigenes Thema verdient, weshalb ich sie mal ausgegliedert habe.
Eine Geschichte, die noch im Internet steht, wird sicherlich kein Verlag veröffentlichen wollen, auch wenn sie urheberrechtlich geschützt ist. Die Preisfrage ist, was mit einer Geschichte ist, die mal in der Vergangenheit (oder in Teilen) im Internet stand. Ehrliche Antwort: Ich kann es dir nicht sagen. Dafür müsste man mal einen Autorenvertrag sehen. Aber weißt du was: Das ist eine Frage, die ich mir einfach mal für unsere Leserunde mit Christoph Marzi notiere. Vielleicht kann aber auch Treogen schon was dazu sagen.
Ansonsten - und das ist mir sehr wichtig: Das Fantasy-Forum wird keiner Veröffentlichung im Wege stehen. Für uns gäbe es nichts schöneres, als dass einer unserer Hobbyautoren es zur Veröffentlichung schaffen würde. Dafür würde ich die Geschichte auch gerne und ohne Murren aus dem Forum nehmen. Ich weiß, dass es Foren gibt, die sich da anders verhalten, sogar Geschichten komplett zitieren, damit der User sie nicht mehr löschen kann. Sowas empfinde ich als schwerwiegenden Eingriff in die Autorenrechte und das wird es mit mir sicher nicht geben.
Vorsichtig solltest du auch bei Foren sein, die eine creative commons (http://de.creativecommons.org/) Klausel in ihren Regeln vereinbaren. Damit gibst du bereits bei Registrierung einen Teil deiner Rechte an all deinen Beiträgen (wie groß der ist, ist in der jeweiligen creative commons Klausel definiert) ab.
uh, vielen Dank, Warin :)
wär super, wenn du mir da irgendwie nach dem Autorentreff Bescheid geben könntest oder so.
Ich hab früher sehr gerne die Teile ins Internet gestellt, weil man immer so gute Informationen bekommen hat und so weiter, also Kritiken und so. Ich merke schon, dass mir so etwas fehlt aber bisher musste ich mich ja leider damit abfinden.
schonmal ein herzliches Dankeschön im Voraus *ja*
Hallo Suráya,
eine interessante und wichtige Frage.
Im Standard-Autorenvertrag steht meist die Klausel, dass die Geschichte bisher nicht veröffentlicht sein darf.
Dazu zählt auch das Online-stellen auf einer Webseite und in Foren, denn auch das ist eine Form der Veröffentlichung. Manche Verlage sehen das eher lockerer - ihnen reicht das Entfernen der Veröffentlichung. Andere sehen das strenger - sie gehen davon aus, dass das Netz ein Gedächtnis hat.
Darum richten diverse Autorenforen mittlerweile Bereiche für Textarbeit mit starken Restriktionen ein. So erhält beim Tintenzirkel nur die "Elite" lesenden und schreibenden Zugriff auf die Textarbeitbereiche und das nur nach förmlicher Bewerbung und Fürsprache durch mindestens einen Tintenzirkler, der den Bewerber wenn möglich auch noch persönlich kennt. Eine vernünftige Methode, Textarbeit im Netz zu betreiben, ohne den Text zu verbrennen.
Wenn du allerdings wirklich sicher sein willst, bleibt dir wohl nur das strikte Nichtveröffentlichen in Foren.
LG
Treogen
oh, okay, danke für die ausführliche Antwort.
Schade, dass es anders nicht möglich ist... Aber ich glaub ich bleib da lieber dann auf der sicheren Seite.
Wenn aber jemand noch was findet, dann bin ich trotzdem ganz Ohr :D
danke treogen :)
@Suraya:
Also, ich weiß leider nicht, wie Verlage das handhaben, aber ich kann mir schon vorstellen, dass Verleger damit ein Problem haben, etwas zu veröffentlichen, das zuvor in einem Forum stand.
Deshalb bin ich eigentlich auch mitlerweile soweit zu dem Schluss gekommen, meine Geschichte nirgends mehr zu posten. Das ist zwar schade wegen der Feedbacks, die man bekommt, aber so bin ich auf der sicheren Seite.
Was einen natürlich nicht davon abhalten soll, weiter zu üben.
Beispielsweise durch Gedichte und Kurzgeschichten, die vielleicht nicht das eigene Herzstück sind, aber die man ja getrost schreiben und vielleicht auch in Foren setzen kann, alleine um sich weiter zu verbessern.
Und seine 2-3 Betaleser zu haben, die am Ball bleiben und die eigene Geschichte von Anfang bis Ende durchlesen, können wertvoller sein als die vereinzelten Feedbacks in Foren.
ja das stimmt :S ich glaub ich werds auch so machen :D
Und seine 2-3 Betaleser zu haben, die am Ball bleiben und die eigene Geschichte von Anfang bis Ende durchlesen, können wertvoller sein als die vereinzelten Feedbacks in Foren.
wenn man denn welche hätte :( vorher hatte ich 2, aber eine kann nicht mehr und von der anderen hab ich die e-mail adresse durch nen Systemabsturz nicht mehr :(
Daher hab ich ja auch mal allgemein im Forum hier nachgefragt, ich bin mir sicher, dass auch andere User auf der Suche nach Beta-Lesern sind
Ich habe was Interessantes zum Thema gefunden:
Stephan Askani, Lektor im Fantasy-Bereich bei Klett-Cotta, hat der Leser-Welt (http://www.leser-welt.de/index.php) ein ausführliches Interview (http://www.leser-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=139:askanistephan&catid=47:interviewsmitverlagen&Itemid=61) gegeben.
Interessant ist vor allem diese Aussage:
Jungautoren stellen ihre Texte nicht selten auch ins Internet. Oft in Autoren-Foren, um sich Feedback und Kommentare von Lesern geben zu lassen. Gilt ein Text – aus Sicht eines Verlages – bereits als veröffentlicht, sobald er in einem Forum steht? Hat der Autor dann keine Chance mehr auf eine Veröffentlichung im Verlag?
Nein, das würde ich nicht sagen: Auch Tad Williams hat eine frühe Version von „Shadowmarch 1. Die Grenze“ ins Internet gestellt. Das muss nicht schaden.
Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings, dass Stephan Askani rd. 200 unverlangt eingeschickte Manuskripte pro Jahr erhält und auf die Frage "Ist es schon vorgekommen, dass ein solches Manuskript verlegt wurde?" antwortet: Ich bin mit einigen Autorinnen und Autoren unverlangt eingesandter Manuskripte im Gespräch. Mal sehen.Klingt für mich doch eher nach einem "Nein", oder?:(
Na das klingt doch insgesamt etwas beruhigender, als ich es erwartet hatte. Mir stellt sich die Frage, ob ich es noch in einem Forum veröffentlichen möchte, in letzter Zeit immer öfter, da das Risiko dann doch da sein könnte. Andererseits sind mir auch verschiedene Meinungen zu meinen Werken sehr wichtig und ohne Feedback lässt es sich einfach schwerer schreiben.
Aber wenn du, Warin, schon sagst, dass du eine Geschichte auf jeden Fall löschen würdest, dann werde ich mir gut überlegen, ob ich hier nicht auch mal bald - irgendwann eine Geschichte posten mag.
Der Bereich in diesem Forum dafür erscheint mir nämlich überaus attraktiv. :)
@Warin: Ich weiß nicht, ob das eher ein Nein ist, aber es klingt schon nicht gerade positiv X.X
Jetzt hatte ich gerade vor, selbst einen Thread mit der Frage aufzumachen und dann gibts schon einen. Aber umso besser, wenn man direkt ein paar Meinungen lesen kann :)
Was mich noch interessiert - treogen hatte ja als Alternative schon ein Forum genannt, bei dem nicht jeder mitlesen kann - was meint ihr, wie sieht es aus, wenn der Leserkreis wirklich begrenzt ist? Ich denke mal, dass das dazu nicht ausreichen würde, eine Geschichte nur registrierten Mitgliedern zugänglich zu machen, dann wäre sie schließlich immer noch ziemlich offen zugänglich. Wenn man aber wirklich nur eine kleine Gruppe von Mitgliedern in einem Forum hat, die auf den Text zugreifen können - dann müsste er doch eigentlich nicht als veröffentlicht gelten, oder?
...ich finde die Idee einer "potentielle-Romanautoren-Gruppe" eigentlich ganz reizvoll, wär das nicht was für dieses Forum?
Wa sich bisher so mitbekommen habe, reicht es wohl vielen Verlagen, wenn entsprechende Geschichten entfernt werden. Haben wir in unserem Forum auch schon gemacht und wenn es um eine Veröffentlichung geht, stellt sich bei uns niemand in den Weg.
Aber die Unsicherheit verstehe ich. Was ich bei uns mitbekommen, ist, dass viele bei größeren Projekten den privaten Kontakt via Mail suchen. Man kennt sich ja aus dem Forum, aber wenn es dann um potentielle Veröffentlichung geht, scheuen manche doch, etwas im Forum zu posten - und suchen sich dann User aus, die gute Kommentare schreiben und fragen, ob sie ihr Projekt betalesen würden.
Schade ist, dass dadurch viele gute Projekte dem Forum entgehen. Ich kann mal ein paar Leute anquatschen, ob mir jemand zum Thema was sagen kann!
So, hier mal ein Statement einer Literaturagentin, die selbst auch als Autorin bei Random House Verlagen veröffentlicht:
"Ich sehe eigentlich kein Problem darin, wenn Autoren ihre unveröffentlichten Texte im Netz herzeigen, weil sie sich Reaktionen wünschen oder sie mit anderen diskutieren wollen (oder vielleicht auch entdeckt werden). Es reicht völlig, wenn der Text gelöscht wird, sobald es zu einem Verlagsvertrag kommt. Einmal davon abgesehen, dass ein solcher Text, wenn er später einen Verlag findet, nach dem Lektorat eh anderes aussehen wird. Außerdem gibt es ja immer wieder Books-on-Demand-Bücher, die anschließend noch einmal "normal" erscheinen (hab ich z.B. gerade bei Lyx gesehen)."
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.