Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : spontanes Schreiben
DisAster
28.03.2008, 16:36
Es tut mir Leid, wenn dies hier nicht hingehört, aber ich wusste nicht wohin ich es sonst setzen sollte.
Also, wie der Titel bereits vermuten lässt, brauche ich Hilfe beim spontanen Schreiben. Wenn ich an einer Geschichte sitze, läuft das alles so abgehackt. Ich schreibe einen Satz, denke lange nach, wie der Nächste aussehen soll, so dass das Schreiben sehr lange dauert, am Ende jedoch alles total abgehackt und einfach dämlich klingt.
Ich weiß nicht, wie ich einfach drauflosschreiben kann. Genau das fehlt mir. Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben und Übungen nennen?
Es wäre nett, wenn ihr mir helfen könntet.
mfG
Da hast Du das selbe Problem wie ich. An Ideen mangelt es nicht. Aber ich habe große Probleme, diese Ideen dann auch umzusetzen, sprich auf Papier zu bringen.
Nun. Was ich mir jetzt angewöhnt habe: Ich lese mir Geschichten anderer aufmerksamer durch als früher. Versuche, zu erklären, warum es mir so gut gefällt oder warum nicht. Dadurch kriegt man ein Gespür dafür.
Zeige Deine selbst geschriebenen Werke anderen und höre Dir an, was sie zu bemängeln haben und warum.
Es gibt sicherlich noch mehr Tipps. Aber das wichtigste ist: einfach weiterschreiben und dranbleiben und nicht entmutigen lassen.
Mein Tipp: schreib einfach erst mal los was dir einfällt und was du gut findest. Schöner formulieren, ausarbeiten und verbessern kannst du immer noch.
Und auch wenn du eine Geschichte dreimal schreibst, in den meisten Fällen wird sie dadurch nur besser, weil du so auch schon auf die Dinge Rücksicht nehmen kannst, die später passieren und den Leser darauf einleitest.
Liebe Grüße
Ich hab das Thema mal ins Kreativforen -> Eigene Geschichten -> Rund ums Schreiben verschoben. Dort scheint es am besten aufgehoben zu sein.
Ich selbst habe auch ein wenig Probleme beim Schreiben von Geschichten. Allerdings ist das bei mir anders gelagert, auch wenn Ähnlichkeiten bestehen.
Was das Schreiben an sich angeht, so habe ich mir angewöhnt einfach drauf los zu schreiben. Ich mache mir wenig Gedanken um Formulierungen in einem Satz. Die meisten sind schon beim ersten Versuch gut genug. Wenn ich stocke, lese ich mir den bisherigen Absatz noch mal durch und versuche daran anzuknüpfen.
Ah ja. Ich habe meistens beim Schreiben eine Idee oder einen Gedankengang, den ich ausdrücken will. Also schreibe ich erst einige Sätze dazu und gehe dann über zum nächsten Gedankengang, zur nächste Idee oder bei Geschichten zur nächsten Unter-Unter-Unter-Szene :) Dazwischen neige ich dazu Absätze zu machen. :)
Erst am Ende lese ich mir das ganze noch mal durch. Korrigiere Rechtschreibfehler, komische Formulierungen und den Satzrythmus. Dass es nicht weiter auffällt ist entweder ein Zeichen dafür, dass es gut so ist... oder dass ich da noch gewaltig viel zu lernen habe. Oder beides *grins*
Meistens schreibe ich Dinge so, wie ich sie auch erklären würde, wenn ich
a.) wirklich die Zeit dazu hätte, die Gedanken vorher zu sortieren und
b.) nicht währenddessen gestört würde.
Vielleicht ist es wirklich eine gute Idee ohne Rücksicht auf Stil erst einmal den groben Rahmen zu erstellen...
... aber kommen wir zu meinem Problem damit: Mein eigentliches Problem, da wo auch die Ähnlichkeit zu deinem Problem auftritt, liegt eine Ebene höher: Ich schaffe es einfach nicht längere Sachen zu schreiben. Wenn ich einen kleinen Block fertig habe, frage ich mich was ich mit dem nächsten Block machen soll und ob der bisherige und die zukünftigen zu den vorhergehenden passen. Und ob die ganze Idee überhaupt einen Sinn macht und ob das irgendwer lesen mag. Am Ende bin ich dann mehr mit Überlegen als mit Schreiben beschäftigt und schließlich so frustriert, dass ich aufgebe. Keine Ahnung wie viele gute Storyideen dadurch schon gestorben sind.
Vielleicht sollte ich einfach versuchen den Schreibfluss für kleine Blöcke auch auf größere zu übertragen. :)
Und ein weiteres: Da ich schon aufgegeben habe bei kurzen Sachen alles möglichst perfekt machen zu wollen, sollte ich das auch bei längeren Sachen probieren.
Dein zu lernender Schritt ist scheinbar erst einmal auch bei kurzen Sachen zumindest beim ersten Niederschreiben einer Idee den Perfektionismus-Drang abzuschalten.
Irgendwo (ich weiss genau wo, sag aber nicht wo :) ) habe ich letztens gelesen, dass man nicht einfach sein Verhalten selber ändern kann. Man muss seine Einstellung zu den Dingen ändern, dann ändert sich das Verhalten von allein. Für das Schreiben bedeutet das: Entweder genügend überzeugt sein von dem was man tut oder einfach sich nicht drum kümmern. (Den inneren Zensor, welcher der grösste Arbeitsverhinderer aller Zeiten ist, sollte immer erst beim Überarbeiten von Texten ran dürfen.)
So.. ich hab jetzt das Gefühl ungefähr 3 mal dasselbe, aber mit unterschiedlichen Worten geschrieben zu haben. Aber ich schicke es trotzdem ab. *grins* So als Übung.. ganz für mich.. :)
Ich denke das wichtigste, beim spontanen Schreiben ist, den inneren Zwang abzuschalten. Kein Mensch steht hinter dir und lässt eine Peitsche knallen, wenn du keine hundert Anschläge in der Minute machst. :D
Wenn dir mal zwei Tage nichts einfallen will, was du schreiben könntest, dann lass es bleiben. Wenn man nachdenkt, kommt der innere Zwang.
Ich persönlich habe überhaupt erst ganz spontan angefangen zu schreiben, relativ spät mit 19 oder 20, dass weiß ich gar nicht mehr so genau. Jedenfall war es bei mir der Fall, dass ich eine Geschichte schreiben wollte, in der Drachen vorkamen, und sie sollten eine wichtige Rolle spielen, am Besten ist noch ein Krieg in Gange und die Drachen entscheiden ihn für die gute Seite.
So lief das bei mir. Dann habe ich mir überlegt, welche Schlüsselszenen es geben könnte und von einem Moment auf den anderen schießt mir die Endszene der Geschichte in den Kopf:
Ein Schwert durch den Rücken, Blut tropft von der Klinge, als der Mann nach unten blickt. Er dreht sich um und sieht seinem Mörder in die Augen, voller Überraschung und Angst, dann kippt er um und ist endgültig tot.
Warum ist jemand überrascht, wenn er verletzt wird?, habe ich mich dann gefragt. Weil dieser Mann es nicht gewohnt ist, verletzlich zu sein.
So habe ich neue Szenen erschaffen können, zum Beispiel, wo der Mann, der ziemlich böse ist, von den mächtigsten Magiern des Landes angegriffen wird und unbeschadet überlebt.
Ich merke gerade, wie ich wieder in Erinnerungen schwelge, sorry :D
Aber ich hoffe, es ist klar geworden, dass die besten Ideen einen einfach so kommen, ohne Zwang, ohne Druck. So bekommt man es meiner Meinung nach am Besten hin.
Aber ich hoffe, es ist klar geworden, dass die besten Ideen einen einfach so kommen, ohne Zwang, ohne Druck. So bekommt man es meiner Meinung nach am Besten hin.
Dem kann ich nur zustimmen. Schön gesagt.
Trifft im übrigen wohl auf alles kreative zu. Mit Zwang kommt Schrott bei raus. Und ohne Zwang die genialsten Ideen. Fehlt dann nur das Vertrauen darin. :)
(Und die nötigen Feinheiten erreicht man durch Üben/Praxis. Garantiert. Aber den nötigen Spaß für Motivation erlangt man auch nur, wenn man sich nicht zu sehr zwingt.)
So wie ich das verstanden habe, ist es, dass du zu weit denkst, d.h. du suchst zu komplizierte Wörter. Versuche deine Gedanken mit ganz einfachen Sätzen auf Papier/ Computer zu schreiben.(z.B. Ich gehe anstatt Ich schreite) WEnn du nämlich nicht allzulang überlegen musst, schreibst du auch das, was besser zum vorigen Satz passt....
Später kannst du dann immer noch nachlesen und die einfachen Wörter durch andere ersetzen...
So, ich hoffe ich hab es richtig verstanden und dir helfen können;)
Ja, spontanes Schreiben ist eine tolle Sache, klappt aber nicht immer:(
Ich habe dummerweise die besten Ideen immer morgens beim Zähneputzen*zahnputz*
Wenn Wochenende ist oder ich Urlaub habe: Prima, ran an den PC und runtergeschrieben. In solchen Momenten "treibe" ich meine Geschichten meistens, wie ich das nenne.
Und dann gibt es die Situation, die du wahrscheinlich auch meinst: Ich habe Zeit, ich möchte schreiben... aber alles klingt iwie blöd. Dann nutze ich die Zeit lieber, um an bereits geschriebenen rumzufeilen. Und da kann ich mich an einem Satz auch schon mal 'ne 1/4 Stunde aufhalten. Mir macht das aber keine Sorge, denn ich weiß, es kommen auch wieder diese "inspirierten" Momente und dann schreibe ich wieder nach vorne.
Mein Problem ist nur, wenn die Ideen grad mal wieder so sprudeln und ich kann sie nicht niederschreiben, weil ich z.B. ins Büro muss:( Am besten schreibt es sich m.E. nämlich spontan, wenn man es wirklich sofort macht. Versuche ich die Idee dann abends niederzuschreiben, wird's wieder Quälerei.
ich krieg meine ideen meist beim schlafen. deshalb führe ich auch ein traum-tagebuch, weil es mir beim nachschlagen wirklich manchmal hilft, ein ideen-tief zu überbrücken. also wenn ihr mal tolle ideen kreigt, sofort aufschreiben. wenn man während des schrieben noch mal lest, kann das wirklich helfen.
drauflosschreiben ist das was ich immer mache :D daher....wenn ich am pc sitze und tippe fliegt mir alles zu. was wahrschienlich auch meine größte schwäche ist. dann schreibe ich manchmal sehr verworren und muss unter umständen ganze seiten löschen, weil ích wirklich so sehr ins detail gegangen bin, dass 2 seiten details sind. viel zu viel:p
naja aber wenns dann ans kontrollieren geht....hehe ich bin so faul. meist überseh ich den ein oder anderen fehler. passiert mir immer wieder...leider gottes^^ :D
und die korrekten formulierungen sind auch so ein thema für sich. es gibt für mich sätze, die sich ehrlich gesagt einfach scheiße anhören und die in einer geschichte nichts zu suchen haben. diese vermeide ich zwar, aber hinterher ärgere ich mich dann doch drüber, dass ein oder mehrere dieser sätze drin sind.
ich krieg meine ideen meist beim schlafen. deshalb führe ich auch ein traum-tagebuch, weil es mir beim nachschlagen wirklich manchmal hilft, ein ideen-tief zu überbrücken. also wenn ihr mal tolle ideen kreigt, sofort aufschreiben. wenn man während des schrieben noch mal lest, kann das wirklich helfen.Das scheint gar nicht mal so selten zu sein. Die Idee zu "Die Saat der Yokai" ist Maho Clauß wohl auch im Traum gekommen. Vielleicht wird sie oder ihr Mann bei unserer übernächsten Leserunde mit Autor etwas dazu sagen.
hi :)
ich kenne das Problem auch. Hatte früher oft sowas und manchmal kommt es immer noch zwischendurch.
Ich versuch einfach mal zu schildern, wie ich mir da helfe.
Wenn ich etwas neues Schreibe, dann habe ich meistens irgendeine Filmmusik an, die mich in eine bestimmte Gefühlslage bringt. Das hilft mir, wenn ich mich in bestimmte Situationen hineinfühlen muss, oder Emotionen zu entwickeln.
Beim Schreiben versuch ich mich dann in meine Charaktere reinzufühlen und damit bekomme ich meist schon einen Weg vorgegeben, der in die nahe Zukunft führt.
Häufig zeichne ich mir zunächst auf, als eine Art Storyline, welche Punkte der Geschichte ich schon durchlaufen habe, das aufgeschrieben fallen mir schon häufig Punkte ein, die ich gerne in meiner Geschichte hätte. Meist daran zu sehen, in was für einer Welt meine Charaktere leben, und wie die Protagonisten selbst gestrickt sind. Hab ich so eine Storyline "fertig", versuche ich die Lücken zu füllen, die von der einen Station zur Nächsten vorhanden sind. Das ist für mich das Schwierige, und meist überbrücke ich diese Schwäche damit, dass ich mir weitere Protagonisten erschaffe und diese erst einmal in die Geschichte einführe. Meist habe ich dann eine kleine Karte dabei, wo ich sehe, wo sich diese Protagonisten befinden. Dann kann ich wunderbar überlegen, wie diese zueinander finden, oder was sie miteinander zu tun haben (oder ob überhaupt ;) ). Meist ist es sowieso so, dass wenn ich mir etwas überlege, häufig etwas völlig anderes dabei raus kommt.
Ich schreibe mir z.B. auf, die Gruppe landet in der Stadt. Jedoch mitten beim Schreiben fühle ich mich so in den Charakter hinein, dass ich plötzlich bemerkt "huch, ich bin ja eigentlich total wo anders, als ich eigentlich sein wollte!?" das ist aber nicht weiter schlimm, denn dadurch wirkt die Geschichte lebendiger und wenn man selbst überrascht ist, ist es der Leser meist auch :)
also daher meine Tipps:
-Storyline
-Musik (ruhige am besten Filmmusik)
-kleine Karte zum Überbrücken von Entfernungen und zur Orientierung
-mehrere Charaktere, bzw. kümmert euch erstmal um einen anderen Teil eurer Geschichte und versucht das Ganze zusammen zu puzzeln.
-in die Charaktere hineinfühlen, dann kommt von ganz allein eine Idee
-schlaft über die Idee und phantasiert sie aus
-überlegt euch vorher vielleicht kleinere Ziele, die es zu erreichen geben soll
hoffe ich konnte wem damit helfen :)
Hi,
ich handhabe es ähnlich wie Suraya - allerdings ist es eigentlich kein spontanes Schreiben mehr, da ich alles sehr genau plane
-Storyline
- detailierte Datenblätter zu allen Hauptchars (teilweise mit kompletten Lebenslauf
- ich suche mir die Szene raus, die ich in Angriff nehmen möchte.
-Musik (die muß bei mir zur Szene passen, darf auch ruhig etwas lautes und aggressives sein, gerade für schnelle Actionsequenzen).
Abhängig von der Tagesstimmung feile ich an einzelnen Worten und Sätzen oder schreibs erst einmal komplett runter und feile danach. Hängt davon ab, ob ich im Fluß bin - also ob ich in das Gedankenkino hineingezogen werde - oder ob es eher tröpfelt.
Wenn ich im Fluß bin (was bei Action-Sequenzen eigentlich immer der Fall ist), dann kann ich nicht an jeden Wort feilen, weil die Gedanken schon so viel schneller sind, als meine Finger.
Ich denke, mir ergeht es da ähnlich wie Warin. Wenn mir die besten Ideen in den Kopf schießen, hab ich grad keine Gelegenheit zu schreiben. Und mein Vorhaben, gute Einfälle gleich irgendwo zu notieren, scheitert sowieso jedesmal an dem Satz: "Ach, das merk ich mir schon bis zum nächsten Mal."
Ja, denkste...
Und wenn ich mich dann mal an den PC setze, um definitiv weiterzuschreiben, murkse ich meistens minutenlang an jedem Satz herum.
Flüssiges, sprudelndes Schreiben ist bei mir mit zunehmendem Alter versiegt.
Meinen ersten Romanversuch von 175 Seiten - damals war ich 16 oder so - hatte ich in einem Jahr geschrieben. Jetzt kann es sein, dass ich für eine Seite 1-2 Wochen brauche.
Wenn ich eine Geschichte neu beginne, lege ich mir zuerst einmal die Welt zurecht, in der sie spielt. Geografie, Politik, vielleicht auch wirtschaftliche Aspekte, Klima, Fauna und Flora etc.
Manchmal zeichne ich mir auch eine Karte dazu.
Dann erstelle ich die Hauptcharaktere mit grobem Aussehen, ein paar wesentlichen Eigenschaften, Hintergrund usw. Das trage ich dann in einen Glossar ein, der im Laufe der Geschichte immer erweitert wird.
Die Handlung selbst allerdings läuft bei mir ziemlich spontan ab. Ich kann oftmals selbst nicht sagen, was dem Helden im nächsten Kapitel passieren wird. Vom Ende der Geschichte ganz zu schweigen :)
oh mann ich organisiert ja eure chrakter regelrecht.
genau das gegenteil mache ich xD Normalerweise haben meine Personen ähnliche Eigenschaften wie einer meiner Freunde. U´nd wenn ich bis zu einer bestimmten Situiation schreibe, überlege ich mir, wie die person wohl darauf reagieren würde. so entwickelt sich der chara eigentlich vielmehr während der geschichte. aber mir gehts genauso wie gilead. was passieren wird, weiß ich nie. einfach drauflos schrieben, lautet meine defensive :D
Wenn hier von einem Schreibfluss die rede ist, kann ich auch mitreden.
ich hatte bis gestern eine Schreibblockade. Ich kam an einer Stelle nicht weiter. Das hatte sich von einer Minute zur anderen geändert.
Heute schreibe ich also alles nieder so wie ich es mir gedacht habe. Eeeehhhh (Buzzerton) denkste. Die Szene wird jetzt ganz anders. Sie hat nichts mehr mit meiner ersten Idee zu tun. Alles hat sich verändert.
Aber das finde ich persönlich gar nicht schlimm, weil es ja weiter geht und das ist das wichtigste. Der Schreibfluss muss genutzt werden solange er da ist.
Da stelle ich hier einfach mal die Frage, ob euch das auch schon mal passiert ist? Also das ihr eine Szene nach einem bestimmten Muster schreiben wolltet, aber währenddessen ihr es anders schreibt, sodass die Handlung der Szene sich veränderte. Habt ihr sowas schon mal erlebt?
Da stelle ich hier einfach mal die Frage, ob euch das auch schon mal passiert ist? Also das ihr eine Szene nach einem bestimmten Muster schreiben wolltet, aber währenddessen ihr es anders schreibt, sodass die Handlung der Szene sich veränderte. Habt ihr sowas schon mal erlebt?
sowas passiert mir eigentlich grundsätzlich. :D
dadurch, dass ich mir zunächst überlege, was für Charaktere "mitspielen" entwickeln sich diese ja auch in der Geschichte weiter und wenn ich mir vorher gedacht habe "Genau so machste das, das wird gut", dann ist später höchstens noch der Rahmen vorhanden, oder die Handlung selber und nicht der Weg der Gleiche, der zu der Handlung hinführen sollte. Manche Dinge passieren ganz anders, z.B. sollten sie bei mir in die Hauptstadt des Landes reisen, als ich aber dann auf dem Weg dahin war, dacht ich mir, warum sollten sie denn da genau in die Gefahr reisen? Kurzerhand hab ich einfach die Gefahr "geteilt" und schupps, mussten sie vor ner Horde Orks fliehen *lach*
War sehr überrascht, aber ich könnte z.B. auch nicht sagen, dahin wird das Ganze laufen, weil die Charaktere mit einander ja argieren und wenn der eine was sagt, kann der andere nur auf Arten reagieren, die für ihn "normal" sind. Wenn der Chara aber mitwächst, ändert sich ja auch das Handeln und alles kommt anders :)
Mad Bull
03.04.2008, 23:16
Du sollst auch wissen DisAster das viele Denkvorgänge unbewusst laufen.
Du arbeitest mit der Geschichte ja nicht nur wenn du schreibst.
Du bist von einer Vielzahl an Inspirationsquellen umgeben.
Filme, Spiele, Bekannte, Clubs, usw.
All das prägt deine Geschichte.
Das ist normal das man als SChreiberling immer wieder mal eine weisse Fläche anstarrt und überhaupt keinen Plan hat. Zumindest nicht bewusst.
Und an einem Tag wo du am wenigsten damit rechnest schiest es aus die frei heraus.
Der Maler Picasso hat es treffend gesagt:
"Ich suche nicht, Ich finde."
Wobei man sich durchaus unterstützende Maßnahmen zur Hilfe rufen kann, wenn die Blockade grad mal da ist.
Ich bin besonders kreativ, wenn es mir nicht besonders gut geht....
keine tolle Voraussetzung für Kreatives Schaffen, aber es ist so...
Also such ich mir was Anderes........Musik. Ganz wichtig für mich, löst manche Schreibblockade.
Außerdem eine stimmige Atmosphäre, ein Bier (alternativ durch grünen Tee zu ersetzen) und vor allem Gedanken und Ideen, die mich seit Tagen begleiten.
Und am Allerwichtigsten ist meine Kladde, in die ich alles hineinkritzel, was mir in der S-Bahn, bei der Arbeit oder einfach zwischendurch einfällt.
"Peter hasst Marmelade"
Bumms.
Erstmal nichts Weltbewegendes, aber hunderte solcher Notizen geben nach und nach ein Bild deines Charakters wieder auf dass du nachher super zurückgreifen kannst.
Ohne Notizen, ohne ein grobes Bild - so glaube ich - schreiben von den bekannten Schriftstellern entweder die ganz, ganz Guten oder aber die ganz, ganz Schlechten.
Wobei zum Beispiel Hohlbein nicht unbedingt und zwangsläufig als Vorbild dienen sollte, da ein 30 Jahre altes Grundraster von Aufbau einer Handlung und Charakteristik der Figuren nicht unbedingt als Vorlage für 40 Bücher im Jahr herhalten sollte.
Sich immer wieder neu erfinden, seinen Gedanken freien Lauf lassen und das immer wieder zwischendurch aufschreiben.
RickyLee
04.04.2008, 14:55
Ich will hier keine ewiglangen Beiträge schreiben, darum fasse ich mich grad mal ganz kurz:
Was dir beim Üben von spontanem Schreiben helfen könnte, sind Text-Rpgs. Ähnlich wie bei einem Dialog muss man nämlich immer nur einen kleinen Absatz schreiben, steht zudem (ein wenig) unter Zeitdruck und schreibt meist das hin, was am nächsten liegt und einem selbst als erstes einfällt.
Dies als Tipp ^^
SemSimkin
04.04.2008, 20:41
Hi,
ich handhabe es ähnlich wie Suraya - allerdings ist es eigentlich kein spontanes Schreiben mehr, da ich alles sehr genau plane
-Storyline
- detailierte Datenblätter zu allen Hauptchars (teilweise mit kompletten Lebenslauf
- ich suche mir die Szene raus, die ich in Angriff nehmen möchte.
-Musik (die muß bei mir zur Szene passen, darf auch ruhig etwas lautes und aggressives sein, gerade für schnelle Actionsequenzen).
Abhängig von der Tagesstimmung feile ich an einzelnen Worten und Sätzen oder schreibs erst einmal komplett runter und feile danach. Hängt davon ab, ob ich im Fluß bin - also ob ich in das Gedankenkino hineingezogen werde - oder ob es eher tröpfelt. [...]
Ja, so sehe ich das im Prinzip auch. Bei Kurzgeschichten reicht der "Schwung" meinst noch ohne Drehbuch. Aber bei längeren Sachen dürfte praktisch niemand unter 5 Jahren Publikations-Feedback ohne grundlegende Planung etwas Wertvolles hinbekommen. Anderslautende Legenden halt ich für Messias-Predigten.
ZanIzuNES
04.04.2008, 21:54
Mir fällt dazu noch die Clustering-Methode von Gabriele L. Rico ein. Ist im Grunde eine etwas verquere Variante von Notizen sammeln, aber ich hab's selber ausprobiert und war ganz schön baff, was man damit schaffen kann.
Beispiel: Du willst einen Text über (okay, das ist ein wenig schräg aber...) Kampffrösche schreiben. Setz das Wort in die Mitte von einem leeren DinA4 Blatt und mach einen Kreis drum. Dann schreibst du so schnell wie möglich alles hin, was dir zum Thema "Kampffrosch" einfällt, z.B. nass, glitschig, unmöglich, gibt es nicht, trau keinem Kampffrosch bei Nacht, usw. Jedes neue Wort kriegt einen eigenen Kringel, bei Wörtern die für dich eine Verbindung haben oder irgendwie zusammengehören machst du einen Verbindungsstrich dazwischen. Nach ca. 10 Minuten (meistens ist man schneller) ist dein Blatt voll.
Gib dir noch einen Moment um deine Ideenwolke anzuschauen und dann fang an den eigentlichen Text zu schreiben. Meistens kriegst du dann innerhalb von wenigen Minuten etwas aufs Papier.
Warum funktioniert es? Laut L.Rico schaltet diese Methode die linke Hirnhälfte aus, also die Seite, die dir jedesmal sagt: Das klingt doof, keiner will das Lesen, hoffentlich mache ich keine Rechtschreibfehler usw.
Der große Vorteil dieser Methode ist für mich, dass er wirklich auch bei hartnäckiger Schreibblokade hilft. In jedem Fall hilft es bei der großen Angst vor dem weißen Blatt. Und für jemanden der ins Schreiben einsteigen will, finde ich die Methode gar nicht so schlecht.
Einen kleinen Nachteil gibt es auch: Es kann passieren, dass du ganz woanders landest, als du anfangs geplant hast.
Gruß ZanIz
DisAster
07.06.2008, 21:23
Also, ich wollte mal eine Rückmeldung geben.
Ihr habt mir echt geholfen, besonders ZanIzuNES. Mir schwirrte seit langem eine Idee über eine "Perfekte Welt" im Kopf herum. Nur wie genau diese Geschichte aussehen sollte war unklar. Also fertigte ich ein Mind Map an. Unglaublich! Nach circa sieben Minuten war ich fertig und hatte schon eine grobe Idee im Kopf. Also machte ich mich ans Schreiben, es war überwältigend. Ein Wort nach dem Anderen, Satz für Satz, Absatz für Absatz, Seite um Seite. Alle meine Gedanken flossen durch meine Hand. Soetwas hatte ich noch nie erlebt. Ich wollte an einigen Stellen Pause machen, um die Formulierungen zu überarbeiten, aber schon kam der nächste Satz und der Wiedernächste. Ich konnte gar nicht halten. Die Gedanken ließen sich nicht aufhalten.
Als ich fertig war, las ich mir alles noch einmal durch. Es klang wesentlich besser, als ich es von mir erwartet hatte. Selbst die Überschrift fiel mir schlagartig ein, wobei ich gerade dabei unglaubliche Probleme habe. Inzwischen habe ich die Geschichte schon etwas überarbeitet und werde sie wahrscheinlich noch ein paar Mal ansehen. Wenn ich meine 100 Posts erreicht habe, schicke ich sie hier ein, dann braucht ihr nicht mit Kritik zu scheuen. ;)
Ich habe in den letzten zwei Monaten schon ein paar solcher Geschichten geschrieben. Diese Methode funktioniert blendend. Ihr solltet es auch einmal ausprobieren. Im Übrigen kommt zwar manchmal wirklich etwas anderes heraus, als eigentlich erwartet, aber das ist wirklich kein Nachteil. Ich sehe es eher vorteilhaft, da solch ein Ende eh meist besser zu der Geschichte passt, als das Ausgeplante. :)
Die größte meiner Schwierigkeiten war es immer, dass ich alles zu sehr ausgeplant habe. Es hieß immer: "Die Person muss soundso aussehen, sich soundso verhalten.","Die Welt ist soundso. Da herrscht dasunddas","Genau diese Handlung muss passieren, egal was kommt."
Ich ließ keinen Spielraum für Kreativität, Freiheit innerhalb der Geschichte. Langsam beginne ich mir das wieder anzugewöhnen. Einfach Schreiben, egal was kommt. Und es klappt herrlich.
In der Schule haben wir gerade das Thema "Kurzgeschichten". Ich möchte nun eine typische Kurzgeschichte mit allen Kriterien schreiben. dazu müsste ich dann doch etwas mehr planen. Mal sehen wie mir das gelingt. :)
ZanIzuNES
08.06.2008, 20:25
Ich wollte an einigen Stellen Pause machen, um die Formulierungen zu überarbeiten, aber schon kam der nächste Satz und der Wiedernächste. Ich konnte gar nicht halten. Die Gedanken ließen sich nicht aufhalten.
Als ich fertig war, las ich mir alles noch einmal durch. Es klang wesentlich besser, als ich es von mir erwartet hatte.
Wow! Das freut mich aber wirklich! Falls du möchtes, kannst du dir das Buch "Garantiert schreiben lernen" von Gabriele L. Rico Garantiert Schreiben lernen Gabriele L. Rico besorgen. Es ist zwar anfangs sehr theoretisch, aber die Schreibübungen darin sind sehr spannend. Sie beschreibt darin etwas ausführlicher die Clustering-Methode und bietet verschiedene Möglichkeiten für Schreibanlässe. Also z.B. schreiben nach einem Kunstwerk (Bild) oder einem Gedicht. Und könnte einer der lieben Mods noch den Amazon-Link setzen, weil dummes ZanIz wieder mal nicht weiß wie geht :(.
In der Schule haben wir gerade das Thema "Kurzgeschichten". Ich möchte nun eine typische Kurzgeschichte mit allen Kriterien schreiben. dazu müsste ich dann doch etwas mehr planen. Mal sehen wie mir das gelingt. :)
Das ist ja toll! Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und setz dich ja nicht zu sehr unter Druck. Wichtig ist ja im Grunde erst einmal, dass du schreibst - ausbessern und rauslöschen, was überflüssig ist, kannst du hinterher immer!
Liebe Grüße
ZanIz
Falls du möchtes, kannst du dir das Buch "Garantiert schreiben lernen" von Gabriele L. Rico besorgen. Es ist zwar anfangs sehr theoretisch, aber die Schreibübungen darin sind sehr spannend. Sie beschreibt darin etwas ausführlicher die Clustering-Methode und bietet verschiedene Möglichkeiten für Schreibanlässe. Also z.B. schreiben nach einem Kunstwerk (Bild) oder einem Gedicht. Und könnte einer der lieben Mods noch den Amazon-Link setzen, weil dummes ZanIz wieder mal nicht weiß wie geht :( .ooooch *ZanIzpat* Hier (http://www.fantasy-forum.org/faq.php?faq=vb_faq#faq_amazon) und hier (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=61) gibts doch Anleitungen dafür;) Ich hoffe, ich habe die richtige Ausgabe erwischt, war die preiswerteste, die noch zu haben war.
ZanIzuNES
08.06.2008, 23:01
ooooch *ZanIzpat* Hier (http://www.fantasy-forum.org/faq.php?faq=vb_faq#faq_amazon) und hier (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=61) gibts doch Anleitungen dafür;) Ich hoffe, ich habe die richtige Ausgabe erwischt, war die preiswerteste, die noch zu haben war.
Gut, hab ich so versucht - aber wenn ich draufklicke funzt das nicht. *puh*
engelchen
11.04.2009, 18:54
Da stelle ich hier einfach mal die Frage, ob euch das auch schon mal passiert ist? Also das ihr eine Szene nach einem bestimmten Muster schreiben wolltet, aber währenddessen ihr es anders schreibt, sodass die Handlung der Szene sich veränderte. Habt ihr sowas schon mal erlebt?
Bei mir hat sich höchstens mal der Aufbau der Szene verwendet, vielleicht auch noch der des ganzen kapitels, aber nie so sehr, dass es die Gesamthandlung nachhaltig beeinflusst hätte. Ich meine, ich weiß, wie die geschichte enden soll, und so wird sie auch enden.
Einen Schreibfluss zu haben, ist natürlich immer praktisch. Man kommt schneller voran und es klingt am Ende nicht so "Gewollt, aber nicht gekonnt".
Selbst wenn man sich mal wiederholt, ist das nicht so schlimm. Es fällt dann erst beim Überarbeiten auf und dann kann man es immer noch abändern. Wenn mir mal die Wörter ausgehen, schaue ich oft auf dieser seite hier nach, das hat mir schon oft aus der Patsche geholfen:
http://wortschatz.uni-leipzig.de/
Brillenmensch
26.06.2009, 19:25
Wenn es mir so geht, schreibe ich die Handlung erst mal detailiert in Stichpunkten auf (am besten auf Papier), und sobald ich mit dem Verlauf einverstanden bin, wird das ins Reine geschrieben... meistens.
So fällt zum einen der Druck weg, alles perfekt zu machen, und zum anderen kommen mir dabei oft neue Ideen die ich gleich einbauen kann.
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