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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : William Shakespeare


ExLibris
07.04.2008, 13:00
Bei dem folgenden Satz musste ich lachen, darum zitiere ich hier zu Beginn gleich Teylen: (hoffe das ist in Ordnung)
Shakespeare lesen ist Mist! Shakespeare muss gespielt und gesehen werden!
Wie wahr! :D

Ich dachte immer, Shakespeare muss man einfach gelesen haben. Das gehört dazu. Und ich hab es auch fleißig versucht... aber was soll ich sagen.. *gääähn*
Erst als ich verschiedene Verfilmungen gesehen habe, ist mir sozusagen ein Licht aufgegangen! Die Worte müssen betont werden, erst dann erzeugen sie die volle Wirkung.
Neben der Hamlet Verfilmung mit Kenneth Branagh, gefällt mir Mel Gibson als Prinz von Dänemark sogar noch besser.
Aber auch "Viel Lärm um Nichts" mit Kenneth Branagh, Emma Thompson, Keanu Reeves und Denzel Washington ist sehenswert!
Am meisten hat mich Al Pacino in "Looking for Richard" / Richard III beeindruckt.
Und, und, und...

Müsste ich mich für ein Shakespear Stück entscheiden, wäre das Hamlet. Es bleibt einfach mein Lieblingsstück.
Polonius: "Kennt ihr mich?"
Hamlet: "Oh ja, ihr seid der Fischhändler"
Polonius: "Nein, nein, mein Herr, ich nicht!"
Hamlet: "Ich wünscht´Ihr wärd ein so ehrlicher Mann."

"Ist dies schon Tollheit, so hat es doch Methode!" :D

Mad Bull
07.04.2008, 13:31
Ich finde die Zitate von Shakespeare einfach nur genial:


"Die Ganze Welt ist eine Bühne und wir sind nur die Akteure."

"Wir protestieren zuviel."

"Denn nicht genug den Schwachen aufzurichten, auch stützen muss ihn."


Ich sehe in den Zitaten viel Pragmatismus. Und diese Zitate zeigen auch, das es sehr wohl Künstler gibt die Ahnung vom Leben haben.

Namses
09.04.2008, 21:47
Und nicht zuletzt:
"Denn eine Kanne Bier - das ist ein Königstrank!" ^^

Ich finde Shakespeare schon lesbar, weit besser als manch anderes
(z.B. Klinger- Die Zwillinge... grauenhaft!)
aber du hast schon Recht, gespielt hat es eine ganz andere Wirkung...

Phrosh
10.04.2008, 22:29
naja ich weißt nicht.
musstes shakespeare schon mehrmals für englisch lesen, und da ist das garnicht schön, glaubt mir freunde. das tollste daran ist: du verstehst NICHTS, GARNICHTS, weil das alles natürlich in diesem alten englisch geschrieben ist. das ist nichts gegen die deutsche übersetzung. das was ihr da an zitaten zusammengewuselt habt lässt mich nämlich wirklich auf eine um einiges leichter verständliche sprache schließen, als den horror den ich lesen musste.
aber auch abgesehen von der sprache mag ich shakespeare nicht. er beging nämlich immer wieder den gleichen, fatalen fehler: er baute romantik ein. soweit eigentlich ganz schön. etwas romantik tut immer gut. aber nicht, wenn jemand wie schüttel-speer das ganze so schmalzig verpackt, dass dir speiübel wird. guckt euch romeo und julia an: normale und kampfszenen: wunderbar; doch sobald er romantik wird zerfliest das buch zu brei.

ich muss zugeben, ich habe shakespeare noch nie auf deutsch gelesen, was eher daran liegt, dass ich aus englisch einen bleibenden eindruck von dem herrn habe.

Momo
11.04.2008, 11:51
Ich find Shakespeare ganz okay. In der Schule mussten wir (in Englisch natürlich) den Midsummer Night's Dream lesen, und da gibts ein paar ganz schöne Szenen/Sätze/Gedanken/whatever. Wir haben auch eine Verfilmung angeschaut, aber die fand ich grauenhaft, die hat mir das Stück eher versaut als versüsst.
Von anderen Stücken hab ich Inszenierungen gesehn oder hab sie selbst gelesen, natürlich längst nicht alle. Ich schätze ihn durchaus als einen Verfasser grosser Stücke, keine Diskussion.

Naja aber bei uns in der Schweiz, die eine (von zwei) staatlichen (und folglich zahlbaren) Schauspielschulen, da beschäftigt man sich ein Semester lang ausschliesslich mit Shakespeare, ist Pflichtprogramm. Und das stört mich.
Klar Shakespeare ist ein Name, den jeder kennt, klar, jeder weiss, worum es in Romeo and Juliet geht, und der eine oder andere hat wahrscheinlich mal Shakespeare in Love gesehn dann kennt er sogar ein paar Zitate draus - aber ich würd nie, nie so weit gehen und ihn als Begründer / wichtigsten Theaterautor oder was in die Richtung bezeichnen. Ich will ihn nicht kleiner machen als er ist, aber ich finds übertrieben.
Als Schauspielerin/Theaterschaffende liest man so oder so mal Shakespeare, und dass man auch mal ein klassisches Stück inszeniert ist irgendwie ja auch wichtig aber dass jeder mal n Shakespeare gemacht haben muss - nee.

Ausserdem - na gut, es ist eine Frage des Geschmacks und auch bei mir von der jeweiligen Stimmung abhängig, aber momentan sind mir Sachen wie Shakespeare zu dramatisch, zu gross, alles ist irgendwie so total beschissen oder total genial, und die Schicksale sind immer ausserordentlich tragisch (oder glücklich), manchmal fehlen mir die Grautöne im Schwarzweiss-gefüge. Nicht bei den Figuren, keineswegs, die sind meist schön gezeichnet. Aber bei den Schicksalen. Überdimensional katastrophal irgendwie.
Mein Plädoyer?: Spielt lieber Horvàth und Beckett, Büchner und Hauptmann, und vor allem: spielt Sarah Kane :D oder mal Jelinek, Bernhard, etc.

Zusammenfassung: Shakespeare ist gut, ist wichtig, gehört zur Allgemeinbildung - aber ist keinesfalls unantastbar, der grösste Autor aller Zeiten. Er ist kein Gott.

Haramis
04.06.2008, 16:15
Ich oute mich - ich finde Shakespeare klasse! :D

Ich musste ihn schon öfter für Englisch auf Englisch lesen, und was soll ich sagen? Man gewöhnt sich an den Frühneuenglischen Sprachstandard - irgendwann ist es nicht mehr schwer.

Natürlich sind seine Stücke für den modernen Leser zu tragisch, zu pathetisch oder schwer nachvollziehbar, aber zu seiner Zeit haben sie genau den Nerv des Publikums getroffen.

Ich mag einfach seinen Schreibstil, seine Metaphern und Monologe. Die Gedanken, die er sich macht über "life, the universe and all the rest" (ups - falscher Autor :D).

*les*

Nejira
04.06.2008, 18:53
musstes shakespeare schon mehrmals für englisch lesen, und da ist das garnicht schön, glaubt mir freunde. das tollste daran ist: du verstehst NICHTS, GARNICHTS, weil das alles natürlich in diesem alten englisch geschrieben ist. das ist nichts gegen die deutsche übersetzung. das was ihr da an zitaten zusammengewuselt habt lässt mich nämlich wirklich auf eine um einiges leichter verständliche sprache schließen, als den horror den ich lesen musste.
*streberhaft die hand heb*
Ich musste - nein, durfte Shakespeare (Roemo and Juliet) auch auf Englisch lesen - und ich muss sagen: Ich war begeistert! Wir hatten zwar die Ausgabe, in der das Stück sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch enthalten war, aber ich fand die deutsche Übersetzung im Gegensatz zum Originaltext aber so... normal, dass ich sie keines Blickes gewürdigt habe.
Und ich hatte keinerlei Probleme mit der Sprache. Sie ist einfach nur schön, auch wenn man sich ein bisschen einlesen muss.

"What light throug yonder window breaks
It is the east and Juliet is the sun
Arise, fair sun
And kill the envious moon"

"It was the nightinggale and not the lark
That pierced the fearful hollow of thine ear"

ExLibris
05.06.2008, 09:59
Also für Shakespeare in Original reicht mein Englisch absolut nicht aus. Leider. Vielleicht würde es bei Romeo und Julia gehen, da kennt man die meisten Dialoge schon. Obwohl mir Englisch als Sprache nicht wirklich gefällt.

Aber vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich suche eine Inszenierung von "Viel Lärm um Nichts" die ich mal im TV (Arte, oder 3Sat) gesehen habe. War eine deutsche Aufführung und sicher noch nicht recht alt.
Bühnenbild war halbkreisförmig, ich weiß noch, dass es zum Schluss wie eine Insel aussah, mit einem Wasserfall. Das Spiel wurde aber auch manchmal mitten ins Puplikum getragen, war eine tolle Inszenierung!
Vielleicht hat es jemand gesehen und erinnert sich?

Branka
09.06.2008, 21:09
Ich habe in der Schule "Romeo und Julia" von Shakespeare gelesen. An Hamlet habe ich mich anschließend alleine versucht, war aber nicht der richtige Zeitpunkt. Ich war 17 damals. Aber seine Geschichten an sich gefallen mir. Ich werde es sicherlich nochmals mit Hamlet versuchen, das Buch habe ich noch.

Hathor
09.06.2008, 21:23
Ich schließe mich der Fraktion der Shakespeare-Seher an :D Natürlich habe ich den Meister auch gelesen, aber so richtig verstehen und genießen konnte ich seine Werke im Theater und im Film.

Am wenigsten mag ich die Königsdramen, am ehesten komme ich noch mit Richard III klar.

Die Tragödien wie Hamlet, Romeo und Julia, Macbeth oder Othello sind Perlen der Dichtkunst. Auch wenn so manche Aussage heute antiquiert ist, vieles ist zeitlos und sehr bemerkenswert, wenn man das Alter dieser Werke bedenkt.

Meine größte Liebe gilt allerdings den Komödien. Vor allem Viel Lärm um Nichts (tolle Verfilmung mit Emma Thompson, Kenneth Brannagh, Keanu Reeves und vielen anderen Stars) oder Ein Sommernachtstraum *schwärm* aber auch Maß für Maß oder Wie es euch gefällt oder... ach, ich mag sie alle :)

Klars
16.03.2010, 21:21
Erst als ich verschiedene Verfilmungen gesehen habe, ist mir sozusagen ein Licht aufgegangen! Die Worte müssen betont werden, erst dann erzeugen sie die volle Wirkung.
Neben der Hamlet Verfilmung mit Kenneth Branagh, gefällt mir Mel Gibson als Prinz von Dänemark sogar noch besser.
Aber auch "Viel Lärm um Nichts" mit Kenneth Branagh, Emma Thompson, Keanu Reeves und Denzel Washington ist sehenswert!

Viel Lärm um Nichts habe ich mir letzthin erst wieder einmal angeschaut und finde Shakespears Sprache wirklich schön umgesetzt.
Das reine Lesen kann zuweilen schon leicht ermüden. Aber Meister Shakespear hat ja auch für die Bühne geschrieben ....und gut vorgetragen werden seine Werke zum Genuß.

EDIT: und selbst "schlecht" vorgetragen können sie noch sehr erheiternd sein ;)

Haramis
16.03.2010, 22:05
Am wenigsten mag ich die Königsdramen, am ehesten komme ich noch mit Richard III klar.

Die Historien sind gewöhnungsbedürftig. Vor allem wenn man vorher viel mit den Tragödien gearbeitet hat, erscheinen die Historien erstmal schwerfällig und sehr politisch.
Wenn man sich aber erstmal damit befasst, sind sie nicht uninteressant. Auch der historische Hintergrund ist nicht langweilig.
Es stehen eben weniger menschliche Probleme im Vordergrund, als politische beziehungsweise Shakespeare durchleuchtet hier eigentlich das Wesen des Königtums und was einen Herrscher ausmacht.
Ist natürlich nicht mehr ganz so aktuell. ;)

Arveles
17.03.2010, 20:22
Mir gefällt Shakespeare zum lesen sehr gut.
Macbeth ist da mein Favorit. Auch wenn die Geschichte unglaublich düster ist, finde ich sie toll. Shakespeare hat so viel in den Text hineingepackt, was man erst beim Lesen zwischen den Zeilen sieht und das finde ich total spannend :)

Haramis
17.03.2010, 20:36
Macbeth ist da mein Favorit. Auch wenn die Geschichte unglaublich düster ist, finde ich sie toll. Shakespeare hat so viel in den Text hineingepackt, was man erst beim Lesen zwischen den Zeilen sieht und das finde ich total spannend :)
Yeah! *thumbsup*
Endlich mal jemand, der das auch so sieht. Ich finde Macbeth auch toll. Was in dem Text drin steckt, ist unglaublich. *ja*

Dragonologist
18.03.2010, 07:38
Ich denke doch, dass es einige Teile aus Shakespeare's Werken gibt, die man auch lesen kann. Zum Beispiel die umwerfende Grabrede des Marcus Antonius für Caesar. Aber ich liebe auch Shakespeare-Verfilmungen; unlängst habe ich eine gesehen, A Midsummernight's Dream mit Michelle Pfeiffer (der einzige Name an den ich mich erinnern kann *schäm* obwohl da auch andere Berühmtheiten dabeiwaren) und ich habe mich so totgelacht, vor allem bei dem Schauspiel von Pyramus und Thisbe, ich musste zwischendurch die DVD anhalten um wieder zu Atem zu kommen. Schön ist auch "The taming of the Shrew", das ich vor Längerem gesehen habe.

dugie
18.03.2010, 21:18
Julius Caesar habe ich in der Schule im English LK gelesen. Fand ich gar nicht so schlecht. Das Einlesen hat etwas gedauert, aber wenn man mal drin war - ich meine damit die merkwürdige Satzstellung, Wortwahl etc. - macht es Spass das Buch zu lesen. Später haben wir dann auch noch Macbeth als Aufführung gratis bekommen - das war auch gut.
Mir ist da Goethe und seine deutschen Kollegen viel eher auf den Nerv gegangen. Das habe ich wirklich zu Schulzeit nicht wirklich zu schätzen gelernt. Vermutlich lag es auch an den unerträglichen Deutschlehrern und ihrer gequälten und gelangweilten Art.