Elenya
07.04.2008, 20:45
So, ich hoffe mal, dass das jetzt hier richtig platziert ist (immer noch unsicher) falls es doch in "Eigene Geschichten"-Forum gehören sollte, kanns ja verschoben werden (hatte auch schon im alten Forum über 100 Beiträge).
Das ist eine Reportage, die ich für Deutsch schreiben sollte, ist meine erste, also geht nicht allzu hart mit mir ins Gericht :D
Mit dem Fahrrad über Teneriffa und El Hierro
Eine Reisereportage.
Eine Reise beginnt lange bevor man sie antritt. In diesem Fall tut sie es in Flensburg.
Schon Tage bevor es los geht, ist alles in heller Aufregung. Nudeln und Reis müssen auf Vorrat eingekauft, Routen geplant und Fahrräder in ihre Einzelteile zerlegt werden.
Am Donnerstag, dem 12 Oktober ist es dann soweit. Jetzt muss nur noch das Taxi kommen und die Reisenden zum Bahnhof bringen. Von dort geht die Fahrt dann nach Berlin zum Hauptbahnhof und dann weiter zum Flughafen Tegel.
Der Taxifahrer sieht nicht sehr begeistert aus, als er die großen Fahrradtaschen in sein Auto verlädt und noch dazu zwei Laubsäcke, zum bersten vollgestopft mit den Packtaschen und zwei großen, wasserdichten Säcken. Er hat jedoch Glück. Er muss die ganze Ausrüstung nur einladen und am Bahnhof wieder ausladen. Die Reisenden müssen diese, bis zu 30kg schwer geschätzten, unhandlichen Säcke noch durch den ganzen Flensburger Bahnhof tragen. Es gibt dort keine Fahrstühle. Und dann in den Zug. Hier sind Schnelligkeit und Präzision angesagt, immerhin könnte der Zug losfahren wenn noch ein Sack auf den Gleisen steht und man kann auch in den engen Gängen mit dem sperrigen Gepäck stecken bleiben.
Doch endlich ist es geschafft und man sitzt im Zug.
In Hamburg das ganze dann nochmal. Und in Berlin dann auch noch mal. Hier taucht das erste größere Problem auf. Es gibt an den Gepäckwagen Gurte, die verhindern sollen dass man zu viel Gepäck aufstapelt und so den Karren zum Umkippen bringen könnte. Leider passen so auch nicht die großen Säcke mit den Fahrräder darin rauf und auch mit den beiden großen, und mindestens genauso schweren Laubsäcken hat man Probleme. Also müssen die Fahrradsäcke getragen werden. Durch den ganzen, vierstöckigen Bahnhof bis hin zum Vorplatz, wo der Flughafenshuttle fährt. Beide auf einmal. Das beansprucht viel Zeit. Der Shuttle ist natürlich schon weg.
Am Freitag dem 13 um 0.30h sind die Reisenden endlich am Flughafen angekommen. Um 8.00h geht der Flieger der Fluggesellschaft Iberia nach Madrid. Nach einem zweistündigen Aufenthalt dann weiter nach Teneriffa Nord.
Die Wartezeiten werden wortwörtlich mit dem 1200 Seiten Wälzer “Der Herr der Ringe” totgeschlagen. Es wird überlegt ob man nicht als krönenden Abschluss er Reise sich auf der Karte von Mittelerde den Weg zur nächsten Bar zeigen lasse soll. “Ja und am Tor von Mordor dann links.”
Abends um 7.00h ist es dann geschafft, könnte man meinen. Doch die Fahrt kann noch nicht losgehen. Erst müssen die Fahrräder wieder zusammengebaut werden. Räder, Schutzbleche, Gepäckträger, Sattel, Gangschaltung, Kettenblatt, Licht, Bremsen und - ganz wichtig - die Klingel. Alles war vorher in Zeitungspapier eingewickelt und mit einem extra starken Klebeband, welches während der Reise den Namen “Panzertape” verliehen bekam, drapiert. Das ganze passiert in der Vorhalle des Flughafens. Geplant war dort die Nacht zu verbringen, doch um 24.00h, so muss man leider hören, schließt der Flughafen und die Reisenden verfrachten ihre kleine Fahrradwerkstatt auf eine Parkplatzbank.
Um 5.00h öffnet der Flughafen dann wieder seine Tore und drinnen kann gemütlich gefrühstückt werden. Russisch Brot. Aus Deutschland mitgebracht. Essen ist am Flughafen viel zu teuer.
Um 8.00h geht schließlich die Sonne auf und die Reise kann beginnen (die Zeitverschiebung beträgt eine Stunden, in Deutschland ist es zu dieser Zeit 9.00h).
Bei einer Tankstelle ca. einen Kilometer weiter endet die kleine Tour wieder. Jetzt kann “richtig” gefrühstückt werden. Brötchen mit Serrano, Saft, Joghurtdrinks und ein bisschen Schokolade.
Dann geht es weiter zum nächsten Supermarkt in San Cristóbal de la Laguna um noch ein bisschen für die kommenden Tage einzukaufen. Die Reise soll durch das Innere Teneriffas gehen, ab ca. 1000m über dem Meeresspiegel gibt es dort keine Dörfer mehr, nur endlose Pinienwälder mit ein paar Rastplätzen, an denen es - zum Glück - Wasserhähne gibt, also ist Bunkern angesagt.
Nun endlich beginnt die richtige Reise. Vorsorglich werden die Schuhe mit Panzertape verklebt, damit keine Schnürsenkel in die Pedalen geraten und die ersten Steigungen werden genommen.
Auf 950m Höhe wird die erste Pause gemacht. Mittagspause. Es ist 13.30h. Weit gekommen sind die Reisenden nicht, San Cristóbal de la Laguna ist immer noch zu sehen, aber hoch. Rund 500m höher sind sie als am Beginn des Tages.
In La Esperanza wird sofort eine Bank in Anspruch genommen. Erstaunlicherweise gibt es dort auf einem kleinen Platz einen Teich mit europäischen Stockenten. Wohl auch ein paar Urlauber. Die Bewohner des Ortes kommen gelegentlich und füttern sie mit Brot. Es sind auch ein paar Autos zu sehen, welche mit ächzendem Motor eine fast senkrecht in die Höhe führende Straße nehmen. Die Reisenden haben diese Straße gerade auch noch bezwungen. Zum Glück aber nur bergab.
Nach einer Weile geht es dann weiter. Bergauf. Immer nur bergauf. Etwas anderes steht für die nächsten paar Tage auch nicht auf dem Plan. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,7 km/h - es geht wirklich nur bergauf - wird endlich eine Bar erreicht. Mitten im Wald. Nach einer eisgekühlten Cola und einem Teller Tapas, wird ein bisschen die Gegend erkundet. Ohne Fahrräder. Der Barbesitzer ist so freundlich und erklärt sich bereit ein Auge auf die Räder zu haben. Nachdem man eine Weile einer abbiegenden Straße folgt, stößt man auf einen Wendekreis und ein Schild auf dem “Zona Acampada”, Campingzone, steht. Pfeil den Berg runter. Es wird nicht lange überlegt. Dies soll der Platz für die erste Übernachtung sein.
Wenn man dem Pfeil, welcher bergab weist, durch den Wald folgt, stößt man auf einen Grillplatz und ein überaus einladendes Toilettenhaus, dessen Hygiene sich ungefähr auf dem Stand des letzten Jahrhunderts befindet.
Schon bald kommt der Abend. Es gibt Nudeln mit Salami-Knoblauch-Soße und um 8.30h ist Schlafenszeit, welche allerdings um 10.00h unsanft beendet wird, da die Spanier eine große Party auf dem Rastplatz feiern.
Heute gibt es diese “Zona Acampada” vermutlich nicht mehr. Im Sommer 07 gab es auf Teneriffa einen großen Waldbrand, welcher tagelang nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Am nächsten Tag geht die Tour weiter. In Serpentinen schlängelt sich die Straße durch die Wälder. Alle zehn Minuten kann man eine andere Aussicht genießen.
Hin und wieder gibt es eine Gelegenheit die Wasserflaschen aufzufüllen und man findet sogar noch eine Bar hinter einer Wegbiegung. Da Wochenende ist, sind auch viele Spanier hier unterwegs und diese haben die Gewohnheit, Fahrradfahrer unter lautem Hupen anzufeuern, während sie vorbei rauschen. Normalerweise sind das nur Rennradfahrer. Keiner ist hier so blöd mit schwerbepackten Trekkingrädern durch die Berge zu fahren, wenn man doch aus das Auto nehmen kann. Immerhin ist Wochenende.
Kurz vor dem Teide, ein aktiver Vulkan, welcher den höchsten Punkt der Reise darstellt (3718m), verändert sich die Landschaft drastisch. Die hellen Pinienwälder weichen Geröllhalden, Gestrüpp und Aschemeeren. In den Gesteinen sind die unterschiedlichsten Farben zu erkennen. Hier wird der höchste, mit dem Fahrrad befahrene, Punkt dieser Reise erreicht. Der Corral del Nino, 2240m.
Wenige Kilometer weiter ragt der Teide wie ein König über Teneriffa in die Höhe. Im Winter ziert ihn ein kleine Schneehaube.
Nach einer Übernachtung hinter einem Felsen am Straßenrand, kann man diesen am nächsten Tag erreichen. Mit dem Teleférico, einem Lift, kann man hinauffahren und die Aussicht über ganz Teneriffa genießen. Es sei den es ist bewölkt, das ist dann Pech. Mit einer Genehmigung kann man sogar einen Blick in den Krater werfen. Diese bekommt man bloß leider nicht einfach so.
Nach einer Weile geht es dann weiter. Wer nun gedacht hat, es würde endlich bergab gehen, der hat sich getäuscht. Noch ca. 8km führt die Straße durch Schlechtwetterwolken. Erst dann geht es nach unten. 9km lang kein einziges Mal in die Pedale treten, nur bremsen.
Eine “Zona Acampada” wird unbeachtet hinter einem gelassen. Es regnet. An dem Gedanken an eine feuchte Nacht unter tropfenden Pinien kann sich keiner erfreuen.
Die Zeit vergeht wie im Flug und man erreicht Vilaflor, wo sofort die nächste Bar angesteuert wird. Dort gibt es heiße Bocadillos, dann geht es weiter in eine kleine Pension namens “German”.
Am nächsten Tag geht es dann nach Los Cristianos wo um 18.30h eine Fähre nach El Hierro erreicht werden muss. Es ist leicht zu schaffen, da es nur bergab geht. Die Straße führt jedoch durch eine dicht besiedelte Gegend, hier kommen sehr viele Touristen her, und kurz vor Los Cristianos muss man sogar aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf die Autobahn gelangt.
Die Zeit an der Promenade wird dann damit vertrieben, dickbäuchige, sonnenverbrannte Touristen zu beobachten, die bei dem Gedanken daran mit dem Fahrrad statt mit dem Bus des Reiseveranstalters zum Teide zu fahren, vermutlich in Ohnmacht fallen würden.
Spät in der Nacht kommt man dann endlich auf El Hierro, der kleinsten und unbekanntesten Insel der Kanaren, an. Die Fähre hat noch einen Bogen zu der Insel La Gomera gemacht, früher ebenso unbekannt wie El Hierro, heute eine weitere Touristenhochburg, wodurch sich die Fahrt um ungefähr zwei Stunden verlängert hat.
In Puerto de la Estaca, ein Hafen wie der Name schon sagt, wird erst mal festgestellt, dass das Licht von einem der Fahrräder nicht funktioniert. Es ist dunkel und man muss sich auf die Suche nach dem nächstbesten Strand machen um zu übernachten, da die in Puerto spärlich, wenn überhaupt, gesäten Pensionen alle schon geschlossen haben.
Nach einer kurzen Fahrt auf einer etwas holprigen Straße, vorbei an der Baustelle eines Tunnels, welcher eben diese ersetzen soll, da die Straße droht in unmittelbarer Zukunft ins Meer abzurutschen, kommt man in die Nähe eines kleinen Ortes namens Los Llanitos zu dem auch ein kleiner Badestrand, einer der wenigen El Hierros, mit einem Grillplatz gehört. Dort wird das Nachtlager, neben den Löchern einiger umher flitzender Mäuse, aufgeschlagen.
Am nächsten Morgen wird als erstes die Wassertemperatur getestet. Ca. 25°C. Es lässt sich gut schwimmen, das Meer ist ruhig.
Dann geht es wieder zurück nach Puerto de la Estaca und von da aus eine Straße mit bis zu 19% Steigung hinauf nach Valverde, der Hauptstadt El Hierros. Valverde liegt 500m über dem Meeresspiegel, aber nur 10km vom Hafen entfernt, was die Steigungen erklärt. Allein für diese Strecke braucht man fast drei Stunden und egal wie früh man losfährt, man kommt trotzdem in die Mittagshitze die an der 30°C Grenze liegt.
Endlich in Valverde, was frei übersetzt so viel wie grüner Wall heißt, angekommen, wird erst mal eine unglaubliche Menge an Cola konsumiert und dann in einem Supermercado eingekauft. Nach einiger Zeit Aufenthalt geht es noch ein paar Kilometer weiter nach Westen. Die Straßen dort sind wenig befahren und nach einer Weile kommt man sogar noch an die Abzweigung einer alten Straße, welche von Autos überhaupt nicht mehr befahren wird und daher ein Paradies für reichlich bepackte Fahrradfahrer darstellt, da sie immer noch in gutem Zustand ist. An dieser wird auch das Nachtlager aufgeschlagen, inmitten einer Kolonie Tausendfüßler.
Am nächsten Tag geht es diese Straße weiter in Richtung San Andrés wo eine kurze Pause eingelegt wird. In einem Kiosk kaufen die Reisenden etwas zu knabbern und Saft und wehren dabei Bauern ab, welche versuchen einem Katzen zu verkaufen.
Knapp hinter San Andrés beginnt eine Straße, die an grünen Wiesen, welche man auf dieser vulkanischen Inseln gar nicht so recht erwartet, und Lorbeerbäumen vorbeiführt. Dort begegnet ma vielen Ziegen und deren Hinterlassenschaften und hört von weitem ein leises aber beständiges “Määäh”. Von dieser Straße biegt auch ein Weg ab, welcher zu dem Mirador de Jinama führt, von dem aus man die Aussicht auf das Golftal und die Abbruchkante El Hierros genießen kann. Vor vielen tausend Jahren soll es einen sehr hohen Berg auf El Hierro gegeben haben, welcher ins Meer rutschte und so ein Drittel der Insel dem Meeresspiegel näher gebracht hat. Über dieses Drittel ziehen sich nun weite Bananenfelder und die wenigen Ferienorte El Hierros, da es klimatisch sehr günstig gelegen ist. Von dem Mirador führt auch ein Wanderweg in die Tiefe, nach Frontera, welcher mit dem Fahrrad allerdings nicht befahren werden sollte.
Zurück auf der eigentlichen Route, steigt man bis auf 1300m Höhe, ohne dies überhaupt wirklich zu merken und schneller als man denkt, geht es wieder bergab. Die Insel ist nur 20km lang. Normalerweise erlebt man dieses Stück nun eine sehr schöne Fahrt durch einen Pinienwald, doch es gab im Sommer einen Waldbrand und sämtliche Pinien sind vom Feuer geschwärzt.
Ebenfalls der Campingplatz Hoya de Morcillo, welcher eigentlich eine Rast von ein paar Tagen einbringen sollte, um den größten Teil der Insel ohne Gepäck zu erkunden, ist zum größten Teil abgebrannt. Von den freundlichen Leuten dort wird man jedoch an die Pension einer deutschen Auswanderin in El Pinar empfohlen.
Nun werden von dort die gepäckfreien Touren gestartet. Den einen Tag über die halbe Insel bis zum “Sabinar”, einem Wacholderbaum, welcher vom beständigen Wind bis zum Boden gebogen wurde, an das äußerste Ende der Insel, welches vor der Entdeckung Amerikas als das Ende der Welt galt.
Nach ein paar Tagen dieser “Erholung” geht es mit Gepäck wieder weiter in den Süden der Insel. Dort gibt es eine ebenso wunderschöne wie unbekannte Bucht namens Tacoron in der man Schnorcheln kann. Dort gibt es die verschiedensten Fische zu bestaunen, schwarze mit dunkelblauen Rändern die in der Sonne aufleuchten, zebragestreifte, gelb und braun gemusterte, große, flache, graue, runde, lange, kurze, schillernde und welche die aussehen wie lang gezogenen Schwertfische, bloß in sehr viel kleiner. Auch Delfine und Haie gibt es in den Gewässern der Kanaren.
Nach einem Tag Aufenthalt geht es nach La Restinga, wo man in dem am weitesten südlich gelegenen Restaurant Europas essen kann. Auch hierher ist der Tourismus gedrungen. Ein riesiges apricotfarbenes Hotel steht hier direkt am Meer, zwischen kleinen weißgetünchten Fischerhäuschen und Brocken dicker, erkalteter Lava, welche einen an Elefantenkot und spezielle Strickmuster denken lassen.
Nachdem man den gleichen Weg nach El Pinar zurückgefahren ist den man auch gekommen ist, es gibt nur diesen einen, kann man weiter nach Westen fahren, wo auch die “Sabinars” zu besichtigen sind. Dort gibt es außerdem noch eine Kapelle namens Ermita Virgen de los Reyes zu sehen, in der die heilige Statue der Maria Virgen ausgestellt ist. Diese wird einmal in Jahr über die ganze Insel getragen. An der Semana Santa, der heiligen Woche. Ostern.
Danach geht es weiter nach Pozo de la Salud. Wer schon mal hier war, kennt die kleine Pension von Maria Lima und wer dort übernachtet hat, kommt auch wieder. Sie ist sogar namentlich in einem Reiseführer vermerkt. Sie ist ein freundliche, Bingo spielende und Telenovela verfolgende alte Dame die sich gegen das große Kurhotel und die anderen Pensionen im Dorf erfolgreich durchsetzt. Von ihr erfährt man auch was in den nächsten Tagen auf der Insel los ist. So hört man von einem Fest, welches in Sabinosa stattfinden soll. Die Menschen kommen an diesem Tag von der ganzen Insel dort hin um tanzend durch die Straßen zu ziehen. Auch ein paar Leute aus Teneriffa sind dort anzutreffen.
Weiter geht es durch das Golftal wieder zurück Richtung Nordosten der Insel, wo auch Valverde liegt. Die Straße verläuft dort mehrere Kilometer lang geradeaus. Rechts und links liegen Bananen- und Ananasplantagen. Hier gibt es mehr Autos und auch mehr Touristen. Durch einen großen Tunnel gelangt man von Valverde direkt ins Golftal. Früher musste man einmal die ganze Insel umrunden um mit dem Auto in das Tal zu gelangen. In dem Tunnel darf man kein Fahrrad fahren. Es ist lebensgefährlich. Man muss ein Taxi von Frontera aus nehmen. Mit diesem geht es an dem Ecomuseo de Guinea vorbei, welches aus einem Dorf von El Hierros Ureinwohnern besteht. Dort finden Führungen statt, allerdings nur auf Spanisch. Der Tourismus hat diese Insel noch nicht erreicht.
Von dem Taxifahrer kann man sich am Mirador de la Pena absetzten lassen, was von Vorteil ist, da es den Weg bis Valverde dann nur noch bergab geht. An diesem Mirador gibt es ein Restaurant, von dem man eine fabelhafte Aussicht über das gesamte Tal und die Abbruchkante genießen kann, während man Tapas isst, die diesem Ambiente vom Preis her durchaus angemessen sind.
Nun führt der Weg durch mehrere Dörfer, welche man schon als Vorort von Valverde bezeichnen kann. Von Valverde geht es dann wieder bergab, zurück zum Puerto de la Estaca und dann wieder zu dem altbekannten Strand um wieder eine Nacht dort zu verbringen
Am nächsten Morgen müssen am Hafen dann die Fahrräder auseinander gebaut und flugsicher verpackt werden. Klingel, Bremsen, Licht, Kettenblatt, Sattel, Gangschaltung, Gepäckträger, Schutzbleche, Räder.
Am Hafen von Teneriffa angekommen verlangen die Taxifahrer dann mehr Geld für ihre klobige Fracht, welche sie zum südlichen Flughafen von Teneriffa bringen sollen.
Dann spielt sich das gleiche wie am Anfang ab. Warten, die Maschine nach Madrid, dann nach Berlin, zum Hauptbahnhof, in den Zug nach Hamburg, dort in den Regional Express nach Flensburg und dort das Taxi bis zur Wohnung.
Eine Reise endet schneller als man denkt. Am 31 Oktober.
Und noch ein paar Bilder:
http://img383.imageshack.us/img383/8185/img0034awx8.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0034awx8.jpg)
http://img383.imageshack.us/img383/778/img0038adn4.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0038adn4.jpg)
http://img383.imageshack.us/img383/3287/img0060ala9.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0060ala9.jpg)
http://img383.imageshack.us/img383/6328/img0083avc4.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0083avc4.jpg)
http://img383.imageshack.us/img383/2472/img0106apq4.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0106apq4.jpg)
http://img383.imageshack.us/img383/5251/img0111alf5.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=img0111alf5.jpg)
Puh! Was für ein Monsterpost.
Ich hoffe ihr habt trotzdem Spaß beim lesen ;)
Das ist eine Reportage, die ich für Deutsch schreiben sollte, ist meine erste, also geht nicht allzu hart mit mir ins Gericht :D
Mit dem Fahrrad über Teneriffa und El Hierro
Eine Reisereportage.
Eine Reise beginnt lange bevor man sie antritt. In diesem Fall tut sie es in Flensburg.
Schon Tage bevor es los geht, ist alles in heller Aufregung. Nudeln und Reis müssen auf Vorrat eingekauft, Routen geplant und Fahrräder in ihre Einzelteile zerlegt werden.
Am Donnerstag, dem 12 Oktober ist es dann soweit. Jetzt muss nur noch das Taxi kommen und die Reisenden zum Bahnhof bringen. Von dort geht die Fahrt dann nach Berlin zum Hauptbahnhof und dann weiter zum Flughafen Tegel.
Der Taxifahrer sieht nicht sehr begeistert aus, als er die großen Fahrradtaschen in sein Auto verlädt und noch dazu zwei Laubsäcke, zum bersten vollgestopft mit den Packtaschen und zwei großen, wasserdichten Säcken. Er hat jedoch Glück. Er muss die ganze Ausrüstung nur einladen und am Bahnhof wieder ausladen. Die Reisenden müssen diese, bis zu 30kg schwer geschätzten, unhandlichen Säcke noch durch den ganzen Flensburger Bahnhof tragen. Es gibt dort keine Fahrstühle. Und dann in den Zug. Hier sind Schnelligkeit und Präzision angesagt, immerhin könnte der Zug losfahren wenn noch ein Sack auf den Gleisen steht und man kann auch in den engen Gängen mit dem sperrigen Gepäck stecken bleiben.
Doch endlich ist es geschafft und man sitzt im Zug.
In Hamburg das ganze dann nochmal. Und in Berlin dann auch noch mal. Hier taucht das erste größere Problem auf. Es gibt an den Gepäckwagen Gurte, die verhindern sollen dass man zu viel Gepäck aufstapelt und so den Karren zum Umkippen bringen könnte. Leider passen so auch nicht die großen Säcke mit den Fahrräder darin rauf und auch mit den beiden großen, und mindestens genauso schweren Laubsäcken hat man Probleme. Also müssen die Fahrradsäcke getragen werden. Durch den ganzen, vierstöckigen Bahnhof bis hin zum Vorplatz, wo der Flughafenshuttle fährt. Beide auf einmal. Das beansprucht viel Zeit. Der Shuttle ist natürlich schon weg.
Am Freitag dem 13 um 0.30h sind die Reisenden endlich am Flughafen angekommen. Um 8.00h geht der Flieger der Fluggesellschaft Iberia nach Madrid. Nach einem zweistündigen Aufenthalt dann weiter nach Teneriffa Nord.
Die Wartezeiten werden wortwörtlich mit dem 1200 Seiten Wälzer “Der Herr der Ringe” totgeschlagen. Es wird überlegt ob man nicht als krönenden Abschluss er Reise sich auf der Karte von Mittelerde den Weg zur nächsten Bar zeigen lasse soll. “Ja und am Tor von Mordor dann links.”
Abends um 7.00h ist es dann geschafft, könnte man meinen. Doch die Fahrt kann noch nicht losgehen. Erst müssen die Fahrräder wieder zusammengebaut werden. Räder, Schutzbleche, Gepäckträger, Sattel, Gangschaltung, Kettenblatt, Licht, Bremsen und - ganz wichtig - die Klingel. Alles war vorher in Zeitungspapier eingewickelt und mit einem extra starken Klebeband, welches während der Reise den Namen “Panzertape” verliehen bekam, drapiert. Das ganze passiert in der Vorhalle des Flughafens. Geplant war dort die Nacht zu verbringen, doch um 24.00h, so muss man leider hören, schließt der Flughafen und die Reisenden verfrachten ihre kleine Fahrradwerkstatt auf eine Parkplatzbank.
Um 5.00h öffnet der Flughafen dann wieder seine Tore und drinnen kann gemütlich gefrühstückt werden. Russisch Brot. Aus Deutschland mitgebracht. Essen ist am Flughafen viel zu teuer.
Um 8.00h geht schließlich die Sonne auf und die Reise kann beginnen (die Zeitverschiebung beträgt eine Stunden, in Deutschland ist es zu dieser Zeit 9.00h).
Bei einer Tankstelle ca. einen Kilometer weiter endet die kleine Tour wieder. Jetzt kann “richtig” gefrühstückt werden. Brötchen mit Serrano, Saft, Joghurtdrinks und ein bisschen Schokolade.
Dann geht es weiter zum nächsten Supermarkt in San Cristóbal de la Laguna um noch ein bisschen für die kommenden Tage einzukaufen. Die Reise soll durch das Innere Teneriffas gehen, ab ca. 1000m über dem Meeresspiegel gibt es dort keine Dörfer mehr, nur endlose Pinienwälder mit ein paar Rastplätzen, an denen es - zum Glück - Wasserhähne gibt, also ist Bunkern angesagt.
Nun endlich beginnt die richtige Reise. Vorsorglich werden die Schuhe mit Panzertape verklebt, damit keine Schnürsenkel in die Pedalen geraten und die ersten Steigungen werden genommen.
Auf 950m Höhe wird die erste Pause gemacht. Mittagspause. Es ist 13.30h. Weit gekommen sind die Reisenden nicht, San Cristóbal de la Laguna ist immer noch zu sehen, aber hoch. Rund 500m höher sind sie als am Beginn des Tages.
In La Esperanza wird sofort eine Bank in Anspruch genommen. Erstaunlicherweise gibt es dort auf einem kleinen Platz einen Teich mit europäischen Stockenten. Wohl auch ein paar Urlauber. Die Bewohner des Ortes kommen gelegentlich und füttern sie mit Brot. Es sind auch ein paar Autos zu sehen, welche mit ächzendem Motor eine fast senkrecht in die Höhe führende Straße nehmen. Die Reisenden haben diese Straße gerade auch noch bezwungen. Zum Glück aber nur bergab.
Nach einer Weile geht es dann weiter. Bergauf. Immer nur bergauf. Etwas anderes steht für die nächsten paar Tage auch nicht auf dem Plan. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,7 km/h - es geht wirklich nur bergauf - wird endlich eine Bar erreicht. Mitten im Wald. Nach einer eisgekühlten Cola und einem Teller Tapas, wird ein bisschen die Gegend erkundet. Ohne Fahrräder. Der Barbesitzer ist so freundlich und erklärt sich bereit ein Auge auf die Räder zu haben. Nachdem man eine Weile einer abbiegenden Straße folgt, stößt man auf einen Wendekreis und ein Schild auf dem “Zona Acampada”, Campingzone, steht. Pfeil den Berg runter. Es wird nicht lange überlegt. Dies soll der Platz für die erste Übernachtung sein.
Wenn man dem Pfeil, welcher bergab weist, durch den Wald folgt, stößt man auf einen Grillplatz und ein überaus einladendes Toilettenhaus, dessen Hygiene sich ungefähr auf dem Stand des letzten Jahrhunderts befindet.
Schon bald kommt der Abend. Es gibt Nudeln mit Salami-Knoblauch-Soße und um 8.30h ist Schlafenszeit, welche allerdings um 10.00h unsanft beendet wird, da die Spanier eine große Party auf dem Rastplatz feiern.
Heute gibt es diese “Zona Acampada” vermutlich nicht mehr. Im Sommer 07 gab es auf Teneriffa einen großen Waldbrand, welcher tagelang nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Am nächsten Tag geht die Tour weiter. In Serpentinen schlängelt sich die Straße durch die Wälder. Alle zehn Minuten kann man eine andere Aussicht genießen.
Hin und wieder gibt es eine Gelegenheit die Wasserflaschen aufzufüllen und man findet sogar noch eine Bar hinter einer Wegbiegung. Da Wochenende ist, sind auch viele Spanier hier unterwegs und diese haben die Gewohnheit, Fahrradfahrer unter lautem Hupen anzufeuern, während sie vorbei rauschen. Normalerweise sind das nur Rennradfahrer. Keiner ist hier so blöd mit schwerbepackten Trekkingrädern durch die Berge zu fahren, wenn man doch aus das Auto nehmen kann. Immerhin ist Wochenende.
Kurz vor dem Teide, ein aktiver Vulkan, welcher den höchsten Punkt der Reise darstellt (3718m), verändert sich die Landschaft drastisch. Die hellen Pinienwälder weichen Geröllhalden, Gestrüpp und Aschemeeren. In den Gesteinen sind die unterschiedlichsten Farben zu erkennen. Hier wird der höchste, mit dem Fahrrad befahrene, Punkt dieser Reise erreicht. Der Corral del Nino, 2240m.
Wenige Kilometer weiter ragt der Teide wie ein König über Teneriffa in die Höhe. Im Winter ziert ihn ein kleine Schneehaube.
Nach einer Übernachtung hinter einem Felsen am Straßenrand, kann man diesen am nächsten Tag erreichen. Mit dem Teleférico, einem Lift, kann man hinauffahren und die Aussicht über ganz Teneriffa genießen. Es sei den es ist bewölkt, das ist dann Pech. Mit einer Genehmigung kann man sogar einen Blick in den Krater werfen. Diese bekommt man bloß leider nicht einfach so.
Nach einer Weile geht es dann weiter. Wer nun gedacht hat, es würde endlich bergab gehen, der hat sich getäuscht. Noch ca. 8km führt die Straße durch Schlechtwetterwolken. Erst dann geht es nach unten. 9km lang kein einziges Mal in die Pedale treten, nur bremsen.
Eine “Zona Acampada” wird unbeachtet hinter einem gelassen. Es regnet. An dem Gedanken an eine feuchte Nacht unter tropfenden Pinien kann sich keiner erfreuen.
Die Zeit vergeht wie im Flug und man erreicht Vilaflor, wo sofort die nächste Bar angesteuert wird. Dort gibt es heiße Bocadillos, dann geht es weiter in eine kleine Pension namens “German”.
Am nächsten Tag geht es dann nach Los Cristianos wo um 18.30h eine Fähre nach El Hierro erreicht werden muss. Es ist leicht zu schaffen, da es nur bergab geht. Die Straße führt jedoch durch eine dicht besiedelte Gegend, hier kommen sehr viele Touristen her, und kurz vor Los Cristianos muss man sogar aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf die Autobahn gelangt.
Die Zeit an der Promenade wird dann damit vertrieben, dickbäuchige, sonnenverbrannte Touristen zu beobachten, die bei dem Gedanken daran mit dem Fahrrad statt mit dem Bus des Reiseveranstalters zum Teide zu fahren, vermutlich in Ohnmacht fallen würden.
Spät in der Nacht kommt man dann endlich auf El Hierro, der kleinsten und unbekanntesten Insel der Kanaren, an. Die Fähre hat noch einen Bogen zu der Insel La Gomera gemacht, früher ebenso unbekannt wie El Hierro, heute eine weitere Touristenhochburg, wodurch sich die Fahrt um ungefähr zwei Stunden verlängert hat.
In Puerto de la Estaca, ein Hafen wie der Name schon sagt, wird erst mal festgestellt, dass das Licht von einem der Fahrräder nicht funktioniert. Es ist dunkel und man muss sich auf die Suche nach dem nächstbesten Strand machen um zu übernachten, da die in Puerto spärlich, wenn überhaupt, gesäten Pensionen alle schon geschlossen haben.
Nach einer kurzen Fahrt auf einer etwas holprigen Straße, vorbei an der Baustelle eines Tunnels, welcher eben diese ersetzen soll, da die Straße droht in unmittelbarer Zukunft ins Meer abzurutschen, kommt man in die Nähe eines kleinen Ortes namens Los Llanitos zu dem auch ein kleiner Badestrand, einer der wenigen El Hierros, mit einem Grillplatz gehört. Dort wird das Nachtlager, neben den Löchern einiger umher flitzender Mäuse, aufgeschlagen.
Am nächsten Morgen wird als erstes die Wassertemperatur getestet. Ca. 25°C. Es lässt sich gut schwimmen, das Meer ist ruhig.
Dann geht es wieder zurück nach Puerto de la Estaca und von da aus eine Straße mit bis zu 19% Steigung hinauf nach Valverde, der Hauptstadt El Hierros. Valverde liegt 500m über dem Meeresspiegel, aber nur 10km vom Hafen entfernt, was die Steigungen erklärt. Allein für diese Strecke braucht man fast drei Stunden und egal wie früh man losfährt, man kommt trotzdem in die Mittagshitze die an der 30°C Grenze liegt.
Endlich in Valverde, was frei übersetzt so viel wie grüner Wall heißt, angekommen, wird erst mal eine unglaubliche Menge an Cola konsumiert und dann in einem Supermercado eingekauft. Nach einiger Zeit Aufenthalt geht es noch ein paar Kilometer weiter nach Westen. Die Straßen dort sind wenig befahren und nach einer Weile kommt man sogar noch an die Abzweigung einer alten Straße, welche von Autos überhaupt nicht mehr befahren wird und daher ein Paradies für reichlich bepackte Fahrradfahrer darstellt, da sie immer noch in gutem Zustand ist. An dieser wird auch das Nachtlager aufgeschlagen, inmitten einer Kolonie Tausendfüßler.
Am nächsten Tag geht es diese Straße weiter in Richtung San Andrés wo eine kurze Pause eingelegt wird. In einem Kiosk kaufen die Reisenden etwas zu knabbern und Saft und wehren dabei Bauern ab, welche versuchen einem Katzen zu verkaufen.
Knapp hinter San Andrés beginnt eine Straße, die an grünen Wiesen, welche man auf dieser vulkanischen Inseln gar nicht so recht erwartet, und Lorbeerbäumen vorbeiführt. Dort begegnet ma vielen Ziegen und deren Hinterlassenschaften und hört von weitem ein leises aber beständiges “Määäh”. Von dieser Straße biegt auch ein Weg ab, welcher zu dem Mirador de Jinama führt, von dem aus man die Aussicht auf das Golftal und die Abbruchkante El Hierros genießen kann. Vor vielen tausend Jahren soll es einen sehr hohen Berg auf El Hierro gegeben haben, welcher ins Meer rutschte und so ein Drittel der Insel dem Meeresspiegel näher gebracht hat. Über dieses Drittel ziehen sich nun weite Bananenfelder und die wenigen Ferienorte El Hierros, da es klimatisch sehr günstig gelegen ist. Von dem Mirador führt auch ein Wanderweg in die Tiefe, nach Frontera, welcher mit dem Fahrrad allerdings nicht befahren werden sollte.
Zurück auf der eigentlichen Route, steigt man bis auf 1300m Höhe, ohne dies überhaupt wirklich zu merken und schneller als man denkt, geht es wieder bergab. Die Insel ist nur 20km lang. Normalerweise erlebt man dieses Stück nun eine sehr schöne Fahrt durch einen Pinienwald, doch es gab im Sommer einen Waldbrand und sämtliche Pinien sind vom Feuer geschwärzt.
Ebenfalls der Campingplatz Hoya de Morcillo, welcher eigentlich eine Rast von ein paar Tagen einbringen sollte, um den größten Teil der Insel ohne Gepäck zu erkunden, ist zum größten Teil abgebrannt. Von den freundlichen Leuten dort wird man jedoch an die Pension einer deutschen Auswanderin in El Pinar empfohlen.
Nun werden von dort die gepäckfreien Touren gestartet. Den einen Tag über die halbe Insel bis zum “Sabinar”, einem Wacholderbaum, welcher vom beständigen Wind bis zum Boden gebogen wurde, an das äußerste Ende der Insel, welches vor der Entdeckung Amerikas als das Ende der Welt galt.
Nach ein paar Tagen dieser “Erholung” geht es mit Gepäck wieder weiter in den Süden der Insel. Dort gibt es eine ebenso wunderschöne wie unbekannte Bucht namens Tacoron in der man Schnorcheln kann. Dort gibt es die verschiedensten Fische zu bestaunen, schwarze mit dunkelblauen Rändern die in der Sonne aufleuchten, zebragestreifte, gelb und braun gemusterte, große, flache, graue, runde, lange, kurze, schillernde und welche die aussehen wie lang gezogenen Schwertfische, bloß in sehr viel kleiner. Auch Delfine und Haie gibt es in den Gewässern der Kanaren.
Nach einem Tag Aufenthalt geht es nach La Restinga, wo man in dem am weitesten südlich gelegenen Restaurant Europas essen kann. Auch hierher ist der Tourismus gedrungen. Ein riesiges apricotfarbenes Hotel steht hier direkt am Meer, zwischen kleinen weißgetünchten Fischerhäuschen und Brocken dicker, erkalteter Lava, welche einen an Elefantenkot und spezielle Strickmuster denken lassen.
Nachdem man den gleichen Weg nach El Pinar zurückgefahren ist den man auch gekommen ist, es gibt nur diesen einen, kann man weiter nach Westen fahren, wo auch die “Sabinars” zu besichtigen sind. Dort gibt es außerdem noch eine Kapelle namens Ermita Virgen de los Reyes zu sehen, in der die heilige Statue der Maria Virgen ausgestellt ist. Diese wird einmal in Jahr über die ganze Insel getragen. An der Semana Santa, der heiligen Woche. Ostern.
Danach geht es weiter nach Pozo de la Salud. Wer schon mal hier war, kennt die kleine Pension von Maria Lima und wer dort übernachtet hat, kommt auch wieder. Sie ist sogar namentlich in einem Reiseführer vermerkt. Sie ist ein freundliche, Bingo spielende und Telenovela verfolgende alte Dame die sich gegen das große Kurhotel und die anderen Pensionen im Dorf erfolgreich durchsetzt. Von ihr erfährt man auch was in den nächsten Tagen auf der Insel los ist. So hört man von einem Fest, welches in Sabinosa stattfinden soll. Die Menschen kommen an diesem Tag von der ganzen Insel dort hin um tanzend durch die Straßen zu ziehen. Auch ein paar Leute aus Teneriffa sind dort anzutreffen.
Weiter geht es durch das Golftal wieder zurück Richtung Nordosten der Insel, wo auch Valverde liegt. Die Straße verläuft dort mehrere Kilometer lang geradeaus. Rechts und links liegen Bananen- und Ananasplantagen. Hier gibt es mehr Autos und auch mehr Touristen. Durch einen großen Tunnel gelangt man von Valverde direkt ins Golftal. Früher musste man einmal die ganze Insel umrunden um mit dem Auto in das Tal zu gelangen. In dem Tunnel darf man kein Fahrrad fahren. Es ist lebensgefährlich. Man muss ein Taxi von Frontera aus nehmen. Mit diesem geht es an dem Ecomuseo de Guinea vorbei, welches aus einem Dorf von El Hierros Ureinwohnern besteht. Dort finden Führungen statt, allerdings nur auf Spanisch. Der Tourismus hat diese Insel noch nicht erreicht.
Von dem Taxifahrer kann man sich am Mirador de la Pena absetzten lassen, was von Vorteil ist, da es den Weg bis Valverde dann nur noch bergab geht. An diesem Mirador gibt es ein Restaurant, von dem man eine fabelhafte Aussicht über das gesamte Tal und die Abbruchkante genießen kann, während man Tapas isst, die diesem Ambiente vom Preis her durchaus angemessen sind.
Nun führt der Weg durch mehrere Dörfer, welche man schon als Vorort von Valverde bezeichnen kann. Von Valverde geht es dann wieder bergab, zurück zum Puerto de la Estaca und dann wieder zu dem altbekannten Strand um wieder eine Nacht dort zu verbringen
Am nächsten Morgen müssen am Hafen dann die Fahrräder auseinander gebaut und flugsicher verpackt werden. Klingel, Bremsen, Licht, Kettenblatt, Sattel, Gangschaltung, Gepäckträger, Schutzbleche, Räder.
Am Hafen von Teneriffa angekommen verlangen die Taxifahrer dann mehr Geld für ihre klobige Fracht, welche sie zum südlichen Flughafen von Teneriffa bringen sollen.
Dann spielt sich das gleiche wie am Anfang ab. Warten, die Maschine nach Madrid, dann nach Berlin, zum Hauptbahnhof, in den Zug nach Hamburg, dort in den Regional Express nach Flensburg und dort das Taxi bis zur Wohnung.
Eine Reise endet schneller als man denkt. Am 31 Oktober.
Und noch ein paar Bilder:
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Puh! Was für ein Monsterpost.
Ich hoffe ihr habt trotzdem Spaß beim lesen ;)