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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen an Christoph Marzi


Warin
13.04.2008, 07:57
Liebe Forummitglieder,

hier könnt ihr Fragen an Christoph Marzi stellen, die über den Inhalt von Malfuria hinausgehen.

Fragen zum Inhalt von Malfuria könnt ihr in den entsprechenden Leserunden-Themen loswerden.

So, nun hoffe ich auf rege Beteiligung ab dem 15.04.08.

Tintenherz
13.04.2008, 12:06
Hallo ich habe eine Frage an ihn!

Wann hat er zum ersten Mal geschrieben?
Wie kam er zum Schreiben?

LG Tintenherz

Hathor
13.04.2008, 20:18
Hallo Christoph,
erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Leserunde zu begleiten und auch in diesem Thread Fragen zu beantworten.
Ich hatte schon im alten Fantasy Forum das Glück, an der Lycidas-Leserunde teilnehmen zu dürfen. Und nun freue ich mich auf Malfuria.

Meine erste Nicht-Malfuria-Frage an dich ist, ob du daran denkst, weitere Kurzgeschichten zu schreiben.

So etwas wie die Titelgeschichte Nimmermehr, das kleine Meisterwerk Scarlet und Vardoulacha und Die lügenhafte Liebe der Lady Lynx möchte ich viel öfter lesen dürfen.
Leider waren mir die 400 Seiten viel zu wenig. Gibt es Hoffnung auf Nachschub?

Warin
13.04.2008, 21:50
Huh... zwei Tage zu früh... Nu ja, wo Christoph sich schon registriert hat;)

Ich habe irgendwo gelesen, dass es 16 Jahre gedauert hat, bis dein erstes Manuskript angenommen wurde. Was war das für ein Gefühl, die erste Annahme nach so langer Zeit in Händen zu halten?

Und was ist aus den Geschichten geworden, die abgelehnt wurden? Konntest du inzwischen welche davon veröffentlichen?

Im Rückblick betrachtet, waren die Ablehnungen der Verlage aus deiner Sicht berechtigt oder war es einfach nur Pech in den Wäschekörben voll Manuskripten, die die Verlage täglich erreichen, durchs Raster zu fallen?

Christoph Marzi
15.04.2008, 22:06
Hallo am Abend
&
erst einmal vielen Dank für die Einladung zur Leserunde. Und schon geht es zu den Fragen:

@Tintenherz: ich habe mit fünfzehn Jahren zu schreiben begonnen (aber eine blühende Phantasie hatte ich schon vorher). Die erste Geschichte, die ich auf einer alten Schreibmaschine getippt habe, war eher altmodische Science Fiction, sehr pessimistisch. Während der Oberstufe habe ich dann gleich zwei Romane geschrieben (insgesamt müssen das an die zweitausend Seiten, einzeilig getippt gewesen sein). Leider sind diese Manuskripte verschollen. Und die Erinnerung daran ist natürlich ein wenig verschwommen. Beides waren richtige Horror-Geschichten (die erste hieß "Muspilli" und die zweite hieß "Das zweite Gesicht" - meine Shining-Variante). Ich weiß noch, dass das Schreiben irren Spaß gemacht hat. Und ich weiß auch noch, dass ich die Geschichten irgendwann während der Zeit an der Uni hervorgekramt hatte und entsetzt war, wie holprig das alles daherkam. Aber: es hatte Spaß gemacht, sie zu schreiben - und darauf kommt es schließlich an.

Während des Studiums habe ich vornehmlich Kurzgeschichten geschrieben, die aber größtenteils nirgendwo mehr existieren. Es gab da einen Roman (irgendwann im dritten Semester) und ich kann nicht mal mehr genau sagen, worum es in der Story ging.

Trotzdem, einige Geschichten haben überlebt. Die Grundidee zu "Lady Lynx" wurde schon früh gelegt, ebenso die Idee zu dem, was jetzt "Nimmermehr" ist. Aber das waren, wie gesagt, nur Ideen.

Wichtig ist es, meiner Meinung nach, dass man schreibt. Man kann später darüber nachdenken, was man selbst von dem, was man da verbrochen hat, hält. Man kann es später korrigieren. Aus Fehlern lernen. Oder sich freuen, weil es einem immer noch gefällt.

Um es auf den Punkt zu bringen: in den Momenten, in denen ich eine Geschichte beendet hatte, war ich meistens davon überzeugt, den großen Wurf gelandet zu haben. Ich glaubte, dass sich Verleger darum reißen würden. Dass Engel singen und Lektoren weinen würden. Soviel also zu den Träumen von einst ...

Es gab immer nur Absagen, das übliche Spiel.

@Warin: womit ich zu Deiner Frage käme ... ja, die Ablehnungen waren berechtigt. Die Geschichten waren meistens bemüht, manche waren nett ... aber keine war richtig gut (was Stil und Tempo anging). Ob ich geflucht habe? JA! Ob ich Lektoren VERflucht habe? KLAR! OB ich irgendwann erkannt habe, dass sie Recht hatten und ich nicht? Ja!

Wie auch immer ... irgendwie bin ich hartnäckig geblieben. Und habe weiter und weiter geschrieben - und auch, wenn sich das ein wenig abgedroschen anhört, ja, man entwickelt seinen eigenen Stil, Stück um STück, bis einem irgendwann auffällt, dass sich etwas in Stil und Tempo und Erzählweise geändert hat.

Und wenn es einen Tipp gibt, den ich geben kann, dann ist es dieser: wenn das Schreiben Spaß macht, dann sollte man nicht damit aufhören. Man schreibt nie für einen Lektor. Man schreibt nie für ein breites Publikum. Man schreibt die Geschichte in erster Linie für sich selbst. Und es soll Spaß machen. Wenn man sich quält, dann ist es nicht richtig.

Ob ich zum Schwafeln neige? Sieht irgendwie so aus ...

Jedenfalls habe ich größtenteils mit Kurzgeschichten begonnen und ich liebe Kurzgeschichten noch immer.

Also...

@Hathor: es wird weitere Kurzgeschichten geben (und nicht wenige). Ich habe während der vergangenen Monate eine ganze Handvoll kurze Sachen fabriziert (die meisten habe ich mittlerweile auf der Homepage angekündigt). Ich habe eine längere Geschichte mit dem Arbeitstitel "Nightingale" geschrieben, die ein wenig kürzer als "Nimmermehr" ist und bei Arena als kleines Hardcover erscheinen woll (irgendwann Anfang 2009). Die Sache ist einfach folgende: wenn jemand nach einer Kurzgeschichte fragt (und ein Thema nennt), dann wird er meistens eine bekommen (was hungrige Deadline-Monster meist noch hungriger macht, weil man für die Kurzgeschichte etwas anderes brach liegen lässt). Aber Kurzgeschichten machen höllischen Spaß. Ich liebe Kurzgeschichten. Autoren sollten Kurzgeschichten schreiben. Dummerweise lesen deutsche Leser (sagt man jedenfalls in den Verlagen) kaum Kurzgeschichten, was einem Lektor schon mal die Panik in die Augen treibt, wenn man ihm eine Kurzgeschichtensammlung andrehen will (an dieser Stelle sei die mutige Martina Vogl gepriesen, die sowohl meinen Kurzgeschichten als auch denen von Joe Hill und Kelly Link ein Zuhause gegeben hat). Und es gibt wunderbare Anthologien. Auch die sollte man sich zulegen (man lernt auf diese Weise viele neue Autoren kennen). Nun ja, das beantwortet die Frage wohl. Ich werde weiterhin Kurzgeschichten schreiben. Aus dem gleichen Grund, weshalb ich Romane schreibe. Es macht Spaß.

Pause.

Soviel für jetzt
&
liebe Grüße,

Christoph.

Rusch
16.04.2008, 08:22
Aber Kurzgeschichten machen höllischen Spaß. Ich liebe Kurzgeschichten. Autoren sollten Kurzgeschichten schreiben. Dummerweise lesen deutsche Leser (sagt man jedenfalls in den Verlagen) kaum Kurzgeschichten, was einem Lektor schon mal die Panik in die Augen treibt, wenn man ihm eine Kurzgeschichtensammlung andrehen will (an dieser Stelle sei die mutige Martina Vogl gepriesen, die sowohl meinen Kurzgeschichten als auch denen von Joe Hill und Kelly Link ein Zuhause gegeben hat). Und es gibt wunderbare Anthologien. Auch die sollte man sich zulegen (man lernt auf diese Weise viele neue Autoren kennen). Nun ja, das beantwortet die Frage wohl. Ich werde weiterhin Kurzgeschichten schreiben. Aus dem gleichen Grund, weshalb ich Romane schreibe.

Hallo Christoph,

mir ist da sofort eine Frage durch den Kopf geschossen: Wie gut hat sich die Kurgeschichtensammlung Nimmermehr verkauft? Du brauchst mir keine Zahlen geben, sondern nur eine gut, mittel oder schlecht. Die Beobachtung, dass Anthologien und Kurzgeschichtensammlungen nicht der Renner sind ist bestimmt nicht neu. Im SF Bereich haben die Kleinverleger Auflagen von 1000 Stück. Verlage wie Heyne haben Engagement vollkommen eingestellt. Ich denke aber, dass Fantasy mehr Leser hat und außerdem ein bekannter Name durchaus Leser zieht. Als Andreas Eschbach eine Anthologie veröffentlichte, war die Verkaufszahlen auch außergewöhnlich hoch. War das bei Dir und Nimmermehr ähnlich?

Hathor
16.04.2008, 09:54
Dummerweise lesen deutsche Leser (sagt man jedenfalls in den Verlagen) kaum Kurzgeschichten, was einem Lektor schon mal die Panik in die Augen treibt, wenn man ihm eine Kurzgeschichtensammlung andrehen will &


Du bist nicht der Erste, der mir sowas sagt. Dann scheine ich zu einer Minderheit zu gehören. Ich liebe Kurzgeschichten (sagte ich wohl schon). Ich mag es, wenn eine Geschichte nicht allzu lang ist. Da ich immer und überall ein Buch mit mit trage, oft aber nur mal eben eine halbe Stunde oder so Zeit zum Lesen habe, dann ist diese Kurzform einfach ideal... Und nicht nur aus diesem Grund.

Lena
16.04.2008, 11:34
Wenn wir schon bei den Kurzgeschichten sind, hätte ich auch eine Frage. Du hast erzählt, dass du eine Kurzgeschichte geschrieben hast, die um den Lastenaufzug in der Karstadt-Passage in Saarbrücken dreht. Wo hast du diese veröffentlicht? Ich gehe so oft an dem vorbei und muss immer daran denken welche mysteriöse Geschehnisse dort passieren. *ja*

Christoph Marzi
17.04.2008, 10:09
Wenn wir schon bei den Kurzgeschichten sind, hätte ich auch eine Frage. Du hast erzählt, dass du eine Kurzgeschichte geschrieben hast, die um den Lastenaufzug in der Karstadt-Passage in Saarbrücken dreht. Wo hast du diese veröffentlicht? Ich gehe so oft an dem vorbei und muss immer daran denken welche mysteriöse Geschehnisse dort passieren. *ja*

Die Geschichte "Der Aufzug" ist in der Anthologie "Letzte Grüße von der Saar" erschienen (im Conte Verlag). Die Story ist eigentlich geradliniger Horror und weniger Krimi - aber sie wurde angenommen, was mich freut, weil der Aufzug dort unten wirklich sehr creepy ist.

Christoph Marzi
17.04.2008, 10:20
@Rusch: "Nimmermehr" ist (von den Verkaufszahlen her gesehen) eher mein Sorgenkind, was ich besonders schlimm finde, weil mein Herz einfach an diesen Geschichten hängt. Wie gesagt, eine rein subjektive Angelegenheit. "Nimmermehr", die titelgebende Geschichte, ist meine Lieblingsgeschichte, weil sie sehr viel mit den Sagen aus meiner Eifel-Heimat zu tun hat ... und mit meinen Großeltern ... und dem, um was es in Geschichten geht ... und es gibt nicht einmal viele Rezensionen (herrje, nicht mal das!).
Nun denn - Martina Vogl und Sascha Mamczak bei Heyne waren sich des Risikos voll bewusst, haben sich aber mutig dafür entschieden, die drei Kurzgeschichtenbände herauszugeben (Joe Hill und Kelly Link sind die beiden anderen) - und die Bände sollen auch im Programm bleiben. Kurzgeschichten werden in Deutschland leider seltener gelesen als z.B. in den USA oder anderen Ländern. Was, letzten Endes, sehr schade ist.

Also: Kurzgeschichten sind wunderbare kleine Welten, die man ganz schnell besuchen und wieder verlassen kann. Joe Hill ist einfach nur atemberaubend. Und Kelly Link ist (meiner bescheidenen Meinung nach) neben T.C. Boyle und Michael Chabon wohl die umwerfendste Shortstory-Schreiberin überhaupt (und bald wird Aino Laos mit ihren Geschichten das Parkett betreten, womit sich die Runde erweitert).

Soviel für jetzt (ganz schnell am Morgen).
&
liebe Grüße,

Christoph.

PS: die fehlerhafte Link-Angabe auf meinen Sites habe ich geändert (die Schweineseite mit dem .com sollte man wirklich meiden ... herrje, das passiert, wenn man etwas postet und nebenher die Kinder auf einen einreden ...)

Rusch
17.04.2008, 13:49
Gut, ich werde Nimmermehr bei meiner nächsten Rezensionsbücher Bestellung bei Heyne mit aufnehmen und das Werk Rezensieren. Für gewöhnlich reiße ich mich nicht um Kurzgeschichtensammlungen oder Anthologien, weil mir die Rezensionen schwerer fallen als bei Romanen, aber ich will es dennoch machen und so ein wenig Werbung für das Buch machen.

Warin
17.04.2008, 18:17
... herrje, das passiert, wenn man etwas postet und nebenher die Kinder auf einen einreden ...)hehe, same with me^^
Ich bewundere sowieso dein Zeitmanagement. Hauptberuf, Schreiben, Familie, dass du dabei noch Zeit findest, ausführlich auf die Fragen deiner Fans einzugehen (nicht nur hier, sondern auch auf deiner hp) finde ich klasse. Was sagen denn deine Kiddys dazu, dass der Papa immer so beschäftigt ist? Überwiegt der Stolz oder hätten sie dich manchmal lieber mehr für sich?

Eigentlich wollte ich dich fragen, ob du schon mal eine Geschichte ganz von vorn überarbeitet hast (bin grad dabei, auf 150 Seiten das Tempus meines Romans zu ändern), da lese ich, dass du dich bei Scarlet nach 100 Seiten entschlossen hast, die Erzählperspektive ganz von vorn zu ändern. Schön zu hören, dass das auch Profis passiert^^

Ich habe irgendwo in deinem Gästebuch gelesen, dass du selbst eine Skizze zum Malfuria Cover gefertigt hast. Ist die in das endgültige Cover eingeflossen? Machst du das oft oder überlässt du die Cover lieber den Verlagen?

Gut, ich weiß, manche mögen keine Illustrationen, weil es die eigene Phantasie einschränkt, aber ich muss sagen, Catalina und den Harlekin hätte ich schon gerne mal als Zeichnung gesehen.

Tintenherz
17.04.2008, 18:50
Vielen Dank für ihre Antwort.
Oder darf man Sie hier im Forum duzen?
Ich selbst habe gedacht: "Oh mann ist meine Geschichte gut!" Doch als ich sie erneut gelesen habe. Konnte ich kaum glauben was ich da geschrieben habe. Ich war richtig entsetzt. Keine Ahnung was mich da geritten hat. :D

LG Tintenherz

Christoph Marzi
17.04.2008, 21:10
Hallo-am-Abend,

... mit einigen Antworten ...

@Rusch: bin gespannt, wie Dir die Geschichten gefallen (OB sie Dir gefallen) ...

@Tintenherz: das "Du" ist schon okay :-) Und zu der Geschichte: dieses Gefühl ist meistens normal ...

@Warin: für Tamara und die Kinder ist das, was ich tue, ganz normal (und solange ich zwischendurch noch die Zeit finde, den Müll rauszutragen, meckert auch niemand). Tamara und Catharina kommen immer als erste in den Genuss, sich neue Konzepte anhören zu dürfen/müssen (noch lange vor den Lektoren). Den anderen (kleinen) Mädels lese ich dann höchstens fertige Geschichten vor. Ansonsten lebe ich, denke ich, ganz normal. Stephen King hat es in "On Writing" treffend formuliert: "Das Leben ist nicht dazu da, das Schreiben zu unterstützen." (deshalb sollte der Schreibtisch niemals in der Mitte des Raumes stehen, sondern irgendwo unauffällig am Rand) Heißt: zuerst kommt die Familie und das Leben und dann erst das schreiben. Außerdem glaube ich, dass man mit einer anderen "Stimme" schreibt, wenn es einem gut geht. Punktum.

Die Cover werden immer von den Verlagen entworfen und erstellt (wenngleich ich Anmerkungen mache, aber nie mehr). Ich vertraue den Illustratoren da ohne Ausnahme (bisher hatte ich ja auch Glück in dieser Hinsicht). Dass ich für Malfuria 3 etwas gezeichnet habe lag wohl daran, dass ich einfach etwas zeichnen wollte. Das endgültige Cover sieht jetzt ganz anders aus. Vielleicht sollte ich das andere einmal scannen und auf der Homepage zeigen (mal schauen, so toll ist es auch wieder nicht).

Es gibt wunderbare Skizzen von Catalina und Makris, und zwar bei www.maliris.de (Katharina Lippach hat außerdem eine ganze Reihe toller Zeichnungen zur uralten Metropole angefertigt - unbedingt vorbeischauen).

Die Änderung in der Erzählperspektive bei "Scarlet" hört sich wohl schlimmer an, als es eigentlich ist. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es besser wäre, wenn jemand anderes die Geschichte erzählt. Und so ist es nicht Scarlet Hawthorne selbst, sondern ... jemand anderes :-) Und ich bin mit dieser Entscheidung durch und durch zufrieden.

Soviel für jetzt
&
liebe Grüße,

Christoph

ExLibris
18.04.2008, 07:51
Hallo Christoph!
Ich habe gelesen, dass du Lehrer für Wirtschaftslehre an einem Gymnasium bist. Unterrichtest du noch immer?
Und wenn ja, wäre es dein Wunsch, dich irgendwann nur noch dem Schreiben zu widmen? Oder würdest du garnicht auf deinen Hauptberuf verzichten wollen?

Rusch
18.04.2008, 08:30
Hallo Christoph!
Ich habe gelesen, dass du Lehrer für Wirtschaftslehre an einem Gymnasium bist. Unterrichtest du noch immer?
Und wenn ja, wäre es dein Wunsch, dich irgendwann nur noch dem Schreiben zu widmen? Oder würdest du garnicht auf deinen Hauptberuf verzichten wollen?

Das würde mich auch interessieren. Ich meine, normalerweise scheut man diesen Schritt, aber Lycidas und die Folgebände waren wahnsinnig erfolgreich. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass die gesamtauflage der Laing Trilogie im sechs-stelligen Bereich lag (kannst Du das bestätigen?)

Wegen der Cover: Die bei Heyne sehe ja großartig aus (bis auf Nimmermehr - das ist irgendwie nichtssagend) und auch die Malfuria Bücher gefallen mir gut. Aber bist Du damit auch zufrieden?
Und noch eine Frage: Gefällt Dir das alte oder das neue Cover von Malfuria besser?

Christoph Marzi
19.04.2008, 08:53
@Rusch:

Zum Cover: ich fand den Finsterfalter ganz schön, aber das Problem war (und das habe ich von Anfang an zu bedenken gegeben), dass es nicht auffällt. Das ist alles. Wenn es in einer Buchhandlung auf einem Stapel liegt, dann bemerkt man es einfach nicht. Darüber hinaus hätte ich von Anfang an gerne ein Bild mit einer fliegenden Galeone gehabt. Die ich jetzt ja bekommen habe. Kurz und gut: das zweite Cover von Buch 1 gefällt mir viel besser, weil es einfach phantastischer wirkt.

Zum Titel: ursprünglich wollte ich drei M-Titel: Malfuria, Mephistia und Marrakech. Als ich mit Band 2 fertig war, kam vom Verlag der Vorschlag, den Untertitel "Die Hüterin der Nebelsteine" zu wählen und "Malfuria" als Oberbegriff zu etablieren. Was ich gar nicht tolll fand. Ich selbst bin leidenschaftlicher Büchersammler und es war einfach keine konsequente Umsetzung (zumal sich die Frage "drei M-Titel oder Oberbegriff-mit-Untertitel schon ganz am Anfang gestellt hatte - und wir uns für die drei M-Titel entschieden hatten). Nun denn, es kam, wie es kam. Und als Band 3 dann fertig war haben mittlweile alle eingesehen, dass Buch 1 auch einen Untertitel haben sollte, damit die Reihe in sich schlüssig ist. Das war der Grund für das ewige Hin und Her.

Zu Titeln (allgemein): als Autor schlägt man einen Titel vor und dieser Titel wird dann in den Vertreterkonferenzen präsentiert. Nun kann es sein, dass die Vertreter denken, dass der Titel den Buchhändlern nicht gefällt (nur ein möglicher Grund). Ist das der Fall, dann wird nach anderen Titeln gesucht. Der Autor flippt dann nicht immer vor Freude aus (zumal dann nicht, wenn sich die Titel sehr abgedroschen anhören - naja, ich finde "Hüterin der Nebelsteine" noch immer ... okay, nicht mehr). Wie auch immer, der Inhalt des Buches verändert sich ja nicht dadurch, aber es ist schade, wenn man seinen Wunschtitel nicht bekommt. Aber das ist normal und eine Sache, mit der wohl jeder Autor zu kämpfen hat.

Zur Schule: die Frage, ob ich denn endlich aufhöre, als Lehrer zu arbeiten, wird recht häufig gestellt. Die Antwort ist denkbar einfach: kann ich mir einfach nicht vorstellen, weil ich es gerne tue. Und hier gilt die gleiche Begründung wie diejenige, die ich vorhin fürs Schreiben geliefert habe. Man muss Spaß an der Arbeit haben, nur dann funktioniert es. Jeder kennt aus seinem eigenen Schulleben diejenigen Lehrer, die dem Berufsstand so tolle Bücher wie das "Lehrerhasserbuch" einbringen. Aber, um ganz deutlich zu werden: die meisten Lehrer (und ich rede hier von einem wirklichen sehr sehr hohen Prozentsatz) sind mit Herz und Verstand bei der Sache. Idioten gibt es in jedem Beruf. Leider sind das diejenigen wenigen, die auffallen und das Image in den Schmutz ziehen (außerdem ist es für viele Eltern immer einfacher, die eigenen Defizite in Erziehung und Fürsorge auf die Lehrer abzuwälzen). Ich selbst arbeite an einem Oberstufengymnasium, wo Schülernähe wirklich gegeben ist (offenes Lehrerzimmer, offene Klassenräume, etc.) und mir fällt kein Kollege ein, auf den die üblen öffentlichen Kritiken zutreffen. Ich übe den Beruf gerne aus (wie es meine Kollegen auch tun) und ich habe auch das Gefühl, dass ich als Lehrer einigermaßen erträglich bin. Und nochmal: an der Schule zu arbeiten gefällt mir - und dabei bleibe ich.

Soviel dazu
&
liebe Grüße,

Christoph.

Hathor
19.04.2008, 09:29
Zum Titel: ursprünglich wollte ich drei M-Titel: Malfuria, Mephistia und Marrakech.


Ja, das wäre doch viel origineller gewesen... Ich fand die Titel Lycidas - Lilith - Lumen auch wunderbar. Erstens sind die gleichen Anfangsbuchstaben neben einem kleinen Stabreim ein schöner roter Faden.

Und zweitens heben sich solche Titel wohltuend gegen die Masse von Titeln ab, die die Verlage anscheinend als ungeheuer verkaufsfördernd ansehen, aber viele LeserInnen (wie mich zB) schrecklich anöden, weil immer dassselbe Schema F zu sehen ist:

Die (eher selten: Der) .......(hier eine möglichst altertümlich anmutende Berufsbezeichnung einsetzen oder wahlweise eine ethnische Fantasy-Volksgruppe)

Wenn das alles ausgereizt ist, kommt Stufe zwei:
Die (eher selten: Der) Tochter/Sohn/anderer Titel der/des .......(hier eine möglichst altertümlich anmutende Berufsbezeichnung einsetzen)

Leider ist "Die Hüterin der Nebelsteine" auch was, was in diese unoriginellen Schablonen reinpasst.

Warin
19.04.2008, 09:40
Vielen Dank für deinen Einblick in das Verlagsleben, das war wirklich hochinteressant. Ich glaube, ich überschätze den Einfluss und die Verhandlungsmacht eines Autors immer noch ein wenig.

Keine Frage, sondern eine Anmerkung: Malfuria wendet sich ja durchaus an ein jugendliches Publikum, was auch den überwiegenden Teil unserer Forumsuser ausmacht. Aktiv bei der Leserunde dabei sind aber doch eher die älteren.

Ich habe mich mal bei ein paar unserer jüngeren Mitglieder umgehört, warum sie nicht dabei sind. Die Begründung: Dreimal fast 15,-- € sind für einen Schüler verdammt viel Geld. Ich finde das irgendwie schade, aber nachvollziehbar.

O.K., ein bisschen packe ich mich auch an die eigene Nase, weil ich den Verlag nicht um Unterstützung gebeten habe:( (habe bei Arena keinen Ansprechpartner und war schon beim Organisieren der nächsten Leserunde, für die ich von Ueberreuter drei Freiexemplare bekommen habe).

Rusch
19.04.2008, 12:14
@Rusch:Zur Schule: die Frage, ob ich denn endlich aufhöre, als Lehrer zu arbeiten, wird recht häufig gestellt. Die Antwort ist denkbar einfach: kann ich mir einfach nicht vorstellen, weil ich es gerne tue. Und hier gilt die gleiche Begründung wie diejenige, die ich vorhin fürs Schreiben geliefert habe. Man muss Spaß an der Arbeit haben, nur dann funktioniert es. Jeder kennt aus seinem eigenen Schulleben diejenigen Lehrer, die dem Berufsstand so tolle Bücher wie das "Lehrerhasserbuch" einbringen. Aber, um ganz deutlich zu werden: die meisten Lehrer (und ich rede hier von einem wirklichen sehr sehr hohen Prozentsatz) sind mit Herz und Verstand bei der Sache. Idioten gibt es in jedem Beruf. Leider sind das diejenigen wenigen, die auffallen und das Image in den Schmutz ziehen (außerdem ist es für viele Eltern immer einfacher, die eigenen Defizite in Erziehung und Fürsorge auf die Lehrer abzuwälzen). Ich selbst arbeite an einem Oberstufengymnasium, wo Schülernähe wirklich gegeben ist (offenes Lehrerzimmer, offene Klassenräume, etc.) und mir fällt kein Kollege ein, auf den die üblen öffentlichen Kritiken zutreffen. Ich übe den Beruf gerne aus (wie es meine Kollegen auch tun) und ich habe auch das Gefühl, dass ich als Lehrer einigermaßen erträglich bin. Und nochmal: an der Schule zu arbeiten gefällt mir - und dabei bleibe ich.


Was soll ich sagen: Meine Frau ist auch Lehrerin (für Grundschule) und sie liebt ihren Beruf auch. So gesehen kann ich Dich verstehen. Außerdem - und da stimmst Du mir bestimmt zu - ist es auch eine Absicherung der Existenz. Da mit dem Ansehen des Berufs des Lehrers kenne ich nur zu gut. Viele sagen, das Lehrer das höchste Leben hätte und insgesamt alle faul seinen. Wenn man darauf anworte, warum man dann nicht selbst diesen Beruf gewählt hätte, ist die Antwort auch immer die selbe: "Ich bin doch nicht wahnsinnig und stelle mich den Kindern." Wie dumm doch Menschen sein können. Ich selbst habe mich nie zu Lehrer berufen gefühlt und ich weiß genau, dass ich scheitern würde. Ich habe habe andere Talente.

Das mit dem Cover ist nur logisch. Allerdings bin ich froh, dass ich die alte Ausgabe habe, denn die gefällt mir sehr gut.

Uli
19.04.2008, 17:55
Hallo,

wollte nur anmerken, dass es sehr schade ist, dass Christoph Marzi sich als Lehrer wohl fühlt - denn so bekommen wir weniger zu lesen von ihm ;)

Ich bin froh ihn damals entdeckt zu haben. Sonst wären mir wunderbare Bücher entgangen.
UND Kurzgeschichten.
Man merkt wie ihm die kurzen Geschichten Spass machen. Sie haben immer einen Hauch von etwas ... etwas ... anderem! Anders kann ich es nicht sagen, sorry.
Das gefällt mir so!

Weiter so!!

Eine Frage hätte ich dann doch noch:
Schreiben Sie ein Kapitel komplett zurecht
oder
zuerst das komplette Buch
und dann kommt die Überarbeitung??

Ich glaube diese Frage wurde noch nicht beantwortet :rolleyes:

Grüße
aus`m Saarland
Uli

Christoph Marzi
20.04.2008, 12:24
@Uli:

Normalerweise schreibe ich ein Kapitel und überarbeite es direkt, so dass das, was dort steht, einigermaßen "fertig" ist. Wenn ein großer Teil des Romans dann so fertig ist, dass ich denke, kaum Änderungen mehr vorzunehmen, dann lese und korrigiere ich mich ein letztes Mal durch den Text und schicke ihn dann zur Bearbeitung an den Verlag.

Konkret heißt das: der erste Teil von "Lumen" (also "Buch 1") ging damals Ende April in der endgültig fertigen Version an den Verlag. Teil 2 des Romans war zu diesem Zeitpunkt schon (unbearbeitet) fertig und Teil 3 zur Hälfte beendet. Uta Dahnke, der die Readktion obliegt, konnte somit schon den ersten Teil bearbeiten. Diese Vorgehensweise habe ich mir angewöhnt - und sie hat zudem für den Lektor den Vorteil, dass er nicht alles auf einmal bekommt (die Arbeit kann somit ein wenig entzerrt werden).

So sieht das also aus bei mir ...

Ich arbeite mich also im Text vor und schließe das, was ich geschrieben habe, ab. Ich schreibe niemals die komplette Geschichte und fange dann erst mit der Überarbeitung an. Das erfolgt IMMER Stück für Stück.

Soviel also dazu
&
liebe Grüße,

Christoph.

PS: außerdem ist bei dieser Arbeitsweise immer wieder mal Zeit für eine Kurzgeschichte :-)

Rusch
20.04.2008, 13:34
Peter F. Hamilton hat mal gesagt, er schreibt für sein Buch ein Expose und schreibt zu jedem Kapitel dann ca. 2 Seiten. Anschließend setzt er das ganze um. Damit dürfte er wohl der strukturierteste Autor der Welt sein. Aber Du scheinst auch sehr strukturiert zu arbeiten.

Warin
21.04.2008, 19:56
Eine Frage, die viele Mitglieder aus unserem Schreibforum bewegt, ich weiß nicht, ob du was dazu sagen kannst:

Steht in den Autorenverträgen, dass eine Geschichte nie zuvor, auch nicht in Teilen im Internet gestanden haben darf? Ich meine, viele suchen natürlich erst einmal, was ja auch sinnvoll ist, in Foren wie diesem nach Feedback und trauen sich erst, wenn das positiv ausfällt, an die ersten Manuskripteinreichungen.

Es ist natürlich klar, dass nichts mehr im Zeitpunkt der Veröffentlichung im Internet stehen darf, aber wenn irgendwann zuvor, längst gelöscht, was gestanden hat, wäre das ein Problem?

Lena
22.04.2008, 12:17
Es wird momentan im Forum spekuliert, ob Fabula fortgesetzt wird. Auf der letzten Vorlesung auf der ich war, hast du angedeutet, das es eventuell ein weiteres Buch über Helen Darcy geben wird. Jetzt wird behauptet, dass eine Fortsetzung feststeht, aus der Sicht von Dany Darcy. Was stimmt jetzt? Ist eine Trilogie geplant?

Yovril Vandros
22.04.2008, 18:45
Hallo!

Ich bin in einem anderen Forum auf dieses Thema aufmerksam geworden. Ich muß sagen, ich bin ein großer Fan, seit ich auf Lycidas in meiner Buchhandlung gestoßen bin. Das Buch habe ich in relativ kurzer Zeit verschlungen. Um so gespannter habe ich dann auf das Erscheinen der nächsten Bände gewartet. Besonders faszinierend finde ich, wie Du die verschiedenen Mythen und Religionen nimmst und durcheinander schüttelst. Dabei kommt etwas faszinierendes Neues heraus. Du weißt so viel darüber. Hast Du das "nur" für das Buch recherchiert, oder ist es auch für Dich von Interesse (wenn die Frage zu indiskret ist, brauchst Du sie nicht beantworten)? Ich kann nur sagen: Weiter so. Ich bin gespannt, wie es in der alten Metropole weitergeht.

Zur Zeit lese ich Fabula und ich finde es auch Klasse - von der STimmung her ganz anders, aber auch spannend.

So, das war es erst einmal von mir.

Uli
22.04.2008, 19:55
Vielen Dank für die Antwort :)

Diese Arbeitsweise ist sehr interessant.
Ich für meinen Teil konnte noch nicht richtig rausfinden, was die beste Methode ist X.X

Auf der einen Seite würde ich gerne alles herunterschreiben,
auf der anderen Seite wiederrum, würde ich es gerne direkt
ordentlich auf die Wege bringen.
Ein Teufelskreis :rolleyes:

Wahrscheinlich kümmere ich mich deswegen gerade so um Kurzgeschichten ??
Die sind schnell fertig & überarbeitet.
Das macht mir Spass.

viele Grüße
und weiterhin gutes Gelingen
für alles was Sie anpacken !!!!!
Uli

Christoph Marzi
22.04.2008, 20:40
Hallo-am-Abend,

und einige Antworten ...

@Rusch: Peter F. Hamilton arbeitet da wohl so strukturiert, wie es viele andere Autoren auch tun. Ich selbst bin, wie ich mehrmals geäußert habe, kein Freund von extremem Plotting (wenngleich meine Lektorinnen es bestimmt gerne sehen würden, wenn ich mich dieser Arbeitsweise annähern könnte). Es ist einfach nicht die Art und Weise, wie ich schreibe. Aber am Ende ist bloß wichtig, dass man seine eigene Arbeitsweise hat ... eine, die funktioniert (ich habe es auch mit Plotting versucht, aber am Ende entwickelt sich die Geschichte meistens anders - oder so, wie ich es wollte, nur auf anderen Wegen).

@Warin: in meinem Vertrag steht, so weit ich weiß, nichts darüber, was mit der Geschichte vorher geschehen ist (und in meinem Fall ist vorher an anderen Orten ja auch nichts damit geschehen). Ich denke nicht, dass es ein Hindernis für eine Buchveröffentlichung ist, wenn die Geschichte irgendwann in der Vergangenheit im Internet verfügbar war. Aber ich bin kein Jurist. Die Antwort ist also rein subjektiv. Ein Lektor kennt sich da sicherlich besser aus.

@Lena: Es ist eine "Fortsetzung" geplant. Ich habe ziemlich genaue Pläne (siehe mein "Plotting"), was mit Danny Darcy geschehen könnte. Heißt: ich nehme den Faden in den USA auf. Danny wird der Protagonist sein. Darüber hinaus gibt es noch einige andere Dinge, die ich mittlerweile weiß und die schöne Geschichten abgeben könnten. Kurz und gut: es wird weitere Romane geben - aber nicht im Sinne der klassischen Trilogie, die eine Geschichte immer weiter fortführt. Es werden drei Geschichten sein, die eine gemeinsame Schnittmenge haben. Das ist der Plan.

... und zum mittelfristigen Plan: nach "Scarlet" werde ich mich erneut mit einem Jugendbuch beschäftigen (ein abgeschlossener Roman, KEINE Trilogie), danach stürze ich mich auf Danny Darcy (das Buch um Danny dürfte dann im Herbst 2009 erscheinen, so die grobe Schätzung).

@Yorril Vandros: die Recherche für die Emily Laing-Trilogie war weniger aufwändig, als man annehmen mag, weil ich mich für diese Art von Geschichte und die Mythologie schon lange interessiere (und dem entsprechend schon Informationen vorhanden waren).

Soviel für jetzt
&
liebe Grüße,

Christoph.

Warin
22.04.2008, 21:57
Ha, jetzt habe ich doch noch eine Frage und zwar ergibt die sich aus deinem Nachwort zu Malfuria:

Wie stark beeinflusst dich Musik beim Schreiben?

Du erwähnst James Newton Howard und Jerry Goldsmith, die ja Soundtracks komponieren. Die lassen sich beim Schreiben natürlich gut hören, wobei ich außer Mulan m.E. keinen OST von denen habe (sollte ich vielleicht mal ändern).

Ist das vielleicht typisch für Autoren "unserer" Generation? Stephenie Meyer erwähnt ja auch immer eine halbe Playlist in ihren Danksagungen.:)

Yovril Vandros
23.04.2008, 11:10
Oh, danke für die Antwort.

Da ich selbst nicht schreibe, habe ich mal eine andere Frage (vielleicht auch an die anderen Schreiber): Wieviel "Persönlichkeit" des Schriftstellers laßt ihr denn in Eure Werke einfließen? Wieviel Christoph Marzi ist z.B in einem Wittgenstein (meine Lieblingsfigur bei Lycidas) zu finden?

Und welche ist Deine persönliche Lieblingsfgur?

Hathor
23.04.2008, 11:30
Da ich selbst nicht schreibe, habe ich mal eine andere Frage (vielleicht auch an die anderen Schreiber): Wieviel "Persönlichkeit" des Schriftstellers laßt ihr denn in Eure Werke einfließen?

Der Übersichtlichkeit halber soll dies bitte der Thread für Fragen an Christoph Marzi bleiben. In diesem Thread lesen auch vor allem die Leute, die an der Leserunde teilnehmen.

Aber deine Frage, Yovril Vandros, wäre ein interessantes Thema für Rund ums Schreiben (http://www.fantasy-forum.org/forumdisplay.php?f=15)

Christoph Marzi
26.04.2008, 17:42
Hallo
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einige Antworten ...

@Warin: Musik ist sehr wichtig. Ich schreibe niemals, ohne Musik dabei zu hören. In der Regel handelt es sich um Soundtracks (ohne Gesang). Lediglich bei "Fabula" habe ich keine Instrumentalmusik gehört, sondern ausschließlich Gesang (Springsteen, Dylan, etc. - wie gesagt, man findet eine Auflistung hinten in den Büchern).

@Vovril Vandros: die Frage, ob es Gemeinsamkeiten zu Mortimer Wittgenstein gibt, wird recht häufig gestellt. Die Antwort: wenige - bis gar keine. Alan Rickman war mein Rollenvorbild für Wittgenstein, nicht ich selbst (und nicht einmal Alan Rickman als Mensch - den kenne ich ja nicht -, sondern die Rollen, die Rickman spielt). Mit den anderen Charakteren verhält es sich genauso.

Soviel an diesem sonnigen Samstag
&
liebe Grüße,

Christoph.

Curuthrandir
08.05.2008, 06:46
Sehr Offtopic: gehe ich recht in der Annahme, dass sie DER Herr Marzi vom WWG in Saarbrücken sind, der WL unterrichtet? oO