Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blogs & Co. Egotrip oder Information?
Je mehr das Internet seine Fangarme weiter um jeden Bereich des menschlichen Daseins wickelt, umso mehr scheinen die Seiten zuzunehmen, die sich insbesondere mit der Offenlegung privaten Lebens beschäftigen.
Nicht die Seiten, auf denen inhaltlich Interessantes dargstellt wird, wie Berufliches, Kreatives oder Politisches, sondern wo schamlos das eigene Privatleben völlig zusammenhangslos der Öffentlichkeit präsentiert wird, inklusive Verdauungsstörungen, dem letzten Urlaub auf Sylt oder dem letzten Angeltrip mit den Kumpels........Schilderungen privater Gespräche mit Frau und Kindern nicht ausgeschlossen.
Selbstdarstellung, selbst uninteressantester Details.
Warum macht man so was. Ist das wirklich interessant?
Ist das notwendig?
Oder eher peinlich......?
Ich finde eher Letzteres.....
Ich finde solche Blogs auch eher seltsam, zumindest die meisten. Und noch seltsamer finde ich, dass sich dieselben Menschen furchtbar über Eingriffe ins Privatleben aufregen (zB über Überwachungskameras), aber selber so viele Details von sich online stellen, die eine Kamera niemals erfassen könnte.
Aber anscheinend macht es die Betreffenden glücklich. Allerdings könnte es vielleicht in ein paar Monaten oder Jahren den Blogschreibern selber peinlich werden, was sie mal im Überschwang des grenzenlosen Mitteilungsbedürfnisses von sich preisgegeben haben.
Was ist es wirklich? Egotrip, Peinlichkeit, Selbstdarstellung, Seelenstriptease? Sicher von allem ein bisschen. Aber vor allem: Heischen um Aufmerksamkeit, die die Betroffenen im RL wohl zuwenig bekommen. Schöne neue Welt... :(
Mad Bull
14.04.2008, 09:32
Mit dem Internet kann man viel Unfug treiben.
Und dieses Aufmerksamkeit erregen um jeden Preis ist auch noch ein weitverbreitetes Phänomen.
Dabei vergessen diese Spinner, das man mit guter Arbeit Aufmerksamkeit
erregen kann die beständiger ist und finanziell auch einträglicher.
Nur diese Art ist langwieriger und deswegen weniger populär.
Ich glaube, dass das Thema Einsamkeit hierbei eine große Rolle spielt. Den Menschen fehlt einfach jemand im Privatleben, den sie mit ihren Informationen bereichern können. Das Internet bietet hierbei dann natürlich eine super Plattform, um sich mitzuteilen. Gleiches gilt für das Fernsehen, wo die Menschen sich in narzisstischer Selbstdarstellung der Lächerlichkeit preisgeben. Da präsentiert der arbeitslose „Arbeitslose“ seinen Wohnsitz, völlig Talentfreie Menschen meinen sie müssten ein Ständchen zum Besten geben, bei Big Brother sitzt die geistige Elite im Container und erklärt die Welt. Da Voyeurismus und Schadenfreude bei den Menschen auch sehr ausgeprägt sind, bekommen die Selbstdarsteller die Aufmerksamkeit, die sie suchen. Aber ich muss weder die Blogs im Internet, noch den quatsch im Fernsehen konsumieren, mir persönlich ist das alles einfach zu peinlich.
Ich glaube, dass das Thema Einsamkeit hierbei eine große Rolle spielt. Den Menschen fehlt einfach jemand im Privatleben, den sie mit ihren Informationen bereichern können. Das Internet bietet hierbei dann natürlich eine super Plattform, um sich mitzuteilen. Gleiches gilt für das Fernsehen, wo die Menschen sich in narzisstischer Selbstdarstellung der Lächerlichkeit preisgeben. Da präsentiert der arbeitslose „Arbeitslose“ seinen Wohnsitz, völlig Talentfreie Menschen meinen sie müssten ein Ständchen zum Besten geben, bei Big Brother sitzt die geistige Elite im Container und erklärt die Welt. Da Voyeurismus und Schadenfreude bei den Menschen auch sehr ausgeprägt sind, bekommen die Selbstdarsteller die Aufmerksamkeit, die sie suchen. Aber ich muss weder die Blogs im Internet, noch den quatsch im Fernsehen konsumieren, mir persönlich ist das alles einfach zu peinlich.
Du sagst genau das, was ich auch gesagt hätte. Jeder sucht ja förmlich nach seinen fünfzehn Minuten Ruhm, die jeder angeblich hat, aber ob diese Zeit verdient ist, ich weiß ja nicht. Es gibt so viel wichtigeres, als dass man sich im Fernsehen oder Internet so outen muss, dass alle genau über einen Bescheid wissen.
Das erinnert mich wieder an die RTL II Sendung 'Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit'
Eigentlich muss der Kanditat alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten, aber will jemand die Antwort auf diese Frage wissen?
"Haben sie jemals ihr großes Geschäft in der Badewanne verrichtet?"
Will man da die Antwort wissen?
Die meisten dieser Leute sind sich vermutlich gar nicht bewusst, welches Risiko sie damit eingehen, wenn sie persönliche Informationen freizügig im Internet preisgeben. Es ist z.B. längst Usus, dass Personalabteilungen Namen von Bewerbern für eine Arbeitsstelle in Suchmaschinen eingeben, um etwas über den Bewerber herauszufinden (mache ich auch manchmal). Wenn sich dann durch ein Forum, Blog oder eine sonstige Seite herausstellt, dass der Bewerber Kettenraucher ist, kifft oder regelmäßig am Wochenende betrunken ist, dann braucht sich derjenige nicht zu wundern, wenn die Bewerbung nach Ablage P(apierkorb) verschoben wird.
Auch lässt sich sowas gezielt gegen die Person ausnutzen, z.B. für Diebstähle, Einbruch, Identitätsmissbrauch, Bilder/Texte als Druckmittel, gezielte Werbung etc.
Durch das "Web 2.0" hat sich ja auch gezeigt, wie leichtfertig Leute mit persönlichen Angaben umgehen. Auch auf Seiten wie StudiVZ, YouTube und Co legen erschreckend viele bedenkenlos ihr Privatleben offen. Das ist die Kategorie von Menschen, die zur aktuellen Überwachungspolitik sagen "Ich hab doch nix zu verbergen" und hinterher jammern, dass sie mit Repression zu kämpfen haben.
Ich finde es allein schon bedenklich hier im Forum im entsprechenden Thread (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=26) sein RL-Bild zu posten. Das Forum ist für jedermann und damit auch für alle Suchmaschinen öffentlich einsehbar. Sobald eine Suchmaschine das Bild gefunden hat, ist es nicht mehr aus dem Netz zu entfernen.
Letztendlich muss natürlich jeder selbst wissen, wie er mit persönlichen Informationen umgeht, nur leider sind sich 98% der Leute überhaupt nicht bewusst, was sich mit diesen Informationen alles anfangen lässt.
Ich war auch schonmal freizügiger mit meinen Informationen im Internet und bin ganz schön auf die Schnauze gefallen damit; ich gebe immer noch vergleichsweise von mir preis, denke aber trotzdem gut drüber nach. Aber ich fühle mich unwohl, je weniger ich von meinem Gesprächspartner weiß und kann mir vorstellen, dass ich da nicht die einzige bin; Blogger haben doch iwie einfach "nur" das unglaubliche Bedürfnis, sich anderen mitzuteilen.
Ich habe nie gebloggt - was an 2 Dingen liegt:
1.) Nicht genug Disziplin. Mal abgesehen von allem anderen, das ist ein ganz schöner Aufwand, gerade wenn man es regelmäßig macht.
2.) Keine Ideen. Ich wüsste überhaupt nicht, was ich den Leuten von mir erzählen sollte. Wen interessiert denn bitte mein Leben, wenn er mir nicht nahesteht?
Ich stehe Bloggen auch skeptisch gegnüber, aus bereits angesprochenen Gründen... so viel von sich verbreiten ist sicher unklug. Man kann die Verbreitung schließlich in keinster Weise mehr kontrollieren, wenn der Kram erstmal drinsteht.
Oder man lästert einmal über Boss oder einen Lehrer oder sowas - das braucht nur der falsche zu sehen und man ist gefressen.
Bei Vlogs ist es dasselbe... nur dass man da finde ich nochmal mehr rauslässt, die Leute kucken einen an, während man das erzählt, auch wenn es nicht zeitgleich ist. Will ich das? Kann zwar sicher ganz nett sein, aufgebaut zu werden, Ratschläge und hier und da Komplimente zu bekommen, das finde ich durchaus eine sehr angenehme Vorstellung... aber ich würde es trotzdem nicht machen. Ich verschwende meine Zeit viel zu gern, aber nicht damit, meine Seele und Gedanken anderen in Einzelteilen zu präsentieren :D
gaea embla
17.04.2008, 20:19
Muss zugeben, dass ich auch mal einen Blog hatte. Und deshalb kann ich bestätigen, dass es ein absoluter Egotrip ist. Ich war noch ein paar Jährchen jünger als jetzt und war grad dabei, meine eigene Persönlichkeit und Rolle zu finden und zu definieren. Über das Blogschreiben habe ich erstaunliche Erkenntnisse über mich selbst erhalten. Und nach ein paar Wochen habe ich den Blog dann wieder eliminiert, weil er seinen Zweck erfüllt hatte. Blogschreiben ist also eher ne Sache, die man für sich macht, auch wenn man dann die Umwelt mit seinem Privatkram belästigt. Dem ganzen darf man keine zu große Beachtung schenken.
Ist euch schon mal aufgefallen, dass viele Blogs von Leuten geschrieben werden, die sich als "Punk" oder "Emo" oder "Gothik" bezeichnen? Solche Leute haben oft eine Identitätskrise und benutzen solche Begriffe, um sich zu definieren. Ich lese auf solchen Blogs auch öfter, dass sie (mehr oder weniger medizinisch wirklich bestätigt) am Borderline-Syndrom leiden. Solche Blogs helfen ihnen dann vielleicht, sich selbst mehr zu akzeptieren und sich auszudrücken.
Also um dem ganzen vielleicht auch ein bisschen was gutes zu geben möcht ich mal sagen das es schon auch ganz gute und vor allem Sinnvolle Blog´s gibt. Ein Kumpel von mir ist für ein halbes Jahr nach Japan und hat nen Blog eingerichtet um zu schreiben was er da so alles tut und wie´s da so ist. Könnte man als kleines Reise Tagebuch betrachten. In der Hinsicht keine schlechte Sache möchte ich meinen.
Klar wenn irgendwelche Leute meinen sie müssen ihr Privatleben so Preisgeben dann solln sie das doch, bevor ich an was weiss ich wieviel leute ne email schreib wie s mir so geht bla bla bla richt ich mir so ein Ding ein und wen´s interessiert der soll´s lesen und wen nicht der nicht.
Ich hab im übrigen keinen Blog *grins*
Ansonsten finde ich verhellt es sich mit Blogs wie mit Yamba Werbungen und allem anderen öffentlichen, wenns einen Nervt einfach nicht ankucken.
Wobei...ich wüsste jetzt nicht das man irgendwo gedrängt wird einen Blog anzukucken?
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.