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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Persönlichkeit des Schriftstellers in seinem Werk


Yovril Vandros
24.04.2008, 12:04
Die Frage hatte ich so im Christoph Marzi - Thema gestellt, aber Hator meint, ich solle dafür ein eigenes aufmachen:

Da ich selbst nicht schreibe, habe ich mal eine andere Frage (vielleicht auch an die anderen Schreiber): Wieviel "Persönlichkeit" des Schriftstellers laßt ihr denn in Eure Werke einfließen?

Allanon
24.04.2008, 12:37
Hoi du,

ich denke es kommt darauf an was der Autor ausdrücken möchte. Eines kann ich dir mit Sicherheit sagen, ich selbst nutze ganz gern Eigenschaften von Menschen die ich kenne, um sie dann in die Charaktere einfließen zu lassen. Dies beschränkt sich nicht nur auf Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Dies kann auch die zufällig an der Kasse sitzende Kassiererin/er sein, die/der einen unfreundlich angepampt hat oder die Oma die einem mit dem Einkaufswagen in die Hacken fährt.
Vieles ist möglich, vl. findet sich selbige oder selbiger, dann in einer Geschichte als boxbeinige Hexe wieder mit Katze auf der Schulter,
Was man auch sehr häufig lesen kann, ist das Firguren aus Geschichten, bestimmten Personen speziell gewidmet sind. Dann hat der Autor die Möglichkeit die Wesenszüge und das aussehen authentisch zu übernehmen, was viele sehr gerne tun, oder sie formen und gestalten den Charakter um, so wie sie ihn in ihren wunschträumen vl. gerne hätten.
Sehr viele Autoren, setzen sich dafür sogar gezielt in einen Park, in ein Cafe oder auf Plätze an denen sie Menschen beobachten können. Durch solche Beobachtungen lernt man Handlungsabläufe, Reaktion usw. kennen die einem in vielerlei Form gar nicht bewusst waren oder bisher einfach nicht aufgefallen sind.

Hierzu gibt es einen nicht uninteressanten Beitrag von Dr. phil. Frank Weinreich, zu der Frage wer ist Tom Bombadil? Die dürfte auf jeden Fall einen Teil deiner Frage mitbeantworten.

http://www.polyoinos.de/tolk_stuff/tom_bombadil.html


liebe Grüße

Allanon

kaltric
22.01.2009, 02:04
Meist wohl eher das Gegenteil... viele der Figuren sind so, wie ich nicht bin oder nicht sein will...
Manchmal kann man natürlich auch 'ausleben', was man nicht wirklich leben kann...
Ich weiß nicht, ob ich wissen will, was jemand aus meinen Charakteren für Schlüsse über mich ziehen könnte.

Lythande
22.01.2009, 11:44
Hallo,

ich lasse natürlich auch ein Bisschen Wunschdenken über mich selbst in meine Charaktere fließen, aber vielmehr meine Gedanken oder meine Empfindungen, die aufkommen, wenn ich z.B. eine Landschaft oder bestimmte Rituale, Magie etc. erkläre.

Eine Idee für ein Buch stammt ja ursprünglich vom Autor und IST sein ureigener Gedanke. Ich trenne das jedenfalls nicht unbedingt. Es ist für mich ein vollkommenes Ausleben der eigenen Kreativität und der Vorstellungskraft. Aber zu all dem gehört auch eine große Portion Bastelarbeit, um eine wirklich gute Sory zu schreiben.

Lythande

Akissi
22.01.2009, 13:34
Ich merke immer wieder, dass sogar ein Teil von mir in einem Charakter steckt, wenn ich es gar nicht beabsichtigt hatte - wie sollte ich auch was dagegen tun, ich schreibe es ja :D
So habe ich mich bei der Protagnistin meines neusten "Buches" sehr darum bemüht, ihr einen Charakter zu geben, der sich von mir nicht vollständig, aber größtenteils unterscheidet (mit aus dem Grund, dass sich meine bisherigen Hauptcharas (fast) alle sehr ähnelten, weil sie alle mir ähnelten) - und eines der ersten Dinge, das ich gleich von mehreren Leuten gesagt bekam, war: "Die redet ja wie du! :D "
Überhaupt kann ich mir an der Geschichte immer wieder recht gut selbst vor Augen führen, dass in praktisch jeder Figur ein anderer Teil von mir steckt. Ohne dass es mit einer Ausnahme in jeglicher Form meine bewusste Absicht war^^

Genauso geht's mir auch, was die Persönlichkeit anderer Leute anbelangt - die fließt auch unbewusst mit ein, natürlich. Hab ich letztens erst an selbiger Geschichte festgestellt xD
Und eine Deutschlehrerin, die mal eine meiner Geschichten gelesen und korrigiert und so hatte, meinte in der männlichen Hauptperson einen bestimmten Klassenkameraden zu erkennen - wahrscheinlich aufgrund der bräunlichen Hautfarbe, denn sonst war der Tipp ein vollständiger Griff ins Klo :D

Das Fazit für mich, das mich manchmal ärgert und manchmal amüsiert ist also: Ja, meine Persönlichkeit steckt in der meinen Figuren und in meinem Stil, aber nur selten in den Anschauungen, die in der jeweiligen Geschichte vermittelt werden. Da ich mir dieser voll bewusst bin, bin ich auch in der Lage, sie nicht einzubauen oder ins Gegenteil zu verdrehen o.ä.
Das kann ich gar nicht ändern, selbst wenn ich es versuche... ob's mir passt oder nicht^^

Artok
22.01.2009, 17:28
Wie viel Persönlichkeit in meinen Charakter von mir hineinstecke? Nun, sehr selten etwas von dem, wie ich so bin. Es sind meistens Idealfiguren, aber auch mit ihren Fehlern. Es ist ganz kompliziert zu beschreiben. Wenn ich ein Buch schreibe, setze ich einfach so fort, wie mein Verstand und mein Instinkt es eben haben will. Auch Emotionen fließen mit ein. Kommt ganz darauf an. Aber ich habe bis jetzt noch nie so wirklich einen Hauptcharakter so verkörpert, dass man mich sofort wiedererkennen könnte. Aber in meinem Kopf ist auch so viel Chaos, dass da so manche Persönlichkeiten drin stecken *scherz* *grins*

Ob ich nun von anderen Personen persönliche Merkmale einfließen lasse, nun, um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Bis jetzt nicht bewusst. Aber kann sein, dass manche Charaktere so ein bisschen das Verhalten haben von Freunden oder Bekannten.

Naja, manchmal verkörpern die Figuren mehr oder weniger etwas, das ich gerne wäre. Kommt selten vor, ist aber manchmal so. Ich nutze einfach die fülle an Ideen, die täglich meinen Kopf füllen. Und wer weiß, was beim Niederschreiben dieser Ideen so manches mit kommt. Ist immer spannend, muss man selbst bei mir lesen ;)

Haramis
22.01.2009, 18:41
Ich denke, es passiert beim Schreiben schon fast unbewusst, dass eigene Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen, Erlebnisse in einen Charakter einfließen. Es muss ja etwas von einem selbst in den Figuren stecken, schließlich erschafft man sie ja. :D

Diana Gabaldon zum Beispiel sagt, dass in all ihren Figuren etwas von ihr steckt, dass sie alle ihre Figuren auch ist (komischer Satzbau).
Das findet sich in dem Zusammenhang, dass sie immer in sich hineinlächeln muss, wenn Fans vor ihr über ihre Bösewichte schimpfen, weil dieser Bösewicht ja eigentlich vor ihnen steht. :D

Ollowain
22.01.2009, 19:20
Tja, wie viel Persönlichkeit fließt in so einen Roman.

Also in den Charakteren steckt immer ein Stück von einem selbst. Vielleicht auch nur ein Charakter, der man gerne mal (gewesen) wäre oder sein würde. Oder man schreibt absichtlich mit Charakteren, die einem selbst sehr ähneln.
Unbewusst rutscht da sowieso noch viel mehr mit rein.

So habe ich mich bei der Protagnistin meines neusten "Buches" sehr darum bemüht, ihr einen Charakter zu geben, der sich von mir nicht vollständig, aber größtenteils unterscheidet (mit aus dem Grund, dass sich meine bisherigen Hauptcharas (fast) alle sehr ähnelten, weil sie alle mir ähnelten) - und eines der ersten Dinge, das ich gleich von mehreren Leuten gesagt bekam, war: "Die redet ja wie du! "

xD Du hast halt auch einen markanten Sprech- und Schreibstil.
Das ist auch so ein Punkt; wer den Autor persönlich kennt, der wird kleine Anspielungen oder bestimmte Sprachmuster erkennen, als jemand, der den Autor nicht kennt, bzw. er wird auch genau merken, was der Autor wörtlich schon so sagt. ("Du Sau!" gell xD)
Sobald Dialekt reinkommt, kann man auch manchmal ein bisschen rauslesen, woher ein Autor kommt - also zumindest bei den deutschsprachigen Autoren.

Nina
22.01.2009, 19:34
Ach ja, das ist wieder eine der gefürchteten Standardfragen, die überhaupt am allerschwersten zu beantworten sind. Was soll da ein Autor drauf sagen? "In meinen Protagonisten stecken durchschnittlich 85% von mir, in den restlichen Charakteren 25%?" :D

Ansonsten: Klar, es steckt immer irgendwas von einem mit drin, manchmal vordergründig (beispielsweise wenn der Protagonist einen ähnlichen Beruf hat, wie ihn auch der Autor erlernt hat, z.B. sind unter den Science-Fiction schreibenden Physikern - da gibts ne ganze Reihe - Charaktere, die ebenfalls zumindest Naturwissenschaftler sind, keine Seltenheit), oft tritt auch sicherlich eine "versteckte" Seite zu Tage. Gerade bei den Bösewichten, die dann oft am charismatischten von allen rüberkommen.

ZanIzuNES
22.01.2009, 20:46
Also, das ist etwas, was bei mir überwiegend sehr unbewusst abläuft und gleichzeitig sehr bewusst.
Ja, das widerspricht sich. Einerseits versuche ich immer ein wenig in eine Figur hineinzuschlüpfen, sozusagen, mit deren Augen zu sehen. Andererseits kann es sein, dass die Person etwas, sagt oder tut, was mit grundlegend nicht gefällt, eben weil es die Handlung so erfordert und manchmal macht sich so eine Figur auch selbständig.
Unbewusst übertrage ich sicher vieles von dem, was ich kenne, wie ich rede, wie ich denke, wie ich handle oder handeln könnte auf eine Figur in meinen Geschichten. Wie viel davon letztlich von meiner Person inspiriert ist - keine Ahnung und mir auch egal. Ich denke aber auch, dass es die leichtere Arbeit ist.
Schwierig wird es für mich immer dann, wenn ich eine Person bewusst anders handeln lasse, als ich das tun würde. Dann schreibe ich sehr bewusst, überlege genau, wie macht die Peson das und passt es zur Figur.

In einem stimme ich aber meinen Vorrednern zu, als Autor ist das eine unglaublich schwer zu beantwortende Frage.

Gruß Zaniz

Haramis
22.01.2009, 21:29
OT an:
Wieso tun Autoren was sie tun und wie tun sie es? :D
OT aus.

ZanIzuNES
22.01.2009, 22:44
:D OT-zum zweiten
Müsste man in einem neuen Fred klären

Antwort:
Zum Warum?
Es gibt da die These, dass Autorn ziemlich verkorkste Persönlichkeiten sein sollen, die im Leder keinen anderen Ausweg gefunden haben, als ihren Frust schriftlich abzufassen *ähem* Es gibt Tage, da stimme ich dieser These zu.

Äh Wie tun sie es? ähm, hüstel... Bienchen, Blümchen... und so weiter...

OT- aus.

Gruß Zaniz

Nina
22.01.2009, 23:20
Wieso tun Autoren was sie tun und wie tun sie es?
Also ich glaube, essen, schlafen und atmen tun Autoren ganz normal. Ob ihr Sexualleben aufregender oder langweiliger als beim Durchschnittsmenschen ist, müsste noch erforscht werden. :D

Haramis
22.01.2009, 23:35
Also ich glaube, essen, schlafen und atmen tun Autoren ganz normal. Ob ihr Sexualleben aufregender oder langweiliger als beim Durchschnittsmenschen ist, müsste noch erforscht werden. :D
LOL.
Das meinte ich nicht. :D

*Vor OT-Keule flücht* *grins*

Hathor
23.01.2009, 08:57
*Vor OT-Keule flücht* *grins*

Die Keule ist zwar nicht so mein Ding, ich bevorzuge subtilere Disziplinierungsmittel ;)

Meine Lieben, bitte etwas mehr Zurückhaltung in dieser ernsten Sache... *den Kindern hier die Augen zuhalt* :D

Für Smalltalk gibts die Taverne, Profilnachrichten und PN. Danke schön :)

Haramis
23.01.2009, 10:25
Wenn man mal davon ausgeht, dass immer etwas von der Persönlichkeit des Autors in seine Werke einfließt, wieso hat er dann das Bedürfnis zu schreiben? Eigentlich gibt er ja, indem er schreibt, sehr viel von sich selbst preis?!?

Ollowain
23.01.2009, 20:43
Wenn man mal davon ausgeht, dass immer etwas von der Persönlichkeit des Autors in seine Werke einfließt, wieso hat er dann das Bedürfnis zu schreiben? Eigentlich gibt er ja, indem er schreibt, sehr viel von sich selbst preis?!?

Hm, um Ideen auf's Papier zu bringen. Um Geld zu verdienen. Um eine Freizeitbeschäftigung zu haben. Um Ärger zu verarbeiten.

Und was ist schon schlimm daran, wenn man Teile des eigenen Charakters in einem Buch wiedergibt? Es fällt ja sowieso nur den Leuten auf, die einen persönlich kennen.

Verräter
23.01.2009, 21:17
Ich schreibe von skrupellosen Mördern, durch Rechegelüste zerfressene Personen, menschgewordene Bestien. Unter meinen Charakteren gibt es jene, die alles tun um ihr Ziel zu erreichen und wieder diejenigen, die davor zurück schrecken. Diejenigen, die zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden können, solche die versuchen vergangene Fehler wieder gut zu machen und wieder andere die sich eben diese nicht eingestehen wollen. Sie sind offen, verschlossen, Hoffnungsvoll, Angsterfüllt, Schwach, Stark, Traurig, Fröhlich, Emotional oder Kalt. Sie Siegen und scheitern, Leben und sterben, stellen sich dem Kampf und fliehen, Beschützen ihre engsten Freunde und verraten sie...

Wie viel von mir selbst in meinen Charakteren steckt? Ich weiß es nicht, aber vermutlich mehr als ich selbst glaube. Bewusst zumindest versuche ich nicht einen Charakter mir ähnlich sehen zu lassen und ich glaube auch nicht, dass es mein "Spiegelbild" in einer meiner Geschichten gibt.
Es gibt nur eine Sache die sich nicht vermeiden lässt: Sie alle sehen ihre Umgebung durch meine Augen! Auch wenn ich versuche ihre Umgebung immer mit dem entsprechenden Hintergrund/Kontext zu Filtern, so bleiben es doch schlussendlich meine Gedankengänge.

*edit* Sollte ich mir vielleicht darüber Gedanken machen, ob ich Eigenschaften meiner Charaktere besitze und kleine Kinder vor mir Angst haben (/sollten) ? o_o

Haramis
25.01.2009, 21:58
Und was ist schon schlimm daran, wenn man Teile des eigenen Charakters in einem Buch wiedergibt? Es fällt ja sowieso nur den Leuten auf, die einen persönlich kennen.

Da ist gar nichts schlimmes daran. :D
Aber es ist doch interessant, sich mal Gedanken darüber zu machen. :rolleyes:

Ich frage mich manchmal einfach, wieso haben manche Menschen dieses Bedürfnis und andere wiederum so gar nicht?
Andererseits denke ich auch, dass andere Künstler - Maler, Bildhauer, Musiker, Sänger - auch sehr viel von ihrer Persönlichkeit in ihre Werke einfließen lassen.

Wie ist das allerdings dann mit den Menschen, die sich überhaupt nicht künstlerisch betätigen?
Die müssen sich doch auch irgendwie ausleben ...

Ollowain
26.01.2009, 18:28
Ich frage mich manchmal einfach, wieso haben manche Menschen dieses Bedürfnis und andere wiederum so gar nicht?
Andererseits denke ich auch, dass andere Künstler - Maler, Bildhauer, Musiker, Sänger - auch sehr viel von ihrer Persönlichkeit in ihre Werke einfließen lassen.

Hihi, ich mich auch.
Ich denke mal letztendlich, weil es jenen einfach Spaß macht und ihnen einen gewissen "Kick" gibt.
Mit (anderen) Hobbys ist es ja in etwa dasselbe... Wobei der Kick da teilweise wörtlich zu nehmen ist :p

Wie ist das allerdings dann mit den Menschen, die sich überhaupt nicht künstlerisch betätigen?
Die müssen sich doch auch irgendwie ausleben ...

Hm, die haben andere Ventile.
Weil selbst die wenigen Leute in meinem Bekanntenkreis, die weder Musik machen noch zeichnen o.ä. haben ihre Ventile: Der eine spielt sau viel Computer, zwei andere machen sehr viel Sport, wieder andere sind dauernd mit Freunden unterwegs und so weiter und so fort.

Es ist glaube ich irgendwo was, was zu einem selbst gehört und einen sozusagen vervollständigt. Man braucht es halt einfach. Und sei es nur als Ausgleich zur Schule oder zum Beruf. ^^,

Stardust
14.05.2009, 21:21
Das ist etwas wovon ich mich eindeutig versuche fernzuhalten.
Ich finde, das "Risiko", dass sich die Charaktere dann zu sehr ähneln ist zu hoch.
Meine Charaktere müssen sich natürlich von mir unterscheiden.
Sonst gäbe es nur zwei Möglichkeiten: alle wären tollpatschig, schüchtern und hilfsbereit oder ich hätte wirklich bösartige Hintergedanken, wenn ich so manchen Charakter von mir ansehe.
Ich hoffe doch, dass keines von beiden zutrifft XD
Allerdings lasse ich auf andere Weise meine Persönlichkeit miteinfließen, denn ich schreibe zumeist nur das was ich auch selbst lesen wollen würde.
Freilich weiß ich, dass nicht jeder meinen Geschmack teilen kann, aber bloß so macht schreiben auch richtigen Spaß.

Zack
17.05.2009, 12:57
Ich gestalte meine Charaktere relativ frei, sprich, ich benutze meinen Freundes- und Bekanntenkreis nicht dafür ;) ... aber hin und wieder fließt natürlich etwas mit ein. Trotzdem könnte ich am Ende die Charaktere mit niemandem aus meinem Leben mehr wirklich vergleichen.

Bei DEM Protagonisten sieht es etwas anders aus - wenn man so nahe an einer Figur schreibt, bekommt die doch das ein oder andere von mir ab. Da muss man etwas aufpassen, dass man bei seiner Figur bleibt und nicht anfängt, sein Leben aufzuarbeiten. Inzwischen, würde ich zumindest behaupten, gelingt mir das ganz gut.

Insgesamt erhalten wohl alle Charaktere etwas von der Persönlichkeit des Autors, viel eher noch als von realen Vorbildern alias Familie und Freunde. Jeder Charakter kann einen anderen Teil der Autorenpersönlichkeit spiegeln - wobei man eher vom Autor auf die Charaktere schließen kann, umgekehrt jedoch nicht!

starkhand
20.05.2009, 11:40
Selbst, wem es gelingt, Charaktere zu zeichnen, die gegensätzlich zum eigenen ich sind, es bleibt dabei, daß man umfassend mit dem Werk identifiziert werden kann, allein schon wegen der Wiedergabe von Wahrnehmung, die in Beschreibungen einfließt.

Das ist gar nicht anders möglich, außer bei Stoffen, die emotional nicht fesseln müssen, aber da reden wir dann glaube ich über Gebrauchsanweisungen oder so etwas … :)