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RickyLee
10.05.2008, 14:35
Ich möchte darüber einen Thread eröffnen, da mir das gerade einfach ein persönliches Bedürfnis ist. Was sind eure Erfahrungen damit? Kennt ihr jemanden, der gemobbt wird, wurdet ihr schon selbst oder mobbt ihr gar jemanden?

Zudem möchte ich folgenden Text beilegen:

Einige wissen es, einige nicht: Vor einigen Jahren hatte ich eine ziemlich lange depressive Phase... wegen Mobbing. Vermutlich werden nie die richtigen Leute diese Zeilen lesen, aber:

Denkt nach. Bitte. Auch wenn es jemanden in eurer Klasse gibt, der irgendwie seltsam, scheiße aussehend, dumm oder ähnliches ist... macht ihn nicht fertig. Damit meine ich nicht, ihm keine auf die Nuss zu geben, wenn er oder sie Scheiße baut, macht es einfach nicht, wie es mit mir gemacht wurde: Jeden Tag Ausschluss aus sämtlichen Gruppenprojekten, ein Einzeltisch neben der Tafel, weil niemand neben mir sitzen wollte, Selbsthass, Depressionen, Bauchschmerzen, jeden Tag, bevor ich in die Schule gehen musste und jeden Abend mit tränennassem Kissen ins Bett...

Nicht zu vergessen das eine Mal, als alle Jungs aus meiner Klasse mich auf dem Heimweg verfolgt und mit Grasbüscheln beschmissen haben... oder die Nachrufe, jedes Mal, wenn ich an der Bushaltestelle vorbeigelaufen bin, die Beschimpfungen und Verarschungen während der Stunde... Jeden einzelnen verdammten Tag, drei Jahre lang. Dann konnte ich endlich die Schule wechseln und raus aus der Hölle...

Das liest sich leicht, es zu erleben ist unendlich schwer. Denn wenn man jeden Tag gesagt bekommt, dass man nichts wert ist, beginnt man es irgendwann schließlich selbst zu glauben. Dann ist es schon fast zu spät. Denn was noch schlimmer ist als das, was äußerlich passiert, ist das, was innen vor sich geht...

Und hinterher auf der Beerdigung machen alle betroffene Gesichter und keiner will wissen, wie es dazu kam.

Ein solches Verhalten ist Mord auf Raten. Es führt zum Selbstmord.

So weit ist es bei mir Gott sei Dank nicht gekommen. Lasst nicht zu, dass es in eurer Klasse auf soweit kommt... Denn mir fehlen 3 Jahre meines Lebens, zumindest was die soziale Entwicklung angeht... Noch ein ganzes Jahr später habe ich alle Jungs gehasst, weil ich nicht wusste, das es auch welche gibt, die anders sind. 3 Jahre lang ohne Pubertät. Meine Schulnoten damals waren tadellos, ich hatte ja kein Privatleben. Keine beste Freundin, mit der man Zettelchen während der Stunde austauscht, keinen ersten Kuss auf einer Party mit Flaschendrehen, kein ins Kino gehen mit Freunden...

Meine Familie hat mir in dieser Zeit sehr geholfen, ich konnte mit ihnen reden und etwas glückliche Zeit verbringen. Ich bin ihnen wirklich unglaublich dankbar, denn letztendlich waren sie und meine beste Freundin (die auf die gleiche Schule, aber in eine andere Klassenstufe ging) der Grund, weshalb ich nicht suizid begangen oder mich je geritzt habe: Ich wollte ihnen das nicht antun.

Heute geht es mir gut, ich habe Freunde gefunden, die auch teils ähnliches durchgemacht haben und allmählich habe ich die folgende Vermutung: Ich bin vielleicht doch nicht so schlecht, dass mich alle hassen müssen...

Verräter
10.05.2008, 15:32
Interessantes Thema, interessanter Text.

Ich habe erst vor kurzem drei Stunden lang, auf einer sehr netten kleinen Feier, damit verbracht stumm in der Menge zu sitzen und mich mit dem Alkohol zu Vergnügen, obwohl ich gern etwas gesagt hätte. Warum ich Still geblieben bin? Weil ich verlernt habe zu reden.
Auch ich habe eine Phase erlebt, in der ich ohne jedes Wimpern zucken getötet hätte, wäre eine Waffe in meinem Besitz gewesen. Heute denke ich gerne darüber nach, was mich geprägt hat, warum ich heute so bin und nicht anders. Ich finde meine Entwicklung sehr interessant (jedoch nicht interessant genug um sie anderen zu erzählen xP) und würde gern die Geschichten anderer Leute hören. Wahrscheinlich fasziniert mich deshalb die Psychologie so...
Ich halte mich für das perfekte Beispiel von einer emotionalen Mauer. Aus Selbstschutz eine Mauer um mich herum gebaut, sodass mir niemand mehr schaden konnte. Ohne auf den Preis zu achten, dass ich auch diejenigen abblocke, die versuchen mir gutes zu tun. Deshalb bin ich heute emotional völlig Kalt. Ich erinnere mich nicht mehr an den letzten Moment an dem ich tatsächliche Freude gefühlt habe, ebenso wenig ich mich an die letzten traurigen Sekunden erinnern kann.
Manchmal frage ich mich, wer ich eigentlich bin doch erhalte ich darauf niemals eine Antwort. Letztendlich glaube ich allerdings, bin ich einfach der Verräter. Im Internet, wo ich sprechen kann, wo es keine Vorurteile gibt, wo ich über die Themen reden kann die mich beschäftigen und wo mich niemals jemand kennen lernen wird.

Warin
10.05.2008, 15:39
heieiei, was soll ich sagen... Es ist zwar tierisch heiß auf der Terrasse aber mir lief es gerade doch eiskalt über den Rücken. Du hattest ja immer mal Andeutungen gemacht, aber dass es so schlimm war:( Jetzt verstehe ich auch, warum du das Herz dieser Schule als kalt bezeichnet hast.

Das erste, was mir dazu einfällt, ist dieses:

*knuddel*

Und ich freue mich, dich zu meinen Freunden zählen zu dürfen. Ich hoffe, es war nicht die Freundschaftsfunktion des Forums, die dich in diese Grübeleien gestürzt hat.

Auch meine Erfahrung war, dass nirgendwo so grausam gemobbt wird, wie im Klassenverband. Ich bin zwar nie wirklich betroffen gewesen (eigentlich hatte ich immer jemanden, der sich für mich geprügelt hat, wenn es denn mal erforderlich war:)). Ich gehörte aber auch nicht zu den Leuten, die besonders "in" waren. Bei uns wurde es eigentlich erst besser, als die Klassen in der Oberstufe aufgelöst wurden. Deshalb bevorzuge ich Kurssysteme gegenüber Klassensystemen, die Mobbing m.E. begünstigen.

Der erste Tag im Job war für mich dann ein wenig befremdlich. Dass ausgerechnet im knallharten Berufsalltag auf einmal "ich bin o.k., du bist o.k." gelten sollte, kam mir ziemlich befremdlich und meine Ausbilderin weltfremd vor. Es hat einige Führungstrainings und viel Erfahrung gekostet, bis ich das wirklich verinnerlicht habe.

Wertschätzung ist mir außerordentlich wichtig, auch in der Führung dieses Forums. Kritik & Feedback ja, aber immer unter Achtung der Person des Anderen.

Das Thema beschäftigt mich auch beruflich, da ich einen ziemlichen Außenseiter im Team habe. Er ist fachlich gut, aber hat m.E. ein leichtes Asperger, sprich er hat Ticks, ist alles andere als teamfähig und kommuniziert zu wenig mit seinen Kollegen. Allerdings rede ich mir den Mund fusselig, damit die anderen ihn nicht mobben. Denn m.E. liegt es nicht daran, dass er nicht anders sein will, er kann nicht. Und was er m.E. braucht ist Verständnis und dass man auf ihn zugeht. Aber das den anderen klar zu machen, ist gar nicht so einfach.

Ich muss auch sagen, ich achte sehr genau bei meiner Großen darauf, ob ich irgenwelche Veränderungen bei ihr feststelle. Sie gehört definitiv zu den beliebtesten in der Klasse, aber sowas kann sich schnell ändern und ich denke, sie käme überhaupt nicht damit zu recht, denn Anerkennung ist für sie das allerwichtigste. Ich hätte nicht in der Situation deiner Eltern damals sein wollen und finde es ganz toll, wie sie das hinbekommen haben und dass ihr so ein prima Verhältnis habt, was ich schon immer bemerkenswert fand.

Hathor
10.05.2008, 16:11
Ach ja, das liebe Mobbing. Ich könnte auch ein Lied davon singen, ich erspare es euch. Nur so viel: heute weiß ich, dass ich gemobbt wurde, weil ich besser war als andere. Ich hatte bessere Noten, sah besser aus und vor allem war ich zur Freundlichkeit, Höflichkeit und Friedfertigkeit erzogen worden. Das kam bei den Opinionleadern der Schule gar nicht gut an. Denn da hatte nur jemand gute Karten, der faul, frech, dreckig, unhöflich und grottenblöd war. Da half dann nur: macht sie nieder, die nicht so sind... Was habe ich geweint, mich gekränkt, mich zurückgezogen. Bis ich zum Glück infolge eines Wohnungswechsels auch die Schule wechseln durfte. Hier gings mir gleich besser, denn ich hatte dazugelernt. Und ich ließ es nicht mehr zu, dass ich verletzt wurde.

Die Schule ist ein Kriegsschauplatz. Und wer sich nicht wehrt, ist ein Opfer. Das ist sehr traurig, aber wahr. Entweder du mobbst oder wirst gemobbt.

RickyLee
10.05.2008, 17:02
@ Verräter

Kenn ich. Scheinbar hab ich immernoch die Veranlagung dazu, ziemlich grimmig zu gucken, denn neulich meinte mein Biologielehrer zu mir, als ich ihn neulich begrüßt habe, ganz erstaunt, dass es das erste Mal gewesen wäre, dass ich ihn angelächelt habe...

Und andere Spätfolgen habe ich bei mir auch festgestellt: Ich habe in regelmäßigen Abständen ziemlich miese Minderwertigkeitskomplexe...
Allein schon der Umstand, dass du so von dir erzählst, macht dich mir unglaublich sympathisch, auch wenn das vielleicht nicht so von dir beabsichtigt war.

@ Warin: Danke. *bussi* Und nein, die Freundschaftsfunktion wars nich XD, das musste einfach mal raus.

@ Hathor: Hmhm... ich war generell Klassenbeste, Grund ist oben angeführt. Hübscher war ich jedoch nicht XDDD Bis zur 8. Klasse hatte ich große Ähnlichkeit mir Daniel Küblböck, chr chr chr...

Nach dem Schulwechsel wurde es auch besser. Ich kam auf eine größere Schule, die auch toleranter war. Und nicht so eine verspießerte Dorfschule wie die meine... *sfz*
Trotzdem: Was ich erlebt habe, hat mich abgehärtet, vielleicht auch sehr hart gemacht... Und irgendwie muss ich auch dankbar sein. Ich hätte ja sonst vielleicht nicht meine beste Freundin getroffen sondern irgend so eine Zimtzicke, bei der ich bis heute nicht durchschaut hätte, was für eine dumme Plunze sie ist XD

PoiSonPaiNter
10.05.2008, 17:23
Mobbing ist scheiße!!!

Bin selbst seit Jahren Opfer, aber ich schaffe es immer wieder mir neue "Feinde" zu machen.
In der Realschule konnte mich egtl keiner Leiden. Nur wenn es (vorallem im letzten Schuljahr) um iwelche schulischen Sachen ging, da hieß es dann "Kannst du mir mal da helfen" "Weißt du wie das geht?"...blablabla...ansonsten wurde nur hinter meinem Rücken über mich getratscht, also bin ich meistens nur indirektest Mobbingopfer. Es wird mir nie direkt ins Gesicht gesagt was sie über mich denken, aber ich habe gute Ohren und höre was sie sagen. Die verletzenden Kommentare, die Blicke die mich am liebsten Verschwinden lassen wollen, es tut weh! :'-(
Klar ich war angearscht dadurch das meine Mutter an der gleichen Schule unterrichtet hat, aber trotzdem warum muss ich mich verändern um die zufrieden zu stellen? Und jetzt auf der neen Schule dachte ich wird alles anders, aber ich dachte es eben nur. Glücklicherweise gibt es jetzt zwar wesentlich mehr Leute mit denen ich reden kann, aber das Gerede gibt es immer noch. Meine Mitbewohnerin ist eine große Hilfe um das zu verarbeiten, sie haut mir immer Dinge an Kopp wie "Das du dir über sowas überhaupt Gedanken machst!" und "Ey die Wissen doch eh nix!", das bringt mich dann für einen Moment wieder zurück. Nur wenn ich dann allein bin kommen die Gedanken...:'-(

Eine Situation war sehr prägend: Beim Sport hatte ich in einer Std. Befreiung und musste die Runden der anderen zählen. Angeblich soll ich dabei eine für die naja beliebteste Schülerin vergessen haben, die GESAMTE Klasse war gegen mich! Im folgenden Unterricht wurde ich mit Schnipseln und Radiergummis beworfen, es flog sogar eine Flasche. Und ein Zettel "Na bescheißt wohl gern L_H_R_R_Ö_R(Lehrergöhr)". Auf dem Schulhof dann hat mich eine Traube aus Mädchen einseitig "umzingelt" und mich zur rede gestellt, ich habe gesagt das ich es getan habe, völlig gleichgültig und habe sogar gesagt sie sollen doch ruhig Zuschlagen, wenn sie schonmal das verlangen danach haben. So habe ich zwei Ohrfeigen für eine Sache bekommen die ich nie getan hatte, nur um meine Ruhe zu haben...das war ungefähr in der 7./8. Klasse. Kurze Zeit später schnappte meine Mutter ein Gespräch auf vonwegen "Hat ses doch endlich zugegeben...blablalba" auf und hat derjenigen gesagt warum ich das behauptet hatte. Das Mädchen kam dann bald darauf wieder bei mir an, wegen schulischer Sachen. Vllt war es ein Fehler trotzdem weiterhin in schulischen Dingen zu helfen, auch dem Mädchen dem ich die Runde geklaut haben soll, aber ich konnte nicht anders.

Mir wurde beigebracht anderen zu helfen und sie zu unterstützen und nicht sie zu verurteilen. Meine Mutter hat mir sehr in diesen Situationen geholfen, ich kann egtl über alles mit ihr reden, wofür ich sehr dankbar bin! Hätte es sie und meine beiden Krippenfreundinnen nicht gegeben hätte ich wahrscheinlich auch zu iwas spitzem gegriffen.
Durch diese Erfahrungen habe auch ich mir eine Mauer gebaut, an der bis jetzt noch niemanden 100 %ig vorbei gekommen ist. Emotionen zeige ich sehr sehr selten, ich versuche lustig zu sein und albere rum, aber wie is in mir drin aussieht weiß niemand. Es ist schwer für mich mit anderen Menschen umzugehen, ich kann nicht auf sie eingehen und sie mich meistens nicht akzeptieren. Grimmige Gesichtszüge, weite, schwarze Bandshirts und Kommunikation passen nur sehr schlecht und nur in gewissen Kreisen zusammen.

Ich bin anders, ich denke anders, ich benehme mich anders, also störe ich!

Edguy haben es in zwei Songs gut formuliert, auch wenn die SOngs an sich von etwas anderem handeln:
"I try to build a wall and let nobody in- to be on my own- withiut love an without pain"
"The pain of abresions covered with a smile, no one to look underneath"
Bei dem passt sogar der gesamte Text "I'm staring at the sea behind the far horizon Is there a better place for me?" (Auszug)

Da ich weiß wie scheiße es einem dadurch gehen kann, versuche ich gerade mich mit anderen Außenseitern "anzufreunden", ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, bzw sie abzulenken. Allerdings sollte man mit uns kein Mitleid haben, man sollte uns so akzeptieren wie wir sind. Einem Jungen aus meiner Paralellklasse sind vom Mobbing die Haare ausgefallen, so wird es behauptet, mir hat er erzählt es sei so passiert, aber ich denke das es durchaus davon kommen kann. Angeblich sind wir ja alle gleiche, nur manche sind halt gleicher!

Mobbingopfer sind fürs leben versaut!

nazgul666-rr
10.05.2008, 17:52
ja wichtig auf jedenfall dieses Thema und ich kann da auch ein Lied von Singen... und auch etwas Kommentieren und wies bei mir aussieht...

aber eins/einer nach dem anderen

nunja ganz so schlimm war es bei mir nicht - Freunde hatte ich anfangs kaum in der Schule - fast gar keine - es war immer mal einer in der Klasse, dem es Ähnlich erging, aber hauptsächlich war ich Einzelgänger

die schlimmsten Ausmaße hatte es in der Orientierungsstufe (5. & 6. Klasse, zur Entscheidung ob Gynmasium, Real- oder Hauptschule) einige Ältere wollten mich erpressen - haben Geld von mir verlangt und sind mir (fast) jede Pause nachgestellt, also haben mich verfolgt.... - bekommen haben die nie was von mir. Einmal wollten die mich in Mülleimer schmeißen - den hab ich umgekippt und einem hab ich gegen Ende des Schuljahres eine Blutige Nase verpasst - das war eh mein letztes Jahr an der Schule und die letzte Woche war ich auch nicht mehr da...

dann Gymnasium - gehofft habe ich das alles Besser wurde.... - anfangs kurz aber die 7. und 8. Klasse kann man weiter als Hölle bezeichnen - naja einen Leidensgenossen hatte ich da auch - wir saßen im Oberstufengebäude teilweise unter der Treppe und haben Karten gespielt - da konnte uns keiner Ärgern von der restlichen Klasse - aber vor der Klasse dann wieder, weil die Lehrer nie pünktlich kamen.... - und die Lehrer hat es auch NIE interessiert - nichteinmal als es Ärger gab von meinen Eltern...
am Ende der 8. hat sich dann allmählich gebessert... - ich hatte meine ersten DiscMan und auf gut Glück eine CD dazu gekauft (Onkelz - Verhasst, Verdammt, Vergöttert) hatte vorher schon viel Rock gehört - aber da wurde ich interessanter für die - vll auch weil wir das Buch (unten weiter) gelesen hatten und es die etwas aufgeweckt hat - naja meine Noten waren in der ganzen Zeit nie die besten - wir hatten total inkompetente Lehrer was das ganze nicht grade vereinfacht hat

dann musste ich wiederholen (4 von 6 Jungen aus unserer Klasse) - einer aus meiner alten Klasse war bei mir in der neuen Klasse - inzwischen verstand ich mich auch mit ihm bzw wir respektierten und gegenseitig - es ging Aufwärts - ich hatte mit der Zeit dann einen Klassenkamerad einen wahren Freund gefunden mit dem ich viel über die Jahre zusammen gemacht habe - Referate zB - wir haben auch zusammen etwas scheiß gebaut :D und haben dann auch zusammen dafür grade gestanden.... - inzwischen ist der Kontakt abgebrochen - er ist am Studieren - nacher hab ich ich dann immer mehr Freunde gefunden - nicht unbedingt viele - aber man kann sagen gute Freunde


Und hinterher auf der Beerdigung machen alle betroffene Gesichter und keiner will wissen, wie es dazu kam.
und die Lehrer scheren sich auch keinen Deut da drum....


Ein solches Verhalten ist Mord auf Raten. Es führt zum Selbstmord.
wir hatten zu der Zeit in der Schule ein Buch dazu/darüber gelesen - spielt in Japan:
Takeo oder Das Gesetz des Stärkeren. Mit Materialien (Taschenbuch)
von Huguette Perol (Autor)

Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Autorin Huguette Pérol ist in Tunesien geboren und hat neben verschiedenen anderen Ländern auch einige Zeit in Japan gelebt. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Jugendbuch Takeo niedergeschrieben. Die japanische Gesellschaft mit ihren rigiden Zwängen und dem sehr strengen Schulsystem sind die Basis ihres Romans für Jugendliche.

Der körperlich schwächliche Junge Takeo, Klassenprimus, versucht sich mit dem Meinungsführer und Klassensprecher Yukio anzufreunden. Doch dies misslingt ihm gründlich. Yukio verabscheut alles Schwache und mischt die ganze Klasse gegen Takeo auf. Zuhause findet Takeo keinen Rückhalt, denn aus Sorge, ihren Sohn zu verweichlichen, traut sich die Mutter nicht, die durchaus seine Probleme erkennt, ihn tröstend in den Arm zu nehmen. Dem Vater, der erst vor Kurzem zum Direktor seiner Fabrik befördert wurde, ist sehr daran gelegen, dass Takeo einen starken Charakter entwickelt und mit solchen Problemen allein fertig wird. "Meine Eltern haben für mich eine Zukunft erträumt, die ihnen selbst mehr gefällt als mir." Selbst die Lehrer unterstützen die Mehrheit der Klasse und lassen Takeo bei den üblen Intrigen, die gegen ihn geschmiedet werden, allein.

Am Schluss sieht Takeo für sich nur noch eine kleine Chance sein Leben in den Griff zu bekommen und selbst hier wird er von allen Menschen, die ihm wichtig sind, im Stich gelassen. Nur schwer begreift er, "Menschen, die dich lieben, können dir genauso weh tun, wie andere." Und: "Es ist sehr schwer mutig zu sein, wenn man nicht der Stärkere ist."

Huguette Pérol hat ein ergreifendes Jugendbuch über eine erbarmungslose Gesellschaft geschrieben, die keinen Platz für Schwächen bereithält und sie auch nicht duldet, sondern wo immer möglich, sie rigoros ausmerzt. --Manuela Haselberger

Klappentext
Takeo, Klassenbester und zugleich Kleinster der Klasse, zieht sich die Feindschaft des Klassensprechers Yukio zu. Der beschließt, den unliebsamen Klassenkameraden auszuschalten. Er setzt eine wahre Hetzjagd auf Takeo in Gang, an der sich schließlich die gesamte Klasse beteiligt... Ein außergewöhnlicher, bedruckend lebensnaher Roman aus der Welt eines japanischen Jungen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
vll fand ich das Buch so gut/genial, weil ich selber davon betroffen war - und vll war das Buch ausschlaggebend dafür, dass unsere Klasse in der Hinsicht mehr Verstand bekam


Heute geht es mir gut, ich habe Freunde gefunden, die auch teils ähnliches durchgemacht haben und allmählich habe ich die folgende Vermutung: Ich bin vielleicht doch nicht so schlecht, dass mich alle hassen müssen...
ja inzwischen habe ich auch wunderbare Freunde gefunden - und teilweise auch welche die Ähnliches durchgemacht haben - aber erst seitdem ich das erstemal die 8. Klasse wiederholen musste


Ich halte mich für das perfekte Beispiel von einer emotionalen Mauer. Aus Selbstschutz eine Mauer um mich herum gebaut, sodass mir niemand mehr schaden konnte. Ohne auf den Preis zu achten, dass ich auch diejenigen abblocke, die versuchen mir gutes zu tun. Deshalb bin ich heute emotional völlig Kalt.
nun eine Emotionale Mauer hab ich glaub ich auch aufgebaut, aber ich glaube sie war nie so stark, da ich immer mal einen Freund inner Klasse hatte - der auch weniger gemocht wurde - also eher Seelenfreundschaft in der Hinsicht
so stark meine Mauer da auch geworden ist - ich denke es kommt auch auf die Situation an ob ich jemand an mich "ranlasse" oder Blocke

Die Schule ist ein Kriegsschauplatz. Und wer sich nicht wehrt, ist ein Opfer. Das ist sehr traurig, aber wahr. Entweder du mobbst oder wirst gemobbt.
nun es gibt hier noch Ausnahmen und vorallem je höher man kommt in den Klassen desto weniger wird es eig auch - jetzt an der Berufsschule habe ich ein paar Freunde in der Klasse - einen sehr guten sonst werde ich aber wegen meiner Fachkompetenz auch geschätzt - Grund genug mich nicht zu mobben wahrscheinlich

alles in allem kommt es aber auch auf die Schulform an... und wie man erzogen wurde...

nun zusammenfassend kann ich sagen, dass es mich geprägt und härter gemacht hat - hmm... ich glaub ich hab zum erstenmal so ausführlich damit Beschäftigt im Nachhinein - allerdings war es auch keine schöne Erfahrung und bei weitem nicht so schlimm wie bei dir Ricky

btw Zimzicken Ricky: davon ertrage ich jeden morgen im Bus welche.... - die meisten hören Hip Hop ("Hip Hop hieß früher Gestotter und war heilbar" stopHipHop.de) und sind total verzogene Gören - zum Glück gehen die weder in meine Klasse noch auf meine Schule

@PoiSonPaiNter: 1. Aussage ist vollkommen true
Lehrerkinder sind auch immer schwer dran - in der 7./8. Klasse hatte ich auch welche - nun die konnten sich nichts erlauben
anders bin ich auch - aber andere Menschen sind ähnlich anders als ich - und von denen hab ich einige sogar als Freunde inzwischen
einer meiner Lieblingslieder ist von Iron Maiden - Fear of the Dark und dadrin heist es "I am the man who walks alone and when I'm walking a dark road, ..."
richtig Mitleid ist falsch - das kann mehr verletzten als das Mobbing selber - besser ist es wie du
und das mit dem gleich und gleicher will die Politik ja nie wahrhaben aber es ist so...
hmm versaut... - teilweise vll - aber auch geprägt fürs Leben und vll auch schneller reifer

Rotkätzchen
10.05.2008, 18:00
Es tut immer weh, sowas lesen zu müssen. Man begreift es erst später, aber bisweilen sind es wirklich Kinder, die am grausamsten sein können. Als selbst 14jährige hätte ich über diesen Spruch gelacht, aber man begreift das est aus der Distanz des Erwachsenseins (wobei ich auch mit 26 noch nicht erwachsen bin - und auch nicht sein will! ;)).

Wenn ich heute an meine eigene Schulzeit zurückdenke, fallen mir auch viele unschöne Dinge ein. Ich hatte das Glück, nie ein direktes Opfer solcher Grausamkeiten gewesen zu sein, auch wenn ich andererseits ebenfalls nie zu den "angesagten Leuten" gehört habe. Ich hatte eine Zeit lang einen gemeinen Spitznamen, aber der blieb zum Glück nicht lange. Ein Mauerblümchen blieb ich trotzdem und bis sich ein Junge mal näher als einen Meter an mich herangewagt hatte, musste ich 19 werden. Ich hatte immer eine kleine Schar Mädchen, mit der ich mich mehr oder weniger im Dunstkreis zwischen dem Licht der "Superbeliebten und Coolen" und dem Dämmerlicht der "Zu vernachlässigenden und Unwichtigen" hindurch manövrierte. Sehen musste ich in den 4 Jahren der Realschule aber dennoch eine Menge. Sehen, wie Mitschüler (manche kannte ich, manche nicht) gar vieles ertragen mussten. Tja, was soll ich sagen... heute beschämt es mich, dass ich nie - aber auch wirklich NIE - in irgendeiner Form eingegriffen habe. Den Jungen mit dem Überbiss und den Segelohren, das Mädchen, das wegen ihrer Backen alle "Kaulquappe" nannten... ich habe leider nie etwas getan, für die in die Bresche zu springen. Der Grund ist klar: Feigheit. Und natürlich die Angst, in Zukunft selbst ins Hänsel-Milieu abzurutschen. In dem Alter denkt man ja, das Leben ist JETZT und nur JETZT. Ich dachte das jedenfalls, und viele andere tun es sicher auch. Tja, ich konnte es nicht (bzw. wollte es nicht :( ) riskieren, auch gehasst zu werden. Deshalb habe nie etwas getan. *nein*

Die Schule ist ein Kriegsgebiet, ja, das stimmt leider.
Leider gibt es nach meiner Erfahrung immer mehr Täter als Opfer, somit wäre ein Zusammenschluss von Opfern auch wenig sinnvoll. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass ein Mobbingopfer in dem Alter wenig Lust hat, mit anderen Mobbingopfern abzuhängen, denn das zieht womöglich gleich wieder neue Lästermäule auf einen an.

@RickyLee
Das ist wirklich hammerhart. Solche Erfahrungen prägen und man lässt sie wahrscheinlich niemals völlig hinter sich.
Freut mich sehr, wenn es dir nun besser geht. Du schreibst tolle Geschichten, daran gemessen scheint trotz allem etwas sehr Schönes in dir aufgeblüht zu sein.

@Verräter
Mauern sind aber auch da, um überwunden oder durchstoßen zu werden. Ich hoffe, du gelangst irgendwann an einen Punkt, an dem du das zulässt und sie bei einem Überwindungsversuch nicht gleich noch höher mauerst. Mauern geben Schutz, verdammen aber auch zur Einsamkeit.

Hathor
10.05.2008, 18:56
nun es gibt hier noch Ausnahmen und vorallem je höher man kommt in den Klassen desto weniger wird es eig auch
alles in allem kommt es aber auch auf die Schulform an... und wie man erzogen wurde...


Hm, vielleicht ist es bei Jungs anders. Vielleicht kommt es auch darauf an, ob man in einer reinen Mädchen- bzw Jungenklasse oder in einer gemischten Klasse ist. Ich war in der Grundschule (bis 10) in einer gemischten Klasse. Ich war ein blondgelockter putziger Engel, hatte keinerlei Probleme und war beliebt.

Aber mit 10 Jahren wurde ich aufs Gymnasium geschickt, in eine reine Mädchenklasse. Das war die Hölle. Zickenkrieg täglich und pur. Wer gelernt hat, galt als Streberin und wurde gemobbt. Es kam soweit, dass ich absichtlich Fehler in Klassenarbeiten gemacht habe, um sozial anerkannt zu werden. Die einzige Leistung, die was galt, war Sport. Und da war ich leider nicht so gut, also wieder ein Underdog. Und wenn ich mich daheim ausheulte, bekam ich den guten Rat, nett, freundlich und höflich zu sein. Das Prinzip meiner Mutter war "Der Klügere gibt nach." Und die Klügere war ich... :rolleyes:

Heute weiß ich: wenn die Klügere immer nachgibt, regieren sehr schnell die Dummen.

Erst als ich 16 war, haben wir den Wohnort gewechselt, ich kam in eine neue Schule, in eine gemischte Klasse, und das war gut so.

Ich denke, reine Mädchenklassen sind Horror pur *grusel*

Wenn ich eure Geschichten so lese, steigen einerseits sehr unangenehme, halb verdrängte Erinnerungen hoch. Andererseits erkenne ich nachträglich, dass es auch anderen nicht so gut ging oder sogar viel schlimmer. Nicht, dass das ein Trost wäre. Aber die Erkenntnis, hier Leute mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen, gibt schon ein wenig Zusammengehörigkeitsgefühl und reduziert mein Selbstmitleid.

Nejira
10.05.2008, 19:08
Ich hatte so eine Situation in der Grundschule.

Ich habe die erste Klasse übersprunge, wenn auch recht spät im Schuljahr, und kam so in die 2. Klasse, die bereits eine eingeschworene Klassengemeinschaft war. Besonders ein Mädchen (na gut, ich konnte es ihr nie nachweisen, aber ich weiß, dass sie es war!) hatte ganz massiv etwas gegen mich. Da wurde behauptet, ich hätte gespickt, meine Brotzeit verschwand spurlos, ebenso mein Mäppchen, dass besagtes Mädchen "zufällig" genau dann "wiederfand", als ich mir gerade ein neues gekauft hatte. Es waren kleine Dinge - aber viele davon. Zum Glück hatte ich in der Klasse noch eine Freundin aus dem Kindergarten - und zum Glück zog meine Familie in der dritten Klasse in eine andere Stadt.

Von da an blieb ich in der Schule von Mobbing verschohnt, aber die Rolle des Außenseiters haftete an mir bis zur 10. Klasse.

Und was die Stellung von Lehrerkindern angeht: Pfarrerstöchtern, die im Konfikurs ihres eigenen Vaters sitzen, ergeht es nicht anders.

Mein Beilied an alle, die es weitaus schwerer hatten, als ich.
Vergesst nicht: Es gibt auch noch andere. *knuddel*

nazgul666-rr
10.05.2008, 19:13
Hm, vielleicht ist es bei Jungs anders. Vielleicht kommt es auch darauf an, ob man in einer reinen Mädchen- bzw Jungenklasse oder in einer gemischten Klasse ist.
...
Ich denke, reine Mädchenklassen sind Horror pur *grusel*

oO sowas gibt es noch reingeschlechtliche Klassen? das ist ja Vorkrigszeit.... - aber gut ich war immer in gemischten Klassen

in der Oberstufe hatten wir dann Physik LK ohne Mädchen/Frauen, aber leider sind die naturwissenschaftlichen Fächer teilweise da immernoch schwach besetzt - wir haben jetzt in unserer Informatik Klasse auch nur ein Mädchen (das Niveau ist aber bei weitem schlechter als am Gymnasium - wir haben bis Hauptschüler alles dabei - aber wir kommen gut miteinander aus)

aber was du sagst zu reinen Mädchenklassen und reiner Horror - mein MatheLK war fast so schlimm (http://nazgul666-rr.pytalhost.de/coppermine/thumbnails.php?album=13) 2 Jungen/Männer und der Lehrer - nun ich wurde nicht gemobbt - war mit der schlechteste und naja wir haben eine Art Waffenstillstand gehabt... - das beschreibt es glaub ich am besten - außer mit Julia (schwarz, schlank, groß) kann man sagen war ich befreundet - ich war auch nach der Schule noch bei ihr auf Feten und gelegentlich schreiben wir uns noch - aber sonst allzuwohl hab mich da auch nicht unbedingt gefühlt - ich hatte nur das notwendigste an Kommunikation mit der Klasse gehabt....

Hathor
10.05.2008, 19:17
oO sowas gibt es noch reingeschlechtliche Klassen? das ist ja Vorkrigszeit.... - aber gut ich war immer in gemischten Klassen


Ja, sowas gibt es in Ösiland noch ;)
Ich sollte vielleicht noch ergänzen, dass es ein katholisches Gymnasium war. Vielleicht kommt aus dieser Zeit meine Aversion gegen die Religion?

nazgul666-rr
10.05.2008, 19:22
ok die Kirche fördert sowas ja noch.... - die gehen halt nicht mit der Zeit und in Unterdrückung waren die schon immer gut

Nejira
10.05.2008, 19:33
Nicht nur in Österreich gibt es noch reingeschlechtliche Klassen.
Ich besuche eine Mädchenschule (noch!) - und fühle mich trotz Mangel an Jungs recht wohl.

Razor
10.05.2008, 21:52
oO sowas gibt es noch reingeschlechtliche Klassen? das ist ja Vorkrigszeit....
Ja, sowas gibt es in Ösiland noch
Sowas gibt es in Deutschland auch noch.

Was ich zu diesem Thema sagen kann: Als Nicht-Opfer solcher Taten weiß man nicht um den Schmerz der Betroffenen Personen. Wenn man sich aber persönliche Texte dieser Menschen durchliest (und hier sind meiner Meinung nach sehr private Erfahrungen), dann hat man eine Ahnung davon. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass ich das nachempfinden kann. Das geht schlicht und ergreifend nicht. Wer aber Versand und zumindest ein wenig Einfühlvermögen hat, der wird zumindest verstehen, worum es geht.
Zweifellos ist Mobbing schrecklich, wenn es dann auch noch zu psychosomatischen Folgen kommt, wie etwa zu einem schwachen Selbstwertgefühl, ritzen etc. oder wenn es gar zum Todeswunsch führen kann...
Schule ist Krieg, das ist absolut korrekt.

ich war nie ein Mobbingopfer, aber ich gehörte auch nie zu den besonders angesagten Leuten (außer in der 6ten Klasse). In der 5ten und 6ten Klasse besuchte ich noch ein Gymnasium, wechselte aber dann zur Realschule und musste dafür die 6te wiederholen (da kein Platz). Dort war ich der Held, fragt mich nicht wieso.
Ab der 6ten bis zur zehnten blieb ich auf der Realschule und hatte keine Probleme. Es gab bei uns zwei Mobbingopfer. Das hat schon direkt zu Beginn damit angefangen, dass diese zwei Personen gemobbt wurden. Ich persönlich habe nie geschlagen oder beleidigt, um aber dazuzugehören oder weil ich um die wahren Konsequenzen nicht wusste, habe ich mitgelacht. Was soll ich sagen?
Je älter ich wurde, desto mehr ist mir in den Sinn gekommen, dass das eigentlich sinnlos und unfair ist. Ich hörte also auf mitzulachen und versuchte sogar mit den Opfern ganz normal zu reden. Diese waren aber schon so geschädigt (wenn man das so sagen kann), dass da kein Bezug herzustellen war...

In der Oberstufe fing es dann an. Ich war nie Opfer, aber Außenseiter - wegen meiner Denkart, so kann ich zumindest das teilen. Na klar gab es da Versuche, einen Einzelgänger oder eine kleine Gruppe fertig zu machen, aber ich ließ das nicht zu. Natürlich konnte man das bei Manchen machen und es gelang auch, aber nicht bei mir. Ich verstand mich zu wehren (verbal als auch mit Gewalt) und ich schätze mal, dass mir das geholfen hat.
Von daher kann ich über Sätze wie "Der Klügere gibt nach" und "Gewalt ist keine Lösung" nur müde schmunzeln. Zumindest in der Hinsicht sind dies wunderbare Gefährten.
Bald ist die Schule vorbei und allen Arschkriechern und Hirntoten werd ich den Vogel zeigen. Ihnen die Meinung gesagt, habe ich schon zu genüge.

Nochmals: Das was da geschehen ist, zurzeit geschieht und auf alle Fälle noch weiterhin so geschehen wird, ist furchtbar. Da kann man nur an den Verstand der Menschen appellieren und ob sich das in Zukunft bessern wird... ich weiß es nicht.

Mad Bull
10.05.2008, 22:04
Ja, ja, das Mobbing,

wer kennt das nicht. Mobbing entsteht eben überall wo die Leute mit Zwang festgehalten werden. Schule, Militärdienst, Gefängnis usw.
Da können die Leuts richtig giftig werden.

Nun zum eigentlichen. Wenn man Künstler ist, politisch aktiv oder schonmal keiner von diesen Mainstreamern ist, gehört es nunmal dazu mit Ablehnung umzugehen.

Man sollte erbarmungslos einsehen, das man es nicht überall bringen kann.
Und Gemobbte lernen das so oder so.

Ich habe auch ekelhafte Typen kennengelernt die in mir die farbenfrohsten Gewaltfantasien hervorgerufen haben.
Und einmal waren zwei so richtig überreif. So dummfrech wie die waren.
Und wisst ihr was? Die sind von Typen verprügelt worden, die habe ich gar nicht mal gekannt.

Und hört bloss auf mit so einem pseudochristlichen gutmenscheln.
Es versagt einfach zu oft. Strassenerfahrung behalten die meisten eh für sich.
Um wenigstens den schönen Schein zu wahren.
Ein bischen Strassenerfahrung hat noch keinem geschadet.

Mit der Zeit wird man abgebrühter.
Wer Pack immer die Hand geben will ist selbst schuld.
Gebt euch lieber mit welchen ab die es wirklich wert sind.
Wenn ich das schon lese das einer dem Mobbdepp noch in der Schule hilft.
Man echt, so was gehört gemobbt.

Nejira
10.05.2008, 22:28
Man echt, so was gehört gemobbt.

WIE BITTE?!

Egal wie er/sie sich verhält - keiner verdient es, so behandelt zu werden!

Wenn man von Anfang an keine Chance hatte, nirgends Anschluss findet, sondern immer nur grundlosen Hass, wenn man systematisch niedergemacht wird - dann sucht man irgendwann so verzweifelt nach einem Fetzchen Anerkennung, dass man sogar seinen Peinigern hilf. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, dass es sich irgendwie bessern könnte - und manchmal lässt einen diese Hoffnung verzweifelte, dumme Dinge tun.
Aber an so etwas denkt man dann nicht mehr.

Jeder Mensch ist anders. Und nicht jeder kann und will zuschlagen.
Und wenn einem vom ersten Tag an immer nur das Gefühl gegeben wurde, nichts wert zu sein, dann beginnt man, selbst daran zu glauben und an sich zu zweifeln.
Das ist die Schuld der Täter!
Das ist nicht die Schuld der Opfer!

Keiner verdient es, gemobbt zu werden!!!

Hathor
10.05.2008, 22:35
/me hofft, Mad Bull falsch verstanden zu haben...

Du meinst hoffentlich nicht im Ernst, dass die Mobber gar nicht daran schuld sind, dass sie mobben, denn sowas sei in bestimmter Umgebung eben normal oder sogar notwendig? Falls du das wirklich glaubst, dass es Menschen gibt, die es verdienen, Mobbingopfer zu sein, dann dreht sich mir der Magen um.

Nejira, du sprichst mir aus der Seele.

Mad Bull
10.05.2008, 23:33
Liebe Hathor, liebe Nejiera,

hier geht es um Pragmatismus.
Es gelten um Umgang mit solchen Asozialen einfach andere Gesetze.
Ein Brett zur rechten Zeit und dann ist ruhe.

Wenn solche Leute auf einen pfeiffen und man trotzdem hingeht um auf gut Freund zu machen, dann gehts erst richtig rund.

Dazu kommt, das die gut erzogenen mit ihrem Stil weitermachen und die Mobber immer fieser werden.
Und trotzdem wird das Bild mit aller Gewalt von vielen aufrecht erhalten.
Dieser Pseudopazifismus der einem ermahnt, das man sich dann mit dem anderen auf eine Stufe stellt.

Der Klügere gibt solange nach bis der der dümmere ist.

Noch fragen?



Wenn man von Anfang an keine Chance hatte, nirgends Anschluss findet, sondern immer nur grundlosen Hass, wenn man systematisch niedergemacht wird - dann sucht man irgendwann so verzweifelt nach einem Fetzchen Anerkennung, dass man sogar seinen Peinigern hilf.

Das ist die Schuld der Täter!
Das ist nicht die Schuld der Opfer!



Genau da ist der Wurm drin. Sie werden die Anerkennung so niemals kriegen.
Und wenn diese Freaks sich auf kosten anderer amüsieren können, dann machen die das. Die Schuld ist denen scheissegal.

Das ist genauso clever wie wenn man in einer Haibucht schwimmen geht.

Wenn Ärger ansteht, dann werden Fragen gestellt:
Was geht ab?
Ist das deine Art zu grüßen?
Du willst Jacke haben? Hol sie dir doch, oder muss dir noch einer behilflich sein?
Ah, so sagt man in dieser SChule hallo, oder?

Es gibt auch konkrete Antworten:
Ich heiss nich Schwätzer, ich habe einen Namen.
Der Spruch ist alt.
Du musst nicht jedem zeigen wo du her kommst.
Dir dein Hip Hop und mir mein Metal
Ich bin Ich und Du bist Du.

Und nicht:
Können nicht doch Freunde sein? (OPFER)
Lass mich in ruh

Mim
10.05.2008, 23:51
Ich bin sehr erstaunt. Ich habe den Titel gelesen, dann Rickys Einführungssatz. Dann habe ich mir gedacht, dass ich hier nicht schreiben muss, weil ich selber nicht gemobbt wurde. Aber erst die ganzen Beiträge und Erfahrungsberichte haben mir gezeigt, dass ich da was verdrängt habe. Nämlich die schrecklichste Schulzeit meines Lebens. Mir war gar nicht mehr so deutlich bewusst, was damals alles vorgefallen ist, ich wusste nur noch, dass da etwas war.

Und; das, was ich hier schreibe, ist ein langer Text. Das muss niemand lesen, es fühlt sich nur gut an, das alles aufzuschreiben und außerdem geht es nicht nur um mich als so etwas wie ein Mobbingopfer, sondern auch um die, bei denen ich beim Mobben mitgeholfen und dazu gelernt habe. Und ich will mich keineswegs damit vor die anderen drängen, denen es weitaus schlimmer ergangen ist. Ich kann mich einfach nur schlecht kurz fassen und gehe gerne auf Einzelheiten ein, besonders, weil Freundschaft damals ein großes Thema war, mit welchem ich noch immer nicht gut umgehen kann und andere sicherlich auch nicht.

In der Grundschule war alles in Ordnung. Ich habe die Grundschule geliebt. Ich hatte nicht nur eine Freundin, mit der ich die meiste Zeit verbracht habe, ich hatte viele. Ich war Klassenbeste, niemanden hat das gestört. Beliebt war ich wohl auch. Selbst mit den Jungen habe ich mich super verstanden. Manchmal war ich ein wenig jungenhaft, aber das hat damals nichts gemacht. Das war ich und mich mochte man.
Die 5. Klasse hat Veränderung bedeutet. Dieses jungenhafte habe ich nicht abgelegt. Dennoch hat es niemanden gestört, vielleicht auch, weil ich mich mit der Zeit angepasst habe. Und ich habe eine beste Freundin gefunden, ausgerechnet das Mädchen, das ich vorher regelrecht gehasst habe und versucht habe, auszuschließen. Es gab Gründe (auch wenn sie nicht berechtigt waren), warum ich das gemacht habe. Mit der Zeit habe ich sie jedoch ins Herz schließen können, das war jemand, der war so wie ich. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir beste Freundinnen geworden sind. Die Zeit war wundervoll, ja. In unserer Klasse wurde eigentlich niemand gemobbt, das Klassenklima war gut. Wenn es mal Probleme gegeben hat, die ich mitbekommen habe, habe ich auch versucht, einzugreifen. Da gab es zum Beispiel folgende Person aus unserer Klasse, die es irgendwie geschafft hat, das höchste Ansehen zu ernten. Sie war zwar nicht die Person, die jeder am Meisten mochte, dafür aber jene, die jeder zum Freund haben wollte. Ich habe sie "gehasst". Ich weiß noch, wie sie jemandem in der Pause gefragt hat, ob sie ihre Sachen hält. Natürlich sagt man da ‘ja‘, aber diese Person ist dann abgehauen und hat die andere mit den Sachen alleine gelassen (besagte Betroffene konnte in der Pause nichts mehr machen außer da rumstehen, weil das halt irgendwie solche Sachen waren, mit denen man nicht rumlaufen konnte). Jedenfalls habe ich mir dann unsere Klassenprinzessin gepackt (ja, im wahrsten Sinne gepackt) und ihr sogar befohlen, dass sie gefälligst ihre Sachen zurück nehmen und andere Leute damit in Ruhe lassen soll. Eigentlich nichts Besonderes, doch wer hat sich damals bitte so etwas bei ihr erlaubt?
Und dann ist es passiert. In der Freundschaft, meiner ersten besten Freundschaft, habe ich zu viel geklammert. Wir haben uns deswegen oft gestritten, bis sie irgendwann diese beste Freundschaft sozusagen "gekündigt" hat. (Beste Freundschaft, ein Wort, dass in dieser Zeit ein richtiger Hit war - ich hasse es.) Und dann waren sie und die Klassenprinzessin die neuen, besten Freundinnen. Dazu dann noch meine sehr gute Freundin aus der Grundschule, die mir damals sehr, sehr viel bedeutet hat.
Und dann war ich alleine in der 6. Klasse. Ich musste mich an neue Leute wenden, was mir sehr schwer gefallen ist, da ich diese Leute niemals richtig kennen gelernt habe und in ihnen nicht mehr als nur "die Person, die da irgendwo im Klassenzimmer sitzt und mit der ich mich einfach mal ganz normal verstehe, weil wir eben Klassenkameraden sind" gesehen habe. Dieses Dreierteam (Prinzessin, eigentliche gute Freundin, Ex beste Freundin) haben es sich irgendwann zur Aufgabe gemacht, mich wo es nur geht bloßzustellen, mich zur Verzweiflung zu bringen und sie haben mich an so etwas wie echter Freundschaft zweifeln lassen. Da gab es Situationen, in denen so ein Spruch kam wie "Warum verbringst du die Pause denn mit denen und nicht mit uns? Komm hier hin!", wenn ich bei anderen Leuten war. Am nächsten Tag, wenn ich freiwillig sofort zu den dreien gegangen bin, kam dann "Hallo? Denkst du, wir wollen jede Pause was mit dir machen? Äh ja, Tschüss." Ich war verwirrt, wusste nicht, was nun richtig und was falsch ist. So oft es nur ging haben sie versucht mich bei allen schlecht zu machen, ständig, immer wieder aufs Neue. Und es hat sogar funktioniert. Ich könnte so viele Situationen aufzählen, in denen ich mich am liebsten irgendwo verzweifelt hin verzogen hätte. Was sie hören wollten, war, dass ich sie vergöttere und unbedingt ihre Freundin sein möchte, dazu gehören will, um mir dann ins Gesicht knallen zu können, dass ich in ihren Augen keine Freundschaft wert bin. Aber das wusste ich und habe versucht, es nicht zuzulassen. Ich habe zwar versucht, mich anzupassen, schließlich gab es da Momente, in denen doch noch an eine Änderung gedacht habe. Weil ich sie aber eben nicht vergöttert habe und gesagt habe, dass ich unbedingt dazu gehören will, haben sie immer weiter gemacht und mich in den Wahnsinn getrieben. Irgendwann ging in der Kunststunde eine Liste rum, auf welche zwei Spalten gemalt waren.
Linke Spalte: Wer findet Maike cool? - Rechte Spalte: Wer findet Maike scheiße?
Ich selbst war in der Stunde nicht da, hatte anderen Unterricht. In der Pause kam jemand zu mir gelaufen, jemand, der selber nur irgendeiner in der Klasse war. "Weißt du was die heute gemacht haben? So eine Liste, wer dich gut und wer dich scheiße findet und alle haben mit ihrem Namen unterschrieben." "Wer hat bei gut seinen Namen gesetzt?" "5 Stück oder so." Und ich wollte nur noch nach Hause. Aber wisst ihr, wer unterschrieben hat? Das waren diejenigen, die sich nur um sich selbst gekümmert haben, die niemand anderer in der Klasse beachtet hat. Ich auch nicht. Und trotzdem haben sie niemals Hass oder etwas anderes abwertendes gegen mich gehegt. Und ich war undankbar, weil ich noch immer nicht begriffen hatte. Auch der Name meiner Ex besten Freundin befand sich unter den zahlreichen, die mich "scheiße" fanden. Ich habe sie darauf angesprochen, wollte wissen, warum das so ist, so war sie doch diejenige, die immer dann zu mir gekommen war, wenn es Stress mit den anderen beiden gegeben hatte. Ich habe erfahren, dass die Prinzessin ihren Namen gegen ihren Willen auf die Liste geschrieben hatte, sie selbst hatte nämlich auch schon verfrüht den Unterricht verlassen. Sie hat mir viel erzählt, auch durch so genannte Briefbücher, die wir damals immer geführt haben. Sie selbst und meine sehr gute Grundschulfreundin hingen in den "Klauen" der Prinzessin. (uff, immer diese "..." und sozusagen (; ) Beide gaben zu, dass sie in mir immer noch eine Freundin, sogar eine sehr gute sahen, die sie nicht verlieren wollten, aber die Prinzessin hatte da etwas gegen und da beide nicht diese "Freundschaft" mit ihr aufs Spiel setzen wollten, machten sie mit und gingen gemeinsam gegen mich. Das ging sogar so weit, dass sie mich vor den Augen der Prinzessin fertig machten und mir nachher schrieben, dass sie das gar nicht so meinen. Ob das ein Trost war? Ganz sicher nicht! Aber es ging nun mal so weiter, jeden beschissenen Tag. Es kamen zwar hin und wieder ein paar Ratschläge von meiner Familie, wenn ich dann hin und wieder weinend am Mittagstisch saß und von meinem Tag erzählt habe. Doch die Antworten waren immer gleich: Kümmere dich nicht um die, lass sie links liegen, such dir lieber neue Freunde. - Geholfen hat mir das gar nicht.
Jemand anderes aus der Klasse wurde stark gemobbt, so gut wie jeder hat sie fertig gemacht. Ich hatte nichts gegen sie, wir waren in der Grundschule super Freunde und verstanden uns auch jetzt noch sehr gut. Aber ich wollte noch immer gut bei den dreien ankommen und habe mitgemacht. Habe zu denen gehört, die daran Schuld waren, wenn dem Mädchen in den Pausen die Tränen in den Augen standen...

(Übrigens bin ich auch ein Lehrerkind. Das gab jedoch nie Probleme. Es ist zwar hart oft von Leuten hören zu müssen, dass sie meinen Vater hassen, aber was soll’s. Ich konnte da mit umgehen. Auf die Frage, ob ich es denn nicht peinlich fände, dass mein Vater hier Lehrer ist und dann auch noch ab und zu in den Pausen zu mir kommt, habe ich was ganz einfaches geantwortet: Nein. Weil er mein Vater ist, weil es mir egal ist, was andere davon halten. Mein Vater muss mich schließlich nicht nur Zuhause wie eine Tochter behandeln, das kann und darf er überall.)

Ende der 6. Klasse: Lügereien, überall. Ich war eine Lügnerin - das wurde rumerzählt. Weil ich etwas erzählt hatte, was jedoch der Wahrheit entsprach. Ich habe der Prinzessin in einem Brief geschrieben, dass ihre beste Freundin (also meine irgendwann einmal Ex Beste ^^) diese Freundschaft nicht mehr wollte. Doch als die Prinzessin sie zur Rede gestellt hat, hat sie alles abgestritten. Ich war die Lügnerin, ich wurde noch mehr gehasst. Selbst Ette, die sich aus dem Teufelskreis losreißen wollte, hat sich und mir eingeredet, dass sie niemals diese Freundschaft mit der Prinzessin lösen wollte. Von da an war ich noch mehr der Magnet, der alle Feindlichkeiten anzog. Aber ich hatte die Schnauze voll. Jeder verdammte von denen, die mir die Schule zum Herd aller Ärgernisse haben werden lassen, hat meine Meinung zu hören bekommen. Jeder der dreien, die Prinzessin auch. Es hat gut getan und jeder wusste von da an, dass ich mich wehren konnte. Es war nicht mehr so einfach. mich fertig zu machen.
Und dann habe ich mein Leben selbst in die Hand genommen, mir neue Freunde gesucht. Solche, an die mich nichts gebunden hat, mit denen ich nicht ständig etwas tun musste, für die ich mich nicht ändern musste, denen ich nie irgendetwas versprechen musste.

Und wie das Leben jetzt ist? Uninteressant. Das wäre nur wieder ein so langer Text. Ich mag nun mein Leben, ich mag mich. Weil ich so viel dazu gelernt habe. Und wisst ihr, was ich selber komisch finde? Ich habe nun zwei beste Freundinnen, bzw. gute Freundinnen, ich kann mit diesem "beste-"Wort noch immer nicht umgehen. Es sind die beiden, die mich mit der Prinzessin gequält haben, weil sie gemerkt haben, was für ein besonderer Mensch ich bin. Und die Prinzessin? Bei ihr hält eine beste bzw. sehr gute Freundschaft kaum länger als ein Jahr.


Und; Schule braucht jeder und das weiß auch jeder, ich auch. Trotzdem kann ich sie gleichzeitig nicht ab und zwar deswegen, dass sie die Möglichkeit gibt, dass Menschen, ja eigentlich Kindern, so etwas angetan wird.

Sanatii
11.05.2008, 10:37
Das Thema Mobbing kenne ich zugut, sogar aus der Rolle des Opfers. Das Einzig was bis jetzt aber von vorherigen Berichten abweicht, ist das sich nicht die Schüler gemobbt haben.
Das Klassenklima der Klassen die ich besuchen durfte, war eigentlich immer ganz gut. Gruppierungen hat es immer und überall gegeben. Ganz normal schließlich finden sich die mit gemeinsamen Interessen gerne zusammen. Dennoch war eine gegenseitige Akzeptanz vorhanden. Es lief eigentlich nach dem Prinzip - Leben und Leben lassen. Man mochte sich zwar nicht, aber das wars auch schon. Zwingt einen ja keiner mit der ganzen Klasse befreundet zu sein.

Bei uns waren eher die Lehrer das Problem. Ich hatte das Pech keine gute Volksschule erwischt zu haben. Das wurde mir schon in der ersten Klasse Gymnasium von den Lehrern unter die Nase gerieben. Is echt toll fürs Selbstvertrauen wenn man mit unschuldigen 11 Jahren sowas gesagt bekommt wie: "Ach du kommst von dort, na wirst eh nicht lang bei uns bleiben."
Ich muss sagen, hab mich tapfer gehalten, aber auch rechtzeitig die Kurve gekratzt. Bin jedes Jahr grad so durchgerutscht, was leider schon an der Resignation lag. Meinen Eltern is es nicht aufgefallen - trotz deutlichster Zeichen - das die Schule nix für mich is, somit kam ein Wechsel nicht in Frage.
Man sucht sich dann in diesem Alter andere Wege um das zu Kompensieren. Man mutiert ... echt lustig im Nachhinein betrachtet, denn eigentlich bin ich froh, dass ich sohingehend geworden bin wie ich jetzt bin. Ich weiß was ich kann und weiß wer ich bin und ich bin zufrieden und im Reinen. Es war ein langer, steiniger Weg und hätte ich meine Freunde nicht gehabt, wäre ich irgendwo auf der Strecke liegengeblieben.

Worauf ich hinaus will is, dass mich das alles eigentlich nur noch stärker gemacht hat und ich darüber stehe.
Ja was auch passiert ist, dass man sich angewöhnt Masken zu tragen um sich zu schützen. Masken in dem Sinn, dass man andere einfach nicht an sich heran lässt und ihnen nur ein schattenhaftes, bedachtes Bild seiner selbst projiziert.
Ein guter Schutz, aber was gibt es besseres als sich ne dicke Haut zuzulegen?
Und ich bin echt froh, dass ich mir in meinem Leben alles erkämpfen musste und keiner von den Zombies, die ihr Dasein fristen geworden bin.
Das einzig schwierige dabei bleibt, dass man bei gewissen Leuten trotzdem noch Masken tragen muss.

Verräter
11.05.2008, 12:11
Lieber Mad Bull,
Ich vertrete die Meinung, dass du keine Ahnung von dem eigentlichen Thema hast.
Der Psycho-Krieg, den man so gern "Mobbing" nennt, hat nicht im geringsten etwas mit der "Straßen-Erfahrung" die du ansprichst zu tun.
Glaubst du tatsächlich dass diese Leute sich ernsthaft anmerken lassen, wie schlecht es ihnen geht. Glaubst du wirklich, dass irgendjemand, der ernsthaft gemobbt wird, noch dazu sich jemandem unterwirft, angekrochen kommt und versucht heile Welt zu spielen? Bist du ernsthaft der Meinung, dass man einfach nur mal kurz draufhauen muss und dann ist alles geklärt und man hat seinen Lebtag ruhe? Oder gar das irgendwelche hohlen Phrasen da weiterhelfen würden?

Wenn das tatsächlich der Inhalt deiner posts ist, und ich wirklich nicht irgendetwas falsch interpretiert habe, dann hattest du in deinem Leben noch niemals ernsthaften Kontakt mit "Mobbing".
Ich kann dich dazu nur beglückwünschen, möchte allerdings anmerken, dass deine Beiträge dann, aufgrund von Halbwahrheiten, keinen Wert besitzen. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Einschätzung.

Mad Bull
11.05.2008, 14:21
Richtig Verräter,

mir gefällt schonmal das du selber in deinem Post einräumst, das du dich irren
kannst. Das ist nicht bei jedem eine Selbstverständlichkeit.
Nun du sagst das man den Psychomist mit der Strasse nicht vergleichen kann.
Was auch stimmt. Mir geht es darum was davor passiert.
Es gibt eine gemeinsame Basis die sich später auseinander entwickelt.

In den Gymis wird der SChüler nach ein paar mal Körpersprache weggelobt.
In den Hauptschulen nicht. Darum bleibt es in den Gymis bei den typischen Mobbing wie man es kennt.

Bevor die Körpersprache so richtig deutlich wird, wird erst nur geredet.
Bei den Psychokisten wird auch erst nur geredet.
Eine gemeinsame Basis ist also schon da.
Die gemeinsame Basis ist die das eine Person weggekrault werden soll.
Und/oder gequält wird.

Nun die Preisfragen, warum nur? Was tun Opfer damit das Mobbing auch klappt?

Der Mobber ist auch ein Asozialer der es versteht das Fehlverhalten seines Opfers auszunutzen.

Traurig aber wahr: Machen und mit sich machen lassen.

Tazzel
11.05.2008, 16:14
Traurig aber wahr: Machen und mit sich machen lassen.

Ahmmm, ich möchte auch einmal aufmucken. Scheinbar sind wir in der sinnfreien Zone angelangt und da kenn ich mich am besten aus.
Also nehmen wir die durschnittliche Klassenstärke, 25 boys und girlies, wobei wir 1 Außenseiter haben, 5 sadistische Machos und 19 Leute die sich aus allem raushalten.

Sooooo, damit es authentisch genug ist, lassen wir den Klassenlehrer einen nach Knoblauch stinkenden Alkoholiker sein, der besseres zu tun hat, als sich um eines seiner Schäfchen zu kümmern. Daheim sind Mutter und Vater die ebenfalls keine große Hilfe sind. Mutter ist zu heititei und hat zu viel Schiss irgendwas zu machen, Vater schaut grad Sportschau und meint es wäre gut, wenn man das Problem alleine löst um endlich mal erwachsen zu werden.

So Mad Bull, was soll unser kleiner Außenseiter nun tun? Sich wehren? Einer gegen fünf, wenn nicht noch mehr? Sich an andere wenden, die dich wegstoßen werden wie eine schlimme Krankheit, damit sie nicht nachher auch dran sind? Ist das Opfer daran schuld, dass es ein Opfer ist? Also was soll man tun?

Allerdings hast du letztenendes meinen Respekt ... wahrscheinlich würdest du auch in in eine Therapiestunde für Misshandlungsopfer platzen und ihnen sagen, dass es letztendlich Ihre Schuld ist.

So bin mich abkühlen.

RickyLee
11.05.2008, 17:11
Habe mir nicht alles durchgelesen, daher entschuldigung, falls ich jemanden wiederhole:

Ich denke (wirklich), dass nicht nur die Täter Schuld haben.

Die Opfer lassen es teils wirklich mit sich machen.
Die Opfer sind teils einfach zu schwach um sich zu wehren, verkriechen sich in sich selbst und lassen sich nicht helfen.
Die Opfer sind teils auch wirklich, pardon für den Ausdruck, seltsam, verschroben, dumm... anders.
Und ich bin daher keinesfalls für eine Glorifizierung der Opferrolle.

Bei mir hat es lange gedauert, bis ich das Mittelmaß gefunden habe.
1. Phase: Ich habe ALLES falsch gemacht.
2. Phase: Ich habe NICHTS falsch gemacht und die anderen sind alle schuld.
3. Phase: Ich habe ein paar Sachen falsch gemacht und wurde von den anderen deswegen verarscht und gemobbt. Und das war falsch von ihnen, weil es über die Grenze ging.

Es gibt dumme Leute und ca. ein Jahr hatte ich auch eine in der Klasse, die a) hässlich b) fett c) dumm d) stinkend war. Wichtiger Unterschied hierbei: Ich habe (was in diesem Zusammenhang wohl durchaus als Nachteil gewertet werden kann) Eine gute Erziehung und hab sie nicht aus der Klasse gemobbt.

Naja, nach einem Jahr ist sie sowieso sitzengeblieben, daher hatte sich das Thema erledigt.

Ich hatte auch in meinem Forum einen Beteiligten, der extrem dummes Zeugs gequatscht hat und viele, vieeeeele dumme Sachen getan hat...
Wurde auch andauernd von anderen Forumsmitgliedern (tja...) zu recht niedergemacht und ich als Admin musste mich als Mutterglucke vor ihn stellen.

Letztendlich hat er dann was gebracht, bei dem ich mir dann dachte: Nee, jetzt kannste mich auch erst recht mal... und hab ihn aus dem Forum geschmissen.

Fazit: Man muss nicht mit allem Mitleid haben, was unter 1.50 ist und ne Nickelbrille trägt.

Diese Thema, so denke ich, soll zum NACHDENKEN anregen. Es bietet keine Standardlösung. Was damals passiert ist, hatte ich natürlich irgendwo auch mir selbst zu verschulden, aber ich war nicht ALLEINE SCHULD.

Und ich denke, dass Mobbing in der Weise, wie ich es erlebt habe und wie es immernoch praktiziert wird, in keinem Verhältnis dazu steht, was sich manche Schüler leisten...!

Wie heißt es so schön: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Große Worte, ich weiß... aber es stimmt.

Tut mir leid, so ein langer Post *sfz*

nazgul666-rr
11.05.2008, 17:23
Wie heißt es so schön: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Große Worte, ich weiß... aber es stimmt.

... Sie zu Schützen und Wahren ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt. (GG Art 1)

aber die Lehrer scheren sich oft einen Dreck darum... - und das ist einer unserer wichtigsten Artikel in unserer Verfassung, der sogar extra durch einen weiteren Artikel durch Veränderung geschützt wird (und trotzdem vergreifen sich die Politiker daran - aber das ist Politik-Thread)
worauf ich hinaus will - das das wenn es raus kommt auch die Lehrer richtig zur Verantwortung gezogen werden müssen.... mein Lehrer hat es gar nicht interessiert... - gut ich mochte den auch nicht - aber er hat sich das von meinen Eltern angehört...aber gemacht hat er nichts außer das EINMAL an die Mobber weitergegeben..... - danach hat er sich wieder einen deut drum geschert...

RickyLee
11.05.2008, 17:24
Irgendwann ging in der Kunststunde eine Liste rum, auf welche zwei Spalten gemalt waren.
Linke Spalte: Wer findet Maike cool? - Rechte Spalte: Wer findet Maike scheiße?


OMG... bei dem Satz musste ich nach Luft schnappen und mir zittern immernoch die Hände...

Genau die gleiche Geschichte hatte ich auch: Beste Freundin, zu sehr geklammert, aus der Gruppe verstoßen... (nur in Kurzform, hier, es gab schon Unterschiede)

Eines Tages ging in meiner Reihe auch ein Zettel herum...
Ich habe ihn abgefangen, weil ich dachte, er wär für mich (war noch aus der Zeit, als ich mich wenigstens noch etwas in der Gruppe wähnte)
"Du, die olle Gerschte kommt auch in den Konfiunterricht"
"Ja, find ich auch voll scheiße."
Der eigentliche Hammer ist: Ich heiße auch Maike XD...

@ Nazgul: ich bin einmal zu meinem Rektor gegangen und hab mit ihm geredet. Er meinte am anfang, ob er denn noch einen weiteren Lehrer dazuholen kann. Ich meinte: Ja, klar, warum nicht...
Und dann begann das Kreuzverhör.
Während ich mich immer mehr ins Erzählen hineingesteigert habe, geheult habe wie ein Schlosshund, meinte der Lehrer am Ende dann:
"Das ist doch ein wenig sehr dramatisch, denkst du nicht auch?"
In diesem Moment haben die Tränen aufgehört zu fließen, ich habe geschluckt. Und dann bin ich zu Tür hinaus, nicht ohne vorher meinen Schulranzen gepackt zu haben...

Mein Gott...

SargAsmus
11.05.2008, 19:09
mobbing kennen wohl alle (mich eingeschlossen), die nicht mit dem strom schwimmen, ob es nun besonders kreative, phantasievolle oder intelligente menschen sind. oder menschen, die einfach etwas anders sind.

RickyLee
Jeden einzelnen verdammten Tag, drei Jahre lang. Dann konnte ich endlich die Schule wechseln und raus aus der Hölle...

es so lange durchzuhalten wie RickyLee ist eine sehr beachtenswerte leistung, vor der ich meinen hut ziehe! aber durchhalten ist nicht das einzig wichtige: man muss lehren und konsequenzen auch aus den fehlern der anderen ziehen, denn nichts ist schlimmer, als wenn ehemalige opfer nach der pein zu tätern werden!

viel kraft euch allen!

Heryst
11.05.2008, 19:31
Es ist wirklich erschreckend, was einige Menschen in ihrem Leben durchmachen mussten. Leider bilde ich keine Ausnahme.

Ich weiß nicht, ob man das, was man mir angetan hat, als besonders schlimm ansehen kann, aber ich persönlich fand die Zeit als Hölle auf Erden.
Alles begann als ich in die 7. Klasse kam. Alle waren neu. Ich kannte niemanden und versuchte mich mit allen möglichst gut zu verstehen, aber vom ersten Tag an, war ich ein Außenseiter. Ich war kein süßer Junge, trage eine Brille bin nicht der schlankeste etc. Außenseiter zu sein war ich zwar schon vorher teilweise gewohnt, hatte aber in meiner Klasse mehr als nur einen Freund, mit dem ich gut plaudern konnte.
Diese Klasse, in die ich gekommen war, war mein persönlicher Albtraum. Vier Jahre lang sollte ich in dieser Verfassung bleiben. Ich war nicht nur nicht beliebt, ich wurde nicht nur ignoriert, nein, man hat mich mit dümmlichen Sprüchen geschlagen, hatte dem nie etwas entgegenzusetzen. Einmal tat ich es, aber meine Worte wurden so verdreht, dass für meine Peiniger plötzlich ein ganz anderer Satz gesagt wurde. Ich stand da wie der letzte Depp.
Ich war nicht schlecht in der Schule, aber auch nicht besonders gut. Dennoch, es scheint wohl Mode zu sein, kamen immer genau diejenigen zu mir, die mich mit ihren blöden Sprüche beleidigten, wenn sie etwas nicht verstanden, oder Hilfe brauchten. Vielleicht war es dumm, ihnen trotz dessen, was sie mir antaten, zu helfen, aber so bin ich nun mal: Ich tat es und in der nächsten Pause stand ich wieder am Rand des Hofes und fragte mich, wann der Untericht endlich weiter ging, denn das war die Zeit, wo ich in Ruhe gelassen wurde.
Von meinen mündlichen Noten möchte ich nicht sprechen. Ich bekam kaum den Mund auf, weil ich wirklich Angst hatte, etwas falsches zu sagen und mich wieder zum Gespött der ganzen Klasse zu machen.
Das für mich schlimmste Erlebnis war eine Klassenfahrt. Fünf ganze Tage, 24 Stunden war ich mit Leuten zusammen, die mich hassten. Ich glaube es gab Zimmer mit 6 Betten, dass heißt, dass ich den Abendstunden mit fünf Mobbern in einem Raum war. Mit niemanden konnte ich reden. Es war schrecklich. Ich konnte mich nicht wehren, weder verbal, noch körperlich. Ich habe damals heimlich geweint. Ich weiß nicht, ob es jemand mit bekommen hat, oder nicht, aber das ist mir hinter her auch egal gewesen. Es war schrecklich genug, dass ich mit Tränen in den Augen eingeschlafen bin.
Nach der Klassenfahrt war ich drauf und dran nie wieder die Schule zu betreten. Aber leider bin ich schon immer ein schüchterner Mensch gewesen und habe mich dazu nie durchringen können. Ich hielt also all die schrecklichen Momente aus, in denen ich am liebsten geschrieen hätte, nach Hilfe, nach Erlösung, nach einer Beendigung dieser Qual.

Zum Thema Suizid kann ich nur sagen, dass ich nicht direkt daran dachte, am liebsten aus dem Fenster zu springen, aber mir wäre es in der Zeit völlig egal gewesen, wenn ich von einer Leiter gefallen wäre. Selbst geritzt habe ich mich auch nicht, aber ich kenne das fast schon wohlige Gefühl, als ich mit solcher Wut im Bauch mit bloßen Fäusten auf eine Wand eingeschlagen habe und kann diejenigen verstehen, die das tun.
Auch Gott hat von mir in sein Fett weg gekriegt. Wie häufig habe ich mich in den Schlaf geweint, fern ab von der Schule und habe innerlich ihn verabscheut, warum er nicht eingreift, habe ihn gefragt, welche Strafe ich verdient habe, wenn ich nicht einmal weiß, was ich falsch gemacht habe. Wie oft bin ich einfach nur aus Erschöpfung eingeschlafen, weil ich nicht mehr weinen konnte, wie oft war mein Kopfkissen getränkt mit meinen Tränen?

Dieser Horror traf mich im Alter 12 - 16. Das ist für viele die Zeit, in der sie das erste Mal küssen, in der sie die erste große Liebe haben. So etwas gab es für mich nicht. Ich kam mir vor wie ein Schemen, der nicht wusste, wo er hingehörte. Ich vergaß die Bedeutung der Worte Liebe, Hoffnung, Glück und Freude.
Von meinen Eltern kam keine Hilfe, da ich ihnen nie etwas sagte, ich wollte es nicht, weil es mich schon so quälte es selber ertragen zu müssen. Ich hätte wieder geweint, und dass tat ich schon viel zu häufig. Ich wollte das nicht mehr, aber ich konnte gegen den Schmerz nichts tun.

Ich hatte ja auch noch das Glück, dass es in der 10. noch eine Klassenfahrt gab. Da war es nicht ganz so schlim. Ich war in einem Zimmer mit drei Betten und die zwei verhielten sich ziemlich anständig. Leider kam immer wieder einer aus meiner Klasse in das Zimmer und das erste was er tat, war mich mit dummen Sprüchen zu beleidigen. Da war ich schon etwas abgehärtet und hab ihn reden lassen. Die beiden haben sich abends mit der besagten Person besoffen und ich musste zumindest einen zur Toilette helfen. Das war irgendwie sogar lustig, weil am nächsten Tag erinnerte er sich daran gar nicht mehr. Besser für ihn, besser für mich.

Nach der Realschule wurde es wirklich besser. ich kam in der Berufsschule in eine Klasse, in der alle sehr anständig waren. Hin und wieder gab es einen Scherz über mich, aber ich wusste, dass es nie ernst gemeint war. Es war fast schon wieder zu schön um wahr zu sein. In dem Jahr holte mich aber meine Vergangenheit wieder ein, als ich einen Anruf bekam und eine ehemalige Klassenkameradin sagte, sie wollten eine Klassenfeier machen, der alten Zeiten willen. Ich habe gesagt, dass ich keine Zeit hätte, aber das war gelogen. Wollte ich freiwillig mehere Stunden bei Menschen verbringen, die mich vier Jahre lang nur wie Dreck behandelt haben? Nein, dass wollte ich natürlich nicht, aber um den Schein zu wahren log ich. Wie gerne hätte ich ihr den wahren Grund genannt.

Noch heute leide ich unter dem damaligen Mobbing. Ich wurde Anfang des Jahres zum Wehrdienst eingezogen. Ich hatte kein Problem damit, aber ich blieb dort nur eine Woche, weil ich mit den Druck nicht klar kam. Ich weiß nicht, was genau das Problem war, aber ich konnte teilweise nicht schlafen, obwohl wir viel zu wenig zur Verfügung hatten und schon der Stabsarzt hatte mir schon am ersten Tag gesagt, dass ich nicht der bin, der für die Bundeswehr geeignet ist. Wie Recht er doch hatte. Ich wurde ausgemustert, nachdem ich mit einem Psychologen gesprochen habe. Ich habe nicht viel sagen brauchen, da war ich schon raus aus der Bundeswehr, aber er sagte mir, dass ich eigentlich meinem Hausarzt das sagen sollte. Ich war zwar nicht deswegen bei meinem Hausarzt, aber ich nehme stark an, dass ich an Depressionen leide, ausgelöst durch das Mobbing.

Geht es mir heute besser? Leider Nein.
Diese vier Jahre Qualen sind jetzt schon über fünf Jahre her und ich kann noch immer nicht vergessen. Ich bin unglaublich schüchtern, Fremde ängstigen mich, ich kann nicht auf Andere zu gehen und teilweise fühle ich mich immer noch sehr einsam. In der Öffentlichkeit fühle ich mich nicht wohl, habe das Gefühl, dass mich Leute verächtlich anstarren, alles totaler Blödsinn, was ich selber weiß, aber ich kann diese Gedanken kaum abschütteln und es kostet mich sehr viel Überwindung in allem was ich tue. Ich habe immer furchtbare Angst etwas falsch zu machen. Meistens sind das völlig penible Sachen gewesen. Meinen Lappen, den ich erst mit 19 gemacht habe, hätte ich bis heute nicht gebraucht. Ich habe mich nach der Fahrschule nicht wieder vor ein Steuer gesetzt. Der Gedanke behagt mir nicht, dass ich etwas falsch machen könnte. Es ist ein schreckliches Gefühl.
Außerdem fühle ich mich immer noch wie ein kleiner Junge, obwohl ich die 20 bereits überschritten habe. Es nagt alles an mir und ich weiß manchmal nicht, wie ich diese vier Jahre überhaupt überleben konnte. Es grenzt für mich wie an ein Wunder.
Gefühle kann ich auch nur sehr schlecht ausdrücken. Ich lächele und lache, aber in mir drin ist es immer noch sehr düster und kalt. Wahre Freunde habe ich auch nicht mehr. Zu den meisten ist der Kontakt einfach abgebrochen und so etwas wie einen besten Freund gibt es nicht. Ein Freund ja, aber mehr auch nicht.
Ich träume sogar davon. Es ist noch nicht sehr lange her, vielleicht zwei Wochen, wo ich einen merkwürdigen Traum hatte. Als Resultat darauf lag ich die restliche Nacht wach und fühlte mich einfach nur beschießen.
Und was ich jetzt hier schreibe fällt mir unglaublich schwer und ich habe es noch nie jemanden erzählt: Ich habe noch nie geliebt. Ich weiß nicht, was Liebe ist. Dieses Gefühl der Verbundenheit zu einem anderen Menschen ist mir fremd. Ich frage mich häufig, ob ich überhaupt jemals lieben kann.

Diesen Text zu schreiben, fiel mir unglaublich schwer. Ich hoffe, dass muss ich nicht weiter betonen. Mir zitterten die Finger und mein Puls raste, weil die Erinnerungen sehr real sein können. Es ist noch lange nicht gut. Ich versuche jeden Tag mein Bestes, aber es ist für mich eine gewaltige Aufgabe.
Ich weiß nicht, ob ich mich freuen, oder die anderen bemitleiden soll, die ähnliches durch gemacht haben. Ich kann mich sehr gut in sie hinein versetzen und weiß, wie sich gefühlt haben müssen. Selbst beim Lesen zitterten mir ja schon die Hände, weil manchmal die Paralellen so ähnlich waren.

SemSimkin
11.05.2008, 19:51
Hmm, ja es scheint wirklich so eine Art angeborenes "das schwächere Kücken aus dem Nest Schmeißen" zu sein, was in den niedrigeren Klassen so abläuft. Wir hatten im Gymnasium ab er 5ten auch so einen recht kränklichen, astmathischen Gesellen, der auch noch 2 Klassen übersprungen hatte. Im ersten Schullandheim ist auch noch seine Mutter mitgekommen ... da wars natürlich sofort aus mit ihm ... Muss auch zugeben, dass ich rege Comics über ihn produziert habe, die der Brüller in der Klasse waren :rolleyes:. Tut mir heute im Prinzip leid ... und später ist das ganze dann auch ziemlich abgeflaut. Naja, ein Riesenarsch ist der Kerl auch dann noch geblieben. Sobald er den Führerschein gehabt hatte, hat er jemandem die Vorfahrt genommen und ihn dabei getötet ... ist auch immer gerast wie ein Irrer.

Und in der Parallel-Klasse gabs noch einen bedauerlichen Fall. Der Kerl hatte schon die Schule gewechselt und ist dann aber wieder ins Visier geraten. Vorallem ein sehr guter Freund von mir (der eigentlich super nett und umgänglich ist) hat den besagten schlussendlich von der Schule und ins Irrenhaus gemobbt :(.

zyrozz
11.05.2008, 21:33
äh der der gemobbt wurde hat diesen Autounfall verursacht? oder hab ich das falsch verstanden?

Ich bin der Meinung egal was jemand fürn Ars** ist, Mobbing is immer Mies.

Wie sehr muss man sich selbst hassen um andere in die Irrenanstalt zu mobben, klarer Fall von "ich hass mich selbst bzw. ich bin total orientierungslos in meinem Leben."
Ich geb ja zu das ich in meiner Schulzeit manchmal witze über andere gemacht, aber ich hab witze über alle gemacht und das genauso zurück bekommen und wenn 5 Leute einen gemobbt oder absolut verarscht ham, hab ich mich eben auf die seite von dem einen gestellt, so wie es sein sollte, wir sind schließlich keine wilden mehr.

Bei dem thema Mobbing könnt ich nen Hals kriegen.

Sithoras
11.05.2008, 21:40
Also bei uns in der Klasse gibt es so 2 Standart-Opfer möcht ich mal sagen. Aber man muss auch sagen das diese 2 nicht so stark gemobbt werden, wie andere, in anderen Klassen gemobbt werden. In dem Fall sind wir eine relativ ruhige Klasse. Ich selbst beteilige mich nicht am Mobben, allerdings tue ich auch nichts dagegen. *nein* Ich lächle sie mal an aber sonst...
mfg

Nejira
11.05.2008, 22:04
Da fällt mir gerade noch etwas ein!

Bei mir im Konfikurs gab es einen Jungen, der immer etwas kleiner und auch noch weniger weit von der Entwicklung her war. Wenn ich jetzt zurückdenke, wird mir klar, dass er ziemlich übel gemobbt wurde. Ich weiß nicht viel, weil daran nur die Jungs aus dem Kurs beteiligt waren, aber diese Jungs hatten vor uns Mädels damit geprahlt, dass sie ihm im Zeltlager nachts immer Wasser über den Schlafsack gekippt haben und dann behaupteten, er hätte ins Bett gepinkelt.
Ich habe die Prahlereien mitbekommen und trotzdem nie den Mund aufgemacht.

Das waren übrigens dieselben Jungs, die mir bei einem Flirt-Abend im Zeltlager Zettel mit "Monster" geschickt haben und die mich so fertig gemacht haben, dass ich mich bei der Nachtwanderung an der Schulter einer Freundin ausgeheult habe - während einer von ihnen ebenjener Freundin erklärte, dass er mich einfach "voll hässlich" fände.

RickyLee
11.05.2008, 23:31
Und was ich jetzt hier schreibe fällt mir unglaublich schwer und ich habe es noch nie jemanden erzählt: Ich habe noch nie geliebt. Ich weiß nicht, was Liebe ist. Dieses Gefühl der Verbundenheit zu einem anderen Menschen ist mir fremd. Ich frage mich häufig, ob ich überhaupt jemals lieben kann.

Diesen Text zu schreiben, fiel mir unglaublich schwer. Ich hoffe, dass muss ich nicht weiter betonen. Mir zitterten die Finger und mein Puls raste, weil die Erinnerungen sehr real sein können. Es ist noch lange nicht gut. Ich versuche jeden Tag mein Bestes, aber es ist für mich eine gewaltige Aufgabe.
Ich weiß nicht, ob ich mich freuen, oder die anderen bemitleiden soll, die ähnliches durch gemacht haben. Ich kann mich sehr gut in sie hinein versetzen und weiß, wie sich gefühlt haben müssen. Selbst beim Lesen zitterten mir ja schon die Hände, weil manchmal die Paralellen so ähnlich waren.

Ich kann das ebenfalls gut nachvollziehen...
Danke, dass du das hier trotzdem hingeschrieben hast.

Ich denke, es hilft vielleicht nicht, dass andere ähnliches durchgemacht haben, aber es tröstet irgendwie, dass man trotzdem nicht alleine ist...

Lena
12.05.2008, 11:06
Ich war schon immer froh, dass ich meine Kindheit in Russland verbracht habe, aber nach dem ich das hier gelesen habe, musste ich wohl überglücklich sein.
Als ich klein war, habe ich mich immer viel besser mit Jungs verstanden. Obwohl ich eigentlich immer die Kleinste war, wusste ich mich zu wehren. Ich wüsste aber wirklich nicht wann ich mich überhaupt das Bedürfnis hatte mich körperlich verteidigen zu müssen.
Ich wollte schon als Sechsjährige unbedingt in die Schule und bei uns in der Nähe gab es ein Internat, der als erster sechsjährige einschulte. In diesem Internat waren Kinder von Bauern untergebracht, die so weit von der nächsten Stadt wohnten, das es für sie unmöglich war jeden Tag in die Schule zu kommen. Ich kann mich an ein Gespräch mit meiner Mutter erinnern, in diesem hat sie mir erzählt was es wohl für meine zukünftigen Klassenkameraden bedeutet so weit von ihren Eltern entfernt zu sein und das fast das ganze Jahr über. In der Klasse war ich zwar wirklich die Kleinste und die Jüngste, aber das spielte keine Rolle. Die Klasse war für die meisten die Ersatzfamilie. Klar haben wir uns auch gestritten, es gab auch kleine Auseinandersetzungen, aber danach war wieder alles gut. Es gab fast immer mindestens einen Schüler/in, die leider auch nicht in den Ferien nach Hause fahren konnten und wären dann in der Zeit ganz alleine in dem rissigen Schulgebäude. Ich bin froh, dass meine Eltern mir immer erlaubten diesen Mitschüler/in in der Zeit mit nach Hause zu bringen, damit dieser auch etwas von der Normalität hatte. An Geburtstagen war es am schwersten, wenn einer meiner Mitschüler Geburtstag hatte konnte dieser nicht einfach nach Hause fahren, Telefone hatten die meisten in den Dörfern nicht, schreiben konnten nur die Wenigsten. Zwar haben diese Kinder Geschenke vom Staat bekommen, aber das ist nicht das Gleiche. Also bin ich in dem Verantwortungsbewusstsein für meine Mitschüler aufgewachsen.
In der fünfen Klasse bin ich auf die „normale“ Schule gewechselt. In Russland sind die Schüler ab der ersten Klasse zusammen und es gibt nur eine Schulform. Das heißt, ich war wieder die Kleinsten und die Jüngste, hatte aber Glück das meine Nachbarin mit der ich sehr gut befreundet war auch in die Klasse ging. Nach nur kurzer Zeit war ich integriert. Was ich fast in allen Post rauslese, dass wohl die „Streber“ am liebsten gemobbt werden, das war in Russland nie der Fall. Die Leistung der Anderen wurde anerkannt, es war eher umgekehrt, man hat immer versucht den Schwächeren zu helfen. Ich gehörte (fast) immer zu den Besten in der Klasse und so hatte ich einen etwas lernschwächeren Mitschüler, als meinen Sitznachbarn. Meine Noten hingen zwar nie davon ab wie gut er sich entwickelte, aber ich habe ihm versucht alles zu erklären. Mein Vater sagte damals immer: auswendig lernen bringt nichts, man muss es verstehen, also habe ich es auch versucht umzusetzen. Richtig gut, wurde er zwar nie, aber seine Noten haben sich deutlich verbessert. Genau so ging es auch mit den Sportlern. An dieser Schule wurden diese besonders gefordert. Sie hatten etwas andere Unterrichtszeiten, die sich eher an den Trainingszeiten orientierten. Zwar hatten sie genau den selben Stoff zum Lernen, aber es wurden etwas mehr auf sie eingegangen. Was ich damit sagen will: eine schulische/sportliche Leistung hatte in Russland einen sehr hohen Stellenwert. Ich kann nicht sagen, ob es daran lag oder das die Lehrer sich noch für uns interessierten oder an der Schuluniform, aber mir ist Mobbing aus Russland völlig unbekannt.
Als ich dann mitten in der siebtem Schuljahr auf eine deutsche Schule kam, konnte ich kaum mehr als zwei Wörter sprechen, daher war eine Unterhaltung mit mir unmöglich. In der Hauptschule wurde ich die meiste Zeit ignoriert, was ich auch gut fand. Es war zwar für mich eine unbekannte Situation gewesen keine Freunde zu haben und schweigend die Zeit alleine zu verbringen, aber es war auch so vom mir gewollt. Ich hatte auch andere Schüler, die aus Russland kamen, aber mit diesen wollte ich nicht viel zu tun haben. Keine Ahnung an was es liegt, aber die meisten Aussiedler, die ich kennen gelernt habe, waren doof. Die Mädchen wollten erwachsener sein, als sie waren. Die Jungs waren auf einmal die Coolsten. Die Meisten haben versucht ihre Vergangenheit umzuschreiben und das zu sein, was sie nicht waren. Sich so darzustellen wie sie sich selbst gerne sehen würden, was nie funktioniert hat. In der Zeit habe ich viel über mich selbst rausgefunden und mit der deutschen Sprache konnte ich immer besser. Zwar hatte ich dann in meinem privaten Umfeld wieder Freunde gefunden, aber in der Schule war ich immer noch die meiste Zeit für mich alleine bis ich Nijura kennen lernte. Sie war auch schon in der Hauptschule in der Parallelklasse, was den ersten Kontakt in der Handelsschule etwas erleichterte, aber Freunde wurden wir erst später. Sie gehörte auch zu den Schüchternen, die nicht besonders viel redeten, deshalb habe ich sie voll gequatscht da wir den selben Weg zur Schule hatten. Sie hatte mir das Gefühl gegeben mir wirklich zuzuhören, obwohl mein gebrochenes deutsch zu der Zeit bestimmt anstrengend war. Sie war gut mit Buchstaben und ich mit Zahlen, also gaben wir uns gegenseitig Nachhilfeunterricht. Sie war die Erste bei der ich mich nicht geschämt habe was zu sagen oder Angst hatte etwas falsch zu formulieren. Ich will dir an dieser Stelle von Herzen danken. Tja, danach gab es kein halten mehr.

Ich habe längere Zeit überlegt, ob ich überhaupt was zu diesem Thema schreiben sollte. Viele hier haben ihre schlimme Schulzeit beschrieben und dann komme ich mit meiner heilen Welt. Aber ich wollte nur sagen, dass es auch anders geht. Das es Schüler gibt, die für andere Verantwortung übernehmen.

Was das Thema „die Opfer haben selbst Schuld“ angeht: Kinder sind in ihrer eigenen Persönlichkeit noch nicht entwickelt, dafür sind sie auch Kinder, daher kann ich Mobbing gegen Kinder in keinster Weise gut heißen auch nicht wenn Gewalt in Spiel ist. Aber ich muss sagen, das ich auch ein paar Menschen kenne, die aus sich selbst zum Opfer machen.
Ich habe zeitlang in einem metallverarbeitenden Betrieb gearbeitet. Als ich neu angefangen habe, sind viele Arbeiter gekommen und wollten die neue Buchhalterin kennen lernen, was ich wirklich nett fand. Tja was soll ich sagen, dann kamen auch etwas derbere Sprüche rüber, aber dann sagt man was passendes und gut ist. Wenn die Scherze unter der Gürtellinie waren, habe sie einen vernichtenden Blick bekommen, dann kam auch direkt eine Entschuldigung hinterher. Eine Kollegin im Büro kam damit überhaupt nicht zurecht. Es war auch meistens nicht so gemeint, alleine die Grinsebacken der anderen haben es deutlich gezeigt, aber sie nahm alles viel zu persönlich. Ich habe versucht zu vermitteln, aber sie schaltete auf stur, da kann man auch nicht helfen.

mondfeuer
13.05.2008, 12:41
Was sind eure Erfahrungen damit? Kennt ihr jemanden, der gemobbt wird, wurdet ihr schon selbst oder mobbt ihr gar jemanden?

Zudem möchte ich folgenden Text beilegen:

[text]

Beim Mobbing wirst du selbst angegriffen. Ganz tief im inneren, nur weil du nicht so bist wie die anderen.
Ich an deiner stelle wäre mal zum rektor gegangen und die schule gewechselt. Sowas vermiest dir nur dein Leben.
ich hab mir jetzt nicht das ganze thema durchgelesen - leider. ich war schon fest seit den ersten paar posts auf seite 1 überzeugt, dass ich unbedingt auch was dazu beitragen muss und dass vielleicht nur noch wiederholungen kommen. aber lassen wir das.
glaube mir, es hätte schlimmer kommen können.
ich war auch immer die, die ausgerenzt wurde und der man nicht glauben dürfe. Meine beste Freundin war ein Verräter. sie hat meine 2. beste freundin gegen mich gehetzt und bei der Coolen-Clique ein schlechts wort über mich eingesetzt, dass ich die anführerin angeblich als "Schlampe" bezeichnet hätte sollen. somit hat sie mich unbeliebt gemacht. nicht nur weil sie solchen mist verbreitet hat. am nächsten tag hat sie mir gleich am morgen die freundschaft gekündigt. Das alles zur folge ging in der ganzen schule um. Alle klassen über mir waren nun gegen mich. es reichte nicht mehr lange und mich hätten sie gehabt - völlig kaputt und durchlöchert. und das an einem einzigen tag.
Mit dem verrat kam wut und hass und ich rief sie zuhause an, was das soll.
ich konnte sie (sehr) leicht dazu überreden auf meine seite zu kommen. Und das war sie am nächsten tag auch.
Als dann raus kam, dass sie gelogen hatte, war sie das opfer und ich war auch noch so blöd und half ihr da raus.
männo war das eine furchtbare zeit.

ich bin von natur aus so eingestellt, jemand innerlich-verletztem zu helfen und gegen mobbing anzutreten. das alles sahen die mitschüler in ihren augen als eine kriegserklärung und gingen deshalb gerne auf mich los.
aber das hat sich alles mit der zeit gelegt. Mobbing ist im ganzen leben nicht auszuschließen. da heißt es nur: richtig und schnell handeln und alles wird gut.

seit den ganzen mobbingfällen bin ich sehr liebe- und gefühlvoll, aber doch auch mieser, geworden. man merkt es hier zum beispiel manchmal, was ich eigentlich sehr schade finde, was aus mir geworden ist. gäbe es eine zeitmaschine, würde ich am liebsten meine vergangenheit ändern, aber damit würde sich auch die zukunft umwerfen und das will ich nicht. :(

Maranwe
13.05.2008, 19:25
Ohweh ohweh... da kommen Erinnerungen rauf =(

Denn auch ich gehörte früher zu jenen Leuten die pööse untendurch mussten....

Ich kann ja mal versuchen bereits verdrängte Erinnerungen wiederhervorzuholen...

Nundenn..:

Alles fing an... im ... kleinen Kindergarten... mit 5? Jahren?

(weiss nich ob ihr auch den kleinen Kindergarten kennt, bei uns gibts halt 1 jahr klein un 1 jahr gross und dann Grundschule 3 jahre, Mittelschule 2 jahre, oberstufe 4 jahre und dann irgende ne Lehre...)

Naja da wars vielleicht noch nich sooo gravierend... aber ich als Scheues stilles..schwächliches? .. Kind bekam schon da so einiges ab... angefangen im Taxi das mich am Morgen geholt hat -.-

Naja das war ja erst der Anfang =(

Im grossen Kindergarten gins ja dann noch so... bis auf ein paar zwischenfälle *hüstel*

Die Grundschule war dann der Anfang des Endes einer anfänglich vllt noch normalen Entwicklung... Ja halt so das übliche.. ausgeschlossen aus allem und gehasst von allen... bei jeder gelegenheit verarscht .. etc. kennt ihr ja auch...
Naja... hehe.. einmal da hats mir wohl ausgehängt... hm ja einer hat dann ne volle erwischt und von da an ging ich nur noch mit Umwegen ins Klassenzimmer. War halt einer von der Klasse nebenan.. - ja 2 Klassen gegen einen.. - und die waren dann halt ziemlich pööse... klar wenn man den beliebtesten Jungen von denen niederhaut...
.... also Wenn man sich wehren will wirds wohl doch meist nur noch schlimmer... -.-
Jedenfalls kam dann die Mittelschule... ihr wisst schon.. pupertät und so...
dachte ich jedenfalls- naja von dem hab ich kaum was mitbekommen...
gut ich erinner mich nu auch ned mehr an alle Details aber bin nur mit 1-2 Leuten so knapp ausgekommen... also eine kleine Verbesserung zu vorher.

Naja die Oberstufe war dann auch ned besser. Da kamen wohl alle Idioten von meine Dorf zu einer Klasse zusammen.. so kams mir jedenfalls vor. ok es gab natürlich auch ausnahmen. Naja die Neckereien gingen dann halt so weiter... vorallem die Ausgrenzung von Gruppenarbeiten setzt halt recht zu...
Lustig war auch als der eine obercoole bei mir übers stuhlbein fiel und dann behauptet hat ich hätte ihm den Hacken gestellt... naja wollte sich dann prügeln... und da war auch wieder lustig dass meine Klasse gegen mich war und die dortige Klasse über mir- für mich ^^ naja schlussendlich war die Pause vorüber und ich wollt mit ihm Frieden schliessen... tja war wohl nix.. wollte nid. kam dann aber 15 min später doch noch und bot mir den frieden an... toll ne? kann man nur den kopf schütteln...

so das wars so im groben... da ganze geht sicher noch etwas tiiefer...

es ist schon so, es war vllt nich grad so übel wie bei manchen von euch, aber trotzdem hat es mich geprägt.

auslöser in der oberstufe, war ja eigentlich ne neue klasse, war wohl - dass ich ein wenig Computerbegeistert war und das halt als einziger... -.- und da war man schon mal unten weg...

manche sachen waren dann aber auch ned soo schlimm, zb. beim Spielen im Sport war ich ziemlich gefragt ^^ aber auch nur weil ich der beste im Tor war ... oder es niemand anders machen wollte hehe

und was man daraus gelernt hat....

Eifersucht macht selten Freunde... -.- (war häufig der auslöser für Mobbingaktivitäten, meistens aber halt einfach andere Interessen - sprich NICHT sich bekiffen, literweise alk saufen, und sich die lungen schwarzrauchen ^^)

ja geprägt hat es mich insofern, dass ich ziemlich heikel bin in der Wahl von Kollegen oder Freunden... immo hab ich wirklich gute Freunde und paar "bekannte" und was Frauen angeht... naja war immer schon Scheu und iwie hab ich da n Knopf ... liegt, so denke ich auch sehr an der ablehnungdie ich erfahren hab (auch von den meisten girls an der schule) und dem schlechten selbstvertrauen das ich daraus gewonnen hab...
zudem meidet man den Kontakt zu anderen da man befürchtet wieder und wieder auf Ablehnung zu treffen... dat macht neue Freundschaften schier unmöglich...
ò.ó

nunja.. soviel mal zu meiner Erfahrung....


ich kann nur sagen...

Mad Bull
13.05.2008, 20:51
Ganz gleich wo man hingeht, Mobbing gibt es nunmal überall.
Ob es einem gefällt oder nicht.

Ich meine, seht es doch mal so:

Ihr seht im Pazifik eine Haifischbucht.
Dann ein paar Typen die in dieser Bucht noch schwimmen gehen.
Da fragt man sich, ob die noch alle Tassen im Schrank haben, oder?
Andererseits kann es sein das die nach Perlen tauchen gehen und die liegen nun mal nicht am Strand.
Sollten diese verrückten Kerle wissen wann Haie angreifen und wann nicht;
dann sind die doch klar im Vorteil, oder?
Andere gehen eben gleich mit Delphinen schwimmen wenn denen die Perlen nicht so wichtig sind.

Wer über Menschenkenntnisse verfügt, hat mit Mobbing keine Probleme mehr. Man kann unterscheiden wann es einen Wert hat sich mit jemanden auseinander zu setzen und wann nicht.
Drum heist es sich schlau machen.
Noch wichtiger ist sich selbst zu kennen.

Für die armen Teufel hier, denen was ins Auge geflogen ist, ist es so wie mit einem vergifteten Fluss. Es braucht nunmal seine zeit bis dieser wieder sauber wird. Und der wird sauber, darauf könnt ihr euch verlassen.

Was Mobber machen ist arm. Ich bin mir zu schade dafür mir wegen solchen Deppen noch einen Kopf zu machen. Ich lese lieber ein Fantasybuch, da habe Ich mehr davon.

Hathor
13.05.2008, 21:06
Wer über Menschenkenntnisse verfügt, hat mit Mobbing keine Probleme mehr. Man kann unterscheiden wann es einen Wert hat sich mit jemanden auseinander zu setzen und wann nicht.
Drum heist es sich schlau machen.
Noch wichtiger ist sich selbst zu kennen.


Das ist einem Kind oder Teenie in der besch****** Situation des Gemobbtwerdens ja sehr hilfreich :rolleyes:

Mich ärgern solche "weisen" Sprüche, denn sie helfen nicht nur nicht. Sie sind schlimm, weil sie ein großes Problem bagatellisieren.

Ich habe Hochachtung vor den Leuten hier, die ihr Herz ausgeschüttet haben und wurde von manchen Sätzen tief berührt. Ich möchte mich bei allen für die offenenen Worte, die auch ein Vertrauensbeweis an die Community hier sind, bedanken.

Auch du meinst es sicher gut, Mad Bull. Aber ich glaube, die Leute wollen einfach drüber reden. "Patentrezepte" gegen Mobbing gibt es nicht. Lasst uns einfach einander zuhören...

nyx
13.05.2008, 21:07
Ich meine, seht es doch mal so:

Ihr seht im Pazifik eine Haifischbucht.
Dann ein paar Typen die in dieser Bucht noch schwimmen gehen.
Da fragt man sich, ob die noch alle Tassen im Schrank haben, oder?
Andererseits kann es sein das die nach Perlen tauchen gehen und die liegen nun mal nicht am Strand.
Sollten diese verrückten Kerle wissen wann Haie angreifen und wann nicht;
dann sind die doch klar im Vorteil, oder?
Andere gehen eben gleich mit Delphinen schwimmen wenn denen die Perlen nicht so wichtig sind.
Dumm nur, dass man sich im Leben nicht immer aussuchen kann, ob man nun lieber mit Haien oder Delphinen schwimmen geht. Oder versteh ich die Aussage jetzt nicht? O_o
Ich habe jedenfalls noch nicht mitbekommen, dass man vorher gefragt wird, mit welchen Menschen man in einer Klasse sein möchte... Denn glaub mir, in einem Klassenraum voller Schüler, wird es schwierig den Mobbern aus dem Weg zu gehen.

Mir ist zum Glück nur selten die Ehre zu teil geworden, die Aufmerksamkeit von solchen Leuten zu erregen, die sich gerne über andere aufschwingen und sie hänseln. Und da bin ich auch sehr froh drum, wenn ich mir die Geschichten von einigen durchlese. In meiner Klasse gab es zar auch solche, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte und die mich vermutlich auch nur all zu gern gemobbt hätten, da ich aber immer einen Haufen guter Freunde im Rücken hatte, die auch wirklich zu einem halten, war ich diesen Subjekten nicht ausgeliefert. Ich glaube, dass die beste Verteidigung gegen Mobber immer noch gute Freunde sind, auf die man sich verlassen kann. Denn auch Mobber gehen meiner Erfahrung nach meist zu mehreren auf das Opfer los, dass sich dann dem geballten Hass von drei, vier Brutalos gegenüber stehen sieht. Wenn hinter diesem Opfer aber auch drei, vier Freunde ständen, sähe die Sache schon ganz anders aus. Ist schon ein Phänomen, dass Menschen sich in der Gruppe plötzlich viel stärker fühlen.

Wie man diese Freunde in einer Klasse findet, die einem eigentlich nur Ablehnung entgegenbringt, ist natürlich eine andere Sache, und ich glaube auf gar keinen Fall, dass die Opfer Schuld daran sind, wenig Freunde in der Klasse zu haben. Ich z.B. hatte das Glück, dass ich viele schon aus dem Kindergarten und der Grundschule kannte und mit ihnen befreundet war.

Edit: Crossposting ^^

Maranwe
13.05.2008, 21:37
In meiner Klasse gab es zar auch solche, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte und die mich vermutlich auch nur all zu gern gemobbt hätten, da ich aber immer einen Haufen guter Freunde im Rücken hatte, die auch wirklich zu einem halten, war ich diesen Subjekten nicht ausgeliefert. Ich glaube, dass die beste Verteidigung gegen Mobber immer noch gute Freunde sind, auf die man sich verlassen kann. Denn auch Mobber gehen meiner Erfahrung nach meist zu mehreren auf das Opfer los, dass sich dann dem geballten Hass von drei, vier Brutalos gegenüber stehen sieht. Wenn hinter diesem Opfer aber auch drei, vier Freunde ständen, sähe die Sache schon ganz anders aus. Ist schon ein Phänomen, dass Menschen sich in der Gruppe plötzlich viel stärker fühlen.

Edit: Crossposting ^^

Jup das is schon so... weil alleine getrauen sie sich nich =)
bei mir wars auch so: Mit einem von jenen ging ich sogar n Jahr in die Musikschule... da war er ziemlich okay... sobald wieder in der Klasse... naja ihr wisst schon ^^

sind halt auch nur Menschen...

Liathano
13.05.2008, 21:54
Was Mobber machen ist arm. Ich bin mir zu schade dafür mir wegen solchen Deppen noch einen Kopf zu machen. Ich lese lieber ein Fantasybuch, da habe Ich mehr davon.

Und so entstehen die Vorurteile von wegen Fantasyleser frönen dem Eskapismus. ;)

Mal im Ernst: Allen, die ein Problem mit Mobbern haben, wünsche ich die Stärke dass durchzuhalten oder den Mut, sich dagegen zu wehren. Und wenn beides nicht so recht klappt, dann ist sollte man sich auch nicht schämen - ihr seid damit sicher nicht allein.

Ich glaube, ich wurde auch immer als perfektes Mobbingopfer angesehen, weil ich eher den Außenseiterstatus gesucht habe. Da ich allerdings recht doch ziemlich extrovertiert, sowie nicht auf den Mund gefallen bin und teilweise auch mehr Mut als Verstand habe, gehörte ich nie in die Liga der "Unbeliebten", die man gern verspottet. Hilfreich war auch das Talent, Unsicherheiten und Schwächen in Menschen eher zu erkennen, als ihre gute Seiten und sie darauf auch aufmerksam zu machen - das macht mich dann doch zu einem sehr gefährlichen Opfer.
Allerdings bereue ich, dass ich keinen Unterschied darin gemacht habe wem ich sarkastische Kommentare oder ziemlich verletztende Wahrheiten an den Kopf geworfen habe. So habe ich nicht nur den vorlauten "Mobbern", sondern auch den unbeliebten "Außenseitern" das Leben noch schwerer gemacht, als es ohnehin schon war.

Mad Bull
13.05.2008, 21:55
Das ist einem Kind oder Teenie in der besch****** Situation des Gemobbtwerdens ja sehr hilfreich :rolleyes:

Mich ärgern solche "weisen" Sprüche, denn sie helfen nicht nur nicht. Sie sind schlimm, weil sie ein großes Problem bagatellisieren.

Ich habe Hochachtung vor den Leuten hier, die ihr Herz ausgeschüttet haben und wurde von manchen Sätzen tief berührt. Ich möchte mich bei allen für die offenenen Worte, die auch ein Vertrauensbeweis an die Community hier sind, bedanken.

Auch du meinst es sicher gut, Mad Bull. Aber ich glaube, die Leute wollen einfach drüber reden. "Patentrezepte" gegen Mobbing gibt es nicht. Lasst uns einfach einander zuhören...

Natürlich liebe Hathor gehört es auch dazu,
sich einfach nur den Kummer von der Seele zu reden.

Liegt eben daran das Ich gerne Lösungsorientiert denke.;)

Verräter
13.05.2008, 22:13
ok...
jetzt fühle ich mich in meiner vorherigen Aussage bestätigt. Glaubst du selbst was du da erzählst Mad Bull?

Ich erzähle dir jetzt mal etwas und ich bitte dich mir dann zu sagen, ob betreffende Person hätte irgendetwas hätte dagegen tun können, wie "einfach nicht zu den Haien zu gehen".

Für die Einfachheit nehmen wir einfach mal "Bert" im Alter von ca. 10/11, das ist ein Alter, in dem man aus der Grundschule kommt. "Bert" hat einen guten Freund im selben Alter in der selben Klasse, den er schon seit mehr als 4 Jahren kennt, der nun aber damit beginnt hinter Bert's Rücken eine Art Hetze zu betreiben um sich in der neuen Klassengemeinschaft beliebt zu machen. Davon bemerkt Bert leider erst dann etwas, als es schon zu spät ist und ein großer Haufen Leute eine falsche Meinung (eine sehr schlechte) von ihm haben und beginnen diese Öffentlich zu zeigen. Die Verwirrung Berts, der zu beginn noch nicht weiß wie es zu soetwas kommen konnte, verfliegt relativ schnell als er die Taten seines Freundes heraus findet. Nun, er bemerkt relativ schnell, dass er gegen diese Meinung und diese Ablehnung nichts tun kann, also resigniert er. Er versucht die Personen von sich fern zu halten, sich auf wichtigere Dinge (wie z.b. das Schuljahr schaffen) zu konzentrieren, wird dabei allerdings von ständigen (nicht körperlichen) Angriffen gestört.
Die nächste Zeit wird richtig scheiße! Etwaige Gespräche mit Eltern/Lehrern führen entweder zu nichts oder verschlimmert die Situation und versuche mit Mitschülern zu Reden sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt, werden daher schon nach kurzer Zeit eingestellt. Die fünfte und sechste Klasse vergeht. Bert wird immer schlechter gelaunt, schafft das Schuljahr allerdings knapp.
Beginn der siebten Klasse werden neue Klassen aufgeteilt. Bert hat Glück! Die meisten Personen mit denen er Probleme hatte, sind auf anderen Schulen oder zumindest in anderen Klassen. Neue Karten, neues Glück - oder? Nein. Neue Personen treten auf den Plan, die so dermaßen Hirnlos sind, dass sie nur darauf warten jemandem das Leben schwer zu machen und natürlich wird Bert gewählt. Gründe hierfür gibt es genau einen: Alle noch aus der übrig gebliebenen Klassengemeinschaft zeigen weiterhin Ablehnung (die von dem Protagonisten mittlerweile völlig ignoriert werden) was den "neuen Personen" natürlich schnell auffällt und sie sich wie eine hungrige Meute auf Bert stürzen.

Weitere Jahre vergehen... nichts ändert sich, außer das Bert immer zurückgezogener, Hasserfüllter und besser in der Schule wird.

Und jetzt sag mir mal bitte, wo man hätte "stattdessen schwimmen gehen sollen" ?
Ernsthaft Mad Bull, ich wurde richtig Aggressiv als ich deinen Post gelesen habe. Mittlerweile halte ich dich für exakt diese Art von Personen, die ich mein ganzes Leben so verabscheut habe, die ohne darüber nachzudenken, ohne irgendeinen Anhaltspnukt zu haben, sich eine Meinung über andere Bilden (in deinem Fall über die "gemobbten, die eh alle selbst schuld sind! Warum verhalten die sich auch so doof?").

Maranwe
13.05.2008, 22:33
ok...

Für die Einfachheit nehmen wir einfach mal "Bert" im Alter von ca. 10/11, das ist ein Alter, in dem man aus der Grundschule kommt. "Bert" hat einen guten Freund im selben Alter in der selben Klasse, den er schon seit mehr als 4 Jahren kennt, der nun aber damit beginnt hinter Bert's Rücken eine Art Hetze zu betreiben um sich in der neuen Klassengemeinschaft beliebt zu machen. Davon bemerkt Bert leider erst dann etwas, als es schon zu spät ist und ein großer Haufen Leute eine falsche Meinung (eine sehr schlechte) von ihm haben und beginnen diese Öffentlich zu zeigen. Die Verwirrung Berts, der zu beginn noch nicht weiß wie es zu soetwas kommen konnte, verfliegt relativ schnell als er die Taten seines Freundes heraus findet. Nun, er bemerkt relativ schnell, dass er gegen diese Meinung und diese Ablehnung nichts tun kann, also resigniert er. Er versucht die Personen von sich fern zu halten, sich auf wichtigere Dinge (wie z.b. das Schuljahr schaffen) zu konzentrieren, wird dabei allerdings von ständigen (nicht körperlichen) Angriffen gestört.
Die nächste Zeit wird richtig scheiße! Etwaige Gespräche mit Eltern/Lehrern führen entweder zu nichts oder verschlimmert die Situation und versuche mit Mitschülern zu Reden sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt, werden daher schon nach kurzer Zeit eingestellt. Die fünfte und sechste Klasse vergeht. Bert wird immer schlechter gelaunt, schafft das Schuljahr allerdings knapp.
Beginn der siebten Klasse werden neue Klassen aufgeteilt. Bert hat Glück! Die meisten Personen mit denen er Probleme hatte, sind auf anderen Schulen oder zumindest in anderen Klassen. Neue Karten, neues Glück - oder? Nein. Neue Personen treten auf den Plan, die so dermaßen Hirnlos sind, dass sie nur darauf warten jemandem das Leben schwer zu machen und natürlich wird Bert gewählt. Gründe hierfür gibt es genau einen: Alle noch aus der übrig gebliebenen Klassengemeinschaft zeigen weiterhin Ablehnung (die von dem Protagonisten mittlerweile völlig ignoriert werden) was den "neuen Personen" natürlich schnell auffällt und sie sich wie eine hungrige Meute auf Bert stürzen.




hmmm besser hätt ich mein Leben nich beschreiben können.
Das triffts ziemlich genau....
Da sag ich nur... Willkommen im Club...

Warin
13.05.2008, 22:41
Ich habe mir nun mal die Ruhe und die Zeit genommen, diesen thread, den ich für sehr wichtig halte, sorgfältig bei ruhiger Musik (Enya) von vorne bis hinten durchzulesen.

Ich fürchte, ich muss wohl ein Geständnis machen.


Ja, ich bin ein Täter gewesen.
Ja, ich gehörte zu denen, die einen Mitschüler mit den Hintern in den Mülleimer gesetzt und den Eimer dann aufs Lehrerpult gestellt haben, wo er noch stand, als der Lehrer in den Unterricht kam
Ja, ich gehörte mit zu denen, die rumerzählt haben, dass er rosa Schamhärchen hätte (fragt mich nicht warum, wir fanden das damals witzig)
Ja, ich gehörte zu denen, die mitgelacht haben, wenn unser Klassenlehrer einen Mitschüler als "mathematische Wildsau" bezeichnete
nein, ich habe nichts gemacht, als er ihn im 2. Stock aus dem Fenster gehalten hat (kein Scherz, der Lehrer war sehr kräftig, trotzdem war's saugefährlich) und mich hat's auch nicht gestört, als er ihn von der Schule gemobbt hat. Ich hab' gedacht, das ist ein cooler Typ, dem macht das nichts. Schließlich sah er aus wie Patrick Swazey, was machte da schon ein bisschen mobbing?
Ja, ich hab in der Oberstufe mit meiner Freundin (die Ex von dem, der aus dem Fenster hing *ähem*) so über das popelfressende Mädchen (sie hieß Friederieke, doch wir nannten sie nur Fred, nach Freddy Krüger) abgelästert, dass der Lehrer uns aufgeschrieben hat
ja, und ich hatte auch jemanden ganz besonders auf dem Kieker: Diesen schwitzigen, wabbeligen Typen mit der Moppfrisur und den Flaschenbödenbrillengläsern, der immer dazu gehören wollte und der einen "Freund" hatte, der dafür Geld von seinen Eltern bekam. Wenn er vor uns Handstand gemacht hat (O.K., er kam nicht wirklich hoch, aber er hatte seine Schweißhände in die Matte gepresst), dann haben wir laut "Aufwischen!" gerufen. Ich fand's richtig. Ich stand irgendwo in der Mitte und ich dachte, um nicht selbst gemobbt zu werden, brauchte ich welche, über die ich mich stellen konnte. Und er war das ideale Opfer. Und seine Mutter gab stets reichlich Gelegenheit zum Mobben. Auf der Ski-Klassenfahrt die begleitenden Oberstufenschüler zu bitten, darauf zu achten, dass der Jung immer seine warmen Socken anzieht ist... war nicht wirklich klug: Jeder Tag begann mit der obligatorischen Frage, ob er denn seine warmen Socken anhatte, was für allgemeines Gelächter sorgte. Später hat er dann mal rumerzählt, dass er eine schwarze Liste führen würde, auf der alle stünden, an der er sich rächen wollte. Ich stand sicherlich ziemlich weit oben darauf.
Ja, ich fürchte, ich habe gemobbt:(

Heute ist mir klar, dass es falsch war. Und eure Berichte haben mich sehr, sehr nachdenklich gemacht. Es nagt an mir, die Frage, wieviel Kummer und Leid ich wohl mit verursacht habe. Ob ich gar Entwicklungen gestört oder Leben versaut habe. Ich kann nur sagen, dass ich meine Lehren daraus gezogen haben. Heute zählt Wertschätzung gegenüber anderen für mich zu einem der höchsten Werte überhaupt. Anders ist Zusammenleben, Zusammenarbeiten gar nicht möglich. Aber bis einem das klar ist, das ist eine Entwicklung. Das kann man von einem pubertierenden Teenie nicht automatisch erwarten. Gerade hier würden gute Pädagogen benötigt, doch ich gebe euch recht, gerade was das betrifft, versagt die Schule vollkommen. Warum eigentlich? Warum schaffen Vereine, warum schafft die Feuerwehr (wo ich lange Zeit aktiv war), warum schaffen selbst Wirtschaftsunternehmen, was ausgebildete Pädagogen nicht schaffen? Liegts wirklich nur an den "Umständen"?

ExLibris
14.05.2008, 08:03
Ich stand irgendwo in der Mitte und ich dachte, um nicht selbst gemobbt zu werden, brauchte ich welche, über die ich mich stellen konnte.
Ich glaube das ist genau der Punkt. Man ist einfach froh, wenn es einen selber nicht trifft. Ich habe Mobbing-Opfer erlebt, die vor lauter Eifer, endlich nicht mehr Zielscheibe zu sein, selber die gehässigsten Täter wurden. Gerade die, die es am besten wissen müssten. Vielen ist garnicht bewusst, was sie da eigentlich tun. Viele wollen sich auch garkeine Gedanken machen.
Andererseits denke ich mir heute, wenn ich nicht die Courage gehabt habe mich zu wehren, warum sollten andere die Courage haben um nicht mitzumachen?
Am allermeisten ärgere ich mich heute, wie schwach ich war. Und dass ich mich von solchen Losern so einschüchtern ließ. Was hat ihnen diese Macht gegeben? Irgendwann ist man an einem Punkt, an dem die kleinste Aktion von ihnen riesige Panik erzeugen kann. Das ist der wahre Psychoterror. Und ich versuche heute noch zu verstehen, wie das möglich ist.

Mad Bull
14.05.2008, 10:02
ich wurde richtig Aggressiv als ich deinen Post gelesen habe. Mittlerweile halte ich dich für exakt diese Art von Personen, die ich mein ganzes Leben so verabscheut habe,

Ich möchte dich höflich bitten nicht zu persönlich zu werden.
Ich habe meine Meinung dazu und du hast deine.

Tu dir einen Gefallen und schalte ein wenig runter.
Du tust dir mit solchen Aktionen nur weh.

Rotkätzchen
14.05.2008, 10:34
Wer über Menschenkenntnisse verfügt, hat mit Mobbing keine Probleme mehr. Man kann unterscheiden wann es einen Wert hat sich mit jemanden auseinander zu setzen und wann nicht.
Drum heist es sich schlau machen.
Noch wichtiger ist sich selbst zu kennen.

Aus dem distanzierten Blickwinkel des Erwachsenseins ist das logisch und konsequent. Die meisten Mobbing-Opfer sind Opfer aber bereits im Kindes- und Teenie-Alter. Da hat man noch keine ausreichende Menschenkenntnis und Lebenserfahrung, so abgeklärt zu distanzieren. Man kann da eben NICHT unterscheiden, wann es einen Wert hat, sich mit jemandem auseinander zu setzen und wann nicht. In Zeiten der hormonellen Hochkonjunktur der Pubertät setzt der Verstand ohnehin regelmäßig aus, auch wenn kein Mobbing (egal ob von Seitens des Opfers oder der Täter betrachtet) im Spiel ist. Ich kann es nicht wissenschaftflich fundieren, aber ich sage, es ist UNMÖGLICH, als Teenie diese fein säuberliche Trennung zu vollziehen. Das liegt dann aber nicht an der vermeintlichen Unzulänglichkeit der Betreffenden, sondern an dem Alter und dem "Zustand in diesem Alter" an sich.

Nejira
14.05.2008, 10:46
Man kann unterscheiden wann es einen Wert hat sich mit jemanden auseinander zu setzen und wann nicht.

Das Problem ist aber, dass man den Mobbern nicht entkommt. Man muss mit ihnen jeden Tag in einem Klassenzimmer, etc., sitzen!
Und da hilft es auch nicht, wenn man beschließt, sich nicht mehr mit ihnen außeinander zu setzen - das kümmert die einen Sch***dreck, sie machen munter weiter.

Wenn es nur so einfach wäre...

Kain
14.05.2008, 11:18
Von mir erst mal großen Respekt an alle die hier so offen über ihre Erlebnisse gesprochen haben und auch an Warin der hier großen Mut zur Wahrheit bewiesen hat und sich als mobber geoutet hat.

Ich habe mit Mobbing in der Schule selbst schlechte Erfahrungen gemacht. In der Grundschule war ich eher ein wildes Kind und wurde dann von meinen Mitschülern wegen jeder Kleinigkeit beim Lehrer denunziert. Ich war sozusagen der Böse auf den man immer mit dem Finger zeigt. Auf der weiterführenden Schule war ich dann eher ruhig und besonnen, ich hatte gute Noten, was mir wahrscheinlich viele Neider eingebracht hat. Innerhalb der Klasse herrschte eigentlich keine Gemeinschaft, sondern ein jeder gegen jeden.
Jedenfalls wurde viel gelästert, man wurde wegen der Frisur oder fehlender Markenkleidung und sonstigen Oberflächlichkeiten drangsaliert. Am meisten gepeinigt hat mich aber der Spott, wenn man im Unterricht mal was Falsches gesagt hat, so was nimmt einem viel Selbstbewusstsein. Da ich eher klein und schwächlich war, wurde ich sehr oft auch physisch attackiert, daher rührt sicherlich mein leichter Adonis-Komplex. Ich muss aber auch gestehen, dass ich selbst wieder andere Mitschüler gemobbt habe, was mir heute sehr leid tut. Da fällt mir ein Zitat von Thomas Hobbes ein: „Alle Herzensfreude und alle Heiterkeit beruht darauf, dass man Menschen habe, im Vergleich zu welchen man hoch von sich denken kann", da ist was wahres dran.

Mad Bull muss ich insofern Recht geben, dass es manche Situationen gibt, in denen man selbst schuld ist, wenn man gemobbt wird, solche Situationen habe ich auch erlebt, als Jugendlicher sucht man manchmal bei den falschen Leuten Anschluß.

Damals war ich nicht selbstbewusst und schlagfertig genug, um mich zu wehren, heute bin ich es, wenn es nötig wird. Das Ganze war nicht immer schön, hat aber sicherlich zu meiner Entwicklung beigetragen, frei nach dem Motto von Nietzsche: „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker.“

ExLibris
14.05.2008, 11:20
Und da hilft es auch nicht, wenn man beschließt, sich nicht mehr mit ihnen außeinander zu setzen - das kümmert die einen Sch***dreck, sie machen munter weiter.
Es hilft nicht nur nicht, es macht es umso schlimmer. Je mehr man versucht sie zu ignorieren umso stärker fühlen sie sich.

@ Mad Bull
Nicht böse sein, ich will dich wirklich nicht angreifen, aber ich glaube du hast noch nicht sehr viel Erfahrung mit diesem Thema. Oder du meinst etwas anderes. Mobbing hat nichts mit aggressiven Jugendlichen auf der Straße zu tun, mit denen man sich am besten nicht auseinander setzt.
Genauso gut könntest du zu einer misshandelten Ehefrau sagen, warum sie ihren Mann nicht einfach verlassen hat.
Manchmal gehen die Dinge viel tiefer, als man von außen pauschal beurteilen kann.

Heryst
14.05.2008, 15:03
Wenn ich mir diese Diskussion durchlese, kommt mir ein Gedanke.

Ich denke jeder hat die Angst gemobbt zu werden, auch die Mobber selber. Um den zu entgehen, mobben sie andere, um sich aus der Schlinge zu ziehen, die eigentlich über jeden hängen kann.
Ich persönlich finde darin sogar einen Trost: Sie hatten Angst. Das Auftauchen von Mobbern in der Gruppe ist denke ich mal das häufigste, was man erlebt. Ein einzelner Mobber gegen einen einzigen gemobbten? Ich denke das gibt's nicht sehr häufig.
Die Gruppe ist der Rückhalt des Mobbers und macht ihn stärker, mutiger, als er in Wircklichkeit ist.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an viele Situationen, dass ich mich mit meinen Peinigern manchmal normal unterhalten konnte, wenn wir halt alleine waren.
Das Dumme ist nur, dass ich sie nie zur Rede gestellt habe, aber das ist eine andere Sache.
Ich ziehe aus meinem Leiden jetzt sowieso nach und nach meine eigenen Meinungen und Gedanken. Allein, dass eigentlich über jeden schon mal was schlechtes gesagt wurde, auch gegenüber die Mobber, dann kann man meinen, dass diese Angst gemobbt zu werden, Menschen beflügelt andere zu mobben. Und das diese Angst berechtigt ist, allein aus der Angst heraus.

RickyLee
14.05.2008, 17:37
Ich muss hier leider zustimmen: Von wegen Schule gibt es wenig Ausweichmöglichkeiten und wenn man keinen gefestigten Charakter hat, hat man eigentlich keine Chance. Klar, heute, wo ich das schonmal durchgemacht habe, ist mir klar, dass ich solche Deppen nur ignorieren muss, aber wie kann man von einem Kind von 10-11 Jahren verlangen, dass es sich wie ein Erwachsener verhält?
In der 5. die Schule wechseln? Kaum denkbar, dass sich das Kind in einer neuen Schule besser einleben wird, wenn es da erst recht keinen kennt.
In der 6. die Schule wechseln? Mitten im Schulstoff? Außerdem haben sich die Klassen auf anderen Schulen dann längst gefunden?
In der 7. die Schule wechseln? Hm... das Kind ist bereits depressiv, wäre mal drüber nachzudenken... Aber vielleicht kann man das ja mit Gesprächen wieder einrenken, alle sind ja auch irgendwie erwachsener geworden...
In der 8. die Schule wechseln? Ach, nun muss man ja nurnoch ein Jahr durchhalten, dann wird die Schule sowieso gewechselt.

Und so gehen 4 Jahre ins Land...

@ Warin: Mir gefällt natürlich nicht, was du da erzählst, aber... trotzdem mutig, dass du es erzählt hast... Bleibt nur zu hoffen, dass anderen die Einsicht früher kommt als dir...


Was sehr faszinierend ist: Auf meine neue Schule kommen nun allmählich alte Klassenkameraden von mir nach, jedoch nicht in meine Klasse.
Mit einer habe ich mich in Sport unterhalten, weil sie so allein abseits stand und ja... weil sie mir leid tat. Sie kam ein halbes Jahr später an die Schule und hatte keinerlei Anschluss an die Klasse.
Sie war nett.

Auch andere Leute von damals habe ich wiedergetroffen. Ich will nicht mit ihnen reden, aber meistens reden sie mit mir. Und sie reden mit mir, als wäre ich niemals das Klassenopfer gewesen...

Ich verstehe es nicht, wieso, aber aus denen sind anständige Leute geworden...

Warum waren sie´s nur nicht bei mir?

Allerdings... ich denke, eine der wichtigsten Erkenntnisse zuer Versöhnung mit sich selbst ist wohl, zu sehen, dass diese Leute keine bösartigen Monster sind. Es sind Menschen und die machen Fehler...
Anhand meiner Freund weiß ich, dass Gemobbte meist die nettesten Menschen sind. Warin, dank dir weiß ich, dass auch Mobber nette Menschen werden können XD
Das gibt doch Hoffnung :)

Nightfarer
15.05.2008, 09:10
Ich muss jetzt auch mal was dazu schreiben.

Vor allem, ist weiß das soll man nicht, aber RickyLee dich hat es ja echt hart getroffen. So schlimme Erfahrungen zu machen wünsche ich keinen.

Ich bin jetzt kein potenzielles Opfer, aber ich werde auch sehr gemobbt, bin in der 9. Klasse. Von den 10. und anderen Menschen, die ich nicht kenne. Ich fühle mich teilweise als Außerseiter und von der Seite höre ich immer wieder wie gelästert über mich wird.

Es tut einfach weh, sehr weh und für einen sensiblen Menschen, wie ich es bin, erst recht. Ich muss teilweise über Worte von anderen Tage nachdenken. Es einfach traurig. Nur weil man anders ist als die anderen wird man ausgestoßen. Ich habe nie wirkliches Selbstbewusstsein aufbauen können und ich hatte sogar eine depressivphase, sogar Selbstmordgedanken, aber ich währe nie so weit gegangen.
Aber ich hatte auch eine ein glückliche Fügung im Leben, durch diese Phase bin ich zum schreiben gelangt, ich habe mir so zu sagen, meinen Hass ausgeschrieben. Ich kann nur sagen, dass das wirklich hilft. Und es würde zu meinen Hobby, manche machen sich wieder darüber lustig, aber ich denke mir, auch wenn ich sonst alles ernst nehme, was sie sagen, ist es mir egal, ob sie sich darüber lustig machen, oder nicht. Es bleibt einfach mein Hobby, auch wenn sonst alles andere zum Aussehen von mir ich ziemlich ernst nehme.

Aber für mich stellt sich nur eine Frage:

Warum ist das so ? Wir leben doch heut zu Tage in einer morderen Gesellschaft, eigentlich müsste die Leute es endlich begriffen habe. Warum passieren wohl solche Amokläufe ? Dadurch da andere wie Dreck behandeln werden.

Das müsste jetzt einfach raus.

mondfeuer
15.05.2008, 11:38
@Nightfarer

tut mir leid, ich versteh es nicht. :(
Bemüh dich bitte um eine gute rechtschreibung.
Du erzählst etwas aus deiner Vergangenheit und dass das schreiben nun zu deinen hobbys gehört. Und sonst, nimmst du alles, was dir gesagt wird ernst, oder nicht? ich blick da jetzt nicht durch und ich will dich eigentlich sehr gerne verstehen. :(

und zu den fragen: was hat das mit amok zu tun?

Warum ist das so ? Wir leben doch heut zu Tage in einer morderen Gesellschaft, eigentlich müsste die Leute es endlich begriffen habe. Warum passieren wohl solche Amokläufe ? Dadurch da andere wie Dreck behandeln werden.
Was ist so? Dass du die aussagen anderer nicht ernst nimmst?
Mobbing?

Es gibt, soweit ich weiß, einen anderen glauben. In dem darf oder kann man, glaub ich, selbstmord begehen und wenn man noch mehrere menschen mit dem amoklauf trifft und mit in den tod zieht, dass man in der totenwelt mehr jungefrauen bekommt.
aber so sicher bin ich mir nicht. Also glaube mir bitte nicht.
Nach meiner Meinung, haben Amokläufer ein sehr zerstörtes leben hinter sich und finden ihr dasein nicht mehr wichtig. Sie geben ihr leben auf und laufen amok. aber andere menschen verletzen? ich glaube, dass das aus rachegründen getan wird. Manche, aber, sind einfach psychisch krank.
Das ist meine Meinung. wenn mich einer verbessern würde, wäre sehr nett. :)

Liathano
15.05.2008, 13:41
Es gibt, soweit ich weiß, einen anderen glauben. In dem darf oder kann man, glaub ich, selbstmord begehen und wenn man noch mehrere menschen mit dem amoklauf trifft und mit in den tod zieht, dass man in der totenwelt mehr jungefrauen bekommt.
aber so sicher bin ich mir nicht. Also glaube mir bitte nicht.
Nach meiner Meinung, haben Amokläufer ein sehr zerstörtes leben hinter sich und finden ihr dasein nicht mehr wichtig. Sie geben ihr leben auf und laufen amok. aber andere menschen verletzen? ich glaube, dass das aus rachegründen getan wird. Manche, aber, sind einfach psychisch krank.
Das ist meine Meinung. wenn mich einer verbessern würde, wäre sehr nett. :)


Es gibt tatsächlich andere Glaubensrichtungen. ;)
Aber zwischen Amokläufern mit psychischen Problemen und Selbstmordattentätern mit .. eh .. religiösen Problemen besteht doch ein Unterschied. Am bekanntesten sind wohl die islamistischen oder muslimischen Selbstmordattentäter. Und nicht nur die zahlreichen Jungfrauen im Paradies sind dafür ein Grund, sondern auch Allahs Wohlgefallen und der Märtyrerstatus, den sich die religiösen Fundamentalisten von dieser Tat versprechen.

Im Übrigen hat sich Nightfarer seine Frage ja eigentlich schon selbst beantwortet, wobei ich denke, dass es da keinen wirklichen Konsens gibt. Sicher, oft sind es Mobbingopfer, die Amok laufen, aber soziale Ausgrenzung und Mobbing sind bestimmt nicht die einzigen Ursachen.
Und warum das alles so ist, wie es ist? Darwinismus. Menschliche Eitelkeit. Kapitalismus. Man kann auch dem Fernsehen, dem Schulsystem oder der gesamten Gesellschaft an sich den Grund geben. Eine monokausale Antwort auf die Fragen "Warum gibt es Mobbing?" oder "Warum werden Außenseiter schlecht behandelt?" gibt es nicht.

Serafine
15.05.2008, 16:58
Ich hasse Mobbing, wie die Pest!
Früher wurde ich auch ständig gemobbt so von der 5 bis Anfang, Mitte 10 Klasse. Die meiste Zeit hab ich mich sehr drüber aufgeregt und bin regelrecht ausgerastet. Naja und wenn ich dann mal zu einem (bestimmtem) Lehrer gegangen bin hieß es dan ich soll nicht so hysterisch sein, irgendwann hab ich dann aufgehört den Lehrern irgendetwas zu sagen. In der 6 Klasse bekam ich wegen dem auch noch was an den Nerven, war wirklich toll.

Überwiegend wurde ich von den Mädchen aus meiner Klasse gemobbt, das hat sich dann so halb erledigt als wir alle E-und G-Kurse zusammen hatten und die drei Hauptmobber nicht mehr so dicke waren. Da hab ich dann auch erfahren das die anderen Zwei eher Mitläufer waren und es eigentlich nur von einer Ausging. Ausgerechnet neben dieser person saß ich im Deutschunterricht, ne weile ging es recht gut bis sie dann meinte mir ins Ohr zu schmatzen, leberwurst in meine Haare zu schmieren und ständig behauptet hatte ich würde Popeln, bin ich erst einmal aus dem Klassenzimmer verschwunden und hab auf unsere leherin gewartet um das ganze zu klären. Später hat sie dann auch noch die Dreistigkeit gehabt zu behaupten ich hätte auch etwas gemacht (hab ja nur da gesesen und mir Grammatik aufgaben durchgelesen.

Als wir dann endlich in Profil 1 und 2 aufgeteilt wurden, dachte ich es wäre vorbei aber war es doch noch nicht so ganz.
Mit der Zeit wurde ich allerdings ruhiger (also in der 10) und die meisten habe mich in ruhe gelassen, vereinzelt gab es noch welche die mich gemobbt haben aber die gaben irgendwann auch auf. Manchmal hab ich sogar mit denen mitgelacht.

Mobbing ist einfach nur scheiße und hat ein großteil meines Lebens kaputt gemacht, aus dem früher so aufgeweckten Kind das ich doch war wurde eine verschüchterte Person (trau mich noch nicht einmal im Laden einen Verkäufer nach etwas zu fragen) die sich nur bedingt mit anderen Menschen anfreundet.

Nightfarer
15.05.2008, 18:36
@mondfeuer:

Das meiste nimm ich sehr ernst, nur irgendwie beim Schreiben ist es mir egal, was sie davon halten.

Und dazu, warum ist das so ?, war auf das Mobbing im Allgemeinen bezogen.

Und zu Amok, ich meinte die Schulamokläufer, ich habe zum Beispiel ein Buch gelesen, wo zwei amok liefen, und das hat das sehr gut zur geltung gebracht, dass Mobbing dazu führen kann. Näturlich gibt es noch andere Gründe.

Und zur Rechtschreibung, ich habe da so ein riesiges Problem damit.

SemSimkin
16.05.2008, 10:45
äh der der gemobbt wurde hat diesen Autounfall verursacht? oder hab ich das falsch verstanden?

Ich bin der Meinung egal was jemand fürn Ars** ist, Mobbing is immer Mies.

Wie sehr muss man sich selbst hassen um andere in die Irrenanstalt zu mobben, klarer Fall von "ich hass mich selbst bzw. ich bin total orientierungslos in meinem Leben."


Ja, das war in der 12ten ... oder 13ten, jedenfalls nach dem Führerschein halt. Wie gesagt, ab der Oberstufe ebbte das Gemobbe allgemein ab und die ganz Eifrigen (wenn sie nicht ohnehin notenmäßig von der Schule schon weg waren, <gg>) kamen dann ziemlich uncool rüber.

Aber besagter Kerl hat es seit dem total übertrieben, nun seinerseits als cool dastehen zu wollen. Dazu kam noch, dass er wegen ner Allergie alkoholmäßg nur puren Wodka/Schnapps vertrug ... und entsprechend immer vollkommen besoffen und aggro war. Und er hat es auf der Tanzfläche nie gerafft, was jetzt noch kumpelhaftes Anpogen unter Jungs war und was einen aggressiv gemacht hat. Ich mein, ich grüße ihn heute wenn ich ihn sehe und bleibe sitzen, wenn er sich zu mir an nen Tisch setzt aber das wars dann auch.

Das war der Prototyp Allergiker-Muttersöhnchen. Die Version Behüteter Kuhdorf-Hippie (der dann auch in der Nervenanstalt endete) tat mir persönlich immer am meisten leid, da er eigentlich nur 0% Sozialfähigkeit hatte und sonst ganz nett war. Frappierend auch, dass besagter Hauptschuldiger heute fürsorglicher Familienvater ist, damals aber in der Tat auf die Realschule abgedriftet ist.

Dann hab ich noch den Mad Scientist vergessen ... junge junge der ist auch so ein schwarze Listen Führer, bin ich mir sicher. Im Prinzip war der so aggro, dass ihn niemand wirklich offen getriezt hat nachdem er mal einem ins Bein gebissen hat (ohne Scheiss - hat auch geblutet) ... dafür halt Sabotage wo´s nur ging. In niedrigeren Klassen hatte ich mit dem keinen Kontakt, aber jedenfalls war er dann schon so pathologisch in seinem Verhalten, dass auch Nettigkeit nix mehr geholfen hätte.

Maranwe
16.05.2008, 16:40
Mobbing ist einfach nur scheiße und hat ein großteil meines Lebens kaputt gemacht, aus dem früher so aufgeweckten Kind das ich doch war wurde eine verschüchterte Person (trau mich noch nicht einmal im Laden einen Verkäufer nach etwas zu fragen) die sich nur bedingt mit anderen Menschen anfreundet.

Das mit dem fragen ging mir nach der Schule und in der Lehre auch so.. heute is es aber schon etwas besser.. trotzdem bin ich eher schüchtern gegenüber anderen Leuten .. bin auch ziemlich heikel wens um freundschaften geht.. mit meiner weltansicht kein wunder ^^ und man merkt eben schnell mal wie ein jemand so ist.
Freundschaften knüpfen is sicher sehr schwer für jemanden der gemobbt wurde.. bei mir ises ja auch so =) aber es gibt auch tolle Menschen, mindestens 2 sind es ^^ denn die nennen sich meine Kumpels hehe

Yovril Vandros
16.05.2008, 16:51
Ja, Mobbing an den Schulen ist schon ein heikles Thema. Wenn das Kind niedergeschlagen nach Hause kommt und noch schlimmer mit Tränen in den Augen zur Schule losgeht. und dann hörst Du solche dämlichen Sprüche von Lehrern und Direktoren: "Also so etwas gibt es an unserer Schule nicht." Da kriege ich echt einen Hals.

mondfeuer
16.05.2008, 18:54
Ja, Mobbing an den Schulen ist schon ein heikles Thema. Wenn das Kind niedergeschlagen nach Hause kommt und noch schlimmer mit Tränen in den Augen zur Schule losgeht. und dann hörst Du solche dämlichen Sprüche von Lehrern und Direktoren: "Also so etwas gibt es an unserer Schule nicht." Da kriege ich echt einen Hals.

Ist aber nicht überall so.

"Also so etwas gibt es an unserer Schule nicht."
Aber die Frage ist doch, warum sollte man einer (verzweifelten) Mutter oder Vater nicht glauben. Einfach auch unverantwortlich von den Lehrern das nicht zuzugeben oder nicht das Problem einzusehen und der Sache keinesfalls auf den Grund zu gehen. Hauptsache, die Schule hat einen guten Ruf. (Natürlich gibt es aber auch Kinder, die ihren Eltern vorspielen, es gäbe etwas wirklich schlimmes, aber eigentlich nicht zugeben wollen, dass der Banknachbar nur seinen Stift benützt hat und sie blos aus rachegründen usw. das ganze hochspielen, nur damit sie dem nachbar ärger machen.)
Ich würd an der Stelle, wo es wirklich ernst wird (schon fast Körperverletzung usw), der Schule den Ruf vermasseln und Schule wechseln, wenn sie nicht bald einsehen würden, dass mein Kind nicht lügt bei soetwas. Angst und Vertrauen lügt nie - pfleg ich immer zu sagen.
Da ist es mir auch egal, wenn ich als "Unruhestifter" oder "Rufzerstörer" hingestellt werde und in Augen dieser Schule und wahrscheinlich auch bei anderen ein "schwarzes Schaf" bin. Es geht um die zukunft meines Kindes und wenn es Angst hat, birgt das meist große Gefahr. Also, nur wenn ich weiß, dass mein kind wirklich hilfe und unterstützung braucht, bin ich für "es" da. Klar ist aber auch, dass mein Kind wegen mir nochmals runtergetaucht werden kann, wenn rauskommt, dass ich sowas abgezogen habe. Deshalb ist es gleich besser, das mit einem Lehrer "anonym" zu bereden und darauf zu hoffen, dass es auch bei ihm ankommt. :o
aber letztendlich soll das Kind selbst entscheiden, was passiert, nachdem ich ihm einen guten Rat gegeben habe, mit der situation klar zu werden. Trösten hilft vorerst ja auch ganz gut. Und außerdem muss der/die kleine ja auch noch dazu etwas lernen, bevor sie/er jedesmal aus dem dreck herausgezogen wird.

aber bis dahin vergeht noch eine lange zeit und da werde ich mich sicher anders eingestellt haben. *ja*

Yovril Vandros
16.05.2008, 19:03
Natürlich würde ich dann auch die Schule wechseln lassen,

Was aber nicht möglich ist, solange das Kind die Grundschule besucht.

Wenn Schüler A Sachen von Schüler B heimlich wegnimmt und sie bei Schüler C unter den Tisch legt.
Schüler B sucht natürlich seine Sachen und Schüler A posaunt heraus Schüler C habe sie geklaut (und natürlich findet man wie durch ein Wunder unter dem Tisch von Schüler C), dann ist das schon ziemlich kriminell in meinen Augen.

sueño
16.05.2008, 19:04
"Also so etwas gibt es an unserer Schule nicht."


Oh ja, ganz beliebte Antwort der motivierten und wachsamen Lehrer/Schulleiter. Als ein Neffe von mir dergestalte Probleme hatte, ist meine Schwester dort vor Wände gerannt. Und je mehr man den Idioten (also die Schüler) durchgehen lässt, umso weniger kriegt man das Problem später noch in den Griff. Die Schüler verzweifeln, die Eltern auch, und der Gedanke an Blutrache gewinnt an Attraktivität.

Sayael
16.05.2008, 19:08
Mobbing ist schon ein wichtiges Thema. Ich war zum Glück nie wirklich betroffen. Auf meine Schule gabs früher zwar täglich eine Schlägerei, aber irgendwie ist jetzt alles anders. Man wird nicht mehr dumm angemacht usw.

In meiner Klasse gibt es auch kein Mobbing. Wir halten eigentlich alle zusammen. Zum Beispiel hassen uns alle Lehrer, weil wir, eine 10 G Klasse den schlechtesten Ruf der Schule haben. Die Lehrer kommen zu uns rein und sind gleich von uns angepisst.
Unser Schulleiter hat das gemerkt und knöpft sich regelmäßig solche Lehrer vor (haben den in Geschichte).
Es gab auch Situationen wo wir den Lehrer gemobbt haben. Damals hatten wir einen Nazi als Geschichtslehrer und hat uns irgendnen scheiß beigebracht. Den Lehrer haben wir regelrecht vergrault und er hat auch eins auf die Nase bekommen.

Die 5. und 6. Klasse war ich in der Förderstufe. Da wurde ich schon manchmal gemobbt, aber hatte viele Freunde und niemand hatte Lust auf Stress.

In der Grundschule war es am schlimmsten. Die Lehrerin war gegen mich, hat mir eine 5 nach der anderen reingedrückt und die "Klassenkameraden" waren auch nicht so der Hit.

Zum neuen Schuljahr gehe ich dann auf eine neue Schule und hoffe, dass es da eine genauso gute Klassengemeinschaft geben wird.

Es geht also auch anders rum.

Mobbing passiert eigentlich nur, wenn man nen Couchpotatoe ist und keine Freunde hat. Was dagegen zu tun ist: Frag in der Klasse mal jemanden mit dem du dich gut verstehst, ob ihr mal ins Kino wollt usw. Zum Frisör gehen und sich beraten lassen hilft auch immer. Marken Klamotten machen nicht gleich beliebt, im Gegenteil, man wird meistens als "Bonze" bezeichnet.

Sorry für die Rechtschreibfehler, bin auch nicht perfekt.

mondfeuer
16.05.2008, 19:09
Was aber nicht möglich ist, solange das Kind die Grundschule besucht.

Wenn Schüler A Sachen von Schüler B heimlich wegnimmt und sie bei Schüler C unter den Tisch legt.
Schüler B sucht natürlich seine Sachen und Schüler A posaunt heraus Schüler C habe sie geklaut (und natürlich findet man wie durch ein Wunder unter dem Tisch von Schüler C), dann ist das schon ziemlich kriminell in meinen Augen.

das schon.
aber ich hab den beitrag nochmal editiert, weil ich schon wieder bemerkt habe, dass da was nicht richtig rüberkommt.
Ich habs ausgebessert in: "fremde schulsachen benützen"
eigentlich ist das ja auch nichts gutes, aber immerhin nicht sowas "schlimmes".

Und grundschule? hach herje. :( tschuldigung, war jetzt wo anders. *nein*

Mim
16.05.2008, 19:23
Mobbing passiert eigentlich nur, wenn man nen Couchpotatoe ist und keine Freunde hat.


Dann solltest du vielleicht einmal damit beginnen und alle Postings hier lesen.
Hier spricht anscheinend jemand, der Mobbing nie richtig kennengelernt hat bzw. Mobbing ganz anders einschätzt.
Ich zum Beispiel wurde nicht gemobbt, weil ich mein Leben nur Daheim gefristet habe oder keine Freunde hatte, sondern weil ich so etwas wie eine Bedrohung für eine neue Freundschaft war. Nicht jeder, der hier etwas zu seiner (schlimmen) Vergangenheit geschrieben hat, ist das, was du da beschreibst. Was ist zum Beispiel mit denen, die neu auf eine Schule gekommen sind und dort niemanden kennen? Wie sollen die denn da sofort Freunde haben?
Versteh' ich nicht, echt nicht.

Sayael
16.05.2008, 19:35
Wenn man zu Hause rumsitzt, Computer spielt, halt nix draußen macht findet man schwerer Freunde. Ich hab vorher auch nie gefragt "Kann ich mit ins Kino", dann hab ich die Angst überwunden abgelehnt zu werden und dann kam alles von selbst.
Ich hab ja nicht gesagt wenn man neu auf eine Schule kommt, dass man gleich Freunde hat.
Wenn man neu auf die Schule kommt, kann man doch schon sicher einschätzen ob jemand feindlich gesinnt ist oder nicht.

Yovril Vandros
16.05.2008, 19:43
Oh, das kann man auch anders sehen. Heutzutage wirst Du geschnitten, wenn Du nicht den ganzen Tag vor der Glotze oder dem Computer sitzt und sinnfreie Spiele spielst. Denn wenn Du das machst, bist Du total cool. Mit Freunden rausgehen spielen, vollkommen daneben. Schalte den Computer an und chatte über ICQ mit dem Jungen, der im Nachbarhaus wohnt. Krank kann ich dazu nur sagen. Hälst Du Dein Kind da raus, machst Du es unbeliebt.

RickyLee
16.05.2008, 20:44
Sayael, wäre es möglich, dass du ein wenig zum Verallgemeinern neigst?

Ich habe ein Gegenbeispiel zu deiner Theorie (mich):
Ich war weder fremd in der Klasse, noch fremd in der Stadt, die Klasse wurde nur neu eingeteilt, die Leute kannte ich größtenteils schon. Am Anfang wurde ich nicht gemobbt, das kam mit der Zeit. Und ich glaube kaum, dass das Problem war, dass ich ein Stubenhocker war. Ich habe zu der Zeit viel draußen gespielt.

Möglich, dass Stubenhocker es schwerer haben. Tut hier eigentlich auch nichts zur Sache.

Ich hatte Freundinnen. Sie wollten mich nur irgendwann nicht mehr, weil ich mit ihnen nicht shoppen wollte oder Strings kaufen oder mich besaufen usw...
Ich habe nicht mehr in ihre Gruppe gepasst.

Und ich habe angefangen, mich zurückzuziehen, NACHDEM ich keine Freunde mehr hatte. Was hätte ich anderes tun sollen? Überall alleine hingehen?

Livrion
16.05.2008, 21:14
Frag in der Klasse mal jemanden mit dem du dich gut verstehst, ob ihr mal ins Kino wollt usw. Zum Frisör gehen und sich beraten lassen hilft auch immer.

Sehr interessant....

So sieht also die Lösung aus.


Mobbing ist ein ganz ernstes Thema und die Ursachen liegen bei jedem Gemobbten wohl woanders.


Was zum Beispiel vor 15 Jahren schon anfing, war der Kult von bestimmten Markenklamotten. Ich erinnere mich an Blue System, Diesel und Nike.

Bestimmte uniforme Stereotypen eben. Ich musste mir oft Sprüche darüber anhören, dass ich nicht auf dem neuesten Stand war, was PC`s, Klamotten oder sonst was war. (Allerdings hatte ich auch keinen guten FrisEUr
Andere Schüler wurden deshalb regelrecht fertiggemacht.
Und das war kein Vergleich zu dem, was heute stattfindet.

Und dabei geht es weniger um Markenklamotten im eigentlichen Sinn, sondern um Klamotten, die jemanden einer gewissen Gruppe zuweisen.
Egal, ob Hip Hopper oder sogenannte Punks mit zerrissenen Jeans für 90 Euro...:rolleyes:

Deshalb bin ich zum Beispiel ein Befürworter von Schuluniformen, um solchen Trends entgegenzuwirken.

mondfeuer
16.05.2008, 21:21
Oh, das kann man auch anders sehen. Heutzutage wirst Du geschnitten, wenn Du nicht den ganzen Tag vor der Glotze oder dem Computer sitzt und sinnfreie Spiele spielst. Denn wenn Du das machst, bist Du total cool. Mit Freunden rausgehen spielen, vollkommen daneben. Schalte den Computer an und chatte über ICQ mit dem Jungen, der im Nachbarhaus wohnt. Krank kann ich dazu nur sagen. Hälst Du Dein Kind da raus, machst Du es unbeliebt.

Das ist größtenteils ein vorurteil. so schlimm und groß ist das ganze nämlich nicht. jedenfalls bei uns nicht.
Das kann man zwar anders sehen, muss man aber nicht. an unseren Schulen ist es egal, ob icq, msn und so weiter. die treffen sich einfach alle im internet in einem extra eingerichteten chat. und wer nicht dabei ist, ist nicht dabei. jedenfalls, haben die alle was gegen internet und so nen zeugs. die gehen lieber raus, ins schwimmbad, hallenbad, kino oder sonst was.

@sayael

hmm.. also schwerer freunde finden jetzt eigentlich auch nciht so. man versteckt sich halt nur vor der öffentlichkeit. ^^
Aber auch wenn man freunde in der schule hat, die können dich plötzlich verlassen. das geht ganz schnell.
und im internet kann man auch freunde finden. Aber du meinst die, die (auch) im realen leben sind. joa. wenn die dich unterstützen und du auch noch recht viele freunde davon hast (weiß ja nicht wie "böse" es bei dir in der schule zugeht), dann kannn das schon richtig gut helfen.
ohne freunde ist man sowieso größtenteils ausgesetzt, also ich mein, auf sich allein gestellt. und wenn jemand allein ist... ist er vielleicht gefundenes fressen.
Und plötzlich Markenkleidung tragen und sonst sich rausputzen, wenn man weiß, dass man unbeliebt und sonst eigentlich immer der "blöde" in der klasse ist, ist das so wie eine kriegserklärung gegen die, die dich nicht mögen. da geb ich dir recht. - bei uns ist das so.


@RickyLee

rickyduzirickylee. :(
gruppenzwang und ausschluss. du tust mir richtig leid. :(




@all

und jetzt lasst uns wieder friedlich posten. Mobbing ist in jeder Schule etwas anders oder auch vollkommen anders als in anderen schulen. Mit unseren Streitereien, wer unrecht, wer nicht, bringen es wir nicht weit. es ist doch schöner, friedlicher in nem thread zu posten und eigene erlebnisse zu erzählen. dabei find ich es immer sehr interessant wie man aus so einer situation rausgekommen ist, zu wissen. Sicher lungert hier der ein oder andere Gast und sammelt informationen zu seinem Mobbing-Problem. da ist so ein erzählthread wie hier doch genau das richtige! :D
also, bitte frieden, hier! :(

Sayael
16.05.2008, 22:27
"Mobbing" ändert sich mit der Zeit halt.
Wer Markenklamotten trug war sehr beliebt, heute ist H&M die Top Marke und wenn der Vater nen guten Job hat und einen mit nem BMW 7er in die Schule fährt und "andere" Klamotten" trägt wird man schief angeguckt. Und wenn man zu altmodisch ist, weil man sich nichts leisten kann wird über einen das Maul zerissen.
Das Stubenhocker er schwerer habe tut nichts zur Sache? Womit hat es dann zu tun? Frische Luft tut gut!
Wenn man was mit Freunden unternimmt wird man nicht mehr ausgegrenzt und man hat dann auch Leute mit denen man in der Schule rumläuft und einen verteidigen.

Auch oft benutzt "Nerd" :http://de.wikipedia.org/wiki/Nerd
Auch eine Art von Mobbing, nur weil man eine Brille trägt ist man doch kein Nerd.

Serafine
17.05.2008, 07:39
Tut mir leid Sayael ich muss dir da leider einen Strich durch die Rechnung machen, denn ich bin sehr wohl mit einigen aus meine Klasse befreundet gewesen hab mich mit denen getroffen und all so was. Und siehe da ich wurde trotzallem gemobbt. Ob man nun raus geht oder nicht ist eigentlich egal. Gemobbt wird man häufig wenn man "anders" ist, manchmal wird man auch von denen gemobbt die selbst so etwas erleben und sich dabei irgendwie "stark" fühlen oder was weit aus schlimmer ist aus langeweile. Ich kannte ein paar Typen die in den Pausen nichts besseres zu tun hatten als andere zu schikanieren, am liebsten hätte ich die durch die halbe Schule gescheucht aber ich leg mich grundsätzlich nicht gerne mit Menschen an die größer sind als ich (was so auf ziemlich jeden zutraff und noch immer zutrifft).

Schön vielleicht häte ich ruhe vor den Mobbern gehabt wenn meine Freunde in der Nähe gewesen wären, aber was wäre gewesen wenn sie mal nicht da gewesen wären hätte ich mich da irgendwo verstecken sollen nur um nicht gemobbt zu werden? Weglaufen oder sich hinter anderen Verstecken bringt einem gar nichts, sein Probleme sollte man größtenteils selbst lösen und sich nur dann Hilfe holen wenn es unbedingt notwendig ist. Ich habe meine Probleme selbst gelöst, vielleicht etwas zu spät aber ich habe es dennoch geschafft.

John Doe
17.05.2008, 08:57
Wenn man was mit Freunden unternimmt wird man nicht mehr ausgegrenzt und man hat dann auch Leute mit denen man in der Schule rumläuft und einen verteidigen.

Das kann tatsächlich so sein, muss es aber nicht. Der Vergleich ist vielleicht nicht ganz so gut, aber abseits der Schule gibt es auch genug Ausgrenzung. Es kann zum Beispiel in der Bundeswehr genauso gut stattfinden wie am Arbeitsplatz. Die Menschen, die von Arbeitskollegen schikaniert werden, haben ihn ihrer Privatzeit oft genug soziale Kontakte und sogar Familie, was ihnen aber nicht viel hilft. Die Täter haben ein bestimmtes, meist sehr eingeschränktes Opferprofil, nach dem sie vorgehen.

Nejira
17.05.2008, 12:46
Und auch Freunde zu haben, hilf nicht unbedingt gegen Mobber.

Meine Schwester wurde letztes Jahr von einer Clique aus der Parallelklasse (!) gemobbt - und die haben sich immer den Zeitpunkt ausgesucht, in der sie am angreifbarsten war - wenn sie in der Mittagspause alleine (!) gewartet hatte, weil sie noch Instrumentalunterricht hatte und ihre Freundinnen schon zuhause waren.
Und Freunde helfen auch dann nicht gegen Mobbing, wenn besagte Freunde selbst gemobbt werden.


(Das Oberhaupt besagter Clique hat es mittlerweise bei mehreren Schülern so weit getrieben, dass sie der Schule verwiesen wurde.)

Akissi
17.05.2008, 13:25
Wahrscheinlich wurde innerhalb dieser 6 Seiten jetzt schon alles zu dem Thema gesagt, was ich auch sagen kann, ich melde mich aber trotzdem mal zu Wort^^"

Richtig gemobbt wurde ich glücklicherweise noch nicht... ich glaube auch nicht, dass ich das ausgehalten hätte.
Trotzdem waren immer Sticheleien und dumme Bemerkungen da... wahrscheinlich, weil ich "anders" war. Wenn ich so zurückdenke, hätte ich mich wahrscheinlich auch komisch gefunden :D Der Punkt ist aber, dass ich es nicht verstanden habe, warum die andren mich komisch fanden; warum auch, ich weiß ja, dass ich normal bin... : D
Geheult oder schlimmeres habe ich deswegen gottseidank nicht, aber es hat mir keinen besonderen Spaß gemacht, in die Klasse zu gehen. Ich bin gut in der Schule, von daher war mir die Schule selbst nicht so ganz zu wider, aber auf die Pausen hätte ich verzichten können.

Ich glaube aber inzwischen, so im Rückblick, dass viele der kleinen Feindschaften dadurch kamen, dass ich ab einem gewissen Punkt alles sofort als Angriff genommen habe. Einmal saß ich da und hab gezeichnet, da kam mein am meisten gehasster Klassenkamerad vorbei und sagte "Oh, sie zeichnet." Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt hab, aber ich hab ihn ziemlich angeschissen. Was dann dazu führte, dass er beleidigt wegging. Vielleicht hat dieses sofortige Zurückbeißen meinerseits dazu geführt, dass die Situation ab einem gewissen Punkt nicht mehr schlimmer geworden ist, aber gebessert hat sie sich dadurch auch nicht.

Jetzt bin ich ja in einer anderen, viel viel lieberen Klasse :) Und auch selbst ein wenig gereift :D Und durch die negativen Erlebnisse in der alten und die positiven Erfahrungen in der neuen Klasse hab ich festgestellt: Wenn dich jemand anstachelt, lach mit. Du trittst niemandem auf die Füße, falls es wirklich nur ein Scherz war und hast trotzdem gewonnen, wenn es dir eig schaden sollte^^
Und ja, mir ist klar, dass das nicht immer funktioniert und bei einigen wahnsinnig ignorant ankommen dürfte. Ich hätte mir früher auch an die Stirn getippt, wenn mir das wer geraten hätte.

--

Ich denke, als jemand, der nicht selbst gemobbt wird, aber darüber soweit abgeklärt ist, sollte man alles tun, um Leuten zu helfen, die wirklich runtergemacht werden. Auf die Weise habe ich in meiner alten Klasse eine Freundin gewonnen. Sicher, hatte nicht nur Vorteile für mich, sicher wurde ich ein Stück weit mit in den Topf geworfen - ich hab mich trotzdem gut gefühlt.
Je schlechter es jemandem geht, desto leichter kann man ihm glaube ich eine Freude machen. Wenn dich dauernd jemand schräg ankuckt, nachäfft und belächelt, freust du dich umso mehr, wenn jemand unbefangen und von selbst ein ganz normales Gespräch mit dir anfängt.

RickyLee
17.05.2008, 23:47
@RickyLee

rickyduzirickylee. :(
gruppenzwang und ausschluss. du tust mir richtig leid. :(




Muss ich dir nicht ^^
Heute bin ich, und das kann ich uneingeschränkt sagen, insgesamt ein sehr zufriedener und glücklicher Mensch. Klar gibt es mal schlechte Tage, aber ich erfreue mich des Lebens :) hehe

dragonheart
18.05.2008, 16:34
Hallo ihr,
Seit Anfang der dritten Klasse werde ich gemobbt. In der Grundschule begann meine Klassenlehrerin mit dem Mobbing. Sie stellte mich vor der Klasse bloß, machte sich oft lächerlich über mich und machte mich eben öffentlich vor der ganzen Klasse fertig. Schnell stiegen auch die Schüler darauf ein und begannen mich zu mobben. Sie hatten schon damals so heftige Ausdrücke drauf, dass ich zu Hause fragen musste, was es bedeutete. Meine Eltern, denen ich schon damals alles erzählte, schickten mich zu meiner Lehrerin, als ich dann auch noch regelmäßig geschlagen wurde. Diese meinte jedoch nur, sie hätte es nicht gesehen oder ich wäre unglaubwürdig. Und außerdem würde mein ´verträumtes Auftreten´ andere auch reizen. Auch meine Eltern hatten dann einige Gespräche mit der Lehrerin, die sich jedoch nicht einsichtig zeigte.
Ein Freund von mir wurde zu dieser Zeit ebenfalls geschlagen und das von denselben Jungen.
Ich wollte natürlich, dass auch er mit zu dieser Lehrerin kam, da er ja ein Zeuge war… Ein weiteres Opfer.
Doch der Junge hatte zu viel Angst vor den Schlägertypen, da sie noch mit weiteren Gewaltaktionen drohten. Ich hatte wenig Verständnis für meinen Klassenkamerad und erklärte ihm mehrmals, dass es sehr wichtig wäre, dass wir zu einem Lehrer gehen sollten. Aber er unterlag seiner Angst und ließ lieber Hiebe über sich ergehen, als zu einem Lehrer zu laufen und somit musste auch ich den Mobbern klein beigeben.
Ich wurde lange Zeit krank und musste wegen meinen Bauchschmerzen ins Krankenhaus.
Schließlich wechselte ich die Schule, weil ich es nicht länger aushielt.

Also besuchte ich eine weitere Grundschule, nicht weit von der anderen entfernt. Doch weil ich mitten im Schuljahr wechselte, kamen Fragen auf. Trotzdem hatte ich Anfangs sogar Freunde. Diese wendeten sich nach einer kurzen Zeitspanne auch gegen mich und begannen die Klasse auf mich zu hetzen. Der Grund dafür war vielleicht das Gerücht, ich wäre von meiner alten Schule geflogen, denn auch die Eltern verboten ihren Kindern, den Umgang mit mir.
Die Lehrerin schaute einfach zu und unternahm nichts gegen das Mobbing.
Wieder musste ich einige Monate ins Krankenhaus
Trotzdem "überlebte" ich noch den Rest der Zeit auf dieser Schule, obwohl ich mich oft übergeben musste und es mir ziemlich dreckig ging.

Ich kam auf die Realschule.
Eigentlich hatte ich mich auf die neue Chance gefreut, Freunde zu finden. Doch dann kam der Schock: Die Schüler der beiden Klassen, die ich in der Grundschule besucht hatte, kamen nun zusammen. Und ich wurde wieder zum Opfer. Oft auch von Gewalt.
Meine Eltern und auch ich führten oft Gespräche mit meinem Klassenlehrer, der versuchte, etwas gegen das Mobbing zu unternehmen. Aber auch die Schlichtungsgespräche mit den Schülern brachten nichts. Ihnen war es schlichtweg egal, wie es mir ging. Außerdem wurde es nach jedem der Gespräche noch schlimmer. Ich wurde zur Petze und es kam noch öfter zu Übergriffen – Jedoch immer weniger offensichtlich für Außenstehende. Das ging sogar so weit, dass mich meine Mitschüler relativ nett behandelten und mich einbezogen, so lange ein Lehrer in der Nähe war. War aber kein Lehrer in der Nähe, veränderte sich ihr Verhalten schlagartig. Bald glaubte mir auch mein Klassenlehrer nicht mehr. Denn wenn meine Mitschüler damals von ihm angesprochen wurden, logen sie und behaupteten, es wäre nichts gewesen. Im Gegenteil, sie würden sich sogar Mühe mit mir geben.
Ich wurde getreten, gekratzt und oft bestohlen. Über mich wurden beleidigende Lieder getextet, die in den Gängen gesungen wurden, ich wurde beschimpft und als abnormal bzw. gestört bezeichnet und es war unerträglich für mich. Ich wurde bei den Lehrern angeschwärzt für Sachen, die ich nicht getan hatte.
Zu meinem Pech hatte ich also auch eine Nebensitzerin, welche mich auch unter dem Unterricht störte, zwickte und trat. Ich hielt es dennoch in der Schule aus, bis zu einem ziemlich miesen Tag. Die Klasse machte mich damals dermaßen fertig und die Lehrer waren einfach machtlos.
In der Mittagsschule kam es unter dem Unterricht zu einem Streit, bei dem ich wieder ein paar Tritte abbekam. Sie beleidigten mich und ich hielt es nicht mehr aus.
Mitten unter der Stunde rannte ich aus dem Klassenzimmer davon und ein Hausmeister einer anderen, nahe gelegenen Schule, die meine Schwester zu dieser Zeit besuchte, fand mich weinend in der Aula. Meine Eltern wurden benachrichtigt und meine Schwester aus dem Unterricht geholt. – Später wurde behauptet, ich wäre verrückt, denn ich sei einfach davongelaufen, weil ich nicht wollte, dass das Fenster geöffnet werde. So war die Darstellung der Mitschüler, und dieser Vorfall wurde dann auch so an einem Elternabend diskutiert.
Es folgte ein langes Gespräch mit dem Schulleiter, welches aber auch nichts half.
Ich ging nicht mehr zur Schule und musste zu einem Psychologen, wegen Angstzuständen, Panikattaken usw.

Die Schulpsychologische Beratungsstelle ermöglichte mir nach einer ziemlich langen Zeit, in der ich nicht mehr zur Schule ging, aufs Gymnasium zu wechseln. Dieses liegt etwa 20 km von zu Hause weg, sodass meine Vergangenheit nicht zu den Menschen dort durchdringen konnte. Trotzdem erzählten wir natürlich der Klassenlehrerin, was mir in den letzten Schulen passiert war und diese zeigte schon Zweifel, ob es sich in der neuen Klasse verändern würde. 'Ihre Klasse wäre sehr wild'
Dennoch gefiel es mir zu Erst in der neuen Klasse. Ich konzentrierte mich auf den Unterricht und schrieb ziemlich gute Noten. Doch gleich als ich in die Klasse kam, wurde ich verarscht und man steckte mir sofort, ich wäre nicht beliebt. Ein Mädchen ging ziemlich stark auf mich los (die Klassensprecherin), weil sie Angst hatte, ich könne ihr ihren Freund ausspannen, an dem ich jedoch keinerlei Interesse hatte. Ein anderes Mädchen drängte sich sofort als „beste Freundin“ auf und ich nahm sie froh an. Sie lästerte manchmal an mich ab, fragte mich sehr oft, wie ich jemanden fand, aber ich antwortete immer ziemlich „mit Abstand“. Ich kannte ja noch niemanden und das antwortete ich dem Mädchen auch. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies einer der größten Störenfriede der Klasse war. Aber das war mir zu dieser Zeit auch egal. Natürlich wollte ich etwas lernen, aber eine Freundin zu haben war für mich damals genauso wichtig. Aber dieses Mädchen wandte sich auch irgendwann gegen mich, weil viele Klassenkameraden zu ihr sagten:
„Du wirst doch nicht mir DER DA reden.“
„Du wirst dich doch nicht mit DER DA abgeben“
Sie war eine Anführerin in der Klasse und sie wollte es bleiben. Und da die anderen mich nicht sehr mochten, begann auch sie gegen mich zu hetzen. Wahrscheinlich, um cool zu bleiben.
Auch über ICQ lief manchmal eine ziemlich harte Verarsche. Drohungen und auch Beleidigungen, aber dort konnte ich mich wenigstens auf Offline stellen.
Teilweise wurde ich auch noch Opfer von abgeschwächter Gewalt. Ich wurde geschubst, mir wurde das Bein gestellt und mir wurde auch schon mehrfach gedroht, ich würde bald zusammengeschlagen werden.
Am Ende dieses Schuljahrs verließ meine Klassenlehrerin die Schule. Es wurde noch unerträglicher für mich, da mein jetziger Klassenlehrer ein ziemlich merkwürdiger Mensch ist. Er glaubt, Mobbing gehöre zum normalen Leben und niemand dürfe so zart besaitet sein. Ich war ziemlich oft krank und es ging mir schlecht. Also wollte der Klassenlehrer Gespräche mit den „Mobbern“ führen. Ich wollte das nicht wagen, da ich noch genug Erinnerungen an die Gespräche der Realschule hatte und an die Auswirkungen. Der Lehrer verstand mich nicht und meinte, es könne mir dann ja nicht so schlecht gehen, wenn ich nichts verändern wollte. Außerdem empfahl er mir eine Psychotherapie, die in meinem Fall bestimmt ein paar Jahre andauern könne.
Auch dass schon ein Jahr davor Planungen liefen, wie ich im Schullandheim behandelt werden sollte, beeindruckte ihn nicht.

Auch jetzt hält das Mobbing noch an. Es ist jedoch einigermaßen erträglich für mich, denn ich "schalte in der Schule meine Gefühle aus". Ich setze eine Maske auf, um nicht kaputt zu gehen. Falls ich noch nicht kaputt bin.
Aber ich denke, diese Maske konnte ich mir nur zusammen bauen, weil das Mobbing eine schreckliche Gewohnheit ist.

Nun ja, nachdem bei mir alles über mehrere Schulen und Jahre beim Gleichen geblieben ist, kann man schon denken, dass es wohl an mir liegen muss. Die Frage ist nur, gibt es überhaupt einen Grund andere zu ärgern, verarschen, beleidigen, schlagen oder zu quälen. Es mag sein, dass ich falsch bin und nichts für andere Menschen. Aber ich tue niemandem was und meine bloße Anwesenheit kann doch auch nicht als Mobbing-Grund genommen werden. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich noch die Hoffnung Freunde zu finden. Jetzt lege ich darauf keinen Wert mehr. Ich will nur darauf aufmerksam machen, was Mobbing anrichten kann. Und wenn sich einige Wenige Gedanken machen, was sie damit anrichten, wenn sie jemanden so behandeln, wie ich behandelt worden bin… dann habe ich viel erreicht. Vllt. bleibt es dann manchen erspart, so zu werden, wie ich geworden bin.

Und auch im Internet machte ich in den letzten zwei Jahren schlimme Erfahrungen, aber darauf gehe ich später, in einem anderen Beitrag ein.

LG Dragonheart


http://stopthem.iphpbb.com
http://server1.webkicks.de/dragon

Yovril Vandros
19.05.2008, 08:37
Das ist größtenteils ein vorurteil. so schlimm und groß ist das ganze nämlich nicht. jedenfalls bei uns nicht.


Oh, ich rede hier nicht von Vorurteilen, sondern von Erfahrungswerten.

Saniya
19.05.2008, 08:59
Oh, das kann man auch anders sehen. Heutzutage wirst Du geschnitten, wenn Du nicht den ganzen Tag vor der Glotze oder dem Computer sitzt und sinnfreie Spiele spielst. Denn wenn Du das machst, bist Du total cool. Mit Freunden rausgehen spielen, vollkommen daneben. Schalte den Computer an und chatte über ICQ mit dem Jungen, der im Nachbarhaus wohnt. Krank kann ich dazu nur sagen. Hälst Du Dein Kind da raus, machst Du es unbeliebt.

Ja das stimmt schon. Letztens kam eine Mutter zu uns ins Geschäft mit einem kaputten Nintendo DS. Hat sich total aufgeregt, dass es kein Leihgerät gab und uns allen ernstes gefragt, was denn ihr Kind dann bitte schön den ganzen Tag machen solle. Das ist doch traurig. Wenn man bedenkt, was ich als Kind alles mit mir anzufangen wusste ... Da gingen wir noch in den Wald oder auf den Spielplatz oder haben einfach nur auf der Straße gespielt.

Was das Mobbing selbst angeht, kann ich von Glück reden, dass ich bisher davon verschont geblieben bin. Aber ich hab`s bei Freunden mitbekommen. Einer hatte auch mal ein Messer an der Kehle. Ein Lehrer ging vorbei und wills nicht gesehen haben. Was sind denn das für Lehrer?!? Wenn man sich nichtmal an sie wenden kann, wenn man Probleme hat. Immer schön den Kopf in den Sand stecken oder wie?

ExLibris
19.05.2008, 09:16
@ dragonheart
Hallo erstmal, und willkommen bei uns!
Ich weiß garnicht wie ich beginnen soll, wir sind ja hier im Internet, anonym, und kennen uns ja nicht, aber dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich schreib dir gern eine PN.

Ich setze eine Maske auf, um nicht kaputt zu gehen. Falls ich noch nicht kaputt bin.
Diese Maske kenn ich. Man wird sie schwer wieder los. Aber kaputt bist du nicht! Sonst würdest du dir nicht die Mühe machen, hier zu schreiben.

Es mag sein, dass ich falsch bin und nichts für andere Menschen. Aber ich tue niemandem was und meine bloße Anwesenheit kann doch auch nicht als Mobbing-Grund genommen werden.
Ich würde dir jetzt so gerne sagen, dass nicht du derjenige bist, der falsch ist! Dass du keine Schuld hast! Ich würde gerne irgendwas sagen.
Auch wenn das alles wahr ist, wissen wir doch, dass einem diese Weisheiten nichts nützen. Dass man es nicht glauben kann, weil einem täglich das Gegenteil bewiesen wird.
Ich kann dir nur wünschen durchzuhalten! Erdulde es, wenn es sein muss, aber lass dich nicht kaputt machen. Du bist viell kein Teil deiner jetzigen Umgebung, aber du gehörst zu den Menschen wie jeder andere auch. Du hast ein Recht hier zu sein, und du bist in Ordnung so wie du bist.
Viele Betroffene werden sich durch deine Beiträge ein bisschen verstanden fühlen, und vielleicht werden einige Täter dadurch ein bisschen darüber nachdenken.

*knuddel*

Nightfarer
19.05.2008, 09:39
@dragonheart:

Das nicht niemand verstanden hat. Das kann ich irgendwie nicht verstehen. Das ist wirklich traurig. Das geht richtig ans Herz, vor allem wenn man selbst Mobbingopfer ist.

Aber es ist gut, dass du es hier aussprichst. So machst du darauf aufmerksam, vielleicht gibt es sogar welche, die ihre Fehler jetzt eingestehen.

Mad Bull
19.05.2008, 20:34
Muss ich dir nicht ^^
Heute bin ich, und das kann ich uneingeschränkt sagen, insgesamt ein sehr zufriedener und glücklicher Mensch. Klar gibt es mal schlechte Tage, aber ich erfreue mich des Lebens :) hehe

Genauso bei mir.:D

Ein paar hier glauben noch wirklich, dass ich sowas noch nicht mitgemacht habe.
Oh doch, ein Schandmaul, wie ich eins bin, ist auch schon immer mal in die Schusslinie geraten. Und manchmal war es so schlimm, das ich es mir nicht mehr vorstellen konnte das sich das noch bessern würde.
Und als ich, wo es ganz schlimm war, wieder mut fasste, kam der Hass.
Jedesmal wo einer von denen mal weg war, hatte ich Hoffnung dass er unter den LKW gekommen ist.

Das blieb natürlich nicht so. Ich wartete nicht auf den LKW.
Ich ging dann in Gegenoffensive und hab denen richtig zugesetzt.
Die waren dann wahrscheinlich noch genervter als ich.
Doch darauf habe Ich dann auch keine Rücksicht genommen.
Wer sich asozial verhält, kriegt auch dann das richtige Feedback dazu.:D

Heute jedenfalls sind mir solche Leute egal.
Ich guck wo man mit anderen Spass haben kann und inhaltvolle Gespräche führen kann. Und ein kleines Schwätzchen darf natürlich auch nicht fehlen.:)

Es werden auch für die Opfer wieder bessere Zeiten kommen.
Bei mir und Ricky ist das so. Warum soll das bei den anderen armen Teufel
den anders sein?

Viel Kraft und viel Liebe wünsche Ich euch*ja*
Euer Mad Bull

SemSimkin
19.05.2008, 20:44
Nun ja, nachdem bei mir alles über mehrere Schulen und Jahre beim Gleichen geblieben ist, kann man schon denken, dass es wohl an mir liegen muss. Die Frage ist nur, gibt es überhaupt einen Grund andere zu ärgern, verarschen, beleidigen, schlagen oder zu quälen. Es mag sein, dass ich falsch bin und nichts für andere Menschen. Aber ich tue niemandem was und meine bloße Anwesenheit kann doch auch nicht als Mobbing-Grund genommen werden. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich noch die Hoffnung Freunde zu finden. Jetzt lege ich darauf keinen Wert mehr. Ich will nur darauf aufmerksam machen, was Mobbing anrichten kann. Und wenn sich einige Wenige Gedanken machen, was sie damit anrichten, wenn sie jemanden so behandeln, wie ich behandelt worden bin… dann habe ich viel erreicht. Vllt. bleibt es dann manchen erspart, so zu werden, wie ich geworden bin.



:( Das ist wirklich sehr traurig ... In welcher Klasse bist du denn jetzt ? Zumindest unter Jungs (und an Gymnasien) scheint das Mobbing ja irgendwann in der Oberstufe abzuflauen.

Wegen dem Grund des Mobbens/Schneidens ist es halt ein übler Teufelskreis, denn wie du ja auch angedeutet hast, müssen nur wenige damit anfangen und der "soziale Status" einer Person fällt auf Dauer rapide. Irgendwann ist der dann so niedrig, dass man als "neutrale" Person an Status einbüßt, wenn man mit dem Opfer freundlich umgeht. Nur Leute mit sehr hohem sozialen Rang könnten sich das noch leisten (aber ob sie das wollen, ist etwas anderes).

So ticken menschliche Gesellschaften leider knallhart ... wobei Kinder und Jugendliche anscheinend ihren Status als besonders gefährdet erachten und auf alles schießen was diesen gefährden könnte bzw. sich besser stellen wollen, indem sie andere niedermachen.

Hier mal ein Link zu einem interessanten Buch von Karl Gebauer. Richtet sich zwar gegen Ende an Lehrer + Eltern, aber gerade im 2. Kapitel wird der soziale Komplex recht gut umrissen.

http://www.amazon.de/Mobbing-Schule-Karl-Gebauer/dp/3530401803/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1211222597&sr=1-2

SargAsmus
19.05.2008, 20:50
@ dragonheart

wie du in diesem thread lesen kannst, gibt es viele menschen, die ausgrenzend und ungerecht behandelt werden. für viele ist allein das wissen schon wichtig, dass es andere gibt, denen es auch so ergeht, denn der gemobbte fühlt sich nur allzu oft alleine. darum hoffe ich, dass wir dir hier (wenn auch nur über das internet) neue kraft und selbstbewußtsein geben können.

alles gute und viel spass!

PoiSonPaiNter
19.05.2008, 22:08
Dann werd ich mich mal wieder zu Wort melden...erstmal zu etwas was mich schon ne ganze Weile beschäftigt (->Denken Dauert):
Wenn ich das schon lese das einer dem Mobbdepp noch in der Schule hilft.
Man echt, so was gehört gemobbt.

Danke!:D Kennst du das Wort Egoismus? Vllt schonmal iwo aufgeschnappt? Wegen diesem netten Wort habe ich es getan! Meine Gedanken gingen immer so in die Richtung „Ich kann etwas, was die nicht können und denen bleibt nichts anderes übrig als MICH um Hilfe zu bitten!“, außerdem was gibt es besseres als Übung für ne Prüfung, als anderen zu erklären wie das funktioniert?! Würde es jetzt mal schlichtweg als Egoismus des Opfers bezeichnen!:) (<-diese Smilies grinsen zu freundlich)

Achja Mad Bull sei mir nicht böse, aber ich musste bei deinem letzten Post lachen! Er kam mir so absurd vor, wie manch ein Kommentar den du vorher schon reingeworfen hast. Bloß dieser Post war noch merkwürdiger! Anderes Thema!

Auch jetzt hält das Mobbing noch an. Es ist jedoch einigermaßen erträglich für mich, denn ich "schalte in der Schule meine Gefühle aus". Ich setze eine Maske auf, um nicht kaputt zu gehen. Falls ich noch nicht kaputt bin.
Aber ich denke, diese Maske konnte ich mir nur zusammen bauen, weil das Mobbing eine schreckliche Gewohnheit ist.
Als ich deinen Post gelesen habe, war ich geschockt, dir ist so viel Ungerechtigkeit widerfahren und dennoch fasst du dir ein Herz und schreibst es hier rein. Dafür verdienst du und auch Heryst und die anderen gewaltigen Respekt!

Und was ich jetzt hier schreibe fällt mir unglaublich schwer und ich habe es noch nie jemanden erzählt: Ich habe noch nie geliebt. Ich weiß nicht, was Liebe ist. Dieses Gefühl der Verbundenheit zu einem anderen Menschen ist mir fremd. Ich frage mich häufig, ob ich überhaupt jemals lieben kann.

Das ist eine durchaus berechtigte Frage, die ich mir auch des Öfteren stelle...meistens aber auch in der Variante „Bin ich es überhaupt wert?“ Kommt mir jmd näher als ich es gewohnt bin, blocke ich sofort ab und ignoriere alles was auch nur im entferntesten ein Kompliment o.ä. Sein könnte, wechsele das Thema oder zieh mich innerlich zurück. Die besagte Mauer oder Maske, hat viele Verwendungen.

Mad Bull
19.05.2008, 22:34
Danke!:D Kennst du das Wort Egoismus? Vllt schonmal iwo aufgeschnappt? Würde es jetzt mal schlichtweg als Egoismus des Opfers bezeichnen!:)

Achja Mad Bull sei mir nicht böse, aber ich musste bei deinem letzten Post lachen! Er kam mir so absurd vor,


Poisonpainter,

Wie gesagt, es sind Erfahrungswerte.
Ich konnte es mehr als einmal feststellen das Mobber und andere Asoziale
mit ihren Mist weitergemacht haben; obwohl man denen Unterstützung in anderen Dingen gab. Und sie haben nicht aufgehört.
Sie haben keinerlei Dankbarkeit gezeigt.

Wer nämlich seine Mitmenschen schlecht behandelt, kann nämlich nicht erwarten in anderen DIngen von ihnen Unterstützung zu erhalten.
Von mir jedenfalls kriegen solche Leute nix mehr.
Denen helfe ich höchstens noch zu verschwinden.

Seit Ich in meinem Leben die Iniative ergriffen habe ist es mit mir nur noch
bergauf gegangen.

@all wer noch Klärungsbedarf hat, kann mir eine PN schicken.

nazgul666-rr
19.05.2008, 23:09
Und als ich, wo es ganz schlimm war, wieder mut fasste, kam der Hass.
Jedesmal wo einer von denen mal weg war, hatte ich Hoffnung dass er unter den LKW gekommen ist.

Das blieb natürlich nicht so. Ich wartete nicht auf den LKW.
nun den Tod oder einen derartigen Unfall wünscht man keinem - das hab ich meinen Mobbern nicht mal gewünscht - ich hab mir eher einen besseren Umgang mit denen gewünscht und gegen Ende wo es dann um die Versetzung in die 9. bzw sitzenbleiben ging verbesserte sich die Situation

Ich ging dann in Gegenoffensive und hab denen richtig zugesetzt.
Die waren dann wahrscheinlich noch genervter als ich.
Doch darauf habe Ich dann auch keine Rücksicht genommen.
Wer sich asozial verhält, kriegt auch dann das richtige Feedback dazu.:D
lese ich da richtig raus, dass du das wie in einem Deiner vorherigen Posts meinst?

Wenn ich das schon lese das einer dem Mobbdepp noch in der Schule hilft.
Man echt, so was gehört gemobbt.

was auch PoiSonPaiNter schon zitiert hatte?

also ich finde damit begibt man sich auf die Niveau-Stufe des Mobbers und die ist nie sehr hoch...

Mad Bull
20.05.2008, 10:55
Nazgul,

einen Konflikt auf die noble Art zu lösen ist auch von mir immer begrüßenswert.
Und solange sich jeder korrekt benimmt, so wie hier, bin ich der letzte der eine friedliche Konfliktlösung dumm findet.

Sobald nur einer richtig Stress macht, kann man das vergessen.
Ich weiss wovon ich rede, ich habe es auf die gute versucht bevor ich aktiv geworden bin.

Bei Psychoterror muss man konsequent vorgehen.
Entweder man wird mit ihnen fertig oder sie machen einen fertig.
Und gefährtete Leute brauchen eine wirksame Strategie.
Mit ausweinen unter Freunden alleine ist das nicht getan.

Und ich bin lieber gelegentlich niveaulos als ein psychisches Wrack.

RickyLee
20.05.2008, 12:34
Ich glaube, allmählich schnall ich, was der Unterschied zwischen vielen Gemobbten hier und Mad Bull ist:

Es ist ja bekannt, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. Bei dem meisten hier hat sie sich implosiv geäußert mit Selbsthass, Opferrolle und Demut.
Mad Bull ist eher explosiv vorgegangen. Dadurch wirkt er heutzutage vielleicht um einiges rabiater. Ich denke allerdings nicht, dass ihm das Mobbing weniger an die Nieren gegangen ist, als uns, er geht nur anders damit um.
Er ist eben lieber niveaulos als ein psychisches Wrack.

Letzteres war das, was wir gewählt haben.
Ich, muss ich zugeben, bin lieber ein psychisches Wrack als so niveaulos mich zu prügeln - dann könnte ich mir wirklich nicht mehr in die Augen sehen. Aber das ist meine persönliche Einstellung. Es wäre auch gelogen, hätte ich mir nicht manchmal gewünscht, sie alle verprügeln zu können, aber ich habe mich lieber in mein Schneckenhäuschen verkrochen. Und zwar wirklich lieber.

Für mich war das die beste Wahl, damit umzugehen.

Ich denke, dies ist in gewisser Weise der Grund, weshalb einige seine Posts nicht nachvollziehen können...

@ Mad Bull: War der Post hier jetzt zu interpretativ? O.o

Hathor
20.05.2008, 13:31
Meine sehr subjektive Meinung dazu ist, dass dieses Thema einfach zu sensibel ist, um als Diskussionsstoff herzuhalten. Ich denke auch, dass niemand hier Mobbing erstrebenswert oder gar gut findet.

Vielleicht geht es so, dass jede/r hier ihre/seine ganz persönlichen Erfahrungen schildern und sich ein bisschen den Frust unter Gleichgesinnten und Wohlgesonnenen von der Seele reden kann...

Heryst
20.05.2008, 13:39
@ dragonheart

Es gehört sicher sehr viel Mut dazu, das hier alles nieder zu schreiben. Du hast auf jeden Fall meinen Respekt.
Ich weiß nicht wie schwer es für dich sein musste oder noch immer ist. Besonders körperliche Gewalt schadet einem Menschen mehr, als nur die unmittelbaren Schmerzen.
Das du krank wurdest, ist ziemlich heftig. So weit ist es bei mir Gott sei dank nicht gekommen. Ich kann nur sagen, dass ich dir alles gute wünsche und sei stark.

@ PoiSonPaiNter

Ja, die Mauer. Es ist sehr schwer für mich Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. Diese Selbstzweifel waren schon mal richtig schlimm, damit ist sicher nicht zu spassen, weil man da ziemlich schnell zum Psycho-Onkel kommen kann.

Aber ich bin wirklich froh, dass es in meinem Lebe nicht nur schlechte Tage gibt. Wenn ein guter Tag ist, dann fühle ich mich lebendig und genieße die Zeit umso mehr, denn sie ist für mich kostbar geworden.
An schlechten Tagen, die meines Geschmacks viel zu häufig sind, versuche ich das Beste draus zu machen und wenn es mir wirklich dreckig geht, dann schmeiß ich ne CD in die Anlage und lasse ein ganz bestimmtes Lied laufen. Es symbolisiert, auch wenn ich es noch nicht so lange kenne, etwas ganz besonderes und ich liebe den Refrain, weil er wirklich wunderbar in meine Situation und auch in die anderer Opfer möchte ich meinen, passt.

Stammt von Fireflight und der Titel ist Unbreakable. Ich liebe den Song, aber das nur am Rande :)

ExLibris
20.05.2008, 13:55
Ein Lied das unheimlich viel ausdrückt, ist
I am a Rock von Paul Simon & Art Garfunkel

nazgul666-rr
20.05.2008, 14:05
@MadBull: ich denke das wir ein wenig komisch auf deine Ausführungen reagieren, da du eine etwas andere, krasse Darstellung wählst bzw handelst, wie Ricky auch schon erwähnte

@ExLibris && Heryst: besser ein Link zum Lied/Text wegen Urheberrechten

Hathor
20.05.2008, 15:00
Ich habe den Text und die Links entfernt. Beides könnte dem Betreiber dieses Forums Kopfschmerzen und Unannehmlichkieten bescheren. Und das wollen wir alle nicht ;)

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass das Setzen eines Links zu einem Liedtext kein Problem ist.

Der Liedtitel genügt, Googeln kann jede/r sicher selber :)

dragonheart
21.05.2008, 21:16
Hallo,
Danke für die vielen, lieben Antworten. Ich hab mich echt gefreut, danke.
Bin ganz baff, dass überhaupt jemand auf mich geschrieben hat... *tsts*
Entschuldigt, ich bin gerade leicht sprachlos *umfall*

Also, ich besuche jetzt die 7 Klasse und komme, wenn alles gut geht, bald in die 8 Klasse ^^
Ich glaube nicht, dass es viel Mut benötigt, um seine Geschichte aufzuschreiben. Mutig fühl ich mich nämlich ganz und gar nicht ^^

(- Wahrscheinlich hört keiner von euch LaFee, aber ein Lied, das mich (teilweise) ziemlich aufbaut ist "Jetzt erst Recht")

Ich weiß gerade leider nicht mehr zum schreiben, tut mir Leid ^^

LG Dragonheart

nazgul666-rr
21.05.2008, 21:29
Also, ich besuche jetzt die 7 Klasse und komme, wenn alles gut geht, bald in die 8 Klasse ^^


genau in der Zeit war es bei mir auch am schlimmsten - ich konnte mich nicht in die Klasse richtig intigrieren - war aber auch schwer mit insgesamt 6 Jungen Rest Mädchen - insgesamt mussten wir wohl 20 gewesen sein... - aber ich hatte einen Klassenkameraden, mit dem ich rel. gut auskam - wobei es ihm meist nicht unbedingt besser erging als mir

wir saßen oft im Oberstufengebäude unter der Treppe (da kam nie jemand hin), er rauchte und wir haben Karten oder teilweise auch A4 Käsekästchen gespielt

Akissi
21.05.2008, 22:47
Also, ich besuche jetzt die 7 Klasse und komme, wenn alles gut geht, bald in die 8 Klasse ^^
Ich glaube nicht, dass es viel Mut benötigt, um seine Geschichte aufzuschreiben. Mutig fühl ich mich nämlich ganz und gar nicht ^^


Oweia, 7te Klasse... uah. uah, uah. Und die 8te ist oft noch schöner >_< (boah, bin ich heute wieder aufbauend)
ABER: Vllt solltest du Ende 8te oder so mal versuchen, die Klasse zu wechseln, also an derselben Schule. Das müsste sich irgendwie arrangieren lassen, hoffe ich zumindest :( Mir tat das richtig weh, deine Geschichte zu lesen *schnüff*
Ich habe Mitte 9te die Klasse gewechselt, allerdings, weil ich zu lange gefehlt habe. Dann war ich wieder 8te. Irgendwie ist es bei mir auf kurz oder lang so, dass mich die Leute erst interessant finden und sich dann abwenden. Mit der Klasse ging's mir nicht so :)
Ich weiß, du hast schon diverse Klassen über dich ergehen lassen müssen, aber vllt würde ein weiterer Versuch ja nicht schaden... die Menschen bzw Schüler bessern sich wirklich ab 8te aufwärts (auch wenn das natürlich bei jedem verschieden ist, ich sag mal im Durchschnitt eben so 8, 9)

Doch, ich denke auch, dass es Mut erfordert, anderen davon zu erzählen. Zumindest scheint es bei dir noch nicht so zu sein, dass du einfach gar nichts mehr machst, wie zB, anderen von deinem Unglück zu erzählen^^ Das ist zumindest bei mir ein wahnsinnig wichtiger Schritt, wenn's mir dreckig geht: Sich anderen mitteilen.

SemSimkin
22.05.2008, 16:38
@Madbull:

Also auch wenn du oft ziemlich komisches Zeugs postest, muss ich dir in diesem Punkt Recht geben. Ohne Contra wird das wirklich nix, denn die Mobber wollen ihre "Selbstwertquelle" (also das Opfer) bis zum bitteren Ende ausbeuten und werden höchstens aufhören, wenn sie alt genug sind, um zu erkennen, dass es der falsche Weg ist. Am Besten mal nachsehen, was denn so deren Schwächen sind ... Z.B. gabs bei uns in der Jahrgangsstufe bis zur 9ten einen, der eigentlich dauernd auf irgendjemanden losgegangen ist ... der Trick war nur, ihm dauernd seine Leseschwäche (möglichst weithin hörbar) unter die Nase zu reiben, dann hatte er plötzlich keine Lust mehr auf blöde Sprüche ... *cool*

Saphira
22.05.2008, 16:51
oh ja, ich kenne das wort mobbing in allen seinen schönen umschreibungen auch zu genüge...
vion der 6. bis zur 8. klasse war das bei mir das problem, das ich in meiner klasse regelrecht gehasst und ausgegrenzt wurde - von allen. ich hatte wirklichkeinen, der noch zu mir gehalten hat und diese sog. "Falschen freunde" auf die man ja auch nicht wirklich zählen kann.
Nachdem ih sitzen geblieben war und die klasse gewechselt hab, wurde es besser. jetzt, ende der 10., komme ich mit allen gut klar. Natürlih gibt es ab und zu sticheleien, aber da kann ich ganz gut drüber hinweg sehen, das ist kein wirkliches Mobbing mehr.

Ich kann nur allen raten, die ein gleiches oder ähnliches problem haben, sich nicht unterkriegen zu lassen. Geht zu eurem lehrer, der schulleitung oder euren eltern, aber fresst das nicht in euch rein, weil ihr denkt das euch eh keiner helfen kann. Ich hb das auch so gemacht, bist ih ne klassenkonferenz m lufen hatte, weil durch das mobbing meine leistungen so in den keller gegangen ind. klar, das mn sich im unterricht irgendwann nicht mehr beteiligt, weil mn ausgelacht wird.
Aber die lehrer vrstehen meist ziemlich gut, was in euch vorgeht, wenn ih es inen sagt. enn mnchmal ist das für einen aussenstehenden nicht ersichtlih, weil es auch nicht offen bläuft, das mobbing.

Kara
23.05.2008, 14:11
Ich habe mir alles durchgelesen und kriege ein unangenehmes Kribbeln auf und unter de Haut..........

Ich hab noch mehr zu sagen, doch ich muß mir das erst noch zurechtlegen und das Gelesene etwas sacken lassen........

Kara
26.05.2008, 09:46
Ich habe lange überlegt, ob und was ich dazu schreiben kann, denn das ist ein Thema, was mich nicht los läßt. Es beschränkt sich ja nicht nur auf die Schulzeit, sondern kann sich auch in die Arbeit und Familie übertragen lassen.

Ich habe immer wieder drüber nachgedacht, ob und wie ich das in Worte fassen kann.

Was ich eigentlich los werden möchte ist folgendes....
Erst einmal, ich kann mich nicht annähernd in die Situationen hinein versetzten, die ihr durchlebt/habt.

Mir fehlen irgendwie die Worte, um das zusammenzufassen, was ich sagen möchte........ das meiste ist schon in irgendeiner Form hier aufgetaucht...

Von Anfang an habe ich alles gelesen und wie schon gesagt, mir wird unangenehm kribbelig auf der Haut, wenn ich so eure Erlebnisse lese.
Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse wie meine Schulzeit war........ das war ja bis auf 1-2 Erlebnisse die reinste Erholung im Gegensatz zu euren Schilderungen.

Wovon ich überzeugt bin ist aber, dadurch, daß ihr das zu Papier bringt und merkt, daß ihr nicht alleine seid damit, eine gute Möglichkeit besteht, mit dieser wie kann man das nennen, Angst, Psychose, falsch empfundene Schuld (ich will hier keinem etwas unterstellen, ich weiß nur wirklich nicht, wie ich es bezeichnen soll) in irgendeiner Form umzugehen. Daß einige von euch daß mit dem Niederschreiben von Geschichten verarbeiten können, ist ein guter Weg denke ich.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie ich meine Gefühle aufschreiben kann, wie ich ausdrücken kann, daß mich diese Erlebnisse sehr erschüttert haben, ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig mache, indem ich mich überhaupt dazu melde, denn ich habe zum Glück keine solchen extremen Erlebnisse gehabt, zwar ein paar unangenehme, doch vergleichsweise harmlose.

Über solche Erlebnisse zu sprechen ist schwer, Vertrauen nach solchen Erlebnissen aufzubauen oft scheinbar unmöglich, denn die Mauern und die Masken, die man aufbaut, um nicht ständig verletzt zu werden, sind oft sicher dick und hoch und es gibt sicher nur sehr wenige, die dort eine Chance finden, eine kleine Lücke zu entdecken, um den Menschen dahinter zu sehen und auch der Mauerbauer erkennt, daß es Menschen gibt, die es wirklich ehrlich meinen.

Zu den Masken wollte ich auch noch sagen, es gibt wohl niemanden, der keine trägt, bei dem einen ist es halt nur eine kleine, der andere hat schon das Gefühl, ohne diese Maske nicht leben zu können.

Ich wünsche euch, daß ihr alle mindenstens einen Menschen findet, dem ihr gestattet, die Mauer und die Maske etwas anlüften zu dürfen, damit der eine erkennt, daß ist ein toller Mensch und der andere sieht, es gibt auch Menschen, die einen nehmen wie man ist, wo man sich auch etwas fallen lassen kann.

Jetzt werde ich sicher zu hören bekommen, die kann ja gut reden, hat ja keine Ahnung davon. Sicher, da habt ihr recht. Ich kann nicht helfen, auch wenn ich es gerne möchte. Keiner kennt mich hier und ich kann niemanden aufzählen, der mich ein wenig kennt, um zu sagen, daß ich es ehrlich meine. Ich kann nur sagen, daß ich zuhören kann......

Kara

Akissi
26.05.2008, 13:50
Wie ich oben schon sagte, gab es für mich bisher kein fatales Mobbing und ich hoffe, dass das so bleibt - deshalb kann es sein, dass ich auch anders denke als die, die es schlimmer erwischt hat... aber ich finde es ermutigend, einen solchen Post zu lesen : ) Nicht, weil es mir so unglaublich schlecht ginge und ich Ermutigung bräuchte, sondern einfach, weil es mir ein gutes Gefühl gibt zu wissen, dass jemand so denkt und sich die Mühe macht, es anderen mitzuteilen^^
Meine Anerkennung für den Post hast du, Kara x)

RickyLee
26.05.2008, 14:59
@ Kara: Vielen, vielen Dank für deine Anteilnahme ^^ *knuddel*

Denk nicht, dass es anderen nicht genau so geht: Ich denke mir ab und an auch, eigentlich hätte es mich auch schlimmer treffen können (Säuferfamilie, Familie tot... etwas in der Art)

Jeder muss mit seinen Problemen im Leben fertig werden und es gibt keinen, der keine Probleme hat.

Ich musste auch schon einsehen, dass ich Leuten, denen es schlechter ging als mir, nicht helfen konnte... alles was man tun kann, ist wohl da sitzen und Händchen halten - allein das hilft schon viel ^^

DisAster
27.06.2008, 14:34
Ich glaube, das ist der längste Post, den ich hier je verfasst habe, aber ich musste das alles hier einfach schreiben und posten!
Die Zitate stammen alle aus "Mündliche Noten", aber es passt unter "Mobbing" einfach besser.

In der Grundschule war ich auch sehr schüchern, wurde oft aufgezogen. Ich hatte da auch nie Lust mich zu melden. Ich dachte auch; das ist ja einfach, was soll es bringen, wenn wir das sagen? Wozu sollte ich etwas vorlesen? Ich kann ja lesen. Ausserdem erinnere ich mich noch an einen Tag, wo wir Wörter mir dem Buchstaben R gesammelt haben. Ich habe Brief gesagt und schon meinten alle Jungs mich nachäffen zu müssen. Brrrrrrrrrrrief. Weil ich das R ja rolle, und so einen Akzent habe. :rolleyes: Dabei bemerkt man das fast gar nicht. Irgendwie hat mich dieser Tag verfolgt. Ich wollte nicht mehr Russisch sprechen, um meinen angeblichen Akzent zu verlieren. Heute rolle ich immer noch einfach automatisch das R (aber nicht so stark, wie einige andere), aber dafür bin ich jetzt unglaublich schlecht darin, Russisch zu reden.
Ich weíß genau, wie es ist, wenn die anderen bei allem was man sagt, bloß versuchen einen nachzuäffen.
Meine Grundschulzeit war die Hölle. Man konnte die Klasse einfach nicht unter Kontrolle bringen. Ständig haben sie rumgeschrieen, mit den Stühlen um sich geworfen, sind auf den Tischen gerannt, haben die Lehrerin beschimpft. Ich dachte eine lange Zeit, so sähe es in allen Grundschulklassen aus. Später erfuhr ich, dass alle anderen Klassen Angst vor uns hatten.
Nun, im Gymnasium, ist das viel besser. Hier äfft einen niemand nach. Es ist viel harmonischer und es herrscht ein besseres Klassenklima. Ich war auch da noch schüchtern, habe selten etwas gesagt. Doch wir hatten einen Projekttag über Gruppenarbeit. Das hat mir sehr geholfen. Wir hatten auch oft Gruppenarbeit. Ich beteiligte mich immer mehr. Heute nehme ich echt gerne an Diskussionen teil und bin relativ dominant in der Gruppenarbeit. Ich engagiere mich mehr. Doch obwohl ich in Gruppenarbeit super zurechtkomme, habe ich einfach immer noch Probleme auf andere zuzugehen.

Es ist wirklich so, dass man die Klasse unter Kontrolle bringen muss und ein gutes Klassenklima herstellen muss, damit sich auch die eher scheuen Schüler öffnen können und sozusagen aufblühen. Ansonsten bringen mündliche Noten wirklich wenig.


@Verräter:

Ja, stimmt. Ich wäre eben dafür, dass man die Mitarbeit bewertet. Ob jemand stört, ob jemand unter dem Unterricht dauernd spricht etc.
Aber das scheint den Lehrern nicht besonders wichtig zu sein. Meine Lehrer bekommen meine Klasse nicht einmal still. Das geht so weit, dass die Schüler manchmal einfach so durchs Klassenzimmer rennen, sich ohne zu fragen umsetzen etc.
Ich versteh nicht, dass auf das Verhalten nicht so sehr geachtet wird.

Danke =) Ja, mach ich momentan auch. Ich wiederhole zu Hause alles, was wir im Unterricht durchgenommen haben etc. Aber wenn ich Fragen zu den Hausaufgaben habe (ist nur ein Beispiel), dann werde ich auch schnell ausgelacht. Ist eben das Problem, dass ich dann sofort als total dummer Mensch dasteh. Wenn ich mir eines Ergebnisses ganz sicher bin, dann streck ich, das ist klar... Aber es ist schwierig, wenn man dann wieder an der Tafel steht und etwas erklären soll und die ganze Klasse beginnt einen auszulachen, wenn man kurz rumstottert oder nicht sofort den richtigen Weg nennt. Die Lehrer sagen dann nichts dagegen oder so. Und wenn ich dann noch nervöser werde, dann vergess ich schnell irgendetwas oder komm draus..

@PoiSonPaiNter:

Es ist problematisch... So kann mans ausdrücken ^^ Einige Lehrer machen dann auch Witze auf meine Kosten, dass die Klasse (wenn sie grad mal nicht lacht) wieder damit anfängt. Klar, wenn mich jemand fragt oder so, dann sag ich das, was ich denke, was richtig ist. Aber wenn es nicht richtig ist, dann lachen sie eben wieder und machen sich die ganze Zeit über dieses eine Ergebnis lustig. Ich frag mich manchmal auch, warum die das nötig haben, mich dauernd runterzumachen, aber das ist ein anderes Thema.
Ich habs eben auch schon fast aufgegeben irgendwelche Vermutungen vor der Klasse zu äußern... Das hat noch nie viel Glück gebracht ^^


Hm, Dragonheart, hast du schonmal daran gedacht mit deinen Eltern mit dem Lehrer zu reden, nicht über die Klasse, sondern über das Verhalten der Lehrer dazu? Soetwas kann man nicht rechtfertigen. Ein Lehrer sollte die Klasse in die Schranken weisen können. Du hast es schon mit deinen Mitschülern schwer genug, da braucht dir noch kein Lehrer in den Rücken zu fallen.
Lehrer sind dazu da, um dir etwas beizubringen und deine Leistungen zu bewerten. Es ist doch einfach nur dämlich, dir eine schlechtere Note für einen Vortrag zu geben, weil alles zu "perfekt" ist und dir niemand etwas zutraut. Du bist wesentlich besser, als es andere würdigen. Es ist doch ein schreckliches Gefühl, wenn man etwas toll macht, und keiner das akzeptieren möchte aus welchen Gründen auch immer. Wenn selbst die Lehrer dir so wenig zutrauen, liegt das wahrscheinlich am Mündlichen. Und wie kannst du dich im Mündlichen bei so einer Klassengemeinschaft auch verbessern?


So wie du deine Situation schilderst, und nach dem Auszug zu urteilen, wäre jegliche Gegenreaktion nahezu sinnlos. Wobei ich es unverständlich finde, dass sie nichtmal anerkennen wollen, das die Texte von dir sind! Es gibt Kinder, wie dich, die können sich bereits in der 7.(?) Klasse fantastisch ausdrücken, und es gibt die, die nichtmal in der 10. nen vernünftigen Satz zu Stande bekommen (damit meine ich nicht Legastheniker o.ä.)! KA ob es was bringt, aber wenn du einfach mal "zurückschnautzt" und absichtlich Hochdeutsch sprichst oder anderes machst, was die nicht vpn dir erwarten würden? Einfach mal zeigen, dass dir die anderen egal sind und den Lehrern beweisen, dass du gut bist. Meine Vorschläge sind dumm, ich weiß aber so würde ich handeln...o.O *schäm* *vogel* *eyesroll*

Zu mir wurde auch immer gesagt, ich könne mich gut ausdrücken. In der Sechsten und Siebten war es so dass - wenn ich einen Vortrag hielt - alle meinten ich könne gut Deutsch sprechen. Ich wurde auch oft gefragt, ob ich viel lesen würde. Bei uns herrschte ein besseres Klassenklima und deshalb wurde das auch positiver hingenommen.



Ich kann es eben nicht ablehnen. Dort gab es vor kurzer Zeit einen Fall, den ich nicht so schnell vergessen kann (wer es lesen will - ich poste es gleich).
Aber jetzt, da Diana mal zufällig wieder nett zu mir ist, kann ich ja nicht einfach sagen (ist ein Beispiel auf den Vorfall bezogen) "Denk an das Geschichtsbuch damals. Hast du mir da das Buch gegeben?". Danach würde sie sich wahrscheinlich wieder so benehmen, wie damals. Und ich bin doch gerade so froh, dass sie gerade nur ´n bissl auf mir rumhackt oder mich vollkommen ignoriert, wenn sie nicht was von mir braucht... Naja..

Ja, ich mutiere langsam zum Orginal - Einzelgänger :|

Ich denke jeder von euch wird jetzt lachen. Aber mein "Glücksanker" ist nur meine Familie, dh. meine Eltern und meine Schwester. Sie sind die einzigen die mir jemals geholfen haben, die mich unterstützen und die mir den Rücken freihalten. Ihr könnt lachen, aber meine besten Freunde sind in meiner Familie. Meine Eltern haben schon oft mit meinen Lehrern gesprochen, haben sich in Elternabenden eingeschaltet etc. Und meine Schwester ist in der Pause für mich da. Da es ihr ähnlich in der Schule geht, sind wir irgendwie.. joah, wie Seelenverwandte. Wir wissen sozusagen immer wie es dem anderen geht, wir müssen uns nur anschauen ^^
Meine Familie sind die einzigen, die ich momentan habe. Und eben Leute im Internet.
Hört sich vielleicht dämlich an, aber hätte ich diese Familie nicht, hätt ich das Leben vielleicht schon aufgegeben... Mhm..

OMG! So eine Person wie Diana kannte ich auch mal. Ein absolut dummes, dreistes Mädchen, das ernsthaft noch den Mumm hatte zu mir zu sagen, ich sei total dämlich und ich sollte auf die Hauptschule. Sie hatte mehr auf dem Kopf als in dem Kopf, war total oberflächlich, hat sogar gelacht, wenn man einen Witz über sie selbst gemacht hat, ausserdem war sie noch total arrogant, hielt sich für was besseres und log ständig bloß um ihren Willen durchzusetzen. Ich habe sie so verdammt gehasst! Sie hat mir mein Leben zur Hölle gemacht. Ihr könnt euch alle nicht vorstellen, wie verdammt glücklich ich war, als sie nach der Siebten auf die Realschule abging!

Ich kann diese Situation mit dem Geschichtsbuch wirklich nachvollziehen! Es ist einfach ein unglaublich abwertendes Gefühl solch einer Person gegenüber stehen zu müssen. Aber gerade diese Person musst du in die Schranken weisen, damit sie Respekt vor dir bekommt. Ich habe das mit diesem Mädchen nicht gemacht, und sie hat sich immer mehr erlaubt bis sie endlich abging. Andererseits kann ich es verstehen, dass du das alles nicht hochwühlen willst, wo du doch schon fast deine Ruhe hast. Ach, ich weiß selbst nicht, was du tun sollst. :(

Das mit dem Umsetzten von Diana ist auch schwer. Ich hatte dasselbe Problem. Neben wen setzt du dich, wenn dich niemand leiden kann? Dann sagst du; Ich will mich umsetzen. Diana hat das wahrscheinlich auch schon gesagt. Die Lehrerin fragt: Neben wen? bzw. Wer würde sich neben dragonheart setzten? Alle bleiben still. Was will man machen? Ich hatte das doch auch oft genug. Ich musste auch neben "meiner Diana" sitzen und es war die Hölle.

Über deinen Anker habe ich nicht gelacht, ich kann das gut nachvollziehen. Mir gibt meine Familie auch immer Halt. Heute geht es mir inzwischen total gut und ich habe gar keine Probleme mehr mit Mobbing, aber wirkliche Freunde habe ich auch nicht. Die Unterstützung der Familie ist extremst wichtig. Und hilfreich.

Das mit dem Original-Einzelgänger kenn ich auch. Ich möchte dich auch so gerne knuddeln und trösten! Es kommen bessere Zeiten, du darfst bloß nie den Mut verlieren!



mit ganz ganz lieben, tröstenden Grüßen!

LaZy
27.06.2008, 18:22
so, in Anlehnung bzw die Überkreuzung des Mündliche Noten Threads, von mri etwas zum Mobbing.


@dragonheart:

Deien Klasse klingt wie die heutzutage, leider typische. wir-sind-ja-so-cool-Klasse. Coolness vor Wissen.

Ich wurde in der 6ten Klasse auch gemobbt, aber dass war den Personen damals gar nicht bewusst. Nach Gesprächen mithilfe von Eltern etc. hat sich alles geklärt. Jetzt bin ich zwar nicht Everybodys Darling in der Klasse, aber ich werde aktzeptiert als intelligenter Mitschüler, man muss es einmal überstehen dann läufts besser (ich weiß das klingt jetzt leicht, iste s aber nicht.)

Gibt es denn wirklich niemanden, also ich meien wirklich niemanden der dich leiden kann, mit dem du "abhängen" könntest?
Weil bei mri ist es so, dass die Leute, auf die ichw ert lege mich gut behandeln, auf alle anderen sche*ß ich bewusst. Wer mich nicht mag, Pech gehabt. Wer mich dumm anmacht, kriegt nen SPruch zurück. Lass dir nichts mehr gefallen!

Bau dir irgendwie (über Sport, Musik, Kunst oder sonst wie) Selbstvertrauen auf und dann starhle eine egsunde Portion Arroganz aus, so Leute wie diese Diana... mti so Leuten würd ich mich zum Beispiel nie... NIEMALS abgeben.

Nun genug von mir.. wieder zu dir: Irgendjemand hat es schon im anderen Thread gesagt: Hilf nru dem, der dir auch hilft. Wenn dir keiner hilft, warum solltest du helfen. Und such Gespräche mti der Schulleitung oder den Lehrern, denn dass du gemobbt wirst kriegt ja wohl auch ein Lehrer mal mit und dann noch auf dir rumzuhacken ist unter aller Sau, ernsthaft.


Dir noch alles Gute und so

ein mitfühlender LaZy

nyx
27.06.2008, 23:18
Wie ich ja schon einmal gesagt hatte, habe ich (zum Glück) wenig Erfahrungen in Sachen Mobbing, jedenfalls habe ich es nicht wirklich am eigenen Leib - oder der eigenen Seele - erfahren müssen. Deshalb mag mein Vorschlag jetzt ein wenig blöd klingen, aber ich habe ein bisschen den Eindruck, dass du dich zu sehr auf darauf konzentriest von den Leuten in der Schule gemocht zu werden. Ich mein, ich kann das sehr gut verstehen, immerhin verbringt man jeden Morgen (und manchmal auch Nachmittag) mit seinen Mitschülern, aber hast du vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, dir außerhalb der Schule Freunde zu suchen? Du sagts, dass v.a. deine Familie dir hilft (was ich keineswegs lächerlich oder komisch finde), aber wie wär es denn, wenn du dir ein Hobby suchst, bei dem du mit "Gleichgesinnten" zusammen bist? Ich gehe z.B. reiten, habe lange Zeit Volleyball gespielt und vor ein paar Jahren eine Kampfsportart betrieben. Dabei kann man sehr schnell viele nette Menschen kennenlernen, da man schließlich im Zweifelsfall immer etwas hat, worüber man sich unterhalten kann, sei es das nächste Turnier oder auch nur die Trainingsstunde am nächsten Mittwoch. ;)

Du schreibst zwar, dass Schulsport jetzt nicht so dein Ding ist, aber wie wäre es, wenn du einfach mal ein paar Sachen ausprobierst? Außerhlab der Schule hat mir Sport auch immer mehr Spaß gemacht, weil man sich schließlich aussuchen kann, was man am liebsten machen möchte. Es muss ja auch gar nichts mit Sport zu tun haben. Ich würde sagen, versuch doch einfach mal etwas, das nichts mit Schule zu tun hat, wo du aber trotzdem "unter Menschen" bist, etwas das dir liegt und das dir Spaß macht. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel schneller Zugang zu Menschen findet und von denen auch angenommen und akzeptiert wird, wenn man ein gemeinsames Interesse hat. Wer weiß, vielleicht würde sich dann sogar deine Situation in der Schule bessern, wenn du immer im Hinterkopf hast, dass du sehr wohl Freunde hast, denen du am Herzen liegst, und dass du wohl kaum darauf angewiesen bist, dich mit den Leuten in deiner Klasse gut zu stellen.

Hier im Internet klappt es schließlich auch wunderbar, dich mit anderen zu unterhalten, warum dann nicht auch im RL? :)

Wahrscheinlich habe ich dir jetzt wenig Neues erzählt, aber ich finde es einfach schrecklich, in was für eine Situation man dich gedrängt hat. *nein*
Am liebsten würd ich dich einfach mal mit zum Stall schleppen und dir ein paar nette Leute und Pferde vorstellen. :D

Fühl dich gedrückt,
lg nyx

dragonheart
27.06.2008, 23:46
Omg, gibts einen Weltrekord für den größten Beitrag der Welt? xD

Erstmal danke für die vielen, lieben Antworten..
Echt lieb von euch, dass ihr so viel antwortet :)

@ZanIzuNES:

Kannst du eben wohl! Schon allein dir zuliebe, lerne nein sagen und nein meinen! Denn ich glaube Diana ist es schnurzegal, wie es dir dabei geht.

Ich weiß nicht, ob es ihr egal ist, wie es mir geht. Ich denk mal, sie legt es darauf an, dass es mir nicht gut geht, oder?
Klar, ich kann "Nein" sagen. Aber es fällt mir schwer... Die gesamte Klasse steht hinter Diana. Wenn ich zu Diana was falsches sage, dann steht die gesamte Klasse hinter ihr.
Das heißt nicht, dass ich immer gleich nachgebe. Am Donnerstag hab ich es sozusagen versucht ^^
In der Pause hat mich Diana vor den ganzen anderen verarscht. In der Stunde danach brauchte sie wieder mein Geschichtsbuch. Ich habs ihr verweigert.
Ich sagte es so ähnlich: "Wenn du meinst, du könntest mich dauernd so ausnutzen... In der Pause hast du dich noch lustig über mich gemacht. Wieso sollte ich dir also mein Geschichtsbuch geben?"
Naja, ihr war es dann egal, dass sie kein Buch hatte. Aber in der Mittagspause war ich also auf dem Schulhof und hab auf meine Schwester gewartet. Hab mich also in die Sonne gelegt, bei so ´ner Treppe deren Geländer solche Mäuerchen darstellen. Dann kamen Diana & Co.
"Jetzt sind wir mal nett", meinte Diana. Diana und ihre Freundinnen setzen sich auf das Mäuerchen und lassen ihre Schuhe auf mich runterbaumeln. Nett. Dann meint die eine der Mädchen sie müsste ihre dreckigen Schuhe auf meinen Bauch stellen. Und die andere hat mir ihre Schuhe direkt über das Gesicht baumeln lassen - vllt. 5 Millimeter von meiner Nase entfernt. Fanden sie dann extrem lustig und auch die andere hat ihre Schuhe (uäh, wie waren dreckig:() total dicht über mein Gesicht gehalten. Die haben sich so was von den A… abgelacht. Ich hab gesagt, sie sollen aufhören. Haben sie aber nicht gemacht. Dann hab ich ihre Schuhe weg von meinem Gesicht gedrückt, aber die haben nicht aufgehört. Also nahm ich meine Tasche und wollt weggehen. Und dann die Freundin von Diana: „Warum rennst du denn jetzt weg, hm? Ich find das voll dumm. Wir versuchen immer nett zu dir zu sein und du haust immer gleich ab. Wir wollten schon immer Freundschaft mit dir schließen, aber du willst das ja eh nicht“

Aber wenn sie das als Spaß verstanden, warum haben sie nicht aufgehört, als ich sagte, dass ich das nicht möchte?

Ja, und? Hör dich mal reden und hör sie mal reden! Die ist so fies zu dir, die würde ich morgens noch nicht mal ankucken. Ich sehe es mal soherum - SIE scheint eher dich zu brauchen: um sich selbst besser zu fühlen, weil sie in Mathe nichts blickt - und wahrscheinlich auch sonst nirgends so richtig. SIE braucht dich zum Bücherausleihen, zum Angiften und so weiter, und so weiter.
Zu sojemandem wäre ich noch nicht mal ansatzweise nett - hast du schon mal ausprobiert wenn du sie ignorierst?

Ich sitze neben ihr. Somit kann ich sie nicht ignorieren. Um das mal kurz klarzustellen, ich sitze nicht freiwillig neben ihr. Mein Klassenlehrer hat die Sitzordnung so entschieden. Und als ich das nicht so wirklich wollte, also nicht gestrahlt habe wie ein Sonnenengel, als er das entschied, wurde ich auch wieder wie lange fertig gemacht von Diana & Co.
Ignorieren… Ne, das geht wirklich nicht... Ich mein, ich habs schon oft genug gemacht. Aber es hat nichts gebracht. Auch wenn ich sie ignoriere sprechen sie mich an und machen irgend sowas wie das, was ich oben geschrieben habe…

Frage: Wozu brauchst du sie dann? Damit sie dich jeden Tag runterzieht??? Glaub mir, tief in sich drin ist sie ein ganz armes Würstchen, dass seine Unsicherheit durch die ganzen Gemeinheiten an dir überspielt. Also Kopf hoch und halt dagegen!

Kann sein. Aber was bringt es mir, wenn ich weiß, dass sie ein ganz armes Würstchen ist? Ich habe auch ´n paar ach so nette Mädchen aus der Parallelklasse, die sind schon mal „körperlich“ auf mich losgegangen. Haben mich gewürgt und so O.o Meine Schwester war zum Glück dabei. Hört sich jetzt krank an, aber ich hab mit meiner Tasche um mich geschlagen und meine Schwester… Die hat die Mädchen todesmutig in die Flucht geschlagen ^^ Später sind die sechs Mädchen und ein ach so cooler Junge auf uns zugekommen. Ratet mal, was der Junge sagte: „Ich find das irgendwie voll krank von euch, dass ihr auf die Mädels hier losgeht. Ich find das echt voll schräg von euch.“
Ich / Wir halten dagegen :)

Hey, das ist eine ganze Menge. Viele Mobbing-Opfer haben nämlich noch nicht mal das. Ehrlich gesagt, bin ich grunderleichtert, dass es so ist. [/QUOUTE]

Ich auch. Ich wüsste wirklich nicht, was ich ohne sie tun würde…

[QUOTE] Genau aus dem Grund habe ich mir Sorgen um dich gemacht!

Danke… Find ich lieb, dass du dich um mich sorgst 

@Akissi:

Ich habe jetzt nicht alle weiteren Beiträge gelesen, aber ich hätte eine Frage: Diana scheint mir mit das größte A...aß in deiner Klasse zu sein; trotzdem hört sich das nach den Gesprächen, die du gepostet hast, für mich so an, als würdest du neben ihr oder zumindest in ihrer Nähe sitzen - da drängt sich mir die Frage auf: Warum? Warum tust du dir das an? Das Mädchen ist m.E. gestört und das mein ich nicht mal in ieiner Weise humorvoll.

Ich kann nichts dagegen machen. Ich wurde dorthin gesetzt und mein Lehrer lässt keinen einzigen in der Klasse umsitzen, egal was der andere macht. Übrigens sind ja jetzt nur noch ´n paar Wochen Schule. Das bringt dann auch nichts mehr.

Daher: Ich verstehe es nicht Diana scheint mir ja echt der Höhepunkt der Hetzereien gegen dich zu sein; es gibt bei sowas aber genauso eigentlich immer Leute, die nicht so stark mitmachen bzw sogar nur zukucken, auch wenn das fast noch schlimmer ist. Wäre es nicht besser, sich an die zu halten? Im Grunde ist meine Frage: Was hält dich bei dieser gehässigen Totalpubertierenden?

Klar ist es vernünftiger die schweigende Menge anzusprechen. Aber das sind so was wie „nur Zweierfreundschaften“, wenn ihr versteht, was ich meine. Übrigens wollen die nichts mit mir zu tun haben. Wieso glaube ich zu wissen. Wenn sie zu mir nett sind, gehen Diana & Co. natürlich auch auf sie los.
Also, warum zu mir freundlich sein, wenn es ihnen dann schlechter geht?
Sie verstehen eben auch nicht, dass sie, wenn sie nichts machen auch mitmobben. Ich glaub echt, das ist denen nicht klar.
Die denken eben so „Joah, sagen wir eben gar nichts dazu und halten uns ganz raus.“
Und dann isses für die erledigt. Die haben ja ihre Freunde ^^

@Prosph:

in der grundschule und unterstufe wurd ich auch noch gemobbt... aber so schlimm wie du, nicht mal ansatzweise!

Mobbing ist IMMER schlimm!

zur besserung der situation damals beigetragen. wenn dus gut kannst, dann fühlst du dich den anderen überlegen - und das aus gutem grund, weil du BIST es auch.

Ich weiß nicht, ob Judo jemanden besser macht. Glaube ich kaum…

und wenn du in so einen verein eintrittst, bist du auch wieder in einem umfeld völlig losgelöst von der schule. hier hast du einen neuen anfang und kannst nette leute kennen lernen - wesentlich leichter als bei dir in der schule, da da einfach nicht dieser "mittläufer-effekt"-ist.

In meinem Umkreis gibt es nur einen Fußballklub und einen Tennisklub. Ich wohne in einem Kaff. Da gibt’s nix. Überall laufen meine „damaligen Mobber“ rum oder meine jetzigen Mobber. Auf der Straße werde ich dumm angesprochen und alle gucken mich an, als wäre ich Beknackt. Kein Wunder. Ich wurde ja von den Grundschul - Lehrern und auch von den Realschul – Lehrern als Verrückte erklärt.

@Verräter:

Ich selbst habe irgendwann angefangen den Leuten einfach ins Gesicht zu sagen was ich von ihnen halte (oftmals nicht sonderlich nette Dinge, aber niemals mit sinnlosen Beleidigungen) und darauf folgende Ignoranz. Habe einfach einen riesigen Bogen um sie gemacht, versucht in Gruppenarbeiten "woanders" zu sein (oder möglichst allein arbeiten zu können) und falls es sich nicht vermeiden ließ, nur die allernötigsten Worte mit bestimmten Personen gesprochen. Ideen von diesen Personen bewusst (aber durchdacht) kritisiert und falls möglich so gut es mir möglich war in der Luft zerrissen (oft nicht sonderlich schwer) und mich gleichzeitig an die Lehrer gehalten (wobei wir ziemlich gute hatten) z.b. bei einer solchen "Kein Buch da" Situation. Erst habe ich grundsätzlich die Lehrer gefragt, ob ich in ihr Exemplar sehen darf und falls das nicht möglich war, einfach -> nichts <- getan. Ich wollte diese Leute nicht um Hilfe fragen! (Ebenso wie ich grundsätzlich nicht geholfen habe) [/Qoute]

[Quote] Aber du darfst nicht "vereinsamen"! Suche dir andere Gruppen, außerhalb der Schule (außerhalb des Internets).

Ich finde es echt toll, dass das bei dir funktioniert hat. Aber wenn überall in der Umgebung nur Mobber sind, dann hat man außerhalb der Schule wenige Chancen, Kontakt zu bekommen… Die selben Leute sind auch in den paar Vereinen, die es in diesem Kaff, in dem ich wohne, gibt.

Danke für deinen ausführlichen und lieben Beitrag.

@ DisAster:

Ich weíß genau, wie es ist, wenn die anderen bei allem was man sagt, bloß versuchen einen nachzuäffen.
Meine Grundschulzeit war die Hölle. Man konnte die Klasse einfach nicht unter Kontrolle bringen. Ständig haben sie rumgeschrieen, mit den Stühlen um sich geworfen, sind auf den Tischen gerannt, haben die Lehrerin beschimpft. Ich dachte eine lange Zeit, so sähe es in allen Grundschulklassen aus. Später erfuhr ich, dass alle anderen Klassen Angst vor uns hatten.

So ähnlich kenne ich auch meine Klasse. Passierte auch schon öfters, dass jemand aus unserer Klasse Stühle oder Tische kaputt gemacht hat… Ich hasse meine Klasse irgendwie ^^ Sie scheinen sich auch gar nicht darum zu kümmern, dass sie was lernen sollen. Jemand sagte mal als ich in die Klasse kam: „Keiner hier kommt in die Schule, weil er was lernen will. Wir kommen nur wegen unsren Freundinnen und der Pause“
Andere Klassen sind so wie meine. Oder noch schlimmer. Besonders diese Stufe benimmt sich besonders krank…
Ich finde es echt schlimm, dass man dich wegen deiner Aussprache fertig gemacht hat. Nur weil du das R zu sehr gerollt hast? Ist doch irgendwie echt krank. Das ist doch kein Grund.
Man sollte vielleicht auch dran denken, dass du etwas konntest(?), was die anderen nicht konnten. Du konntest Russisch sprechen. Und ich find das toll 
Man sollte vielleicht auch mal dran denken, dass du flüssig Deutsch sprechen kannst und nur das R rollst… Uah, das regt mich jetzt auf, tut mir Leid…
Aber ich verstehs einfach nicht.

Hm, Dragonheart, hast du schonmal daran gedacht mit deinen Eltern mit dem Lehrer zu reden, nicht über die Klasse, sondern über das Verhalten der Lehrer dazu? Soetwas kann man nicht rechtfertigen. Ein Lehrer sollte die Klasse in die Schranken weisen können. Du hast es schon mit deinen Mitschülern schwer genug, da braucht dir noch kein Lehrer in den Rücken zu fallen.

Ich weiß nicht… Ich glaube kaum, das dass was bringen würde… Die Lehrer sind so was von … öhm… unhöflich und unfähig. Ich glaube, die können es einfach auch nicht besser.

Zu mir wurde auch immer gesagt, ich könne mich gut ausdrücken. In der Sechsten und Siebten war es so dass - wenn ich einen Vortrag hielt - alle meinten ich könne gut Deutsch sprechen. Ich wurde auch oft gefragt, ob ich viel lesen würde. Bei uns herrschte ein besseres Klassenklima und deshalb wurde das auch positiver hingenommen.

Das freut mich echt :)
Wenigstens etwas…

Das mit dem Umsetzten von Diana ist auch schwer. Ich hatte dasselbe Problem. Neben wen setzt du dich, wenn dich niemand leiden kann? Dann sagst du; Ich will mich umsetzen. Diana hat das wahrscheinlich auch schon gesagt. Die Lehrerin fragt: Neben wen? bzw. Wer würde sich neben dragonheart setzten? Alle bleiben still. Was will man machen? Ich hatte das doch auch oft genug. Ich musste auch neben "meiner Diana" sitzen und es war die Hölle.

Du Arme. Ja, ich weiß was du meinst. Übrigens wäre aber in meinem Klassenzimmer auch kein anderer Platz mehr frei. Dann müsste jemand den Platz mit mir tauschen… O.o

Das mit dem Original-Einzelgänger kenn ich auch. Ich möchte dich auch so gerne knuddeln und trösten! Es kommen bessere Zeiten, du darfst bloß nie den Mut verlieren!

Danke. Lieb von dir. =)

@LaZy:

Gibt es denn wirklich niemanden, also ich meien wirklich niemanden der dich leiden kann, mit dem du "abhängen" könntest?
Weil bei mri ist es so, dass die Leute, auf die ichw ert lege mich gut behandeln, auf alle anderen sche*ß ich bewusst. Wer mich nicht mag, Pech gehabt. Wer mich dumm anmacht, kriegt nen SPruch zurück. Lass dir nichts mehr gefallen!

Nein. Entweder sie „stehen unter dem Einfluss von Diana“, oder sie sind die schweigenden Zuschauer. Die wollen aber (wie oben schon mal geschrieben) auch nichts mit mir zu tun haben.

Nun genug von mir.. wieder zu dir: Irgendjemand hat es schon im anderen Thread gesagt: Hilf nru dem, der dir auch hilft. Wenn dir keiner hilft, warum solltest du helfen. Und such Gespräche mti der Schulleitung oder den Lehrern, denn dass du gemobbt wirst kriegt ja wohl auch ein Lehrer mal mit und dann noch auf dir rumzuhacken ist unter aller Sau, ernsthaft.

Warum ich helfe… Öhm, weil ich ein hilfsbereiter, kaum nachtragender Depp bin …
Ich weiß es nicht. Ich helfe ja auch nicht immer, aber wenn ich nicht helfe, dann gibt’s eben auch wieder Probleme – Siehe oben das, was kursiv geschrieben wurde ^^

Danke für den lieben Beitrag :)

@nyx:

Ich mein, ich kann das sehr gut verstehen, immerhin verbringt man jeden Morgen (und manchmal auch Nachmittag) mit seinen Mitschülern, aber hast du vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, dir außerhalb der Schule Freunde zu suchen? Du sagts, dass v.a. deine Familie dir hilft (was ich keineswegs lächerlich oder komisch finde), aber wie wär es denn, wenn du dir ein Hobby suchst, bei dem du mit "Gleichgesinnten" zusammen bist? Ich gehe z.B. reiten, habe lange Zeit Volleyball gespielt und vor ein paar Jahren eine Kampfsportart betrieben. Dabei kann man sehr schnell viele nette Menschen kennenlernen, da man schließlich im Zweifelsfall immer etwas hat, worüber man sich unterhalten kann, sei es das nächste Turnier oder auch nur die Trainingsstunde am nächsten Mittwoch.

Reiten? Naja… Ich mache Pferde ziemlich nervös. Das vorletzte Mal als ich auf einem Pferd saß rastete es aus. Es flog rückwärts über eine Bierbank (war bei ´nem Fest) und der Sattel rutschte ab (mit mir drauf O.o). Am Schluss hing ich zwischen den Beinen des Pferdes, das gerade dabei war total auszurasten. Das letzte Mal setze ich mich vor ´n paar Jahren bei einem Mädchen, deren Eltern einen Bauernhof haben, auf ein Pferd. Es rastete auch aus, schlug mit den Hufen aus und warf mich ab ^^
Also… reiten ist wohl nicht ^^
Ich weiß nicht. Ich hab ja oben auch schon geschrieben, dass ich in einem Kaff wohne. Hier gibt es nichts ohne meine Mobber.

Ich würde sagen, versuch doch einfach mal etwas, das nichts mit Schule zu tun hat, wo du aber trotzdem "unter Menschen" bist, etwas das dir liegt und das dir Spaß macht.

Was macht mir Spaß? Ich schreibe gerne, ich male gerne. Ich unterhalte mich gerne mit Menschen. Aber wenn niemand mit einer angeblich Durchgeknallten sprechen will? Sport? Öhm, ja. Schwimmen, Inliner fahren, Fahrrad fahren… Mach ich ja alles. Aber alleine oder mit meiner Familie bzw. meiner Schwester.


Hier im Internet klappt es schließlich auch wunderbar, dich mit anderen zu unterhalten, warum dann nicht auch im RL?

Wahrscheinlich liegt das daran, dass mich hier keiner wirklich kennt…

Wahrscheinlich habe ich dir jetzt wenig Neues erzählt, aber ich finde es einfach schrecklich, in was für eine Situation man dich gedrängt hat.
Am liebsten würd ich dich einfach mal mit zum Stall schleppen und dir ein paar nette Leute und Pferde vorstellen.

Süß von dir, danke =)

LG Dragonheart

nyx
28.06.2008, 00:13
In der Pause hat mich Diana vor den ganzen anderen verarscht. In der Stunde danach brauchte sie wieder mein Geschichtsbuch. Ich habs ihr verweigert.
Ich sagte es so ähnlich: "Wenn du meinst, du könntest mich dauernd so ausnutzen... In der Pause hast du dich noch lustig über mich gemacht. Wieso sollte ich dir also mein Geschichtsbuch geben?"
Naja, ihr war es dann egal, dass sie kein Buch hatte. Aber in der Mittagspause war ich also auf dem Schulhof und hab auf meine Schwester gewartet. Hab mich also in die Sonne gelegt, bei so ´ner Treppe deren Geländer solche Mäuerchen darstellen. Dann kamen Diana & Co.
"Jetzt sind wir mal nett", meinte Diana. Diana und ihre Freundinnen setzen sich auf das Mäuerchen und lassen ihre Schuhe auf mich runterbaumeln. Nett. Dann meint die eine der Mädchen sie müsste ihre dreckigen Schuhe auf meinen Bauch stellen. Und die andere hat mir ihre Schuhe direkt über das Gesicht baumeln lassen - vllt. 5 Millimeter von meiner Nase entfernt. Fanden sie dann extrem lustig und auch die andere hat ihre Schuhe (uäh, wie waren dreckig:() total dicht über mein Gesicht gehalten. Die haben sich so was von den A… abgelacht. Ich hab gesagt, sie sollen aufhören. Haben sie aber nicht gemacht. Dann hab ich ihre Schuhe weg von meinem Gesicht gedrückt, aber die haben nicht aufgehört. Also nahm ich meine Tasche und wollt weggehen. Und dann die Freundin von Diana: „Warum rennst du denn jetzt weg, hm? Ich find das voll dumm. Wir versuchen immer nett zu dir zu sein und du haust immer gleich ab. Wir wollten schon immer Freundschaft mit dir schließen, aber du willst das ja eh nicht“

Aber wenn sie das als Spaß verstanden, warum haben sie nicht aufgehört, als ich sagte, dass ich das nicht möchte?

*Wüt* *Schäum*
Man, das macht mich jetzt schon wieder total wütend. Da fehlen mir echt die Worte, wie bösartig Menschen handeln können! *arghs* ò.óò.óò.ó

Auch das mit den körperlichen Attacken, das ist einfach nur noch krank. Ich versteh echt nicht, was sich die Leute manchmal dabei denken! Widerlich, sowas... *nein*

In meinem Umkreis gibt es nur einen Fußballklub und einen Tennisklub. Ich wohne in einem Kaff. Da gibt’s nix. Überall laufen meine „damaligen Mobber“ rum oder meine jetzigen Mobber. Auf der Straße werde ich dumm angesprochen und alle gucken mich an, als wäre ich Beknackt. Kein Wunder. Ich wurde ja von den Grundschul - Lehrern und auch von den Realschul – Lehrern als Verrückte erklärt.
Na, toll. Das verkompliziert die sache in der Tat ungemein. ich hätt jetzt ja gesagt: "Wenn man auf einem Kaff wohnt, ist der nächste Reitstall doch bestimmt nicht weit weg", aber: Reiten? Naja… Ich mache Pferde ziemlich nervös. Das vorletzte Mal als ich auf einem Pferd saß rastete es aus. Es flog rückwärts über eine Bierbank (war bei ´nem Fest) und der Sattel rutschte ab (mit mir drauf O.o). Am Schluss hing ich zwischen den Beinen des Pferdes, das gerade dabei war total auszurasten. Das letzte Mal setze ich mich vor ´n paar Jahren bei einem Mädchen, deren Eltern einen Bauernhof haben, auf ein Pferd. Es rastete auch aus, schlug mit den Hufen aus und warf mich ab ^^
Also… reiten ist wohl nicht ^^
Ich weiß nicht. Ich hab ja oben auch schon geschrieben, dass ich in einem Kaff wohne. Hier gibt es nichts ohne meine Mobber.
dann ist Reiten wohl wirklich nicht die geeigntet Sportart für dich. Besonders nicht, wenn AUCH DA deine Mobber sind. Und du zudem noch Angst vor Pferden hast bzw. schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht hast. Wobei ich mir ja hab sagen lassen, dass Reiten schüchternen und unsicheren Menschen hilft, selbstsicherer zu werden, wenn sie merken, dass sie dazu in der Lage sind, ein so großes und kraftvolles Tier leiten und bestimmen zu können. Hast du nicht doch Lust, es nochmal zu probieren? Diesmal auf einem ruhigen Anfängerpferd mit einem ausgebildeten Reitlehrer und ohne Volksfesttrubel drumrum? ;)
Eigentlich sind Pferde nämlich sehr nette Tiere, die ziemlich sensibel auf Menschen reagieren. Außerdem haben DIE ganz sicher keine Vorurteile, ganz egal, was deine Lehrer und Mitschüler für schlimme sachen über dich verbreitet haben. (Ähm, ich schweife ab. Dein Ziel ist es schließlich menschliche Freunde zu finden und nicht tierische... *duck*)

Man, ich weiß wirklich nicht, was ich in deiner Situation tun würde. Umso mehr Respekt habe ich vor dir, dass du dich anscheined noch nicht hast unterkriegen lassen, sondern auch weiterhin nach einem Lösungsweg suchst. *knuddel*

Nejira
28.06.2008, 01:15
@dragonheart

Du Arme! Ich wünschte, ich konnte dir mit einem Sack voller Tempos und ganz vielen Umarmungen zur Hilfe kommen!

Die Situation in dem Kaff ist wirklich besch*****! Aber gibt es vielleicht irgendeine Möglichkeit, in der nächsten (Klein)Stadt oder ein Kaff weiter irgendeinen Club/Verein/etc. zu suchen? Wären deine Eltern vielleicht bereit, dich wenigstens einmal die Woche zu kutschieren - wenn es dir dadurch besser ginge?
Und wissen sie überhaupt, wie dreckig es dir geht?

Zu deiner Diana noch ein paar Worte: So eine blöde kleine *zensiert*!!!
Meine Schwester hatte die letzten drei Jahre auch mit so einer zu tun - eine ähnliche Situation wie die deine, nur nicht ganz so übel (aber es reichte!). Besagtes Mädel hat es dann so weit getrieben, dass sie von der Schule flog - und auf einmal ist die Klassengemeinschaft wunderbar und meine Schwester wird von allen problemlos an- und aufgenommen.

Ich kenne deine Klasse und Umgebung nicht - aber gib nicht auf! Gib ja nicht auf! *knuddel*

Hathor
28.06.2008, 04:00
Ich weiß nicht, ob es ihr egal ist, wie es mir geht. Ich denk mal, sie legt es darauf an, dass es mir nicht gut geht, oder?

Natürlich legt sie es darauf an. Und sie hat ja auch Erfolg damit. Und sie ist offensichtlich sowas wie ein Opinion-Leader in deiner Klasse. Sie ist beliebt, sie sonnt sich im Glanz ihes Publikums, sie ist ein Star in ihrer kleinen Welt. Und sie genießt es. Sie gehört zu der Sorte Menschen, die in ihrer unendlichen Beschränktheit meinen, es ginge ihnen besser, wenn sie andere Menschen runtermachen.

Es hilft dir natürlich nicht, wenn du das weißt. Denn du leidest sehr unter dieser Situation und besonders unter dieser Person.

Leider kann ich dir auch nicht wirklich einen Rat geben, was du machen sollst. Momentan scheint alles, was du tust oder lässt, ein Kampf gegen Windmühlen zu sein.

Ein Satz von dir hat mich allerdings stutzig gemacht... Und zwar der, als du auf die Frage

Hier im Internet klappt es schließlich auch wunderbar, dich mit anderen zu unterhalten, warum dann nicht auch im RL?

geantwortet hast:

Wahrscheinlich liegt das daran, dass mich hier keiner wirklich kennt…


Das klingt ja so, als ob du keine hohe Meinung von dir selber hast. Hoffentlich irre ich mich jetzt da, aber wenn nicht: fang bitte damit an, dich selber zu mögen. Du hast allen Grund dazu. Du bist ein liebenswerter Mensch, auch wenn das manche in deiner Umgebung noch nicht erkannt haben oder nicht sehen wollen. :)

LaZy
28.06.2008, 13:08
Das mit den Schuhen find ich krass. Ich wusste das Kinder/Jugendliche grausam sein können, aber das ist echt hart. Ich würde die Mobbinmädels mit den Schuhe quer über den Schulhof jagen und/oder klatschen. (und ich bin weiß Gott kein Mensch der sofort schlägt und zur Gewalt greift aber in dem Fall...)

Im allgemeinen musst du irgendwie es schaffen dich jetzt zu wehren.

Hab ich das eigentlich richtig mitgekriegt? Du wurdest schonmal auf einer anderen Schule gemobbt, bist dann gewechselt und wirst jetzt wieder gemobbt?
Woran liegt das?

So Leader wie die Diana kenn ich zur Genüge, is auch in meiner jetzigen Klasse so (11te Klasse nebenbei bemerkt..). Da gibt es einfach einen, hinter dem steht fast die ganez Klasse, er hat ein gewisses Standing. Wenn ihm dann jemand ans Bein pinkelt (das bin dann zb Ich, der dieses Jahr neu in die Klasse gekommen ist, wegen Klassenauflösung) dann ist nicht der Leader der Arsch, egal wie sche*ße er sich verhält, sondern der, der was gegen ihn sagt.
Da hilft entweder nur Augen zu und Durch (was ich in deinem Fall für wenig sinnvoll halte) oder aber permanent dagegen gehen und auf den Verstand der Mitschüler hoffen, die irgendwann einsehen, dass der Leader eigentlich der Vollidiot ist und nicht du.

Grüße vom immernoch mitfühlenden LZY

Heryst
28.06.2008, 19:36
Was ist mit unserer Welt los?
Ich dachte vor kurzem noch, dass ich einer der wenigen bin, die in ihrer Schulzeit gemobbt wurden. Und was sehe ich jetzt?
Überall dasselbe. Schüchterne Menschen werden fertig gemacht, weil sie nicht so Recht in eine Gruppe passen. Normale Menschen werden fertig gemacht, weil sie normal sind, es ist furchtbar.
Und es macht mich wütend. Durch einige Gespräche habe ich auch erfahren, dass sowohl mein Bruder, als auch meine Schwester gemobbt wurden. Es ist lange her, und ich war damals noch sehr viel jünger. Muss das wohl vergessen haben. Aber wenn man anfängt zu schwänzen, weil man sich nicht mehr zur Schule traut, weil man von Mitschülerinen angespuckt wird, dass war der Auslöser bei meiner Schwester, da frage ich mich wirklich, was das ganze soll.

Es wurde schon gesagt, dass der Schulhof zu einem Schlachtfeld der Jugend geworden ist. Ich denke, dass war nicht immer so, aber der jetztige Zustand ist unmöglich. Es macht mich wütend, weil ich es am eigenen Leibe erfahren musste, auch wenn es bei mir nicht soo schlimm wie bei anderen war, oder ist.
Für mich persönlich war es sehr schlimm, bei anderen war es schlimmer, für mich persönlich ging es zu weit, dass heißt, dass bei anderen noch viel weiter gegangen wurde/wird, als bei mir. Ich habe dann immer das Gefühl, denen muss es noch schlechter und dreckiger gehen. Wenn ich könnte, würde ich jeden davor bewahren, aber dass kann ich nicht, und dass macht mich auch wütend.
Müssen solche Zustände auf den Schulhöfen sein? Sehen die Lehrer weg, oder interessiert es die nicht? Was um alles in der Welt haben es diese Menschen verdient so gedemütigt zu werden? WAS?
Wenn man jemanden nicht mag, oder mit der Person ein Problem hat, bitte, dann ignoriert ihn, aber Stichelein, dumme Bemerkungen, oder schlimmeres gehen sehr viel weiter und tun verdammt noch mal auch weh, selbst wenn man keine blauen Flecke hat.
ICH VERSTEHE DIESE WELT NICHT MEHR!!!!!!!

DisAster
28.06.2008, 22:27
@Dragonheart

Verdammt, du bist ein toller Mensch! Und ja, ich kenne dich ja gar nicht richtig, sondern nur oberflächlich. Aber du hast es einfach verdient, dass jemand soetwas zu dir sagt! Du bist unglaublich nett, hilfsbereit, STARK! Du hast jetzt schon unglaublich viel durchgemacht. Andere kämen nicht so gut damit klar, aber du schöpfst immer noch Mut und machst weiter! Du bist freundlich, tolerant, du hast Talente! Du kannst dich unglaublich gut ausdrücken und Hochdeutsch sprechen, obwohl du eben sozusagen aus'm Schwabenland kommst. Das ist beneidenswert!
Solch ein schwacher Mensch wie Diana und ihre ach so coole Clique haben nicht mal im Ansatz du Recht dir etwas anderes einzureden. Und du hast dieses Recht auch nicht!

Andere Menschen sehen dich komisch an. Sie kennen dich nicht! Nicht mal oberflächlich! Sie haben sich nie wirklich richtig mit dir unterhalten oder mal versucht dich kennenzulernen. Sie hören nur Geläster von anderen. Von soetwas kann sich niemand eine Meinung bilden. Wir haben schon viel von dir gelesen, uns teilweise mit dir beschäftigt. Denkst du nicht wir können uns eher eine Meinung bilden? Diana interessiert sich doch auch nicht für deinen Charakter. Sie braucht nur irgendein Opfer.
Deine Verwandten mögen dich doch auch! Und sie kennen dich bereits dein Leben lang! Sie kennen dich richtig und mögen dich. Glaub ja nicht irgendwer hier würde dich gar hassen, wenn er dich wirklich sehen und näher kennen würde.
Du bist einfach ein toller Mensch, weil du unglaublich viele positive Eigenschaften hast, die viele andere nicht aufweisen können.

Das mit dem "Wir wollen doch mit dir befreundet sein. Du benimmst dich uns gegenüber echt scheiße." hatte ich auch schon oft genug. Ich frage mich echt, ob sie die Tragweite ihrer Handlungen überblicken, ob sie überhaupt nachdenken, was sie da machen. Bestimmt wollen sie bloß ihren Spaß, müssen sich über jemand anderes lustig machen. Das regt mich auch so auf. ò.ó

Du musstest echt viel durchmachen. Ginge in deiner Nähe nicht mal eine Zeichenschule oder ein Schreibworkshop?
Hmm...
Habt ihr schonmal dran gedacht umzuziehen? Irgendwo vollkommen neu, ohne Vorgeschichte anzufangen? Ich weiß, dass wäre für deine Verwandten auch sicher hart, aber vielleicht brächte es was. Du hast schon oft die Schule gewechselt, jedoch muss nicht jede Klasse so sein!


Ich wünsche dir und allen anderen Mobbing-Opfern unglaublich viel Glück, Mut und vor allem Kraft!

ZanIzuNES
28.06.2008, 22:44
Zum Thema - Lehrer sehen weg:

Stell dir folgendes vor: Ein Schulhaus bestehend aus Aula - Pausehof - Keller mit Schülerspinden - diverse Verbindungsgänge und dort befindlichen Toiletten. (ich beschreibe mein ehemaliges Gymmi)
Pausenaufsicht: 1 Person auf den Gängen (eine im Erdgeschoss eine im oberen Stock) - Seitengänge und Treppenhaus sind ab einem gewissen Punkt von der Aufsichtsperson nicht einsehbar, dafür die Aula von oben über eine Gallerie einsehbar

Aufsicht auf dem Pausenhof - 1 Person

Aufsicht im Keller - Null Personen

Wo würdest du als Mobber zuschlagen? - Auf den Toiletten, im Treppenhaus oder im Keller. Du brauchst nur, deinem potentiellen Opfer zum Spind folgen. Der/die Lehrer die Aufsicht haben sind durch die Vielzahl der Leute (meine Schule hatte damals schon ca. 1200 Schüler) komplett abgelenkt. Da reicht schon, wenn einem aus der 5. Klasse auf dem Gang ein Bein gestellt wurde und der Lehrer, der Aufsicht hat, kuckt nach dem - braucht sich noch nicht mal lange damit beschäftigen - 5 Minuten können dabei trotzdem drauf gehen. 5 Minuten sind für den dens im Keller trifft eine Ewigkeit.
Wegsehen - ich denke eher - es ist das Problem, dass zu wenig Aufsicht auf zu viel Fläche da ist.

Andererseits - Pausen sind auch für Schüler zur Erholung gedacht. Möchtet ihr denn wirklich auf Schritt und Tritt überwacht werden?

Und in dem Moment - wo ein Lehrer zum Beispiel in der einen Keilerei eingreift - haben fünf andere Keilereien die Chance unbemerkt zu bleiben.
Ab einer gewissen Masse an Schülern und / oder einer gewissen räumlichen Situation ist es unmöglich seine Augen überall zu haben. DAS ist eine traurige Wahrheit.

Noch ein Problem: an Grundschulen kennen die meisten Lehrer ihre Schüler - oft kennen sogar die Lehrer aus Parallelklassen noch die aus anderen Klassen mit Namen. Da ist es einfach leichter - jemand bestimmten genauer zu beobachten und nach ihm zu sehen, um im Notfall einzugreifen.
An so einer Riesenschule wie meinem alten Gymmi ist das nicht der Fall, dort gab es damals 110 Lehrer - die kannten sich zum Teil noch nicht mal untereinander. Da wäre so eine Bitte an die Pausenaufsicht wie: "Achte doch mal auf den Schüler X, der piesakt den Schüler y immer so" gar nicht möglich.
Drittes Problem: wurde auch schon mal angesprochen - große Klassen. Ich wette kaum einer von euch hat jemals länger als 10 bis 15 Minuten vor seiner eigenen Klasse gestanden. Vielleicht konntet ihr manchmal sehen, wenn mal wieder die Jungs in der letzten Reihe Schafkopf gespielt haben. Aber was hat der Rest in dem Moment gemacht, als ihr eure Aufmerksamkeit darauf konzentriert habt? Die Mädels von Tisch 4 und 5 geben die Standart-Tratsch-Geräuschkullisse von sich ... Tisch 1 erste Reihe, Schüler A haut Schüler B ein Buch auf den Kopf - Lehrer L greift ein und hält die übliche Standpauke: Samma spinnt ihr! Ihr wisst doch...." In der Zeit wird Mobbing-Opfer Z gerade von der Nachbarin gezwickt und kriegt ein: "Wehe du sagst was!" zugezischt.
Gut, der Lehrer müsste eine Klasse immer so im Griff haben, dass so einen "Tratsch-Situation nicht entsteht - aber die entstehen nun mal zwangläufig immer. Z.B. wenn grad Stundenwechsel ist - bedeutet ca. 5 Minuten ohne Aufsicht in der Klasse, weil Lehrer nun mal immer noch nicht von Klassenraum zu Klassenraum beamen können. Und je größer das Schulhaus, desto länger die Unterbrechung.

Dennoch - es muss sie tatsächlich geben, die Lehrer, die wegsehen. Aber es gibt sie auch - die Lehrer die versuchen hinzusehen - aber leider meist am falschen Ort zur falschen Zeit. (Das sind die, die dann immer als ungerechte Schnüffler beschimpft werden)

Gruß Zaniz

Phrosh
28.06.2008, 23:59
mobbing heißt nicht gleich, dass 10 schüler um einen herum stehen und ihn einschüchtern. mobbing passiert meistens eher nicht gleichzeitig sondern nacheinander. vor allem psychisch. von daher wird der lehrer durch bloße aufsicht in pausen und gängen eine eher geringe chance haben, so etwas aufzuhalten.
dass hier das personal limitiert ist, ist für mich völlig transparent und habe dem auch nichts vorzuwerfen.
das einzige, was durch eine solche aufsicht verhindert werden kann, sind physische übergriffe gegen andere schüler oder offensichtliche beleidigungen etc. das eigentliche mobbing ist viel subtiler.

das was ich zu kritisieren habe, und es als "lehrer sehen weg" abstemple ist, wenn ein mobbingopfer zu einer bezugsperson, in diesem falle (vertrauens-) lehrer geht und das mobbing meldet, und dies mit einem einfachten "macht das unter euch aus" unter den tisch gekehrt wird, so wie es stets bei mir war, wenn ich zu meiner grundschul-lehrerin ging.

bisou
05.07.2008, 23:04
Auch ich habe immer gedacht, ich wäre eine der wenigen, die gemobbt werden. Aber wenn ich mir das lokale und auch weiter gehende Geschehn ansehe, glaube ich das nicht mehr.
Ich kann leider nicht auf die vorhergehenden Beiträge eingehen, sonst kriege ich selbst nichts mehr auf die Reihe, doch was ich bisher gelesen habe, hat mich zutiefst schockiert, denn bei mir ist es manchmal dasselbe, manchmal ist es in meiner Auffassung schlimmer, manchmal auch wieder nicht.
Aber es tut mir für all jene Leid, die das durchmachen müssen oder durchgemacht haben, denn ich glaube, dass damit das Wesen, der komplette Charakter beeinflusst wird, nicht zwingend zum positiven.
Vielleicht interessiert den ein oder anderen meine ganz persönliche Geschichte, vielleicht auch nicht, ich stelle sie hier rein, als weiteres Beispiel, was Mobbing sein kann und was es bewirken kann.
Vielleicht kommen dann einige mal zur Vernunft, vielleicht auch nicht, teilweise kann man nur hoffen, flehen, dass es zu einer Einsicht kommt, denn was in unserer Gesellschaft abgeht ist mittlerweile nicht mehr normal. Absolut nicht.

Grundschule.
Am Anfang war alles völlig okay. Obwohl, auch nicht ganz. Ich muss wohl ein bisschen früher anfangen, wo ich ungefähr 4 oder 5 war.

In dieser Zeit wohnten wir noch in Dortmund. Wir mussten umziehen, weil mein Vater verlegt wurden, ich habe alle meine Freunde in meiner Heimatstadt verloren, war fortan völlig alleine, hatte nur noch meine Familie. Also habe ich angefangen, aus Frust zu essen, hatte bald probleme mit meinem Körpergewicht und wiege heute auch noch mehr, als ich eigentlich sollte.
Dann kam ich in den kindergarten. Auch dort hatte ich keine Freunde, mehr oder weniger Bekanntschaften. Richtig gut verstanden habe ich mich nur mit den Erzieherinnen, die keinen unterschied zwischen dick und dünn machten. Meine Mitkinder taten dies schon.

Vier Jahre Quälerei gingen vorüber, dann wurde ich eingeschult.
Am Anfang war alles super, die anderen waren nett, aber wie gesagt: Am Anfang. Dann ging die Hetzerei los.
"Du willst doch nicht etwa mit der Dicken da spielen, oder?"
*kopfschütteln* "Nein, natürlich nicht." *gehen*

Also stand ich die Pausen wieder alleine da, habe in seelenruhe meinen Apfel geknabbert, ging pünktlich zu Stundenbeginn wieder in den Klassenraum.
Ich war die Beste in der Klasse. Jeder wollte Hilfe, wenn er nichts verstand, und ich half. Ich dachte mir: "Hey, vielleicht kriegst du für deine Hilfe ja mal etwas zurück."
Fehlanzeige. Die Ausgrenzung ging weiter. Bei den Lehrern war ich das schwarze SChaf, ich habe zu der Zeit schon viel Sport gemacht, hatte ungewöhnlich viel Kraft und war deshalb im Umgang mit Sportgeräten viel ... durchgreifender und energischer als die Anderen.
Also bekam ich Ärger von den Lehrern, das hat mir zu der Zeit allerdings nicht viel ausgemacht.
Anfang der dritten Klasse habe ich mich mit einem Mädchen angefreundet, die auch heute noch meine einzige Freundin ist.
Sie schleppte mich zu ihrer Clique mit, doch das einzige was ich tat, war daneben zu stehen und den Mädchen bei ihren belanglosen Plaudereien zuzuhören.
Die Jungs in meiner Ex-Klasse freundeten sich mit denen in der Parallelklasse an, die dann auch mit vereinten Kräften auf mich losgingen. Von da an wurde es immer schlimmer.
ich habe angefangen mich zu verstellen. Dás Mädchen, das viele kennen, das Mädchen, mit der großen Klappe, extroviert und teilweise auch sehr offen, das ist eine Hülle. Warum glaubt jeder, dass ich hart wie Eis bin, warum?

Gymnasium:

Ich kam in meine neue Klasse, vergaß fast die alten Erfahrungen und dann ging das Spiel wieder von vorne los.
ich war und bin eine Aussenseiterin, eben weil ich nicht den perfekten Körperbau habe und meinen Hintern in keine Hotpants reinzwingen möchte. ich bin kein Topmodel mit Beinen bis zum Himmel. Und mich stört das nicht. Aber die Anderen anscheinend.
Ich wurde ausgegrenzt, ´herumgeschubst, bespuckt, geschlagen, beleidigt und ließ es über mich ergehen.
"Irgendwann", so dachte ich, " irgendwann, da wird es besser."
Wann ist dieses irgendwann?
Alle Mädchen aus der Klasse hatten schon einmal einen Freund - ich habe noch nicht einmal einen Kuss beim Flaschendrehen bekommen.

Aber was soll's.
Was ist, ist wie es ist und man kann es nicht ändern.
Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt. nicht für mich jedenfalls.

Einige sagen, ich sei einfach zu erwachsen für mein Alter. Komme ich deshalb so viel besser mit Älteren klar? Ich hab nicht den blassesten Schimmer.
Aber meine Familie unterstützt mich in allem was ich tue und darüber bin ich sehr froh.

Aber die Mauer, die ich zum Schutze um mich herum errichtet habe, die kann keiner mehr einreißen oder durchdringen. Nur die, die ich wirklich gut kenne. Ich will so nicht mehr sein, aber ich kann daran auch nichts mehr ändern. Es ist wie es ist und langsam beginne ich, das zu akzeptieren. Auch wenn's stellenweise sehr weh tut.

Ich erwarte kein Mitleid oder sonstiges, aber vielleicht hilft es einigen, einfach Aussagen von mir besser zu verstehen, da ich öfters mal gefragt wurde, was denn los sei.

PS: Lehrer sehen nicht weg. Sie können nur nichts tun. Wer Mobben will, findet einen Weg. IMMER.

Liebe Grüße

Hathor
05.07.2008, 23:39
Ich will dir auch kein Mitleid geben, bisou. Mitleid macht nichts besser, es verstärkt nur den Schmerz. Aber ich kann dir Verständnis und Mitgefühl geben. Denn ich fühle mit dir.

Dieser Thread hier ist sehr hart und sehr wichtig. Vielleicht sollten wir alle regelmäßig den einen oder anderen Beitrag lesen. Einfach um zu sehen, dass wir nicht allein sind, wenn es uns schlecht geht. Und auch deshalb, um füreinander ein bisschen mehr Verständnis aufzubringen.

Und wenn ich immer wieder lese, dass die Lehrer wegschauen und nichts tun, dann frage ich mich: Was sollten sie denn tun? Denkt jemand im Ernst, dass das Eingreifen von Lehrern in solchen Fällen ein Ende des Mobbings bewirken würde? Nein, das Leben ist kein Hollywoodfilm.
Denn wie bisou sagte:


Wer Mobben will, findet einen Weg. IMMER.


Ja, leider. Wenn das Mobbing im Schulhof nicht mehr stattfinden kann, dann verlagert es sich eben auf andere Schauplätze.

RickyLee
05.07.2008, 23:53
ich war und bin eine Aussenseiterin, eben weil ich nicht den perfekten Körperbau habe und meinen Hintern in keine Hotpants reinzwingen möchte. ich bin kein Topmodel mit Beinen bis zum Himmel. Und mich stört das nicht. Aber die Anderen anscheinend.


*knuddel* Bisou, ich bin jetzt offiziell ein Fan von dir ^^
Ich weiß noch, wie die anderen aus meiner Klasse nach dem Sportunterricht an mir rumgekrittelt haben: eeeh, warum ziehst du mal nicht Kontaktlinsen an? Warum bist du immer so schwarz, zieh dich doch mal bunter an, da gibt jetzt auch voll die tollen, modischen Schals. Und stell die Träger des Schulranzens mal runter, das sieht cooler aus...

Du hast, nach eigener Aussage, vielleicht nicht die perfekte Figur oder bist ein Püppchen, dafür hast du aber was wichtigeres: Charakter.
Und: Mode hält nur eine Saison. Stil ein Leben lang.

Ich hatte bisher auch noch keinen Freund und das tut schon weh...
Aber andererseits denk ich mir... die Tussies hatten schon mit 13 einen, die haben früh angefangen, zu üben. Und wer sich so gibt, als würde sie jeden ranlassen, nunja, die hat dann halt auch jeden, nech?

Und Jungs sind Mädchen eh von Natur aus 2-3 Jahre hintendran... die brauchen nochmal ne Ecke länger um sowas zu schnallen.

Akissi
06.07.2008, 16:37
Einige sagen, ich sei einfach zu erwachsen für mein Alter. Komme ich deshalb so viel besser mit Älteren klar? Ich hab nicht den blassesten Schimmer.
Aber meine Familie unterstützt mich in allem was ich tue und darüber bin ich sehr froh.


Genauso ging es mir auch bis vor nem Jahr. Meine Mutter meint immer, ich wäre geistig weiter, aber emotional hintendran gewesen O_o" Also iwie insofern, dass ich erwachsener dachte als andere, aber kindlicher fühlte... das Gefühl hab ich heute manchmal immer noch...

Ich werd auch heute noch dauernd von Klassenkameraden angesprochen: "Du sprichst voll gebildet." - "Ich trau mich gar nicht, den Mund aufzumachen, wenn du da bist." - "Du benutzt Wörter, die kenn ich gar nicht." - "Du sagst ja nie "Ey" oder "Mann"..." (letzteres stimmt nicht mal O_o)
Es ärgert mich immer etwas, aber ich hab gelernt, drüber zu grinsen und es als Anerkennung zu nehmen... insofern habe ich auch in der Hinsicht ein Riesenglück mit meiner neuen Klasse :)

Wenn dieses Aufeinandertreffen von verschiedenen Intelligenz-Stufen aber so aussieht, dass daraus Mobbing entsteht... das ist zum Kotzen. Wie gesagt, ich kenne es. Das Beste daran war immer, dass ich nicht dahinter gekommen bin; heute, so im Rückblick, erscheint mir das alles logisch : D
Es ist eine Form von Neid... nur bringt einem das nichts, wenn man drinsteckt, das weiß ich =/

Was die Sache mit den Lehrern betrifft: Ich denke nicht, dass alle wegsehen, aber viele tun es. Manchmal bemerkt man das Mobbing sicher nicht, das ist mir klar, aber wenn zB jemand während der Stunde dauernd nachgeäfft wird etc... das fällt doch auf. Man muss ja kein Fass aufmachen von wegen "Eeeeeeh, lasst sofort das Mobbing, damit zerstört ihr den Charakter und seid böse Kinder." Wenn man dann mit der Vermutung ins Klo greift... :D Aber... ich glaube, bei vielen würde ein "Jetzt halt doch mal den Mund!" in genervtem Tonfall reichen. In den ersten Jahren wird ausprobiert. Wenn der Lehrer etwas dagegen sagt, bringt das meistens schon was. Wenn nie irgendwas passiert, ist das eine indirekte Bestätigung... deswegen wäre es m.E. wichtig, dass man iwie versucht zu vermitteln, dass man Hassereien nicht anerkennt und duldet.
Ich war leider noch nie Lehrer : D Deswegen kann ich das schlecht einschätzen... aber bei manchen hab ich schon dagesessen und hätte ihn am Liebsten angeschrien "Mach deine Glubscher auf!"

PoiSonPaiNter
07.07.2008, 01:29
ich war und bin eine Aussenseiterin, eben weil ich nicht den perfekten Körperbau habe und meinen Hintern in keine Hotpants reinzwingen möchte. ich bin kein Topmodel mit Beinen bis zum Himmel. Und mich stört das nicht. Aber die Anderen anscheinend.
Ich wurde ausgegrenzt, ´herumgeschubst, bespuckt, geschlagen, beleidigt und ließ es über mich ergehen.
"Irgendwann", so dachte ich, " irgendwann, da wird es besser."
Wann ist dieses irgendwann?
Alle Mädchen aus der Klasse hatten schon einmal einen Freund - ich habe noch nicht einmal einen Kuss beim Flaschendrehen bekommen.

Ich weiß noch, wie die anderen aus meiner Klasse nach dem Sportunterricht an mir rumgekrittelt haben: eeeh, warum ziehst du mal nicht Kontaktlinsen an? Warum bist du immer so schwarz, zieh dich doch mal bunter an, da gibt jetzt auch voll die tollen, modischen Schals. Und stell die Träger des Schulranzens mal runter, das sieht cooler aus...

Du hast, nach eigener Aussage, vielleicht nicht die perfekte Figur oder bist ein Püppchen, dafür hast du aber was wichtigeres: Charakter.
Und: Mode hält nur eine Saison. Stil ein Leben lang.

Ich hatte bisher auch noch keinen Freund und das tut schon weh...


Was das angeht kann ich auch mitreden:

Erstmal ich persönlich finde meinen Körper einfach nur schecklich und ich will ihn andern Leuten nicht aufzwingen. Für meine Größe wiege ich ca 10 Kilo zu viel und habe leider ziemlich viele männl. Gene (Statur und so) für nen Weib, was halt nicht unbedingt für mich spricht.
Was Ricky meinte mit dem nicht so schwarz...an meiner alten Schule wurde ich mal darauf angesprochen das ich nicht immer so weite schwarze Shirts tragen soll, die stünden mir nicht...da hab ich mir nur gedacht das Gegenteil würde euch doch noch viel mehr ankotzen..-.-...da hatte ich nämlich eine in der Klasse die noch etwas fülliger war/ist als ich, die wurde dann auch des öffteren als Fettklops u.ä. betitelt, aber das hat sie nicht interessiert sie hat trotzdem weiterhin ihre kleinen engen Tops getrangen, die andere die dann aus meiner damaligen Parallelklasse dazu kam wurde sogar als "Miss Piggy" bezeichnet, da sie mit vorliebe enge, rosa Klamotten trug...-.-...

Jetzt in der neuen Klasse unterscheide ich mich komplett von den andern Mädels in meiner Klasse. Schließlich bin ich die einzige die Bandshirts trägt! :D Um auch mal was positives zu nennen, letzte Woche haben ich von einer aus meiner Klasse - wir sind iwie aufs Thema dicke in engen Klamotten gekomm- eine Art Kompliment bekommen, sie meinte sie hat nichts gegen dicke und sie fände es gut das ich mich meinem Körper entsprechend kleide. (->*nicht mit Komplimenten umgehn kann*) Naja mir gefällt das rumgeschwabbele bei andern schon nicht, warum sollte dann ich das selbst zur Schau stellen? o.O Seh ich gar nicht ein...außerdem mag ich meine Shirts, die sind so schön schwarz und manchmal auch mit lustigen Sachen drauf! :)

Und was die Sache mit dem Freund angeht: Da sollten wir wohl nen Club gründen! *lol* "Die jungen Jungfern" *muahaha*. Und dabei bin ich glaub ich sogar noch älter als ihr beiden!? o.O
Mit den Kerlen an der Schule ist das sowieso so ne Sache, die einen machen auf cool und gehn wirklich nur nach aussehen die anderen nehm alles ganz locker.
Letzteres trifft glücklicherweise auf meine neue Klasse zu: Da gibt es *nachzähl* 4-5 Kerle mit denen ich mich gut verstehe. Mit zweien fahr ich diesen Sommer nach Wacken. Obwohl ich die Jungs nicht so gut kenne und sie auch nicht als Freunde bezeichnen würde, weiß ich egtl das es sie nicht stört, dass ich anders bin. Hey die akzeptiern ja sogar meine Mitbewohnerin als Lesbe in ihrer Runde! :D Was man von unserer Parallelklasse zB nicht behaupten kann:

Situation bei der Bungalowverteilung:
Erst hieß es, es ist ein Bungalow zu viel, dann war wieder einer zu wenig. Wir hatten grade ausgepackt, hieß es es sollten noch zwei Mädels zu uns rein kommen.
Wie dem auch sei, die Mädchen aus der Parallelklasse stehn ca 10 (?) Meter von uns entfernt haut die eine raus "Zu der Scheiß Lesbe geh ich nich in Bungalow!" Danach war der Tag gelaufen. Aber die ham schon des Öffteren solche Schoten rausgehaun...so vonwegen "Guck ma das is die Lesbe aus der Parallelklasse..." Was is denn so schlimm daran das sie auf Frauen steht????!!!! Das tolle war ja besagtes Mädchen und ihre Freundin haben Souveniers an einem Gay and Lesbian Infopoint gekauft! *muahaha*

Jedenfalls habe ich das Glück in eine Klasse gekommen zu sein, in der die Aussenseiter zusammen halten. Das lustige war ja, wenn wir beide bei den o.g. Kerlen warn, war ich die einzige Person die auch auf Kerle steht! o.O Also war ich ein Außenseiter unter den Außenseitern...zum zweiten mal! :D

Ollowain
07.07.2008, 21:02
Hmm, schwieriger Thread… Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, alles zu lesen, aber ich halte mich ran.
Ich fang mal ganz dreist mit meiner Vergangenheit an

Tja… Ich war nie das Mädchen, das eine Horde Freundinnen hat. Ich hatte meistens eine manchmal auch zwei engere. Entsprechend war es für mich schon immer schwer, mich in größeren Mädchengruppen wohl zu fühlen – ich habe die Gruppendynamik nie so ganz geblickt.
In der Grundschule ging das so halbwegs, ich hatte mehr oder weniger Kontakt zu den Kindern in meiner Klasse, war aber nie irgendwie beliebt oder so was. Kurz nach meiner Einschulung trennten sich meine Eltern. Mein Bruder und ich lebten vorerst bei meiner Mutter. Ich habe die Trennung dadurch kompensiert, dass ich mich total in die Schule gekniet habe. Mathe lag und liegt mir sowieso, Deutsch war eher problematisch, aber in allen anderen Fächern hatte ich keine Probleme. Schließlich konnte ich die 2. Klasse überspringen.
In der neuen Klasse fühlte ich mich auch wohler, als in der alten, in der ich mich nicht so wirklich wohl gefühlt hatte.
Mit sieben oder acht wollte ich zu meinem Vater und meiner (späteren) Stiefmutter ziehen. Meine Mutter versuchte das mit einer Art Mobbing zu verhindern. Ich schaffte es trotzdem. Durch den Umzug schaffte ich es auch, meine Leistung in Deutsch zu verbessern. Ich war damals wirklich sehr schlecht in Deutsch. Also musste ich keine Klasse wiederholen oder so etwas.
Der ständige Stress mit meiner Mutter hielt aber noch bis Ende der Vierten an. Danach gab es noch ein paar heftige Ausbrüche, aber sonst war eigentlich „Ruhe“.

Im Gymnasium kam ich dann in eine eigentlich sehr nette Klasse – diesem Umstand habe ich zu verdanken, dass ich nie in der Schule gemobbt wurde.
Ich hielt mich aber von den anderen Schülern fern… Sie waren mir einfach nicht geheuer.
Das kam wohl daher, dass ich mich immer für anders hielt. Schon komisch, was ein breiteres Kreuz als bei den meisten Mädchen und einige Muskelansätze so alles auslösen können *rolleyes* Ich fand es sehr komisch, dass ich anders gebaut war, als die anderen Mädchen.
Mit meiner Mutter stand ich nach wie vor auf Kriegsfuß.

Ich fing an zu Reiten. Dabei blieb ich auch drei oder vier Jahre. In der Siebten machte ich dann Leichtatlethik, stieg aber nach einem Jahr aus, weil ich 1. die Gruppe gar nicht mochte und 2. die Schlechteste war, so sehr ich mich auch anstrengte… Es ist einfach deprimierend, wenn zwei Jahre jüngere im Sport besser sind als du…
In der Achten habe ich zwei sehr gute Freundinnen gefunden. Meine besten *ja*. Durch eine kam ich auf meinen jetzigen Sport: Wing Tsun, durch die andere noch mehr auf den Geschmack von Manga und Anime.
Durch beide kam ich dann auch mehr mit dem Internet in Berührung.

Dadurch dass nun auch mein Bruder zu meinem Vater zog spitzte sich die Situation mit meiner Mutter gewaltig zu. Ende November hatten wir uns dann sehr, sehr heftig gestritten und ein halbes Jahr lang nicht mehr gesehen – das gibt sich jetzt zum Glück wieder… Hoffe ich zumindest.

Durch meine beiden Freundinnen kam ich endlich mehr mit meiner Klasse, bzw. anderen Mädchen in meinem Alter zusammen. Es ist zwar immer noch nicht einfach, aber mit ein paar verstehe ich mich relativ gut ^^
Seit diesem Winter stehe ich vor der Schule jeden Morgen, wenn wir zur ersten Stunde Unterricht haben, mit den Jungen aus meiner Klasse herum – und ich fühle mich echt wohl. Die sind schlichtweg unkomplizierter als die Mädchen. Auch vom Sport her komme ich mehr mit Jungen in Kontakt – ich glaube ich bin ihnen teilweise (etwas) ähnlich(er) geworden *lach*


Seit einigen Wochen habe ich Dreads... ziemlich kurz noch >_>" Naja, meine Klasse hat es gelassen aufgenommen. Aber einige 6. oder 7. Klässler finden meine Haare im wahrsten Sinn des Wortes zum brüllen.
Am Anfang hat mir einer von denen ziemlich arg in die Hacke getreten und ich habe mich, als der auch noch meinte einen Kommentar zu meinen Haaren abgeben zu müssen, dummerweise mit ihm angelegt. *mph* Jaah, schön blöd, ich weiß.
Solange die sich damit begnügen hinter mir herzurufen ist mir das relativ egal, aber seit sie mich dann mal geschubst haben und nochmal handgreiflich geworden sind, hatte ich echt Muffen vor denen. Ich kann die für so einen "Kleinscheiß" ja schlecht zusammenschlagen. Vor allem weil wir an unserer Schule die unsinnige Regel haben, dass bei Schlägereien, etc. immer die Älteren die Schuld tragen, egal ob sie wirklich Verursacher des Streits waren, oder nicht. Und den Triumph will ich ihnen dann auch nicht gönnen.
Wenn das nächste Mal was ist werde ich da mal ein Fass aufmachen, aber bisher war es ruhig.
Die waren nicht mal in meiner Klasse... Allein die Vorstellung, dass so jemand in meiner Klasse sitzt schnürt mir schon die Kehle zu.


Situation bei der Bungalowverteilung:
Erst hieß es, es ist ein Bungalow zu viel, dann war wieder einer zu wenig. Wir hatten grade ausgepackt, hieß es es sollten noch zwei Mädels zu uns rein kommen.
Wie dem auch sei, die Mädchen aus der Parallelklasse stehn ca 10 (?) Meter von uns entfernt haut die eine raus "Zu der Scheiß Lesbe geh ich nich in Bungalow!" Danach war der Tag gelaufen. Aber die ham schon des Öffteren solche Schoten rausgehaun...so vonwegen "Guck ma das is die Lesbe aus der Parallelklasse..." Was is denn so schlimm daran das sie auf Frauen steht????!!!! Das tolle war ja besagtes Mädchen und ihre Freundin haben Souveniers an einem Gay and Lesbian Infopoint gekauft!

Woher kenne ich solche Situationen nur? *mph*
Auf einer Sprachreise hatte einige Mädchen den Verdacht eine andere wäre lesbisch. Sie stellten sie also auf dem Klo zur Rede, und etwas verdutzt antwortete sie ohne großartig nachzudenken mit "ja".
Wir waren von Anfang an sehr gut miteinander ausgekommen und es war mir egal.
Diese Mädchen haben dann angefangen, das Mädel auszuschließen, zu ignorieren und so Sachen. Wenn das länger gegangen wäre, wäre da sicherlich noch schlimmeres draus geworden. Nach einigen Vermittlungen hatte sich das dann wieder halbwegs beruhigt.
Aber dieses Ergeignis hat mir Angst gemacht: Wie schnell man wegen einer Abweichung von einer "Norm" gemobbt werden kann, wenn man an die Falschen gerät *nein*
Traurig, erschütternd. *nein*

Rückspiegelgott
11.07.2008, 12:58
Nun zuerst muss ich sagen das ich schon einige Jahre aus der allgemeinbildenden Schule raus bin*fan* aber in meiner Klasse war ich der, der irgendwie mit allen gut auskommt aber irgendwie doch ein Außenseiter ist.

Mitlerweile habe ich festgestellt das es keiner mehr geschafft hat mich zu mobben:D. Warum? Ich begegne "mobbing" auf sehr unkonventionelle Weise. Mit Vorurteilen habe ich ständig zu kämpfen, da ich ein langhaariger Metaler bin und eigentlich immer schwarz rumlauf. Wenn mich jetzt jemand dumm anmacht reagiere ich so:

- Bestätigen (nichts verwirrt mehr als wenn du sämtliche Vorbehalte bestätigst, ob sie nun stimmen oder nicht ist egal, denn du kannst die Anderen sowiso nicht von der Wahrheit überzeugen)

- Arroganz (Ich weiss nicht warum es funktiuoniert aber es funktioniert. Probiert es mal aus!*thumbsup*)

- Vom Thema abkommen (Du hast ja so recht ich.... hol mir ne Cola*winke*)

Was ich mache hängt natürlich von meiner Stimmung und der/den Person/en ab die mit mir kommunizieren.

koshka
11.07.2008, 21:07
...in der Schulzeit war ich auch immer ein beliebtes Mobbingopfer vor allem ab der 5., ich war zimlich dünn, und nur mit Jungen aufgewachsen und eben auch so sozialisiert... Ich gehörte nirgendwo dazu, hatten einen gänzlich anderen Musikgeschmack (Hannes Wader, Arek Brauer, Reinhard May :D )
Ich war auch nur mittelmässig in der Schule, wollte aber auf's Gymnasium und hätte es wohl auch geschafft, aber als ich mir von der Lehrerin den Antrag dazu holen wollte hat sie mich nur vor der ganzen Klasse ausgelacht und mir keinen gegeben... Naja, wenn man schon von einer Lehrkraft so behandelt wird ist man für die Mitschüler Freiwild.

Ich hab mich dann eher zurückgezogen, und gelesen und die Leute beobachtet. Auf der Realschule hab ich es dann Stück für Stück geschafft, mich zum Alphatier hochzubeissen, wenn auch eher zum inoffiziellen. Es gab nach wie vor diejenigen, die sehr laut bellten, aber Respekt hatten sie vor mir, wenn sie etwas wissen wollten kamen sie zu mir.
Das änderte sich wieder als ich nach der Mittleren Reife auf's Gymnasium gegangen bin... aber wirklich auf der Omegaposition war ich nie wieder. Auch während dem Studium nimmer. Ich füge mich zwar auch nicht richtig in Gruppen ein - in Kleingruppen neige ich immer noch dazu sofort die Führung zu übernehmen aber ich halte mich absichtlich zurück.

Weswegen ich jetzt eigentlich poste ist ein Komilitone, der definitiv gemobbt wird. Ich kann nicht sagen, daß ich nicht mitmache, auch wenn ich mich bemühe mich rauszuhalten, aber mir rutschen einfach zu leicht bissige Kommentare raus, und irgendwo verdient er zumindest die...
Er riecht immer recht streng, und wo ich noch bereit gewesen wäre es ihm mit einem komischen Stoffwechsel zu entschuldigen ist spätestens seit einer Exkursion bekannt, daß der Grund banal im seltenen duschen liegt.
Egal worüber man redet, er weiß immer alles besser. Er hat eben erst die Zwischenprüfung gemacht und will mir, die ich demnächst mit dem Magister starte die einfachsten Dinge erklären... Und er bekommt es mitunter nicht in den Kopf rein, daß auch Frauen was von Computern verstehen können...
Also kurz: er liefert genug Stoff für Mobbing.

Und obwohl ich gut genug weiß wie schlimm es ist rausgebissen zu werden fürchte ich fordern manche es einfach raus. Ich damals wohl auch indem ich mich geweigert habe mich für das zu interessieren wofür sich die anderen interessierten...

Mürtz
11.07.2008, 23:12
Und obwohl ich gut genug weiß wie schlimm es ist rausgebissen zu werden fürchte ich fordern manche es einfach raus. Ich damals wohl auch indem ich mich geweigert habe mich für das zu interessieren wofür sich die anderen interessierten...

Das kenne ich. Wir haben bei uns in der Klasse ein Mädchen, das unglaublich anstrengend, albern und nervig ist. Sie ärgert selbst gerne und lacht auch andere aus, aber sie selbst wird von den Schülern am meisten gemobbt. Mir gefällt das nicht und ich versuche mich, wenn möglich, herauszuhalten, aber ich musste einige Monate neben ihr sitzen und irgendwann war ich persönlich so angegriffen und mit meinen Nerven am Ende, dass ich ziemlich unfreundlich zu ihr wurde. Direkt danach tat es mir immer Leid, aber dann war es schon gesagt und nur schwer rückgängig zu machen. Kennt jemand die Situation oder weiß jemand, wie man damit umgehen kann, ohne die Nerven zu verlieren? Sie hat es nämlich wirklich besser verdient...

Liathano
11.07.2008, 23:29
Kennt jemand die Situation oder weiß jemand, wie man damit umgehen kann, ohne die Nerven zu verlieren? Sie hat es nämlich wirklich besser verdient...

Ja, sowas kenne ich, aber einen Rat zu geben ist schwer. Ich persönlich habe ein eher ruhiges Wesen und lasse mich nur schwer aus der Fassung bringen oder provozieren (naja, inzwischen zumindest ;)), wie du da bist, weiss ich nicht. Du kannst sie vollkommen ignorieren - aber das kann verletzender sein als alles andere. Versuch erstmal durchzuatmen, wenn sie nervt, mach dir klar, dass jedes ausgesprochene Wort nicht zurückgenommen werden kann und möglicherweise Folgen hat. Oder sag ihr einfach -sachlich, höflich aber bestimmt- dass ihr Verhalten unangebracht ist und sie sich damit nur unbeliebt macht und das Konsequenzen haben wird. Zwing sie mittels subtiler Fragen dazu, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Zeig Stärke und Dominanz, ohne ihr das Gefühl zu geben, dass du dich über sie erhebst.

Solche Leuten nerven sicher, aber Mobbing ist nicht der richtige Weg damit umzugehen und selbst wenn es scheint, dass es ihnen nichts ausmacht - wer weiss das schon?

Mürtz
11.07.2008, 23:50
Solche Leuten nerven sicher, aber Mobbing ist nicht der richtige Weg damit umzugehen und selbst wenn es scheint, dass es ihnen nichts ausmacht - wer weiss das schon?

Selbstverständlich macht es ihr etwas aus! Das sagt sie auch immer wieder und man kann ihr ansehen, dass sie mit der Situation nicht glücklich ist. :( Allerdings scheint sie nicht zu merken, wie sie andere Menschen behandelt. Sie hat zum Beispiel allen Ernstes zu meiner besten Freundin gesagt, sie sehe aus wie ein plumper Riese... *tsts* Nachher konnte sie sich weder daran erinnern, noch fand sie es sonderlich schlimm. Wir haben ihr schon oft gesagt, dass sie an ihrem Verhalten etwas ändern könnte, aber sie scheint das nicht zur Kenntnis zu nehmen. Vielleicht gehen wir (mit wir ist meine Klasse gemeint) es auch einfach falsch an... X.X Mittlerweile haben wir es aufgegeben, aber trotzdem ist es keine Art, sie einfach so schlecht zu behandeln, deswegen versuche ich (momentan noch nicht erfolgreich), mich nicht mehr über sie aufzuregen. Dafür werde ich wohl mein leider recht launisches und vor allem aufbrausendes Wesen eindämmen müssen. (Wenn das jetzt geschwollen klingt, mir fällt gerade keine bessere Formulierung ein...)
Naja, hoffentlich geschieht in den Ferien ein Wunder und bei Beginn des neuen Schuljahres bin ich die Ausgewogenheit in Person...
*depri*

koshka
11.07.2008, 23:57
Sicher, die Sachlage zu erklären ist immer das beste, aber oft ist es so furchtbar anstrengend.
...man kann ja nicht einfach mal in der Pause hingehen und sagen, 'he, du nervst...' man sollte sich einen passenden Rahmen suchen, wo sonst keiner zuhören kann, sich der/die andere nicht in die Ecke gedrängt fühlt, dann nicht zu vorwurfsvoll vorgehen und all die schönen Regeln aus der Gesprächspsychologie.
Und bis man das hinbekommt hat man so viel Zeit auf diesen Menschen verwendet, sich so viele Gedanken um den gemacht... aber Dankbarkeit erwartet man vergeblich...
Aber ignorieren ist eben auch Mobbing, und zwar von der ganz gemeinen Sorte. Gegen blöde Kommentare kann man sich wehren, auf dumme Sprüche kann man dumme Antworten finden. Aber wie reagiert man auf nichts? Daß da etwas ist bekommt man mit, aber was es ist und warum, das ist nicht greifbar, das macht einen fertig.

PoiSonPaiNter
12.07.2008, 00:22
Muss mich ma kurz einmischen...Aber wie reagiert man auf nichts? Daß da etwas ist bekommt man mit, aber was es ist und warum, das ist nicht greifbar, das macht einen fertig.
Oja das hab ich vorhin wieder vom feinsten selbst erlebt...-.-...meine alte Klasse hat nen "Klassentreffen" gemacht (man bedenke hierbei wir sind 2006 aus der Schule raus) und natürlich fehlte wieder mehr als die Hälfte...und ich fragte mich schon da warum ich es nicht noch durchdringender probiert habe, meine Mutter (ehem. stellvertretende Klassenleiterin) davon abzuhalten dahin zu gehen...-.-...
Es war sinnlos, ich habe nur kurz ein paar Floskeln an Kopf geschmissen bekomm, genervt geantwortet, da ich kein Bock hatte dort zu sein und den Rest der Zeit wurde ich angeschwiegen...wie super...die zwei Std hätt ich auch durchaus sinnvoller verbringen können...-.-...naja ich habs für meine Mama getan, die hatten nämlich so eicht gedroht solange Klingestreiche zu machen bis sie rauskäme, was ich denen nicht zugetraut hätte...-.-...aber naja...was tut man ncih alles für den Hausfrieden...-.-...habs ja überlebt...-.-...

Aber back to problem...
Wie koshka schon sagte, nimm sie dir beseite und rede offen mit ihr vllt bringts was! =/
In unserem Relikurs, sprich unserer Paralellklasse ist auch eine, sie ist schwerhörig und schreit daher immer wenn sie redet, aber das ist ja nicht das einzige Problem...sie fängt ständig an über sich selbst zu reden...mitlerweile hat sie unsern Relikurs dazu gebracht sie sogar schon zum Schweigen aufzufordern...(siehe auch http://www.fantasy-forum.net/showthread.php?p=18740#post18740)
kurzzeitig bringt es was, aber sie begreift genauso wenig das es uns stört wie deine Madam Mürtz...(<-*auch immer an MürItz denken muss*:D)


Achja täusche ich mich oder war der erste Beitrag von Rückspiegelgott der erste der mit fröhliche Smileys versehen war und ein positives Beispiel widergespiegelt hat? X.X

Moki710
12.07.2008, 22:53
Ja, das Tehma Mobbing....
(Ich hab leider noch nicht alle Beiträge gelesn hol ich noch nach)
Da muss auch ich meine Geschichte erzählen, die zum Glück nicht ganz so schlimm ist wie bei anderen hier:

Tja, wo hat es angefangen? ich glaube schon in der Grundschule. Da hatte ich schon Freundinnen wurde auf geburtstagsfeiern eingeladen aber ab der 4. wars dann schon seltsam. Ich kann mich noch erinnern, am anfang des Jahres wollten natürlich alle vorne sitzen. Ich nicht, ich hatte irgendwo einen Platz in der Mitte. Aber zum Halbjahr wurden dann Sitzgruppen gebildet. Ich war anfangs in der Gruppe, in der die coolsten Mädchen saßen, nur zwei waren woanders, die saßen bei loosern und dann gings schon los, die haben solange nicht locker gelassen, bis ich mit ihnen Platz getauscht hatte. In den Pausen war ich dann oft der Depp und bin deshalb lieber woanders hingegangen, hab die Pause allein verbracht.

In der 5. Klasse waren die dann alle weg. Die beiden, die mich überredet hatten, mit ihr den Platz zu tauschen, hatten die Aufnahmeprüfung nicht geschafft, und eine andere war aufs Gymnasium. Von da an sollte es mir eig. gut gehen, tat es aber nicht. Ein Mädchen das auf einer anderen Grundschule gewesen war und eins aus der ehemaligen Parallelklasse hatten mich gegen sich verbündet und in den Pause gemobbt. Es waren aber nur diese beiden. In einer Pause kam dann meine 2 1/2 Jahre ältere Schwester dann mal und hat mich mit sich geschleppt und einer Freundin vorgestellt, die ganz nett zu mir war. Ich war von da an in der Pause immer bei der, sie hatte noch ein paar andere um sich aus verschiedenen Klassenstufen und sie selbst war in der 9.

Bei ihr hab ich dann auch meine jetzt 2. beste Freundin kennengelernt. (Nun, ich glaube ich lasse deren leidensgeschichte mal weg...) Jedenfalls als die ältere Freundin von der Schule ging, wiederholte die andere und wir kamen in dieselbe klasse. In der War ein Mädchen, das war am anfang noch sehr freundlich zu mir, wir haben zu dritt auch konfirmirt, aber dann hat die angefangen mich zu ärgern. Ich hab ihr seitdem nie mehr richtig aufmerksamkeit geschenkt, doch es geht noch immer so.

Wir sind jetzt 4 feste freundinnen, und wir kommen mit unserer Klasse eigentlich gut aus, aber dieses eine Mädchen macht immer noch Probleme. Ihre Noten sind nich die besten, meine auch nicht, aber sie sollte zum letzten halbjahr auf die Hauptschule wechseln. Nun sie war auch drei tage dort und wir haben uns schon sehr gefreut, sie wäre weg. Nur dann kam sie wieder: Die lehrer wären ihr dort zu blöd gewesen. Naja, ihre Noten sind noch immer so schlecht und sie wird in drei wochen auch wirklich gehn, wie ich hoffe, sie zumindest behauptet das. Doch jedesmal wenn ein blöder Kommentar über mich kommt, werde ich wütend. Schmerz verspüre ich dabei schon lange keinen mehr, ich ignoriere es für gewöhnlich, aber wenn ich mich nicht zusammenreisse, steh ich manchmal kurz davor, derjenigen eine reinzuhauen.

Aber ich kann mich zusammenreißen. Sie meint ja, wenn sie eh gehen muss, kann sie jetz nochmal die Sau rauslassen... gut, ist ihr Problem.

Ich muss sagen, Mobbing ist einfach nur S*zensiert*. Wenn du Opfer bist, macht es dir dein Leben kaputt, wenn du dich nicht wehren kannst und das ist meist nicht der Fall. Wenn du es tust, zerfrisst dich dein Gewissen, sofern du eins hast. Und wenn nicht, bist du genauso Krank wie einer, der gemobt wurde, nur du merkst es nicht!

Ist jedenfalls meine Ansicht.

SemSimkin
12.07.2008, 23:34
Hmm ... jaja Mädchen- und Jungsmobbing unterscheidet sich doch ziemlich :rolleyes:. Bei uns früher lief es halt über den Schulsport (sprich Fußball) ... in den Pausen gabs zwar auch immer Massen-Raufereien, aber da war das Mobben eher, dass man nicht mitmachen durfte, denn das hat echt einen Riesenspaß gemacht das Raufen ... :D. Beim Fußball jedenfalls wurden die Mobbingopfer einfach regelmäßig gefoult auch wenn sie in der eigenen Mannschaft waren ... In dem Zusammenhang wars auch gefährlich, schlecht im Fußball zu sein, da man so oft erst zum Opfer wurde. Glücklicherweise hatte ich ne recht taffe Kumpelzclique um sowas im Kein zu ersticken, denn ich spiele (bis heute) Fußball wie ein 7-jähriger :p !

Akissi
12.07.2008, 23:43
Bei dem Verhalten von Jungs untereinander habe ich keinen Einblick, aber zwischen den Geschlechtern... *nein*
Es ist natürlich immer individuell verschieden, wie überall, und insgesamt würde ich durchaus sagen, dass Mädchen viel besser in dem Sinne mobben können - von wegen anstacheln, Unwohlsein und Verzweiflung vermitteln/hervorrufen, in Gruppen auf einzelne losgehen, Gehässigkeiten einleiten, etc - aber bei mir waren die Jungs immer/meistens ganz vorne und die Auslöser. Ich hatte einen in der Klasse, der hat mich praktisch ab der 6ten angehasst hat, bis ich aus der Klasse raus war. Ich hab sein Problem nie verstanden, ich hab ihm nämlich nie was getan, meine Mutter war irgendwann fest davon überzeugt, er sei in mich verknallt aber naja, was weiß ich >_> Jedenfalls habe ich durch den und später auch durch einige andere durchaus erfahren dürfen, dass Jungs das ähnlich gut können wie Mädchen, auch wenn sie es direkter angehen (alles mir, einem Mädchen, gegenüber; wie gesagt, auf das Untereinander habe ich keinen Einblick^^)

Rückspiegelgott
14.07.2008, 08:09
Also was ich bisher feststellen musste ist das Jungs eher direkt mobben, Mädels eher subtil und hintenrum. Schlimm ist beides aber das direkte kann man (meiner Meinung nach) besser verkraften.

Es ist auch schwer sich aus einer Mobbing-Situation rauszuhalten, vor allem in der Schule ist man schnell selbst Opfer wenn man nicht auf der Seite der Täter ist.

koshka
14.07.2008, 17:53
Also was ich bisher feststellen musste ist das Jungs eher direkt mobben, Mädels eher subtil und hintenrum. Schlimm ist beides aber das direkte kann man (meiner Meinung nach) besser verkraften.

Es ist auch schwer sich aus einer Mobbing-Situation rauszuhalten, vor allem in der Schule ist man schnell selbst Opfer wenn man nicht auf der Seite der Täter ist.

Das ist sehr wahr...
Meine Erfahrungen beziehen sich auf eine reine Mädchenschule. Da wird gebissen und gezickt was das Zeug hält. Daß es sich um handfestes Mobbing handelt ist den wenigsten bewusst. Bzw. war damals der Begriff noch kein solches Schlagwort wie heute. Man sprach eher von Ausgrenzung und so.

Und es scheint wirklich fast nur Täter und Opfer zu geben. Denn wer glaub sich nur rauszuhalten duldet die Unterdrückung anderer ist also im Grunde durch wegsehen mitschuldig...

Akissi
14.07.2008, 19:27
Das Wegkucken ist fast noch das Schlimmste, platt aber wahr... ich versteh vor allem gar nicht, wie einem da gar nichts hochkochen kann. Ich kann mich doch nicht einfach hinstellen und sagen "Hoffentlich sehen sie mich nicht, ich bin nicht da, ich mach nichts, ich seh nichts."
Gruppe macht stark. Das ist bei den Tätern so, genauso ist es bei den Opfern... wenn sich jemand einfach mal dagegen stellt und klar macht, dass er das scheiße findet, macht das auch viele der Täter schon auf was aufmerksam. Ich hab nämlich manchmal wirklich das Gefühl, manchen ist einfach nicht klar, was sie da machen. Ist ja nur Spaß. Ist ja nur der Depp.

Das ist sehr wahr...
Meine Erfahrungen beziehen sich auf eine reine Mädchenschule. Da wird gebissen und gezickt was das Zeug hält. Daß es sich um handfestes Mobbing handelt ist den wenigsten bewusst. Bzw. war damals der Begriff noch kein solches Schlagwort wie heute. Man sprach eher von Ausgrenzung und so.

Eben... bei Mädchen entwickelt sich das denke ich anders als bei Jungs. Anfangs sind's vllt nur ein paar Unstimmigkeiten, Missverständnisse oder Differenzen und wenn dann eine den Schritt macht, deswegen rumzusticheln und feststellt, dass keine effektive Gegenwehr kommt, baut sich das langsam auf... wie sone Schlange, die sich langsam anschleicht, dass sich die Beute die ganze Zeit unwohl fühlt, sich aber nicht sicher sein kann... und wenn die Schlange dann da ist, kann sie nichts fast nichts mehr machen >_>

Entschuldigt den lahmen Vergleich, der kam mir in der 6ten iwann mal in den kopf, als ne Klassenkameradin so richtig natternmäßig aussah, als sie über ne andere sprach >_>

Mürtz
15.07.2008, 00:13
Entschuldigt den lahmen Vergleich, der kam mir in der 6ten iwann mal in den kopf, als ne Klassenkameradin so richtig natternmäßig aussah, als sie über ne andere sprach >_>

Na da hab ich aber auch schon schlechtere Vergleiche gehört. :) Aber das schlangenhafte Gesicht kann ich mir gut vorstellen. Die ganze Mobberei bei Mädchen fängt ja genau da an, nämlich wenn jeder über jeden lästert, als wäre das was Selbstverständliches. *mph* Ab und zu rutscht mir selbst auch ein böses Wort raus, danach fühl ich mich immer total mies... *tsts*

Rückspiegelgott
15.07.2008, 07:57
Vor allem in der Schule komt man leicht ins Mit-Mobben, denn man ist ja noch voll in der Entwicklung und möchte auf jeden Fall dazugehören, oder eben nicht auch gemobbt werden.
Ich muss mich bekennen: Ich habe beides erlebt.
Und heute ist das ja noch viel schlimmer als vor 5 bis 10 Jahren (kommt mir so vor)

Teria
15.07.2008, 13:41
Vor allem müsst ihr euch ganz schnell von der Vorstellung lösen, das Mobben hätte irgendetwas mit euch als Person zu tun. Das hat es nicht. Mobben, Anfeinden, Ausgrenzen gehört zu einer bestimmten Lebensphase dazu. Manchmal in stärkerer Ausprägung, manchmal in schwächerer. Ihr habt definitiv nichts falsch gemacht, ihr seid nicht schlechter als die anderen, ihr habt nur das fürchterliche Pech, in einer Zeit zu leben, in der es keine Autoritäten mehr gibt, die diesen kollektiven Seelenmord irgendwie einschränken oder umleiten können.

Ich weiß, dass euch das in eurer aktuellen Situation nicht hilft. Ich weiß auch nicht, wie man da am besten reagieren kann. Ich bin vor dreißig Jahren auch gemobbt worden, aber damals war es keine so gewalttätige Angelegenheit wie heute. Ich habe zwar erbärmlich gelitten, aber ich konnte mich immer zurückziehen, ausweichen oder ablenken. Erst als ich gesehen habe, dass Mobben ein gesellschafts- und alterstypisches Phänomen ist, konnte ich anfangen, es irgendwie zu verarbeiten. Es hatte nichts mit mir zu tun. Menschen brauchen offenbar einen Feind, um sich als "was Besseres" zu fühlen, und eine Gruppe, um sich sicher zu fühlen. In der Schule, am Arbeitsplatz oder an anderen Orten, wo es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, nimmt das ganze dann zum Teil mörderische Formen an. Durch den Wegfall von Erziehung, Traditionen, Wertvorstellungen und Zukunftsperspektiven bricht die soziale Kompetenz zusammen. Und gerade Kinder und Jugendliche, die eigentlich feste Regeln zur Orientierung brauchen, sind dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert, weil sie sie weder verstehen noch einschätzen können. Und da gilt eben wirklich nur noch das Gesetz des stärkeren und lauteren Affen.

Später wird es besser - wenn man aus der Pubertät rauskommt und die Schule verlässt, am besten noch aus dem Heimatort wegzieht. Ich weiß noch, wie befreit ich mich gefühlt habe, als ich mit dem Studium anfing und mir irgendwann einmal klar wurde, dass es in meinem Leben nur noch darauf ankam, was ICH daraus mache. Kein Wettbewerb, keine Vergleiche, kein nichts. Alle, die mir begegnen, sind irgendwann wieder weg, und jeder kann nur so viel Einfluss auf mich nehmen, wie ich ihm gestatte. Mein Leben ist kein Wettrennen gegen andere, sondern MEIN WEG, ganz gleich, auf welche Weise ich ihn gehe.

Ich habe mich allerdings von der Hoffnung verabschiedet, jemals einen Menschen zu finden, der diesen Weg für eine Weile mit mir geht. Die Mauer, die Vereisung, die Angst, die aus früheren Zeiten übriggeblieben sind, haben das Vertrauen zerstört, das nötig wäre, um sich auf jemanden einzulassen. Aber auch damit kann man leben.

Acatane
15.07.2008, 14:42
@ Rückspiegelgott:

Wir hatten am Gymnasium ein Mädchen, dass von den Mitschüler(inne)n ziemlich fies gemobbt worden ist.
Es lag wohl hauptsächlich an ihrer Art sich zu Kleiden und daran, dass ihre Haare immer ein bisschen ungepflegt aussahen.
Zum Geburtstag haben ihr die Jungs gemeinschaftlich eine Flasche Haarshampoo gekauft (!) und vor der Klasse überreicht.
Ich bin nicht sicher, ob diese Direktheit für sie wirklich leichter zu verkraften war, als das Getuschel der Mädchen.

Da ich in der Grundschule selbst gemobbt worden bin und es geschafft habe das mit dem Einstieg am Gymnasium aus eigener Kraft vollkommen umzukrempeln (den Fall gibt es auch :)) hat sie mir leid getan.
Meine Freundinnen und ich (eine nachträglich betrachtet recht peinliche Elitetruppe, die von Mitschülern "die großen Vier" genannt wurde) haben eine zeitlang ebenso aufrichtig wie hatrnäckig versucht sie zu einem gemeinsamen Fortgehen mit Übernachten samt Styling (sie hat gemeint sie hätte keine hübschen Sachen) zu überreden, aber sie ist leider nie darauf eingegangen.

Ich weiß bis heute nicht, ob sie Angst hatte, dass wir sie auch nur veräppeln würden, oder vielleicht hatten auch ihre Eltern (in meinen Augen etwas seltsame Menschen) auch was dagegen.

Später bin ich dann auch nochmal im Teenie-Alter gemobbt worden, weil ich es gewagt habe einem Alpha-Tierchen einen Korb zu geben und sich das gesamte Rudel auf mich gestürzt hat, aber das ist eine andere Geschichte.

Zu den Jüngeren:
Ich weiß nicht, was ich jemandem als Tipp auf den Weg mitgeben kann außer denen, die mir geholfen haben:
Anders zu sein kann genauso eine Schwäche sein, wie ein Vorteil. Mach aus dir was Besonderes, nicht etwas Seltsames. Insbesondere Fähigkeiten wie Geschichten schreiben und Zeichnen werden von Kindern geschätzt und machen nicht weniger beliebt als Sport.
(Eine kleine Klassenkarrikatur mit Schülern, die dir besonders zugesetzt haben bewirkt Wunder, lass die außen vor, die nett oder neutral waren)
Spitze deine Zunge. Ich meine keine Beleidigungen, sondern Veralberungen, die Obermobber sind meistens nicht die Hyperintelektuellen in einer Klasse.
Ein schweres Opfer ist ein unbeliebtes Opfer.
Verbünde dich mit anderen.
Oft mobben Kinder diejenigen, die in der Hackordnung noch weiter unten stehen, um sich von ihnen abzuheben.
Abgesehen davon, dass das unfair und gemein und ungerecht ist, ist es auch noch kontraproduktiv.
Nicht allein die Pause zu verbringen und der Eindruck von "wir unternehmen auch was und ihr wisst nichts davon" macht Außenseiter für Mitschüler interessanter. Wenn man Mobber anspricht, muss dann klar sein, dass man es aus einer reinen Interessensebene heraus macht (wir machen das und das und was machst du so..), nicht aus Abhängigkeit.

Ich weiß, das klingt alles schwierig und ist nicht für alle gleichgut durchsetzbar, aber zumindest ist es getestet..:)

Original von Teria:
Ich habe mich allerdings von der Hoffnung verabschiedet, jemals einen Menschen zu finden, der diesen Weg für eine Weile mit mir geht. Die Mauer, die Vereisung, die Angst, die aus früheren Zeiten übriggeblieben sind, haben das Vertrauen zerstört, das nötig wäre, um sich auf jemanden einzulassen. Aber auch damit kann man leben.

So was sollte man gar nicht denken, geschweige denn sagen!
Ich weiß nicht, was in deiner Jugend passiert ist und welche Narben du zurückbehalten hast, aber Narben sind immer nur.. Narben.
Eine Stelle die nicht so schön ist, wie der Rest und ein bisschen behindert, aber dafür ist die Haut auch ganz besonders fest. :)
Ich vermute (bitte korrigieren wenn ich falsch liege), dass du mit der Verarbeitung für dich noch nicht ganz abgeschlossen hast.

Teria
15.07.2008, 14:47
Ich vermute (bitte korrigieren wenn ich falsch liege), dass du mit der Verarbeitung für dich noch nicht ganz abgeschlossen hast.
Habe ich auch nicht. Aber ich bin mittlerweile 44 Jahre alt und habe gelernt, das, was ist, einfach realistisch zu sehen.

Wenn ich das nicht täte, würde ich durchdrehen. Einsamkeit ist schwer auszuhalten, egal in welchem Alter man ist. Aber es gibt nun mal kein Grundrecht auf Liebe.


So was sollte man gar nicht denken, geschweige denn sagen!

Und warum nicht? Es ist eine schlichte Tatsache, dass manche Menschen allein bleiben. Warum auch immer.

Rückspiegelgott
15.07.2008, 15:19
Zum Geburtstag haben ihr die Jungs gemeinschaftlich eine Flasche Haarshampoo gekauft (!) und vor der Klasse überreicht.


Das hätte ich eher zu den subtilen Methoden gezählt. Ich meinte mit direkter mobben eher was die "coolen Jungs" in meiner Klasse gemacht haben. Da ist einer ganz schnell im Papierkorb gelandet, wenn er auf dem Boden war gab's nen Haufen, es wurden Spitznamen verwendet (<-- sehr diplomatisch ausgedrückt), oder einfach geschlagen und das Bein gestellt.

Acatane
15.07.2008, 15:26
@ Teria:

Ich habe das mulmige Gefühl, dass du Realismus mit Hoffnungslosigkeit gleichsetzt.
Realismus kann immer nur die derzeitige Situation betreffen, die Aussicht ein ganzes Leben alleine zu verbringen, würde ich eher als Hoffnungslosigkeit bezeichnen.
Das bedeutet für mich, dass du vielleicht momentan zu verschlossen und in dich gekehrt bist, um eine Beziehung einzugehen, aber das auf deine gesamte Zukunft auszuweiten, ist ein Mangel an Hoffnung.
Für mich persönlich wäre Hoffnungslosigkeit ein viel besserer Grund um durchzudrehen, als das Nicht-Abfinden mit einer unangenehmen Situation.

Nein, es gibt kein Grundrecht auf Liebe, allerdings hat jeder eine Grundoption auf Liebe.
Ob man diese Option einlöst, hängt zum größten Teil von einem selbst ab.
Um den Bereich in mir, der mich daran hindern könnte, diese Option einzulösen, muss ich mich kümmern und und meine Bereitschaft an das Gute im Menschen zu glauben, pflegen.
Es gibt niemanden, der mich besser kennt als ich und niemanden, der besser helfen kann, auch wenn man mit viel Glück auch Menschen findet, die einen ("nur") unterstützen.

So, genug geapostelt.
Auch wenn das sehr nach Phrasen klingt, sind es keine. Ich denke aufrichtig und es entspricht auch absolut meinem Erfahrungsschatz, dass man selbst die Grundsteine für eine Veränderung legen muss.
Es entspricht ebenso meinem Erfahrungsschatz, dass dieses "Sich Abfinden" mit einer Situation und "Realistisch betrachten" nur zeitweise gelingt und sich sehr gerne mit der weniger angenehmen "tiefen Depression" abwechselt.
Und da ist die Einstellung "es ist furchtbar, aber ich tue was dagegen und vielleicht, vielleicht klappt es" langfristig viel erträglicher.

@ Rückspiegelgott:

Achso, du meinst dieses "hooligan-hafte", in Ordnung.
Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass die Jungs hier ein bisschen älter waren (um die sechzehn) und sich gegenüber Mädchen auch anders verhalten, als untereinander.

DisAster
16.07.2008, 20:43
Geht bitte zum Psychater!

Tut es für euch!

Ihr könnt nicht mehr richtig auf andere Menschen zugehen, seid alleine. Und bei einigen Posts frage ich mich, ob betreffender User depressiv ist. Das muss nicht so sein. Ihr müsst den Schritt wagen euch helfen zu lassen!

Dass ihr es schon hier gepostet habt, zeigt doch, dass ihr euch mitteilen wollt! Niemand braucht so leben!

bisou
16.07.2008, 21:18
Direkte Frage an dich, DisAster...
Meinst du das wirklich ernst?
Meinst du es wirklich ernst, das die Leute die unter denen leiden, die sich nur dann stark fühlen, wenn sie jemanden niedermachen können, seelische Hilfe brauchen?
Meinst du wirklich, dass die Leute, die nicht mehr wissen, woran sie sich festhalten sollen, zum Psychater gehen sollten?
Meinst du allen Ernstes, das nicht die Leute, die mobben und andere damit fertig machen, sich über die anderen stellen, nur weil sie kleine, körperliche Makel haben, sondern die Opfer zum Psychater gehen sollten?
Meinst du, dass es sich für die "Opfer" bessert?

Ich glaube eher, dass die, die mobben zum Psychater sollten, um ihre Selbstgefälligkeit und den Spaß daran, andere zu quälen, loszuwerden. Denn darin liegt der Kern. Nicht daran, dass Verräter, Teria, Heryst, Ricky und all die anderen Probleme mit sich selbst haben.
Ich kann von mir behaupten, dass ich all diese Probleme nur genau deswegen habe. Mein Selbstbewusstsein ist nicht vollständig durch SElbstzweifel zerstört worden, sondern durch die Hassreden meiner Mitmenschen. Die Mauer um mich hätte ich nicht aufgebaut, nur weil ich meinen Hintern zu fett finde.
Nein, ganz bestimmt nicht.
Aber was bringt es, wenn wir dann zum Psychater gehen? Dort waren meine Eltern mit mir schon einmal. Weil ich mich mit niemandem verabreden wollte. Sie fanden das komisch. Aber es hat nichts genützt. ich bin noch ... kälter geworden, noch zurückgezogener, eben weil diese Frau mir meine Fehler aufgezeigt hat und mir gesagt hat, was ich ändern muss, damit das aufhört.
Nicht wir müssen etwas ändern.
Was sollten wir denn ändern?
Ich werde garantiert nicht deswegen abnehmen, nur weil es dem Ego meines Umfeldes gut tut. Wenn schon, dann tue ich das nur für mich. Ganz alleine für mich.

Irgendwo habe ich den Satz: "Verbünde dich mit anderen" gelesen.
Mit wem sich verbünden, wenn niemand da ist, der sich mit dir verbünden will?

Soviel zu deinem Post. Auf die anderen Post würde ich gerne später antworten, weil mich das ehrlich gesagt...ziemlich aufgewühlt hat...

Liebe Grüße

Nejira
16.07.2008, 22:31
Auch auf die Gefahr hin, mir Feinde zu machen:
DisAster hat gar nicht mal so Unrecht.

Ich behaupte nicht, dass jedes Mobbingopfer zum Psychater muss! Ganz bestimmt nicht! Und ich behaupte auch nicht, dass den Tätern so etwas nicht auch nützen könnte - nur dass die nicht selbst leiden und daher so etwas niemals selbst in Erwägung ziehen würden.

Aber ich sage, dass die Leute die unter denen leiden, die sich nur dann stark fühlen, wenn sie jemanden niedermachen können (um es mal mit bisous Worten zu sagen), seelische Hilfe gebrauchen könnten. Könnten - nicht müssen!

Damit meine ich nicht, dass die betroffenen etwas falsch gemacht haben. Das haben sie nicht! Viel schlimmer: es wurde etwas mit ihnen gemacht. Es wurde ihnen seelisch etwas angetan - und sie selbst können nichts dafür! Aber sie haben seelische Wunden davongetragen. Manche tiefere, manche weniger tiefer - aber immer sind es Wunden. Und nicht jede Wunde schließt sich von selbst.
Der Gang zum Psychologen heißt nicht, dass man selbst etwas falsch gemacht hat. Meistens waren es andere, die den Schaden verursacht haben.

Es ist jedermanns Entscheidung. Und natürlich - es muss nicht immer helfen. Aber es kann helfen. Und der Gang zum Psychologen ist nichts wofür man sich schämen müsste!

Ich weiß von jemandem aus meinem Bekanntenkreis, dass er einige seelische Leichen im Keller hatte, die er nicht selbst dorthin gelegt hatte. Er hatte zwar keine Probleme mit Mobbing - dafür lag im eigenen Elternhaus einiges im Argen. Und durch die Psychologische Behandlung ist vieles klarer und einiges einfacher und dadurch auch besser geworden.

Damit erkläre ich keinen für Verrückt. Und ich sage auch nicht: "Ihr müsst!"
Ich will nur sagen: Es kann helfen. Vielleicht nicht jedem, aber den Versuch wäre es wert.

Ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch...

Verräter
16.07.2008, 23:34
Also in diesem Punkt muss ich tatsächlich ebenfalls zustimmen. Der Ruf von Psychiatern ist definitiv viel zu schlecht und man muss kein verrückter sein um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. (Ich persönlich war noch bei keinem Psychiater aber ich bewundere diese Menschen.)
Diese Idee hatte ich für mich selbst auch schon nur ... bin auch ich von der allgemeinen Meinung beeinflusst, nur verrückte gehen zum Psychiater und, wie alle Verrückten, halte ich mich nicht selbst für bekloppt. :D

Nein wirklich, ich gebe DisAster vollkommen recht! Psychologen können in vielen Bereichen hilfreich sein und gerade wenn man als jugendlicher immer wieder mit purer Verachtung konfrontiert wird, kann sich da einiges zusammen stauen, was man nicht sonderlich häufig anspricht. - Nicht einmal wenn man ganz ehrlich ist und anonym seine Geschichte erzählt. Und viele Dinge, die man selbst nicht kennt...

SemSimkin
16.07.2008, 23:45
Direkte Frage an dich, DisAster...
Meinst du das wirklich ernst?
Meinst du es wirklich ernst, das die Leute die unter denen leiden, die sich nur dann stark fühlen, wenn sie jemanden niedermachen können, seelische Hilfe brauchen?
Meinst du wirklich, dass die Leute, die nicht mehr wissen, woran sie sich festhalten sollen, zum Psychater gehen sollten?
Meinst du allen Ernstes, das nicht die Leute, die mobben und andere damit fertig machen, sich über die anderen stellen, nur weil sie kleine, körperliche Makel haben, sondern die Opfer zum Psychater gehen sollten?
Meinst du, dass es sich für die "Opfer" bessert?

(...)

Liebe Grüße

Tja, da scheint in der Tat das Psychiater-Bild der 60er Jahre durch ... Wie oben schon gesagt, muss sich dafür niemand schämen und ist deshalb auch nicht "verrückt". Wenn man wirklich so fertig gemacht wurde, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit nötig, professionelle Hilfe anzunehmen ... oder zumindest spart das enorm Energie.
Kann zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen, beschäftige mich aber hobbymäßig etwas mit Psychologie. Spätestens, wenn jemand aus der Mobbingfalle heraus andere Dinge (wie Zwänge) entwickelt wäre es an der Zeit zum Psychologen/Psychiater zu gehen.

Liathano
17.07.2008, 01:37
Die Reaktionen auf bisous Beitrag unterstütze ich mal.
In DisAsters Beitrag lag eine gute Absicht, keine Beleidigung, keine Unüberlegtheit. Sicher, sie kann nicht wissen, wer hier Hilfe braucht, wer wirklich tiefe seelische Wunden davongetragen hat und wer sich nicht selbst helfen kann. Aber wisst ihr das? Manchmal erkennt man solche Zwänge, Komplexe und Neurosen selbst gar nicht oder erst wenn es zu spät ist und auch dann will man sie nicht unbedingt wahr haben.
In Amerika haben viele Schulen einen Schulpsychiater und das nicht ohne Grund. Gerade Kinder und Jugendliche haben eine ... ich würde sagen, sehr angreifbarere Psyche. Und gerade Kinder und Jugendliche können untereinander auch sehr grausam sein.

Auch ich beschäftige mich gern mit Psychologie (und nicht nur mit dem alten Freud und seiner Psychoanalyse...) und da geht es um weitaus mehr, als das Behandeln von "Spinnern" oder die Kriminalpsychologie. Ein Psychiater kann einem Mobbingopfer helfen. Er kann nicht dafür sorgen, dass die Mobber aufhören. Er kann auch nichts rückgängig machen, was geschehen ist. Aber er kann helfen, dass die Opfer nicht in die Depression oder Lethargie verfallen oder (später) zu völligen Soziopathen mutieren. Er kann helfen, Selbstvertrauen auf- und Selbsthass abzubauen, sofern es nötig ist und Verhaltensstörungen zu vermeiden/abzulegen. Das Ganze kann auch schief gehen, sicher, aber einen Versuch ist es wert.

Hathor
17.07.2008, 09:36
Leider geistert immer noch die Meinung in den Gehirnen der meisten Menschen, dass jeder, der zum Psychiater geht, verrückt ist. Das stimmt einfach nciht.

Niemand findet es seltsam, wenn jemand bei Zahnschmerzen von einem Zahnarzt behandelt wird oder für eine Blinddarmoperation einen Chirurgen aufsucht.
Und wenn die Seele krank ist, hilft eben der Seelenarzt, der Psychiater. Ein Psychologe weniger, der befasst sich eher mit der theoretischen Seite der Sache ;)

Obwohl ich einwerfen muss, dass sicher nicht jeder sofort zum Psychiater muss. Meist geht es einfach um eine Bestandsaufnahme und eine Abklärung. Und da tut es ohne weiteres ein Psychoanalytiker. In Amerika ist das ebenso üblich, einen Psychoanalytiker zu haben wie hierzulande einen Haus- oder Zahnarzt.

ExLibris
17.07.2008, 11:05
Leider geistert immer noch die Meinung in den Gehirnen der meisten Menschen, dass jeder, der zum Psychiater geht, verrückt ist.
Die meisten reagieren seltsam darauf, das stimmt. Ich glaub weil sie garnicht wissen, was ein Psychiater tut.

Psychiater gebrauchen die meisten eh irgendwie umgangssprachlich. Wie Hathor sagte, ist dafür eher ein Psychotherapeut hilfreich.

So leicht ist es aber leider auch nicht. Eine Blinddarmoperation muss man sich(noch) nicht selbst bezahlen. Für eine Therapiestunde übernimmt die Krankenkasse aber max. nur 10%, zumindest in Ö. Ich weiß nicht wie sie das in Amerika handhaben, aber in Ö kann sich das ein Durchschnittsbürger nur schwer leisten.
Solange Krankenkassen psychische Störungen (Depressionen etc.) nicht genauso ernst nehmen wie jede andere Krankheit, und dafür keine Unterstützung anbieten, solange werden Außenstehende das seltsamer finden als den Zahnarzt.

Hathor
17.07.2008, 11:31
Wegen der Arztkosten: es kommt auf die Krankenkasse an. Es gibt schon Kassen, die mehr zahlen.
Und wenn einem ein Arzt die Notwendigkeit einer Psychotherapie bescheinigt, dann bezahlt die Kasse schon mal den ersten Sitzungsblock, das sind meist 8 Stunden. Einfach nachfragen :)

Außerdem finde ich, dass einem die körperliche und geistige Gesundheit auch mal was wert sein sollte. Wenn ich es brauche, verzichte ich halt mal auf eine Urlaubsreise und tu dafür meiner Seele was Gutes...

Akissi
17.07.2008, 14:54
Meinst du es wirklich ernst, das die Leute die unter denen leiden, die sich nur dann stark fühlen, wenn sie jemanden niedermachen können, seelische Hilfe brauchen?
Meinst du wirklich, dass die Leute, die nicht mehr wissen, woran sie sich festhalten sollen, zum Psychater gehen sollten?
Meinst du allen Ernstes, das nicht die Leute, die mobben und andere damit fertig machen, sich über die anderen stellen, nur weil sie kleine, körperliche Makel haben, sondern die Opfer zum Psychater gehen sollten?
Meinst du, dass es sich für die "Opfer" bessert?


...Halte mich für komisch, aber ich kann auf jede Frage mit "Ja." antworten.

Ich finde zwar Disasters Post etwas zu extrem, muss ich sagen, wie auch Nejira schon erwähnte, muss nicht jedes Mobbing-Opfer gleich zum Psychiater, bei manchen wäre das vllt auch wirklich nicht zuträglich, aber bei krassen Fällen ist das denke ich der Schritt, der bei vielen fehlt. Ich sage nicht, dass man nicht auch ohne Psychiater wieder auf die normale Basis zurückkommen kann. Es ist nur einfacher.

Meinst du es wirklich ernst, das die Leute die unter denen leiden, die sich nur dann stark fühlen, wenn sie jemanden niedermachen können, seelische Hilfe brauchen?

Ja selbstverständlich O_o Was denn sonst? Nen grßen Prügel-Bruder, der einem alle vom Leib hält, physische Hilfe sozusagen? Und: Nein, das meine ich nicht ernst.

Meinst du wirklich, dass die Leute, die nicht mehr wissen, woran sie sich festhalten sollen, zum Psychater gehen sollten?

Gegenfrage: Wenn sie das wirklich nicht mehr wissen, dürfte das einer der einzig möglichen Wege sein - was meinst du denn, wohin sie gehen sollten? ._."

Meinst du allen Ernstes, das nicht die Leute, die mobben und andere damit fertig machen, sich über die anderen stellen, nur weil sie kleine, körperliche Makel haben, sondern die Opfer zum Psychater gehen sollten?

Sicher müssten auch einige von denen zum Psychiater, aber davon haben wir hier im Forum zum Glück keine, soweit ich das überblicke. Als Opfer bringt es einem denke ich herzlich wenig zu sagen oder zu "wissen", die Bullies müssen zum Therapeuten.
Nur so traurig es ist: Dieses Verhalten ist normal und tritt bei jedem Jugendlichen in irgendeiner Form auf, nur eben verschieden stark. Noch nie auf Geschwistern rumgehackt?

Meinst du, dass es sich für die "Opfer" bessert?

...JA!

---

Ich versteh nicht, wieso die Leute so derartig falsche Bilder von Psychologen/Psychiatern haben... man muss nicht erst zum Psychiater, wenn man halb veblutet auf dem Boden gefunden wurde. Es gibt Leute, die gehen einfach nur deshalb zum Psychiater, weil ihnen dort jemand zuhört.

Und wenn die Seele krank ist, hilft eben der Seelenarzt, der Psychiater.

Einfach deswegen.
Meine Mutter ist Psychologin (was, wie Hathor sagte, nicht dasselbe ist wie ein Psychiater, aber in gewisser Weise nah dran) und ein völlig normaler Mensch. Sie war zwar nie eine "Tante auf dem Sofa", kennt sich aber natürlich trotzdem damit aus... im Allgemeinen darf man denke ich davon ausgehen, dass Psychologen sowie Psychiater keine Bekloppten sind, die die ganze Zeit an ihren Brillen ruckeln und reden wie in Filmen und letztendlich doch nichts bewirken. Im Gegenteil, ich glaube eher, dass der Großteil überhaupt erst diesen Beruf gewählt hat, weil ihnen so viel an ihren Mitmenschen liegt und sie sich für sie interessieren. Sie wollen wirklich helfen, sonst würden sie sich den Beruf gar nicht aufhalsen. Seelischen Beistand leisten und dann noch weiterhelfen, Ratschläge geben, etc. ist anstrengender und verzwickter, als es sich anhören mag (und ja, das weiß ich sicher)
Ob eine Therapie immer etwas bringt, ist natürlich eine ganz andere Frage... aber vllt reicht es bei einigen Mobbing-Opfern ja schon als Stärkung, einfach mal zu sehen, dass ein völlig fremder Mensch hinter ihnen steht oder was weiß ich.
Ich denke, es würde in vielen Fällen keine Vorfälle wie... Selbstmord, Isolation, all das stattfinden, wenn die Leute sich frühzeitig einen professionellen Ansprechpartner suchen würden (selbstverständlich trifft das nicht auf alle Fälle zu)
Psychiater ist nicht gleich Klapsmühle. Und selbst die sehen heute weitaus anders aus als in Hollywood-Filmen >_>

dragonheart
17.07.2008, 17:27
Jo, ich will ja nicht irgendwie was dazwischenquatschen, was grad nichts mit der Diskussion zu tun hat.. Aaaaber. Hab grad eben etwas gefunden. Leider etwas verstaubt, aber egal.
Neben eurer Diskussion, zu der ich grad leider nichts beitragen kann, könntet ihr ja vielleicht mal eure Meinung dazu sagen?


__________________________________________________ _____


Schon seit längerer Zeit habe ich in Neopets (http://www.neopets.com/) eine Anti - Mobbing - Gilde.

http://img169.imageshack.us/img169/4551/neopetrk1.jpg (http://imageshack.us)




Wegen einigen Links, die ich gepostet habe, musste ich die Administratoren um Erlaubnis fragen - Links sind dort eigentlich verboten.

Was ich schrieb:

Liebes TnT*!

Ich schreibe wegen folgendem Grund:
Ich habe am 5.5.07 eine Mobbinggilde eröffnet.
Dort habe ich einige Links reingestellt, die zu Mobbingportalen führen, welche den Menschen helfen sollen, ihre Mobbingerlebnisse schneller zu überwinden und Auswege zu finden.

Auch die Nummer gegen Kummer habe ich dort vermerkt, doch ich möchte euch noch um Erlaubnis fragen, ob das klar geht?!

Ich wäre euch wirklich verbunden, wenn ich diese Links weiterhin posten kann, wenn nicht, dann schreibt mir bitte ^^

Es ist einfach ein Thema, wovon ich denke, dass es die Gemeinschaft etwas angeht - auch hier, in Neopets.

LG Murmelle


Die Antwort:
Herzlichen Dank für Deine E-Mail!
Es tut mir leid, dir sagen zu müssen, dass das Thema Mobbing generell nicht auf diese Seite gehört. Es ist sicher ein wichtiges Thema, und ich finde deinen Einsatz wirklich lobenswert - aber dennoch bleibt es ein verbotenes Thema auf Neopets!

Ich gebe dir bis Donnerstag Zeit, die Gilde eigenhändig zu löschen. Wenn ich es kontrolliere, und die Gilde immer noch besteht muss ich dich verwarnen und die Gilde lösche.

Falls Du weitere Fragen hast, zögere nicht, mich erneut zu kontaktieren.



*TnT: The Neopets Team

Guten Tag TnT,

Vielen Dank für die Antwort. Meinem Wissen nach, ist in keinen Regeln vermerkt, dass das Thema Mobbing verboten ist. Es ist die Rede von sexuellem Missbrauch, Beleidigungen etc.

Habe ich etwas überlesen, oder steht da tatsächlich nichts?

Schade, dass ihr dieser Meinung seid. Auch schade finde ich, dass ihr es auf einer Seite verbietet, die es ziemlich nötig hätte. Ja, wirklich. Ich weiß nicht, ob ihr mitbekommt, wie viel auf dieser Seite – im Board gemobbt wird. Auch ich war hier in Neopets schon oft das Opfer und da bin ich wirklich nicht allein.

Die Funktion „Melden“ hat mir damals nichts gebracht und es bringt auch vielen anderen nichts. Um ehrlich zu sein, ich hatte 1. Angst, missverstanden zu werden und 2. wusste ich nicht, ob jemand von euch überhaupt Ahnung von Mobbing hat. Hört sich hart an, ist aber wohl oder übel so. Ihr müsst euch im Klaren sein, dass verunsicherte Menschen, die am Boden liegen, nie jemanden melden werden. Lieber verlassen sie Neopets, wie auch ich mehr als 6 Monate abwesend war. Und wo gibt es denn, bei „Melden“, den Begriff „Mobbing“?

Es verunsichert, dass ihr nie etwas in diese Richtung erwähnt.

Lobenswert, nennt ihr es. Vielleicht ist es ja lobenswert, aber wenn ihr verbietet, anderen zu helfen, wenn ihr verbietet, Leuten, die dringend Hilfe brauchen, auf die Beine zu helfen, dann scheint ihr die Idee ja wohl nicht so toll zu finden, oder? Ob ihr mich löscht, oder nicht, so ist es. Ich glaube kaum, dass ihr Mobbing billigt. Und ich finde es unter aller Kanone, dass die Löschung der Gilde angedroht wird nur aufgrund des Versuchs, Menschen zu helfen bzw. Menschen Hilfe anzubieten.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Murmelle



Herzlichen Dank für Deine E-Mail!

Hier ein Auszug unsere Regeln:

"Diskutiere keine Realweltthemen oder -situationen, wie Drogen, Gesundheitsthemen, Misshandlung, Vergewaltigung, Selbstmord, Tod, Stechereien, Schwangerschaft, Sexuelle Orientierung, etc. auf Neopets. Wenn du (oder ein Freund) Hilfe brauchst, kontaktiere bitte deine Eltern, Lehrer, oder eine andere Vertrauensperson."

Ich kann dich und deine Verärgerung verstehen, aber wir dulden hier solche Themen nunmal nicht. Schluss, Aus! Bitte entferne die Gilde eigenhändig, ich möchte dich nicht deswegen verwarnen müssen.

Ich kann dir garantieren, dass ich jeden Tag, jede Meldung durchgehe und ggf. Bestrafungen erteile. Man braucht keine Angst vor Falschmeldungen habe, denn ich erkenne es, wenn jemand eine Meldung ehrlich meint oder damit nur jemanden ärgern möchte! Wir dulden sicherlich auch kein Mobbing auf der Seite! Also, wenn du oder ein Freund, Bekannter oder sonstwer gemobbt wird, bitte meldet es! Ich werde dann umgehend etwas dagegen unternehmen!

Falls Du weitere Fragen hast, zögere nicht, mich erneut zu kontaktieren.


Die Gilde wurde heute Vormittag gelöscht, mitsamt allen Links etc.
Heute Abend, etwa vor einer Stunde kam diese Meldung an:
http://img145.imageshack.us/img145/1456/chreiut2.png (http://imageshack.us)



Guten Tag C. (ich schreibe Dich direkt an, weil ich, denke ich mal, immer mit Dir geschrieben habe),

Leider musste ich erkennen, dass ihr mir trotz dem, dass ich meine Gilde offiziell geschlossen, die Links gelöscht etc. habe, gerade eben eine Verwarnung bekam.

Und meine Frage ist: Was soll das denn jetzt bitteschön?

Langsam bin ich wirklich ziemlich wütend. Und das könnt ihr mir nicht verübeln. Das ist unmöglich, was ihr da gemacht habt. Welche Links hab ich denn jetzt bitte noch gepostet? Und wo?

Nirgends!

Mein Gilde ist gelöscht, was mir auch schwer fiel. Und jetzt das! Also ihr bzw. Du stellt die Selbstbeherrschung eurer User wirklich auf eine harte Probe.

Und mir reichts jetzt endgültig.

Murmelle

Herzlichen Dank für Deine E-Mail!



Du wurdest nicht wegen der Gilde verwarnt! Sondern weil du in einer Neomail einen externen Link gepostest hast.

Falls Du weitere Fragen hast, zögere nicht, mich erneut zu kontaktieren.



Ich habe weitere Fragen.

1. Darf man in Neopets eigentlich irgendetwas, außer mit Pets kuscheln und mit Petpets reden, dir gurren, brüllen oder kreischen?

2. Ich hätte gerne eine Regel, die verbietet, Menschen zu helfen.

3. Ich hätte gerne eine Regel, die verbietet, User Links zu geben, die ihnen helfen, Probleme zu verarbeiten, die sie manchmal NUR WEGEN NEOPETS haben.

Und nur so eine andere Frage, die mich ziemlich interessiert: Ihr wisst schon, dass ihr in die Neomails nicht einsehen dürft, oder?

Oder hat mich jemand gemeldet? Denn ich habe die Links nur Freunden gegeben, die mich vermissen werden, wenn ich Neopets verlasse.

Ich kann euch auch einen Link aus dem Strafgesetzbuch geben, aber dann bekomme ich ja wohl wieder eine Verwarnung, oder? ^^



Herzlichen Dank für Deine E-Mail!

zu 1) Ja sicherlich.

zu 2) Es ist ja nicht verboten, Leute zu helfen. Warum sollte dafür eine Regel eingeführt werden?

zu 3) Diese Regel existiert bereits! Es ist generell verboten externe Links, in jedem Bereich von Neopets, zu posten.

Ich hoffe du verstehst die Ironie in meinen Antworten.

Du hast dich bei Neopets angemeldet, und somit auch den hier geltenden Regeln zugestimmt. Daher solltest du wissen, dass Realwelt-Themen/Probleme hier nichts zu suchen haben, und das Posten externer Links verboten ist!

Falls Du weitere Fragen hast, zögere nicht, mich erneut zu kontaktieren.




...

Warin
17.07.2008, 21:18
Neben eurer Diskussion, zu der ich grad leider nichts beitragen kann, könntet ihr ja vielleicht mal eure Meinung dazu sagen?Mmh, grundsätzlich mischen wir uns nicht in die Politik anderer Foren ein. So wie ich mir die Seite angeguckt habe, handelt es sich um einen höchst kommerziellen Anbieter. Da erscheint es mir logisch, dass er alles von seiner Seite fernhalten will, dass den Spaß an seinem Produkt schmälern könnte.

Ich fürchte, du hast versucht, die richtigen Botschaften am falschen Ort los zu werden. :(

dragonheart
17.07.2008, 21:34
Mmh, grundsätzlich mischen wir uns nicht in die Politik anderer Foren ein. So wie ich mir die Seite angeguckt habe, handelt es sich um einen höchst kommerziellen Anbieter. Da erscheint es mir logisch, dass er alles von seiner Seite fernhalten will, dass den Spaß an seinem Produkt schmälern könnte.


Klar! Aber es schmälert den Spaß doch auch, wenn in jedem zweiten Forum Beleidigungen stehen. (So wars noch in meiner Zeit. Ob sie was verändert haben, weiß ich nicht). Es gab keinerlei Moderatoren o.ä. und diese "Beleidigungs-Sperre" bringt da gar nix. Da wars dann so, dass die eben Punkte reingesetzt haben oder die Beleidigungen "langgezogen haben", mit Absätzen o.ä.
Ich bin zum Beispiel auf dem Forum auch öfters fertig gemacht worden. Ich nenn nur mal das Beispiel, als ich meine Gedichte und eine Geschichte von mir gepostet haben. Klar, ich habe um eine Meinung gebeten, aber die Leute haben mir dann ziemlich deutlich über 4 Seiten gezeigt, wie Scheiße alles wäre. Ich wäre ein A.., weil ich von jemandem Gedichte gestohlen hätte, ich wäre armselig und so weiter, nur weil ich meine eigenen Gedichte unter dem Namen Dragonheart woanders gepostet habe. Klar, das ist dämlich, aber mich hat das total fertig gemacht. Als ich sagte, ich würde mir das nicht länger gefallen lassen und würde sie melden, wenn sie nicht aufhören mit den Beleidigungen und dem Runtermachen, aber die meinten eben, sie würden nur ihre Meinung sagen.
Das blödeste Beispiel, aber egal
Naja, ich red im Kreis rum ^^

Da sind dauernd überall Beleidigungen und ich dachte mir, weil ziemlich viele in den Threads betroffen sind, wäre es wohl gut, dagegen was zu machen. Wenn es schon nichts bringt, wenn man etwas meldet, weil es teilweise mehrere Wochen dauert, bis die es überhaupt lesen, dann hätte man doch wenigstens etwas, in dem man seine Sorgen loswerden kann, wenn man im Forum net mal drüber sprechen kann.
Man darf jemanden fertig machen, aber im Forum nicht drüber sprechen.
Sonst bekommt man ins aufs Maul, ums hart zu sagen.

LG Dragonheart

PoiSonPaiNter
17.07.2008, 21:40
Mein erster Gedanke nachdem ich diese nette E-Mail Diskussion gelesen habe:
Wie krank ist das denn?! o.O

"Diskutiere keine Realweltthemen oder -situationen, wie Drogen, Gesundheitsthemen, Misshandlung, Vergewaltigung, Selbstmord, Tod, Stechereien, Schwangerschaft, Sexuelle Orientierung, etc. auf Neopets. Wenn du (oder ein Freund) Hilfe brauchst, kontaktiere bitte deine Eltern, Lehrer, oder eine andere Vertrauensperson."
Ich kenn die Seite zwar nicht, aber das doch wirklich ein bisschen hart...o.O...ok wenn die nur ihr Produkt vermarkten wolln - wie Warin meint - ist es zwar verständlich, aber man will doch nicht ständig über iwelches Petgedöns schreiben! o.O Schon iwie krass das Ganze...o.O

Zur Diskussion:
Dieses Thema haben meine Mitbewohnerin und ich neulich auch besprochen. Sie meinte, wenn sie die Möglichkeit hätte würde sie jederzeit zu einem Psychiater gehen. Und ich denke wenn die Person wirklich ihr Handwerk versteht und man ihr/ihm vertrauen kann, ist es sicherlich hilfreich. Meine Tante war (oder ist vllt sogar noch, weiß ich jetzt nicht genau) bei einem Psychiater, weil sie familiäre Probleme alleine nicht mehr bewältigen konnte. Zwar hat er ihr nur gesagt das die Person, die diese Probleme verursacht eher mal zum Psychiater müsste, aber es hat ihr dennoch geholfen.

Was ich aber evtl für eine bessere Variante bzw als Alternative sehe, was noch nicht vorgeschlagen wurde wenn ich mich richtig entsinne:
Ein Gespräch mit Freunden bzw iwem dem man vertraut und von dem man weiß das er/sie nicht iwelche dummen Witze darüber ablässt, sondern einfach zuhört, vllt sogar Hilfe anbietet/geben kann. Diese Tipps habe ich von meiner Mitbewohnerin bekommen, die mittlerweile angefangen hat, ihre Gedanken aufzuschreiben und sie einer Freundin zum lesen zu geben, was auch eine Variante ist. Letzten Endes muss aber jeder selbst entscheiden, welcher Weg für sich der beste ist. Und ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist darüber zu reden, was in einem selbst vorgeht. Denn man muss erst den eigenen Schweinehund überwinden eh man versuchen kann sich selbst zu helfen! Das Problem hierbei ist nur: Die Biester sind verdammt stur...:(...

Akissi
18.07.2008, 00:01
Ich glaube, ich habe soeben einen weiteren Grund gefunden, aus dem ich mich nur etwa 3mal im Monat da einlogge und meine Viecher verhungern lasse xDD

Meine Güte... unmöglich daran finde ich, dass in der letzten Mail deine Fragen vollkommen übergangen wurden, vor allem die essenzielle nach dem Verbot des Einsehens der PNs. Gut, wenn sie so ihre Regeln haben, bitte, sie werden auch ihre Gründe haben. Es ist schade, denn ich finde es toll, wie und wo überall du dich für deine Sache und andere Leute einsetzt, aber das muss man wohl einfach akzeptieren.
Aber gerade von den letzten beiden Mails her kommt mir dieser Mensch eher vor wie eine Maschine, die sich einfach mal gerade die Sätze rauspickt und ein bissl umdreht, die ihr am Gelegensten kommen....

Mad Bull
18.07.2008, 20:49
Hi Fantasyfreunde,

es gibt zu diesem miesen Thema auch bei mir Neuigkeiten.
Bin leider auch mal wieder gemobbt worden.
Und? Das LEben geht für mich weiter. Wenn einer mit einem anderen nicht kann oder will, dann ist das ein Zeichen von Schwäche und braucht nicht weiter beachtet werden.:p

Das mit einem Psychologen, die ich auch gerne Kummertante oder Sorgenonkel nenne,:D finde ich auch eine gute Idee. Es kann schon ganz gut tun sich mal ein wenig den Kopf waschen zu lassen.
Ich war mir auch nicht zu stolz mir da etwas helfen zu lassen.

Wichtig für ein seelisches Wohlbefinden ist die Liebe.
Die Liebe zu sich selbst und zu den anderen.
Ein Seelenarzt kann euch Trostplästerchen geben. Mit der Liebe zu euch
selbst könnt ihr seelischen Wunden noch effektiver heilen.

Ich bleibe nach wie vor dabei, das man kämpfen muss wenn man von solchen armen Menschen bedrängt wird. Darum habe ich noch etwas von Laotse hinzuzufügen:
"Wenn man Liebe hat im Kampf, so siegt man; wenn man sie hat in der Verteidigung, so ist man unüberwindlich. Wen der Himmel retten will, den schützt er durch die Liebe."

Liebe macht euch stark.

Acatane
18.07.2008, 22:18
Bin leider auch mal wieder gemobbt worden.

Wenn einer mit einem anderen nicht kann oder will, dann ist das ein Zeichen von Schwäche und braucht nicht weiter beachtet werden.


Als "Mobbing" bezeichnet man im Allgemeinen ein Verhaltensmuster und nicht eine einzelne Handlung, ebenso wird im Allgemeinen die Handlung einer Gruppe gegenüber einem Opfer als solches bezeichnet und nicht, wie du es beschrieben hast, die Handlung einer einzelnen Person.
Es wäre schön, wenn du diesen Ansatz also ein bisschen weiter erläutern könntest, da er in dieser Form missverständlich ist.

Ich denke es dürfte, als fiktives Beispiel am Arbeitsplatz, recht schwierig sein, Kollegen nicht zu beachten, die einem Aufträge Dritter nicht zuleiten oder Unterlagen verstecken. Selbst, wenn man viel Liebe für sich und andere empfindet.

Akissi
19.07.2008, 01:29
(...) ebenso wird im Allgemeinen die Handlung einer Gruppe gegenüber einem Opfer als solches bezeichnet und nicht, wie du es beschrieben hast, die Handlung einer einzelnen Person.
.

Da muss ich dir widersprechen, Mobbing kann durchaus auch von einzelnen ausgehen. Es ist ja sogar meistens so, dass das von einem angefangen wird und dann welche mitziehen. Und es reicht auch, wenn dich ein einzelner dauernd und immer wieder anhasst, das ist auch scheiß unangenehm; natürlich verstärkt sich das, je mehr Leute dazu kommen. Trotzdem gibt es genug Deppen, die das auch ganz prima allein anfangen und durchziehen können...

Acatane
19.07.2008, 01:52
Ausgehen von einem ja, da hast du Recht.
Allerdings gilt tatenloses Zusehen und Mitziehen auch als (passives) Mobbing und schon haben wir wieder unsere Gruppe.

Wenn so ein Depp, und solche gibt es tatsächlich, das alleine durchzieht, aber keine Vormachtsstellung hat (dh. kein Klassensprecher, Vorgesetzter oder Ähnliches) dann ist das zwar sehr fies, fällt aber nach nach den meisten Defintionen nicht unter den Begriff Mobbing, da das Opfer zumindest theoretisch die Möglichkeit hat, sich auf gleicher Augenhöhe zu wehren.
Es gibt auch einige Defintionen, nach denen díe Gruppendynamik Bestandteil des Mobbings ist.

Da es unterschiedliche Definitionen von Mobbing gibt, diese aber meistens eine Vormachtstellung des Angreifers beinhalten, habe ich Mad Bull gebeten, den Ansatz weiter zu erläutern, da seine Tipps im Bezug auf Mobbing gegenüber einer Gruppe oder einem überlegenen Gegner vielleicht nicht anwendbar sind.
So lässt sich der mobbende Cheff oder eine Gruppe von Kollegen, die ich als Beispiel genannt habe leider nicht - nicht beachten. :)

Das ist ehrlich gesagt auch ein Teil des Posts, den ich als ein bisschen widersprüchlich empfand, da Mad Bull zuerst zu "nicht beachten" und dann zu "kämpfen" rät, deswegen hätte ich gern mehr erfahren.

Mad Bull
23.07.2008, 23:08
Das ist ehrlich gesagt auch ein Teil des Posts, den ich als ein bisschen widersprüchlich empfand, da Mad Bull zuerst zu "nicht beachten" und dann zu "kämpfen" rät, deswegen hätte ich gern mehr erfahren.

Auf den ersten Blick ist das auch widersprüchlich Acatane.
Es geht mir in meinem vorherigen Post darum, das man angemessen reagieren muss.
Jede Situation ist anders und erfordert eine entsprechende Flexibilität.

Auch Mobbing muss kein Dauerzustand sein.
Es gibt immer Auswege. Wer mehr darüber wissen will, kann mich privat anschreiben. Die Schreiben werden von mir nicht immer sofort beantwortet.
Ich möchte jemanden nämlich auch Tips geben, mit denen der Fragesteller auch was anfangen kann. Ich habe in sowas Erfahrung.;)

Zerathul
03.08.2008, 02:08
Hmmm, also da ich neu hier in der Diskussion und dem Forum allgemein bin habe ich nur die ersten Beiträge und ein paar Antworten zwischendurch durchgelesen. Ohne mich jetzt in Lesearbeit zu ersticken will ich euch mal meine Perspektive geben:

Ich war bis vor einigen Jahren einer der Leute, wegen denen Andere psychische Probleme bekamen. Ich war nicht die Art Mobber, die schlechte Noten haben, dreckig sind, bei den meisten beliebt und stets versuchend intelligentere Leute runterzumachen, um für ihre eigene Dummheit zu kompensieren. Ich war noch um Einiges gemeiner.

Es hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich mich sehr sehr gut in Leute hineinversetzen kann. Ich weiß was die Leute beschäftigt, wo ihre Unsicherheiten sind etc. Es gab in meiner Klasse immer die Leute die ich mochte und die, die ich nicht mochte. Ich war für meine Freunde auch immer die Ansprechperson, der Seelenklempner, habe Leuten manchmal nur die Wahrheit gesagt, manchmal einfach nur etwas, damit sie sich für den Moment besser fühlen.

Dann waren da ja noch die Leute, die ich nicht mochte. Zu denen war ich gnadenlos. Ich habe vor der Klasse zum weinen gebracht, oder wenn ich darüber nachdenke wahrscheinlich noch einige psychische Schäden verursacht. Ich habe die Leute nicht von unten aus auf niedrigem Niveau beschimpft oder so, sondern arrogant und von oben herab auf ihre Schwachpunkte gezielt. Stellt euch einen umgekehrten Psychologen vor, dann wisst ihr was ich meine.

Mit meinen Lehrern bin ich damals sehr gut klargekommen, weil die auch nur eine Seite von mir kannten, den witzigen, intelligenten Jungen mit dem guten Gedächnis und den noch besseren Noten. Natürlich gab es auch so etwas wie Vertrauenslehrer, die regelmäßig (also in erschreckender Regelmäßigkeit) bei mir zu Hause angerufen habe. Meine Eltern haben zwar mit mir geredet, aber da ich mich aus eigentlich Allem herrausreden kann, gelogen und verharmlost habe, die Schuld geschickt auf andere schob hat sich da nie etwas gebessert.

Wahrscheinlich war der Grund dafür reine Bosheit, vielleicht auch irgendein Problem, dass ich trotz andauernder Selbstanalyse noch nicht entdeckt habe.

Mittlerweile ist eines meiner damals liebsten Mobbingopfer eine enge Freundin von mir und ich habe einen tiefen Einblick in ihre Psyche erlangt. Sie wird von einem Selbsthass geplagt, den ich als wenigstens teilweise mein Werk erkenne.


Hmm jetzt bin ich auch schon am Ende angelangt. Ich wollte euch nur meine Geschichte erzählen, vielleicht einfach nur um sie erzählt zu haben. Vielleicht sieht das, was ich da jetzt geschrieben habe nur nach wirrem Geschwätz aus. An dieser Stelle müsste jetzt eigentlich eine Art Entschuldigung kommen, eine Art "Meine Taten plagen mich bis heute" oder "Mittlerweile habe ich meine Grausamkeit erkannt".... Ich weiß auch nicht. Einerseits habe ich mich jetzt quasi zum Guten gewandt, andererseits ist das auch keine Entschuldigung. Schreibt einfach was ihr dazu denkt, ich nehme niemandem irgendwas übel, ob beschimpfung o.ä. und eure Antworten werde ich auch lesen.

greets

SemSimkin
03.08.2008, 10:08
Ich habe die Leute nicht von unten aus auf niedrigem Niveau beschimpft oder so, sondern arrogant und von oben herab auf ihre Schwachpunkte gezielt. Stellt euch einen umgekehrten Psychologen vor, dann wisst ihr was ich meine.

Wahrscheinlich war der Grund dafür reine Bosheit, vielleicht auch irgendein Problem, dass ich trotz andauernder Selbstanalyse noch nicht entdeckt habe.



Soso ... naja zumindest unbewusst tun Ersteres alle "Mobber" im weiteren Sinne, sonst wäre es ja kein Mobbing. Kann es sein, dass du das hier mit einem (vielleicht dir selbst nicht ganz bewusstem) Stolz postest ? Nach dem Motto: Ah, schaut her, ein wenig Asche auf mein Haupt, aber trotzdem finde ich mich recht gelungen ?

Habe mir in der Mittelstufe auch den ein oder anderen ausgesucht, den ich mies gedizzt habe (sogar mit dem Zirkel habe ich ab und an zugestochen). Das fand ich aber ab der Oberstufe sehr sehr asso von mir und weiß heute auch, welches Problem ich damit "abgeleitet" habe. Denn eines ist sicher: Jemand ohne Probleme tut solche Dinge nicht.

Zerathul
03.08.2008, 12:11
Stolz? Nein davon kann keine Rede sein. Ich bin auf keinen Fall stolz auf wer ich damals war und was ich getan habe. Ehrlich gesagt verachte ich mich zutiefst dafür. Damals war ich stolz auf mich, jetzt bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher...

Mad Bull
03.08.2008, 13:13
Hallo Zeratul,

wenn du dich jetzt schämen solltest, haben vielleicht die Gemobbten eine gewisse Genugtuung. Eine Nutzen haben sie jedoch nicht.
Geschehenes ist geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen.

Du könntest noch erwähnen, was deine Opfer dich dazu verleitet haben ihnen immer wieder eins drauf zu geben.

Das kann natürlich ein paar von uns verärgern.
Doch sie haben dadurch brauchbare Möglichkeiten diesem Übel wirksamer zu begegnen.
Das ist am besten machbar, in dem man es auch versteht.

Schies los.

Hathor
03.08.2008, 13:20
Stolz? Nein davon kann keine Rede sein. Ich bin auf keinen Fall stolz auf wer ich damals war und was ich getan habe. Ehrlich gesagt verachte ich mich zutiefst dafür. Damals war ich stolz auf mich, jetzt bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher...

Dann verstehe ich nicht, warum du deine Taten geschildert hast. Aufgrund deiner auch in deinen wenigen Postings schon deutlich erkennbaren Intelligenz und Bildung schließe ich, dass da schon Motive sind, warum du es getan hast. Möchtest du auf dich aufmerksam machen oder vielleicht sogar ein bisschen provozieren? ;)

dragonheart
03.08.2008, 13:37
Dann verstehe ich nicht, warum du deine Taten geschildert hast. Aufgrund deiner auch in deinen wenigen Postings schon deutlich erkennbaren Intelligenz und Bildung schließe ich, dass da schon Motive sind, warum du es getan hast. Möchtest du auf dich aufmerksam machen oder vielleicht sogar ein bisschen provozieren? ;)

Vielleicht um uns die Sichtweise oder die Situation eines Mobbers näher zu bringen. Obwohl ich in seinem Beitrag keine Beweggründe herauslesen kann.

Ich persönlich finde es interessant einen Ex-Mobber in unseren Reihen zu sehen ^^ Man soll mich für krank erklären, aber ich denke, für Mobbingopfer ist es vielleicht sogar sehr interessant mit einem Menschen zu schreiben, der nicht in der Opfer-Situation steckte, sondern in der Täter-Situation.

Auch ich stand schon oft mit Mobbern in Kontakt und die Gespräche waren teilweise sehr ergiebig, besonders auch, weil die meisten Täter, mit denen ich schrieb, nicht versuchten ihre Taten zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, sondern weil sie versuchten mir den Standpunkt eines Mobbers näher zu bringen.
Sowas kann wirklich ungemein interessant sein, wenn man sich deren, teilweise auch sehr widerlichen Situationen ansieht. (Mit widerlich meine ich, dass die Mobber, mit denen ich schon sprach bzw. schrieb... wenn die mal wirklich gesagt haben, was sie alles getan haben und auch warum, falls es Beweggründe gibt..Waren die Situationen, die der Mobber ausgelöst hat teilweise wirklich... widerlich.)

Naja...aber im Kurzen und Ganzen möchte ich nur vermitteln, dass ich es gut finde, dass sich hier auch ein Mobber zu Wort meldet und mit uns schreibt.

Seine Beweggründe, sollte es welche geben, würden mich jedoch auch sehr interessieren =)

LG Dragonheart

Hathor
03.08.2008, 13:48
Sowas kann wirklich ungemein interessant sein, wenn man sich deren, teilweise auch sehr widerlichen Situationen ansieht. (Mit widerlich meine ich, dass die Mobber, mit denen ich schon sprach bzw. schrieb... wenn die mal wirklich gesagt haben, was sie alles getan haben und auch warum, falls es Beweggründe gibt..Waren die Situationen, die der Mobber ausgelöst hat teilweise wirklich... widerlich.)



Ich sehe in dem Ganzen nur die große Gefahr, dass die Gemobbten wieder in dieselbe Rolle gedrängt werden und denselben Kreislauf auslösen, in dem sie auch im RL gefangen sind: der Mobber mobbt, der Gemobbte lässt es sich gefallen und versucht sogar, den Mobber zu verstehen... Das sollten wir nicht zulassen. Mobbing ist nicht zu entschuldigen und auch nicht wegzuerklären.

Mag sein, dass der Mobber selber mal ein Opfer war. Mag sein, dass irgendeine Urstrumpfoma ihm irgendeinen Wunsch in der Kindheit versagt hat. Mag sein, dass er Ungerechtigkeiten seiner Umwelt einstecken musste.

ABER: es ist absolut unentschuldbar, diesen Frust in der Art zu kompensieren, dass Unbeteiligte und Unschuldige darunter leiden müssen. Das ist feige und gemein.

dragonheart
03.08.2008, 14:04
Mobbing ist nicht zu entschuldigen und auch nicht wegzuerklären.

Mag sein, dass der Mobber selber mal ein Opfer war. Mag sein, dass irgendeine Urstrumpfoma ihm irgendeinen Wunsch in der Kindheit versagt hat. Mag sein, dass er Ungerechtigkeiten seiner Umwelt einstecken musste.

ABER: es ist absolut unentschuldbar, diesen Frust in der Art zu kompensieren, dass Unbeteiligte und Unschuldige darunter leiden müssen. Das ist feige und gemein.

Da bin ich ganz deiner Meinung.
Und ich habe auch nicht vor Mobbing zu entschuldigen und ich glaube auch Zerathul hatte nicht die Absicht dies zu tun.
Was ich sagen wollte ist, dass ein Gespräch mit einem EX- Mobber nie schaden kann.

Ich sehe in dem Ganzen nur die große Gefahr, dass die Gemobbten wieder in dieselbe Rolle gedrängt werden und denselben Kreislauf auslösen, in dem sie auch im RL gefangen sind: der Mobber mobbt, der Gemobbte lässt es sich gefallen und versucht sogar, den Mobber zu verstehen... Das sollten wir nicht zulassen.

Ich glaube diese Gefahr sehen wir alle ein bisschen und ich denke mal, besonders ich kann das nachvollziehen, da ich auch im Internet eine lange Zeit in diese Rolle gezwängt wurde.

Sollte es soweit kommen ist es sehr wichtig, dass Moderatoren und Administratoren sofort eingreifen, wenn ein User solch einen Vorfall meldet und nicht lange abwarten oder die "Hilferufe" sogar ignorieren. Das war damals mein Problem.

Ich glaube meine vorherige Botschaft ist auch nicht so richtig rübergekommen... Ich möchte nicht, dass die Opfer die Mobber verstehen, keinesfalls. Es gibt nichts zu verstehen und nichts zu entschuldigen, aber dennoch bleibe ich dabei, dass es interessant ist, sich nicht nur mit Opfern, sondern auch mit Mobbern auszutauschen. Und wenn wir hier gerade auch wirklich einen EX - Mobber haben, dann ist es wohl wichtig, sich mit ihm zu Unterhalten.
Manche sagen auch "Einmal Mobber, immer Mobber". <- Kann sein, muss aber nicht. Manche Leute haben es eingesehen, dass sie A.. waren und versuchen ihr Gewissen vielleicht sogar durch solche Gespräche aufzubessern...

Was du damit sagen willst, verstehe ich einerseits, andererseits nicht.
Hast du das Gefühl, dass Zerathul vorhat, die Leute hier fertig zu machen? Ich nicht, aber ich weiß, dass mein Gefühl täuschen kann.
Solange er nicht akut einen User angreift oder wieder mit dem Mobbing beginnt sollten wir ihm einfach mal abnehmen, dass er seine Taten eingesehen hat, mögen sie auch noch so widerlich und arm sein.
Wäre es dir lieber, wenn er es nicht einsehen würde? Ich denke nicht.

LG Dragonheart

Hathor
03.08.2008, 14:28
Was du damit sagen willst, verstehe ich einerseits, andererseits nicht.
Hast du das Gefühl, dass Zerathul vorhat, die Leute hier fertig zu machen? Ich nicht, aber ich weiß, dass mein Gefühl täuschen kann.
Solange er nicht akut einen User angreift oder wieder mit dem Mobbing beginnt sollten wir ihm einfach mal abnehmen, dass er seine Taten eingesehen hat, mögen sie auch noch so widerlich und arm sein.
Wäre es dir lieber, wenn er es nicht einsehen würde? Ich denke nicht.



Auch ich hoffe, dass Zerathuls Motive derart sind, dass er eingesehen hat, etwas absolut Verwerfliches getan zu haben. Fehler macht jeder, aber man sollte dann auch vermeiden, diese wieder zu machen. Vor allem solche, die anderen Menschen weh tun. Psychische Schmerzen sind schlimmer und vor allem viel länger (oft ein ganzes Leben lang) anhaltend als körperliche.

Ich mag nichts davon lesen, dass ein Mobber "gute Gründe" hatte. Denn diese gibt es nicht. Ein Mobber reagiert sich immer an Unschuldigen ab. Und welchen "guten Grund" könnte es dafür wohl geben?
Und ich mag auch nichts darüber lesen, dass die Gemobbten gefälligst die Mobber verstehen sollten.

ich
03.08.2008, 16:06
Das mit dem Mobbing kenne ich. Aber eigentlich finde ich das langsam einfach nur langweilig, weil die seit vier Jahren immer noch das selbe sagen (*vogel*).
Interressant ist nur, dass ich nicht schlimm aussehe, und laut meinen Lehrern auch nicht dumm bin. Ich schätze also, es ist nur ein Zeivertreib (*vogel*).
Was soll man dazu noch sagen?
Wenn sie mit Gras werfen, werfe ich jedenfalls zurück...

Zerathul
04.08.2008, 00:39
Und ich habe auch nicht vor Mobbing zu entschuldigen und ich glaube auch Zerathul hatte nicht die Absicht dies zu tun.
Was ich sagen wollte ist, dass ein Gespräch mit einem EX- Mobber nie schaden kann.
LG Dragonheart

Aye, ich versuche nicht mich hier zu entschuldigen, ich hatte ein wenig des Themas gelesen und mir gedacht euch einmal die Perspektive eines (ehem.) Mobbers nahzubringen. Es war ein eher spontaner Einfall, mich an der Diskussion zu beteiligen, da ich frisch angemeldet ersteinmal durchs Forum stöberte und gerade mit einem ehemaligen Mobbingopfer und mittlerweile guten Freundin von mir über ihre Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl geredet habe (hmm klingt ein wenig platt jetzt). Als mir das Thema Mobbing ins Auge fiel, dachte ich mir doch mal ein wenig über meine Vergangenheit zu schreiben. Nicht nur für die Diskussion, auch für mich ;-)

Ich habe eingesehen, was für Verwerfliche Dinge ich getan habe und mich dadurch intensiv mit meinem Gewissen auseinandersetzen müssen. Natürlich bringt es nichts, wenn ich mich schlecht fühle und meine ehem. Opfer noch schlechter, also habe ich jetzt schon seit einiger Zeit versucht meinen Schaden bei den beiden Opfern, mit denen ich noch in Kontakt stehe, wieder gut zu machen.

Meine Beweggründe damals sind wohl kaum zu verstehen, am Wenigsten für mich im Nachhinein, wo ich mich (nicht zuletzt durch einen Einjährigen Aufenthalt in einem anderen Land) doch sehr verändert habe.

greets

Zachary
04.08.2008, 01:54
Ich habe eingesehen, was für Verwerfliche Dinge ich getan habe und mich dadurch intensiv mit meinem Gewissen auseinandersetzen müssen. Natürlich bringt es nichts, wenn ich mich schlecht fühle und meine ehem. Opfer noch schlechter, also habe ich jetzt schon seit einiger Zeit versucht meinen Schaden bei den beiden Opfern, mit denen ich noch in Kontakt stehe, wieder gut zu machen.

Wenn das tatsächlich der Fall ist, finde ich das eine sehr gute Sache. Viele Mobber machen sich nicht diese Mühe, obwohl ich das für die Betroffenen sehr wichtig finde. Man kann besser mit der Sache abschließen, muss sich nicht mehr vor den Personen fürchten. Man denkt sich immer, die Leute sind ja jetzt auch älter, die haben das bestimmt vergessen, dem ist aber meist nicht so. :( Ich glaube, sehr viele Mobber scheinen sich nicht mal mehr Gedanken darüber zu machen, was sie angerichtet haben.
Ich täte mir wünschen, man würd sich bei mir mal die Mühe machen, sich zu entschuldigen. Ich gehe gewissen Leuten heute immer noch aus dem Weg, obwohl die Sache mittlerweile über 10 Jahre her ist. Ich weiß aber auch, dass von meiner Seite her ein großes Entschuldigung fällig wäre. Und es tut mir immer noch leid, darum kann ich auch verstehen, warum du drüber schreiben möchtest.

Ich finde deine Perspektive übrigens auch sehr interessant. Mich würd interessieren, was überhaupt der Kick für Mobbing ist? Nur das Machtgefühl, das ist mir eine zu einfache Erklärung. Ich habe es nie nachvollziehen können, weil mir gleichzeitig immer die betroffenen Personen leid getan haben. Wie kann man das so einfach ausblenden?

Ist zwar schon etwas her, aber dazu möcht ich auch noch was sagen:
Das Wegkucken ist fast noch das Schlimmste, platt aber wahr... ich versteh vor allem gar nicht, wie einem da gar nichts hochkochen kann. Ich kann mich doch nicht einfach hinstellen und sagen "Hoffentlich sehen sie mich nicht, ich bin nicht da, ich mach nichts, ich seh nichts."
Gruppe macht stark. Das ist bei den Tätern so, genauso ist es bei den Opfern... wenn sich jemand einfach mal dagegen stellt und klar macht, dass er das scheiße findet, macht das auch viele der Täter schon auf was aufmerksam. Ich hab nämlich manchmal wirklich das Gefühl, manchen ist einfach nicht klar, was sie da machen. Ist ja nur Spaß. Ist ja nur der Depp.

Wenn das mal so funktionieren würde. Ich (und mittlerweile eine weitere Freundin) versuche schon seit Jahren in unserem Freundeskreis durchzusetzen, dass die Leute endlich aufhören eine bestimmte Person zu mobben. Ich finde das einfach widerlich und absolut ungerechtfertigt. Diejenige ist super nett und von den Leuten bestimmt der hilfbereiteste und unkompliziertester Mensch den ich kenne. Da könnten sich die anderen mal ein Schnittchen von abschneiden.
Leider hört man mir in der Beziehung nicht zu, stellt mich als naiv hin, in dem Sinne als wäre ich ein bißchen blöd und gutgläubig, als im Gegenteil mal darüber nachzudenken, welchen Schwachsinn sie eigentlich fabrizieren. Nur nicht damit auseinandersetzten. Der andere Teil (wohl per Definition die Mitläufer) kriegt es tatsächlich nicht mit, glaubt halt einfach, was die Initiatoren erzählen und nach deren Sicht hat die Gemobbte es eindeutig verdient, bei all den Ungeheuerlichkeiten, die sie ständig fabriziert. Also gleich mit Gleichem zurückzahlen (das lustigerweise meist nie vorhanden war).
Es macht sich nie jemand die Mühe, nachzufragen, ob die Sachen tatsächlich stimmen. Man glaubt sie halt einfach. Die besten Freunde haben es ja erzählt, darum muss es wahr sein. Die Mobberseite ist so dominant, dass meine Variante sofort untergeht, sobald ich einen Einwand vorbringe. Wenn man Dinge nur oft genug und von mehreren Personen hört, glaubt man sie wohl irgendwann. Soviel kann ich gar nicht dagegen reden, weil es gleich von den anderen wieder "richtig" gestellt wird.
Traurig, dass es sich bei all den Leuten eigentlich um (ansonsten nette) Erwachsene handelt.

Nunja, dann geh ich halt wieder allein mit meiner Freundin auf ne Veranstaltung, lass mich nachher fragen, warum ich denn lieber mit ihr gegangen bin und mir nochmal erklären, dass wir ja nicht hätten gemeinsam gehen können, weil sie diejenige absolut nicht dabei haben wollten (was aber im Nachhinein niee so war). Aber schade wars, dass ich nicht bei ihnen war. Und nein, das ist überhaupt nicht kindisch. Es ist absolut normal, wenn man jemanden mal nicht mag. *frust*

Rückspiegelgott
04.08.2008, 08:43
Wenn das mal so funktionieren würde. Ich (und mittlerweile eine weitere Freundin) versuche schon seit Jahren in unserem Freundeskreis durchzusetzen, dass die Leute endlich aufhören eine bestimmte Person zu mobben. Ich finde das einfach widerlich und absolut ungerechtfertigt. Diejenige ist super nett und von den Leuten bestimmt der hilfbereiteste und unkompliziertester Mensch den ich kenne. Da könnten sich die anderen mal ein Schnittchen von abschneiden.

Bei jemand der nett ist sollte es einigermaßen einfach sein, aber wenn jemand aus dem Freundeskreis sich immer wieder in die Sch..... reitet ist sowas schwerer (Einer in meinem Freundeskreis leistet sich öfters solche Sachen wie bei einem Rollenspiel abend früh abzubrechen weil er angeblich früh raus muss aber dann noch drei Stundenlang über irgendwas zu reden.)

ExLibris
04.08.2008, 09:53
Mittlerweile ist eines meiner damals liebsten Mobbingopfer eine enge Freundin von mir ...
Hallo Zerathul, aus eigener Erfahrung hätte ich eine Frage: Wie ist für euch diese Freundschaft möglich? Wie ist sie zustande gekommen? Ganz allgemein: ist Freundschaft zw. Opfer und Täter überhaupt möglich? Kann man vergeben und vergessen, und den Menschen trotzdem mögen. Oder ist es nur Schuldgefühl auf der einen Seite, und eine Art Stockholm-Syndrom auf der anderen.

Wargomar
04.08.2008, 12:28
Wer hat dies noch nicht erlebt? Ob es einem selbst traf, oder es bei anderen mit ansehen musste?

Was mich betrifft, so wurde ich ab der siebenten Klasse gemobbt.
Der Grund lag auf der Hand. Vaters Erziehung hat mich gelehrt, dem Schwächeren die Hand zu bieten. Schwach war und bin ich bis heute nicht. Aber wenn man sich nicht mit denen abgeben will, die sich als Herren aufspielen, so zieht man eben ein Los, mit dem man sich so einigem unterzieht, was man von Anderen fernhalten will.
Meine Wehrhaftigkeit hat mich jedoch vor so einigem bewahrt. Es ist eben das Rudelverhalten der Menschen, das solche Ungerechtigtkeiten und Verhaltensweisen äußern. Der Drang dazu zu gehören, macht dem Menschen zur Bestie. Es ist ekelerregend, was vernunftbegabte Wesen anderen antun.
Ich wollt, ich wäre ein wildes Tier. Selbst diese verhalten sich venünftiger.

Zerathul
04.08.2008, 13:07
Hallo Zerathul, aus eigener Erfahrung hätte ich eine Frage: Wie ist für euch diese Freundschaft möglich? Wie ist sie zustande gekommen? Ganz allgemein: ist Freundschaft zw. Opfer und Täter überhaupt möglich? Kann man vergeben und vergessen, und den Menschen trotzdem mögen. Oder ist es nur Schuldgefühl auf der einen Seite, und eine Art Stockholm-Syndrom auf der anderen.

Ne, es ist eine richtig dicke und enge Freundschaft in der wir über alles reden können. Das so eine Freundschaft überhaupt möglich ist liegt wohl daran, dass ich nichtmehr jene Person bin, die damals der Täter war sondern mich gründlich reorientiert habe was Ziele, Moral und Interaktion mit Anderen angeht. Das ist, um auf deine letzte Frage zu antoworten, meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit einer Freundschaft zwischen ehem. Täter und ehem. Opfer: Eine grundlegende Änderung der Person des Täters.

greets

Hathor
04.08.2008, 13:50
Das so eine Freundschaft überhaupt möglich ist liegt wohl daran, dass ich nichtmehr jene Person bin, die damals der Täter war sondern mich gründlich reorientiert habe was Ziele, Moral und Interaktion mit Anderen angeht. Das ist, um auf deine letzte Frage zu antoworten, meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit einer Freundschaft zwischen ehem. Täter und ehem. Opfer: Eine grundlegende Änderung der Person des Täters.


An dich speziell und alle anderen, die auch so denken oder noch besser: so handeln: *chapeau*

Wer die Größe hat, ein Fehlverhalten einzusehen und es zu ändern, verdient Hochachtung :)

So muss man es machen: eine Änderung herbeiführen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich bringen Leute auf die Palme, die sich für alles "entschuldigen", aber dann ihr Verhalten doch nicht ändern.

BTW: Ent-schuldigen (also die Schuld wegnehmen), das kann nur das Opfer, niemals der Täter. Der kann höchstens um Entschuldigung bitten. Sich selber die Entschuldigung gewähren kann er nicht...

ExLibris
04.08.2008, 16:10
Das mit dem Ent-schuldigen sehe ich auch so. Es bleibt dem Opfer überlassen, ob es dazu in der Lage ist, aus der Schuld zu entlassen, wenn darum gebeten wird.
Und trotzdem ist es danach manchmal unmöglich eine Freundschaft zu beginnen. Auch wenn beide Seite das sogar wollen würden. Darum finde ich es besonders von Zerathuls Freundin ganz toll, dass sie noch Vertrauen hat.

Mim
04.08.2008, 17:05
Das mit der später folgenden Täter-Opfer Beziehung ist wirklich ein interessantes Thema, besonders wenn ich darüber nachdenken, dass zwei der mir liebsten Menschen damals mitgeholfen haben, mir das Leben um einiges schwieriger zu machen. Egal wie angestrengt ich überlege... Ich weiß nicht, wie genau es damals dazu gekommen ist, dass ich den beiden so schnell verzeihen konnte. Ich weiß seit Längerem, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, sonst wäre ich niemals so mit den beiden befreundet, wie ich es jetzt bin.
Ich kann nur jetzt im Nachhinein nach Gründen suchen, bei denen ich mir jedoch nicht einmal sicher sein kann, dass sie es zu der Zeit auch waren, weswegen ich mich wieder auf die zwei eingelassen habe.
Grund 1) Wir waren vorher schon eimmal gut befreundet. Vielleicht konnte ich trotz Allem einfach nicht loslassen und habe gehofft, dass sich wieder alles ändert und wie früher wird.
Grund 2) Ich wusste, dass die beiden sich nur kontrollieren lassen und nicht den Mut besitzen, dagegen anzugehen. Vielleicht habe ich mir so eingeredet/einreden lassen, dass den beiden etwas an mir liegt, sie sich nur nicht trauen, das öffentlich zu zeigen.
Grund 3) Ich wusste, dass ich etwas Besonderes bin, habe die guten Seiten an mir erkannt und darauf gewartet diese zeigen zu können, damit man mich dann schätzt.
Grund 4) Vielleicht auch aus Naivität. Wer weiß.

Im Endeffekt denke ich, dass es alles ist. Ein bisschen von jedem. Mir war bewusst, dass das damalige Oberhaupt (Geschichte dazu auf Seite 2 des Threads) versucht hat alle gegen mich aufzuhetzen, weil ich ihre Freundschaft zu einfach wieder hätte auseinander reißen können. Den anderen beiden war ich nach wie vor nicht egal, das wusste sie. Sie wusste leider aber auch, dass sie sie einfach "unterdrücken" kann.
Was soll man machen, wenn nach einem Streit zwischen den dreien plötzlich die beiden wiederkommen? Ich habe ihnen daraus geholfen, sie haben es mir damit gedankt, dass sie fortan zu mir standen. Es hat sich einfach wieder so entwickelt und konnte -wenn ich richtig liege- nur dadurch wieder eine Freundschaft werden, weil ich zu mir selber stand und wusste, dass sie nicht ohne mich können. Das ist noch immer so. Seit mehreren Jahren. Und es wird noch länger so bleiben, weil ich die Eigenschaften einer guten Freundin besitze, das wissen und schätzen sie.


Das Ganze ist nur leider nicht immer so einfach, wie hier geschildert. :rolleyes:

Zachary
04.08.2008, 20:27
Bei jemand der nett ist sollte es einigermaßen einfach sein, aber wenn jemand aus dem Freundeskreis sich immer wieder in die Sch..... reitet ist sowas schwerer (Einer in meinem Freundeskreis leistet sich öfters solche Sachen wie bei einem Rollenspiel abend früh abzubrechen weil er angeblich früh raus muss aber dann noch drei Stundenlang über irgendwas zu reden.)

Naja, so einfach ist das leider auch nicht. Man weiß halt, wie man die Person provozieren kann, damit es wieder so aussieht als würde sie Sch... bauen. Der da Mist gebaut hat, ist in den meisten Fällen nicht mal sie, sie läßt sich nur immer den "schwarzen Peter" zuschieben. Sie kommt aus dem Teufelskreis nicht raus, weil sich die Meinung über sie schon so gefestigt hat. Ich kenne die Person jetzt seit über 5 Jahren, die anderen sicher länger. Ich weiß halt nicht, ob sie früher anders war, aber Personen können sich ändern, Meinungen über sie leider anscheinend nicht.

Jemand aus der Gruppe hat sich jetzt endlich mal getraut, den Leuten die Meinung zu geigen. Und er hatte so recht und war so verdammt direkt. Ich bin da ja etwas subtiler. Also Hut ab. Das Ende vom Lied war, er wurde aus dem Freundeskreis geschmissen, weil man so ja nicht miteinander umgehen kann und das obwohl es eine über Jahre hinweg sehr beliebte Person gewesen war. Ich staune immer wieder, wie es manche Leute schaffen andere in ihren Meinungen so zu manipulieren und sie es nichtmal merken und zulassen. Ja, sogar dafür einstehen (was ja ahn-und-für-sich sehr löblich ist unter Freunden). Ich sage nochmal, ich glaube nicht, dass die anderen so schlechte Personen sind. Der Ober-Mobberin sollte man halt nicht auf die Füße treten.

Ihr würdet sicher den Spieler aus eurer Runde nicht über das Spiel rausekeln, sondern mit ihm über das Problem reden. Mal ruhig geredet wird aber nie, wenn nur Vorwürfe gemacht. Der Grund, warum es zu den Problemen kommt, scheint vollkommen uninteressant zu sein. Dabei gibt es immer eine logische für jeden vernunftbegabten Menschen nachvollziehbare Erklärung und damit eigentlich auch keinen Grund sich aufzuregen. Man müßte nur mal etwas guten Willen zeigen, was aber anscheinend nicht drin ist.

Rückspiegelgott
05.08.2008, 07:56
Das Problem bei uns ist dass ich zwar öfters versuche, dass I.(Ich nenne ihn einfach so) nicht mehr so genervt wirt, aber er macht es sich selber schwer. Vielleicht liegt das auch daran dass er vieles "besser weiß" und sich auch oft über Dinge beschwert die er selber auch macht.

ExLibris
05.08.2008, 08:09
@ Mim
Danke für die Schilderung! Mich interessiert dieses Thema auch sehr. Du hast ihnen also geholfen, obwohl du nicht hättest müssen. Vielleicht ist das der Punkt.

Akissi
11.08.2008, 10:51
Das Problem bei uns ist dass ich zwar öfters versuche, dass I.(Ich nenne ihn einfach so) nicht mehr so genervt wirt, aber er macht es sich selber schwer. Vielleicht liegt das auch daran dass er vieles "besser weiß" und sich auch oft über Dinge beschwert die er selber auch macht.

Sojemand ist fraglos nervig und ich werfe Leuten wie diesen auch gerne mal die eine oder andere Bemerkung an den Kopf, aber zu sagen "ja, selber schuld" ist meiner Meinung nach ne ziemlich miese Methode, sich selbst aus der Affäre ziehen zu wollen. Jeder Mobber würde über sein "Opfer" sagen, dass es selbst schuld hat daran, was man ihm antut. Das macht es aber nicht besser oder entschuldigt es in irgendeiner Weise.
Natürlich liegt Mobbing an irgendetwas, was vom Gemobbten ausgeht, ob es nun wirklich etwas ist, was er macht, oder nur etwas, das er ausstrahlt oder die Tatsache, dass man's mit ihm machen kann. Ich denke viele Gemobbte sind in den Augen der meisten anderen einfach "komisch", was zu Missverständnissen und bei den falschen Leuten zu bösen Worten und mehr führt. Wenn ich mich also hinstelle und sage "der hat aber das und das gemacht und deswegen geschieht ihm das recht" - was ist das denn für ne Einstellung?
Ich habe auch jemanden in der Klasse, der in der Hinsicht etwas schwierig ist. Ich könnte ihr manchmal wirklich den Kopf einschlagen und sie hat ein paar wahnsinnig unangenehme und nervige Charakterzüge - ich komme trotzdem gut mit ihr aus. Und es kotzt mich einfach nur an, wenn jemand anfängt an ihr rumzusticheln, und wenn er 100mal "recht" hat. Wenn sie mich stört, halt ich mich ne Weile von ihr fern und dann hat's sich damit. Wenn mich was im Gespräch mit ihr stört, sag ich ihr das direkt. Wir werden nie gute Freunde sein und da legen wir auch glaube ich beide keinen großen Wert drauf. Man kann aber doch wohl trotzdem versuchen, geregelt miteinander umzugehen. Wenn sich dieser Freund, bzw eben I., über etwas beschwert, was er selber macht, dann könnte man es ihm doch einfach auf der Stelle sagen. Ihn dafür noch nachträglich und immer wieder aus dem Nichts heraus anzuhassen, wird es jedenfalls sicher nicht besser machen.
Und falls das missverständlich war: Ich meine damit nicht, dass du (also Rückspiegelgott) der Mobber bist und ich finde es auch lobenswert, dass du ihm helfen willst... aber wenn du selber sagst "Ich verstehe auch die Mobber", wird das glaube ich nichts...
Auch hab ich das jetzt geschrieben, ohne jeglichen Einblick zu haben, wie stark die Situation bei euch ist. Aber den Grundsatz haben viele Mobber/Leute, die zusehen.

Rückspiegelgott
11.08.2008, 12:43
Ich glaube die Situation bei uns ist nicht ganz so schlimm, denn wir sind eine seltsame Truppe und da sind Kraftausdrücke nicht selten (wir ham nen AJ für Ar*** Jesischt) aber I. ist irgendwie öfter dran.

@ dann könnte man es ihm doch einfach auf der Stelle sagen:
Da kommt dann eine Antwort wie "Das ist doch was ganz anderes", er sieht es nicht ein dass auch er Fehler macht.

Kyra
12.08.2008, 18:41
Mobbing ist das Schlimmste für einen Menschen was es gibt. Ich selber musste die Erfahrung zum Glück nie machen, habe auch nie selber jemanden gemobbt...

Leider ist es meinem Stiefbruder früher so ergangen, er ist Amerikaner und kam nach Deutschland...irgendwann fing er an die Schule zu schwänzen, dann verletzte er sich selbst...hat dann die falschen kennengelernt, wurde dort wie ein Mensch behandelt und war in der Drogenwelt...irgendwann hat meine Ma ihn zwangseinweisen lassen...ich finde es grausam, was Menschen anderen Menschen antun können...das macht mich wütend, auch wenn ich eure Erlebnisse alle lese...

Ich kann nur sagen, gebt nicht auf, irgendwo auf der Welt gibt es immer Leute die euch schätzen und respektieren...die euch mobben sind armselige Kreaturen, die nunmal das sensibelste und das wertvollste eines Menschen angreifen, weil es leider zu leicht ist ---die Seele.

Gruß Kyra

Wargomar
15.08.2008, 19:38
@ Kyra. Du irrst. Nicht Mobbing ist das Schlimmste was es gibt. letzte Woche Montag ist mein fünfjähriger Sohn an Herzversagen verschieden. Das ist wirklich schlimm. Die Mobberei habe ich hinter mir.

Der Wargomar

RickyLee
15.08.2008, 22:01
Ich fürchte, dazu lässt sich nicht viel hinzufügen.

Es tut mir sehr, sehr leid, Wargomar.

Rückspiegelgott
18.08.2008, 08:06
Mein Beileid.

Mürtz
18.08.2008, 19:52
Es tut auch mir sehr Leid, für dich, Wargomar, deinen Sohn, eure Familie und alle Umstehenden.

Antigone
19.08.2008, 09:32
Hallo Wargomar!

@ Kyra. Du irrst. Nicht Mobbing ist das Schlimmste was es gibt. letzte Woche Montag ist mein fünfjähriger Sohn an Herzversagen verschieden. Das ist wirklich schlimm. Die Mobberei habe ich hinter mir.

Der Wargomar

Ich habe lange überlegt, ob ich darauf antworten soll. Zuerst mein Beileid - du hast recht. Ein Kind zu verlieren ist so schrecklich, dass ich es mir nicht einmal vorstellen möchte. Ich wünsch dir ganz viel Kraft, diese schlimme Zeit durchzustehen.

Nichtsdestotrotz hat deine Bemerkung hier eine wichtige und fruchtbare Diskussion beendet. Selbstverständlich ist Mobbing nicht das Schlimmste auf der Welt. Natürlich gibt es eine Menge Dinge, die schlimmer sind - und ich bin mir sicher, dass all die Leute, die sich hier gemeldet haben, das auch wissen. Aber das hilft ihnen nichts. Im Moment haben sie Probleme mit Mobbing, und es hilft ihnen, sich darüber auszutauschen. Hier bekommen sie das Gefühl, mit diesem Problem nicht alleine zu sein, sie erhalten Trost und Zuspruch. Das Problem Mobbing wird nicht gelöst nur dadurch, dass hier jemand einen Beitrag dazu schreibt... aber wenn sich nur ein einziges Mitglied dadurch besser fühlt, hat es schon was gebracht.

Deswegen würd ich mir wünschen, dass diese Diskussion hier wieder auflebt.

lg, A.

ExLibris
19.08.2008, 10:19
Man könnte auch einen neuen Thread aufmachen, wenn jemand über Trauerbeweltigung sprechen mag. Vielleicht wollen sich manche auch zu diesem Thema etwas von der Seele schreiben.

Wargomar
19.08.2008, 19:36
Hallo Ihr.

Danke für Euer Mitgefühl. Ich wollte wirklich nicht die Diskusion platzen lassen.
Einen Threat zur Trauerbewältigung wäre für den ein oder anderen vielleicht eine willkommene Hilfe.
Für mich persönlich sicher nicht. Aber wer weiß. Vielleicht kann ich helfen?
Mit Worten kann man viel ausrichten

Der Wargomar

Warin
27.08.2008, 20:49
Deswegen würd ich mir wünschen, dass diese Diskussion hier wieder auflebt.Heute habe ich in der Zeitung einen Artikel über eine neue, besonders unappetitliche Form des Internet-Mobbings gelesen:

http://www.rottenneighbor.com

Unter dem Deckmäntelchen, gute von schlechten Nachbarschaften zu unterscheiden, wird hier denunziert, bis der Arzt kommt. Einfach auf der google maps Karte auf das Haus des Nachbarn klicken und ordentlich ablästern. Und natürlich wimmelts überall nur so von Triebtätern und Schlampen. Ob's stimmt oder nicht, interessiert keine Sau. Und natürlich alles schön anonym (zur Registrierung ist nicht einmal eine e-mail Bestätigung erforderlich), wogegen die Opfer gern beim vollen Namen genannt werden:eek:

Die Seitenbetreiber hätten's gerne sogar noch deftiger:
We encourage all users to contribute to the site by providing evidence of either rotten or rad neighbors by uploading photos and video. Photos and Videos can be rad or rotten, we encourage you to upload either one!Zum Kotzen.ò.ó Ich war eigentlich immer gegen Internetzensur, aber diese Seite gehört m.E. auf den Index. Wie heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Da die Betreiber dieser Seite in den USA (wo sonst?) nicht verantwortlich gemacht werden können, gibts m.E. nur eins: Sperren! Und zwar so schnell wie möglich.

Antigone
27.08.2008, 23:18
Das ist ja grauenvoll.... Wer schreibt etwas auf so einer Seite? Und zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass es in meinem Wohnort tatsächlich auch schon einen Eintrag gibt....:eek:

lg, A.

Wargomar
29.08.2008, 16:42
Moin.

Da fragt man sich doch wirklich, wieviel Feigheit geht um, bei den Mitarbeitern der Gerüchteküche.
Wie ich das sehe, haben die alle selbst Dreck am Stecken und denunzieren, (ob berechtigt oder nicht) Irgendjemanden, um davon abzulenken, wie es um ihren eigenen Charakter bestellt ist. Leider schlägt diese Ablenkung aber fehl. Denn nur Charakterlose Schweine schreiben anonym.
Es ist schon bezeichnend, daß man erlesen kann, wie viel Verstand man braucht, um sich bei einem solchen Pöbelgespräch zu ergötzen und immer fleißig mitzumachen. Nämlich keinen.
Diese Assis haben wahrscheinlich schon in der vierten Klasse aufgehört, den Unterrichtsstoff zu folgen.
Und alle miesen geldgeilen Betreibern solcher, oder ähnlicher Seiten, sollte man nach gut mittelalterlicher Marnier, an den Pranger stellen, Fotos machen und mit Namen und Adresse ins Net setzen.

Wargomar

RickyLee
29.08.2008, 17:43
*hände klatsch* ahahaha, ich will auch ^^ ich will sehen, was bei meinem Haus steht, aber ich kann die Seite net aufrufen :(

Das finde ich bei mir jetzt noch eher amüsant XD" bzw amüsant ist nicht das richtige Wort, eher: Richtig schön lächerlich.

Das darf man sich so vorstellen:
Uhhh, mein Nachbar hat mich gestern zugeparkt, jeeeetzt gibts Rache, jetzt drück ich ihm ne schlecht Bewertung bei rottenneighbor.com rein, jahahahar

-.- oh mann. Naja, wirklich lustig ist es im Endeffekt nicht: Gerüchte geraten schneller ausser Kontrolle, als man gucken kann.

Akissi
29.08.2008, 18:45
Das ist ja grauenvoll.... Wer schreibt etwas auf so einer Seite?

Was mich noch mehr interessiert: Was für ein krankes Hirn kommt auf die "rotten" Idee, so eine hetzerische Scheiße zu programmieren und online zu stellen?! ò.ó

Tschuldigung. Augh. Abschaum.

Ich kann die Seite übrigens auch nicht aufrufen...
Mh... wenn man schon für die Verletzung der Würde in Amiland niemanden zur Rechenschaft ziehen kann (kann man echt nicht?!), frag ich mich aber doch, ob es nicht auch dort illegal ist, anderer Leute Bilder online zu stellen, bzw noch mehr, andere dazu aufzufordern (...gehts noch?) - Ich meine nämlich schon. Soweit ich weiß gilt das auch für die Verbreitung einer fremden Adresse ohne die Zustimmung des Besitzers.
Feige Kleinkriminellenbande. Grah! Ich geh jetzt was einschlagen.

Wargomar
30.08.2008, 03:04
Morgen.

Die Seite aufrufen geht. Aber mich anmelden, werde ich nicht.
Mir hat der Spruch gereicht, den ich lesen konnte. Scheiß mieses Pack. Jeder sollt erst einmal vor seiner eigenen Türe kehren. Da kommt genug Dreck zusammen.

Wargomar

Hathor
30.08.2008, 10:47
Dass es Leute gibt, die gerne andere anschwärzen, verleumden und zu sich in den Dreck runter ziehen - das ist nichts Neues. Ist sozusagen das einzige Hobby mancher Leute. :rolleyes:

Wirklich schlimm finde ich aber, dass es TV-Sender sind, die unter dem Deckmantel der Besorgnis für solche Auswüchse kranker Gehirne auch noch Werbung machen. Denn durch die Ausstrahlung solcher Sendungen wird bei vielen doch erst das Interesse an dieser Art des Mobbings geweckt.

Wargomar
30.08.2008, 11:59
Hallo Hathor.

Du hast eines vergessen. Der Deckmantel der Pressefreiheit. Der ist soooo dehnbar, da passt ne Menge drunter. Siehe Bild.

Wargomar

Avrina
28.09.2008, 18:27
Ah ja, Mobbing.

Davon kann ich ein Lied singen. Ich habe schon sehr viele Erfahrungen in diesem Bereich gemacht und auch so gelernt, dass manche Menschen einfach nur Abschaum sind. Noch heute sehe ich, wenn Menschen gemobbt werden. Ich finde das lächerlich. Wo ist das Gefühl der Zusammenhaltung? Der Freundlichkeit? Und vor allem der Höflichkeit?
Ich habe noch niemals jemanden gemobbt, da ich unter dem Prinzip erzogen wurde "Sei nett zu den anderen und vor allem hilfsbereit!". Manche Kinder haben solch eine Erziehung einfach nicht genossen... manche Elternpaare heutzutage scheinen sich auch nicht mehr um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern.

Es ist schon recht lange her, dass ich diese Erfahrung machen musste. Zwei Jahre habe ich deswegen verloren, weil ich unter dummen Menschen weilte. Wahrscheinlich haben sie mich gemobbt, weil man mich leicht nerven konnte. Heute sieht man mich an und fragt "Wie bitte, die haben dich gemobbt? Warum denn das?!" Na ja, ich war nicht die Einzige. Ich habe denjenigen, die gemobbt wurden, geholfen und ihnen auch meine Aufmerksamkeit geschenkt. Noch heute tue ich es. Es ist unfair, wenn Menschen wegen ihrem Aussehen oder einer Behinderung ausgeschlossen werden. Es kommt doch nicht auf das Äußerliche, sondern auf die inneren Werte an, denn diese sind am Schönsten. Doch diesen Satz haben auch schon so viele Menschen vergessen... leider. Die inneren Werte werden komplett ignoriert... nur das Aussehen spielt eine entscheidende Rolle. Manchmal würde ich diesen Menschen eine auf den Deckel geben, damit sie endlich erwachsen werden!

In Klassen ist es schlimmer. Ich bin deshalb in eine private Mädchenschule gegangen, da dort das Zusammenhalten noch ein bedeutendes Wort ist. Nicht wie in einer Klasse mit Mädels und Jungs.

Ts4EVER
28.09.2008, 20:32
Ich bin auch schon mal eine zeit lang gemobbt wurden (so in der achten Klasse), aber man kann sagen, dass ich mir durch Humor und Schlagfertigkeit durchaus sowas wie Respekt erarbeitet habe. Die Haupttäter haben außerdem die Schule nicht geschafft. :D

RickyLee
04.10.2008, 21:52
Jah, meine Hauptmobber waren auch ähnlich verteilt:

Einige haben die Schule geschafft
Einer ist sitzengeblieben, eine auch
Und einer ging am Ende des Schuljahres in psychologische Behandlung, weil er ansatzweise versucht hat, die Französischlehrerin abzustechen...

...nein, was hat die "Klassengemeinschaft" sich nicht hinterher nett um ihn gekümmert. Grußkarten geschickt, Plakate gemacht...

Und, achja: Im Radio wurde groß über die Solidarität und den Zusammenhalt meiner Klasse berichtet, die ja den Mitschüler von so etwas schlimmen abgehalten hat...

...ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte... *seufz*
Mh, das zeigt mal wieder, wie oberflächlich die Medien recherchieren bzw. wie das alles immer schön in leicht verständliche, klischeehafte Packen gepresst wird...

Dabby
05.10.2008, 16:20
Vom Mobbing kann ich Lieder singen ;)

In unserer Klasse herrschte eine strenge Hierachie die sich eben am Mateiriellen besitz der person orientierte. Ich war in dieser Hierarchie etwas unterdurchschnittlich. Auf Grund dessen musste auch ich schwere Mobbing Attacken erfahren, die bis hin zu körperlicher Auseinandersezuungen gingen.

Meine Eltern haben trotz elender Flennerrei von meiner Seite zum Glück nicht nachgegeben. Heute bin ich ihnen dafür echt dankbar. Ich glaube, hätten sie damals nachgegeben, wäre ich genauso geworden, wie die Personen im oberen Durchschnitt der "Material Hierarchie."

Ich glaube Kinder mobben, um ihre Position und ihren Status zu verteidigen. Vielleicht ähnlich wie Revierverteidigung bei unseren Tierischen Freunden. Als ich zum Beispiel nach Wochenlangen Zeitungsaustragen, die nötigen fiananziellen Mittel besaß um mir ein tolles Handy zu kaufen, wurde dieses in der Schule schnell schlecht gemacht um ein aufsteigen in der Hierarchie zu verhindern, denn dann wäre ich ja weitere unnötige Konkurrenz.

Meine Ansichten und Theorien basieren übrigens auf Pseudopsychologischen Grundlagen. Ich hab mir das alles selber so zusammengereimt ich weiß aso nicht, on meine Behauptungen so der Wahrheit entsprechen. ;)

SemSimkin
05.10.2008, 19:45
Vom Mobbing kann ich Lieder singen ;)

Ich glaube Kinder mobben, um ihre Position und ihren Status zu verteidigen. Vielleicht ähnlich wie Revierverteidigung bei unseren Tierischen Freunden. Als ich zum Beispiel nach Wochenlangen Zeitungsaustragen, die nötigen fiananziellen Mittel besaß um mir ein tolles Handy zu kaufen, wurde dieses in der Schule schnell schlecht gemacht um ein aufsteigen in der Hierarchie zu verhindern, denn dann wäre ich ja weitere unnötige Konkurrenz.

Meine Ansichten und Theorien basieren übrigens auf Pseudopsychologischen Grundlagen. Ich hab mir das alles selber so zusammengereimt ich weiß aso nicht, on meine Behauptungen so der Wahrheit entsprechen. ;)

Naja, so Pseudo ist das in keinem Fall. Das grundlegende "Boss der Affenbande" Denken ist jedem Menschen (direkt männlichen und indirekt auch weiblichen) fest angeboren und Kinder/Jugendliche erkennen die heutigen Regeln noch nicht, wollen aber trotzdem sofort was darstellen. Dabei kommen dann solche "Machtspielchen" raus, die für Erwachsene eher amüsant, für Betroffene natürlich weniger lustig sind.

ExLibris
06.10.2008, 08:17
..Kinder/Jugendliche erkennen die heutigen Regeln noch nicht, wollen aber trotzdem sofort was darstellen. Dabei kommen dann solche "Machtspielchen" raus, die für Erwachsene eher amüsant, für Betroffene natürlich weniger lustig sind.
Ich würde Mobbing aber nicht auf ein Phänomen bei Kindern oder Jugendlichen beschränken. Ich kenne genug Fälle in "erwachsenen" Arbeitsverhältnissen, denen durch Mobbing so stark zu gesetzt wurde, dass sie die Kündigung in Betracht ziehen. Aus Geltungsbedürfnis, aus Machtgehabe oder aus purer Gehässigkeit. Man würde gerne glauben, dass das nur bei Jugendlichen möglich ist, Kinder können grausam sein, sagt man ja. Aber ich glaube für dieses "kindische" Verhalten gibt es keine Altersbegrenzung.

Dabby
06.10.2008, 09:21
Ich würde Mobbing aber nicht auf ein Phänomen bei Kindern oder Jugendlichen beschränken. Ich kenne genug Fälle in "erwachsenen" Arbeitsverhältnissen, denen durch Mobbing so stark zu gesetzt wurde, dass sie die Kündigung in Betracht ziehen. Aus Geltungsbedürfnis, aus Machtgehabe oder aus purer Gehässigkeit. Man würde gerne glauben, dass das nur bei Jugendlichen möglich ist, Kinder können grausam sein, sagt man ja. Aber ich glaube für dieses "kindische" Verhalten gibt es keine Altersbegrenzung.

Stromberg *grins*

Ne im Ernst. Ich denke auch nicht, dass dieses Machtverhalten im Erwachsenen Alter abgelegt wird. Ich glaube aber auch, dass Schadenfreude eine nicht minder große Beiteiligung hat. Es ist erwiesen, dass bei vielen (oder allen?) Menschen Glückshormone ausgeschüttet werden, wenn sie sehen, dass es anderen schlechter geht, daher kommt auch das Gaffen. Es dient der Stabilisierung des Selbstwertgefühles.

Man sollte allerdings Mobbing nicht mit Netten Gemeinheiten in einen Topf werfen. Ein Freund von mir hat mir als Reaktion auf eine von mir spendierte Versalzene Apfelschorle einen mit Senf gefüllten Dickmann angeboten. Zwar hatte ich derbe die Arschkarte gezogen, trotzdem hab ich drüber gelacht.

Mobbing an sich find ich allerdings einfach nur ekelhaft und erbärmlich. Ich glaube, dass grade schwache Persönlichkeiten auf dieses Verhalten zurückgreifen müssen. Mobbing Opfer werden oft abgehärtet gegen verbales Mobbing. Leider kann aus Mobbing auch das fatale Gegenteil resultieren. Depressionen, Angst und Menschenhass.

Mobbing erfahren leider oft auch noch grade Sozial "schwächere" Menschen (Ausenseiter), denn bei stärkeren Menschen läuft der Mobber ja Gefahr, am Ende noch selbst angegriffen zu werden. Einfach nur ekelhaft.

Edit:

Was auch noch furchtbar ist, dass unbeteiligte nicht eingreifen oder sogar mitmachen, nur um nicht zur Zielscheibe zu werden. Das konnte ich an mir selbst damals auf der Schule beobachten. Damals wusste ich natürlich noch nicht, warum ich mich so verhalte.

SemSimkin
07.10.2008, 23:50
@Exlibris + Dabby: Ja klar, stimmt natürlich. Nur habe ich eben auf den Post vorher geantwortet und da ging es um Kinder.

Tatsache ist, das die Tendenz bei Erwachsenen sehr stark zurück geht, was nicht heißt, dass es nicht vorkommt. Nur soweit ich das erlebt habe, wird in jeder Schulklasse "mehr oder weniger" herumgepickt, wer denn wohl am Wenigsten zurückpickt.

@ Dabby: Ja, das mit dem "dass es anderen schlechter geht" ist definitiv so. Denke 90% aller Suppenküchen-Helfer sind deshalb im Obdachlosenheim aktiv. Nicht dass es jedem wirklich bewusst ist, versteht sich.

Aber die Schadenfreude hängt immer davon ab, wie sehr sich jemand anderes vorher sozial verhalten hat. Da gibt es doch diese lustigen Tests mit einer Gruppe und 2 Schauspielern, von denen sich einer assozial und dominant verhielt und der andere nett und bestimmt. Als dann der Test-Leiter dem fiesen Kerl Spielgeld wegnahm, gingen die Messwerte bei allen tierisch in die Höhe. Bei dem anderen waren sie alle betroffen.
Wenn sich der Nette aber unsicher und bisschen schussilg verhielt waren die Schadenfreude-Werte bei ihm fast genauso hoch wie bei dem Fiesen.

Dabby
09.10.2008, 15:00
:D In welcher Einheit misst man denSchadenfreude ;) Kleiner Spaß am Rande...

Mir ist klar, dass Schadenfreude auch von der Beziehung, die man zu dem betroffenem Menschen hat abhängig ist. Ich denke, dass selbst das größte Arschloch sich nicht über den Autounfall seines Kollegen freuen wird.

Was anderes ist es in der Öffentlichkeit bei der Konfrontation mit fremden Menschen und derem Unglück. Ich beobachte zum Beispiel im Bus, dass wenn wir an einem Autounfall vorbei fahren, der halbe Bus aufsteht und auf die eine Seite rennt, so dass der Bus fast umkippt und die Leute aussehen, als würde denen grade auf dem Leid des anderen einer abgehen.

Oder ein Arzt hat mir erzählt, dass ein Passant auf der Straße plötzlich umgefallen ist. In Sekunden bildete sich ein Riesen haufen Gaffer um diese Person. Der Arzt kommt kaum durch die Leute um sich den Mann anzuschauen.

Ich frag mich mitlerweile ob wir alle mir einer mehr oder weniger ausgeprägten Sadistischen Neigung versehen sind.

Ich würd das Thema ja gerne noch vertiefen, finde aber, dass es nun schon zu sehr vom Topic abweicht.

Felaróf
12.11.2008, 19:49
Mobbing scheint in den Schulen wohl zur Mode geworden zu sein. Irgendwie verständlich, da sich ja alles nur noch darum dreht, ob man Markenklamotten trägt, gut in der Schule ist oder schon die Magersuchtsgrenze erreicht hat. Ich hab's mal etwas übertrieben ausgedrückt. Ich möchte damit nicht die Allgemeinheit ansprechen, sondern spezielle Leute, die eh nie in diesen Forum schauen werden.

Vorweg gesagt: Ich war schon immer ein Mensch, der lieber alleine war. Hat auch alles im Kindergarten angefangen. Ich, die kleine Alina (und ich war wirklich klein), hat mir Dinosauriern und nicht mit Puppen gespielt. Sie hat nicht eine Barbie besessen, hat nicht den ganzen Tag Pferdchen gespielt und trug keine Kleider. Also: Sie war anders, irgendwie falsch.
Man hat mich nie irgendwo mitspielen lassen, hat mich schön ignoriert und so saß ich immer alleine da und habe meine Dinos gemalt. Ich finde es erschreckend, dass Ansätze von Mobbing bereits in Kindergärten auftreten. Aber das schien weder Eltern noch Erzieher zu stören. Man fand es nur sonderbar, dass ich lieber mit Jungen gespielt habe.
Nunja, die Grundschule war eigentlich in Ordnung. Ich war sogar einmal Klassensprecher, danach nie wieder. Aber auch hier habe ich nicht wirklich zur Gruppe gehört. War eben klein, liebte Dinosaurier und hatte mit Puppen, Pferden usw. wirklich nichts am Hut. Auch Musik war für mich ein großes schwarzes Loch. Glücklicherweiße habe ich eine sehr gute Freundin gefunden, die mich bis in die 6. Klasse begleitete, aber seit Jahren besteht kein Kontakt mehr ... andere Schulen und es hat sich irgendwie verlaufen.

Müsste ich sagen, was die schlimmste Zeit meines Lebens ist/war, ich würde ohne zu zögern antworten: Das Gymnasium.
Es fing in der 5. Klasse mit Sachen an, wie 'Alina hat Flöhe', 'Alina stinkt', 'Alina ist ein Zwerg'. Innerhlab eines Jahres sprach man nicht mehr mit mir. Ich weiß ja nicht ... aber wenn man versucht mit jemandm zu reden und sich die Leute demonstrativ wegdrehen, ist das sehr verletzend. Ich frage mich, wie ich es damals ausgehalten habe. Jungs waren zu der Zeit auch nicht gerade toll ... schließlich ist die 6. Klasse diese Zeit, in der man auf keinen Fall auch nur ein Wort mit dem anderen Geschlecht wechseln darf.
7. Klasse war so der richtige Knick in meinem derzeitigen Leben. Die Klassen wurden getrennt, da man aus vier, drei Klassen machen wollte. Tja, ein paar bekannte Gesichter waren in der neuen Klasse schon dabei. Fand sogar zwei 'Freundinnen'.
Aber ich habe gemerkt, dass ich gut in Sport war. Leichtathletik war für mich einfach genial. Rennen, dabei den Frust rauslassen und vor allem: Ich habe die anderen einfach hinter mir her rennen lassen. Es war schön, etwas gefunden zu haben, dass ich konnte. Die kleinste springt höher und weiter als die anderen ... ein absolutes No-Go. Bin dann auch in einen Verein gegangen, mit dem Ergebnis, dass eine der führenden Mobbern dort auch war. Ich dachte mir >> Hey, probier's aus. Musst ja nicht mit ihre reden. << Allerdings war ja schon von Anfang an klar, dass man mich irgendwann aus dem Verein ekeln würde. Haben sie auch prima geschafft. Dass ich absoluter Neuling war und einige Bewegungsabläufe nicht beherrschte, war ja das Schlimmste :rolleyes: Habe mir oft anhören müssen, wie blöd ich doch sei, so etwas nicht zu können.
25 Leute haben es geschafft, dass meine Noten schlechter wurden, ich habe aufgehört zu lachen, Schule war für mich einfach nur noch Horror. Zu Hause wollte man mich auch nicht verstehen. Ich bin also durchgefallen, wegen 0,5 Punkten. Nachprüfung wollte ich aber unbedingt machen ... also hab ich meinen Norwegenurlaub versaut, indem ich jeden Tag, fünf Wochen lang, mindestens zwei Stunden Latein gelernt habe. Was kam dabeir aus? Eine glatte 6.
Also, durchgefallen, so einen Loser will doch niemand haben. Gehört auf kein Gymnasium! Nunja, neue Klasse, neues Glück? Teilweise, ja. Habe zwei sehr sehr gute Freundinnen gefunden, die ich um nichts in der Welt hergeben möchte. Die beiden haben mich aus einem Loch rausgeholt, in dem ich aber immer noch mit einem Fuß stehe. Wir drei sind nicht besonders beliebt in der Klasse. 1. Weil wir reiten. Ich habe dmait angefangen, weil ich einfach keinen Mannschaftssport machen kann. Ich wäre schnell wieder der Sündenbock für alles. 2. Weil wir eben nicht der Typ 'Bussal auf die Wange, wir haben uns alle so damn lieb'-Typ waren. 3. Weil wir von unseren Schulleistunge her im Durchschnitt liegen, teilweise etwas drunter.
Schönes Beispiel: Letztes Jahr Winter wollen wir im Sportunterricht Eislaufen gehen. Die Sportlehrerin gab einigen Schülerinnern die nötigen Informationen und bat sie, diese an ALLE weiter zu geben. Tja, wen erreichte diese Nachricht nie? Genau, uns drei. Hatten dann natürlich am besagten Tag nichts dabei. Keine Schlittschuhe, noch Handschuhe oder so. Und vor der Lehrerin kamen sie dann angegkrochen: >> Wir können euch Geld leihen, idamit ihr euch Schlittschuhe ausliehen könnt, oder wollt ihr unsere Handschuhe haben? << Und die Argumentation, wir wären nie erreichbar gewesen, ist absoluter Müll! Wir saßen von 8.00 Uhr bis 15.25 mit im Unterricht, waren mit ihnen im Klassenzimmer und nur wir drei bekommen die Information nicht? Komischer Zufall ... einer von vielen.

Irgendwie denke ich schon, dass es an mir liegt. Ich bin irgendwie anders, alleine schon, wenn es um Musik geht. Auch kleide ich mich nicht in allen bunten Farben dieser Welt, dass einem das Auge trähnt.
Auch, wenn ich psychisch kaputt bin, bzw. ich wohl für immer oder zumindest sehr sehr lange Zeit einen 'Schaden' haben werde, bin ich froh, dass ich kein 'Mitläufer' bin. Ich bin froh, dass ich 'meine' Musik gefunden habe und aus dem Zwerg wurden auch 1.72m. Jetzt müssen andere zu mir raufschauen, wenn sie mit mir reden wollen. Tut irgendwie gut ;)

Naja, genug von mir, die Geschichte ist wirklich langweilig ... mussten sich auch schon einige Pychologen anhören.:rolleyes:
Was ich damit sagen will: Finger von Leuten lassen, die 'anders' sind. Niemand hat sich der Menge azupassen, noch muss er Sündenbock oder Fußabstreifer für anderer Leute Probleme sein.
Und wenn man merkt, dass es im nährern Umfeld Mobbing gibt, bitte macht nicht die Augen zu. Helfen kann jeder, auch wenn das bei mir leider nicht der Fall war.

Rückspiegelgott
13.11.2008, 08:29
Mein unqualifizierter Kommentar an Felaróf:
1. Du bist nicht schuld! NEIN!
2. Die Geschichte ist nicht langweilig, sie ist sehr aufwühlend.

*~Leya~*
13.11.2008, 16:10
in meine parallelklasse geht ein mädchen. sie ist eine sehr gute freundin von mir aber sie ist anders. in ihrer klasse ist sie total unbeliebt und sie ist dazu auch noch schüchtern wie sonst kein mensch den ich kenne. jedenfalls musste sie in der schule einen vortrag über irgendeinen kriegshelden halten. schon vor dem vortrag hatten ihr ihre mitschüler gesagt dass sie sie total fertig machen würden. das hatte dann zur folge, dass sie schon während dem vortrag total unsicher war und gestottert hat. danach als sie noch fragen der schüler beantworten musste kamen fragen wie: wann wurde die frau von besagtem kriegshelden geboren? uns so weiter. auf keine dieser fiesen fragen konnte sie antworten und der lehrer hat auch nicht realisiert, wie gemein das ganze gewesen ist. als sie mir das dann erzählt hat, bin ich mit ihr sofort zu ihrem lehrer gegangen und hab mit ihm gesprochen weil sie sich dazu nicht getraut hat, ihm aber davon erzählen wollte. der hat aber nur geantwortet dass er gesagt habe dass man auf fragen vorbereitet sein müsse. nun kann mich dieser lehrer nicht mehr leiden und alle anderen lehrer und erwachsenen mit denen ich gesprochen hab konnten mit dem problem nichts anfangen. ich versuche jetzt einfach immer für sie dazusein auch wenn mir das viele feinde einbringt. aber ich weiss einfach nicht mehr was ich noch machen soll.

ich finde es einfach nur grauenhaft dass es überhaupt zu mobbing kommt. es werden nur leute verletzt die sowieso zu schwach sind um sich zu wehren und ich finde die leute die bei so einer aktion auch einfach nur zuschauen dumm. auch wenn sie nicht den mut dazu haben mit den anderen darüber zu sprechen und dem opfer zu helfen, können sie wenigsten zu einem erwachsenen gehen und das erzählen. aber anscheinend haben die meisten angst davor selbst von den anderen angegriffen zu werden.
mobbing ist meiner meinung nach ein produkt von minderwertigkeitsgefühl.

Fanni_
13.11.2008, 17:01
Ich wurde zwar nie so richtig richtig arg gemobbt, aber ich hab auch Erfahrung mit fiesen Mitschülern. Von meinen Eltern wurde ich dazu erzogen immer höflich zu sein also auch und vor allem zu Lehrern, deswegen war ich ein "Schleimer". Ich hab mich auch immer angestrengt gute Zensuren zu bekommen, deshalb war ich ein "Streber". Ich hab noch lange mit Puppen gespielt (heute werde ich Erzieherin), deshalb war ich "kindisch". Und was ich anziehe war mir bis ca. 5. Klasse unwichtig, deshalb wurde ich gehänselt. Bis zur 8.n Klasse hab ich mich angezogen wie andere es meinten und dann hab ich langsam selbstvertrauen bekommen und angezogen was ich wollte. Ab da ging es glücklicherweise etwas aufwärts und im letzten Jahr warn es dann nich mehr viele Leute die was gegen mich hatten. Komischerweise konnten sogar Leute aus Klassen unter mir mich nich leiden obwohl die mich gar net kannten, dass fand ich irgendwie immer Merkwürdig.

Also auf jeden Fall is Mobbbing sch***. Ich kanns zB überhaupt nich leiden wenn Leute ausgeschlossen werden, weil sie keine Markenklamotten tragen oder nich modich gekleidet sind oder weil sie aus nem anderen Land kommen. Da sind auch Vorurteile im Spiel*würg*
Die meißten mobben auch nur damit keiner merkt wie verletzlich sie eigentlich sind.

Übrigens Felaróf: deine Geschichte is auf keinen Fall langweilig, ich hab beim lesen fast angefangen zu heulen.

nyx
13.11.2008, 17:16
Mir ist ja letztens in einer Vorlesung beinahe der Kragen geplatzt...

Bei uns im Semester ist eine, ich nenne sie der Einfachhalt halber mal A, die sich in Vorlesungen recht häufig meldet und dann meist auch intelligente Sachen von sich gibt. Allerdings hat sie eine relativ unangenehme, heisere Stimme, wofür sie natürlich erstens nichts kann, und zweitens auch nichts können muss!

Bei einigen Leuten aus meinem Semester, hat dieser Umstand - ihre Intelligenz in Verbindung mit ihrer Stimme - anscheinend zu gewissen, ich sag mal, Abneigungsgefühlen geführt. Jedenfalls hatte man ihr irgendwann den Spitznamen "The Voice" verpasst. Es brauchte nur irgendwer diesen Spitznamen erwähnen, da kamen auch schon das hämische Grinsen und die bösen Bemerkungen. Zunächst war das bloß auf einen recht kleinen Kreis von Leute begrenzt, von denen ich ohnehin keine allzu hohe Meinung habe, aber als wir dann diese Woche Vorlesung hatten, und sie sich zu Wort gemeldet hatte, fing auf einmal der ganze Hörsaal an zu lachen und zu pfeifen. Und zwar wirklich der GANZE HÖRSAAL. Und zwar nicht irgendso ein kleiner für 50 Leute, sondern einer, wo mehrere Hundert reinpassen. Und der war voll!

Ich fand das so schlimm, wäre am liebsten aufgestanden und hätte denen gesagt, was für die für Schweine sind. Da war ich wirklich wütend. Sowas Unverschämtes hab ich noch nie erlebt. Und wie schnell sich alle auf A. eingeschossen hatten! Es war es eine seltsam schleichende Entwicklung. Ich denke, diese geshcichte zeigt deutlich, dass Mobben nichts ist, was sich auswachsen würde. Man meint zwar, Menschen würden vernünftiger, aber das dem nicht so ist, hab ich an dem Tag mehr als deutlich beobachten können. *nein*

Ich glaube, es war der reine Neid, der aus meinen Kommilitonen herausbrach. Zum Glück ist A selbstbewusst genug, um diese fiese Attacke wegzustecken, aber schön war es für sie sicherlich nicht. Ich fände es jedenfalls sehr schade, wenn sie wegen diesen Neidern aufhören würde, sich zu beteiligen.

Heryst
16.11.2008, 15:48
@ Felaróf

Wie kannst du denken, dass deine Geschichte langweilig ist?
Es ist traurig, was dir passiert hat und beim lesen wurde ich ziemlich wütend.

Es ist ja schon schlimm genug, dass ich gemobbt wurde, aber das andere auch ein 'schlechtes Los' gezogen haben, macht mich rasend. Schließlich ballert jemand, der angeschossen wurde auch nicht zum Spass auf Menschen, oder?

Irgendetwas läuft in der heutigen Gesellschaft verkehrt und zwar gründlich. Die Freundin meines Bruders wird in ihrer 'tollen' Schule auch gemobbt, er erzählt manchmal etwas darüber beim Frühstück, da fragt mein Vater: "Was soll das?" oder "Warum machen die das?"
Er kann's nicht verstehen und meint dann, dass es früher anders gewesen war. Das Kameradschaft und der Zusammenhalt der Gruppe Privilegien waren.
Anscheinend wurden diese Privilegien durch "Wer hat das neuste Handy?", "Wer hat die geilsten Klamotten?", oder "Wer ist der Coolste" ersetzt.

Und die Lehrer schauen offensichtlich auch weg. Aber denen kann man auch nicht die Schuld geben, denn die sind heute auch meistens mit den Klassen überfordert. Sie sind zu groß und die Reibungspunkte sind einfach zu viele.
Es ist eine Art Revierverhalten in meinen Augen. Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Raum, er kann unterschiedlich groß sein und wenn sich die Räume von einem 'Coolen' und einem 'Looser' überschneiden, dann setzt Revierverhalten ein.
Schlägereien und fiese Streiche sind da nicht mehr fern

Aber was kannn man dagegen tun? Das Mobbing irgendwann vielleicht verschwindet, wird wohl nie eintreten. Ein großes 'Hallelujah' für jenen Tag fern in der Zukunft.
Aber jeder kann, wenn er nur will verhindern, dass es schlimmer wird, indem er eingreift, wenn er Mobbing bemerkt. Das werde ich auch tun, sollte es mir möglich sein.

Ich denke, dass gegenseitige Verständnis unter den Menschen ist in den letzten Jahren drastisch gesunken, vor allem bei den Jugendlichen und so kommt eines zu anderen. Der eine hasst den kleinen Türken, weil er Ausländer ist, der andere, das dicke Mädchen, weil sie dick ist.
Beides ist kein Grund zu mobben

Ich habe fertig. Und bin wütend.

Loki
22.11.2008, 12:38
Zu diesem Thema will ich auch mal meinen Senf dazu geben.
Ich selbst wurde bisher noch nicht gemobbt (gehe in die 9. Klasse) aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Dafür hatten wir einmal in der 5. Klasse einen Jungen, der permanent gemobbt wurde. Es ging allerdings nicht so weit, dass er "Schutzgeld" zahlen musste oder so etwas in der Art, er wurde einfach von der Klasse verspottet, geärgert, man nahm ihm Sachen weg, solche Dinge eben.
Das Ganze ging vom Anfang der 5. Klasse bis zum Ende der 6.; er musste wegen schlechten Noten die Schule wechseln.
Und natürlich kamen diese schlechte Noten vom Mobbing.
Er wurde nicht von allen in der Klasse gemobbt, die meisten -wie auch ich- haben einfach weggesehen.
Wir hatten alle Angst, selbst zum "Opfer" zu werden.
Das soll jetzt natürlich keine Rechtfertigung sein, weshalb wir diesem Jungen damals nicht geholfen haben.
Was wir gemacht haben, ist meiner Meinung nach schlimmer als das Mobbing selbst.

RickyLee
22.11.2008, 13:48
Ich, die kleine Alina (und ich war wirklich klein), hat mir Dinosauriern und nicht mit Puppen gespielt. Sie hat nicht eine Barbie besessen, hat nicht den ganzen Tag Pferdchen gespielt und trug keine Kleider. Also: Sie war anders, irgendwie falsch.


*outet sich als Kinder-Dinosaurierfan* mann, wir hätten viel Spaß zusammen gehabt :D

Felarof, irgendwie läuft es immer nach dem gleichen Schema ab...
Und diese Heuchelei (wie zB das mit den Schlittschuhen) ist beinahe schlimmer als offene Feindseligkeit -.-

Auf jeden Fall bist du mir in deiner Einstellung und wie du dich gibst, sehr sympathisch... und ich sehe auch etwas bewundernd zu dir auf (nicht nur, weil ich nur 159 messe) weil ich echt nie gut in Sport war XD

Nangyala
23.11.2008, 20:11
Mobbing..
Ich muss sagen: ich zähle mich z. den Menschen, die nie (od. zumindest unbewusst) gemobbt worden sind.
Ich komme v. Dorf, ja, bin ein "Bauernmädchen". Meine Heimat liegt in Oberfranken. Als ich vor 5 Jahren hierher nach NRW zog u. immer Kinder u. Menschen beobachtete, (bin seeeehr introvertiert.. :(), dachte ich mir nur:

"Oh mein Gott. Wo bist Du hingeraten?!"

Da hörte man nur v. allen Seiten Sätze wie "Dich Penner mache ich fertig nach der Schule!" od. "Hey, schau mal, da kommt ja wieder der fette Mongo.. Na Mongo? Alles fett äääh fit?". Der kleine Junge, er mag nicht älter als 8 od. 9Jahre gewesen sein, lief nur weinend an mir vorbei. Ich dachte nur:
"Scheissblagen, keine Erziehung.."
Später traf ich ihn in der Stadtbücherei in Gladbeck wieder (ich arbeitete dort lange u. bekam so viel mit.) u. setzte mich z. ihm. Er las grade Moby Dick.
Ich überlegte, ob ich ihn anreden soll, tat das dann auch. Ich fragte ihn, warum er das Buch denn lesen würde, ob er Abenteuergeschichten mag usw. usw.
Er antwortete: "Naja, die in meiner Schule sagen immer Moby Dick zu mir. Ich wollte wissen, wer das ist."
Ich: "Und, weisst Du's jetzt?"
Er: "Ja, ein dicker, fetter, hässlicher Wal.." Ich sah dann schon seine Unterlippe zittern u. meinte dann fröhlich z. ihm, obwohl es mir in der Seele wehtat:
"Hey, schau, ich bin auch nicht schlank. Man muss nicht schlank sein - warum auch? Wir "dicken" sind viel netter..
..und süßer!"
Daraufhin lächelte er. Wir unterhielten uns noch ein wenig über Geschichten u. Bücher u. ich wünschte mir, dass es mehr Kinder wie ihn geben würde.
Er kam noch zwei-, dreimal zu mir in die Bücherei bis seine Mama eines Tages vorbeikam u. mir ein Bild, v. Johannes (so hiess das kleine Mäuschen) gab mit den Worten, dass die Familie wg. der Arbeit des Mannes nach Rüdesheim zieht. Und sie bedankte sich, dass der Kleine in mir eine Freundin fand..
Auf der einen Seite fand ich es total schön, auf der anderen Seite nicht so sehr, denn ich hatte mich an ihn gewöhnt..

Aber mal z. meiner Kindheit.
Wie oben geschrieben wurde ich nie gemobbt, dafür musste ein Anderer seinen "Zoll" zahlen..
Er hiess Dominik, ging v. der ersten Klasse an mit mir in die Schule.
Wir waren in unserer Klasse eine kleine Clique:
Benni, Nicki, Flo, Peter, Sabbi, Jojo, Kathi, ich - und Dominik.
Dominik war immer anders als wir, er war nicht schlank, nicht sportlich, trug eine Brille, roch immer komisch, trug gestrickte Sachen u. immer Turnhosen/Trainingshosen. Dazu kam, dass er keine guten Noten hatte u. sich nie richtig konzentrieren konnte. Ich merkte bald, dass er irgendwie an unserer Schule "fehl am Platz" war - und trotzdem: Domi war mein Freund. Ich half ihm immer bei schulischen Arbeiten sogut ich konnte.
Klar, ich war Lehrers Liebling, hatte gute Noten, war zwar immer vorlaut u. ein wenig frech, aber ich wurde gemocht, jeder wollte mit mir befreundet sein, sich mit mir Nachmittags z. Spielen treffen.
Soweit war in der Grundschule alles okay, bis auf kleinere Hetzereien ggn. Dominik.
Nach der sechsten Klasse wechselten wir alle, Domi eingeschlossen (was mich wunderte), die Schule.
Sofort wurde alles anders - für ihn. Ich fand Freunde in anderen Klassen, traf mich öfter mit ihnen, hatte nur noch wenig Zeit f. Domi. Niemand wollte in der Klasse neben ihm sitzen, alle sagten, er würde stinken wie Hulle, er wäre fett, widerlich, würde nie duschen, hat ekelige Pickel usw. usw. usw..
Ich dachte mir nur: "Muss er selber mit klarkommen, ich bin nicht sein Kindermädchen.." Hatte ja eigene Probleme, erste Liebe, Liebeskummer usw.
Dann hackten alle nur noch, Lehrer eingeschlossen, auf Domi herum, von wegen, er würde es z. nichts bringen, er wäre ein Loser, er soll doch bitte Daheim bleiben od. auf die Sonderschule wechseln - u. noch viele solcher Dinge.
Dann kam die Weihnachtszeit.
Viele Schüler hatten "Knaller" (Chinaböller) dabei u. sahen in Dominik das perfekte Opfer.
Ich wusste durch diverse Geburtstage, dass er Angst vor lauten Geräuschen, wie z.B. platzende Luftballons etc. hat.
Sie scharten sich alle um ihn, zündeten die Feuerwerkskörper an u. warfen sie in seine Schultasche, auf seine Beine, zu seinen Füßen usw.
Die Jungs "seiften" ihn mit Schnee ein, stopften ihm Schnee unter die Jacke in's Genick, schlugen ihm in den Bauch u. zw. die Beine -
und ich verhielt mich falsch.. Ich stand einfach nur da, guckte zu u. tat nichts. Überhaupt nichts. Ich dachte nur, dass er sich endlich wehren soll, was er nie tat.
Dominik drehte durch. Das Letzte, was ich hörte, war, dass er in der Psychiatrischen sitzt..
Z. dem Zeitpunkt waren wir gerade mal 13J. od. 14J.

Manchmal denke ich an ihn, wenn ich die alten Klassenfotos angucke u. frage mich, was er wohl gerade macht..

RickyLee
24.11.2008, 21:45
*seufz*

Ich hatte in der Grundschule eine Freundin... wir kamen auf verschiedene Schulen... haben uns nur nochmal im Konfi-Camp wiedergetroffen (wo ich sie mal wieder in Schutz genommen hab, als sie Streit mit ihren Freundinnen hatte)...

Ich wills nicht beschönigen: Sie war eine Heulsuse und eine Zicke.
Ich wünsche mir heute trotzdem, ich hätte mehr für sie getan, auch wenn ich einfach nunmal sehr wenig Kontakt zu ihr hatte und immer dachte, dass sie eben ihre Freundinnen hat...
Ich dachte, sie hätte sich besser angepasst als ich, die ja nie Alkohol getrunken hat oder sich in die Gruppe einfügen wollte...

-.- vor einigen Jahren hat sie sich am Bahnhof vor den Zug geschmissen...

Ich habe zwischen mir und ihr immer einen gewissen Vergleich gezogen, weil wir uns, wie ich fand, äußerlich etwas ähnlich sahen, sie auch irgendwie nie richtig Freunde hatte bzw. immer Probleme durch unsere Art...

Ich habs überlebt, vielleicht war ich stark genug.
Sie nicht.

dragonheart
25.11.2008, 15:04
Hey Ricky,
Ich weiß, wie das ist und man überlegt sich immer, was wäre gewesen, wenn... Wäre es dann nicht anders gewesen.. Und sowas.
Auch wenn es hart klingt, am Ende kann es immer sein, dass so etwas passiert.
Du wusstest nicht, wie es ihr geht, sie hatte Freunde und es hatte ja den Anschein, als ob sie besser integriert wäre als du.. Und ich glaub auch, dass es dir damals auch schlecht genug ging.

-> Meistens passiert sowas genau bei diesen Menschen, bei denen man es am wenigstens erwartet.. Diejenigen, die es immer wieder sagen, meinen es vielleicht ernst (möchte ich nicht bestreiten), aber bei denen ist die Wahrscheinlichkeit eigentlich niedriger..


Sieht so aus, als wollte mir mal wieder jemand etwas anhängen...

Vor wenigen Wochen sehe ich, wie das Mädchen, das hinter mir sitzt, einen Stift absichtlich fallen lässt. Kurze Zeit später stupst sie mich an und fragt mich, wem dieser Stift denn gehört. O.o
Nun ja... obwohl ich wusste, dass sie den Stift fallen gelassen hatte, verneinte ich. Darauf hin forderte sie mich auf, diesen Stift einzustecken, da er eh schon so lange da liege. Natürlich hab ich das nicht gemacht. Ich antwortete, dass ich selbst genug Stifte habe. Aber die ganze Aktion kam mir schon relativ seltsam vor und als ich später darüber nachdachte, kam ich nur zu dem einen Schluss, dass sie das nur gemacht haben konnte, um später zu behaupten, ich würde ihre Stifte klauen.

Gut... dann war ein paar Tage Ruhe. Aber am Mittwoch hat sich folgendes zugetragen:

„Oh Mann, wo ist denn der Deckel von meinem Stift?“, jault S hinter mir. Ich ignoriere sie zuerst und versuche mich auf mein Lieblingsfach – Englisch – zu konzentrieren.
Aber ihr Gejammere hört nicht auf, also drehe ich mich zu ihr um. „Wasn los?“
„Der Deckel von meinem Stift… Der ist weg. Guck mal bei dir“
„Mhm, okay“, ich beginne in meiner Schultasche zu wühlen. Meiner Englischlehrerin ist das so ziemlich egal, während sie andere verwarnt. Ich ziehe meine Bücher raus, klatsche sie auf meine Notizen. „Was für ein Stift ist das?“, ich drehe mich zu ihr um.
„Der da“, sagt S und zeigt mir einen neonfarbenen Stift. Nicht zu übersehen also. Aber im Hauptfach meiner Tasche ist der Deckel nicht. Also, weiter geht’s. Das vordere Fach ist das einzige, in dem der Stiftdeckel noch drin sein kann. Geduldig nehme ich eine Dose heraus, in der ich meine Füllerpatronen aufbewahre, das Französisch Wörterbuch, die zwei Stifte, die ich schon seit einer Weile suche.
„Ne, ich hab ihn nicht“
„Aber ich bin mir ganz sicher, dass er nach vorne geflogen ist.“
„Ja, ich hab ihn trotzdem nicht. Wirklich. Guck doch selber“, ich halte ihr meine Tasche hin.
„Nene, wenn du das sagst wird’s schon stimmen“, wehrt S dann aber ab.
Ich zucke mit den Schultern und wende mich wieder nach vorne, um im Englischunterricht mal wieder etwas beizutragen.
Aber das Gejammere von S hört nicht auf, nicht einmal als es zur zweiten Pause klingelt.
„Vielleicht ist er ja auch nach hinten gefallen?“, meint M zu ihr und zuckt mit den Schultern. "Nein, ganz sicher nicht! Der ist in Julias Schultasche oder irgendwo bei ihrem Platz"
Aber ich bleibe stumm. Es ist physikalisch eigentlich nicht möglich, dass der Stiftdeckel in meine Tasche gefallen ist. Dieser lag nämlich mit der geöffneten Seite nach vorne – in Richtung Pult. Also hätte der Deckel erst mal nach vorne zum Pult hüpfen müssen, um dann nach links abzubiegen, noch einmal einen gewagten Sprung zu machen um dann (endlich) in der Tasche anzukommen. Aber ich sage nichts.
Die Englischlehrerin verlässt das Klassenzimmer.
„Du, S, vielleicht ist der wirklich nach hinten geflogen“, ich deute auf die Reihen hinter ihr.
„Nein, ich bin mir ganz sicher. Aber du kannst mir ja auch beim Suchen helfen“
„Nö, sorry, ich muss kurz aufs Klo“, weiche ich aus. Das letzte was ich jetzt will ist nach S Pseudo – Deckel zu suchen.
Als ich zum Klassenzimmer zurückkehre, sitzt S an ihrem Platz und jammert noch immer überlaut wegen des bescheuerten Deckels. Wie lang kann man eigentlich über so was reden?
„Julia“, fängt sie schon wieder an.
„Mhmmm?“, nein, kein genervter Ton, immer lieb freundlich sein.
„Schau mal bitte noch mal in deiner Tasche nach“
Geduldig, wie ich bin… Oder auch nicht… Gehe ich zu meinem Platz, ziehe meine Tasche zu mir her und beginne sie noch mal auszuräumen.
„Guck, da isser nicht…“, ich stecke die Bücher zurück, um mich dem ersten Fach zu widmen.
„Dann guck mal im vorderen Fach, mein Stift trocknet langsam ein!“, meint sie zickig. Haha…
„Ich hab da schon mal geguckt, da ist …“, ziemlich bedeppert sitz ich da. Da liegt ein neonfarbener Stiftdeckel direkt auf meinem Französisch Wörterbuch. Der Deckel liegt auf dem Französisch Wörterbuch? Das kann nicht sein. Vorhin habe ich das Wörterbuch aus meiner Tasche genommen. Also ist es nicht möglich. Es wäre noch logischer, würde er in irgendeiner Stofffalte ganz unten liegen. Aber nein… Er liegt ganz oben.
Also muss ihn mir irgendjemand in die Tasche gelegt haben.
Noch immer blinzle ich vor mich hin. S bekundet noch lautstark in der ganzen Klasse, dass ihr heißgeliebter Stiftdeckel weg ist.
Was würde eigentlich passieren, wenn ich jetzt sagen würde, dass der Deckel nicht da ist?
Dann würde sie meinen Ranzen verlangen und ihn rausholen.
Wütend knalle ich ihr den Deckel auf den Tisch und erhebe mich.
„Aaah, mein Deckel!!!“
„Und, wo war er?“, fragt ein Mädchen.
„In Julias Tasche…“, was sie weitersagt höre ich nicht mehr, ich geh einfach weg und will es eigentlich gar nicht mehr wissen... Es war von Anfang an klar, dass sie ihn in meiner Tasche finden wollte...

Ich bin mal gespannt, was das alles noch geben soll, war jetzt aber eine Weile krank, bin heute erst wieder das erste Mal in der Schule ._.

lg dragonheart

Akissi
25.11.2008, 16:01
Das ist ja wohl die mieseste Tour, die möglich ist... haben die eigentlich nichts anderes zu tun?
Aber sich dagegen zu wehren, ist wahrscheinlich schwer... mir fiele da jetzt auch keine Pauschallösung ein... letztendlich muss man wahrscheinlich beim lieben, unschuldigen, ahnungslosen Verhalten bleiben, auch wenn's schwer fällt. Z.B. hätte man nicht viel sagen können, wenn du den Deckel mit den Worten "Sorry, hab ich wohl vorhin übersehen." hingelegt hättest; am süßesten ist es für die natürlich, wenn sie merken, dass du genau weißt, was abgeht, aber nichts dagegen tun kannst.
Mannmannmann, das liest sich wirklich wie sone Anime-Storyline, so extrem fiese Sachen, die man im echten Leben nie erwarten würde...
Aber man weiß nie, vllt war's auch nur mal son Ding aus einer Laune heraus und wird nie wieder erwähnt.

Luzifer
25.11.2008, 16:49
Oh Gott, das was ihr hier alle durchmachen musstet, ist so furchtbar! Dagegen kommen mir meine Probleme fast harmlos vor!

Na ja, ich wurde von meiner (damals) besten Freundin einmal ziemlich stark verletzt, sowas was man auch nicht wieder vergisst. Und sie hat nicht mal gezeigt, das es ihr Leid tat.:( Das war echt ein negativ prägendes Erlebnis für mich, ich glaub nicht, das ich es je wieder vergessen kann.

Seit dem habe ich ständig Angst, wenn ich neue Leute kennenlerne, dass sie genauso sein könnten wie sie. Ich hab echte Probleme mich an irgendwen zu binden, geschweige denn anderen zu vertrauen.

Aber was mit euch gemacht wurde... boah, richtig fies! Das die Lehrer sowas nicht mitkriegen!

RickyLee
26.11.2008, 19:42
Luzifer, ganz ruhig! Lass dir bloß nicht einreden, dass deine Probleme nichtig wären, wegen dem, was uns passiert ist... o.o
Von seiner besten Freundin so verletzt zu werden ist ein arger Schnitt im Leben...
Ich kenn das, ich hatte das auch schonmal, sie wurde später zu meinem Hauptmobber -.-

Aber glaub mir, auch wenn gute Freunde weit gestreut sind: Du findest welche! Meine Mutter sagt immer, jeder Topf findet sein Deckelchen. Und Recht hat sie! Ich hatte es auch nie geglaubt, aber in der größten Krise habe ich meine beste Freundin gefunden! Sie würde sich für mich prügeln und hat sie auch schon, ich bin immer für sie da und das schon seit 5 Jahren!

*dragonheart in den arm und knuddelt*
Wie kann man sowas Süßes wie dich nur so niedermachen?
Und Aki hat Recht, das ist wirklich wie so ne Anime Storyline -.-
Ganz billig, echt mies. Leute mit Charakter haben sowas nicht nötig, nur die, die sich in der Gruppe zusammenrotten und innerlich total hässlich sind.

Mad Bull
02.12.2008, 14:13
Und hier meine Damen und Herren ist die Wurzel dieses Übels:

So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer

Dazu kommt noch der Zwang, mit unpassenden Leuten, immer wieder zur selben Zeit den selben Ort auf zu suchen.

Doch es gibt Möglichkeiten.
Ich habe mir vor langer Zeit, und auch heute, immer wieder diese eine Frage gestellt:
Was kann ich tun damit es sich zum besseren ändert?


Mobbing ist eine drastige Lektion in sachen Selbstverantwortung.
Seit dem hat es sich ausgemobbt.:)

Haramis
02.12.2008, 19:40
Ich habe nicht alles gelesen, aber trotzdem ...

Erstmal: Mobbing hört oft auf, wenn man in eine andere Umgebung kommt - von der Schule an die Uni oder ähnliches.

Zweitens: Ich bin der Meinung, wenn ich jemanden nicht mag, kann ich mal bei Freunden über denjenigen lästern, aber das ist auch schon alles. Ungeliebten Menschen gehe ich einfach aus dem Weg. Dann hat keiner Ärger und es gibt keinen Streit. Wenn das alle beherzigen würden, wäre Mobbing unnötig.

Drittens: Zu den Lehrern - es gibt viele, die es nicht ignorieren, sondern nicht bemerken. Ich studiere auf Lehramt und war mit 3 Kommilitoninnen bei einem Schulpraktikum. Diese 3 Frauen waren - das habe ich aus den Erzählungen herausgehört - an der Schule immer beliebt, von der Grundschule bis zum Gymnasium und haben an der Uni eine Riesenclique. Die haben das nicht gesehen, wenn ein Schüler in der Klasse Probleme hatte, oder anderen Probleme gemacht hat. Die fanden alle Schüler süß und putzig und lebhaft und intelligent ...
Sorry, nein. In jeder Klasse gibt es eine Rangordnung. Als Lehrer muss ich versuchen, das zu erkennen. Manche scheinen dazu wohl nicht fähig zu sein.

Keep the faith!

Idalia
03.12.2008, 18:26
Drittens: Zu den Lehrern - es gibt viele, die es nicht ignorieren, sondern nicht bemerken. Ich studiere auf Lehramt und war mit 3 Kommilitoninnen bei einem Schulpraktikum. Diese 3 Frauen waren - das habe ich aus den Erzählungen herausgehört - an der Schule immer beliebt, von der Grundschule bis zum Gymnasium und haben an der Uni eine Riesenclique. Die haben das nicht gesehen, wenn ein Schüler in der Klasse Probleme hatte, oder anderen Probleme gemacht hat. Die fanden alle Schüler süß und putzig und lebhaft und intelligent ...
Sorry, nein. In jeder Klasse gibt es eine Rangordnung. Als Lehrer muss ich versuchen, das zu erkennen. Manche scheinen dazu wohl nicht fähig zu sein.


Sorry, aber wenn ich so etwas höre, stellen sich bei mir die Nackenhaare. Angehende Lehrer die so denken, sind völlig unbrauchbar für diesen Job. Als Lehrer ist man in erster Linie Pädagoge, und da muss Einfühlungsvermögen und bessere Beobachtungsgabe Voraussetzung sein.

Im Rahmen meines Studium bin auch immer wieder über die Lehramtsstudierende gestolpert. Die meisten fand ich absolut daneben und völlig kompetenzlos. Ich finde so etwas traurig, v.a. wenn man bedenkt, dass diese als Vorbilder für die nächste Schülergeneration dienen und den Kindern und Jugendlichen etwas beibringen sollen. Sicher sind nicht alle so, aber ein erschreckend grosser Teil davon. *nein*

Haramis
04.12.2008, 09:25
@Idalia
Glaub mir, ich war auch erschrocken, als ich die Einstellung meiner Kommilitoninnen gehört habe - ich teile sie nicht. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie jemand die Rangordnung einer Klasse so gar nicht durchschaut ...
Und das ist eindeutig ein Negativpunkt für einen (angehenden) Lehrer.

Akissi
04.12.2008, 19:44
Ogott, bei angehenden Lehrern? Du meine Güte... ich bin das gewohnt von Mädchen in meinem Alter bzw ein wenig drunter, die alle Kinder nur mit der Ansicht "Ach, sind die alle niedlich und lieb und - oh hahahaha, jetz hatter mich getreten, du böser kleiner Bube, hihihi, Mensch bist du aber süß!" angehen, da kommt mir so ziemlich das Kotzen, weil die Kinder das dann natürlich als Bestätigung in ihrem Verhalten sehen... und wenn das dann von den Lehrern ausgeht... na Prost Mahlzeit...
Einige meiner Klassenkameradinnen kennen zB so einen Terrorzwerg - unerträglich. Aber sie finden ihn alle so süß. Der kommt immer angerannt, zwängt sich gewaltsam zwischen uns und fängt an mitten in die Unterhaltungen zu krähen, weil er ganz genau weiß, dass sofort von allen Seiten "Oooooooooooh, Stefaaaaaaaaaaaaaaaan!" kommt. Ich kann gar nicht oft genug verbreiten, wie toll ich meine Klasse finde, aber das geht mir dann doch ein wenig auf die Eierstöcke. Der krakeelt durch die Gegend, als wär er allein oder zumindest am allerwichtigsten auf der Welt und benimmt sich insgesamt einfach sowas von unverschämt aufgeblasen, dass ich am Liebsten mal - im übertragenen Sinne - mit der Nadel die Luft ablassen würde. Denn so verhält er sich auch gegenüber seinen Klassenkameraden, hält sich also für den Größten und ist totaaaaal cool und lustig - nein, hauptsächlich unverschämt und schadenfroh.
Uäch.
Klar, wenn man dann sowas auch noch fördert, darf man sich dann nicht wundern, wenn das Verhalten auch nach der (einigermaßen) niedlichen Phase noch weitergeht.

grey
04.12.2008, 21:19
(...)Heute geht es mir gut, ich habe Freunde gefunden, die auch teils ähnliches durchgemacht haben und allmählich habe ich die folgende Vermutung: Ich bin vielleicht doch nicht so schlecht, dass mich alle hassen müssen...

Natürlich bist du das nicht. Es gibt kein schlecht, es gibt nur anders, als die anderen.

Es ist witzig: In meiner Jugend hörte oft und aus vielen Quellen, dass Menschen einzigartig sind, dass diese Einzigartigkeit gut ist, gefördert werden muss und den großen Reiz des Lebens ausmacht. Individualität wurde als etwas erstrebenswertes gepriesen: Sei du selbst! Verfolge deine Ziele und Ideale! Und mein Lieblingsspruch: „Schwimme gegen den Strom, nur dann erreichst du etwas!“

Was man davon hat, wenn man gegen den Strom schwimmt, kann man hier auf über 14 Seiten nachlesen.

Die Realität sieht so aus: Menschen sind nicht einzigartig. Es sind Herdentiere und für eine Herde sind Querdenker eine Last. Jede Herde hat ein Leittier. Querdenker untergraben die Autorität dieser Leittiere. Also sind sie nicht nur eine Last, sondern auch eine Gefahr für die Herde und gehören vernichtet. Ganz einfach.

Sei so wie die Masse, oder sie erdrückt dich. Simple Regel nach der man leben glücklich leben könnte. Aber nicht jeder ist in der Lage sich anzupassen.

Das hört nach der Schule keineswegs aus. Es zieht sich wie ein roter Faden durch dein ganzes Leben. Als jemand, der nicht in das Schema passt, bist du für den Rest deines Lebens verdammt. Dass es für viele mit dem Älterwerden besser wird, erklärt sich einfach dadurch, dass einem während der Schulzeit eine Herde aufgezwungen wird. Ist man erwachsen, kann man sich eine passendere Herde aussuchen. Im Laufe ihrer Entwicklung, finden die meisten Menschen eine für sich passende Nische.

Manche finden sie jedoch nie.

Weil es keine gibt. Weil sie wirklich einzigartig sind. Und sie sind ihr Leben lang unglücklich, weil Einzigartigkeit ein Verbrechen ist. Und ganz sicher nichts erstrebenswertes.

PoiSonPaiNter
04.12.2008, 21:32
Muss mich auch mal wieder zu Wort melden...
Was man davon hat, wenn man gegen den Strom schwimmt, kann man hier auf über 14 Seiten nachlesen. [...]
Im Laufe ihrer Entwicklung, finden die meisten Menschen eine für sich passende Nische.
Manche finden sie jedoch nie.
Weil es keine gibt. Weil sie wirklich einzigartig sind. Und sie sind ihr Leben lang unglücklich, weil Einzigartigkeit ein Verbrechen ist. Und ganz sicher nichts erstrebenswertes.
Meinst du das Ernst, dass man sich anpassen soll? Klar es ist die einfachste Lösung Mobbing mglst zu vermeiden, aber ein Leben lang Mitläufer sein? Das kann kein Ziel sein!

Entschuldige wenn ich das so sage, aber warum soll ICH mich verändern, nur weil ich ANDEREN nicht gefalle?
Ist es denn nicht eher so, das nur die Menschen einen wirklich schätzen, die einen so akzeptieren wie man ist?
Natürlich passiert es heutzutage leider viel zu oft, das diese Andersartigkeit ausgenutzt wird indem drauflos-gemobbt wird. Ich sag nicht das man das einfach hinnehmen sollte, aber eine gewisse Individualität sollte man sich NICHT verbieten lassen, denn das macht einen Menschen schließlich aus.

Das UNperfekte, das UNgewöhnliche, das Neue, all das kann und fasziniert Menschen an anderen und macht sie besonders.

(Ist das halbwegs verständlich ausgedrückt? o.O)

Mürtz
04.12.2008, 21:44
Sei so wie die Masse, oder sie erdrückt dich. Simple Regel nach der man leben glücklich leben könnte. Aber nicht jeder ist in der Lage sich anzupassen.

Glücklich - Glaubst du etwa wirklich, dass diese Leute glücklich sind? Ich nicht.
Und ja, auf jeden Fall sind alle Menschen einzigartig. Dennoch sind sich einige ähnlicher als die anderen, und des öfteren bekomme ich das erschreckende Gefühl, dass diese Leute eben in der Lage und so skrupellos sind, ihre wirkliche Persönlichkeit zu unterdrücken. Dass man auf diese Weise jedoch glücklich wird, das wage ich doch mal schwer zu bezweifeln. Da wird man doch wohl eher leer oder hohl. Und es kann meinetwegen sein, dass es für manche Menschen ab einem gewissen Punkt zu spät ist, sich selbst komplett umzukrempeln, das weiß ich nicht, aber trotzdem hat doch jeder Mensch das Potenzial zur Einzigartigkeit!

Mobbing ist was ganz mieses und für diesen Moment würde ich deine Beschreibung durchaus als passend sehen, da verschmelzen die Mobber und die Mitläufer zu einer grauen Masse, aber das ist doch kein Dauerzustand. Es gibt durchaus Menschen, die irgendwann merken, dass in ihrem Umfeld gewaltig etwas schief läuft, und sich anschließend dagegen stemmen. Das passiert zwar leider nicht oft, aber es ist trotzdem möglich, und es zeigt, dass es nicht nur ein paar Individuen und die breite Masse gibt; jeder Mensch hat seinen eigenen Kopf und sein eigenes Gewissen, nur weil einige Leute diese abzuschalten scheinen, kann man das noch lange nicht verallgemeinern.

Edit:
(Ist das halbwegs verständlich ausgedrückt? o.O)

Ja. :)

grey
05.12.2008, 02:27
Natürlich verallgemeinere ich die Sache sehr stark. Es gibt durchaus Gegenbeispiele für meine These. Die Geschichte der Menschheit ist voll von Pionieren. Menschen, die anders waren und den Mut hatten ihre Andersartigkeit auszuleben. Viele von diesen Menschen haben große und wichtige Veränderungen herbeigeführt. Aber es sind Einzelbeispiele.

Wenn jeder Mensch einzigartig ist, wenn Individualität toll ist, warum handeln die Menschen dann nicht entsprechend? Warum sollte ich meine Haare zum Beispiel nicht mal rot färben? Ist eine schöne Farbe, ich würde das geil finden. Warum sollte ich mich nicht einfach zu den Punks am Markt gesellen und mit ihnen ein paar Bierchen trinken? Wenn wir dann alle fröhlich sind, zu singen anfangen und die Polizei dazu kommt, können die Ordnungshüter ja mitmachen. Schließlich ist all das nur ein Ausdruck unserer Individualität.

Aber ich werde mir die Haare nicht rot färben, weil man mich dann wahrscheinlich feuert. Ich werde mich auch nicht zu den Punks gesellen, denn ich sehe nicht aus wie sie (weil ich mir die Haare nicht färben kann :D ), rede nicht so wie sie, denke nicht so wie sie und gehöre nicht zu ihnen. Und die Polizei wird die Punks auch nicht verständnisvoll bitten leiser zu sein, sondern sie alle auf Drogenverdacht verknacken, weil ihre Meinung über sie absolut feststeht.

Man wird nicht akzeptiert wie man ist, von jemanden, der nicht so ist wie du. Niemals. Das ist genau so ein lustiges Märchen wie: „Nur die inneren Werte zählen“. Es zählen niemals nur die inneren Werte. Oftmals überhaupt nicht. Und wenn zwei Menschen zusammen kommen, die Welten voneinander getrennt sind, suchen sie nach Gemeinsamkeiten, nicht nach Unterschieden.

So funktioniert die Welt. Man sucht sich Verbündete und wenn man keine finden kann, ist man allein. Oder man gibt sein Selbstwertgefühl auf und macht einen auf Mitläufer. Ob man glücklich ist oder nicht, hängt doch meistens davon ab, ob man seinen Platz gefunden hat. Und wo findet man ihn? Ganz sicher nicht bei Menschen, die sich von einen in jeder Hinsicht unterscheiden.

Und seit wann haben Menschen in einer Gruppe ihren eigenen Kopf? Ein einzelner Mensch hat ihn. In der Gruppe hat man dem Rest zu folgen. Sonst ist man ja kein Teil der Gruppe mehr. Man würde auffallen. Man müsste die Verantwortung für eigene Taten ganz allein tragen. Es wäre auch interessant zu besprechen inwiefern die Menschen überhaupt Individualität wollen. Ist doch bequem dem großen Haufen zu folgen. Die Mehrheit kann sich schließlich nicht irren. X.X *grins*

Rückspiegelgott
05.12.2008, 08:09
@ grey: Du hast Recht. Leider*nein*
Die Anpassung an eine Gruppe ist ein Relikt aus der Vorzeit, als die größte Organisation noch Stämme waren. Es gehört zu den Instinkten, die heute Veraltet sind, die aber noch immer in unserer Programierung vorhanden sind.
Damit will ich keineswegs Mobbing rechtfertigen, ich finde Mobbing ekelhaft, aber es ist eine Erklärung.

PS: Ich weiß ja nicht wo du arbeitest grey, aber in den meisten Berufen sollten rote Haare kein Kündigungsgrund sein.

Antigone
05.12.2008, 09:10
Greys Theorie hat einiges für sich. Funktionieren tut sie allerdings trotzdem nicht. Denn es werden durchaus nicht nur Querdenker und Sonderlinge gemobbt, sondern sehr wohl auch Leute, die mit aller Kraft versuchen, sich anzupassen, sich der Gruppe anzugleichen und nicht aufzufallen.

Wenn es so einfach wäre, dem Mobbing zu entgehen: glaubt ihr wirklich, die meisten würden nicht glücklich auf ihre Individualität pfeifen, sich anpassen (vor mir aus auch sich unterordnen) und somit ein jahrelanges Martyrium vermmeiden?

Ich glaube, sie würden das mit Freuden tun - und versuchen es auch. Nur klappt es halt leider trotzdem nicht. Wenn einer einen anderen mobben will, dann tut er das, und dann findet er auch einen Grund, selbst wenn derjenige sich in ein perfektes Abbild des Mobbers verwandelt. Das Phänomen des Mobbens ist nicht so simpel.

lg, A.

Kain
05.12.2008, 14:15
Es wäre auch interessant zu besprechen inwiefern die Menschen überhaupt Individualität wollen. Ist doch bequem dem großen Haufen zu folgen. Die Mehrheit kann sich schließlich nicht irren.

Fresst S*****e, Millionen Fliegen können nicht irren!:D

Ne, Spaß beiseite. Ich glaube schon das jeder Mensch individuell ist und eine eigene Persönlichkeit besitzt. Die meisten Menschen haben nur Angst diese Individualität auch nach außen zu transportieren. Man versteckt sich lieber in der Masse, geht Kompromisse ein und lässt sich von den Regeln der Gesellschaft einengen, um jeglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Ich frage mich aber manchmal, ob diese Anpassungszwänge unseres Lebens die Menschen nicht auch krank machen. Die Opfer von Mobbing erleiden Depressionen und soziale Phobien, es ist doch irgendwo sehr pervers, dass der Mensch Angst vor seiner eigenen Art entwickelt.

Die Philosophen der Aufklärung hatten mal den Traum, dass der Mensch seine Individualität voll auslebt und immer selbst entscheidet, was für ihn richtig oder falsch ist. Die Philosophen haben leider nicht mit dem Menschen gerechnet. Denn kein Mensch ist wirklich frei von Einflüssen von außen. Dennoch halte ich blindes Mitläufertum für verkehrt, um auf das Beispiel mit der Herde zurück zu kommen, jede Herde hat ein Leidtier, dem alle anderen Widerspruchslos folgen, wohin dass führen gibt es genug Beispiele in der Geschichte. Ich gehe sicher auch Kompromisse ein, versuche mir aber soviel Individualität wie möglich zu bewahren. Der Weg des geringsten Widerstandes ist für mich keine alternative, dass man dadurch nicht von jedem geliebt wird, damit muss ich leben.

Mürtz
05.12.2008, 15:18
Dennoch halte ich blindes Mitläufertum für verkehrt, um auf das Beispiel mit der Herde zurück zu kommen, jede Herde hat ein Leidtier, dem alle anderen Widerspruchslos folgen, wohin das führt, gibt es genug Beispiele in der Geschichte.

Leidtier! *grins* Sorry, aber das ist jetzt einfach mal ein zu passender Rechtschreibfehler... :D

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, wie ein Leben in völligem Individualismus funktionieren soll. Mal vom menschlichen Hang nach Gemeinsamkeiten abgesehen, wie bitteschön soll das hinhauen? Wenn jeder komplett verschieden behandelt wird, könnte man so viele Gesetze in die Tonne knüppeln! Aber Gesetze und Recht sind nun mal notwendig, um in einer Gesellschaft leben zu können, oder alles versinkt im Chaos, und das wiederum treibt die meisten Menschen in den Wahnsinn. Dass Menschen nach Übereinstimmungen suchen, ist doch ganz verständlich, oder wollt ihr lieber jegliche Art von Gruppierung aufdröseln und jeden Mensch auf einen Hügel setzen, sodass niemand mehr Kontakt mit anderen Leuten hat? Menschen müssen zusammenleben, um zu überleben, sich zusammentun, um irgendetwas auf die Reihe zu kriegen.
Mobbing ist ein ganz großer Fehler in der menschlichen Gesellschaft, aber Individualismus ist auch nur in Grenzen zu genießen.
Beide Extreme gehen in die falsche Richtung, man muss also etwas in der Mitte dazwischen finden.

grey
06.12.2008, 01:53
PS: Ich weiß ja nicht wo du arbeitest grey, aber in den meisten Berufen sollten rote Haare kein Kündigungsgrund sein.

Ich habe es bisher nicht ausprobiert. Aber wahrscheinlich hast du recht. ^^

(...)Wenn einer einen anderen mobben will, dann tut er das, und dann findet er auch einen Grund, selbst wenn derjenige sich in ein perfektes Abbild des Mobbers verwandelt.(...)

Damit bin ich nicht ganz einverstanden. Sicher, wenn mich jemand mobben will, dann tut er es auch. Egal wie sehr ich mich anstrenge dem entgegen zu wirken. Aber die Ursache entwickelt sich dennoch niemals nach der Wirkung. Sondern umgekehrt. Ein böser Mobber wird sich im Regelfall nicht aufstellen und nach Zufallsprinzip sagen: „So! Den da mobbe ich jetzt mal. Jetzt muss ich nur noch eine Grund finden es zu tun.“. Er wird eher sagen: „Oha! Der da sieht komisch aus/benimmt sich komisch/ist neu/hat einen dummen Haarschnitt/sonst was, den mobbe ich jetzt mal!“

Jemand, der nicht ins Bild passt, kann noch so sehr versuchen sich anzupassen. Es ist als würde man für eine Rolle vorsprechen und das falsche Kostüm anhaben. Es klappt nicht. Das kann am Aussehen scheitern oder an der Gestik und Mimik der Person, die nicht zu der zu vermittelnden Botschaft passen.

(...)Dennoch halte ich blindes Mitläufertum für verkehrt, um auf das Beispiel mit der Herde zurück zu kommen, jede Herde hat ein Leidtier, dem alle anderen Widerspruchslos folgen, wohin dass führen gibt es genug Beispiele in der Geschichte.(...)

Wie wahr. Diese geschichtliche Beispiele sind jedoch auch heute Realität. Bei den meisten Mobbingaktionen gibt es im Grunde nur wenige treibende Faktoren. Der Rest besteht aus Mitläufern, die mitmachen um nicht ausgeschlossen zu werden und Faktoren, welche die Sache ignorieren um nicht selber zur Zielscheibe zu werden. Hätten zwei oder vier von ihnen je den Mund aufgemacht und sich auf die Seite des Opfers gestellt, wäre die Aktion im Keim erstickt worden. Warum tut es also niemand?

[I](...)Beide Extreme gehen in die falsche Richtung, man muss also etwas in der Mitte dazwischen finden.

Wie eine Gesellschaft ohne Regeln und Zwängen funktionieren kann, beschreibt Le Guin sehr gut in ihrem Buch Planet der Habenichtse. Allerdings ist eine solche Gesellschaft auch in meinen Augen eine etwas bessere Form der Utopie. ^^ Ich stimme dir zu. Es muss eine Mitte gefunden werden.

Mad Bull
06.12.2008, 15:30
Anders als alle anderen:

Fussballprofis
Rockmusiker
Notärzte
Polizisten
Homosexuelle
Schriftsteller
Psychotiker
Bankiers
(früher) Fantasyfreaks
Hundeliebhaber
Pferdeliebhaber
Auftragskiller
Kosmonauten
Talkshowmoderatoren
AD(H)Sler
Borderliner
Maler
Prostituierte
Rollstuhlfahrer
Hochintelligente
Schwachsinnige
Kritiker
Uhrmacher
Metzger auf Schlachthöfen
Bauarbeiter auf Wolkenkratzern
U-Boot-Kapitäne
Sonderschullehrer
Frauenversteher wie Don Juan und Casanova
Blinde
Manequins
Hausfrauen
Mad Bull

Menschen wie wir alle, doch irgendwie anders.

bisou
06.12.2008, 16:20
Sorry Mad Bull, aber ich verstehe dieses Posting nicht. Was trägt es denn zur aktuellen Diskussion bei?

Wenn du so etwas schreibst, dann erkläre uns doch auch bitte, was du damit meinst.X.X

Mad Bull
06.12.2008, 16:43
Liebe bisou,

jeder der anders ist, ist auch gefärdet gemobbt zu werden.
Ich habe hier Menschen aufgezählt, die nicht immer von der Allgemeinheit
verstanden werden.

Missverständnis klingt so harmlos.
Doch Menschen bekämpfen einander, weil sie nicht verstehen.
Hier wurden von mir auch Menschen auf gezählt, vor denen man richtig Angst kriegen kann.

Es sind mit diesen sonderbaren Berufen aufgezählt worden,
die echt nicht jeder verstehen kann.

Alles klar? Oder willst du noch mehr wissen?

Nightfarer
07.12.2008, 14:35
@mad bull:

Du hast Pathologen, Forensiker, Anthropologen und alle die in diesen Bereich tätig sind vergessen, obwohl ein Beruf keine Personlichkeit ausmacht.

Aber ich bin auch auf der Liste vorhanden: Schriftsteller und Psychotiker, tja ich mag eben die Psychologie, genau wie die forensiche Anthropologie. So bin ich eben.

Aber Mobbing ist nun mal ein Problem, aber man muss für seine Intresse irgendwie kämpfen, dann wird man auch anerkannt, denke ich.

Aber du hast Recht, alles was anders ist als die Allgemeinheit wird irgendwie verstoßen, obwohl ich mir denke, wenn Einstein nicht verrückt nach Physik gewesen wäre, hatten wir kein Kühlschranksystem, um jetzt nur ein Beispiel zu nennen.

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus in Punkto Schriftsteller muss ich ein Beispiel aus meiner Umgebung nennen:

Du schreibst? Wie krank! (übrigens das kam von einer Leseratte, die Bücher verschlingt)
Ich hätte gedacht du liest gern.
Ja, schon, aber die die des schreiben sind krank.

So da stellt sich schon die Frage: Wenn er die krank findet, warum liest er dann die Bücher von denen? Manchmal denken Menschen nicht nach bevor sie reden.

Haramis
07.12.2008, 23:02
Man muss nicht anders sein, um unter Mobbing zu leiden.

Neid kann ein Auslöser sein.
Wenn man schüchtern oder schwach ist, kann man Mobbingopfer werden.
Wenn man dazugehören möchte, machen sich manche Menschen einen Spaß daraus, genau denjenigen zu mobben.
Wenn die Familie im Ort nicht gemocht wird, kann man gemobbt werden.

Die Gründe für Mobbing sind manchmal entsetzlich schwachsinnig.

Ich spreche aus Erfahrung.

L.S.
07.12.2008, 23:48
Wenn jeder Mensch einzigartig ist, wenn Individualität toll ist, warum handeln die Menschen dann nicht entsprechend? Warum sollte ich meine Haare zum Beispiel nicht mal rot färben? Ist eine schöne Farbe, ich würde das geil finden.
Aber ich werde mir die Haare nicht rot färben, weil man mich dann wahrscheinlich feuert.

Lustig dass du so etwas schreibst. Ich wollte nach dem Abi Internationales Management auf der BA (da arbeitet man immer abwechselnd bei einer Firma und besucht Vorlesungen), studieren. Und hatte zu dem Zeitpunkt komplett rote Haare. So richtig knallrot. Und Piercins in den Ohren und eins im Gesicht.

Als ich angefangen hatte, die Bewerbung zu schreiben, fiel mir auf: und was kommt aufs Passfoto? Die rote Zora mit den Piercings? Die werden dann meine Bewerbung gleich in den Müll schmeißen. Also musste ich die Haare umfärben.
Und was würde dann kommen? Piercings raus, eine gepiercte Managerin, das geht ja nicht...und danach? Alles "richtig" machen, wie es sich gehört. Gesellschaftstaugliche Kleidung undso...

Es ist ja nicht so dass mir mein Traumberuf es nicht wert wäre, die Haare "normal" zu färben, mir ist nur aufgefallen, dass ich so einen Beruf nicht will.

Nach langem Überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, mein Hobby zum Beruf (in dem Fall Studienrichtung) zu machen und bin auf eine Designhochschule gegangen. Man muss hierfür auch eine Aufnahmeprüfung machen, bei der verrückte Ideen zu den Bewertungskriterien gehören!!!

Jetzt habe ich noch mehr Piercings im Gesicht, ziehe 15 cm hohe Lackschuhe in die FH an, mache mir Knochen(selbstgemachte natürlich) in die Haare und habe die halbe Woche bis zu den Ellbogen bunt angemalte Arme, weil montags immer Malerei ist und Acrylfarbe so gut auf der Haut haftet.

Achja die Haarfarbe ist aus praktischen Gründen wieder schwarz, aber ich habe abwechselnd rote, violette oder grüne Strähnen drin!
Und bekomme gute Noten dafür, dass ich meine Fantasie ausleben darf und kranke/ ausgefallene/ absolut abgedrehte Sachen entwerfe.

Damit will ich sagen, dass man, wenn man "anders" ist, keineswegs dazu verdammt ist, sich anzupassen oder ein Einzelgängerdasein zu fristen. Man muss nur den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen und sich eben mit Menschen zu umgeben, die genauso "anders" sind.

Ich bin sehr lange ein Mobbingopfer gewesen, und wenn ich gerade nicht gemobbt wurde, war ich einfach nur unbeliebt. Jetzt bin ich sogar recht beliebt, weil die Menschen an der FH gerade das schätzen, wofür mich die anderen verachtet haben. Und weil ich gelernt habe, mich selber zu mögen.

Fanni_
08.12.2008, 17:43
Damit will ich sagen, dass man, wenn man "anders" ist, keineswegs dazu verdammt ist, sich anzupassen oder ein Einzelgängerdasein zu fristen. Man muss nur den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen und sich eben mit Menschen zu umgeben, die genauso "anders" sind.

Genau so ist es. Das hab ich mit der Zeit auch gelernt. Früher hatte ich kaum den Mut meinen Mund im Unterricht aufzumachen, weil ich angst hatte dass da irgendwelche blöden Kommntare von den anderen kommen. Jetzt bin ich eine derjenigen die am meisten sagt, weil ich halt sage was ich denke und ich dadurch auch ausdrücke wie ich bin (und ich bin ganz sicher anders als die anderen, halt ein richtiges Unikat:D).

Tovena
08.12.2008, 17:53
Jetzt kommt mir beim durchlesen doch noch nen Stich im Herzen. Eine Errinngerung, die ich bis jetzt immer tief in mir verschlossen hielt, weil ich es nicht wahr haben wollte oder ich es nicht anderen anvertrauen wollte, aus Angst alles nochmal zu erleben. Ich hielt es einfach verschlossen und ich wollte es auch für immer. Gelitten habe ich nicht. Ich weiß nicht... ja, ich wurde gemobbt, öfters und mehrfach. Nicht, weil ich schwach oder schüchtern war, im Gegenteil, ich war schon immer stark und selbstbewusst und sowas, ich wusste was ich tat, ich war immer aufrecht. Doch das war auch nicht das, was der Auslöser des Mobbings war. Der Auslöser allein war die Art, mit der ich geboren wurde. Mit einer "besonderen" Art, eine "ganz" andere Rasse, die die anderen Kinder als "Missgeburt" zuhause oder von Mitschülern erlernten. Es ist nicht leicht und irgendwo ist es schwer, als kleines rothaariges Mädchen durchzukommen. Bis heute gibt es immer wieder welche, die wie ne Plage über einen herfallen. Und erst aufhören, wenn das Opfer tot am Boden liegt.

Heryst
09.12.2008, 12:27
Die Opfer von Mobbing erleiden Depressionen und soziale Phobien, es ist doch irgendwo sehr pervers, dass der Mensch Angst vor seiner eigenen Art entwickelt.


Ähm ich bin jetzt doof. In welcher Richtung meinst du das? Mobber, die Angst entwickeln, oder doch eher die Mobbing Opfer, die vor anderen Menschen Angst haben?

Ich denke, du meinst dass zweite, nämlich dass ist bei mir der Fall.
Ja, ich merke selber, dass ich eine Furcht vor Fremden habe. Verusuche das so gut es geht zu ignorieren. Vielleicht liegt's auch daran, dass ich schon immer sehr schüchtern war. Und vielleicht war das auch der Grund, weswegen ich überhaupt gemobbt wurde. Bin so der ruhige Typ.

Leider werden die Gründe, weswegen jemand gemobbt wird, immer dämlicher. Da hört man, wie ein Mädchen gemobbt wird, weil sie sich nicht schminkt. Das ist doch nun mal wirklich kein Grund, jemanden deswegen anzugehen, wobei es natürlich NIEMALS einen Grund gibt, jemanden zu mobben.

Es ist traurig und beschämend, was in der heutigen Gesellschaft vor sich geht. Medienfixiert, kammaradschaftsfremd, egoistisch, skrupellos. Eine tolle Welt