Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Masters of Horror
2006 kam eine neue Horrorserie heraus. "Masters of Horror" ist eine Kollektion von 13 voneinander unabhängigen, einstündigen Kurzfilmen. Jeder dieser Filme wurde von einem anderen bekannten Horrorregisseur gedreht. Manche haben dabei gut an ihr Gesamtwerk angeschlossen, andere sich selbst überboten. Empfehlenswert ist die Serie auf jeden Fall.
Kleiner Hinweis noch zum Geldsparen (das ist der einzige Punkt der mich an der Serie wirklich geärgert hat): Nachdem etwa ein Jahr lang alle Folgen einzeln erhältlich waren, gibt es nun 2 Folgen je DVD (zum Preis von einer).
Ich werde in diesem Thread die einzelnen Folgen besprechen. Bisher habe ich zwar noch nicht alle Folgen gesehen, aber ich werde immer neue Infos nachschieben.
Joe Dante - Homecoming:
Mein Einstieg in die Serie war gleich ein totaler Erfolg (und sicherte den Produzenten damit einen Käufer der gesamten Staffel). Der reichlich gesellschaftkritische Beitrag des Gremlin-Regisseur scheint die Käuferschar zu teilen.
Der Inhalt: Die USA ist in einen verlustreichen Krieg verwickelt. Durch eine unbedachte Äußerung der Redenschreibers des Präsidenten werden die gefallenen Soldaten wieder zum Leben erweckt und beginnen ihren eigenen Wahlkampf. Eine kleine, feine politische Zombie-Satire - allerdings nur bedingt zu empfehlen. Fans vom Double-U werden an diesen Film vielleicht keinen Spaß haben.
Heut gleich mal mehrere
John Carpenter - Cigarette burns:
Dieser Film war der zweite der Serie, den ich in die Finger bekam.
Dabei geht es um einen Kinobesitzer und Filmenthusiasten, der für einen fanatischen Sammler den Film Le Fin Absolute du Mondo organisieren soll. Der Film wurde anscheinend nur einmal aufgeführt. Während der Aufführung gerieten die Zuschauer in einen Mordrausch. Die Suche nach dem Film zieht den Kinobesitzer in einen Strudel nicht leicht zu durchschauender Ereignisse. Selbst als er immer häufiger die "Brandlöcher" sieht (daher auch der Titel) und damit weiß, dass der Film bereits Macht von ihn ergriffen hat, muß er die Suche beenden.
Für mich ist dieser Streifen einer der besten der Serie. Udo Kier als fanatischer Sammler und Norman Reedus als Suchender - die Hauptpersonen machen ihre Sache mehr als gut. Die Story ist interessant und spannend, hat zwar einige Anleihen an andere Filme (so erinnert das Brandloch an "The Ring"), bietet aber durchaus auch genügend eigene Ideen. Für einen Carpenter ist der Film recht blutig geworden, trotzdem ist es mehr Grusel als Schocker. Also auch daher nur bedingt zu empfehlen. Splatterfans sollten Probeschauen, Carpenterfans können fast bedenkenlos zugreifen.
Larry Cohen - Pick Me Up:
Schon allein der DVD-Text liess mich schmunzeln und auf einen spannenden Abend hoffen. Stacy, eine der drei Hauptpersonen, entscheidet sich nach einer Panne des Busses, mit dem sie unterwegs ist, zu Fuß zu gehen. Sie hat nur ein Problem. Falsch, eigentlich sind es zwei.
Nummer 1: ein Serienkiller, der Tramper umbringt. Nummer 2: ein Serienkiller, der trampt, um seine "Mitnehmer" umzubringen.
Dummerweise steigt sie in den Wagen von Problem Nummer 1 ein, der obendrein auch noch Problem Nummer 2 eine Mitfahrgelegenheit bietet.
Was wie eine Horrorkomödie klingt, sollte man auch wirklich so sehen. Das (hauptsächlich psychologische) Duell der beiden Serienkiller ist von Wortwitz und Humor geprägt. Horror und Action kommen ein wenig kurz weg, trotzdem ist der Film immer noch sehenswert.
Stuart Gordon - Dreams in the Witch House:
Walter, ein Student der Miskatonic University, wohnt in einer heruntergekommenen Dachkammer und hofft, dort seinen Forschungen nachzugehen. Doch Ruhe findet er nicht, er wird von Ratten mit Menschengeschichtern besucht und eine Hexe aus einer anderen Welt macht sich an ihn heran. Auch die anderen Bewohner des Hauses sind reichlich skuril wie der sich geißelnde Alte.
Mhh, daran dass ich den Film gar nicht mal so gut beschreiben kann, sieht man wohl, dass mich der Film nicht sonderlich beeindruckt hat.
Ich bin zwar Fan von H.P.Lovecraft, auf dessen Geschichte der Streifen basiert, habe die Umsetzung fand ich jetzt nicht wirklich berauschend.
Gut, der Film fängt langsam und harmlos an, um sich dann zu einen recht annehmbaren Finale zu steigern. Aber weder sind die schauspielerischen Leistungen überragend, noch die Effekt besonders gut gemacht.
Für mich einer der schwächsten Beiträge der Reihe.
Don Coscarelli - Incident On and Off a Mountain Road:
Ellen stößt auf einer verlassenen nächtlichen Straße mit einem Auto zusammen. Als sie wieder zu sich kommt, fehlt von den Insassen des anderen Autos jede Spur. Schon bald wird sie von einem Verunstalteten gejagd, der sie fängt und in seine Hütte schleppt. Die Kreuze, an denen die letzten Opfer des Monsters genagelt wurden, nachdem er ihnen die Augen "ausgebohrt" hat, lassen nichts Gutes für Ellen vermuten. Doch dank ihres letzten Freundes, der ihr alles über den Überlebenskampf in Extremsituationen beigebracht hat, gelingt ihr die Flucht. Es beginnt ein Kampf ums Überleben
mit netten kleinen Fallen.
Diese Folge gehört wieder zu den besseren. Schnell, blutig und mit einen garstigen, überraschenden Ende.
So, das wärs für heute.
Welche hatten wir denn noch nicht?
William Malone - Fair Haired Child:
Die 13-jährige Tara wird auf offener Straße entführt. Als sie wieder aufwacht, scheint sie in einem Krankenhaus zu sein. Oder doch nicht? Die Krankenschwester erscheint ihr reichlich seltsam und nach der Flucht aus dem Krankenzimmer findet sie sich in einem Herrenhaus wieder. Schnell wird sie wieder eingefangen und in den Keller gesperrt, wo sie einen gefangenen Jungen daran hindert, sich das Leben zu nehmen. Doch außer den beiden ist noch irgendetwas anderes im Keller. Unzählige Knochen und Kinderrucksäcke lassen schlimmes für die entführten Kinder befürchten.
Der Regisseur konnte mich bisher nicht überzeugen. Weder das Remake vom House on Haunted Hill noch Fear Dot Com haben mir so richtig zugesagt. Ich ging daher ohne große Erwartungen an diese Folge heran. Gekauft hatte ich sie eh nur, da ich bei solchen Serien ein Komplettist bin. Umso überraschter war ich von Malones Beitrag.
Während mir die hektischen Schnitte bei Fear Dot Com den Film total verleidet hatten, hat er dieses Stilmittel hier um einiges besser eingesetzt. Auch wenn an der Story nichts wirklich neu ist, mixt er die Zutaten zu einem fast perfekten Horror-Cocktail. Die Spannung hält bis zuletzt an, das stückchenweise Aufdecken der Hintergrundgeschichte des Fair Haired Child ist ebenfalls gut gelungen und die Atmosphäre ist richtig gelungen. Einzig der Cast hätte besser sein können.
Meiner Meinung nach der Überraschungshit der Staffel.
Mick Garris - Chocolate
Jamie arbeitet an der Verbesserung künstlicher Aromen. Eines Nachts hat er das unwiderstehliche Verlangen nach Schokolade. Von dem Moment ändert sich seine Wahrnehmung, er spürt plötzlich die Empfindungen eines anderen. Als wäre er in einem anderen Körper, dem Körper einer Frau.
Als er das Gesicht der Frau kurz im Spiegel sieht, macht er sich auf die Suche nach ihr.
Eigentlich ist der Streifen nicht wirklich im Horror-Sektor anzusiedeln. Mystery passt schon eher.
Leider vergibt sich Garris einiges durch den Trick, die Geschichte als Rückblick zu erzählen. Da der Mann, der der Polizei seine Geschichte erzählt, regelrecht im Blut liegt, ist das Ende eigentlich schon vorweggenommen.
Trotzdem ist der Streifen nicht so schlecht; für jemand der nicht nur auf blutige Szenen steht, sondern auch für eine gute mit psychologischen Hintergrund zu begeistern ist, könnte dieser Film sogar zu den besten der Staffel gehören.
Ein Horrorfilm jedoch ist es definitiv nicht.
Ganz anders dagegen Dario Argento - Jenifer:
Wenn das kein Horror ist...
Ein Polizist rettet quasi in der Mittagspause eine Frau, die durch einen ziemlich verzweifelten Mann umgebracht, eigentlich schon eher hingerichtet werden soll. Eine seltsame Faszination geht von der Frau aus, der Körper ist perfekt und makellos, das Gesicht entstellt und abschreckend. Diese Faszination läßt den Polizisten nicht mehr los, er holt die Frau (die anscheinend niemanden mehr hat) zu sich nach Hause - gegen den Willen seiner Frau und seiner Kinder. Als Jenifer die Hauskatze verspeist, verläßt ihn seine Familie. Er ist nun allein mit Jenifer, die plötzlich eine extreme Lust auf Fleisch entwickelt...
Obwohl diese Geschichte den höchsten Gore-Gehalt der Staffel hat und obwohl sich die Maskenbildner total austoben konnten, war ich von der Folge enttäuscht. Oder gerade weil?
Die Story war absolut vorhersehbar, das Verhalten des Cops absolut nicht nachvollziehbar. Dieses bereitwillige Verzichten auf seine eigentlich gut funktionierende Ehe, auf Frau unde Kinder zugunsten einer völlig Fremden, der er zumindest anfangs außer Mitleid keine Gefühle entgegenbringt - das will mir nicht in den Kopf.
Wer auf Sex&Gewalt, Blut und Fleischfetzen steht, und wem Story und Logiklöcher egal sind, kann bei Jenifer zugreifen.
Ansonsten - Finger weg oder probeschauen.
Hooper - Dance of the Dead
Amerika nach dem Atomschlag. Peggy betreibt mit ihrer Mutter zusammen einen kleinen Imbiss. Als sie den jungen Zak kennenlernt und mit ihm ausgeht, trifft sie ihre Schwester wieder. Die Sache hat nur einen Haken. Ihre Schwester ist eine Tänzerin im "Doom Room" - und sie ist reichlich tot.
Meiner Meinung nach gehört dieser Streifen eher zu den schlechteren der Staffel. Das postapokalyptische Szenario überzeugt nicht, die schauspielerischen Leistungen der meisten Akteure sind unterstes Niveau. Einziger Lichtblick: Robert "Freddy Krüger" Englund. Doch auch er kann den Film leider nicht retten.
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