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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wissen vs. Emotionen


SargAsmus
16.05.2008, 12:12
mich würde mal interessieren, was für euch in der fantasy ansprechender ist:

1) die sachliche (zB auf altem wissen basierende) Berechnung
(Beispiel: "der magier wusste, dass ihm nur die alten aufzeichnungen aus der fast vergessenen zivilisation soundso gegen die dunklen kräfte helfen konnten")

oder

2) die auf emotionen basierende handlungsweise,
(Beispiel: "der hilflose bauernjunge, der den dunklen, übermächtigen magier durch die kraft der liebe vernichtet"?

ich selbst bevorzuge die berechnung, also (1).

Nejira
16.05.2008, 12:24
Schwierig.
Du hast den Mittelweg versperrt. *mph*

Am liebsten ist mir eine Mischung aus Wissen und Emotion.
Wenn einfach nur die Liebe als universelle Lösung aller Probleme dargestellt wird, dann ist mir das zu einfach. Klar, die Liebe ist eine große Macht - aber wenn das ohne große Erklärung einfach so dargestellt wird, dann fehlt irgendwie die Tiefe. (Diese Erklärung mit der Liebe hat mich bei HP immer ein wenig gestört.)
Aber wenn ein Autor eine Fantasywelt mit viel Hintergrund und Geschichte ausstattet, dann ist das für mich schon mal ein großer Pluspunkt. Und wenn es dann auch noch um altes, verschollenes Wissen geht, dann kribbelt es mir in den Fingern. Es sollte aber nicht zu trocken werden - ein bisschen Emotion darf schon sein. (Als Frau brauche ich Gefühle!)

Ich entscheide mich also für (1).

Liathano
16.05.2008, 12:31
Danke Nejira. Ich darf bei dir schon wieder unterschreiben. :D

"Wissen ist Macht" und ich mag intelligente Helden, die über großes Wissen verfügen und es auch einsetzen können - aber völlig apathisch oder eiskalt sollten sie auch nicht sein.

Verräter
16.05.2008, 12:32
Es kommt ganz auf den Charakter und die Situation an. Wenn eine aussichtslose Situation sich plötzlich ins gute umkehrt, weil irgendjemand einem anderen seine Liebe gestanden hat (wird gerade in Trickfilmen gern gemacht *gähn*) ist mir das persönlich zu plump.

Es sind die Emotionen die den Antrieb für die Handlung geben (Rache, Liebe, Hass etc.) aber den Sieg wird letzten Endes immer derjenige davon tragen, der besser Vorbereitet ist, sprich der mit dem Wissen.

Also 1.

Yovril Vandros
16.05.2008, 12:43
Ich habe mal für Wissen gestimmt. Durch genaue Analyse einer Situation kann diese meist problemloser gelöst werden, als wenn man sich von seinen Emotionen leiten läßt. "Erst den Kopf einschalten, dann halndeln."

SargAsmus
16.05.2008, 13:03
Schwierig.
Du hast den Mittelweg versperrt. *mph*
Am liebsten ist mir eine Mischung aus Wissen und Emotion.

ja, ich habe mit absicht versucht, eine mischung der beiden extremen zu verhindern. sonst wäre die frage zu einfach, weil man das beste jeder seite wählen würde und dann die optimale hauptperson geschaffen hätte. aber du kannst es ja abmildern durch die frage: welche der beiden möglichkeiten sollte dominieren?

Nejira
16.05.2008, 13:06
Ist mir schon klar, warum du das gemacht hast. Die Diskussion wird so viel interessanter (wobei sich bis jetzt alle ziemlich einig sind.)

Und wer will schon eine perfekte Hauptperson!?

Hathor
16.05.2008, 13:16
Trotz dieser Erklärungen behaupte ich, dass beides notwendig ist, um einen Charakter dreidimensional zu machen. Außerdem gibt es doch keine ausschließlich kopflastigen Wesen (vielleicht Roboter, aber auch da gibts Ausnahmen). Und selbst der ausgeprägteste Emo kommt ohne ein wenig basales Wissen gar nicht aus, um lebensfähig zu sein :D

Saro
16.05.2008, 17:04
Hallo
Also ich habe micht für Wissen entschieden, weil ich es einfach zu kitschick finde, wenn die Liebe das böse in die Knie zwingt. (siehe Harry Potter!) das kommt einfach nicht realistisch.

mondfeuer
16.05.2008, 19:25
ich glaube, dass das natürliche einen stark machen kann. so sei es zum beispiel durch die liebe oder hass. auch irgendwie klar.

aber erst durch das wissen, kann man besser handeln.
natur.. hmm da denke ich an die Tiere, deren verhalten und ob es bei uns auch so ist, weil wir ja auch geschöpfe der natur sind.
aber mit dem wissen, glaube ich, dass wir dann mit einer situation besser umgehen können.

und ähm. es gibt auch filme, bei denen siegt das böse.. aber egal, jetzt.. hab ich eben nicht gesagt ... bin also muksmäuschen still gewesen.. grad eben, ach egal ... *grins**und abhau*

Ollowain
23.05.2008, 12:54
Also mir persönlich ist Wissen auch lieber.

Auf Gefühlen basierende Erklärungen für Siege nerven mich oft. "Und er besiegte den Bösen, weil er lieben konnte" oder "Ihre Liebe zueinander war stärker als die Macht des Bösen. Und so wurde das Böse vernichtet. *gähn*
Das soll nicht heißen, dass ich Gefühle in Geschichten verabscheue, aber für die Erklärung, warum der/die/das Böse gerade besiegt wurde, ist mir die Kraft der Liebe einfach zu flach und ... ungreifbar. Bei sowas habe ich das Gefühl, dass dem Autor keine vernünftige Begründung eingefallen ist.
Aber reines Wissen auch nichts wert ist. Die Charaktere werden dadurch nur... widerwärtig. (Ich sag nur Light aus Death Note.) Ein paar echte Gefühle müssen sie schon für andere Personen aufbringen.

Wobei bei Filmen sehe ich das gerade umgekehrt: Ich sage nur Disney ^^

engelchen
12.04.2009, 00:29
für mich gilt: Hauptsache, die Guten gewinnen am Ende!! obwohl ich beinem Sad End auch nicht immer gnaz abgeneigt bin....kommt halt drauf an
aber ob das ganze jetzt auf wissen oder emotionen baut, ist herzlich egal

BelleTaine
12.04.2009, 10:51
Wissen sollte für mich der Hauptbestandteil zur Lösung sein, sonst wirkt es für mich zu weit hergeholt, doch sollte es von Emotionen unterstützt sein.
Gefühle geben Kraft und können das entscheidende Zünglein an der Waage sein.

Nazurka
23.10.2009, 21:46
[...]

Es sind die Emotionen die den Antrieb für die Handlung geben (Rache, Liebe, Hass etc.) aber den Sieg wird letzten Endes immer derjenige davon tragen, der besser vorbereitet ist, sprich der mit dem Wissen.

Also 1.

Den ersten Satz hätte ich besser nicht formulieren können. Das entspricht genau meinen Gedanken.
Allerdings bin ich mit dem Folgesatz nicht ganz so einverstanden. ;>
Besiegt Harry Potter nicht immer das Böse durch Freunde, Zufall, Missgeschicke der Bösewichte? Ist es nicht so, dass in vielen Geschichten gar nicht die Hauptpersonen durch Wissen sondern durch Zufälle oder Glück ihr Ziel erreichen und sich danach erst die Erkenntnis breitmacht? Das man was geleistet hat, man keine Ahnung davon hatte, wie das nun möglich sei, und dann von jemandem aufgeklärt wurde? ;)

Verräter
23.10.2009, 22:31
Ist es nicht so, dass in vielen Geschichten gar nicht die Hauptpersonen durch Wissen sondern durch Zufälle oder Glück ihr Ziel erreichen und sich danach erst die Erkenntnis breitmacht?
Ja schon, nur ist das immer der Moment an dem ich einem Film entweder einfach um/ausschalte oder in Serien beschließe mir keine weitere Folge davon anzusehen. (Anzuhören bei Hörspielserien, bei Gabriel Burns z.B. ist einiges schon unheimlich Grenzwertig, daher habe ich mittlerweile auch damit aufgehört)
In einem Buch ist mir so etwas noch nicht untergekommen, aber sollte mir irgendein Autor ein Ende präsentieren, dass nach hunderten von Seiten Spannung alles einfach durch "Glück" (weil irgendjemand ausversehen auf einer Bananenschale ausrutscht) oder damit, dass sich alle Protagonisten die Freundschaft/Liebe schwören und allein durch diese Tat das erreichen wofür sie gekämpft haben, dann schwöre bei allem was mir Heilig ist, werde ich dieses Buch unter Zeugen verbrennen.
Solche Enden sehe ich persönlich als Beleidigung gegen die Intelligenz der Leser (Zuschauer bei Filmen), oder aber (wir wollen ja niemandem böswillige Absichten unterstellen) als Unfähigkeit des Autors ein sinnvolles Ende zu schreiben.
Emotionen sind wunderbare Mittel Handlungen auszulösen, aber nicht um Ergebnisse zu erklären.
Das man was geleistet hat, man keine Ahnung davon hatte, wie das nun möglich sei, und dann von jemandem aufgeklärt wurde?
Das ist dann dieses: Oh nein! Der Held stürzt in ein tiefes Loch und ist dem Untergang geweiht. Nichts kann ihn mehr Retten! Nichts! Nichts! Aber plötzlich erscheint unter ihm ein riesiges Federkissen aus dem Nichts, das seinen Sturz abfängt und wieder in die Vergessenheit verschwindet, sobald unser Prota wieder auf den Beinen steht. Stunden später erklärt ein armer alter weiser Mann( den niemand kennt, der nie vorher im Buch erwähnt wurde und es danach auch nie wieder wird) der Gruppe, dass dies an diesem Ort (aufgrund von ~M~a~g~i~e~) immer passiert wenn jemand mit absolut reinem Herzen, der noch nie in seinem Leben einer gute Seele ein Haar gekrümmt, noch böse Gedanken hatte laut den Namen des Schöpfers dieses Ortes ruft, der zufällig Aaaahhhh war, was dem Geschrei und Gegrunze unseres Protagonisten während des Flugs sehr ähnlich war.

Das ist natürlich eine übertriebene Darstellung, aber was einem alles (besonders in Kinderfilmen/serien) für Erklärungen angeboten werden ... dagegen ist meine Ausführung wirklich noch harmlos. Und mir ist in dem Fall egal ni welchem Ausmaß das ganze läuft. Ob nun das Böse mit "Der Kraft der Liebe" vernichtet wurde, oder ob wirklich nur eine Person (durch puren Zufall und weil es im Drehbuch stand) gerettet wird - ich sehe da Rot. Das kann ich mir schon lange nicht mehr antun.
(Außer natürlich in Komödien, in denen das ganze satirischen Charakter hat, aber auch dort nur in gewissen Ausmaß)

*edit* wenn du mit "vielen Geschichten" auch romane meinst, kannst du mir gerne eine Liste mit all jenen Büchern schicken, die ich dann niemals in meinem Leben lesen werde :}

Xena
06.11.2009, 00:07
Wissen bzw. sich wissen anzueignen basiert ja auch nur auf Grund einer Emotion - eines Gefühles, einer Erfahrung - nämlich dem Urinstinkt zu überleben (Überlebenstrieb), stärker, mächtiger zu sein.

Lord Dralnu
01.12.2009, 20:57
Wissen ist Macht! Macht, MACHT! muahahahahahaaaaa

Die Emotionen in einer Geschichte auszuschalten ist natürlich genauso unrealistisch, wie die "Kraft der Liebe"(ich hasse diesen Begriff) alles regeln zu lassen... oder überhaupt viel mehr als zwischenmenschliche Beziehungen....
ABER Mir würde so ein z. B. Roman immer noch besser gefallen als einer, bei dem schon vom Anfassen die Hände fettig werden.... letztere gibt es ja tatsächlich...

Kennt jemand vielleicht ein Buch mit einem gefühlslosen(also nicht unbedingt nur kalten, sondern gänzlich empfindungslosen) Protagonisten? Am besten jemand, der dann eben auf der Wissensschiene fährt*cool*.
(also quasi Machtschiene, muahahahahaaa)