Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Milgram - Experiment
dragonheart
18.05.2008, 18:51
Hallo ^^
sicher kennen die meisten von euch das Milgram - Experiment.
Vor kurzem wurde es wieder in Galileo Mystery ausgestrahlt und ich würde gerne mal eure Meinung dazu erfahren :)
Für alle, die noch nie von dem Experiment gehört haben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment
Was haltet ihr davon?
Das Ergebniss des Experiments:
26 Personen gingen in diesem Fall bis zur maximalen Spannung von 450V und bloß 14 brachen vorher ab.
LG Dragonheart
Ja, ich kenne dieses Experiment. Ich habe auch schon seriöse Sendungen darüber gesehen.
Welche Meinung hast du dazu, dragonheart? Wer eine Diskussion beginnen möchte, sollte fairerweise mit der eigenen Stellungnahme anfangen ;)
dragonheart
18.05.2008, 19:34
Stimmt, entschuldigung ^^
Ich finde das Ergebnis ziemlich erschreckend.
Besonders, dass die Menschen die Stromstöße verteilen, obwohl sie sehen, dass andere darunter leiden.
Ich glaube kaum, dass es nur eine einzige Entschuldigung für ein solches Verhalten gibt.
Ich finde es einfach nur schlimm, dass es solche Auswirkungen auf manche haben kann, wenn ihnen Macht gegeben wird.
LG Dragonheart
Ja, das dachte ich auch... Uns erscheint sowas völlig absurd, völlig unverständlich. Aber anscheinend sind wir trotzdem so obrigkeitengläubig und von klein auf auf Befehlsemfang gedrillt, das sowas trotzdem immer wieder möglich ist.
Jemand sagt uns "tu das" oder "lass jenes" - und wir tun es. Das fängt beim Modediktat an, geht über das Vorschreiben, was wir und was wir nicht zu essen haben bis zur Wählermanipulation. Selten hinterfragen wir solche Anordnungen und Manupulationen.
In einem anderen Thread diskutieren wir über Mobbing. Wir sind uns einig, dass Mobbing zu verurteilen ist. Warum wird dann trotzdem gemobbt? Wenn man die Postings so liest, spielt auch da der Gruppenzwang eine Rolle. Wir folgen dem Opinionleader, egal, was für ein Unsinn oder wie schlecht es auch ist.
Dazu kommt, dass wir ununterbrochen Rechtfertigungen für unser Verhalten suchen (und finden), Gründe, warum wir richtig gehandelt haben. Oder warum jemand anders schuld war.
dragonheart
18.05.2008, 19:53
Hallo Hathor,
danke für deine Antwort ^^
Ich denke nicht, dass das an der Obrigkeitsgläubigheit liegt.
Es ist einfach einfacher für einen Menschen das zu tun, was ihm befohlen wird, als sich aufzulehnen.
Es ist für die Psyche einfacher sich auszuliefern und auch böse Dinge zu tun, als sich dagegen aufzulehnen und dann vielleicht auch Anfeindungen einstecken zu müssen.
Der Mensch beruhigt sein Gewissen damit, dass er sagt "Das ist ja ein Befehl"..
Falls du es noch nicht gelesen hast, ich hab meine Mobbinggeschichte auch gepostet:
http://www.fantasy-forum.org/showpost.php?p=12632&postcount=80
LG Dragonheart
Hallo Hathor,
danke für deine Antwort ^^
Ich denke nicht, dass das an der Obrigkeitsgläubigheit liegt.
Es ist einfach einfacher für einen Menschen das zu tun, was ihm befohlen wird, als sich aufzulehnen.
Es ist für die Psyche einfacher sich auszuliefern und auch böse Dinge zu tun, als sich dagegen aufzulehnen und dann vielleicht auch Anfeindungen einstecken zu müssen.
Der Mensch beruhigt sein Gewissen damit, dass er sagt "Das ist ja ein Befehl".
Naja, mag sein dass es einfacher ist, zu gehorchen, als sich aufzulehnen, aber wenn der "Schüler" schon bei 200V dermaßen schreit dass es einem "das Blut in den Andern gefreiren lasse", dann noch bis 330V weiterzumachen finde ich schon sehr bedenklich...
Es ist erschreckend. Einfach nur erschreckend.
Und das schlimmste daran ist, das jeder der davon hört sagt: "Ich wäre nie so weit gegangen!" Aber trotzdem sind die meisten so weit gegangen, bis der "Schüler" sich nicht mehr rührte.
Was sagt das über uns aus?
Was sagt das über uns aus?
Das ist eine gute Frage.
Jede/r hier sagt wohl: Sowas würde ich nie machen. Wirklich nicht? Die Probanden beim Experiment machten es auch. Es waren Menschen wie du und ich, keine Sadisten oder Kriminelle. Sie wurden auch nicht mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen.
Da stimme ich zu.
Wenn ich das so durchlese, würde ich auch sofort sagen:
So was tu ich nicht.
Ich denke der bessere Weg ist es, erst gar nicht an so einem Experiment teilzunehemen, oder?
ExLibris
19.05.2008, 09:37
Als wir in der Schule den Nationalsozialismus durchgenommen haben, sind wir auch auf dieses Experiment gekommen. Für alle Außenstehenden ist es erschreckend, völlig absurd diese Hörigkeit. Trotzdem kam es zu diesem Ergebnis.
Man fragt sich, wieviel ist unsere Moral wert? Wie zuverlässig ist unsere Courage? Wie menschlich sind wir Menschen überhaupt?
Und was muss passieren, damit wir sagen "stopp"! Anscheinend ist uns Unrecht garnicht bewusst, wenn niemand da ist, der uns sagt, dass es unrecht ist.
Oh ja!
Habt Ihr "Die Welle" gelesen! Echt krass.
Mir kommt das so vor, daß man unbewußt den Wunsch verspürt, alles richtig zu machen, um dafür gelobt zu werden oder Angst zu haben, diesen Anforderungen nicht zu entsprechen und dann als Versager da zu stehen. Ansonsten kann ich es mir nicht erklären, warum einige das bis zum bitteren Ende durch gezogen haben.
Ich kann nur hoffen, daß ich genügend Mumm habe, mir selbst treu genug bin, daß ich mich in einer ähnlichen Situation so verhalte, daß ich mir selber noch ins Gesicht schauen kann. Noch besser ist es natürlich, erst gar nicht in solch eine Situation zu kommen.
Yovril Vandros
27.05.2008, 16:20
Ich glaube nicht, daß es nur das Ergebnis ist, um irgendetwas "richtig" zu machen. Es ist die unterbewußte Sensationslust und die Lust am Leid anderer (der Gaffer-Effekt bei Autounfällen und irgendwelchen Katastrophen). Zum Teil geht es auch darum, die gewonnene Macht über den Probanten auszukosten.
Genauso erschreckend ist das: Stanford-Prison-Experiment (http://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment), welches übrigens die reale Vorlage zum Kinofilm "Das Experiment" war. Ein Film, den ich nur empfehlen kann. Die Psyche des Menschen birgt schon ziemliche Abgründe.
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