Kain
20.05.2008, 13:14
Während des Zweiten Weltkriegs werden die Zwillingsbrüder von ihrer Mutter aus der großen Stadt zu ihrer Großmutter aufs Dorf evakuiert. Wie die beiden Kinder spüren und sehen, daß die Zeiten hart sind, machen sie sbungen zur Abhärtung: Sie essen tagelang nichts, frieren mit Absicht in der Kälte, arbeiten hart, und sie schlagen sich, um gegen Schmerz immun zu werden. Aber sie lernen auch selbst lesen und schreiben und sogar die Sprachen der jeweiligen Besatzer. Sie scheinen berechnend zu sein und wollen doch nur eines: überleben. Die zwei Brüder halten bedingungslos zueinander, was sie nahezu unverwundbar macht. Alles, was sie als wahr erachten, tragen sie in 'Das große Heft' ein. Gegen die Stärke der beiden Kinder, aber auch gegen ihre Erbarmungslosigkeit, müssen die Erwachsenen erst einmal ankommen.
Der Roman von Agota Kristof hat nur wenige Seiten, doch die haben es wirklich in sich.
Das große Heft schildert völlig Emotionslos die Erlebnisse zweier Kinder (Zwillinge) während eines Krieges, Ereignisse die dazu führen, dass die Kinder körperlich wie geistig immer mehr abstumpfen. Für diese Metamorphose scheint es keine alternative zu geben, um in dieser harten Welt überhaupt zu bestehen.
In dem Roman kommt kaum ein Protagonist wirklich gut weg, der Krieg spiegelt sich in den Seelen der Menschen wieder. Selbst bei Motiven wie Großmutter, Vater oder Pfarrer mit denen man „normalerweise“ positive Eigenschaften verbindet, tun sich hier dunkle Abgründe auf. Die Autorin schreckt auch nicht in der Darstellung obszöner Szenen zurück, Krieg und sexuelle Perversion scheinen unabdingbar zusammengehören, so was hätte ich von einer Autorin in der Form jetzt nicht erwartet.
Der Stiel der Autorin ist eher ungewöhnlich, relativ kurze Kapitel und kurze Sätze, hat mich vom Aufbau irgendwie an Prosa von Kafka erinnert. Die Sprache fließt dahin wie ein Bach und man ist verleitet manches zu überlesen, um die ganzen Metaphern und Anspielungen zu verstehen, muss aber schon sehr genau lesen. Protagonisten haben in dem Roman keine Namen, sondern werden nur nach ihrer Funktion benannt, die Großmutter ist die Großmutter und der Vater der Vater. Die Zwilling handeln für Kinder sehr ungewöhnlich, ich war beim Lesen die ganze Zeit zerrissen, ob das jetzt innerlich schon Erwachsene oder noch Kinder sind, handeln sie aus kindlicher Naivität oder aus kühler Berechnung. In vielen Szenen sind die Rollen klar vertauscht, die Erwachsenen werden zu Kindern und umgekehrt.
Das Ende stellt den Höhepunkt der Entwicklung der Kinder dar und lässt den Leser verstört zurück.
Der Roman ist der Auftakt zu einer Trilogie, die andren zwei habe ich noch nicht gelesen, aber für „das große Heft“ gibt’s von mir eine ganz klare Leseempfehlung, das Buch hat mich wirklich nachdenklich gestimmt.
Der Roman von Agota Kristof hat nur wenige Seiten, doch die haben es wirklich in sich.
Das große Heft schildert völlig Emotionslos die Erlebnisse zweier Kinder (Zwillinge) während eines Krieges, Ereignisse die dazu führen, dass die Kinder körperlich wie geistig immer mehr abstumpfen. Für diese Metamorphose scheint es keine alternative zu geben, um in dieser harten Welt überhaupt zu bestehen.
In dem Roman kommt kaum ein Protagonist wirklich gut weg, der Krieg spiegelt sich in den Seelen der Menschen wieder. Selbst bei Motiven wie Großmutter, Vater oder Pfarrer mit denen man „normalerweise“ positive Eigenschaften verbindet, tun sich hier dunkle Abgründe auf. Die Autorin schreckt auch nicht in der Darstellung obszöner Szenen zurück, Krieg und sexuelle Perversion scheinen unabdingbar zusammengehören, so was hätte ich von einer Autorin in der Form jetzt nicht erwartet.
Der Stiel der Autorin ist eher ungewöhnlich, relativ kurze Kapitel und kurze Sätze, hat mich vom Aufbau irgendwie an Prosa von Kafka erinnert. Die Sprache fließt dahin wie ein Bach und man ist verleitet manches zu überlesen, um die ganzen Metaphern und Anspielungen zu verstehen, muss aber schon sehr genau lesen. Protagonisten haben in dem Roman keine Namen, sondern werden nur nach ihrer Funktion benannt, die Großmutter ist die Großmutter und der Vater der Vater. Die Zwilling handeln für Kinder sehr ungewöhnlich, ich war beim Lesen die ganze Zeit zerrissen, ob das jetzt innerlich schon Erwachsene oder noch Kinder sind, handeln sie aus kindlicher Naivität oder aus kühler Berechnung. In vielen Szenen sind die Rollen klar vertauscht, die Erwachsenen werden zu Kindern und umgekehrt.
Das Ende stellt den Höhepunkt der Entwicklung der Kinder dar und lässt den Leser verstört zurück.
Der Roman ist der Auftakt zu einer Trilogie, die andren zwei habe ich noch nicht gelesen, aber für „das große Heft“ gibt’s von mir eine ganz klare Leseempfehlung, das Buch hat mich wirklich nachdenklich gestimmt.