Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fortsetzungsgeschichte Der Verliesbaumeister
Mad Bull
20.05.2008, 18:04
Der Verliesbaumeister
1. Kapitel
Wie alles anfängt...
Oh verehrter Leser, auch schon da? Du suchst hier das aussergewöhnliche?
Dann bist du hier genau richtig. Denn du wirst hier eine Geschichte erfahren,
wie du sie sonst nirgends erfährst.
Doch sollte man klären ob die Geschichte überhaupt für deine Augen bestimmt ist.
Es gilt zu klären ob du überhaupt das richtige Alter und die Reife dazu hast.
Erwartungsgemäss sagen natürlich alle neugierigen Leser das sie die richtige Reife besitzen.
Und selbst wenn ihre Eltern es verbieten, schaffen es die kleinen Racker immer wieder alle Kontrollen zu umgehen.
Man könnte darüber auch ein ganzes Buch schreiben.
Ja und hier wird über lustige wie schreckliche Dinge erzählt.
Sollte ein kleiner Racker dann nicht gut schlafen können oder sogar völlig am Rad drehen...
Ich war es nicht.
Noch ist Zeit aufzuhören. Noch wird nichts schreckliches erzählt.
Du willst mehr wissen? Gut, gewarnt habe ich dich.
Vor lauter, lauter habe ich mich noch gar nicht vorgestellt.
Die ganzen Wesen in meiner bescheidenen Umgebung nennen mich Meister.
Des weiteren haben die etwas mutigeren Wesen mich als Schwarzmagier betitelt.
Da man sich vom Hörensagen kennt, das heist auf das Urteil anderer immer wieder mal angewiesen ist,
glaube ich es ihnen mal. Ja ich bin einer dieser schwarzen Zauberer.
Ein bischen schmeichelhaft ist das schon für mich. Doch das hat mir auch eine menge Ärger eingebracht.
Das kannst du mir glauben.
Zu meiner alltäglichen Kleidung gehört eine braune mönchsähnliche Kapuzenrobe.
Das hat für mich genug Würde und Autorität.
Ab und zu kommt es noch vor, das ich ein schwarzes Gewand trage mit obskuren Runen darauf.
Doch nur zu gegebenen Anlässen wie etwa Hexen beeindrucken.
Die Gegend in der ich noch residiere ist auf keiner Karte eingezeichnet.
Sie ist leicht hügelig, dicht bewaldet, in Süden eine verfallene Ruinenstadt, norwestlich davon ein alter Friedhof, angrenzent eine Kultstätte, in der mitte mein schöner Magierturm im Wald und der Norden und der Osten meines bescheidenen Reichs wird von einer mächtigen Gebirgskette eingenommen.
Was dieser herrliche Gegend schlieslich die richtige Würze gibt, das sind die vielen schaurigschönen Monster und Fabelwesen.
Schon als kleiner Junge haben sie mich fasziniert.
Erst hatte ich so eine große Angst, das ich sie unter meinen Bett oder in meiner großen Truhe vermutete.
Ich traute mich dann wirklich nicht mehr nachts aus dem Bett.
Dadurch wurde ich sehr neugierig.
Meine Neugier kannte keine Grenzen
und so studierte ich auch die dunklen Künste um das Wesen der Monster besser zu verstehen.
Und mir wurde aufgetan. Ich war fasziniert.
Sie stellen eine großartige Bereicherung dar die meine Welt bunter und alles andere als langweilig machen.
Es gibt so viele unter ihn, dass Ich gar nicht weiss wo ich anfangen soll.
Mantikore, Monster mit Menschenfratze, Skorpionschwanz und Drachenflügel.
Gorgonen, Frauen mit grüner Haut, Versteinerungsblick und Schlangenhaare.
Ich könnte noch so viele aufzählen. Wenn ich diese Geschöpfe sehe, ist die Welt für mich in Ordnung.
Ich könnte mir eine Welt ohne Monster gar nicht mehr vorstellen.
Zu meinen Lieblingen gehören auch die Bastarde.
Nein, das sind keine Buben die ihren Vater nicht kennen.
Sondern es sind Wesen die ursprünglich durch magische Unfälle entstanden sind
oder querbeet mit allen anderen Wesen gekreuzt wurden. Kein Bastard gleicht dem anderen.
Gemein ist ihnen, das sie von Generation zu Generation immer hässlicher werden.
Alfred zum Beispiel war vorher ein Mensch. Ein sehr athletisch gebauter Krieger.
Er hatte noch den sehnlichsten Wunsch seine Kampfreplexe und seine Unverwundbarkeit auf das äußerste Maximum zu steigern.
Ein verständlicher Wunsch, denn die wenigsten Krieger sterben im Bett.
Ich sagte ihm, dass er ein großes Risiko hätte. Alfred war bereit die Verantwortung zu übernehmen.
Na ja, es hatte alles geklappt. Nur sein Aussehen wurde extrem in Mitleidenschaft gezogen.
Er hat jetzt eine Größe von eineinhalb schritt. Voher waren es zwei schritt Körpergrösse.
Er ist jetzt ein Kampfbastard.
Er war auch ein richter Frauentyp. Doch jetzt kann der Gute das vergessen.
Sein Gesicht ist halb Mensch halb Ratte. Seine Stimme ist quäkend, was ich oft zum lachen finde.
Trotz dieses Unfalls, hegt Alfred keinen Groll.
Ihm war es wichtig der Wissenschaft einen Dienst zu erweisen.
Ich liebe ihn wie meinen eigenen Sohn.
Die ersten Bastarde, die sich in meiner Domäne niederliesen, wollte ich sofort davonjagen.
Doch etwas sagte in mir ich soll es mir mal genauer ansehen. Ein guter Forscher zieht niemals vereilige Schlüsse.
Die ersten Erkenntnisse, die man über eine neue Sache hat, sind klar, eindeutig und falsch.
Also machte ich auch mit ihnen Forschungen. Und ich war angenehm überrascht.
Sie sind sehr lieb, anhänglich und pflegeleicht.
Auch sind die Bastarde tüchtige und genügsame Arbeiter.
Sie helfen immer im Haushalt mit.
Die meisten Monster haben das Arbeiten nämlich nicht erfunden.
Und sollte sich bei mir mal Besuch ankündigen, (falls der mal nicht von den Monstern der Umgebung aufgefressen wurde)
brauche ich die Bastarde nur in den unterirdischen Bau schicken.
Manchmal möchte ich ja auch das der Besuch wiederkommt.
Die Bastarde verstehen das nicht jeder ihren Anblick ertragen kann.
Interessant wird es auch immer wieder wenn ich mal den Turm verlasse.
Da muss man höllisch auf der Hut sein um nicht beim Pilzepflücken gefressen zu werden.
Alles in perfekter Räuberharmonie.
Bis zu den Tag als Fürst Schonbaldi mit seinen weissen Rittern kam.
Diese weisen Ritter nennt man auch Paladine.
Fürst Schonbaldi zerstörte alles.
Zur Zeit ist er noch dabei die Ruinen wieder aufzubauen.
Und weisst du wie er diese neue Siedlung nennt?
Friedheim. Ich dachte ich müsste mich übergeben.
Friedheim, oh nein. Friedheim, es ist einfach nicht zu fassen.
Wisst ihr was das bedeutet?
Der ganze schöne Monsterwald wird abgeholzt.
Mein Wald. Um Weideland zu machen.
Ich sehe schon wie dann Rinder und Schafe rumblöcken und dabei die Leute blöd anglotzen.
Eine Gegend wo die Leute an Altersschwäche sterben.
Die Kultstätte, mit der ich erleichtert Kontakt mit anderen Dimensionen aufnehmen kann,
ist dann auch Geschichte.
Fürst Schonbaldi ist ein fähiger Feldherr.
Selbst in diese entlegene Welt eilt ihm sein Ruf voraus.
Er ist schlau und verlässt nicht nur auf seine einhundert Ritter.
Gut versteht er es auch andere Waffengattungen, wie Bogenschützen oder Belagerungtechniker einzusetzen.
Er muss weg.
Das erfordert einen Plan.
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Mad Bull
23.05.2008, 12:03
Der Verliesbaumeister
Kapitel 2
Es ist noch genug Zeit . Ich schaue mich mal in meinen Turm ein wenig um.
Ich hatte mal kühne Pläne den Turm in eine Höhe zu setzen mit der ich das ganze Reich überblicken konnte.
Eigentlich mehr um einen Rivalen zu ärgern. Um ihm noch das zu zeigen, das ich auch in der Architektur noch besser bin als er.
Heute bin ich froh das ich es nicht getan habe. Den der Turm ist noch nicht entdeckt worden.
So habe ich hoffentlich genug Zeit meinen Umzug zu organisieren.
Den Ort hastig zu verlassen wäre ein echter Alptraum.
Die umfangreiche Bibliotek, die teuren Laborutensilien...
Das wäre ein Verlust den ich so schnell nicht mehr gut machen könnte.
Nun gut, zuerst mache ich mir wie immer in aller Ruhe einen Plan.
Ich begebe mich in mein Arbeitszimmer und gebe meinen Bastarden und meinen unsichtbaren Diener den Befehl
alles unötige aus den Raum entfernen zu lassen.
Die Teetassen die schon seit Tagen herum stehen, und die Reagenzgläser mit denen ich einen neuen Laborversuch machen wollte.
Dann ist erstmal mehr Luft.
Der Arbeitstisch aus Monsterknochen hat selber eine Größe von zwei quatratmetern. Viel zu klein. Da ja hier fast alles magisch ist, sogar die Luft die man atmet,
habe ich den Tisch gleichmal auf zwanzig quatratmeter vergrößert. Ich lasse noch überflüssige Bücher in die Bibliotek fliegen.
Eine gefüllte Teetasse kommt noch auf einen Tablett mit salzigem Gebäck angeflogen.
Den jetzt großen und freien Arbeitstisch belege ich mit einem Kartenzauber.
Jetzt ist mein Monsterparadies in dreidimensionaler Größe abgebildet. Mit der Ruinenstadt, die bald keine mehr sein wird, den alten Friedhof, meinen Turm, den mächtigen Gebirge im Norden und der mächtigen Kultstätte. Ich spähe die Baustellen für das neue Friedheim mit meiner Kristallkugel auf meiner rechten aus und bringe die Karte auf den neuesten Stand.
Als nächstes wird die Karte von farbig auf schwarz/weiß gezaubert.
So, jetzt kann geplant werden.
Doch wohin soll der Umzug überhaupt gehen?
Der Wald, der wird abgeholzt und nicht alle Monster sind mir freundlich gesinnt, obwohl ich es bin der ihnen mit meinen Reich eine Bleibe verschafft habe.
Selbst die Schlauen unter ihnen werden das nie verstehen. Es sind weiterentwickelte Raubtiere die bald von den zivilisierten Wesen ausgerottet werden.
Aber was soll ich machen, es sind halt meine Lieblinge. Ich kann sie nicht einfach ihren Schicksal überlassen.
Der Friedhof; nun da werden die Siedler schon als nächstes vorstoßen.
Und wie ich diese Gutmenschen kenne, werden sie versuchen die entweihten Gräber zu reinigen.
Und das wird den Bewohnern des Friedhofs ganz und gar nicht gefallen.
Die mächtigsten Bewohner unter ihnen fürchten das Sonnenlicht und wie ich es mir gedacht habe, wissen das auch die Schergen von Fürst Schonbaldi.
So machen sie eine Ruhestätte nach der anderen unbrauchbar und sind wieder bei Zeiten in der Siedlung.
Doch sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sobald sie wieder tief in den Friedhof vorgedrungen sind, werde ich eine Sonnenfinsternis über ihn legen und die Geschöpfe der Nacht werden den Schergen jetzt am hellichten Tage den garaus machen. Und ohne Fackeln...
Tja, dumm gelaufen. Und ich werde noch mehr Zeit gewinnen und mir ein Bild von der Kampfkraft der Truppen des Fürsten machen.
Und ich weiß immer noch nicht wohin. Wie bei einer Ratte die ganz langsam immer mehr in die Enge getrieben wird.
Es hilft alles nichts. Ich muss jetzt zum Friedhof damit mein Schachzug den gewünschten Erfolg hat.
Ich mache mich jetzt mit Alfred auf den Weg. Mit den anderen ist so eine heikle Mission nicht durchzuführen. Von Unfähigen ist keine Perfektion zu erwarten.
Die sind mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie wurden nochmal streng ermahnt die Laborausrüstung wie rohe Eier zu behandeln..
Sorgen muss ich mir da keine machen.
Alfred hat sich schon eine Plattenrüstung angelegt, mit der er sich recht flink bewegen kann. Bewaffnet ist er mit krummgezackten Doppelschwertern und Wurfsternen.
Wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, bevor wir auf die Reise gehen immer unsere Kampfreflexe zu testen. Ich feuere immer mit meinen Blitzstab ein paar Nüsse von den Baum vor meinen Turm. Alfred schleudert immer binnen drei Herzschlägen mehrere Wurfsterne zu einer fuchsgroßen hellen Fläche des Nussbaums.
Was der schon alles mitmachen musste.
Einmal wurde er fast abgefackelt als ich eine Meinungsverschiedenheit mit einem Drachen hatte.
Zu guter letzt machen Alfred und ich immer ein paar Fechtübungen. Der Verlierer bekommt immer extra Arbeit im Turm aufgebrummt.
Meistens gewinnt Alfred. Da ich der Chef bin, kann ich mir die Arbeiten immer selber aussuchen.
So war es auch mal eine wichtige Arbeit in der Bibliothek ein schönes Märchenbuch zu lesen. Ich muss wieder lachen.
Der Übungskampf kann nun beginnen. Oft ist dieser härter als ein ernster Kampf. Das ist auch gut so. Und da keiner von uns sich die die Blöße geben wird ein Weichpilz zu sein, wird es entsprechend zur sache gehen. Das stellt sicher, dass die nötige Schärfe aufrecht erhalten bleibt um im Monsterwald auch zu überleben. In unseren ersten Gefechten hätten wir uns fast umgebracht. So haben wir beschlossen, dass es keine Klingen, schnellwirkende Gifte, Blitze, kein Feuer, keine beschworen Helfer meinerseits oder sonstige Sofort-Tod-Zauber geben wird. Als Nahkampfwaffen bevorzugen wir Peitschen und Knüppel. Als Fernwaffen Wurfhölzer und Steinschleudern.
Ein bischen weh tun muss es ja schon, sonst macht das Ganze ja keinen Spass.
Mit meinen langen Zauberstab betrete ich den vertrauten Kampfplatz aus perlweisen Sand. Jeden Blutstopfen kann man drauf sehen.
Alfred hat seine gezackten Krumschwerter gegen zwei Knüppel aus Eisenholz umgetauscht. Eisenholz ist so hart und so schwer dass es nicht schwimmt.
Dieser kleine Drecksack. Ein ordentlicher Treffer und ich habe auf der Schulter einen Trümmerbruch. Einmal hatte ich es vergessen mir einen Rüstungszauber vor dem Kampf zu zulegen. Das passiert mir nie wieder. Noch bevor ich den Kampfplatz betrete zaubere ich mir eine Drachenhaut. Augenblicklich wird meine ganze Haut mit grünen Schuppen belegt. Sie wird elastisch und zäh. Nicht nur Klingen schneiden schlecht, sondern es werden auch Schläge zurückgefedert. An ganz empfindlichen Körperstellen bildet dazu noch eine Hornschicht. Welche Stelle ist nicht empfindlich bei einem alten Mann wie mir. Ich muss wieder seufzen. Ach was, egal.
Immer wenn ich den Kampfplatz betrete, ist es wie in eine anderen Welt. Nur der weise Sand, ich und mein Gegner. Und das Gefühl so herrlich berauschend ganz allein und auf sich gestellt zu sein. Ich enspanne meine Muskeln und mein Körper wird weich und geschmeidig. Alle Arten von Emotionen werden auf Eis gelegt.
Keine Angst. Kein Hass. Sieg oder Niederlage spielen jetzt keine Rolle mehr. Handeln ohne das ein Hauch eines Gedanken dazwischen liegt. Der Kampfstab schwebt in meinen Händen. Mein Körper ist in einer absolut neutralen Haltung, er wird handeln noch bevor es in mein Bewusstsein vorgedrungen ist. Wir kommen uns näher.
Wir scheinen uns dabei richtig zu langweilen, so leidenschaftlos ist der Gesichtsausdruck. Jetzt bewegen wir uns im Kreis wie zwei Hunde die kurz dabei drauf und dran sind übereinander herzufallen. Schwachstellen werden studiert die sich ständig wechseln. Der Stab schwebt ohne einer bewussten Magie in meinen Händen. Wir nähern und entfernen uns in Fingerbreiten die über alles entscheiden können. Es war alles schon da und doch ist jeder Augeblick intensiv und einmalig.
Und es geht alles ganz schnell. Er täuscht eine direkten Kombinationsangriff zu meinen Beinen an, stellte sich auf seine Händflächen und schaffte es mit seine Füssen mir Sand ich die Augen zu schleudern. Ehe ich mich wieder fasste, rollt er sich an meiner Seite vorbei, schlägt mir in die Kniekehle (wodurch ich einsank) und springt mir auf den Rückern, lässt dabei einen Stock fallen und würgt mich mit dem anderen in die Bewusstlosigkeit.
So, jetzt erst noch die kleine Reise durch meinen Monsterwald überleben.
Wir machen uns nun auf den Weg. Der fliegenden Wasserspeier voran, ich in der Mitte und mein Freund Alfred ist die Rückendeckung.
Sogar am hellichten Tage ist der Monsterwald ein düsterer Ort. So wie ich es mag. Da es hier schon lange keine Brände oder Rodungen gab, haben die Bäume einen stattlichen Wuchs erhalten. Ihre Stämme sind aus schwarzem Holz. Der matte Glanz auf ihre Rinden zeigt, dass diese nicht verbrannt sind und das in diesen alten Bäumen viel Leben steckt. Ihre Baumkronen haben dunkelblaue Blätter die verhindern das viel Sonnenlicht hindurch kommt. Um überhaupt vorwärts zukommen muss man die schmalen Trampelpfade besonders gut kennen. Es ist hier viel dichtes Gestrüpp, bis zu den Knien hervortretende Wurzeln der alten Bäume und viele schattigen Plätze mit lauerden Bestien die so grausam wie sie geduldig sind. Die besonders leckeren Pilze sind gut versteckt und werden von manchen der Biester besonders geschätzt, so das es mit mir und ihnen oft zu Interessenskonflikten kommt. Da ist dann immer der kleine Geschmack des Triumphes und des Glücks beim Verzehr der Pilze dabei.
Zur Zeit ist ganz friedlich im Wäldchen. Vogelgezwitscher und der Gesang von Waldfeen ist zu hören.
Durch die gewundenen Trampelpfade voran verliert sich der Weg allmählich. Das Gelände wird offener und die ersten Grabsteine des alten Friedhofs tauchen auf.
Viele dieser Grabsteine sind schon stark verwittert und mit Moos und Schlingpflanzen überwachsen. Vieles auf ihnen wird unleserlich in dieser alten und vergessenen Sprache. Wenn man weiter in die Mitte des Friedhofs geht, hört auf einmal das Vogelgezwitscher auf. Es ist sehr, sehr still geworden. Ich befehle meinen fliegenden Wasserspeier sich jetzt am Boden weiter zu bewegen um weiterhin nach den Schergen ausschau zu halten ohne selbst bemerkt zu werden. Zu meiner Linken erhebt sich ein Hügel mit einer Gruft aus weisen Marmor, die sich in tadelosen Zustand befindet.
Sie ist drei Schritte hoch und geht mit weiteren vier schritt in die Breite. Der Eingang breit genug, das sechs starke Männer einen Sarg hineintragen können.
Neben den Eingang sind zwei schlanke Säulen. Das Dach wird mit einem traurigen Engel geziehrt, der sein Gesicht in den Händen vergräbt.
Madrak von Batran ein ganz schlimmer bewohnt dieses bescheidene Domizil. Ein arroganter eingebildeter Snob. Das "von" muss er sich selbst gegeben haben.
Ich war schon drauf und dran ihn selbst zu vernichten. Mal sehen für was er noch gut ist. Ich könnte vergehen das ausgerechnet so ein altes Ekel das Schicksal zu meinen gunsten wenden kann. Wie oft habe ich mir geschworen auf niemanden mehr angewiesen zu sein wie oft.
Ich spüre es, er wird unruhig. Er weiss das seine Tage bald gezählt sind.
Bis diese Guten kommen, werde ich ihn da drin noch etwas zappeln lassen.
Fortsetzung folgt
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Mad Bull
26.05.2008, 17:29
Durch das Auge meines kleinen Gargyls kann ich schon die ersten Segnungen am anderen Ende des alten Friedhofs feststellen. Und da. Bei den Göttern. Da sind sie. Ich habe mit mindestens zwei dutzend von ihnen gerechnet und es sind nur vier. Eine Priesterin und drei Ritter. Das muss die Vorhut sein.
Die Ritter sind gut organisiert. Ja tatsächlich. Noch weitere zwanzig. Doch zwei dutzend. Was neu ist, das ein paar der Ritter auch noch mit Armbrüsten bewaffnet sind. Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben. Viele Ritter hielten damals die Armbrust für unehrenhaft. Diese würden die neuen Ritter mit starker Verachtung strafen. Ich werde aus ihnen noch nicht schlau. Die Priesterin ist mit einem hellblauen Gewand gekleidet und trägt einen Brustharnisch mit einem feinen Kettenhemd darunter. Waffen sind bei ihr keine zu sehen. Nur ein Urnengefäß in ihren Händen mit irgendeinen undefinierbaren Pulver das sie über über die Gräber streut.
Die anderen Ritter tragen hellblaue Gewandung mit weißer Plattenrüstung. Außer den Armbrüsten sind an ihnen noch Langschwerter gegurtet und ein paar tragen Lanzen auf ihren Schultern.
Jetzt kann ich die Falle zuschnappen lassen. So jetzt erstmal die Sonnenfinsternis und da kommt er schon mein Busenfreund Madrak.
Er hat sein Grüftchen recht zügig verlassen. Es ist immer noch nicht auszuschliesen das er jetzt nicht mich angreift.
Andererseits, wer nimmt ihn den seine letzten Ruhestätten?
Hoffentlich macht er ihnen jetzt den Garaus. Tatsächlich, nicht mal drei Herzschläge sind vergangen, da hat der Unheimliche sich schon der Priesterin genähert.
Ich sollte noch über Friedheim eine Sonnenfinsternis legen. Genau wie ich es mir gedacht habe, sie haben keine Fackeln dabei diese Dosendeppen.
Nur noch fünf Schritt entfernt. Los! Schlag endlich zu!
Mist, so kenne ich ihn. Sein Überlegenheitsgefühl bringt ihn dazu noch vorher mit seinen Opfern zu spielen. Es hätte schon längst passiert sein können.
Jetzt mach! Als ob er es gehört hatte. Bestimmt um mich zu ärgern.
Die Priesterin verhält sich sonderbar. Diese Ruhe die sie ausstrahlt. Sie kann seine Nähe spüren. Viele wären da schon panisch davon gerannt.
Die Ritter sind nervös und gehen mit ihren Armbrüsten in schussbereitschaft. Über Bolzen kann Madrak nur lachen.
Verdammt was macht die Priesterin. Sie betet. Es ist nicht zu fassen. Sie betet. Und jetzt weis ich auch warum. Ein Sternenlicht durchdringt meine Sonnenfinsternis.
Und Madrak ist in voller Lebensgröße zu sehen und der Narr kapiert immer noch nicht den Ernst der Lage. Sie greift nach ihren Amulett und hält es ihm entgegen.
Ich kann harmonischen Gesang hören, voller Wärme und voller Liebe. Und Madrak zerfällt zu Staub.
Und ich will jetzt ganz schnell nach Hause.
Gesagt getan. Ich und mein hässlicher Gefolgsmann lassen uns leicht in den Wald zurückfallen.
Bei einer Flucht, ich meine taktischen Rückzug, habe wir uns seltenst geeilt. So haben wir immer die nötige Ruhe und somit auch den Überblick bewahrt.
Der nötige Überblick ist noch da. Doch das mit der Ruhe, dass ist was anderes. Diese Priesterin geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Diese Magie ist so anders.
So fremdartig. Madrak hätte ich mit einen grünen Blitz zu asche gemacht. Sie hab ich dabei singen sehen. Mir käme es nie in den Sinn zu singen wenn ich jemanden einäschere. Und diese Ausstrahlung. Dieses Charisma. Obwohl ich selbst Meister der schwarzen Künste bin und viel von Gedankenmanipulationen verstehe, kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen dieser Frau irgendwas zu tun. Es wäre absurd. Ich werde prüfen ob ich verhext bin. Da muss ich mich leider jemanden anvertrauen und mein innerstes öffen, und das ist gefährlich. Am besten rede ich darüber mit niemanden. Sonst heist es noch der Meister wäre schwach. Und dann wird ein Geschöpf der Nacht kommen und mich auffressen. Ich bleibe stark.
Es ist wieder extrem still im Wald geworden. Das bedeutet das sich bald was anbahnt. Aber was? Estmal zurück zum Turm.
Am besten sich teleportieren. Das ist ungefährlicher als meine Lieblinge aufzuschrecken. In vielen Erzählungen über Zauberei werden Teleportationen als unkompliziert beschrieben. Das ist nicht wahr. Bei einem Teleport tritt man eine kurze Reise in eine Zwischendimension ein um danach wieder in diese Welt am gewünschten Punkt aufzutauchen. In den meisten Fällen klappt das ja ganz gut. Doch im schlimmsten Fall kann ich in eine völlig andere Welt geschleudert werden oder richtig in einer Zwischendimension hängen bleiben. Dann ist wirklich schluss mit lustig. Darauf kann ich verzichten, den diese Welt ist kompliziert genug. Ich mache es. Ich werde teleportieren und ich weiss bei meinem Reich sehr gut wann man besser nicht in den Wald gehen darf.
Ups, ich vergaß. Hier ist noch der link zum Feedback:
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Mad Bull
29.05.2008, 13:04
"Alfred! Fass meine Hände. Und lass erst wieder los wenn du meinen Turm siehst, verstanden?"
"Ja Meister." Ich murmle ein paar komplexe Formeln. Wir hören mit geschlossenen Augen ein kurzes reissendes Geräuch mit einem Knall und da standen wir schon am Turm.
Wir überprüften immer beruhigter, dass bei uns noch alles da ist und sich auch körperlich nichts verändert hat.
Es scheint fröhlich die Nachmittagssonne. Und es ist im Wald immer noch extrem still. Im Turm ist jemand. Das Küchenfenster ist offen und es kommt Rauch aus dem Schornstein. Die anderen Bastarde sind nirgends zu sehen. Wer kann das bloss sein? Hat es vielleicht bei der Teleportation einen Zeitsprung gegeben? Wo ist der kleine Gargyl? Ich murmle die magische Rufformel mit einer einfachen Handbewegung und da kommt er schon anflogen.
Er wird begutachtet. Fledermausflügelchen, knopfartige Augen, aschgraue Krustelhaut, kurze Ärmchen und Beinchen, spitze Zähnchen und am ganzen Körper kleine Hörnchen. Ja, das ist er.
Ich stosse noch einen Pfiff aus und da kommen auch schon die kleinen Bastarde aus den Büschen. Nur auf das Signal hin. Wenn die sich verstecken wollen, findet man sie nie. Lumpi, das Familienoberhaupt, kommt mir schon beschwichtigend mit seinen degenerierten Händchen und seinem eingefallenen Gesicht entgegen.
"Bitte, bitte, Meister nicht böse sein. Nicht schlagen. Wir wären mit der Arbeit schon fertig. Wir werden immer mit der Arbeit fertig. Doch wir wurden gestört."
Die anderen Bastarde nicken eifrig und schauen mich ganz ängstlich an.
"Und was soll euch den gestört haben bei der Arbeit? Ich hoffe ihr nennt mir jetzt einen guten Grund. Sonst kann es sein, das euch die Bestien im Wald fressen werden."
Noch ehe sich einer von den kleinen Hosenscheisern sich traut auf meine Frage zu anworten, fliegt mein kleiner Wasserspeier zum Küchenfenster und schaut mal nach.
Durch seine Augen kann ich eine schwarzgekleidete Dame ausmachen die gerade dabei ist etwas leckeres zu kochen. Es ist die Hexe Sylvana.
"Es ist alles Ordnung, ihr könnt jetzt, solange der Besuch da ist, in den Keller gehen." Das lassen sie sich nicht zweimal sagen, und schwups sind die kleinen Krumpelmänchen und -weibchen schon unten im geschützten Bereich.
Als ich den Turm betreten habe, stellte ich schon fest das ich hier bald nicht mehr zuhause sein werde. Dieser Turm wird mir echt fehlen.
Die Truhen sind ordentlich im Erdgeschoss gestapelt. Mir fällt gleich auf, dass alles sehr penibel sortiert ist. Nicht die Art wie meine Diener es zu machen pflegen.
Diese Mühe hätte sich Sylvana sparen können, sobald ich neu eingezogen bin wird eh alles auf einen Haufen gekippt.
Mensch, da ist ja noch eine Truhe. Pechschwarz und mit Eisenbändern verstärkt. Ich muss sie nur anfassen und sie öffnet sich wie von Geisterhand. Drinnen ist überwiegend Frauen- und Perlenschmuck. Sonderbar.
Ich gehe jetzt erstmal die Wendeltreppe hoch zur Küche die nur noch aus Herd, Tisch, Stühlen und ein wenig Essen besteht.
Sie empfängt mich schon mit dem Lächeln einer Kauffrau, am Herd den Eintopf rührend. Ihre Krähe hat sich auf einer Stuhllehne niedergelassen.
Sylvana selbst ist eine wunderschöne Frau deren Anblick einem fast den Atem nimmt. Ihr Gesicht hat eine halbovale Rundung auf dem unter deren rechten Wange ein kleines rundes Muttermal zu sehen ist. Ihr pechschwarzes Haar ist offen, schulterlang und glatt. An der linken Seite ist eine weisse Strähne in ihrem Haar. Augen sind hellgrün und durch Schminke dunkel umrandet. Die Nase ist klein und rundlich. Ihr mittelgroßer Mund ist mit einer dunklen Farbe geschminkt. Über ihrer Schultern hängt ein netzartiges Deckchen, dass über ihrer wohlgeformten Brust zusammengebunden ist. Die provozierende Figur wird mit einem schwarzen massgeschneiderten Seidenkleid besonders betont. Ihre Fingernägel sind schwarz lackiert. Am rechten Oberarm hat sie auf ihrer schneeweisen Haut ein Pentagram tätowiert, dass oft die dunklen Farben wechselt. Als Schuhwerk hat sie knöchelhohe Stiefelchen aus Wildleder. Das einzige Schmuckstück ist eine Halskette mit großen schwarzen Perlen auf denen, bei näherem Betrachten, Totenköpfe zu sehen sind.
Sylvana selbst ist alles andere als das nette Mädchen von nebenan. Sie täuscht gerne in Verkleidung Harmlosigkeit vor. Doch in diesem Erscheinungsbild kann sie einem schwachen Gemüt richtig Angst einjagen. Sie war mal meine Schülerin. Nicht die beste, doch in der Praxis konnte ich mehr als einmal feststellen, dass sie ihre Lektionen gelernt hatte. Ein Hobby in der Lehrzeit von ihr war es, mit Magie und Intrigen in Tavernen Schlägereien anzuzetteln. Später reichte ein kleiner Wink zur rechten Zeit ein kleines Reich in einen Bürgerkrieg zu verwickeln. Durch ihre Habgier ist sie obendrein äußerst geschäftstüchtig. Und sie hat ein intuitives Gespür dafür wann es irgendwo wieder richtig Ärger geben kann. Zu mir selbst hat sie einen Narren gefressen. Und ich konnte mich nicht erinnern wann sie mich überhaupt einmal angelogen hatte.
Sollte es ihr in der ganzen Zeit doch gelungen sein, kann sie besser lügen als so mancher Dämonenfürst. Auch direkte Vorgehensweisen mit Gewalt sind dieser Frau nicht fremd. Sie mag es von zeit zu zeit andere richtig zu erpressen. Dies geschieht dann mit bedauernswerten Kreaturen die sie vorher bezaubert oder aufgehetzt hat.
Aus Handgemengen selbst konnte sie sich selbst immer heraushalten. Wer würde es denn schon wagen eine so schöne Frau zu schlagen? Sie macht nicht einfach, sie denkt.
Ich habe hier in dieser Küche das gefährlichste Monster in meinen Reich stehen. Dafür ein verdammt schlaues und verdammt gutaussehendes Monster.
Was macht sie also hier? Schlieslich ist eine Dame von Welt nicht hierher gekommen um ein paar Nettigkeiten auszutauschen oder mir das Essen zu kochen.
Sie will was von mir. Aber was? Und dann diese Truhe mit dem vielen Geschmeide darin. Auf den ersten Blick ergibt das doch keinen Sinn. Oder doch?! Eigentlich wollte ich nochmal in Ruhe abschalten. Das kann ich, glaube ich, jetzt vergessen.
Sie bringt mir freundlich lächelnd einen Teller mit köstlichen Eintopf und einen Becher von ihrem bitter schmeckenden aber belebenden Gewürztees.
"Wir haben uns lange nicht gesehen. Hattet ihr heute schon einen guten Tag?"
"Ja", lüg ich
"Das ist aber schön. Und wie gefällt euch mein neues Kleid?"
"Gut."
"Schmeckt euch das Essen?"
"Ja."
Das ist doch was faul. Sie ist selten grundlos nett. Doch sie hat Takt. Wenn ich in Problemen stecke, hasse ich es zugetextet zu werden.
Ich nehme den Kräutersud und gehe ganz nach oben. Dort lässt man mich immer allein, wen derjenige nicht vom Turm herunter fliegen will.
"Ich werde noch bis Sonnenuntergang für euch da sein Meister."
Oben angekommen blicke ich über die Baumkronen meines Monsterwaldes.
Es tut mir gut hier oben alleine zu sein. So haben sich viele Probleme oft von selbst gelöst. So viele Dinge rauschen noch wie ein Wirbelwind durch mein Bewusstsein.
Alles so schnell. Eben das Zeugniss eines lebhaften Geistes. Ich glaube, wenn ich mal richtig zur Ruhe komme, bin ich tot.
Gerade versucht ein Greif (ein Wesen vorne halb Adler, hinten halb Löwe) nach mir zu schnappen. Er muss sehr hungrig sein. Doch er prallt immer wieder an der magischen Barriere ab. "Verschwinde; ich muss nachdenken."
Mit einem Blitz von mir ist schlieslich wieder ruhe.
Ich überlege mir, mit was ich überhaupt gegen das neue Reich zu Felde ziehen kann. Klar, meine kleinen Ja-Sager überstehen schon eine kleine Weile einen direkten Schlagabtausch. Und zwar nur so lange wie man sie nicht ernst nimmt. Schön, Alfred könnte ein kleines Massaker anrichten, doch dann ist auch schluss.
Ich könnte mit meinen Zaubern eine ganze Menge anrichten. Andererseits ist das immer schlecht, wenn der Feldherr in einem direkten Schlagaustausch verwickelt wird.
Da kam nie etwas gescheihtes heraus dabei. Um weitere Truppen aufzustellen brauche ich ein neues ruhiges Hinterland. Sylvana könnte mir nützlich sein. Immerhin stellte sie unten eine Truhe mit äusserst wertvollem Zeugs bei mir ab. Für nicht mal eine Handvoll davon würden schon viele töten. Der Inhalt selbst reicht aus um eine ganze Baronie zu kaufen. Wie erneut eine Lehre bei mir anfangen? Ausgeschlossen! Ich unterweise prinzipiell niemals einen Zauberlehrling in allen Künsten. So stellte ich sicher das mir einer nicht eines Tages doch gefährlich werden kann. Ihre Lehrzeit ist vorbei. Punkt. Es wird keine zweite geben. Doch vielleicht will sie doch etwas ganz anderes.
Man sollte nie vergessen das wo Schatten fällt auch Licht ist. Da ich immer noch nicht weiss wohin ich jetzt gehen soll, kann ich mir immer noch anhören was sie mir so zu erzählen hat. Sie kann mitunter richtig frech werden. Ich werde sehen. Rausschmeissen kann ich sie immer noch.
So jetzt noch schnell beim runtergehen die Abendgaderobe zulegen. Die Schwarze mit violett- und golbfarbenen magischen Mustern an den Rändern. Ein kleiner Verwandlungszauber und schon anders angezogen. Die Kapuze lasse ich über den Kopf. Mir wird nicht wohl darüber, wenn sie viel aus meinen Gesicht lesen kann.
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Mad Bull
01.06.2008, 01:59
Nach ein bischen majestätischem treppensteigen wieder in der kleinen Turmküche angekommen.
Das Herdfeuer ist schon ziemlich herunter gebrannt.
So daß es jetzt viel dunkler in den Raum geworden ist.
Sylvana lächelt mich wieder selbstbewusst an, als ob sie sagen wollte,
"Schön das du vernünftig geworden bist."
Ich nehm wieder gemächlich platz.
Wir schauen uns eine kleine Weile an.
"Gebe mir noch was von dem Sud Sylvana."
Sie tut wie geheisen und lächelte.
"Warum bist du überhaupt gekommen?"
"Nun, so ausgedrückt..." Sie biss sich leicht auf die Lippe.
"Sag was Sache ist, ich habe nicht die ganze Nacht Zeit."
"Deswegen habe ich euch ja auch beim packen geholfen"
Sie stemmt protestierend die Hände in die Hüfte und runzelt forsch die Stirn.
Sie fährt fort, "Ich habe den Eindruck, das ihr ..."
"Das was?", frag ich zackig
"Vielleicht eine Meinungsverschiedenheit mit jemanden habt."
"Was echt? Wie kommst du denn da drauf?"
"Sagt ihr es mir doch."
"Und mit wem soll ich eine Meinungsverschiedenheit haben?", frage ich schon gereizt und zirkuliere mit der rechten Hand in Augehöhe.
Dachte ich es mir, erst nett einlullen, dann alles qualvoll in die Länge ziehen, vielleicht noch ein wenig einschüchtern und ein wenig mehr, dann alles was gesagt wird zereden und zu allerletzt freundlich einem dazu bringen zu allem ja zu sagen. Natürlich kann man im nachhinein wieder alles abstreiten.
Doch ein Wortbruch bedeutet oft ein schwerer Gesichtsverlust.
Jetzt ist Sylvana gerade beim "quahlvoll in die Länge ziehen" angekommen. Und da wird jetzt auch schluss sein.
Ich schlage mit der flachen Hand laut auf den Tisch, so das mein Kelch abhebt und den letzten Sud verschüttet.
Die Krähe flattert nervös durch den Raum.
"So, zum letzten mal. Sag mir was dich jetzt hierher führt!".
Und richte einen Zeigefinger auf sie von der selben Hand, mit der ich auf den Tisch geschlagen habe.
Sie zieht die Schultern etwas hoch, bewegt den Körper leicht nach hinten und hebt beschwichtigend die Hände.
Sie steht langsam auf und berührt zärtlich meine Schultern.
"Ich mache mir Sorgen um euch Meister."
Das schreib ich mal in meine Erzählungen. Eine Hexe die schon so viele ins Unglück gestürzt hat fängt an mich zu bemuttern.
Sie macht sich Sorgen um mich, der Witz ist echt gut. Lullt sie etwa schon wieder ein? Sieht wohl ganz so aus.
Ihre Brust ist auch in meiner Augenhöhe und bei dem nächsten Zeichen von Zuneigung zieht sie mir am ende noch die Kapuze zurück.
"Ah, wir kommen der Sache schon viel näher. Und warum machst du dir den Sorgen? Setz dich wieder hin!"
Bevor sie das tut, schenkt sie sich noch etwas Sud ein. Als sie sich hinsetzt, meint sie in einen neutralen und ruhigen Ton,
"Es geht um das neue Fürstentum."
Meine Hände, schon verbergend in die Ärmel der Kutte geschoben, umklammern hart die Unterarme.
"Und?"
Ihre Stimme wird ein eindringliches und schneidendes Flüstern.
"Meine dringende Empfehlung an euch wäre, sich mit dem neuen Fürstentum zu arrangieren um in Frieden miteinander zu leben."
"Meine Liebe vergesse bitte nicht das wir Schwarzmagier und Dämonenpaktierer sind.
Der Fürst würde jegliche Autorität verlieren wenn er mit uns an einem Tische speist.
Bestimmt würde er bei uns eine Ausnahme machen. Soll ich realistisch sein?"
"Wie realistisch?"
"In deren heilen Welt ist kein Platz für Leute wie uns. Sie werden uns jagen und hetzen wie die Monster da draussen.
Und ich werde dir und meinem Reich prophezeien, das die Erde in meinem Reich wieder fruchtbarer sein wird, wenn sie mit dem Blut der Siedler benässt wird."
Die Augen der Krähe leuchten weiss auf und ein Windstoss fährt vom Fenster in den Kamin.
"Dann soll es so sein mein Meister."
Sie setzt wieder den Kelch an ihre Lippen und beobachtet mich mit sehr schmalen Augenschlitzen.
Als sie den Kelch wieder abgesetzt hat, starrt sie mich mit einem seltsamen Glanz in den Augen an und flüsstert wieder mit einer schneidigen Stimme,
"So ein richtiger Krieg würde mich auch mal wieder reizen."
"Wir sind nun mal was wir sind Sylvana. Zerstörer. Zerstörer von allem. Auch von uns selbst. Noch stehst du nicht unter meinen Banner. Noch könntest du dem entziehen.
Doch du willst nicht. Du fängst an zu leben wenn etwas elendig zugrunde geht. Doch die dunkle Kammer in deinem Herzen, deren Anblick ein liebevolles Wesen nicht ertragen kann, ist es nicht alleine. Es sind die Emotionen die intensiver werden, das Beuteglück, alles zu besitzen und mit keinen teilen zu müssen, das jede Stunde die letzte sein kann. Jeder Tag kann der letzte sein. Doch in keiner Zeit ist das gewisser als in der Zeit eines Krieges.
Die Besessenheit, das der Sieg in nur einer Schlacht entschieden sein kann, während es mondelang an Vorbereitung mit großen Aufopferungen verbunden ist.
Das Verlangen nach Rache. Die Angst alles zu verlieren. Nie sind die Leidenschaften intensiver als im Krieg.
Das Verlangen nach mehr Macht, wo zuviel immer noch nicht genug ist. Und du kannst immer noch gehen. Geh in das neue Friedheim. Noch ist Zeit für dich. Doch du willst nicht. Du willst das Abenteuer genauso wie Ich. Teil einer großen Geschichte werden. Einer Geschichte, in der dein Namen vorkommen wird. Wenn du dich als fähig erweisst. Sonst wirst du schneller untergehen als du glauben kannst. Steh auf und gehe und du zeigst mir, dass du den Lockruf des Krieges widerstehen konntest."
Ein ganze Weile bleibt sie sitzen. Völlig sprachlos und mit einem verlangenden Blick, der allmählich sich in den Ausdruck verwandelt wie dem einer Bestie
die frisches Blut gerochen hat. Nun steht sie doch auf einmal auf, läuft hektisch hin und her, fuchtelt dabei wild mit den Armen rum und schreit,
"Ich glaub das einfach nicht. Wie hast du das geschafft? Was ist da in mir passiert?"
Mit einer schnellen Bewegung knallt sie ihre Hände auf den Tisch und mit ihre langen und spitzen Fingernägel krallen sich stark in die Ritzen des Tisches.
Sie beugte über den Tisch mit einem irren Glanz in ihre Augen auf meiner Gesichtshöhe und raunt tief aus dem Bauch heraus,
"Die Prophezeiung wird sich erfüllen, die Erde in deinem Reich wird wieder fruchtbarer, wenn sie mit dem Blut der Siedler benässt wird."
Ihr Gesicht verändert sich immer mehr ins unmenschliche. Ihre Augen sind ganz weiß und blutunterlaufen.
Ihre Zähne scheinen die Schärfe von Rasierklingen anzunehmen und ihr Ton ist jetzt ein tiefes Grollen,
"Ich werde aus der Beute Reichtümer erwerben, die ich nicht einmal in sechshundert Monden ausgeben kann.
Und solltest du die Prophezeiung nicht wahr werden lassen,
wirst du dazu verflucht sein in den gleichen sechshundert Monden lang qualvoll zugrunde zu gehen."
So allmählich fasst sie sich wieder,
Ich fang an zu lachen, "Aber, aber Sylvana, wo bleiben denn deine Manieren.
Du hättest mich in eine peinliche Lage gebracht wenn das in einer Taverne oder gar zu Hofe passiert wäre."
"Wir sind aber nicht in einer Taverne", giftet sie.
"Es war nicht zu überhören das deine räuberischen Instinkte jetzt geweckt sind. In Zukunft werden es solche Ausbrüche nicht mehr geben.
Erst wenn der Sieg unser ist kannst du deiner Bestie im Bauch freies Geleit schenken.
Solltest du in dem Friedheim so die Kontrolle verlieren, bist du verloren. Hast du das verstanden?"
"Ja mein Meister." Ich zeige wieder zum Stuhl und sie setzt sich hin wie die brave Novizin aus den Anfängen der Lehrzeit.
Ich lasse auf den Küchentisch mit einem Zauber eine dreidimensionale Karte meines bedrohten Reichs auftauchen. Ich frage sie,
"Weißt du schon eine geeignete Stelle wo wir uns niederlassen können?"
"Geht unter die Erde."
"Sylvana..."
"Baut ein Verlies. Ich meine ein unterirdisches Reich.."
"Wozu soll das gut sein?", will ich wissen
Und im hohen Tempo fährt sie fort,
"Ihr seit dort unten sicher und könnt in Ruhe den Feldzug vorbereiten. Riesige Lager könnt ihr einrichten und nicht auf Nachschub angewiesen sein. Alle Ein- und Ausgänge könnt ihr im Auge behalten. Ihr wisst dadurch immer wer in eurem neuen Reich ist. Somit könnt ihr euch auch besser verteidigen. Ihr werdet nicht mehr von der Sonne geblendet, ihr mögt es ja eh nicht so hell. Niemand wird die Schreie eurer Feinde hören wenn ihr sie da unten schlagt oder tötet. Und wenn ihr dreist genug seit, das Verlies unter die Stadt Friedheim zu graben, spart ihr euch den langen Marsch und ihr könnt sie überrennen noch bevor sie mobilisieren können. Ihr könnt viele von euren Lieblingen in Sicherheit bringen und sie noch intensiver betreuen."
"Ich bin sprachlos, Sylvana du hast recht. Das Problem ist, ich bin ein Bestienmeister und kein Baumeister."
"Das ist richtig. Wenn dem so ist, müsst ihr es lernen.
Ich habe euch einen Schatz zur Verfügung gestellt, mit dem Ihr das nötige Lehrgeld bezahlen könnt.
Damit aus euch und euren kleinen Gesichtsruinen fähige Verliesbaumeister werdet.", teilt sie mir mit einem kecken Augenzwinkern mit.
"Wer soll mir das den beibringen?"
"Wollt ihr den wirklich der beste Baumeister sein?"
"Ja. Jetzt sag schon."
"Dann lernt es von den Zwergen.", sagt sie sehr bestimmt und mit einem Anzeichen von Strenge.
Nein, nicht die. Die schlimmsten Dickschädel die ich kenne. Ich glaube, ich mache den Krieg doch lieber rückgängig und treffe mich zu Friedensverhandlungen.
Doch jetzt ist es zu spät und diese Hexe hat es doch geschafft mich in sehr viel Ärger reinzureiten, so wie ich es geschafft habe in ihr die Kriegsflamme zu zünden.
Nein nicht die Zwerge. Nein nicht die.
"Werdet ihr es von Zwergen lernen Meister? Wollt ihr der beste Baumeister werden?", fragt sie ganz sanft.
"Ja."
Jetzt guckt sie mich lieb an und möchte mir die Hand streicheln.
Sie weiss das ich es hasse Unrecht zu haben.
Generell soll man alles immer von den Besten lernen und da gibt es keine Dikussion.
Erfolg muss immer teuer bezahlt werden; Fehlschläge kosten nichts.
Muss ich doch zu den Zwergen und kann nicht woanders suchen.
Ich habe zum aussuchen keine Zeit mehr.
Hoffentlich kann sie durch meine Kutte nicht sehen wie meine Schultern noch vorne fallen.
Ich brauche jetzt mehr Selbstbeherschung aufrecht zu gehen.
Dann soll es eben so sein.
Ja, was soll ich sagen. Wir sind was wir sind. Wir sind schlecht. In so vielen Geschichten wurde immer malerisch erzählt wie Saubermänner, sogenannte Helden, immer wieder mal die Welt von uns, den Schlechten, befreit haben. Doch leider nicht in dieser Geschichte. Ganz gleich wie schlecht man mich wirklich findet, ich werde ganz bestimmt nicht unter dem Schwert von einem dieser Saubermänner zugrunde gehen. Und schon gar nicht von einem dahergelaufenen Bauernsohn der eine unzureichende Unterweisung im Kriegshandwerk bekam.
So etwas beleidigt meine Intelligenz.
Und jetzt wo du, lieber Leser, die Sylvana kennengelernt hast, wirst du das mit ihren "Sorgen um mich machen" bestimmt auch nicht mehr so ernst nehmen.
Wenn doch, dann bist du aber sehr naiv.
Denn eine Sylvana säugt ihre Babies nicht.
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Mad Bull
09.06.2008, 22:51
3. Kapitel
Der Umzug
Wir legen uns alle nochmal schlafen, bevor wir bei Sonnenaufgang die beschwerliche Reise antreten.
Vorsichtshalber überprüfe ich nochmal die Reisetruhen.
Ein großes Sammelsurium hat sich da über die Jahre angehäuft.
Zu der neuen Pechschwarzen, die man magisch versiegeln kann, sind noch schlichte Holztruhen von mir
und ein paar weitere die nichts anderes als längliche Körbe.sind.
.
Eine Truhe von mir ist sogar mit magischen Bann- und Todesrunen versehen.
Was da drinnen ist, verrate ich nicht einmal dir lieber Leser.
Gut, in der einen Truhe ist gut verstaut meine liebe und teuere Alchimieausrüstung.
Vier Truhen beinhalten Sylvanas Garderobe. Nicht nur Gewänder; es sind auch Schminkutensilien dabei.
Eine Truhe kann man sogar zu einem Badezuber mit Waschbrett umfunktionieren.
Sie ist nicht umsonst eine gepflegte Frau.
Eine andere enthält verschiedenen Hausrat wie Kochgeschirr, Besen und ähnliches.
Kommt mir irgendwie so fremd vor. Na klar. Ich habe das Arbeiten ja auch nicht erfunden.
Fünf Kisten und Truhen mit jede Menge Verpflegung und Proviant.
Eine andere Truhe Genuss- und Rauschmittel.
Die meisten Truhen enthalten meinen größten Schatz. Die Bibliothek.
Wissen ist Macht/Unwissenheit ist Ohnmacht. Und doch wollen die meisten Kerle lieber das Fechten lernen. Und dann war`s das auch bei den meisten.
Ein großer Kriegsherr braucht bei weitem mehr als das. Bei weitem mehr als das.
Mag sein das ein paar Truhen noch ziemlich verschmutzt sind, die penible Sylvana würde drauf bestehen sie noch zu reinigen.
Doch das kann man vernachlässigen.
Jetzt erstmal schlafen.
Der ersten Sonnenstrahlen bewegte meinen kleinen Wasserspeier dazu, uns mit einen lieben und sehr eindringlichem Krächzen zu wecken.
Ich habe noch in meinem alten Bett geschlafen, die Bastarde wie immer im finsteren Keller in der hintersten Ecke und die Hexe bei den Truhen.
Bevor wir losziehen in die gefährliche Welt, mache ich noch mal einen kompletten Rundgang durch den Turm.
Sylvana schaut mich mit ganz verschlafenen Augen an und macht sich frisch.
Die Krumpelmänchen schlafen noch im Keller.
Bis auf die großen Möbel ist alles in den Kisten und Truhen.
Im Zuber der Hexe ist schon Wasser eingelassen.
Sie ist mit dem Waschen schon fertig und macht sich gerade im Unterkleid an ihren Siegel schön.
„Was meint ihr Meister, welches Kleid soll ich den anziehen? Das Moosgrüne? Smaragdgrüne?
Das Weinrote?...“
„Woher soll ich das wissen?“
„Aber eine Frau kann doch nicht immer mit den selben Sachen herumlaufen.“, meint sie verduzzt,
„Das würde ja heißen das ich verarmt bin, wenn ich in der selben Woche zweimal dasselbe trage.“
„Hm.“, ich muss mir ans Kinn fassen, „Alfred!“
Aus dem Kellerloch, „Ihr habt gerufen Meister?“
„Ja, hab ich. Lass uns fechten. Und ihr meine verehrte Sylvana macht euch bald fertig.“
„Wenn ihr mir noch sagen könntet...“
„Reg mich nicht auf Weib. Zieh ein gelbes an.“
„Ich habe zwei davon, ein goldgelbes und ein zitronengelbes aus einer angesehen Hofschneiderei
nördlich des...“
Alfred ist schon zur Stelle und wir haben wieder unseren Kampfplatz betreten.
So oft schon getan und doch ist es nie vertraut.
Diesmal nehme ich auch zwei Stöcke. Und noch schnell die Drachenhaut zaubern.
und los geht’s. Wieder bewegen wir uns geduckt aufeinander zu. Ich lasse in meiner Rechten den Stock sanft rotieren und komme ihm näher. Ich verlangsame meine Bewegungen um ihn mit einem Überraschungsangriff zu treffen. Doch schon ergreift der kleine Rattenmann die Initiave, und deckt mich mit schnellen hohen, tiefen, rotierenden Schlagkombinationen zu. Reflexartig lass ich einen Schlag zum Hals an mir abgleiten und geb´ ihm mit dem selben Stock einen blitzschnellen Rückhandschlag.
Alfred ist zu sehr in die Offensive gegangen und ist noch voll in den Schlag rein gelaufen.
Er bleibt bewusstlos mit einem aufgeplatzten Gesicht liegen.
Ich gehe in den Turm und schaue ob die Etepetete schon fertig ist.
Natürlich nicht. Sie ist immer am überlegen welches der gelben Kleider jetzt das richtige ist.
Man sollte Frauen in die Reihen des Feindes schicken. Das bremst jeden Vormarsch.
„Meister, ihr habt immer noch gesagt, welches Kleid ich für heute tragen soll.“
„Nehmt das hellgelbe.“
„Ihr meint das Zitronengelbe.“, korrigiert sie gerade besserwisserich.
„Natürlich meine ich das Zitronengelbe. Schlieslich ist es ja hell, oder?“
„Ich überlege mir wieder ob das nicht ein zu starker Kontrast zu meinen schwarzen Haaren und zur Kette ist.?“
„Verehrte Sylvana. Nehm´ doch das Weinrote.“
„Das habe ich schon vorgestern getragen.“
„Genug jetzt. Ich geh jetzt wieder fechten. Und du hast dich bis dahin angezogen, sonst trägt du den ganzen Monat schwarz.“
Ich vernehme jetzt noch das protestierende Schmollen auf ihren wohl geformten Mund und mache mich wieder ran an die Fechtstunde.
Ich betrete wieder den Kampfplatz. Der perlweise Sand glänzt matt in der Sonne.
Alfred steht in der Mitte des Platzes ohne sichtbare Waffen, torkeld wie ein Betrunkener und hebt sich die Hand an die Stelle wo ich ihn voll erwischt habe. Verdammt, hab ihn richtig am Kopf erwischt. So was ist lebensbedrohend. Knüppel werden in ihrer Wirksamkeit oft unterschätzt.
Und ich unterhalte mich drinnen mit einer dekadenten Schloßhexe was sie sich heute anziehen soll.
Ich lass meine Schlagstöcke fallen und bewege mich auf den Bastard zu.
„Lass mal schauen. Ich krieg das wieder hin.“
Ich lange mit beiden Händen behutsam an seinem deformierten Kopf und schau nach dem Rechten.
Egal, wie oft ein Bastard ins Gesicht geschlagen bekommt, bei diesen Gesichtern kann es nur besser
werden. „Stirb mir jetzt bloß nicht, Kleiner.“
Immer noch die eine Hand am Gesicht haltend und leise stöhnend. Mensch, da stimmt doch was nicht...
Auf einmal zuckt er, stößt einen lauten Schrei aus, daß ich erschrecke, und schlägt mir mit voller Wucht mit der anderen Hand in den Unterleib.
Und wieder trete ich eine Reise in eine andere Dimension an. Diesmal in die Dimension der unendlichen Schmerzen.
Eines der schönsten Gefühle ist es doch, wenn der Schmerz wieder nachlässt.
Ich richte mich auf, und strecke erstmal die Arme in die Höhe. Das hilft bei Schlägen in den Unterleib.
So und jetzt gucke ich ob die Schöne der Nacht jetzt reisefertig ist.
Ich staune, sie hat ein Kleid an. Ein violettes Kleid das bis zu den Boden geht.
So wie die kenne wird sie es die ganze Zeit anheben und wir werden nur langsam voran kommen.
Zum Glück habe ich mir aus früheren Tagen mir angewöhnt recht frühzeitig zu planen.
Solchen Kleinigkeiten in großer Summe haben so manchen Feldzug zeitlich zum erliegen gebracht.
Ist sie jetzt fertig? Natürlich nicht. Jetzt schminkt sie sich noch. Und jetzt nehmen die Unterleibsschmerzen wieder zu.
Ganz unleidlich frag ich, „Wie lange dauert das noch? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.“
Frech antwortet sie, „Dann schminkt ihr mich doch.“
„Ihr wart, wie mir scheint, wohl sehr lange in Gegenden wie diesem Friedheim was?“
Ich bewege mich auf sie zu und schau ihr in die Augen.
Ich fahre ihr über das Haar und fahre fort,
„Hier ist keine Zivilisation mehr. Die Bestien in dieser Gegend haben ganz andere Vorlieben.“
Nun berühre ich prüfend den Oberarm.
„Deine Garderobe ist ihnen egal, wichtiger für sie ist, ob du aus weichen oder festen Fleisch bestehst
und wie sie sich schmackhafte Stücke rausreissen können.
Und komm jetzt nicht noch auf die Idee dich zu parfümieren. Sie können trotzdem riechen ob du Angst vor ihnen hast.“
Das war vielleicht jetzt zuviel für sie. Sie muss aus dem Turm an die frische Luft.
Doch so ist das hier nun mal. Sie sollte lieber schauen das die Bestien mehr Angst vor ihr haben.
„Sylvana.“
Sie dreht sich um ohne eine Emotion zu zeigen.
„Ich meinte es nur gut. Ich wollte dich nicht kränken.“
Sie nickt und hat das Kleid, wie ich es dachte, beim weitergehen angehoben.
Ich darf nicht zu streng mit meinen Lieblingen sein.
Auch Monster brauchen Liebe.
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Mad Bull
12.06.2008, 12:32
Ich klatsche in die Hände und schon kommen die kleinen aus dem Keller.
Sie packen nacheinander an, und sie bewegen sich jetzt wie eine Ameisenkolonne nach draußen.
Die einen nehmen einen Korb auf die Schultern, andere wiederum nehmen Stock und Seil um somit die schwerere Truhen sinnvoller tragen. zu können.
Ein paar von ihnen packen sie an den Griffen.
Und da die Langsamsten immer das Tempo einer ganzen Gruppe bestimmen, müssen diese immer vorne sein.
Das verhindert das sich die Gruppe in die Länge zieht und gefahr läuft sich aufzulösen.
Ich verlasse als letzter meinen Turm. Mein Zuhause.
Wie ein Kapitän als letzter sein Schiff verlässt, wenn er es aufgeben muss.
Jetzt fällt es mir sehr schwer. Ich schaue den Turm immer noch eine Weile an.
Ich habe ihn mit viel Liebe und Sorgfalt errichtet. Sogar die Steine sind handverlesen.
Sie ändern ganz langsam die Farben. Man merkt es nur bei geduldigen und eindringlichen betrachten.
Kaum drehe ich mich wehmütig von meinem Turm, da fährt mir schon wieder was in den Rücken.
Sylvana spaziert einfach über unseren heiligen Kampfplatz .
Das darf doch nicht wahr sein! Sie wird mit meinen und Alfreds Blicken schon anvisiert.
Er wirft mir einen fragenden Blick zu, und ich nicke nur.
Wie ein geölter Blitz kommt er auch zu ihr angesaust und verpasst ihr mit einen Stockschlag auf den Allerwertesten.
Sie springt mit eine lauten Aufschrei aus dem Kreis und schaut ihn böse an.
„Sylvana, wer den Kampfplatz betretet, muss kämpfen.
Sei froh das du den weißen Bereich gerade verlassen hast, sonst wäre es jetzt richtig rund gegangen.
Ich schaue gerade, dass ich selbst nicht drinnen stehe.
Wie eine Karawane setzen wir uns in marsch.
Die Krähe und der Wasserspeier fliegen ein gutes Stück voraus um nach anderen Kreaturen ausschau zu halten.
Alfred bildet wieder die Nachhut, rennt manchmal vor und legt sich auf die Lauer um mögliche Angriffe von hinten abzupassen.
Ich und meine Hexe sind vorne. Sie fängt wieder, wie aus alten Tagen, an mich zuzutexten.
Ich höre ihr im Moment gar nicht zu. Für mich ist jetzt wichtiger nach Feinden zu schauen.
Jetzt ist auch sicheres und entschlossenes Auftreten gefragt.
Ich bewege mich durch den Wald wie ein Eroberer und nicht wie ein Flüchtling.
Da Wetter meint nicht gut mit uns. Es fängt an zu nieseln.
Ich hohlte noch einen eingewachsten ausklappbaren Schirm aus einer Truhe und halte ihn über Sylvanas schönes Haupt.
Jetzt ist sie etwas schweigsamer. Sie macht mit ihrem Gerede ein paar Herzschläge Pause. Welch eine Wohltat.
Wahrscheinlich ist sie besorgt das ihr Kleid von dem Gestrüpp Risse bekommt.
Ich sehe einen Vogelschwarm hastig aufsteigen.
Es ist auf einmal unnatürlich still. Ich halte meine Hand auf ihren Mund.
Sie merkt es jetzt auch und will sich hinter meinen Rücken verstecken.
Immer noch Stille. Ich murmle eine Zauber der es mir mir ermöglicht durch die Büsche zu sehen.
Nichts. Aus keine Wärmespuren. „Wartet mal hier.“, sage ich zu den anderen.
Ein Leichengeruch ist zu vernehmen. Ich kann einen toten Ritter ausfindig machen.
Die oberer Rückenpartie seiner Plattenrüstung ist stark eingedellt. Es muss ein stumpfer Gegenstand
gewesen sein. Die meisten Biester fallen schon mal weg. Da müssten noch Kratzspuren von Krallen und Zähne auf ihn zu sehen sein.
Ich tippe auf eine Keule. Die meisten Bestien haben natürliche Waffen. Wärend ich so weiter suche,
habe ich gar nicht bemerkt das es direkt vor mir ist.
Und das gute fünfzehn Schritte hoch. Ich betrachte einen Baum vor mir.
Ja, ein paar dieser Bäume sind sehr lebendig wie ich hier wieder feststellen kann.
Aber der müsste doch noch in eine art Langzeitschlaf sein.
Die Unruhe muss ihn viel früher geweckt haben. Der macht es sehr gründlich, der spielt nicht.
Ich gehe wieder zurück zu den anderen.
„Und was ist? Können wir nicht weiter?“, will die Schöne ängstlich wissen.
„Doch, wir schlagen die Richtung ein Stück Nordwestwärts ein.“
„Weil...?“
“Weil wir doch heil und gesund doch zu Zwergen wollen. Stimmt´s?“
„Ja schon.“, meint sie etwas eingeschüchtert.
„Na also. Mir nach!“
Das melodische Vogelgezwitscher war wieder zu vernehmen.
Es sind auch zu meiner Beruhigung keine frischen Spuren zu sehen.
So im ganzen kommen wir gut voran.
Es wird schon etwas steiler und kühler. Der Pflanzenbewuchs wird spärlicher.
Wir wechseln Kleidung und Schuhwerk. Die meisten von uns tragen dichte Pelze und haben Stacheln an den Schuhen,
und selbst die Schuhe werden nochmal mit Fellen überdeckt.
Jetzt gibt es kaum noch ein Pflänzlein zu sehen. Die ersten Schnee- und Eisflächen sind sichtbar.
Die Luft wird frischer und belebender.
„Halt.Keinen Schritt weiter oder ihr werdet sterben.“, schallt es von irgendwo zu uns herunter.
Es ist mir unmöglich genau den Ort auszumachen von dem die Stimme herkommt.
Sie kommt von einem dieser Dickschädel, auch Zwerge genannt.
„Meister, darf ich verhandeln?“, fragt mich Sylvana etwas schüchtern mit erhobenen Augenbrauen.
„Deswegen habe ich dich auch mitgenommen. Leg los.“
Sie fängt mit den üblichen Sprüchen an wie:
„Wir kommen in Frieden.“ (Gelogen)
„Wir möchten euch nichts tun.“ (Auch gelogen, sobald nur einer von denen sich in den Wald getraut hätte...)
„Wir schlagen einen Handel vor.“ (Jetzt wird’s interessant)
„Wir könnten doch Freunde sein.“ (Schon wieder gelogen. So kenne ich meine Schlangenzunge)
Von der Gegenseite auch die üblichen Sprüche wie man sie nur von den Dickschädeln kennt:
„Das ist unmöglich.“ (Ja klar)
„Davon steht nichts in unseren Gesetzen.“ (Wie die habt ihr?)
„Das kommt überhaupt nicht in Frage.“ (Sowas hört man oft von euch.)
„So etwas haben wir noch nie gemacht, und wir werden es nie machen.“ (Wie immer.)
„Außerdem mögen wir keine Fremden.“ (Oho, es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen uns.)
„Und wenn doch, habt ihr dazu kein Talent.“ (Das nimmt ihr sofort zurück!)
Sylvana kommt mit einer unheimlichen Geduld jetzt hart zur Sache:
„Ich gebe euch eine letzte Möglichkeit diesem Handel zu zustimmen.
Wenn ihr unser Angebot nicht wollt, dann gehen wir eben woanders hin.“
Jetzt hat sich einer von ihnen raus getraut. Er ist in grauen Rauhleder gekleidet und ist mit einer Armbrust bewaffnet.
Sein Gesicht hat einen kurzen Bart und eine große Knollennase.
„Zeigt mal her, mit was ihr überhaupt bezahlen könnt.“, meint er hochnäßig in der Zwergensprache.
Ich tippe mit einer lässigen Handbewegung die pechschwarze Truhe an.
Und wieder öffnete sie sich so leicht wie im Turm.
Seine Augen werden jetzt plötzlich ganz groß und sind kurz davor in die Truhe zu springen.
Und siehe da, er spricht wieder in unserer Sprache, ohne zwergischen Akzent, als ob wir schon immer die besten Freunde waren,
„Hören Sie, für eine halbe Hand von den Edelsteinen werde ich alles arrangieren.
Das ganze ist ein Missverständnis. Und es tut mir echt leid, das meine Clanmitglieder so schroff zu euch waren.
Das wird bestimmt nicht mehr vorkommen....“
Er bewegt sich immer näher auf die Truhe zu. Ich mache nur eine Handbewegung und die Truhe schliest sich wieder.
Zusätzlich stell ich demonstrativ meinen Fuß mit den kleine Spitzen auf sie.
„Du sollst deinen Lohn bekommen Kurzer. Als Gegenleistung führst du uns zu deinem Oberhaupt,
erklärst uns die wichtigsten Umgangsformen, damit wir uns oder ihn nicht zum Narren halten.
Wenn du es dann noch einfädelst das ich und meine Gefolgen hier verschiedene Handwerkskünste erlernen,
dann kannst du einmal mit beiden Händen in die schwarze Truhe fahren.
Und jetzt bring uns zu deinem König oder wie ihr ihn nennt. Noch Fragen?“
„Keine Fragen mehr mein neuer Freund. Ich mache alles was ihr wollt. Ich krieg das alles schon hin. Vertraut mir.“,
sagt er mit seiner vollsten Überzeugungskraft uns schielt wieder auf die Truhe.
Zum König.
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Mad Bull
22.08.2008, 11:09
4. Kapitel
Lehrjahre bei den Zwergen sind...
Wir werden von unseren neuen Freund, der sich als Griesbart vorstellt, in eine monumentale Zwergenfeste geführt.
Grob beschrieben besteht sie aus einem ausgehöhlten Berg.
Sie müssen sich schon vor Jahrhunderten hier niedergelassen haben.
Niemals wäre das in der Dauer von einem oder zwei Menschenleben möglich gewesen.
Von außen ist sie etwas bescheiden. Gut, an strategisch wichtigen Stellen sind Türmchen und Brustwehre an diesem Berg zu sehen.
Ich male mir gerade in meinen geistigen Auge aus, von wo man am besten die Feste angehen könnte.
Mit Belagerungsgerät ist so manches machbar.
Das Gerät den Weg hier herauf zu schaffen ist die Hölle und dazu noch in einer direkten Schussbahn.
Dazu ist mir aufgefallen, das manche Türme so plaziert sind um den Angreifer in die falsche Richtung zu locken.
Selbst bei Magie sind sie gut gewappnet. Immer wieder kann ich Bannrunen sehen.
Ja, ja, die Zwerge, wenn die nicht wollen, frustrieren die jeden.
Im inneren ist es alles andere als bescheiden.
Mit Kristallen ist vieles gut ausgeleuchtet.
Die Waffen, Rüstungen, Türschlösser und andere Eisenteile zeugen von hoher Handwerkskunst.
Die Steinmetzarbeiten sind einfach und solide gehalten. Doch auch da ist viel Geschick und Präzision zu bewundern.
Griesbart hat uns ausdrücklich darauf hingewiesen, das wie nur auf Holzstegen mit hüfthohen Geländer laufen sollen.
Schon sonderbar. Ein Holzsteg in einem Steingang. Es ist kein Wasser zu sehen.
Bestimmt wegen Fallen. Die Stege können jederzeit entfernt werden.
Wie draußen, sind auch hier immer wieder Runen an den Wänden zu sehen.
Mit den Kisten wird es jetzt eine umständliche Schlepperei auf diesen Holzdingern.
In vielen Gängen können wir uns nur geduckt weiter bewegen. Heute abend wird mir bestimmt der Rücken schmerzen.
„Nun Griesbart, du wolltest mich noch aufklären wie die Dinge hier so sind.“
,forsche ich bei ihm nach.
Sylvana schließt sich dem augenblicklich an.
„Ja, das wolltest du. Na komm schon. Was gibt es noch zu wissen? Ja sag mal!“
„Nun ja, so auf die schnelle...“
Nach einer Pause mit bartzupfen und an der Nase fassen.
„Es gibt bei uns ein Clanoberhaupt. Und für euch gilt, das er immer Recht hat.“
Spöttisch fragt sie, „Und das wäre alles? Es ist noch nie vorgekommen das ich mich zu Hofe einmal
blamiert habe. Und ich habe auch vor daß es so bleibt.“, betont sie es nochmal mit Nachdruck.
„Das kann bei weitem nicht alles sein. Meister, wenn der uns was vorenthält, steht ihm nichts aus dem Schatz zu. Rein gar nichts.“
Da ist was dran. Wenn die Verhandlungen scheitern, können wir die Verliesbaukunst bei irgendwelchen degenerierten Erdferkeln lernen.
Sylvana fürchtet sich bestimmt mehr sich lächerlich zu machen.
Mein Zwergenfreund bleibt jetzt stehen, dreht sich zu uns um und mustert uns ein weilchen.
Von Kopf bis Fuß. Und erklärend im herablassenden Ton wie zum Beginn unseres Kennenlernens,
„Unserem Clanoberhaupt ist es schon bewusst das er es hier mit Barbaren zu tun hat, deren Kultur,
wenn man es überhaupt so nennen kann, nicht mal ansatzweise mit unserer mithalten kann.
Deswegen wird er selbst bei gravierenden Fehlverhalten mit euch nachsichtiger sein.“
Ich glaube mein Täubchen wird sich gleich vergessen und ihm kräftig eine langen.
Ich lege ihr beruhigend die Hand auf die Schulter.
Doch sie entspannt sich erstaunlich schnell.
Ich frage ihn, „Wie sieht denn euer Oberhaupt den überhaupt aus? Wie heißt er den?“
Mit stolz geschwellter Brust verkündet er kräftig,
„Es ist Gomlan, der Sohn des Lundor, Beschützer der Feste und der Einiger aller Clans.“
Dann fährt er fort, „Ihr werdet ihn daran erkennen, das er den dicksten Bauch und weiße Haare hat. Sagt mal, seit ihr Zauberwirker?“
„Nein.“
„Nein.“
„Da bin ich aber beruhigt“
Früher hätten wir beide uns noch wissende Blicke zugeworfen.
Insgeheim wissen wir, dass das uns schon verraten könnte.
Mit der Erfahrung haben wir gelernt, uns in der Öffentlichkeit mit Bescheidenheit und Tugend
zu maskieren. Zu oft ist ja bei den anderen arges unbehargen geweckt worden.
Nicht das wir es richtig nötig hätten,
doch es ist immer gut bei einem Opfer erst Befürchtungen zu wecken,
wenn es schon fast zu spät ist.
„Erregt Schönheit auch den Verdacht der Zauberei?
Nicht das ich dich jetzt ängstigen will Griesbart.
Schau mich doch mal genauer an.“, fragt da wieder die holde Eitelkeit mit einem selbstgefälligen Lächeln.
„Da kann ich euch beruhigen meine Verehrteste. Ihr seid nämlich nicht schön.
Schöne Frauen haben bei uns Zwergen einen dünnen Bart am Kinn. Ihr habt keinen.“
„Och...“ Und jetzt wirft sie mir einen Blick zu als ob der das doch nicht ernst gemeint hat.
Ich nicke nur grausam zurück.
„Mir tun so die Füße weh“, nörgelt Sylvana.
„Wir sind gleich da“, beruhigt sie Griesbart.
Nach ein wenig treppensteigen in dem geordneten Labyrinth,
mit Stolpergefahren durch die kleinen Stufen,
kommen wir zu einem breiten Gang.
Er ist sehr gut mit kunstvollen Fackeln ausgeleuchtet und er kann mit riesigen Kutschen und Zugkarren befahren werden.
Das ganze Erscheinen des Gangs dient auch dazu um eine Gesandtschaft gebührend zu empfangen.
Und jetzt wo ich und meine Dame aufrecht gehen können,
fühle ich mich endlich wieder wie ein Fürst.
Ein Teppich ist nicht ausgerollt.
Ein marmorähnlicher Steinboden mit schönen Einmeiselungen macht es mehr als wett.
Die Beleuchtung wird immer heller. Wir nähern uns einer großen Halle.
„Das ist unsere Clanhalle“, sagt Griesbart mit großen Stolz.
Und hier geht es wieder zum Feedback. Viel Spass bei der Beschreibung (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=864
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Mad Bull
30.12.2008, 20:48
Die Clanhalle selbst ist atemberaubend schön.
Sie hat eine Dachkuppel mit türkisfarbenen Kristallen, die es möglich machen Sonnenlicht rein zu lassen.
Durch die Kristalle wird das Licht bläulich, und geht harmonisch und fließend in das rötlich goldbraune Licht des Bodens über.
Obwohl die Halle fast nur steinern ist, strömt aus dem Boden eine angenehme Wärme.
Ob das Magie ist?
Jetzt kann ich an den Wänden viel Bernstein ausmachen.
Die Farben sind perfekt auf das Licht der Fackeln abgestimmt.
Viele Fackelfeuer sind nicht nur auf Holzstielen, auch sind sie auf steinernen Pyramidenblöcken zu bewundern. Weiter oben ist passend zum bläulichen Licht Jadegestein eingesetzt. Und auch bei genauen Betrachten, ist es kaum möglich das bläuliche vom goldbraunen Licht abzugrenzen. Mal sehe ich nur blaues und dann nur goldenes Lichtspiel.
Die Halle selbst ist mehreckig, viele Treppen führen nach oben und nach unten.
Auch sind an verschiedene Stellen die Wappen der jeweiligen Zwergensippen zu sehen.
Es ist jetzt auch, beim näheren betreten der Halle, Musik zu hören.
Dumpfes und tiefes Getrommel begleitet mit dröhnenden Hornklängen.
Ein paar meiner Schützlinge mussten sich die Ohren zuhalten.
Diese Klänge sind darauf hin gnädig verstummt.
Wir werden auch schon prompt empfangen.
Sie haben sich in festtägliche Gewänder geworfen.
Ein paar tragen Roben und Tuniken aus hellen Leinen daß bis zum Boden geht.
Ich sehe auch Zwerge mit weicher und gehärteter Lederkleidung in denen schöne Steine eingesetzt sind. Viele Zwerge laufen in der Halle erstaunlicherweise barfüßig herum.
Mit ihren runzeligen Bratapfelgesichtern mustern sie uns neugierig und misstrauisch.
Ein paar mit sichtlichen erfreuen. Denn Fremde bringen immer neue und aufregende Geschichten von außerhalb in ihre vertrauten Umgebung mit.
Geschichten die so aufregend sein können, daß sich sogar einer von ihnen mit voller Begeisterung auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise begibt und oft was ganz anderes findet nur nicht das, weswegen er ursprünglich los zog.
Besonders neugierige von ihnen wollen schon mit uns nähere Bekanntschaft schließen.
Doch das ist nicht so einfach. Die einzigen die überhaupt bei dem Andrang die Sprachen übersetzen können sind bis jetzt nur Griesbart und Sylvana.
Erschwerend kommt auch noch dazu, daß die kleinen Kinder sich hurtig hinter ihren Eltern verstecken, sobald sie meiner reizenden Sylvana näher zu Gesicht blicken.
Ist sie etwa schlecht gelaunt?
Griesbart helft uns das Gepäck in eine sichtbare Ecke der Halle abzustellen.
Viele der Zwerge haben Bärte, die strubbelig sind, ein paar haben welche, die geflochten sind, manche sind einfach gekämmt. Und so kommt es, daß dadurch bei jedem der Zwerge der Bart anders ist. Der Bart kann aber auch auf eine Clanzugehörigkeit hinweisen. Auch Zwergenfrauen haben an ihrem Kinn Bartansätze,
wie wir ja bereits von Griesbart erfahren haben. Gute Organisation ist bei ihnen zu sehen.
Ich kann mich nämlich erinnern, woanders als Gast bei Nachmittagssonne angereist zu sein, und zu essen gab es frühestens bei Sonnenuntergang.
Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil. Wir sind noch nicht sehr lange in der Feste und sitzen bald zu Tisch.
Und jetzt schon von den ganzen Eindrücken erschlagen. Meine Diener sind extrem ängstlich und verstört, das sehe ich, wenn sie sich eng zusammendrücken, um sich gegenseitig bei Furcht zu wärmen. Sie sind Mucksmäuschen still. Kein übliches Geschranze oder Gepiepse wie noch bei mir daheim im Turmkeller.
Oh nein, ich darf nicht daran denken.
Ich kann auch erkennen, bei welchen Zwergen größerer Wohlstand zu sehen ist; das ja.
Doch anpacken tun sie alle. Ein sehr tüchtiges Völkchen. Ich glaube,
ich kann sogar das Clanoberhaupt unter den Arbeitenden ausmachen.
Hatte der den nicht ganz weise Haare? Und schon fertig.
Die steinernen und hölzernen Tische sind reichlich mit verschiedenen Köstlichkeiten gedeckt.
Trinkgefäße sind klein, einfach gearbeitet und aus Silber und Zinn. Bierkrüge sind aus weißem Stein. An Besteck sind Löffel aus Ziegenhorn vorhanden.
Es ist hier bestimmt üblich, Stücke vorher mund- und löffelgerecht zu schneiden.
Die Speisen sind kalt, aber nicht lange. Es werden schon leckere Fleischstücke im offenen Feuer gebraten. Ein Kesselchen mit frischem Gemüse wird gerade über eine der Fackelpyramiden gehängt.
Nach und nach nehmen die Zwerge an ihren Sitzstellen platz.
Wir werden auch zu einer Stelle nahe dem Feuer mit den Speisen hingeführt.
Griesbarts Aufgabe ist schon lange erledigt. Er kriegt seinen versprochenen Anteil und ist nicht mehr gesehen. Noch bevor er in die Truhe griff, hatte Sylvana noch ein aufgesetztes Lächeln. Danach als Griesbart die, von mir versprochenen, handvoll Juwelen einsteckte, ist ihr Lächeln gänzlich verschwunden. Sylvana hatte Griesbart noch nicht richtig kennen gelernt, doch hassen tut sie ihn schon jetzt.
Logisch daß sich das ganze Zwergenreich das Mundwerk, beim Anblick dieser Reichtümer, zerreist.
Gut ist, daß sie einen Holztisch für Menschen hingestellt haben,
sonst wäre das Sitzen echt eine Qual.
Der Clanoberste lässt auch nicht mehr lange auf sich warten.
Jetzt steht er vor mir. In voller Lebensgröße. Da ich schon platz genommen habe,
können wir uns in die Augen sehen. Genau wie Griesbart ihn beschrieben hat.
Schneeweise Haare und ein Bauch so umfangreich und kugelrund,
daß er ins rollen kommt wenn er mal stürzen sollte.
Ich habe Mühe nicht sofort an zu fangen zu lachen.
Das soll für einen Praktizierer der schwarzen Künste schon was heißen.
Viele von meines gleichen können sich nämlich an ein Lachen nicht mehr erinnern.
Ich dachte auch eine zeitlang, daß ich nur aus Schadenfreude lachen kann.
Wann habe ich eigentlich das letzte Mal richtig herzlich lachen müssen?
Ich kann mich auch nicht mehr erinnern.
Und immer noch mustern wir uns eine ganze Weile. Ich mit der Neugier eines Kindes.
Zwerge können sehr alt werden, er könnte gut meinen Urgroßvater begegnet sein.
Sein Gesicht ist leicht gerötet und hat tiefere Falten als die anderen Bratapfelgesichter
der Dickschädel. Was es angenehm aussehen lässt. Es sind viel Denk- und Lachfalten zu sehen.
Der schneeweiße Bart hat an ein paar Stellen Zöpfe, die dezent mit Seiden- und Lederschnürchen eingeflochten sind. Auf den Kopf trägt er einen mit Runen besetzten Stirnreif, das ihn wahrscheinlich als Clanoberhaupt autorisiert. Kleidungsstücke sind einfach gehalten. Er trägt eine hellbraune Tunika, die mit einem breiten Gürtel mit runder Schnalle zusammen gehalten wird. Hose ist grau und durch die lange Tunika kaum zusehen. Stiefelchen sind rotbraun und aus ganz weichem eingefettetem Leder.
Er ist mir sympathisch. Er hat so eine kumpelhafte Art an sich.
Klar, er ist der König der Dickschädel. Aber ich mag ihn.
Wir sind uns schon ein gutes Stück näher gekommen.
Jeder wartet noch darauf bei den Verhandlungen den ersten Schritt zu machen.
Der erste Eindruck ist der Beste oder der Schlimmste und es gibt für ihn keine zweite Chance.
Der ist zum Glück schon mit den Blicken entschieden worden.
Griesbart hätte ich an einem schlechten Tag mit einem grünen Blitz erledigt.
Mit so einer hochnäsigen Art hat der wenige Freunde.
Bei Gomlan kann ich mir es nicht im Geringsten vorstellen.
Und ich bin wirklich nicht für Nettigkeit oder Sinn für Humor bekannt.
Das Ganze scheint noch eine Ewigkeit zu gehen. Ich fühle etwas sehr schweres in der Luft.
Und immer noch will keiner den ersten Schritt machen.
Auch nicht Sylvana die in der Verhandlungskunst eine wahre Meisterin ist.
Ich verstehe, wir haben beide was zu verlieren.
Ich die Geheimnisse der Verliesbaukunst und Gomlan den Schatz.
Meine andere Sorge ist, daß meine redselige Dame den Fehler macht die neue
Menschensiedlung zu erwähnen. Friedheim darf unter keinen Umständen erwähnt werden, das würde meine Verhandlungsposition empfindlich schwächen.
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Mad Bull
29.04.2009, 22:18
Er muss sich die ganze Zeit Sorgen machen, daß ich jederzeit die Verhandlungen abbrechen werde, und mit dem Schatz woanders mein Glück versuche.
Darauf kann ich bauen. Schnell darauf hin arbeiten, daß er einschlägt.
Mit Gewalt wird er mich hier nicht festhalten, ich bin hier nicht bei einem Banditenkönig. Die Zeichen stehen gut.
Er wird einschlagen, jetzt gilt es sich so teuer, wie nur möglich, zu verkaufen.
Ich bin gerade dabei meine Lippen zu bewegen, da fängt schon Gomlan an zu sprechen:
"Ich bin äußerst erfreut so einen hohen Besuch empfangen zu dürfen.
Ihr müsst der Bestienmeister aus dem Monsterwald sein. Und das muss..."
"Sylvana.", unterbrach meine Schönheit ihn, und will gerade das Heft in die Hand nehmen.Nun, ich habe gelernt die Initiative zu verzögern.
Und tatsächlich sie legt schon richtig los: "Und ich biete Euch in aller Bescheidenheit meine Dienste an. Was immer Ihr für ein Anliegen habt, ich werde es erfüllen." Sie will ihn gerade einlullen.
Nun wieder Gomlan: "Oh, zuviel der Ehre von einer Dame von solchem Stand und Würde. Ich bin so gerührt, dass ich Euch um etwas bitten möchte. Es würde mich sehr betrüben, wenn Ihr und der Bestienmeister es abschlägt."
Mir kommen die Tränen. Ein Herrscher in dieser Position hat es schon längst gelernt mit
Ablehnung umzugehen. Den Herrschersitz bekommt man niemals gewährt.
Man muss sich ihn erkämpfen, sich ihn verdienen und er ist niemals für einen Schwächling bestimmt. Größe zu besitzen bedeutet auch Einsamkeit ertragen zu können. Und warum soll das bei den Zwergen denn anders sein?
Mich interessiert, was er jetzt mit ihr vorhat. Der Verhandlungstisch ist ihr Schlachtfeld, darum werde ich sie ins Gefecht schicken, denn jetzt steht sie unter meinen Banner und meiner Befehlsgewalt.
"Sylvana wird Euch mit besten Wissen euren Wunsch erfüllen und mit Verlaub, Ihr habt euch noch nicht vorgestellt." "Oh, verzeiht. Ich bin Gomlan der Sohn des Lundor."
Ich nicke anerkennend, deute mit der Hand sein Anliegen vorzutragen und er ergreift wieder das Wort:
"Als Zeichen meiner besondern Wertschätzung, die ich Euch entgegenbringe, möchte ich die große Ehre entgegen bringen, mit mir trinken zu dürfen. Das gewähre ich nicht jedem. Seit ihr damit einverstanden?" Ich sage zu ihm: "Einverstanden."
Der Zwergenfürst hebt die rechte Hand zu einer Faust und streckt sie senkrecht nach oben. Dann signalisieren seine Wurstfingerchen eine drei.
Und schon kommt eine blonde vollbrüstige Zwergin mit einem Tablett angelaufen auf denen drei weise Steinkrüge zu sehen sind. Sie lächelt uns, mit ihren großen warmen braunen Augen, lieb an und sagt mit kräftiger Stimme: "Wohl bekommt´s.“
Wir nehmen die Krüge und sie geht wieder zu den anderen Zwergen.
Gomlan meint freundschaftlich: "Um euere Zugehörigkeit zu demonstrieren,
lehrt den Krug mit ordentlichen Schlücken und ihr seit schon so gut wie bei uns auf genommen."
Wir stehen alle auf und nehmen die Krüge in die Hand. In den Griff passen von mir nur drei Finger rein. Ich schau mir das Gebräu mal etwas genauer an, mit dem wir da anstoßen. Es sieht sehr abgestanden aus. Nur eine dünne Spur von Schaum.
Es muss Bier sein. Es ist so dunkel wie die Nacht, mit einer Spur braun drinnen und mit einem leichtem metallischen Glanz. "Zum wohl mein neuer Freund", sag ich zu ihm, dann zu der Hexe meines Vertrauens: "Zum wohl Sylvana." Wir stoßen an und leeren die Steinkrüge mit einem Zug. Es schmeckt bittersüß, läuft warm und wie Öl den Hals hinunter. In der Bauchgegend angekommen, wird es immer wärmer und schließlich heiß. Das Wärmefeld bewegt sich in meine Herzgegend, zum Bauch wieder hinunter und dann bleibt es bei mir im Kopf hängen. Hui, ein wirklich starkes Gebräu. Ich fang an alles doppelt zu sehen und trüb dazu.
Ich höre etwas plumpsen und sehe die Hexe nicht mehr. Nanu, wo ist sie den hin? Sie ist noch da, am Tisch zusammen gesunken. Ihre Haare haben sich über den Tisch verteilt.
Ich ordne die Haare und gebe ihr einen sanften Schubs. Nichts. Sie ist völlig bewusstlos. Mehr Ehre als sie vertragen kann. Verdammt, er hat meine Verhandlungskünstlerin ausgeschaltet. Das ist gar nicht gut. Jetzt wird es kompliziert. Was soll ich den jetzt bloß machen?
Wütend fange ich an den Krug hart auf den Tisch zu schlagen.
"Bitte verzeiht...", beschwichtigt Gomlan väterlich mit seinen kleinen Händen.
Ich werfe ihm einen bösen Blick zu. Meine Kapuze ist noch hochgezogen.
Das ist auch besser für ihn. Schweigend schau ich nun zu dem großen Ausgang.
Nach einer Weile blicke ich zu meiner Sylvana und fühle, ob ihr Herz noch schlägt.
Ich murmle einen kleinen Lebenszauber, der hilft Vergiftungen zu neutralisieren.
Mit meiner Hand, von oben zwischen ihre Schultern, berühre ich ihre Haut so, daß man die Hand unter ihrem Gewand nicht leuchten sieht.
Bald bekommt sie wieder einen klaren Kopf. In dem Krug werfe ich einen prüfenden Blick und lasse Gomlan hineinschauen.
Der zupft sich nachdenklich den Bart, um sich eine kleine Rede zu recht zu legen.
In der Clanhalle ist es sehr still geworden. Man kann einen Glassplitter fallen hören.
"Was ist da drin? Das ist kein Bier, wie ich es kenne. Ich höre?"
"Das ist ein großes Missverständnis. Wir haben so selten Besuch von Menschen und dachten nicht im Geringsten daran, dass diese darauf anders ansprechen als wir."
"Was ist in diesem Getränk enthalten?" Uns als Barbaren zu bezeichnen; lächerlich.
In keinem Barbarenstamm musste ich mir so ein Gesöff geben. Dieses üble Gebräu hat in dieser "Hochkultur" einen gewissen Stellenwert.
Darum werde ich es erst mal sein lassen, den Rest im Krug einfach auf den Boden zu schütten. Jetzt fällt es mir wieder ein, für ihre Handwerkskünste sind die Zwerge berühmt, aber nicht für ihr Bier.
Gomlan spricht vortragend: "Die üblichen Zutaten für ein Bier sind Wasser, Hopfen und Malz. Wir haben das Bier noch zusätzlich mit alchimistischen Stoffen veredelt. Da wäre im großen feinster Ziegelsteinstaub, Brandwein und rote Pilze.
Ihr hier habt ein sehr teures Getränk, das noch mal mit einer feinen Briese Bleikristallstaub und einer winzige Messerspitze Asen vermengt ist.
Dieses Bier ist deswegen besonders gut, weil keine kleinen glitschigen Brocken drin sind. Das wird mit besonderen alchimistischen Bindemitteln gewährleistet die auch recht teuer sind."
Als er mit diesen kleinen Vortrag fertig ist, wirkte er wieder etwas glücklicher, mich über ein weiteres Geheimnis seiner Kultur eingeweiht zu haben.
Die bringen uns hier noch um.
Ich schau auf das Essen und verlange: "Ich möchte gerne den Koch sprechen."
Gomlan winkt nach einem Lakai und teilte ihm etwas, für mich, unverständliches mit.Wir schwiegen wieder für ein Weilchen. Den lasse ich jetzt ein wenig zappeln. Ich zu dem Zwergenfürst:
"Ich habe den Eindruck, dass eure Mahlzeiten, sagen wir, ziemlich mineralreich sind. Bestimmt gebt Ihr euren Kindern als Bonbon Steine zu lutschen. Ist das korrekt Gomlan?" "Ja das ist korrekt werter Monstermeister."
Er greift in eine Schüssel und reicht mir Lutschkristalle, die ich für Edelsteine gehalten habe. Ich lehne dankend ab und sage: "Der Koch soll beikommen, ich habe nicht vor, mir noch beim Essen die Zähne auszubeißen."
Ein wandelndes Quadrat mit roten Kringellöckchenbart und weißer Schürze kommt mit besorgtem Gesicht angerannt.
Ich zu ihm: "Ihr wisst was Menschen normalerweise zu essen pflegen?"
Er zuckt mit den Achseln. Na wunderbar. Ich werde immer unleidlicher und habe Hunger! Gomlan übersetzt wieder alles in seine Sprache.
Ich fahre jetzt weiter fort: "Ihr nimmt ein Hühnchen, etwas Salz und Pfeffer, Karotten, Tomaten, Brokolie, Kartoffeln und kocht es so weich, dass man es mit der Zunge zerdrücken kann, verstanden?"
Ich habe mir das Gesicht dieses Kochs gut gemerkt. Ihm ist das auch aufgefallen.
Er hat mir bei meinen Anweisungen gut zugehört, zumindest ist das besser für ihn,
denn er weiß, dass es sonst gefährlich für ihn werden kann... .
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Mad Bull
22.05.2009, 16:01
Und wieder werden unsere Verhandlungen gestört. Derselbe Lakai bringt eine Nachricht mit angewidertem Gesicht zu Gomlan. Gomlan schaut mich mit Stirnrunzeln an.
Ich frage ihn: "Was ist los?"
"Ich möchte wirklich nicht unhöflich sein…"
"Kommt zur Sache! Sprecht frei heraus.", ermuntere ich ihn.
"Meinen Untertanen wird durch Euren kleinen Monstern der Appetit verdorben."
"Dem kann abgeholfen werden.", lache ich.
"Ich verstehe nicht ganz... "
"Dunkelt die Halle ein wenig ab. Ich und meine Diener mögen es nicht so hell.
Dann schickt die Bastarde unter die Tische. Essen braucht ihr ihnen nicht nachreichen.
Nur ab und zu ein kleiner Happen herunterwerfen, so wie man es bei den Hunden macht. Sollten sie dann noch jemanden auf die Pelle rücken, gebt ihnen ein paar Tritte. Die sind das so gewohnt." Gomlan nickt und übersetzt das Gesprochene.
An den Augen des Lakais spiegelt sich Entsetzen und er wird von Gomlan weggeschickt, um die Anordnung so weiterzugeben.
Kaum hat es der Lakai verbreitet, ist es sehr laut in der Halle geworden.
Stimmen der Empörung, die wiederum mit lauteren Buhrufen übertönt werden.
Ich wieder zu Gomlan: "Was regen die sich denn so auf? Wenn das auch nicht in Ordnung geht, in den Keller mit ihnen. Das sind Bastarde."
Gomlan scheint noch nicht zu wissen was zu tun ist, oder er lässt die Stimmung in Ruhe erstmal abkühlen.
Ich winke Lumpi hierher und befehle ihm, dass er mit den anderen die Schatztruhe herbeischaffen soll. Prompt zur Stelle. Ich öffne sie wieder mit einer Handbewegung und hole ein wenig Geschmeide heraus. Es glänzt so schön im rotgoldenen Licht.
Und siehe da, es wird wieder still und meine verschrumpelten Bastarde können wieder ungestört weiteressen. Warum bin ich den nicht überrascht? Das gewünschte Essen wird auch schon gebracht. Na also, wieder alles im Lot. Ich schmecke noch mal das Zwergenbier ab. Es ist doch nicht so übel. Ich winke die Vollbrüstige zu mir her
und drücke Gomlan ein Krüglein in die Hand. Gomlan grunzt zufrieden und meiner Schönheit ist beim Wachwerden die Schminke verlaufen. Sie scheint noch nicht zu wissen, wo ihr der Kopf steht.
"Sind schon Betten für uns bereit Gomlan?"
"Aber natürlich mein Freund", prostet er mir zu.
"Dann soll sich meine Holde schon mal zu Bette legen. Wir hatten eine anstrengende Reise." Dankbar nickt sie mir zu und auf meinen Wink, kommt auch schon der Kampfbastard herbei und begleitet sie nach draußen. Ihre Krähe hat sich auf ihren Schultern niedergelassen. Mein kleiner Wasserspeier ist noch im Gepäck, in fremder Umgebung verfällt er zu einer Starre. Ihm ist das Ganze hier nicht geheuer.
Als ob nichts geschehen ist, eröffnet Gomlan wieder die Verhandlungen:
"Werter Meister der Monster, nennt nun eure Begehren. Was wünscht Ihr für diese edlen Besitztümer?" Und fährt mit der Hand über diese Truhe voller Herrlichkeiten.
"Zeigt mir die Geheimnisse der Festungs- und Verliesbaukunst.", verlange ich.
"Ja."
"Nennt mir die neuesten Errungenschaften im Kriegshandwerk."
"Ja, und was noch?"
"Zeigt mir insbesondere, wie man Gänge einsturzsicher macht."
"Ja, natürlich. Ist das alles?"
"Nein, ich möchte wissen, wie man Nahrungsmittel gut einlagern kann, ohne daß sie verderben."
Gomlan nickt zustimmend.
"Anbaumöglichkeiten für Pflanzen, ohne dass sie Sonnenlicht benötigen."
"Ja selbstverständlich."
"Ich möchte wissen, wie tief ich unter die Erde gehen muss ohne an der Oberfläche gehört zu werden."
"Ja, das lässt sich einrichten Meister der Monster. Was noch?"
"Wasserversorgung und Lagerung. Sanitäre Einrichtungen."
"Ja, geht es noch genauer?"
"Ich möchte von den Zwergen die Geheimnisse des Metallhandwerks kennenlernen."
"Ja natürlich."
"Dann diverse Heiz- und Leuchtmöglichkeiten."
Und zeige auf diese Kristalle in der Clanhalle.
"In Ordnung."
Irgendwie sonderbar. Das ist mal wirklich untypisch für einen dieser dickschädeligen Zwerge. Er stimmt mir in allem zu. Einfach nicht zu glauben. Oh wie wunderbar. Das Glück ist mir doch treu geblieben. Für ein bisschen Gold tun die wirklich alles. Und er ist keine Ausnahme. Ich habe diesen Handel so gut wie in der Tasche.
Und das ohne Furchtzauber oder fiesere Geistesbeeinflussungen.
Dieser alte Zausel frisst mir richtig aus der Hand. Ich schlage meine rechte Faust in die linke Handfläche. Ich grinse in mich hinein und reibe mir die Hände.
„Dann Gomlan wäre alles nötige besprochen. Schlagt ein und der Handel wäre besiegelt.“, verkünde ich feierlich und reiche ihm die Hand.
„Nein.“, sagt Gomlan ernst und schüttelt den Kopf.
Ich bekomme Visionen. Visionen in denen ich Heerscharen mit einer Kampfkraft führe, wie sie diese Welt nie zuvor gesehen hat. Ich sehe meine Feinde fallen wie überreifes Obst von überhangenen Bäumen, mit Truppen unter meinem Oberkommando.
Niemand wird es in Zukunft erst zu träumen wagen mich aufzuhalten. Sie alle werden um meine Gunst streiten. Keiner wird eine Ausnahme sein. Die Welt wird mein sein, und der Monsterwald wird in alle Ewigkeit unbehelligt bleiben. Als Zeichen meiner Unbesiegbarkeit werde ich einen Turm bauen, in einer Höhe wie sie einzigartig ist. So hoch, um sogar über die nördliche Gebirgskette der Zwerge blicken zu können. Aber Moment, hab ich da nicht eben ein Nein gehört? Ausgeschlossen! Bis jetzt haben die Wenigsten es gewagt, mir zu widersprechen. Und sie wurden dafür zu Asche geblitzt. Wo war ich noch mal stehen geblieben? Ach was; er schlägt jetzt ein und gut ist.
Er schaut zu meiner Hand, die ich ihm reiche, dann mir ins Gesicht und schüttelt tatsächlich den Kopf. Der Blitz soll mich beim … Dieser elende Dickschädel!
Ich erbettle hier nichts und zahle doch gut.
„Nein“.
Da schon wieder. Und so eben rückt die Aussicht, der größte Kriegsherr aller Zeiten zu werden, wieder in weite Ferne. Ich bin schon so gut vorangekommen. Aufgeben steht nicht zur Debatte. Das will ich jetzt genauer wissen.
Ruhig und bestimmt frage ich ihn: „Werter Gomlan, Ihr habt meinen ganzen Vorschlägen zugestimmt, die selbst einem Schwerhörigen nicht entgangen sind. Mir ist natürlich schon bekannt, dass eine Verhandlung Zeit braucht, aber warum verneinst Ihr jetzt auf einmal alles?“
„Ich verneine nicht alles.“
Was hast du vor Gomlan? Mit einem Zeitspiel und dem überraschten Widerlegen von dem vorher Gesagten, hat man gute Mittel dem Gegenüber richtig vor dem Kopf zu stoßen, um dann, wenn er zornig wird, ein leichteres Spiel zu haben, während man selbst die Ruhe behält. Das ist üblicherweise Sylvanas Stil. Es kann auch sein, dass er ein ausgebuffterer Halunke ist, als ich dachte. Ich kenne ihn ja noch nicht einmal zwei Stunden. Es ist generell gefährlich, sich ganz und gar vom ersten Eindruck leiten zu lassen. Ich weiß nicht, was der schon alles getrieben hat und noch weniger, wozu der imstande ist. Viele haben sich vom ritterlichen Erscheinungsbild eines Anderen blenden lassen und sind dann bei den ärgsten Gaunern aufgesessen. Ihm war nicht klar, dass Menschen dieses Gebräu nicht vertragen können. Wirklich?
Nein alter Zausel, um mich zum Narren zu halten, musst du schon mit etwas originellerem kommen. In einem hatte er schon Erfolg, er konnte mich richtig aus der Reserve locken. Jetzt kann Gomlan sich einiges zusammenreimen. Mal sehen was er dazu noch zu sagen hat. Ich spiele jetzt mal den Ratlosen. Betrüger muss man kommen lassen. Man muss ihnen das Gefühl geben, dass sie Herr der Lage sind. Und da er hier zuhause ist, wird er nicht so auf der Hut sein, wie wenn er so etwas im Monsterwald täte. Das macht das Ganze wieder leichter. Ich stelle ihm mal eine unverfängliche Frage, in der er viel Spielraum hat. Mit etwas Glück wird der alte Zwerg aus der Reserve gelockt:
„Gomlan, seit mir bitte nicht böse, aber ich verstehe den Sinn Eurer Antwort nicht.
Ich weiß jetzt echt nicht was los ist.“
Gomlan meint dazu ernst: „Mit dem Ja-Sagen eine Wertschätzung gezeigt. Auch habe ich Euch damit gesagt, dass ich zuhöre. Und zuletzt ist damit bestätigt worden, zu verstehen was Ihr meint. Das heißt aber nicht, das Ihr hier alles bekommst, was Ihr Euch wünscht.“
„Das erklärt natürlich einiges.“, sage ich enttäuscht zu ihm. Ich bin schon wieder frustriert und meine Visionen verblassen immer mehr. Ich will mehr wissen: „Was spricht dagegen?“
„Dagegen spricht eine ganze Menge, Monstermeister. Das sind Kenntnisse, die nicht von heute auf morgen gelernt werden können. Hier kennt auch nicht jeder Zwerg die ganzen Handwerkskünste. Da die Lebenspanne eines Menschen viel kürzer ist, als bei uns, sind wir gezwungen einen anderen Lehrplan aufzustellen. Auch die Bastarde sind nicht für ein ehrwürdiges Alter bekannt. Das ist alles nicht so einfach. Das ist harte Arbeit. Wie lange habt Ihr und Eure Gefolgen überhaupt vor zu bleiben umzu lernen?“
„Am liebsten drei Monde.“, lache ich.
„Am besten fünf Winter“, erwidert Gomlan sehr ernüchternd. Das kommt, wie ein nasskaltes Tuch ins Gesicht. Jetzt kann ich mich kaum noch erinnern, irgendwelche Visionen gehabt zu haben. Typische Scharlatane, die nur freundlich zu meinem Schatz sind, reden nicht so. Von denen hört man, dass das alles ganz leicht wäre und in zwei Monden längst gemacht wäre. Gomlan scheint es ehrlich zu meinen. Dies ist jetzt nicht mehr mein Terrain, ich bin nun auf alles angewiesen, was sie mir hier erzählen.
Da muss ich durch. Wenn von mir jemand wissen will, wie man den Bestien des Waldes begegnet, ist das auch nicht bei einem Krug Bier besprochen. Scharlatane haben deswegen immer so viel Erfolg, weil die meisten Leute es leicht haben wollen.
Viele würden Gomlan deswegen nicht mehr zuhören.
„Gomlan, ich bin alles andere als begeistert. Doch für Erfolg muss nun mal teuer gezahlt werden. Wer nehmen will, muss auch geben. So ist das im Leben. Wann können die Meister der jeweiligen Handwerkszünfte, oder wie man sie hier nennt, zu einer Art Ratssitzung gerufen werden?“
„Wenn Ihr es wünscht schon morgen.“, meint Gomlan, „Wenn andere Pflichten getätigt sind.“
„Bei Sonnenuntergang?“
„Bei Sonnenuntergang würde passen, Monstermeister.“
„Drei Dinge sollten an diesem Abend geklärt werden Gomlan. Das erste wäre, wie wichtig es ist, Sprache und Schrift deines Volkes zu lernen. Das zweite, was man Mensch, wie Zwerg oder meinen Dienern gleichermaßen zumuten kann. Das letzte wäre das Lehrgeld: Wie viel Zeit, für wie viel Gold.“
„Korrekt, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.“, stimmt Gomlan zufrieden zu.
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