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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die purpurnen Flüsse


Hathor
24.01.2008, 11:28
Eines vorneweg: das Buch ist besser, viel besser.

Nicht schlecht getroffen hat der Regisseur die Atmosphäre. Die Musik ist unaufdringlich und untermalt die Szenen gekonnt, ohne sie zu erdrücken. Die Personen sind gut besetzt, obwohl Niémans meiner Meinung nach etwas zu brutal gezeichnet ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei der französischen Polizei solche Methoden auf Dauer dulden kann. Obwohl Jean Renos schauspielerische Leisting wie gewohnt brilliant ist.

Was ich gar nicht gut finde: wesentliche Elemente aus dem Buch fehlen (wie leider oft bei Verfilmungen)
der Schluss weicht völlig von der Vorlage ab.

Für Die pupurnen Flüsse gilt: schaut euch entweder den Film an oder lest das Buch. Beides ist zuviel, weil sich die Handlungen oftmals widersprechen.

Inspektor Pierre Niemans und Kommissar Max Kerkerian untersuchen an zwei verschiedenen Orten unterschiedliche Verbrechen, die auf geheimnsivolle Weise miteinander verknüpft sind. Während Kerkerian eine Grabschändung mit scheinbar neonazistischem Hintergrund in Sarzac untersucht, wird Niemans aus Paris in die abgelegene Universitädtsstadt Guernon in den Alpen gerufen. Dort ereignete sich ein bizarrer Mord, bei dem das Opfer grausam gefoltert und verstümmelt wurde. Es bleibt nicht bei einer einzigen Leiche, und alle Opfer sind Mitarbeiter des Lehrinstituts in Guernon. Schon bald kreuzen sich die Fäden der Ermittlungen, und der erfahrene Niemans macht sich gemeinsam mit dem hitzköpfigen Kerkerian auf die Suche nach dem eiskalten Mörder. Bei den Nachforschungen an der Eliteuniversität stösst das gegensätzliche Duo auf mysteriöse genetische Experimente. Mit ihrem Wissen bringen sich die beiden Polizisten schließlich selbst in Lebensgefahr. Bei einem Kampf auf Leben und Tod enthüllen sie im ewigen Eis der Gletscher das Geheimnis der purpurnen Flüsse...

ExLibris
24.04.2008, 08:40
Ich finde den Film richtig gut. Habe aber das Buch nicht gelesen.
Düster und ein bisschen brutal, und eine spannende Story. Irgendwie haben franz. Thriller eine ganz eigene Stimmung. Oder liegt das an Jean Reno? Wieder einmal meistert er diese Rolle souverän und gekonnt. Er schafft es irgendwie jedem Film das nötige Profil zu geben.
Das Zusammenspiel mit seinem jungen Kollegen gab dem Film auch eine witzige Note, aber der Jungspund hatte gegen den Meister keine Chance. :)
Nebenbei, der Regisseur ist Mathieu Kassovitz der auch bei Gothika Regie führte und in "Die fabelhafte Welt der Amelie" den Nino spielte.

Gut fand ich auch den 2. Teil der purpurnen Flüsse: Die Engel der Apokalypse
Besonders beeindruckend waren dabei die Mönche, die im Parcour über Straßen und Gebäude hetzen.

Allanon
24.04.2008, 10:01
Ich habe schon lange aufgehört, Bücher mit Filmen und andersrum zu vergleichen. Das entwickelt sich für mich immer zu einem Aufreger.

Den Film habe ich gesehen, aber das ist bestimmt schon fünf oder sechs Jahre her.

Ich erinnere mich daran, das der Film richtig schön gruselig war. Da ich das Buch nicht kenne, kann ich nicht sagen ob die Handlung oder die Story gut umgesetzt waren, die Abhandlung des Films hat mich jedoch gefesselt. Spannend zu jedem Zeitpunkt.
Die Kulisse bzw. die Kameraführung die die Bilder eingefangen hat war
hochklassik. Und kaum ein Film blieb mir wegen der Musik, die die Szenen erst richtig zur Geltung gebracht hat so in Erinnerung. Einer der wenigen Filme den ich mehr als einmal ansehen kann.

liebe Grüße

Allanon

Hathor
24.04.2008, 10:06
@Allanon: Ich habe deinen Beitrag aus dem Buchforum hierher verschoben. Passt besser in diesen Thread ;)

Annvian
06.06.2008, 18:03
Ich habe das Buch nicht gelesen, nur den Film gesehen. Und fand ihn eigentlich ganz gut.
Wirklich. Die ganze Idee fand ich sehr schön und auch nicht abgeklatscht oder schon vorhanden oder so. Die kleinen Wortgefehte zwischen den beiden Hauptdarstellern Reno und Cassel fand ich immer ganz entzückend. Darüber konnte man auch mal schmunzeln in diesem düsteren Film, wo das Blut nur so läuft und einer nach dem andern wegstirbt.
Unterhaltsamer kleiner Grusel. Die Franzosen eben. Die habens drauf. ;-)

asachriel
06.06.2008, 18:28
Ja, der Film war nicht schlecht...
Aber es ist am Schluss ziemlich unklar wie das gelaufen ist, es wird ziemlich schnell erklärt und ich hatte einige Schwierigkeiten zum Mitfolgen..

Ich lese grundsätzlich auch keine Bücher, wenn ich den Film schon gesehen habe, ausser bei the lord of the ring. Die habens mal so richtig geschafft, das Buch und der Film gut miteinander übereinstimmen.

ZanIzuNES
06.06.2008, 21:11
Das Buch kenne ich leider nicht.

Die Purpurnen Flüsse: Ein genialer Film mit einem meiner Lieblingsschauspieler Jean Reno. Beeindruckt hat mich an diesem Film, dass es tatsächlich (damals als er rauskam) mal wieder einen europäischen Film gab, der für micht das Format "ganz großes Kino" hatte. Aufbau und Inszenierung wichen deutlich vom sonst üblichen US-Format ab. Das ging mehr in die Film-noir-Richtung.

Gerade diese etwas ungleiche Mischung aus dem Profi Reno und dem jungen Cassel war sehr erfrischend.

Sehr dankbar war ich für den Umgang mit Augenmaß, was das Thema Nationalsozialismus betrifft. Was ich vom zweiten Film leider nicht mehr sagen kann. Der orientierte sich zu sehr an Effekthascherei - und Christopher Lee (oh Gott, sage ich das wirklich?) war in Teil 2 völlig fehl besetzt.

Gruß ZanIz

Rotkätzchen
06.06.2008, 22:17
Ja, einen ganz ähnlichen Eindruch habe ich auch gewonnen. Teil 1 ein tolles Stück Thriller mit grandioser Atmosphäre und einem sympathischen Darsteller-Duo, Teil 2 eine überflüssige Fortsetzung. Unglaubwürdige Geschichte, Jean Reno hat zu oft gelächelt, der andere blieb zu blaß. Und die Story war weder sonderlich wendungsreich noch interessant.

Conan
10.01.2009, 21:41
Ich fand´ die beiden Filme spannend und gut, wobei ich auch der Meinung bin, das der erste der weitaus bessere war - der zweite Teil ist ja vom groben Ablauf in etwa der Selbe. Es kommt nicht oft vor, dass in Filmen eine so düstere und beklemmende Atmosphäre aufgebaut wird, wie in diesem. Ich finde es ist auch gleichzeitig nach "Leon der Profi" einer der besten Filme mit Jean Reno. Aber da ich wie gesagt den Ersten wesentlich besser fand, beschreib ich ihn mal etwas ausführlicher.:)
Die Spannung dieses Films geht ja größtenteils von den Ermittlungen der beiden Kommissare aus, die am Anfang erst unabhängig ermitteln und später erst zusammenkommen. Das macht viell. den Film auch so interessant - in dem die beiden Handlungen erst nach und nach zusammenkommen, bis sie schließlich in der "unfreiwilligen" Zusammenarbeit der beiden Hauptdarsteller übergeht. Die Beiden Kommissare entdecken auch erst später ihre Gemeinsamkeiten - ihre Dialoge sind zudem auch insgesamt recht locker bis witzig.

Die Idee, die hinter den "purpurnen Flüssen" steht und was es damit auf sich hat, ist richtig gut konstruiert, auch wenn, wie ich fand, es nicht immer ganz einfach ist, dem Geschehen zu folgen.
Es ist aber auch mal wieder schön, einen hochwertigen Thriller aus Europa zu sehen und die Thematik und die Story sind wie gesagt auch sehr spannend umgesetzt worden. Alles in allem hat dieser Kriminalfilm vieles, was eben zu einem guten Streifen dieser Sorte gehört - natürlich auch einige sehr düstere und recht brutale Szenen. Diese Aktionszenen wechseln sich zudem gut mit spannend inszenierten Ermittlungen ab. Es sind m.E. solche Handlungen, die erst so richtig Spannung aufbauen und die auch gleichzeitig die Schlüsselszenen des Films darstellen, wie z.B. diese.:
- der Student einer Elite-Universität, der in den Bergen in einem Felsspalt entdeckt wird
(der zudem auch ziemlich detaliert gezeigt wird - ohne Augäpfel und ohne Hände)
- der Besuch des Archivs der Autobahnmeisterei und die Schilderung des "Unfalls"
- die Abseilaktion auf dem Gletscher mit dem anschließenden Leichenfund,
- die Öffnung der Gruft auf dem Friedhof,
- und schließlich auch der "Besuch" bei Judiths Mutter im Kloster.
Die gesamte Inszenierung war bis zum Finale richtig spannend und interessant erzählt, nur verliert die Geschichte für mich am Ende iwie komplett ihre Spannung - ich fand den Schluss nämlich viel zu schnell und hektisch. Den bisherigen spannenden Verlauf des Films wird iwie total widersprochen und das wertet für mich den Film im Ganzen ein wenig ab. Das ist mir an dieser Stelle völlig unverständlich - wie kann man in so einem Film ein so schwaches, fast schon lächerliches Ende einfügen?*mph* Viell. gingen am Ende den Produzenten wohl ein wenig die Ideen aus oder sie standen unter Zeitdruck - man hätte es m.M.n. etwas länger und dramatischer drehen können. Deswegen "nur" knappe vier Sterne, der Rest des Films hätte schon seine fünf verdient.*ja*
Trotzdem find ich, das "Die purpurnen Flüsse" ein sehr sehenswerter Thriller ist, der mit starken Darstellern daherkommt und auch noch einen interessanten historischen und ethischen Hintergrund hat - ein Fehlkauf ist dieser Film m.M.n. gewiss nicht!

An dieser Stelle sag ich aber auch, wer das Buch nicht kennt ist klar im Vorteil - denn wer sich erst danach den Film ansieht wird viell. ein wenig enttäuscht sein. Oder anders gesagt: Wenn man ein sehr gutes Buch gelesen hat, dann sollte man sich die jeweilige Verfilmung mit etwas weniger hohen Erwartungen ansehen. Denn es kommen m.E. nur die allerwenigsten Filmumsetzungen an eine richtig gute Buchvorlage herran.

Ninja
14.03.2009, 17:51
Kenne das Buch leider nicht. Habe den Film zu ne Zeit gesehen, wo ich noch nicht viel gelesen hab. Glaube aber sofort, dass das Buch besser ist, da dies meistens der Fall ist. *ja*
Hab beide Teile auf DVD und muss auch sagen, dass der 1. Teil besser ist. Finde die Handlung total gelungen, sowie interessant und spannend.