Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie erschafft ihr Charaktere?
Verräter
22.05.2008, 21:55
Nun, letztendlich lebt jede Geschichte von ihren Personen, aber wie entstehen sie? Ich schätze jeder Hobby und Profiautor wird diesen Prozess schon mindestens einmal, wohl eher aber dutzende male durchlaufen haben. Der Weg vom Ursprung zum fertigen Charakter, der dann in den Geschichten handelt.
Ich selbst habe darüber einige Zeit nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass die Erschaffung eines Charakters bei mir fast immer einem bestimmten Schema unterworfen ist, dass jedoch so verwirrend und in sich unlogisch erscheint, sodass ich es ehrlich gesagt selbst wahrscheinlich nicht ganz verstanden habe.
Deshalb wollte ich einfach mal nachfragen und hören wie das bei anderen Personen so abläuft. Wo beginnt ein Charakter, welche Phasen durchläuft er und wie entscheidet ihr über sein Leben. Wodurch wird er in euren Köpfen lebendig?
*seufz*
Mich überfordert momentan schon die Fragestellung... nunja, ich hoffe ihr wisst was ich meine.
Bevor ich jetzt aber versuche weiter meine wirren Gedanken in halbwegs sinnvolle Sätze zu packen, warte ich lieber erst einmal auf Antworten von euch. Außerdem will ich ja auch niemanden beeinflussen ;-)
Im Prinzip ist die Fragestellung ja einfach: Wie erschafft ihr eure Charaktere (in euren Geschichten)?
Die mich persönlich aber sehr lange beschäftigt hat.
Der Verräter
Schwierig zu sagen. *wunder*
Persönlich habe ich immer ein Problem mit dem Wort "Erfinden" - denn so fühlt es sich für mich nicht an. (Ich weiß aber nicht, wie es anderen dabei geht.) Es ist mehr, als wäre die Geschichte/Welt/Person schon da und ich würde sie nur Stück für Stück entdecken, falsche Informationen von richtigen trennen - bis ich schließlich weiß, dass es stimmt.
Aber dafür gibt es kein Wort, also bleiben wir beim Erfinden.
Bei mir fängt so etwas meistens mit einem Bild an, das in meinem Kopf herumschwirrt. Eine wilde Idee.
Nehmen wie mal das Beispiel meiner eigenen Geschichte (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=781): Irgendwann im Urlaub hatte ich das Bild von mir, wie sich eine junge Frau mit langen weißen Haaren durch den Schnee kämpft. Die Geburtsstunde von Nejira.
An diesem Punkt fange ich an zu überlegen: Was erlebt diese Person?
Im Fall von Nejira hatte ich eine Szene im Kopf, in der sie sich mit jemandem streitet - und sich dabei sehr sehr arrogant und selbstgerecht verhält (sie war übrigens damals noch unsterblich, was sie heute nicht mehr ist!)
Ich brauchte also einen Gesprächspartner in diesem Streit - Nell wurde geboren.
Im Gegensatz zu Nell (die eigentlich von Anfang an war wie sie ist) hat Nejira sich seitdem sehr verändert. Sie hat ihre unsterblichkeit und Arroganz verloren, hat eine Schwester bekommen und ist ein bisschen mehr... wunderlich (das Wort passt nicht wirklich *mph*) geworden.
(Und übrigens ist Nell, nicht Nejira, mein Lieblingschara - aber Nejira hat den schöneren Namen :))
Im Grunde geht es bei mir meistens von einer Idee aus, von einer Szene oder einem Bild. Und darauf baut sich die Story auf (auch wenn Bild/Szene/Idee nachher oft nicht mehr das geringste mit der Geschichte zu tun haben)
Die Story beeinflusst bei mir, was für Charaktere diese Dinge erleben und wie sie sich verhalten.
Aber genug geschwafelt - jetzt sind die anderen dran.
Wer mein Geschwafel nicht versteht, soll sich bei mir melden. :D
Ollowain
23.05.2008, 11:29
Bei mir fängt es mit der Geschichte an und mit der Zeit überlege ich mir dann die Züge der Charaktere genauer, also Charaktereigenschaften, Aussehen, etc.
Wobei ich immer wieder Dinge ändere. Aussehen, Namen, Vergangenheit, Fähigkeiten, einmal wurde sogar aus einem "Er" eine "Sie".
Aber das meiste hängt bei mir eben von der Geschichte ab, also, ich verändere die Charaktere so, dass sie den Faden so weiterspinnen können, wie ich ihn haben will.
Bei meiner aktuellen Geschichte versuche ich zur Zeit, eine der Charaktere zu zeichnen, um mir selbst ein ungefähres Bild von ihr zu machen...
Mh... also meine Hauptcharaktere weisen meistens in irgendeiner Weise Ähnlichkeiten zu mir selbst auf >_> Das hat aber denke ich weniger damit zu tun, dass ich mich selbst so toll und hauptrollenwürdig finde, sondern mehr daran, dass... naja, ich schreibe es ja : D
Wobei ich bei meiner aktuellen Geschichte von Anfang an die Idee verfolgt habe, sie mir möglichst unähnlich zu machen - ist mir trotzdem stellenweise nicht gelungen.
Meine Hauptcharaktere haben auch gründsätzlich die Angewohnheit, hin und wieder so ein richtiger Kotzbrocken zu sein :D Daraus folgt, dass sie irgendwen brauchen, der immer mal als ausgleichendes Element dazu fungiert.
Ich schreib Mädchen auf kurz oder lang meistens irgendwas auf den Leib, was sie burschikos macht. Vielleicht rundum, vllt nur eine Eigenschaft oder ein Interesse/Hobby. Sogar Mädchen, die ich anfangs absichtlich möglichst weiblich gemacht hab. ich weiß nicht genau, woran's liegt, aber es geht mir auch im echten Leben so, dass ich Mädchen, die sich in ieiner Weise wie Jungs benehmen, sagen wir: bewundernswert finde^^ War schon immer so.
Jungs... mh... ich weiß gar nicht, ob ich da auch so feste Muster habe. Ich glaube, es muss immer ein gewitzter, frecher dabei sein : D Macht Spaß, die zu beschreiben^^
Und insgesamt sind bei mir sämtliche Haupt- und wichtigen Nebencharaktere davon geprägt, dass sie sich DAUERND streiten, kabbeln oder sogar mitunter prügeln - obwohl sie sich eigentlich wirklich gut leiden könnnen^^
Oft nehme ich für viele Charaktere einfach Eigenschaften von jemandem aus meiner Umgebung. Ich kenn so viele verschiedene Menschen und ich finde viele auf ihre Weise inspirierend^^
Naja... insgesamt kann ich denk ich auf jeden Fall sicher sagen, dass auf kurz oder lang in jedem meiner Charaktere ein anderes Stück von mir selbst steckt. Auch, wenn ich das anfangs gar nicht plane, was ich eig nie tue^^
damagefilter
23.05.2008, 13:07
Ich denk mir immer erstmal die Grundrisse aus. Dh. Aussehen, Rasse, Stimmung etc.
Dann, um die Charactere in der großen Story besser beschreiben und bezeichnen zu können, mache ich für jeden einzelnen eine Kurzgeschichte, in der er etwas erlebt. In den verschiedensten Variationen.
Lebensgefährliche Situationen oder peinliche und so weiter.
Danach weiß ich, wie sich ein Character führen lässt und dann kommt die große Geschichte mit den eigentlichen Auftritten.
Verräter
23.05.2008, 13:45
Nagut,... Gedanken halbwegs geordnet.
Und wieder einmal muss ich erschreckende Parallelen zu Nejira feststellen. hmpf
Also ich unterscheide da zwei Arten von Charakteren:
Die "Freien Charaktere" und die "Lückenfüller"
Die Lückenfüller sind einfach zu erklären, wenn ich schon soweit bin, dass die Geschichte in ihren Grundfesten bereits besteht und mir noch Personen fehlen. Dann schaue ich mir einfach nur an was genau benötigt wird und schustere mir aus den Informationen einen Charakter zusammen. Das geht dann immer ziemlich schnell und da sie bereits in einer Rahmenhandlung ist, findet man auch schnell ihre Hintergründe. Zu beginn sind es nichts anderes als Werkzeuge, die sich dann nur unter bestimmten Umständen weiter entwickeln, wie z.b. wenn die Geschichte stirbt und ich dann an diesem Char wie an einem "Freien Charakter" weiter arbeite, weil ich die Idee nicht einfach verwerfen will.
Ähnlich läuft es dann auch bei Charakteren in Parallelgeschichten (da gibt es bis jetzt 3) wenn die erste Person bereits existiert. (Das sind Geschichten bei denen zwei Personen Parallel nebeneinander auf ähnliche Handlungen stoßen, die sich selbst untereniander aber nicht kennen. Wie z.b. die unterschiedlichen Schicksale zweier Kriegsgefangenen.) Der zweite Charakter wird dann auf dem ersten aufgebaut und dann so, dass die benötigten Eigenschaften gleich sind, der Rest aber möglichst unterschiedlich erscheint.
Viel schlimmer sind die "Freien Charaktere", denn diese entstehen vollkommen ohne äußere Einflüsse. Am Anfang existieren sie in ihrem eigenen kleinen Universum ohne auf andere Geschichten oder Welten zurück zu greifen. Denn erst durch diese Charaktere entsteht die Welt um sie herum, aber fangen wir einmal vorne an.
Alle meine Geschichten sind Charakterorientiert, sprich vor allem anderen kommen die Personen. Sie sind das absolute Zentrum um das sich alles andere dreht. Daher geht es bei mir niemals um einen "Schwarz-Weiß" Kampf, irgendwelche Prophezeiungen oder das Ende der Welt. Es sind grundsätzlich Einzelschicksale meiner Charaktere um ihre persönlichen Ziele, die, je nach Charakter, dann größere Ausmaße annehmen können (Das eben z.b. viele andere Personen unfreiwillig damit hineingezogen werden).
Was am Anfang eines Charakters steht, ist immer unterschiedlich. Mal ist es einfach nur eine Stimmung, mal ein Satz oder ein Gesprächsfetzen und eher selten ein Bild im Kopf oder gar eine Szene. Auf diesen ersten Reiz folgt dann immer wie Frage "Wie kam es dazu?" oder "Was folgt daraus?"
Daraus entwickelt sich dann langsam eine immer längere Szene, die (je nach Frage, meist stelle ich aber beide gleichzeitig) Vorwärts oder rückwärts läuft. Und daraus ziehe ich dann Rückschlüsse zur Person, da fällt mir jetzt leider kein Beispiel zu ein, da die meisten Charaktere schon so alt sind, dass ich nicht mehr weiß wie sie begonnen haben.
Nun jedenfalls entsteht so ganz langsam aber sicher ein Charakter, bei dem ich immer einen Schritt zurück in seine Vergangenheit gehe und mich frage, warum er zuvor so gehandelt hat. Oder mir kommen gute Ideen (Was meistens der Fall ist) auf ein Geschehnis aus seiner früheren Vergangenheit und dann wird langsam die Zeit von diesem Ereignis bis zum letzten Moment, den ich vom Charakter kenne gefüllt. Schon in dieser Phase bleibt von dem eigentlichen Reiz, der am Anfang stand, nicht mehr viel übrig. Je tiefer ich in den charakter eindringe, desto schwerwiegender werden die Veränderungen an ihm und oft muss ich durch Veränderungen in der Vergangenheit, Geschehnisse in der näheren Gegenwart verändern. Und irgendwann habe ich dann einen charakter mit einer Geschichte von seiner Geburt bis zu einem bestimmten Punkt in seinem Leben (und in der Regel noch einen[oder manchmal mehrere] optionalen Tod). Noch sind aber alle Charaktere grundsätzlich sehr geradlinig, was sich erst im laufe der Zeit verändert. Jetzt beginnt aber die Interaktion mit anderen Charakteren, die ebenso entstanden sind wie er selbst. Da jeder Charakter seinem eigenen Weg folgt und irgendein Ziel vor Augen hat, ist es wichtig wo und wie das Treffen verläuft. Da meistens die Charaktere Parallel entstehen habe ich allerdings schon dafür gesorgt, dass ein solches Treffen möglich ist und weiß ungefähr wie es beginnen muss. (Eine der wenigen Sachen die ich einfach so "beschließe" anstatt sie aus etwas anderem folgen zu lassen) und dann schaue ich mir an was daraus wird. Im Prinzip gibt es nur 3 Möglichkeiten:
1. Sie treffen sich, es passiert nichts und sie trennen sich wieder.
2. Sie gehen eine Zweckgemeinschaft ein. (Das sind alle Bündnisse zu beginn)
3. Sie verfeinden sich.
(In der Regel sind das zwischen 2 und 4 Charaktere) Und dann beginnt eine kleine Geschichte durch die die Charaktere auf neue Einflüsse treffen, die sie nicht selten sehr stark verändern. Alles entwickelt sich weiter, die einzelnen Personen werden vielschichtiger und die Welt um sie herum gewinnt mehr und mehr an Farbe. Oftmals werden die Charaktere dabei in ihren Grundfesten erschüttert, irgendeine Schlüsselsequenz entfernt und ausgetauscht und dabei sehr starke Veränderungen vorgenommen. Das Verhalten der Person wird anders, ihr Hintergrund verändert sich, alles in allem werden die Personen meist vielschichtiger, komplexer als sie es vorher waren. Und wenn irgendwann alles stimmig ist stirbt die Geschichte. (Nicht das ich das bewusst mache, aber das war bis jetzt bei absolut jeder meiner Geschichten der Fall) Und die Charaktere sind wieder "Frei". Die meisten geraten in Vergessenheit, die auch meist dann nicht sonderlich gut waren, aber der ein oder andere bleibt.
Nunja, das Spiel geht dann von vorne los. Neue Charaktere, neue Geschichten die ebenfalls wieder sterben und nur das wichtigste erhalten bleibt. Solange, bis ich mir die "besten" Charaktere der vorangegangenen Geschichten wieder zusammensuche und beginne, diese aufeinander abzustimmen und mit ihnen etwas neues zu kreieren. Das verlangt aber, dass die Welt in der alles spielt, genauer werden muss um unlogik zwischen den Charakteren zu verhindern. (Wenn z.b. im Hintergrund des 1. Chars ein Krieg geherrscht hat, der zweite allerdings in Frieden lebte) Erst dadurch entsteht dann langsam das Weltbild (Bei mir meine 3 Ebenen). Tja, hier geht das Spiel dann von neuem los, dass die Charaktere wie wild verändert und verfeinert werden damit alles am Ende stimmt. Dabei muss man aber darauf achten, dass schon eine kleine Veränderung eine andere Begebenheit beeinflussen und verändern kann, wodurch Handlungen unverständlich werden und alles in sich zusammenbrechen würde.
Und irgendwann ist der Charakter dann fertig und bereit für seinen letzten Akt: Er stirbt. Chars ohne Tod sind nur halbe Chars. :| Da kann ich nichts gegen tun.
Aber ich sagte ja... mein System ist total kompliziert und unlogisch o_O
hm...wie erschaffe ich einen charakter...
er bekomt zu erst einmal einen namen. is ja klar.
Dann kommt seine vorgeschichte, und danach richtet sich das, ob er gut oder böse ist, mürrisch oder sonst wie reagiert.
Bei mir kommt das irgendwie, wies halt grade passt oder wie ich mir das vorstelle... ich hab da keine besondere vorgehensweise.
SemSimkin
24.05.2008, 00:05
Hmm, also der Name kommt bei mir immer ganz zuletzt - zumindest bei den 1st und 2nd Row Charakteren. Zunächst läuft er unter nem Platzhalter-Namen, der manchmal aber auch übernommen wird. Die einzelnen Charaktereigenschaften und Motivationen destiliere ich meistens aus meinen Freunden und Bekannten heraus und puzzle sie dann neu zusammen. Wenn man nämlich genau hinsieht gibt es auch im echten Leben alle Facetten, die es für eine packende Handlung benötigt.
Bei mir fängt es mit der Geschichte an und mit der Zeit überlege ich mir dann die Züge der Charaktere genauer, also Charaktereigenschaften, Aussehen, etc.
Wobei ich immer wieder Dinge ändere. Aussehen, Namen, Vergangenheit, Fähigkeiten, einmal wurde sogar aus einem "Er" eine "Sie".
Aber das meiste hängt bei mir eben von der Geschichte ab, also, ich verändere die Charaktere so, dass sie den Faden so weiterspinnen können, wie ich ihn haben will.
Bei meiner aktuellen Geschichte versuche ich zur Zeit, eine der Charaktere zu zeichnen, um mir selbst ein ungefähres Bild von ihr zu machen...
Das ist bei mir auch so, mir schwebt zuerst die grobe Geschichte vor Augen. Dann überlege ich mir, welche Person hier am besten hineinpaßt (bzw. welche Personen) - wobei "überlegen" nicht ganz richtig ist. Ich sitze nicht konzentriert da und grübele und denke. Meistens kommt das einfach so. Nur die letzten Erzählungen steckte intensivere Denkarbeit ;) dahinter - alle meine letzten Protagonisten waren eine Frau und ich habe bewußt versucht, jedesmal eine etwas andere Persönlichkeit zu schildern. Das erforderte natürlich Nachdenken. Aber auch hier arbeite ich die Person nicht vorab detailliert aus. Sie wächst gewissermaßen mit der Geschichte, kann sich auch noch verändern, sofern das innerhalb der Story stimmig ist.
Zeichnen tue ich jedoch keine Figur - was daran liegt, daß ich mich nur auf Comic-Style verstehe... :D
Mir ergehts so:
Die meisten Geschichten von mir kommen aus einer Alltagssituation heraus. Zum Beispiel wenn ich auf meinen Bus warten muss, kommt in meinen Gedanken plötzlich der Satz: "Sie stand hier und wartete."
Dann spinnt es sich weiter, warum wartet sie? wo will sie hin? hat sie spezielle Fähigkeiten? welche? etc.
Dann kommt der Name und wie sie aussieht, die Familie (wenn sie überhaupt noch eine hat) und was sie schon alles erlebt hat, also die Vergangenheit.
Ich finde das irgendwie einen lustigen zeitvertreib wenn einem langweilig ist oder einem keine geschichten mehr einfallen wollen...
Aber auch aus gewissen Themen entstehen bei mir charas z.b wenn ich einen Film gesehen hab über Piraten, dann muss ich dazu auch eine geschichte erfinden, bzw. eine person. Das gleiche ebenfalls bei büchern nur dort erfinde ich manchmal nur die Personen und lass sie in der gleichen welt spielen oder eine ähnliche story durchmachen...
dragonheart
25.05.2008, 22:09
Huhu,
meist erstehen meine Geschichten aus meinen eigenen Gefühlen zB. Ängsten. Dann kommen Eindrücke, Erfahrungen, Wünsche, Träume, Vergangenem etc. dazu. Oft habe ich verschiedene Situationen vor mir. Das sind dann wichtige Situationen. Manchmal ist es nur das Ende der Geschichte, manchmal auch mehr. Intensive Denkarbeit benötig ich nur manchmal bei Einzelheiten der Geschiche. Ich stehe sozusagen bei Punkt B und weiß, wie es bei Punkt D sein muss. Was dazwischen kommt...Joah
Oftmals habe ich am Anfang einer Geschichte nur ein eigenes Gedicht im Kopf oder einen Prolog.
Dann schreibe ich den Anfang auf, den Rest behalte ich im Hinterkopf. Diese Ideen kann ich dann nochmal überdenken und mir kommen vllt. bessere Ideen ^^
Zu den letzten Schritten:
Das Aussehen entsteht dann auch aus der Geschichte selbst. Blondinen mache ich kaum (ich habe NICHTS gegen Blondinen :)), dafür eher Figuren mit braunen, roten oder schwarzen Haaren. Die Augen(farbe) spielt für mich eine größere Rolle, da ich finde, dass die Augen das Aussagekräftigste in einem Gesicht sein sollten.
Dann kommt der Name. Oft sind es Namen ohne Bedeutungen, manchmal suche ich aber extra welche aus, die auf etwas bestimmtes in der Geschichte hinweisen etc.
Dann beginne ich zu schreiben. ^^
LG Dragonheart
SemSimkin
26.05.2008, 23:04
@Nejira
Hm, hat der Name was mit dem "Erbe der Elfenkrone" zu tun ? Da heißt die Hauptfigur Nijura ...
http://www.randomhouse.de/specialskids/nuyen_nijura/
Die Namen kommen bei mir eigentlich immer zuerst.
Jeder Name hat seine eigene Farbe und mit ihr kommt Stimmfarbe, Statur und Charakter.
Zu bestimmten Namen passen bestimmte Typen einfach nicht.
Wenn der Name steht kommen alle Charaktereigenschaften. ist er/sie eher schüchtern, spontan, forsch, anmaßend, aufbrausend........etc.
Dann weiß ich, wie ein Charakter in bestimmten Situationen wahrscheinlich reagieren würde.
@SemSimkin
Nein, Nejira ist einer meiner eigenen Charaktere - und den Namen hatte ich schon lange bevor ich von "Nijura" irgendetwas gelesen habe.
(Kannst du auch oben in meinem Post nachlesen :))
Sorry für Off-Topic... Ich bin schon wieder brav. *schäm*
erst einmal: gomen, bin zu faul, um die vorhergehenden beiträge durchzulesen und da ich mich in soweit kenne, dass ich eh nicht auf vorhergehende posts in meinem anfangspost eingehen kann, ist das hoffentlich in ordnung. wenn nicht, steinigt mich!! Amen! :D
Nun gut, zurück zum eigentlichen Thema^^
*tief Luft hol*
Also, ja, wenn ihr den Eindruck habt, dass ich in mancher Weise ziemlich Spinne kann ich nur sagen: recht gehabt!
(ich bin schon wieder offtopic, grrr)
Wenn ich anfange, eine Geschichte zu schreiben mache ich mir zuallererst Gedanken über den Titel. Was ist? Sitzt? Passt zum vorher halbwegs erdachten Inhalt? Gut. Weiter.
Personen. Dabei sind bei mir die Hauptfragen:
- Wie viele Protagonisten möchte ich haben?
- Wird es Nebenrollen geben, die für das Hauptgeschehen von Bedeutung sind?
- Wenn ja, wie viele?
- Lege ich mich jetzt schon fest oder lasse ich es auf mich zukommen?
Die letzte der vier Fragen beantworte ich meist mit einem ganz klaren: NEIN! :D
Also, finito, ich weiß immer noch nicht, wie es jetzt weitergehen soll. So ist das bei mir einfach und ich hab keine Ahnung ob und wie ich es ändern kann/will und vor allem inwiefern.
Dann komme ich zum Namen. Seltsam, ja, ich weiß, aber Namen kommen mir meist im Schlaf, wodurch ich ein kleines Heftchen habe, wo allerlei Namen in den verschiedensten Formen vorkommen, ob Fantasy oder nicht. Alles was mir einigermaßen gefällt halt xD.
Wenn der Name gefunden ist, fange ich einfach an zu schréiben, da es bei mir entweder einen, allerhöchstens drei, Protagonisten gibt, die auch eine tonangebende Geige spielen.
Im Prolog ist für mich eigentlich das wichtigste, dass derjenige, der meinen Text eventuell später liest, GENAU weiß, wo sich mein Protagonist, nehmen wir mal das Beispiel von Shina aus "Die Silberweberin", befindet.
In diesem FAll auf einem Felsvorsprung auf der "Insel" Lianor. Umgebungsbild und Umstände sind etwas anderes, für mich allerdings auch wichtig.
Auch wenn es einigen vielleicht verkorkst vorkommt, ich mache mir grundsätzlich keine Gedanken darüber, wie der weitere Verlauf der Geschichte ist und unter welchem Einfluss meine Charaktere stehen, welche Eigenschaften und Familienverhältnisse, Einstellungen sie haben. Das ergibt sich bei mir meist im Verlauf der Geschichte.
Ich muss ganz ehrlich sagen, am Anfang habe ich noch nicht einmal die leiseste Ahnung, was eine Person machen soll und wie sie z.B. zu einer Nebenrolle steht.
Dann kommen die Grundrisse (Oh Wunder O.o).
Ist mein Charakter ruhig, gelassen, stur oder einvernehmend?
In welcher Beziehung steht er zu "Beispielfigur"?
Soll meine Figur sterben?
Hat ihr Tod auswirkungen auf das Leben anderer?
Wenn sie überlebt, wird sie eine andere Einstellung haben?
Schließt sie Freundschaft mit jemand anderem?
Diese Fragen stelle ich mir im groben, beantworte sie (allerdings möglichst knapp, ich will später noch Möglichkeiten zur Variation haben!!) und richte das Geschehen danach.
Dann kommen bei mir die Auswirkungen des Handelns auf die weitläufige Umgebung des Protagonisten/der Nebenfigur.
Bei diesen Sachen wird es für mich schwerer, weil ich mich grundsätzlich nicht orientieren möchte, aber irgendwie geht's dann doch noch.
So, ich denke, dass das erst einmal als grober Eindruck reicht, denn es würde jetzt so verworren weitergehen, dass man mich wahrschienlich wirklich in eine Irrenanstalt einliefern würde.
Eins möchte ich zum Schluss noch sagen:
Ich würde mir nicht so viele GEdanken um einen geregelten Aufbau machen. Jedenfalls bei mir ist das so, dass ich meine Pläne nach ein wenig schreibzeit sowieso wieder über den Haufen werfe und ganz neue Ideen und Anregungen entwickle.
Doch wenn meine Charaktere stehen habe ich das GRundgerüst für eine Story. Deswegen ist ein Protagonist für mich der hauptsächliche Inhalt der Geschichte, ohne den nichts funktionieren könnte (ich kenne GEschichten, da gibt es keinen Protagonisten und sie sind teuflischh gu, aber wie man das schreibt ist mir ein einziges Rätsel), In my opinion.
Trotzdem, einen großen Kopf mache ich mir darum nicht, da mir eine Geschichte zufliegen muss, damit sie einigermaßen lesbar wird. :D
Ich hoffe, das ganze war jetzt nicht ZU verworren. FAlls es doch so ist: GOMEN!!
Charakter erschaffen sich bei mir immer selber.
Das klingt komisch, ist aber so. Im Grunde lasse ich die Charaktere auf eine Situation treffen, in der sie Entscheidungen treffen müssen. Beispiel: Der Held soll kämpfen.
Ist der Held ein erfahrener ausgebildeter Kämpfer, dann reagiert er gefasst, konzentriert, hat er ja schon mal erlebt. Und kämpfen kann er dadurch auch toll.
Ist der Held aber ein Bauernsohn und muss kämpfen, damit er überlebt, sieht das alles ein wenig anders aus. Angst, Furcht, die Unwissenheit wie man richtig kämpft, frühe Erschöpfung, Verzweiflung. Gerne stelle ich einem schwachen Protagonisten einen starken daneben.
Die Charaktereigenschaften bestimme ich auch erst durch die Geschichte selber. Einer meiner Charaktere, ein Mann aus ärmlichen Verhältnissen ist immer ehrlich und offen, sagt gerne, was er denkt, auch wenn er anderen damit auf dem Fuß tritt. Ein anderer ist, wenn etwas schief geht furchtbar sauer. Da habe ich einen bösen Magier, der mal eben einen seiner Untertanen umbringt, weil die Wut überhand übernommen hat.
Also ich würde sagen, die Charaktere charakteresieren sich bei mir selber, durch ihre Taten und Handlungen. Bei mir ist kaum etwas schon vorher bestimmt. Leider habe ich Probleme damit eine Änderung der Charaktereigenschaften zu erreichen. Sie bleiben so wie am Anfang. Ich weiß, dass ist nicht toll, oder?
Andradir
01.06.2008, 21:04
Charakter erschaffen sich bei mir immer selber.
Genau so ist es bei mir auch.
Ich habe in den vierzig Jahren, die ich jetzt als Hobbyautor Storys schreibe, noch nie einen Charakter "entworfen".
Die Figuren sind einfach da. Beim Schreiben entstehen sie und entwicklen ihre Eigenarten. Wenn sie miteinander reden, weiß ich selber vorher nicht, was die sagen. Ich bin meist selber gespannt, wie sich ein Gespräch entwickelt.
Irgendwie stehe ich eher daneben und schreibe mit, quasi als Beobachter oder so als würde ich aus der Erinnerung schreiben.
Wenn ich mal feststelle, dass eine Figur sich sträubt, geschrieben zu werden, dann lasse ich das. Mit Gewalt geht bei mir nichts, das muss sich alles von selbst schreiben, nur dann kommen bei mir Storys raus, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin.
@ Andradir
40 Jahre Erfahrung? Hui, dass nenne ich mal ne Leistung.
Irgendwie stehe ich eher daneben und schreibe mit, quasi als Beobachter oder so als würde ich aus der Erinnerung schreiben.
Das kenne ich auch. Da ist nicht nur bei den Gesprächen so, sondern auch, was allgemein so passiert.
Manchmal nehme ich mir vor Handlungen nach einem vorher ausgedachten Muster zu schreiben, aber dann kommt auch wirklich alles anders. Da sind mir schon einige Nebenstorys entstanden. Da gab's schonmal Unfälle mit Reisen durch Portale, Feindliche Armeen, die durch ein einziges Wesen, dass eben mal vorbei kommt, völlig ausgelöscht werden, etc.
Ich bin mannchmal wirklich sprachlos, was mir in so einer Schreib-Session, so alles einfällt :)
ZanIzuNES
08.06.2008, 21:53
Meistens habe ich am Anfang eine Idee, eine Szene in der die Figur vorkommt, oft auch schon ganz schnell einen Namen.
Früher habe ich dann ganz einfach drauflos geschrieben - der Nachteil daran ist aber, dass die Figur dann zu sehr stereotyp wurde.
Inzwischen fahre ich zweigleisig. Bei längeren Texten und längeren Kurzgeschichten schreib ich drauf los, erstelle aber gleichzeitig ein Charakterprofil. Dabei sind Ausehen, Kleidung und Charactereigensschaften für mich inzwischen nicht mehr ganz so wichtig, aber ich notiere halt kurz was dazu. Viel wichtiger sind für mich inzwischen Infos, die eine Art Hintergrundwissen über die Person liefern.
Z.B. habe ich für eine KG einen Marsminenarbeiter erfunden, eine Hintergrundinfo zu ihm war, dass er als Teenager schon dick war, und schon damals Probleme hatte Frauen anzusprechen. In der KG kam er dann wieder in diese Situation, und ich konnte "seine" ERinnerungen an diese Zeit dann einbauen. Ich finde, genau solche Aussagen geben einer Figur Tiefe, machen sie liebenswert oder abstoßend.
Bei ganz kurzen Texten - Übungsgeschichten mache ich mir immer noch gar keine oder ganz wenige Gedanke zu den Figuren. Da steht mehr im Vordergrund, was will ich erzählen, wie will es erzählen und wer kommt drin vor, wie kriege ich das alles mit einem Minimum an Infos in geschätzt ein bis zwei Seiten.
Gruß ZanIz
Wenn ich mal eine längere Geschichte schreibe, was selten sit, da ich Kurzgeschichten bevorzuge, dann entsteht meist zuerst der Charakter.
Also ich überlege mir wo er lebt, wie er lebt, in welcher Welt, zu welcher "Klasse" er/ sie gehört, usw. Dabei überlege ich auch ewig für einen passenden Namen. Er muss die Person zu einem Teil beschreiben und einfach stimmig ins Bild passen. Aber eigentlich kann man den Prozess der Entstehung einer Geschichte nicht genau unterteilen in Charaktergestaltung und Geschichte. Das ist recht schwer.
Wenn ich dann aber Kurzgeschichten schreibe, benutze ich so gut wie nie einen Namen. Es geht dann einfach um "Sie". Ja, wahrscheinlich ist "Sie" mein Alter-Ego, aber nun gut. So schreibe ich sehr gerne: Eine Momentaufnahme aus dem Leben von "Sie", die in Präsens geschrieben ist und wirklich nur einen Moment beschreibt. Ich liebe das. Namen sind dann überflüssig, oder eine Welt oder was weiß ich. Es geht wirklich nur um diesen einen Charakter und es darf nichts geben, was von ihm ablenkt.
Das Thema find ich ja unheimlich spannend. (Wenn das so weiter geht, dann sitz ich hier noch Tage und hangel ich von einem interessanten Thema zum nächsten und das ist nicht so gut, wenn man noch was erledigen muss. ^^")
Hierzu muss ich unbedingt etwas beisteuern.
Lasst mich kurz überlegen, wann ich etwa meinen ersten Charakter erschaffen habe. *denk, grübel...* Hm... also es fing damit an, dass ich das erste mal so richtige registriert hatte, dass mein Bruder Rollenspiel betreibt. Er hat mir ein wenig über DSA erzählt und ich wollte sowas auch machen, also habe ich angefangen meine eigene Welt zu kreieren, samt Charaktere und so hab ich auch angefangen zu zeichnen. oo (Woran man sich nicht alles erinnert...)
Wie ich damals Charaktere "entworfen" habe, daran kann ich mich nun nicht mehr sooo genau erinnern, aber viele sind mir quasi einfach zugeflogen. Ein Charakter entstand durch ein Bild, das ich mal gesehen habe, die andren kamen einfach von selbst und so ist es heute auch meist so. Sie kommen einfach und wenn ich sie interessant genug finde, dann behalte ich sie und baue sie auch aus.
Mein bestes Beispiel hierfür ist Seylith. Die hat schon einige Stadien durchlaufen bis sie jetzt für mich so annehmbar geworden ist und ich weiß, dass die Charakterentwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist. Anfänglich war sie eine Kämpferin, dann eine kleine Lolita (Ja, ich hatte mal ne Lolitaphase) und nun wurde sie zu einer reiferen Person.
Zwei Charaktere entstanden aus Fremdvorlagen von einem Spiel, dass ich sehr liebe. Ich wollte dort mal den einen Charakter abkoppeln bzw. meine Interpretation dessen und raus gekommen ist ein vollkommen anderer Charakter, der in meinem kleinen Freundeskreis eigentlich sehr gemocht wird. Er ist gepierct, tätowiert und hat ne Glatze, dann ist er noch nen Aufreißer (hat aber nicht immer Erfolg ^^) und rennt grundsätzlich jedem halbwegs interessanten Mädel hinterher. Er ist eigentlich ein sehr lustiger Charakter und schimpft sich Marius.
Der Ursprungscharakter allerdings, aus dem er entstanden ist und den ich mir auch noch einverleiben werde, aber den Namen werd ich wohl bei behalten, ist das krasse Gegenteil. Zwar ist er auch kahlköpfig und bevorzugt Frauen, aber das waren schon alle Gemeinsamkeiten. Marcus heißt der Gute und war der Grund, warum ich mich ein wenig mehr mit Sadismus und Masochismus beschäftigt habe, da der Gute gerne mal Leute seziert, egal ob lebendig oder tot... Aber er ist auch ein sehr guter Zeichner. Woher er die anatomischen Kenntnisse nimmt, brauch ich wohl nicht erklären...
*hüstel* Da bin ich wohl ein bisschen abgeschweift, wollte aber zeigen, dass mir mal die Charaktere so zugeflogen kommen oder aber aus Vorlagen entstehen, diese dann aber völlig anders sind als das Original.
Nun hätte ich aber eine Frage an euch, die mich doch sehr beschäftigt.
Marcus ist eigentlich der Charakter aus nem Pc-Spiel, nur ist meine Interpretation dessen, also mein Marcus, völlig anders und hat eigentlich recht wenig bis eigentlich gar nicht mehr wirklich mit dem Original gemein. Ich hab ihm sogar andre Kleidung im Geiste verpasst, einfach weil es besser zu dem von mir zugedichteten Charakter passt.
Die Frage ist nun, ob ich ohne Gewissensbisse behaupten kann, dass es mein Charakter ist? Eigentich habe ich aus ihm gemacht, was er nun für mich ist und somit wäre er doch nun mein Charakter oder etwa doch nicht? Als Charakterklau kann man das doch nicht bezeichnen oder etwa doch? Ich hoffe nicht. :-/ Im Original erfährt man so gut wie gar nichts über die Figur und wie ich schon sagte: Eigentich ist es meine Interpretation, ja schon meine Kreation.
Wie denkt ihr darüber?
Verräter
13.06.2008, 18:00
Zum einen kenne ich weder deinen Charakter noch den Charakter aus dem dieser entstanden ist, daher kann ich nur schwer eine Entscheidung dazu treffen, aber ich denke du kannst durchaus behaupten dies sei "dein Charakter". Ein paar meiner - sehr - alten Charaktere kann ich auch noch Personen aufzählen, aus denen sie entstanden sind, meist aus Filmen oder Spielen. Nur bin ich der einzige der das weiß, denn zwischen den beiden Personen gibt es letztendlich kaum Parallelen, bei einigen sogar überhaupt keine mehr.
Auch bemerkte ich immer wieder Ähnlichkeiten zu anderen Charakteren, ohne es gewollt zu haben (gerade was Namensgebung angeht. So hieß einer meiner Charaktere bis vor kurzem noch Myanmar... bis ich bemerkt habe dass eine Stadt so heißt ~__~ Seitdem heißt die Person überall -noch-Namenlos- *seufz*)(So heißen übrigens die meisten meiner Charaktere)
Hachja... aber auch was Charaktereigenschaften und Hintergrundgeschichten angeht, habe ich vor einiger Zeit erstaunt festgestellt, dass ich einen meiner Charaktere auch Darth Vader hätte nennen können so ähnlich ist da alles. Aber bin ich der einzige der das so sieht ;-) (Gut,... es gibt auch nur eine weitere Person die diesen Char kennt, aber die ist der festen Überzeugung ich bin verrückt!)
Du als "Erschaffer" siehst deine Charaktere ganz anders als andere. Selbst wenn du dich "in der Anfangsphase" an einem anderen Charakter orientiert hast, durch das was er unter "deiner Führung" erlebt/sagt/denkt/macht entwickelt er sich automatisch weiter und weiter von seinem Ursprung weg, sodass er zu deiner eigenen Kreation "wird". Jeder Charakter ist einzigartig, egal wo seine Wurzeln liegen ;-)
Ah, das mit Darth Vader hatte ich mal gelesen. Du wolltest ja auch gar nicht, dass er so wirkt, wenn ich mich recht erinner.
Heutzutage gibt es ja ne Fülle von realen und (sagen wir mal) virtuellen Menschen, kurz Charakteren, dass es eigentlich nicht verwunderlich ist, dass manche sich überschneiden, aber du hast schon Recht: Man selbst sieht das doch anders als wiederum andere.
Ich bin aber froh, dass ich doch schon sagen kann, dass es mein Charakter ist. =^.^= Ich selbst bin ja absolut gegen Ideenklau und würde das auch so nie betreiben, deshalb hatte ich halt die Befürchtung ich hätte so etwas vll doch gemacht, ohne es wirklich zu wollen. :-/
Ach und eines wollte ich noch erwähnen, denn das hatte ich nämlich vergessen. ^^"
All meine Charaktere sind iwie so etwas, wie meine Kinder oder so ähnlich. *sich am Kopf kratzt* Und deshalb fällt es mir auch so schwer sie sterben zu lassen. Tjaja, aber da bin ich wohl nicht die einzige, auch wenn nicht jeder Charakter unsterblich sein kann. *pfeif*
Also, wenn ich Charaktere erschaffe läuft das bei mir in mehreren Phasen ab. 1. Die Situation in der er/sie auftaucht, will heißen in welchem Bezug steht er zu den anderen Charakteren, was hat er in der Szene verloren und wo will er vielleicht noch hin bzw. was wird er wohl als nächstes tun.
2. Jetzt hab ich die Szene, in den meisten Fällen kommt jetzt erst mal der Name, dann entwerfe ich ein ausführliches Profil über den Charakter, dabei habe ich folgende Punkte: Name, Famile, Freunde, Feinde, Aussehen: Kleidung, Körperbau, Gesicht, Größe. Fähigkeiten & Eigenschafften teilen sich bei mir in Geistige und Körperliche. Dann kommen noch Erlebnisse und Vorgeschichte dazu, also wo kommt er her was hat er schon alles durchgemacht, was ist seine Motivation bestimmte dinge zu tun und wovor hat er Angst?
3. Wenn das alles ausgefüllt ist (man kann das Profil natürlich auch noch ausführlich erweitern) dann lasse ich die Szene weiter laufen, durch das was ich aus den Profilen der Charaktere weiß, kann ich eine Situation entwickeln die man später auch nachvollziehen kann.
Wichtig ist auch, das man den Charakter so vielschichtig wie möglich macht, je mehr man über ihn weiß, desod besser versteht man ihn.
So hoffe das man das versteht und hoffe das ich helfen konnte.
Mit freundlichen Grüßen
Glavo
Ich mache das immer so Dragon&Dungeons-mäßig. Ich habe schon selbst so eine Art Ausfüllfragebogen geschrieben.
nazgul666-rr
08.08.2008, 21:09
Ich mache das immer so Dragon&Dungeons-mäßig. Ich habe schon selbst so eine Art Ausfüllfragebogen geschrieben.
wollte ich auch als Idee bringen, aber mit DSA Charakterbögen - es gibt gewisse Fertigkeiten, Eigenschaften und Ausrüstung die der Chara hat und dann kann man sich da in jeder Situation drauf berufen weil die ziemlich viel für ein mittelalterliches Fantasy viel abgeben.... - 2 Seiten für einen nicht magischen Chara meist und für die Liste der Zaubersprüche entsprechend entsprechend mehr Seiten
Das Forenpelztier
13.09.2008, 17:43
Schwierig zu sagen. *wunder*
Persönlich habe ich immer ein Problem mit dem Wort "Erfinden" - denn so fühlt es sich für mich nicht an. (Ich weiß aber nicht, wie es anderen dabei geht.) Es ist mehr, als wäre die Geschichte/Welt/Person schon da und ich würde sie nur Stück für Stück entdecken, falsche Informationen von richtigen trennen - bis ich schließlich weiß, dass es stimmt.
Aber dafür gibt es kein Wort, also bleiben wir beim Erfinden.
Das ist eine schöne Beschreibung. So in etwa läuft es auch bei mir ab.
Beispiel (Hat mehr oder weniger so stattgefunden):
Ich will eine Geschichte über einen Piraten schreiben. Gut, gucken wir, wo auf der Welt gibt es waschechte Piraten. Auf See natürlich. Meer haben wir ja genug, aber da die Piraten ja nicht ewig auf See sind, sondern auch mal einen Hafen ansteuern, brauchen wir einen Piratenhafen. Die existierenden Küsten sind aber bereits alle Hoheitsgebiet, also brauchen wir einen neuen Ort. Eine Insel. Besser; ein Archipel. So entstand eine Inselgruppe namens das Labyrinth, wo die Piratenkönige über je eine oder mehrere Inseln herrschen und sich gegenseitig bekriegen. Huch, da haben wir ja eine ziemlich große Hafenstadt, Porto Sefino. Schauen wir mal, wer da wohnt. Ahh, interessant, in der Beutelschneidergasse 17 wohnt ja der alte Navus. Und sein Sohn Sillian ist der erste Maat auf der Fregatte Südsturm von Käpt'n Deneris, der alten Meerhexe. Über Sillian könnte man doch sicher eine tolle Geschichte schreiben... immerhin ist er als Junge mit seinem Vater aus Altonar verbannt worden und schiebt deswegen einen Hass auf die Altonarer. Und die Galeeren der Altonarer kreuzen immer häufiger in den Gewässern um das Labyrinth... Hmm... Sillian wird sich wehren.
Und so entstand Sillian, ein charismatischer, junger Pirat, der das Schiff nach einer schweren Auseinandersetzung mit einer altonarischen Galeere übernahm, da sein Käpt'n gestorben war, mit der er eine Beziehung hatte. Silliam erhielt Hintergrund, Farbe, Charakterzüge, ganz einfach durch das, was in der Welt passierte. es hätte genausogut einen anderen Piraten treffen können, oder einen Offizier der altonarischen Marine... sie waren ja da. ich musste nur im Adressbuch nachschlagen und anrufen, ob er eben Zeit für ne Geschichte hätte.
Um zu zeigen, wie ich einen Charakter erschaffe, erschaffe ich einfach mal einen und kommentiere es.
(Anmerkung vorweg; sz = scharfes s/ss, cs = (t)sche)
Wozu brauche ich den Charakter?
Der Charakter soll einer der Hauptcharaktere bei einer Art Reihe sein, bei der ich die wichtigsten drei Städte aus meiner Welt vorstelle. In diesem Fall ist es die Kaiserstadt Durnosz, das Machtzentrum des menschlichen Ostens. Kurzum kann man es mit einem wirklich typischen Mittelalter gleichsetzen, was dort ist, in punkto Religion ist es teilweise noch sehr viel härter, selbst wenn das Land gerade dabei ist, wissenschaftliche Sprünge zu machen. (Schießpulver wird entdeckt, jay!)
Habe ich in dem Setting schon Charaktere, die ich in sein soziales Umfeld stecken könnte?
-> Ich habe überall in meiner Welt ein paar Charaktere rumgeistern, zu denen ich mir schon Gedanken gemacht habe.
Aye, und zwar einen jungen Seemannsoffizier mit Namen Kamil Marzin Lewoszadrik, später Schiffskapitän, dann Freibeuter unter durnäischer Kaiserkrone, letztlich Deserteur und schließlich Pirat, letztlich Freibeuter der sog. Freien Stadt Jahelr und erklärtes Negativbild im Durnäischen Militär und den konservativen Kreisen. - Nehmen wir diesen sympathischen jungen Mann mit wandlungsreichem Leben einfach mal als Sohn des Charakters, denn leider kann ich ihn nicht verwenden, da er sich zu selten in der Stadt aufhält.
Wer ist mein Charakter?
-> Da Kamils Geschichte schon in gewissen Grundfesten stand, kann ich nun daran anknüpfen.
Der Name des ca. 40 Jahre alten Mannes ist Marzin Staneslaw Lewoszadrik und er ist momentan der Familienherr der alten, aber eher mittelmäßig mächtigen Adelsfamilie der Lewoszadri, stämmig aus der Burgstadt Lewosza aus der Region Dinaposca. Sein Titel ist der des Comes. Vor dreißig Jahren heiratete er ein junges Mädchen von seilarnischem Adel, mit Namen Nirecalle Yvonne de Sarvennes. Sie war jüngste Tochter einer mächtigen Adelsfamilie, welche seit Jahrhunderten schon die Inselgruppe namens Sarvennes beherrscht, die dominierend im Mittelmeer und am Eingang der Kaiserbucht liegen. Dementsprechend lag der jungen Nirecalle auch die See im Blut, welche sie dann an den gemeinsamen Sohn Kamil weitergab.
Marzins Familie, die Lewoszadri, waren seit jeher der politischen Mitte zuzuordnen; weder so wirklich progressiv noch konservativ mogelten sie sich durch Staatstreitigkeiten hindurch und erlangten aber durch kluge Investitionen und Kontaktknüpfungen einiges an Ansehen. (Einer dieser Kontakte brachte eben diese Heirat mit dem mächtigen Seeadel zustande.) Weder Krieger noch Geistliche sind sie, interessierten sich jedoch schon immer für Naturwissenschaft, Mathematik und Geschichte. "Wissen und Gelehrsamkeit als des Herren Segen" lautet ihr Familiencredo. (Umso schrecklicher empfand es Marzin, dass ausgerechnet sein ältester Sohn sich dieser Familientradition abwandte und zur unter einem ausgesprochen schlechten Ruf stehenden durnäischen Marine ging. Nie war sie wirklich erfolgreich gewesen. Aber um das Geschlecht der Sarvennes nicht zu schmähen, ließ er den Jungen gehen und konzentrierte sich auf seine vier restlichen Kinder, eines davon eine Tochter.)
Seit etwa einem Jahrzehnt steht die Burg Lewosza unter einem Kastellanen, während sich Marzin in der Stadt Durnosz niedergelassen hat, um dort unter der kaiserlichen Krone im größeren Vereinten Rat zu dienen, welcher unter dem Kaiser über die Geschicke des Reiches berät, doch bei weitem weniger bewirkt und weniger Einfluss hat als der Kaiserrat, welcher sich aus wenigen Günstlingen des Kaisers zusammensetzt. In Durnosz hat Marzin auch seinen Meister und Feind gefunden; einen erzkonservativen Militaristen namens Dubrovnik, der sämtliche Entwicklungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse für das Werk der Herrin hält und sich auf alte Werte stützt. (Marzin ist Triebfeder der wissenschaftlichen Entwicklung des Reiches und holte viele Wissenschaftler aller Art an den kaiserlichen Hof, steht daher in gewisser Weise für den Wandel.)
-> Nun, da grob festgestellt wurde, wer Marzin ist, kommen wir zur nächsten Frage;
Wie ist Marzin Staneslaw Lewoszadrik?
Comes Lewoszadrik zeichnet sich durch seinen Scharfsinn, seine Menschenkenntnis und Weitsicht, auch eine gewisse Skrupellosigkeit, aus, ohne die er es nie in den Vereinten Rat geschafft hätte. Er liebt Planungen, ohne sich dabei jedoch bis ins kleinste Detail festzulegen und reagiert extrem wütend, sollte einer seiner Pläne schiefgehen und brütet danach erst einmal einige Tage allein in seiner Studierstube, bis sein Zorn verraucht ist. In seinem Interesse ist es zuerst, die Familie der Lewoszadri zu stärken und ihnen einen größeren Einfluss im Kaiserreich zu verschaffen, Mittel zum Zweck ist dazu unter Anderem die Verbesserung der Situation des Reiches insbesondere die in Csedark, seinem Heimatkönigreich. Stets achtet er darauf, seinen Feinden keine Angriffsfläche zu bieten und ist recht wortgewandt. Eine seiner Schwächen ist seine Liebe seinen Kindern und seiner Familie, die trotz vieler Fehltritte und Wunden in Marzins Stolz seine volle Zuneigung genießen. Auch hegt er eine gewisse Skepsis gegenüber der Durnäischen Kirche, vermeidet es jedoch, sich dies anmerken zu lassen. Ein wahres Laster ist es, dass der gute Mann Pfeife raucht, hinzu kommt, dass er an seiner alternden Frau Niracelle wenig Reiz findet, obgleich er sie von ganzem Herzen liebt. Manchmal kommt es vor, dass er ganz den Reizen einer anderen, jüngeren Frau erliegt und ihr unauffällige Avancen macht. Manches Mal soll sogar eine Mätresse in seiner Residenz ein Zimmer beziehen. Wäre dies bekannt, wäre es nicht nur gefundenes Fressen für seine politschen Feinde, sondern würde auch seinen Bund mit den De Sarvennes auf eine harte Probe stellen.
Ich habe fertig ... und hoffentlich niemanden in Details ertrinken lassen. Man kann also sagen, ich überlege zuerst, wozu ich den Charakter brauche, welche Geschichte er hat und was ihn interessant macht, wie er zu bereits bekannten Charakteren steht und letztlich dann, wie dieser Charakter eigentlich ist, welche Stärken und Schwächen er hat, obwohl ich seine grundlegenden Eigenschaften schon beim gesamten Planen im Hinterkopf hatte. Tja, und letztlich wird aus ihm Geschichte. :)
Gruß,
Shai Hulud
14.03.2009, 20:00
Also bei mir "reifen" die Charaktäre, jedenfalls die Protagonisten, in meinem Kopf heran.
Meistens aus einer Idee, oder einem Bild, z.B. wurden aus der Idee, jemand wertvollen zu verlieren eine ganze reihe kurzgeschichten. Auch die Hauptperson meines Romans an dem ich schreibe, wuchs aus der Idee heran, dass er auf einem Tempel geopfert wird.
Eigentlich will ich nur sagen, das (jedenfalls bei mir) die Eigenschaften, Aussehen und sogar das Geschlecht nur "nebensächlich" sind, beziehungsweise eher später herauskristallisieren.
Bei mir ist das völlig unterschiedlich. Manchmal hab ich eine Geschichte im Kopf und dadurch entsteht der Charakter. Manchmal hab ich eine Idee, was der Charakter können soll und dann kommt der Rest hinzu und hin und wieder hab ich erst den Charakter im Kopf und dann kommt die Geschichte drumrum:)
:)Bei mir ist es so das sich die Personen mit der Geschichte weiter endwieckel.
Manchmal ist es schon unheimlich weil ich das Gefühl habe die Personen ihn meiner Geschichte handel von allein und ich wurde einfach nur Beobachter sein.:):):)
Ich hätte da noch eine Frage.Diese Webseite ist für mich zimlich unubersichtlich wo muss ich genau drauf gehen um eine Geschichte zu schreiben????????????????????????????????????????? ???????????????????????
engelchen
18.04.2009, 15:12
Ich hätte da noch eine Frage.Diese Webseite ist für mich zimlich unubersichtlich wo muss ich genau drauf gehen um eine Geschichte zu schreiben????????????????????????????????????????? ???????????????????????
Bin zwar auch noch nicht so lange hier, hba aber schon mitbekommen, dass das erst ab einer gewissen Beitragszahl möglich ist. 100, wenn mich nicht alles täuscht. Aber bitte nicht mich verantwortlich machen, wenn's nicht stimmt, ganz sicher bin ich nämlich nicht.
Bei mir beginnen Geschichten meist mit einer einzelnen Szene, manchmal auch nur ein Bild, und oftmals findet dieser "Start" gar nicht den Weg in die fertige Geschichte. Dann lasse ich das Ganze in meinem Kopf weiterwachsen, es entwickeln sich nach und nach Figuren, Orte usw. Ich schreibe nichts davon auf, bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben der Geschichte beginne - ich habe die Erfahrung gemacht, dass das meine Geschichten ... tötet (Klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll).
Oft passiert es mir, dass ich (mitten in der Geschichte) einen Absatz schreibe, ihn mir dann durchlese und denke: Hoppla, da wollte ich diese Figur/diesen Handlungsstrang/... eigentlich gar nicht haben!
Dann lese ich es nochmal, und manchmal verwerfe ich es, aber häufiger ist es so, dass mir die Idee, die sich da eingeschlichen hat, gefällt, ich sie drinlasse und sie der Handlung neue Wendungen gibt.
Das führt zwar dazu, dass ich wesentlich langsamer bin als andere, weil es schon mal vorkommt, dass ich wo stecke, aber so macht es mir mehr Spaß, und die Geschichten werden lebendiger. Ich hab mir aber vorgenommen, dass ich nie wieder anfange was zu schreiben, wenn ich nicht zumindest eine ungefähre Storyline und ein Ende im Kopf hab - sonst wirds nie fertig:(
Zu den Charakteren: Die "wachsen" mit dem Rest, kristallisieren sich nach und nach heraus.
Ich würde sagen, ich erfinde meine Geschichten und Charaktere nicht, sie entstehen einfach, wenn ich Zeit und Ruhe habe meine Gedanken schweifen zu lassen.
(So viel wollte ich eigentlich nicht schreiben. Sorry falls ich mich irgendwo wiederholt habe)
Stardust
14.05.2009, 16:52
Ich bin da ganz eigen.
Bei mir sind die Charaktere zum Großteil die Geschichte.
Die ein wenig genauere Vorstellung des 'roten Fadens' kommt erst, wenn ich die Charaktere habe. In ganz genauer Ausführung.
1.Die Idee
Am Anfang stehen die Gedanken:
Welche Rolle soll der Charakter erfüllen?
Was sind seine Aufgaben?
Brauche ich ihn?
Ich finde die Ausgewogenheit wichtig. Ein Charakter muss menschlich sein, sprich er muss Ecken und Kanten haben, um liebenswürdig zu sein.
Oder ein Charakter darf nicht menschlich erscheinen. Beispielsweise bei einem Tier oder einem Elfen, etc...
Ich sehe zu, dass meine Nebencharaktere immer um eine Vielzahl den Hauptcharakteren überwiegen. Sie sind der 'Background' für sie.
Ein Nebencharakter ist allerdings schneller erschaffen.
2. Das Aussehen
Zuerst sehe ich mir auf Photobucket Animebilder an, abhängig davon ob ich einen Jungen oder ein Mädchen brauche. Dabei sehe ich mir jedes Bild genau an und denke mir: Wie könnte sein/ihr Name lauten? Und die Persönlichkeit? Vorlieben? Abneigungen? etc...
Natürlich ist das Bild, das ich nach stundenlangen Suchen gefunden habe und das möglichst genau mit einer Vorstellung an sein sollte, die ich schon zuvor gehabt habe, nur eine Stütze. Ich beschreibe dabei nicht das genaue Aussehen oder was weiß ich noch alles.
Allerdings ist das für mich wichtig, überhaupt dass es Animebilder sind. Wenn ich schreibe, stelle ich mir die ganze Geschichte wie ein kleines Filmchen vor, im Animestil gezeichnet.
3. Der Name
Weiter geht es mit den Namen. Das braucht wohl am Längsten.
Wenn ich eine genauere Vorstellung einer Person habe, dann gibt es nur einen Namen, der passen kann. Einen einzigen bloß!
Alles andere würde für mich falsch klingen. Natürlich kommen dazu auch andere Faktoren dazu: Passt es zur Zeit und ins Land, indem mein Protagonist spielt (ganz wichtig), und auch: gefällt der Name mir?
Ich möchte auch keine gewöhnlichen Namen vergeben oder Namen, die Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte tragen. Dabei würde ich mich komisch fühlen.
4.Die Persönlichkeit
Eine Grundidee der Persönlichkeit ist freilich schon ganz am Anfang gegeben. Aber ich liebe beispielsweise das Fach Psychologie in der Schule und habe es mir zum Hobby gemacht Menschen 'zu erforschen'.
Mir macht es nichts aus, wenn sich im Steckbrief die Aufzählungen der Charaktereigenschaften manchmal gegenseitig widersprechen. Auch reale Menschen sind nicht immer nett und freundlich. Oder man kann aufbrausend (zuminderst innerlich aufbrausend) sein und es dennoch hinter einer gelassenen und ruhigen Fassade verstecken.
Ich schreibe dabei alles auf was wichtig ist: Alter, Grundcharakter (ein besonders ausgerpägtes Merkmal im Wesen), Charakterzüge, Vorlieben und Abneigungen, Stärken und Schwächen, Talente, Träume, Wünsche, Ängste und Phobien, seine Sicht der Welt...
Dies ist alles für mich wichtig.
Dann kommt die Vorgeschichte, das Umfeld: die Familie, die Freunde und die Liebesbeziehung.
Ich finde diese Dinge wichtig. Die Person hatte schließlich schon vor der Story ein Leben.
Zudem versuche ich so gut wie möglich alle Klischees fernzuhalten. Beispielweise das weinerliche Mädchen, das einen starken Mann an ihrer Seite hat. Oder ich spiele bewusst damit und bringe einen Aspekt der Figur mit ein, die -hoffentlich- die Leser sagen lässt: Das hätte ich niemals von ihr/ihm erwartet.
Für micht ist aber immer das am Bedeutensten: Wenn ich schreibe, dann ist der Charakter nicht nur eine Romanfigur. Vor meinem inneren Augen lebt er.
Wenn ich morgens in die Schule fahre beispielsweise, dann überlege ich mir im Zug verschiedene Situation und dann der Gedanke: Wie würde mein Protagonist darauf reagieren?
Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber mir wachsen die Charaktere richtig ans Herz. Würde ich eine Geschichte beenden, oder schreibe daran auch etwa nur eine Woche nicht weiter, dann fehlt mir etwas...
5.Die Geschichte
Am Wichtigsten ist es natürlich den Charakter in die Geschichte einzubinden und ihn darstellen zu können.
Selbst wenn sich zwei Menschen von der Persönlichkeit her ein wenig ähneln, dürfen sie nicht gleich sein und müssen immer authentisch wirken.
Jeder Charakter muss etwas Besonderes an sich haben.
Und ich scheue mich nicht auch einmal etwas Neues auszuprobieren, auch wenn manche Leser darauf nicht wie gewünscht anspringen.
Ebenso darf die Figur nicht statisch sein. Sie muss sich immer, zu jedem Zeitpunkt, weiterentwickeln und darf nie stehen bleiben.
Carlentio
28.11.2009, 12:59
Ich wollte noch dazu fügen, dass mein Charakter sich über eine Entfernung von 3 bis 4 Metern teleportieren kann und im Dunkeln sehen kann, da er im Reich der Finsternis aufgewachsen ist, wo er gelernt hat zu kämpfen und sich zu teleportieren, als Nebenprodukt der Finsternis, hat er langsam gelernt in der Dunkelheit zusehen.
Lord Dralnu
28.11.2009, 19:22
Es geht hier um Waffen, nicht über körperliche Eigenschaften.
Mich würden ganz nebenbei mal dein Alter und
die Psyche deines 14-jährigen Metzelcharakters interessieren.
Carlentio
28.11.2009, 19:46
Entschuldigung, ich hab ich mitreißen lassen, als ich angefangen hatte mit der Waffe, konnte ich einfach nicht anders und den Rest auch noch zu beschreiben.
Aber wie du schon geschrieben hast, wär mein Charakter 14, aber kein Metzelcharkter, mein Charakter würde nur kämpfen, wenn er wieder Geld braucht um zu leben, sonst würde eingentlich wie ein ganz normaler nicht alternder Junge leben:D
Gute Frage - ich denke, da hat jeder seine eigene Herangehensweise.
Ich persönlich gehe (fast) immer von der Geschichte aus.
Bei meiner jetzigen Geschichte ist das aber anders. Ich hatte eine interessante Idee für eine mögliche magische Begabung -wusste auch schon, wie ungefähr der zugehörige Charakter sein sollte.
Um diesen Charakter herum habe ich mir dann eine Geschichte ausgedacht. Und mit der Handlung wurden automatisch weitere Charaktere hinzugefügt, deren Persönlichkeit zum Großteil schon mit der Handlung feststand. Beim Rest ließ ich meiner Fantasie freien Lauf und achtete nur darauf, dass das Gesamtkonzept Charaktere-Handlung stimmig erschien. Auch mein Hauptcharakter entwickelte sich mit der Handlung weiter.
Allerdings ist es immer interessant, einige Kleinigkeiten offen zu lassen - dann kann man von seinen Charakteren während des Schreibens selbst überrascht werden.
zZ schreibe ich auch an einer Kurzgeschichte - ebenfalls Fantasy - die nocheinmal anders aufgebaut wird.
Es ist eine Geschichte für ein Onlinemagazin - die Geschichte soll im Winter spielen, oder zumindest in irgendeiner Weise damit zu tun haben.
Hier versetzte ich mich erstmal in eine Winterlandschaft hinein und versuchte einfach, das dortige Geschehen zu beobachten, wartete darauf, dass sich weitere Ereignisse hinzufügten.
Ich sah einen Mann an einem Schreibtisch sitzen und schreiben. Nach einiger Zeit rollte er das Pergament zusammen, band es an das Bein eines Raben, öffnete das Fenster und ließ den Raben hinaus in die Winterlandschaft fliegen.
Noch jetzt weiß ich nicht, wer er ist und was er schrieb. Vielleicht eine Geschichte, an die er sich erinnerte. Aber das passt mit dem Raben nicht zusammen... also gehe ich von einer Botschaft aus.
An wen und über was? Das muss ich noch herausfinden.
Beim weiteren Nachdenken kam mir die Stimme einer jungen Frau in den Sinn, die sich erinnerte und erzählte. Ein Satz war besonders prägnant: "Man nannte mich... Lejla."
Das "nannte" verwunderte mich. Denn es heißt, dass sie jetzt keinen Namen mehr hat...
Im Versuch, beide Teile zu verbinden, sah ich die junge Frau durch den Türspalt hindurchspähen und den Mann beobachten. Als er aufstand, schlich sie schnell eine Treppe hinunter und verschwand in einem Zimmer im selben Haus.
Inzwischen sind mir weitere Gedanken zum Geschehen gekommen, und von dieser "Lejla" weiß ich jetzt auch ein bisschen mehr. Aber immer noch kenne ich ihr Persönlichkeit nicht, und von der Handlung habe ich noch keine Ahnung...
Was ich damit sagen will: In dieser Geschichte habe ich Charaktere, die ich erst während des Schreibvorganges kennenlerne. Ich lasse die Charaktere sich selbst entwickeln.
- Ich fange immer mit Namen an. Habe sogar mal eine Namensliste angelegt. Wenn mir mal kein Name einfällt, dann suche ich mir immer einen passenden aus. Manchmal dauert es stunden, bis ich den passenden Namen habe.
- Dann überlege ich mir, was zu dem Namen passt. Also notiere ich mir Eigenschaftswörter.
- wie sieht er/sie aus? dick/dünn? groß/klein?
- Was trägt die Person? (Kleid/Hosen, etc.)
- ... (usw.)
- Habe ich dies, überlege ich mir das Umfeld. Was hat sie/er für freunde, etc.
- meistens entwickele ich daraus auch meine Geschichte. aber manchmal auch nur die geschichte, ohne mir gedanken um die Personen zu machen.
Wie erschaffe ich einen Charakter? ... Das ist wahrlich eine interessante Frage, da stimm ich Seylith zu. Ich persönlich wähle da einen völlig anderen Weg. Bei mir stellt sich nicht die Frage, ob zuerst die Geschichte, die Welt drumherum oder das Bild einer Figur kommt. Alle drei entstehen irgendwie in einer Art ... "Wechselwirkung" zueinander. Ich weiß, es klingt komisch.
Jede Geschichte, die ich schreibe fängt mit einer Idee an und damit meine ich einer Botschaft. Egal, was ich schreibe: ich will damit etwas aussagen. Die Geschichten sind dagegen eher Verschlüsselungen. Genau da kommt die Charakterentwicklung ins Spiel. Denn alles, was ich schreibe wird gnadenlos dieser Botschaft bzw. Fragestellung untergeordnet. Wenn ich also einen Charakter erschaffe muss er einen oder mehrere Aspekte wiederspiegeln.
Einfaches Beispiel: Geht es um die Frage nach dem Sinn und Zweck von Macht und Machtausübung, so kann man einen König und einen einfachen Hufschmied o.ä. aufeinander treffen lassen. Ist der König ein Tyrann und der Schmied leidet darunter haben wir einen Konflikt - zugleich aber auch den Ausgangspunkt einer Story, einen Ort des Geschehens (ein Königreich) und jeweils eine Charaktereigenschaft. Dieses Grundmotiv wird erweitert, damit auch die Charaktere und die Welt drumherum. Fügt man auch nur ein Attribut einem dieser Punkte hinzu ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten, aus denen man aussuchen kann und die zugleich neue Möglichkeiten aufzeigen. Lücken werden durch neue Charaktere gefüllt. So entwickelt sich alles sehr dynamisch und ohne feste Regeln, außer der, dass jede Eigenschaft, jedes Merkmal, jedes Verhalten der Botschaft/Fragestellung dienlich sein muss, warum ich häufig sprechende Namen für meine Charaktere benutze. Manchmal orientier ich mich auch ein wenig an den Menschen aus meiner Umgebung und füge auch manche Eigenart von denen meinen Figuren, was auch ein Grund ist.
Silberblut
08.01.2010, 23:57
Während anscheinend viele Hobbyautoren schon von Anfang an eine klare Vorstellung ihrer Charaktere haben und die Geschichte für sie entwickeln, mache ich es genau anders herum: Erst steht das grobe Konzept der Geschichte, dann mache ich mir Gedanken darüber, welche Charaktere in die Schlüsselrollen passen. Die Geschichte wird daraufhin auf sie zurecht geschnitten, aber nicht so, dass sie sich widerspruchslos in sie einfügen. Nichts ist unspektakulärer als ein Charakter, der seine Rolle so perfekt erfüllt, dass die ganze Handlung getrost auf seinen Schultern ruhen könnte, ohne dass der Leser seine Ansichten hinterfragt. Erst das Zusammenspiel vieler Charaktere, die möglichst vielen konkurrierenden Parteien angehören sollten, verleiht der Handlung Dynamik und Spannung. Dazu muss jeder Charakter glaubhaft und überzeugend dargestellt werde, es darf nicht von Anfang an klar sein, dass eine Seite im Recht ist und alle anderen (schlimmstenfalls die einzige andere) nicht. Man muss mit allen Konkurrenten mitfiebern können, die Zerrissenheit und Komplexität der Geschichte durch die Charaktere erleben. Deshalb bin ich auch ein Feind allzu sympathischer charaktere, die alle andrren in den Schatten stellen. Sympathie führt zu einseitiger Bevorzugung. Das ist meine Grundidee.
Hinzu kommen ein paar Eigenheiten: Ich erschaffe vieler Charaktere erst, wenn ich eine Stimme höre, die mich spontan inspiriert. Mit Stimme und Tonfall assoziiere ich bestimmte Charakterzüge wie etwa Sadismus, Gefühlskälte, Stolz, Ruhe, Charakterfestigkeit und Strenge. Da ichkeine "Stimmenkartei" besitze, bin ich oft auf den Zufall angewiesen. Manche Stimmen finden jedoch immer in meiner Vorstellung Verwendung. Namentlich sind das vor allem die der Synchronsprecher Tobias Kluckert (http://www.synchronkartei.de/?action=show&type=talker&id=346) (Martin Septim aus Oblivion, Gin aus Detektiv Conan, ...) und Anne Moll (http://www.synchronkartei.de/index.php?action=show&type=talker&id=1797) (auch oft in der Werbung und im NDR-Radio zu hören).
Daneben gibt es einige Charakter-Grundtypen, die sich teilweise mit den Stimmen decken. Tobias Kluckert assoziiere ich z.B. immer mit seiner Sprechrolle als Gin in Detektiv Conan. Dort spricht er einen Serienkiller, der sich gleichsam durch seinen messerscharfen Verstand wie auch durch seinen krankhaften Sadismus auszeichnet. Diese Rolle, verdeutlicht durch seine Stimme, hat sich in meine Vorstellung eingebrannt. Wenn ich eiskalte, wahnsinnige und geniale Strategen ersinne, habe ich immer Gin mit Kluckerts Stimme im Hinterkopf. Interessanterweise hat sein Vater ganz andere Rollen wie etwa Benjamin Blümchen und Mr. Krabs übernommen. der Apfel kann auch mal weit vom Stamm fallen! :rolleyes:
Weitere Grundtypen sind Vermouth aus derselben Serie, eine intrigante, geheimniskrämerische Verkleidungskünstlerin, hinter deren vielen Masken sich eine sensible, verletzte Seele verbirgt und die für mich den idealen Gegensatz zwischen Schein und Sein verkörpert. Es ist jedoch nicht so, dass sie vorgibt mehr zu sein. Schein und Sein sind bei ihr zwei unvereinbare Gegensätze. Die emotionslose Profikillerin auf der einen, die sensible, emotionale Frau auf der anderen Seite. Da keine der beiden Seiten siegen kann, sucht sie Zuflucht in einer Doppelmoral und intrigiert gegen ihr eigenes Syndikat.
Anders als bei Gin habe ich neben der etwas komplexeren Grundidee aber nicht ihre Stimme im Hinterkopf, sondern das Aussehen: Groß, schlank, Ende 20, lange blonde Haare, durchdringende blaue Augen, wissender, lauernder Blick, oft umspielt ein spöttisches Lächeln ihren Mund.
Manche Grundmuster stammen auch aus Star Wars, nicht jedoch aus den Filmen, sondern aus den KOTOR-Spielen. Zu nennen wären vor allem (Darth) Revan, ein mächtiger Jedi-Ritter, der seine Ideale aus der Notwendigkeit des Krieges heraus verriet und dann doch wieder zu ihnen zurückfand, und Atris, eine Jedi-Meisterin, die nach außen hinn ruhig, charakterfest und im höchsten Maße vernünftig wirkt und dabei nicht bemerkt, dass sie sich selbst belügt. In einer klassischen Fantasywelt würde man bei ihrem Anblick vermutlich an die ideale Hochelfenfürstin denken, wenn sie den spitze Ohren hätte. Ach sie verkörpert für mich den Gegensatz zwischen Schein und Sein, aber anders als Vermouth. Ihr lieh übrigens Anne Moll die Stimme.
Ich versuche, aus Charakteren, die mir andernorts gut gefallen haben, die allgemeine Grundidee zu extrahieren und zu übertragen. Innere Widersprüchlichkeit ist ein großes Plus tragischer Charaktere. Sie führt dazu, dass man die Tragik hinterfragt und zu gänzlich verschiedenen Ergebnissen kommen kann. Mal erweist sich die Tragik als scheinheilig, mal wird sie noch bedrückender bzw. berührender. Der Widerspruch zwischen Schein und Sein, Prinzipien und tatsächlichem Handeln, Neigung und Pflicht ist ja letztlich nichts Neues. Man muss ihn nur immer wieder aufs Neue mit Leben füllen, und zwar so, dass man sich nicht zu allzu offensichtlichen Anleihen herablassen muss.
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