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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sollten Autoren auch viel lesen?


Rotkätzchen
30.05.2008, 21:58
Hmmmm, wäre es dann nicht eher sinnvoller, GANZ OHNE Vorwissen über bekannte Fantasy-Literatur sich an einen Roman zu wagen? Ich meine, wenn man die ganzen Klischees nicht kennt, ist die Gefahr doch kaum vorhanden, dass man hineinstolpert. Wenn man dagegen schon die ganze Palette gelesen hat, formen die doch auch irgendwo das eigene Denken und damit die eigene Kreativität. Klar ist es wahrscheinlich nicht verkehrt, wenn man als Autor weiß, was auf dem Markt ist. Andererseits würde man davon beeinflusst, sobald man davon Kenntnis hat. Oder sehe ich das falsch?

Livrion
30.05.2008, 22:14
Hmmmm, wäre es dann nicht eher sinnvoller, GANZ OHNE Vorwissen über bekannte Fantasy-Literatur sich an einen Roman zu wagen?

Ja, eigentlich eine interessante Idee.

Aber ob das so einfach funkioniert?

ZanIzuNES
30.05.2008, 22:15
Hm,
da gibt es wohl zwei Lager. Es gibt Autoren, die lesen nichts von anderen Autoren des gleichen Generes, um sich ganz auf ihre eigenen Ideen zu konzentrieren. Und es gibt Autoren, die Lesen immer noch nebenher, aber sie lesen anders. Für sie ist Lesen dann gleich mit Lernen und sich selbst verbessern.

Ich hole jetzt mal wieder mein Lieblingsautoren(Andreas Eschbach), was die Sache mit Schreibtipps und Co angeht hervor und zitiere ihn mal sinngemäß:
Es macht keinen Sinn perfekt schreiben zu wollen, es ist besser etwas Unperfektes zu schreiben und sich an einem Vorbild zu orientieren. Wer sich immer wieder an und mit seinen Vorbildern erprobt, der wird sich auch irgendwann von diesen lösen können und völlig unanghängig davon schreiben.

Es dauert meist ziemlich lange bis man so etwas wie einen eigenen Stil entwickelt. Und der ist meist um so besser, je mehr von dem "Stoff" man sich reinzieht. Das muss nicht zwangweise Fantasy sein, erleichtert die Sache aber ungemein. Denn - wie Eschbach immer wieder beton - man kann nur darüber gut schreiben, was man gut kennt.
Ein guter Lesehintergrund ermöglicht einem so eine größere Bandbreite und steigert so auf Dauer die Qualität der eigenen Texte.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, aber ich behaupte, dass die Textqualität von jemandem, der nur Hohlbein liest, deutlich eingeschränkter ist.

Gruß ZanIz

Warin
31.05.2008, 11:25
Ich denke, wir kommen jetzt ein wenig zu stark von Jeromes Buch weg, aber das Thema ist interessant und verdient für mich einen eigenen Thread.

Ich habe meinen Fantasy-Roman tatsächlich auf die von Rotkätzchen beschriebene Art und Weise begonnen, nämlich ohne jegliche Vorkenntnis des Genres. Ich war ursprünglich auch davon überzeugt, dass das der richtige Weg wäre.

Nur... es hat mich nicht vor Klischees und abgegriffenen Ideen geschützt, ganz im Gegenteil. Deshalb habe ich meine Verweigerungshaltung aufgegeben und sehe mir nun auch an, was andere machen, vorzugsweise in unseren Leserunden.

Allerdings lese ich Bücher, seit ich selbst schreibe, anders als zuvor. Ich achte viel mehr auf technische Dinge. Wie geht der Autor mit Sprache um? Wie baut er eine Geschichte auf? Dann denk ich schon mal: Das hättest du besser gemacht oder das hättest du nie so hinbekommen. Auch wenn der Autor bei einem Abschnitt keine Lust hatte oder unter Zeitdruck stand, glaube ich das entdecken zu können. Mein Anspruch an Bücher ist jedenfalls stark gestiegen und nur wenige Autoren können mich noch richtig überzeugen.

Wobei Erfolg und Können durchaus zwei verschiedenen Dinge sind. Stephenie Meyer z.B. kann schreibtechnisch nicht mehr als der Durchschnitt der Autoren hier im Forum, bedient aber eine bestimmte Zielgruppe so vorzüglich, dass sie wunderbar Geld damit verdienen kann. Ein richtiger Könner dagegen ist für mich Michael Ende. Aber ich könnte noch so viel von ihm lesen: An solche Schreibkunst würde ich nie heranreichen.

Christoph Marzi hat dazu ein paar interessante Ausführungen auf seiner Homepage. Zum einen veröffentlicht er in seinem Journal (http://www.christophmarzi.de/journal.php) regelmäßig, was er selbst gerade liest, zum anderen hat er irgendwo im Gästebuch mal geschrieben, dass er aus rechtlichen Gründe keine unveröffentlichten Werke lesen darf, um nicht in Plagiatsverdacht zu geraten, was für mich sehr nachvollziehbar ist. Also bitte nicht enttäuscht sein, wenn keiner der Profi-Autoren aus den Leserunden hier im eigene Geschichtenforum vorbeischaut, es geht einfach nicht.

Hathor
31.05.2008, 11:42
Die Frage hätte ich spontan und aus tiefster Überzeugung mit "ja" beantwortet. Da ich der Meinung bin, dass Lesen und Schreiben zwei voneinander untrennbare Dinge sind. Lesen bereichert den aktiven und passiven Wortschatz, es regt die Phantasie an und hat auch in Bezug auf Sprachbeherrschung und Rechtschreibung so seinen positiven Einfluss. Ich behaupte sogar, dass auch das Lesen schlechten Stils etwas Gutes hat: das schlechte Vorbild; dass man es so auf keinen Fall machen soll ;)

Viel Lesen kann aber auch vom Schreiben abhalten... Ich habe noch vor ein paar Jahren so einiges an Gedichten und Geschichtchen verfasst. Und dachte, ich hätte da was geschaffen :rolleyes: Aber je mehr ich lese, desto mehr tolle Geschichten und Romane fallen mir in die Hände. Und ja, dadurch habe ich mich vom Schreiben abgewandt. Denn ich denke, so gut wie die Besten werde ich in hundert Jahren nicht. Und was Mittelmäßiges will ich nicht produzieren.

Ollowain
31.05.2008, 11:48
Ich glaube nicht, dass ein Autor nichts lesen sollte, was sein eigenes Genre betrifft. Einfach, weil er - ohne etwas von diesem Genre zu kennen - wie Warin gesagt hat, genauso in Klischees abrutschen kann. Und schlimmer noch: Er könnte eine Idee unabsichtilich klauen - was man als Leser hinterher natürlich nicht wissen kann. Ein gewisses Wissen über sein Genre zu haben würde ich sogar als Vorteil bezeichnen, weil man in diesem Fall Klischees umschiffen und/oder gezielt einsetzen kann. Außerdem kann man dann noch die "Notbremse" ziehen, wenn man merkt, dass man "abschreibt".

Ich persönlich lese Fantasy obwohl ich in diese Sparte schreibe. Weil ich es einfach nicht will, dass ich eine Geschichte auf der Idee eines Anderen aufbaue, ohne es zu wissen. Das wäre einfach nur ärgerlich. *nein*

Es dauert meist ziemlich lange bis man so etwas wie einen eigenen Stil entwickelt. Und der ist meist um so besser, je mehr von dem "Stoff" man sich reinzieht. Das muss nicht zwangweise Fantasy sein, erleichtert die Sache aber ungemein.

Eben. Beispielsweise haben viele Realityautoren einen sehr gefühlvollen Stil, finde ich. Und das war mir schon mehr als einmal hilfreich...

Nejira
31.05.2008, 13:07
Ich denke auch, dass man als Autor viel lesen sollte. Sowohl aus anderen, als auch aus dem eigenen Genre. Man erhält eine andere Sicht auf Dinge, die inspirierend sein kann.

Außerdem ist es für die eigene Sprache nur bereichernd, wenn man sich (lesenderweise) möglichst viel damit beschäftigt. Und Klischees lassen sich natürlich leichter umschiffen, wenn man sie genau kennt.

Und mal ganz davon abgesehen ist es einfach schön, sich in den Visionen eines anderen zu verlieren.

Antigone
31.05.2008, 15:05
Was man bei der Diskusion auch bedenken muss: (Fantasy)Büchern kann man ja vielleicht noch leicht vermeiden. Aber kaum jemand konnte sich in den letzten Jahren dem Fantasy-Boom in Film und Fernsehen entziehen. Dh., wenn jemand nicht gerade auf den östlichen Tonga-Inseln ohne Strom und ohen Batterieradio aufgewachsen ist, hat er auf irgendwelche Art und Weise Fantasy mitbekommen. Dh., selbst wenn man das Genre nicht liest, sind einem die gängigsten Klischees geläufig.

Ich kenne einige, die mit Fantasy gar nichts am Hut haben, und mit Bücherlesen ebensowenig, aber sogar die kennen die einzelnen Personen aus Herr der Ringe.

lg, A.

PS: ach ja, die Ursprungsfrage. Das kommt ganz darauf an. Schreibe ich für mein Vergnügen, für meine Mutter, für meine beste Freundin, für meine Schreibtischlade - nein, dann brauch ich definitiv nicht viel lesen. Dann brauch ich mich auch nicht mit Schreibratgebern abgeben, mit dem richtigen Umgang mit Kritk herumplagen und kann in KLischees und schlechtem Stil schwelgen wie immer ich auch möchte.

ABER: wenn ich damit in die Öffentlichkeit gehe - ob das jetzt ein Forum, eine Lesung vor versammelter Schulklasse oder auch ein Verlag ist - dann hab ich die Pflicht, mich weiterzubilden (unter anderem durch Lesen), oder halt mit den Konsequenzen zu leben. Sei es, eine vernichtende Kritik einzustecken oder ein Absageschreiben.

DAS erscheint mir hier überhaupt das Grundproblem bei allen Diskussionen hier: die Kluft zwischen "Hobby"Autoren und "Profi"Autoren (oder solche, die es werden wollen). Denn durch diese unterschiedlichen Ansätze zum Schreiben ergeben sich zwangsläufig all diese Missverständnisse.

Heryst
31.05.2008, 15:29
@ Antigone

Ich kann dir nur beipflichten.
Ich persönlich bin ein "Hobby-"Autor. Ich schreibe in erster Regel für mich selber. Klar bin ich einigen Klischees rein gerutscht, die mir erst hinterher bewusst geworden sind, aber es sind ziemlich allgemeine Klischees: Gut gegen Böse, junger Held, das Gute gewinnt am Ende, etc.
Aber diese Klischees liegen ja in 50% der Bücher vor, wenn nicht sogar noch mehr.

Ob man als Autor viel lesen sollte/muss, dass soll doch jeder für sich selber entscheiden. Ich persönlich habe mit wenig Erfahrung angefangen, lerne aber immer wieder was neues hinzu, was der späteren Überarbeitung nur zu Gute kommen kann :)

ChibiShiina
31.05.2008, 19:55
Ich beantworte diese Frage mit einem klaren "Ja".

Wie ich schon in einigen Beiträgen hier (eigentlich in fast jedem) herausgelesen habe, sollten die Autoren auch selbst lesen. Dies unterstreiche ich nochmals, möchte dem aber noch etwas hinzufügen:

Als ich anfing mich konzentrierter mit dem Schreiben zu beschäftigen, habe ich mir selbst ein Limit gesetzt: Ein Buch pro Woche schaffen. Wenns mehr als 1.000 Seiten hat, dann darfs auch schon mal 2 bis 3 Wochen dauern bis es durch ist, aber nicht mehr. Und damit fahr ich ganz gut.

Irgendwo hab ich auch schon gelesen, ich weiss nicht obs in einem dieser Beiträge hier war, dass man als Autor/Schreiber anders liest als einer der nicht schreibt und das muss ich wieder unterstreichen und wieder ergänzen:
Bei mir ist es noch schlimmer, ich kann nicht mal ne Serie geschweige denn einen Film sehen ohne analytisch mitzugehen. (Bei Krimis absolut tödlich, da ich manchmal schon nach dem Intro weiss wer der Täter ist >_>)
Und am schlimmsten ist es für Serien, für die ich Fanfictions schreibe, da werden dann Notizen angefertigt, die Folge wird gestoppt, ich mach mir meine eigenen Gedanken dazu, schreib mir was auf. So dauert bei mir ne Episode die sonst nur 45 Minuten dauert, schon mal länger als ne Stunde - wenn sie sehr aufschlussreich ist.

Bei Büchern verhält es sich genauso. Auch Notizen, auch mitten im Kapitel, manchmal mitten im Satz innehalten, überlegen, eigene Gedanken und Schlüsse ziehen und dann am Ende feststellen - man hatte Recht.

Aber zur Vielleserei kommt bei mir noch die, ich nenns mal "Artenvielfalt". Ich mag mich nicht explizit auf ein Genre festlegen und Schnupper mal hier, mal dort rein. Erfahrungsbücher gehen mir zum Beispiel auch unter die Haut, Fantasy regt die Fantasie an (wie der Name schon sagt) Krimis trainieren bei mir das komplexe Handlungsdenken, Sachbücher dienen der Wissenserweiterung, Männerromane, Filmbücher und Mangas zur Entspannung und für den Humor <- Ab und an braucht man doch mal was zur Entspannung ^^

Dieses Leseverhalten zieht positive und negative Aspekte nach sich:

Negativ: Man ist nie richtig und voll in einem Genre drin.
Positiv: Es kommen einem vielfach Genreübergreifende Ideen. (z.B. Ein Krimi in der Fantasywelt als Märchen verfasst <- was ganz abgedrehtes also)

Mein Fazit:

Ich zieh den positiven dem negativen Aspekt vor und bleibe dabei vielfältig zu sein. ^^ Die Ideenvielfalt ist nämlich enorm - zumindest was meine Erfahrungen betrifft. ^^

Warin
01.06.2008, 14:22
Ich persönlich habe mit wenig Erfahrung angefangen, lerne aber immer wieder was neues hinzu, was der späteren Überarbeitung nur zu Gute kommen kann :)Same with me*ja*

Die Bereitschaft zur Überarbeitung finde ich übrigens auch noch ganz wichtig. Es mag vielleicht blöd klingen, aber es gibt eine ganze Menge Hobbyautoren, die lesen noch nicht einmal ihren eigenen Text richtig, bevor sie ihn irgendwo hochladen:rolleyes: Das ist für mich die erste und wichtigste "Leseleistung", die ein Autor erbringen muss: Die Lektüre seines eigenen Werkes.

Akissi
01.06.2008, 15:24
Ich finde, für's Schreiben ist das Lesen insofern wichtig, dass man sich in Sachen Sprache, Stilmittel etc. weiterbildet. Man merkt einfach, was sich gut liest, was am Lesen hält und was man lieber lassen sollte - ob nun bewusst oder unbewusst. Beim Unbewussten bekommt man eben eher ein Gefühl für Sprache und das ist vllt sogar in gewisser Weise noch nützlicher als die Ergebnisse, die man vom bewussten Beobachten erhält.
Man merkt auch finde ich bei manchen Hobbyautoren, was für Bücher er kurz vorher gelesen hat, zumindest manchmal^^ Ist mir auch mitunter passiert, dass ich die Stilmittel eines Autoren selbst verwendet habe; so z.B. welche von J.K. Rowling. Klammersätze (wobei ich die schon immer sehr gerne selbst mache - Warin hat mir das dann allerdings versucht auszureden :D), Striche statt "...", wenn jemand einen Satz abbricht, erzählerische Einwürfe mitten in wörtliche Rede, so Kleinkram.
Es fällt einem einfach leichter, zu formulieren, wenn man sich oft mit Geschriebenem - also Sprache - auseinandersetzt.

Was mich manchmal beim Lesen ärgert ist, dass man Ideen niedergeschrieben sieht, die man auch hatte, "ganz selber" :D Das ist mir bei meiner aktuellen Geschichte etwa... mmmh... 4 mal? 5mal? passiert - inzwischen ärger ich mich kurz und zucke dann mit den Schultern... man überlappt denke ich Ideen-mäßig immer mit jemandem^^"

Also letztendlich... ich denke, es ist nicht zwingend notwendig, aber schaden kann's nicht *ja*
Nur ich denke, wer gerne und ernsthaft schreibt, interessiert sich zumindest in geringem Maße für Sprache und Geschichten... und da ist Lesen doch wohl ne Selbstverständlichkeit^^

Rusch
01.06.2008, 20:28
Für mich ist es ein klares Ja. Je mehr man liest, umso mehr versteht man von Literatur und verinnerlicht vielleicht auch - im Idealfall - wie ein spannender und interessanter Roman auszusehen hat. In der Regel lernt man dabei von Negativbeispielen, aber auch von brillanten Stellen in den Werken anderer Autoren. Aber selbst wenn es nichts bringen sollte, was ich natürlich total anzweifle, so schadet es bestimmt nicht.

SargAsmus
01.06.2008, 21:21
ich denke, ein autor sollte viel lesen. das schreiben guter literatur benötigt ideenreichtum und handwerkliches (sprachliches) können. je mehr eindrücke ein autor duch lesen verschiedener genres sammelt, desto weiter ist sein gedankenhorizont, welcher eine wichtige basis zur entwicklung neuer kreativer gedanken ist. ausserdem lernt ein autor allein durch das lesen, seine eigene sprachliche vielfalt zu mehren, vielleicht auch durch adaptation bestimmter stilistischer mittel.

Heryst
02.06.2008, 12:23
Same with me*ja*

Die Bereitschaft zur Überarbeitung finde ich übrigens auch noch ganz wichtig. Es mag vielleicht blöd klingen, aber es gibt eine ganze Menge Hobbyautoren, die lesen noch nicht einmal ihren eigenen Text richtig, bevor sie ihn irgendwo hochladen:rolleyes: Das ist für mich die erste und wichtigste "Leseleistung", die ein Autor erbringen muss: Die Lektüre seines eigenen Werkes.

Keine Überarbeitung vorm Hochladen? Das ist Leichtsinn bis zum geht nicht mehr. Ich denke, da denkt derjenige dann, dass alles schon in Ordnung ist, ohne sich sicher zu sein. Mann wie kann man nur so blöd sein.
Ich habe mir mal aus Spaß mal die ersten Seiten meiner tollen Geschichte angesehen und gelesen: Hilfe, was für'n Mist :o
Das benötigt dringend eine Überarbeitung.

ExLibris
02.06.2008, 13:13
Ich selber schreibe nicht, aber ich hätte spontan geantwortet: ja natürlich! Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass man nur gut schreiben kann und auch mag, wenn man auch gerne und viel liest. Gibt es Autoren die gerne schreiben, aber keinen Spaß am Lesen haben?
Anders gesagt, ich gehe davon aus, dass ein Fantasy-Autor auch Freude am Fantasy-Bereich hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand auf die Lektüre verzichtet für die man sich interessiert, damit es keine Auswirkungen auf das eigene Werk hat. Ich glaube das wär es nicht wert.

treogen
02.06.2008, 13:58
Ja, so einen Thread gab es ja auch im alten Forum schon. Ich war damals schon ein Verfechter, dass man viel lesen solle - und bin es heute auch noch.
Auch wenn sich die Art der Leseweise ändert, denn mittlerweile seziere ich (statt zu lesen). Teilweise sag ich mir: "Das hättste besser hingekriegt", teilweise staun ich, was die Kollegen zustandegebracht haben. Und wenn mich einer zum Staunen gebracht hat, versuch ich das WIE herauszubekommen.
Damals fand ich äußerst interessant, dass die Nicht-Leser-und-Trotzdem-Schreiber-Riege sehr stark war. Umso überraschter (positiv überrascht) bin ich von Warins Sinneswandel *thumbsup*

IGibt es Autoren die gerne schreiben, aber keinen Spaß am Lesen haben?


Jepp, ich kenn solche Spezialisten unter den Hobby-Autoren. Die sagen sich: "Das bisschen, was ich lese, kann ich auch selber schreiben" *vogel*

Nightfarer
02.06.2008, 15:34
Ich finde ein Autor sollte viel lesen, so kann er sehen wie die anderen schreiben und welche ideen sie haben. Man kann sich mit anderen vergleichen und außerdem durch lesen verbessert man sein Gefühl zur Sprache und man bekommt auch einen größeren Wortschatz.

Und noch was anderes:

Zitat:
Zitat von ExLibris Beitrag anzeigen
IGibt es Autoren die gerne schreiben, aber keinen Spaß am Lesen haben?

Zitat von treogen:
Jepp, ich kenn solche Spezialisten unter den Hobby-Autoren. Die sagen sich: "Das bisschen, was ich lese, kann ich auch selber schreiben"

Ich kenne einen der liest viel, findet aber schwachsinnig das Autoren schreiben.*vogel*

bisou
02.06.2008, 15:54
Ich kenne einen der liest viel, findet aber schwachsinnig das Autoren schreiben.*vogel*

*muahaha*

*tief luft hol*
okay, einmal riesen-lachanfall bekommen o.ò
schwachsinnig finden, dass autoren schreiben...da kann ich nur sagen: halloOo?!

NAja, weiter im Text^^

Ich finde, dass jemand, der nicht liest, auch nicht schreiben sollte/kann, da er vielleicht mit Grammatik und Rechtschreibung perfekt umgehen kann, aber da sich eine Geschichte letztendlich aus Ideen zusammensetzt die man auch fantastisch aus anderen Romanen/TExten bekommt - damit meine ich nicht KLAUEN, sondern sich von anderen Leuten INSPIRIEREN zu lassen - ist es in meinen Augen nötig, sich zumindest ein wenig in der Literatur auszukennen. Es gibt Bücher, in denen wiederum andere bücher vorkommen - wie soll man so etwas schreiben, ohne sich alles aus den Fingern zu saugen?
Gut, die Finger schreiben die Geschichte und der Kopf entwickelt sie, aber wenn man wirklich eine reale Geschichte schreiben will muss man meiner Ansicht nach einigermaßen belesen sein.
Umso mehr man liest - jedenfalls habe ich so das Gefühl - dest mehr entwickelt sich ein ganz eigener Stil, den man auch dann entsprechend ausleben kann, aber wenn einem das Lesen fehlt, hat er meiner Ansicht nach ´nciht die GRUNDLAGEN, die ein belesener Autor gelesen hat.
Und wer gelesen werden möchte, sollte auch lesen. Wo kämen wir denn dann hin?;)

Verräter
02.06.2008, 17:08
Also ein Autor sollte Lesen, es aber um nicht in Plagiatverdacht zu kommen, dies niemals zugeben? Interessant... Wenn man anfängt zu schreiben sollte man schon das ein oder andere kennen und mit ganz großer Sicherheit möglichst viel Lesen um sich selbst fortzubilden. Dann aber einfach aufzuhören, würde bedeuten sich selbst nicht mehr zu Verbessern, oder zumindest einen der Wege abzuschneiden mit denen man seine eigenen Werke verbessert und das halte ich für höchst kontraproduktiv. Welches Genre man dabei liest halte ich für nicht so wichtig, obwohl ich finde man sollte schon über seine eigene "Szene" Bescheid wissen und die Konkurrenz kennen.
Und wenn man statt abschreiben sich einfach nur Inspirieren lässt (was man selbst oft gar nicht direkt bemerkt) kann man das als Außenstehender meist ohnehin nicht nachvollziehen. Ich selbst habe vor einiger Zeit den Titel "völlig Paranoid" erhalten, als ich verzweifelt die erschreckenden Parallelen zwischen einem meiner Charaktere (Klassische Fantasy) und Darth Vader einem Freund versucht habe zu erklären und fragte wie ich das verändern kann, weil es ja nicht abgeguckt wirken soll.
Die Erkundung anderer Werke erweitert automatisch deine eigene Welt, macht die facettenreicher, tiefgründiger und größer ohne eine Idee 1:1 zu übernehmen. Mal ist es nur eine Metapher, die einem im Gedächtnis bleibt, neu aufgerollt wird und einen völlig neuen Zusammenhang erhält. Mal die Beschreibung eines ganz banalen Sonnenuntergangs, oder in Filmen eine einfache Melodie, die das Nachdenken anregt.

Nur wer bereits Perfekt ist kann damit aufhören sich mit anderen Werken zu beschäftigen, und wie wir alle Wissen, ist das niemand.

treogen
02.06.2008, 17:19
Also ein Autor sollte Lesen, es aber um nicht in Plagiatverdacht zu kommen, dies niemals zugeben? Interessant... Wenn man anfängt zu schreiben sollte man schon das ein oder andere kennen und mit ganz großer Sicherheit möglichst viel Lesen um sich selbst fortzubilden. Dann aber einfach aufzuhören, würde bedeuten sich selbst nicht mehr zu Verbessern, oder zumindest einen der Wege abzuschneiden mit denen man seine eigenen Werke verbessert und das halte ich für höchst kontraproduktiv.

Das mit dem Plagiatsverdacht hast du mißverstanden.
Diversen Autoren wird von ihren Agenten geraten, daraufhinzuweisen, dass sie keine Manuskripte von anderen (unveröffentlichten) Autoren lesen und dass sie auch darauf hinweisen, dass EMails mit Anhängen ungelesen gelöscht werden.
Grund:
Wenn Person Unbekannt (zur Korrektur oder zur Unterstützung) ein Manuskript an den Autor Superstar schickt und darin geht es um grellgelbe Ratten, die in einem Raumschiff zur Erde kommen und die Menschen versklaven und der Autor Superstar schreibt gerade gleichzeitig an einem Roman über grüngesprenkelte Hamster, die in einem Raumschiff zur Erde kommen und sich bis zum Umfallen mit den Menschen paaren wollen, dann müsste der Autor konsequenterweise seinen Roman eliminieren. Denn sollte Superstar seinen Roman veröffentlichen und Unbekannt liest den und stellt fest, dass da ein Raumschiff drin ist, dann kann er gegen den Autor vorgehen - und das kann teuer werden.
Darum werden die Autoren von ihren Agenturen dahingegend "geimpft", dass sie keine unveröffentlichten Manuskripte lesen sollen.
Deswegen hab ich ja leider auch die Nina Blazon und die Evelyn Okonnek nicht in meine Lichtbringer-Jury gekriegt *nein*

Das heißt aber nicht, dass die Autoren keine anderen Bücher mehr lesen würden.

Andradir
03.06.2008, 21:01
Viel zu lesen ist essentiell.
Das gehört zum Handwerkszeug.
Mein Rat für Hobbyautoren: wenn ihr einen Lieblingsautor habt, dann lest ALLES von ihm/ihr - und kopiert den Schreibstil!
So findet man heraus, wieso einem derjenige Autor gefällt, was es ist, was ihn/sie so speziell macht. Und durch das Nachmachen lernt man wirklich sehr gut, Sachen zu schreiben, die einem selbst und in der Folge auch anderen gefallen.
Nach einiger Zeit macht man dann nicht mehr nur 'gedankenlos' nach sondern lernt, die Stilmittel des kopierten Autors bewusst einzusetzen. Nach und nach wird man dadurch selbstständiger.
Später dann auch andere Autoren kopieren, sei es auch nur so zum Spaß. Besser lernen kann man gar nicht.
Schreiben ist letzten Endes zum größten Teil pures Handwerk.

Heryst
04.06.2008, 12:03
Mein Rat für Hobbyautoren: wenn ihr einen Lieblingsautor habt, dann lest ALLES von ihm/ihr - und kopiert den Schreibstil!

Wie praktisch. ich habe angefangen zu schreiben, als ich meinen Lieblingsautor entdeckt habe. Das Buch hat mich umgehauen und ich greife in die Tasten. Da ist wirklich was wahres dran.
Das Problem ist nur: Er hat noch nicht so viele Bücher geschrieben. Der soll sich mal beeilen. Na los James: Weiterschreiben. :D

DisAster
08.06.2008, 12:35
Mein Lieblingsasutor ist Chuck Plahniuk, obwohl ich relativ wenig von ihm gelesen habe. Fight Club hat mich umgehauen. Aber ... imitieren? Ich glaube, soetwas würde mir nicht mal im Ansatz gelingen. Naja, einen Versuch schadet's nicht.

Und, ja, lies viel, erweiter deinen Horizont, aber auf Fantasy möchte ich mich nicht beschränken. Sowas nervt. Einen Krimi habe ich bisher (im Ernst!) noch nie gelesen. Da muss ich wohl was nachholen. :)

bisou
08.06.2008, 17:34
Viel zu lesen ist essentiell.
Das gehört zum Handwerkszeug.
Mein Rat für Hobbyautoren: wenn ihr einen Lieblingsautor habt, dann lest ALLES von ihm/ihr - und kopiert den Schreibstil!
So findet man heraus, wieso einem derjenige Autor gefällt, was es ist, was ihn/sie so speziell macht. Und durch das Nachmachen lernt man wirklich sehr gut, Sachen zu schreiben, die einem selbst und in der Folge auch anderen gefallen.
Nach einiger Zeit macht man dann nicht mehr nur 'gedankenlos' nach sondern lernt, die Stilmittel des kopierten Autors bewusst einzusetzen. Nach und nach wird man dadurch selbstständiger.
Später dann auch andere Autoren kopieren, sei es auch nur so zum Spaß. Besser lernen kann man gar nicht.
Schreiben ist letzten Endes zum größten Teil pures Handwerk.

Hilfe, Nein, Bloß nicht!!!
Von anderen Leuten den Schreibstil zu kopieren, finde ich, grob gesagt, einfach nur dumm und völlig unnötig.
Jeder hat seinen eigenen Stil, ´nicht nur beim schrieben, und von jemand anderem "abzuschreiben" ist in meinen Augen einfach nur die Aussage: "hey, sieh mal, ich hab zwar die ein oder andere gute Idee, bin aber zu dumm, sie in Worte zu fassen und muss deshalb in die Trickkiste greifen, um eine einigermaßen ordentliche Geschichte hinzukriegen."
Nein danke, da sollte man das sch´reiben lieber direkt lassen. Denn auch zum üben bringt es mMn nicht viel, da es letzendlich trotzdem nicht das eigene ist.
An diesem Punkt die Frage: Wer will etwas haben, was halb nicht von einem selbst stammt?
Vielleicht diejenigen, die nur aufs Geld und/oder Lobdudelei aus sind, aber nicht die, die auf ihr Werk stolz sind/sein wollen.

in einem Punkt muss ich dir allerdings Recht geben:
Schreiben ist ein Handwerk. ;)

treogen
09.06.2008, 10:41
Jeder hat seinen eigenen Stil, ´nicht nur beim schrieben

Und wieder muß ich widersprechen (ich weiß, ich nerve :p)
Wenn man mit dem Schreiben beginnt, hat man eben keinen eigenen Stil. Man imitiert auf jeden Fall andere (auch wenn es einem vielleicht nicht bewußt ist). Das passiert ganz automatisch und das Adaptieren ist auch nicht nur auf Bücher bezogen, sondern schließt auch Filme, ja sogar Musik mit ein.
Das ist eine Phase, die ist einfach unweigerlich. Man wird ja nicht mit einem Bleistift in der Hand geboren.
Ich weiß, jetzt werden hier sicher manche protestieren und behaupten, dass dem nicht so wäre und ausgerechnet sie wären mit einem eigenen Stil geboren worden. Aber seid mal ehrlich - Schreiben ist kein Säuglingsreflex, Schreiben ist ein Handwerk. Und wie bei jedem Handwerk sucht sich ein "Lehrling" erst einmal seine/n Meister, denen er nacheifert, von denen er unbewußt lernt und die er unbewußt kopiert.
Erst wenn man häufiger schreibt und je mehr man liest, desto mehr vermischen sich die Stile der einzelnen Kopierten und Stück für Stück wird es dann etwas Eigenes. Das ist dann der Versuch des "Lehrlings" aus dem Schatten des Meisters herauszutreten.
Aber das passiert eigentlich wirklich nicht bewußt (sollte es zumindest nicht) und man merkt es selber erst, wenn man Jahre später seine "Erstlinge" wieder mal in die Hand nimmt.

Ach übrigens, ein kleiner Tipp noch am Rande.
Hebt alles auf!
Alles, was ihr jemals geschrieben habt.
Ich bedauere es noch heute, das mein Erstling, den ich als 5-jähriger Knirps meiner Schwester diktiert habe, irgendwo bei einem Umzug verlorengegangen ist. Manchmal wäre es schön, in diesem - ach du Schreck - 28 Jahre alten Ding lesen zu können.
Und ich bedaure es, dass ich mit 15 oder 16 meine gesammelten Geschichten entsorgt habe. Zu Schreiben oder - wie ich damals dachte - "mit Schreiben meine Zeit zu vergeuden", erschien mir damals nicht passend für einen angehenden Mann. Sch*zensiert* Rollendenken.
Hebt es auf, auch wenn ihr glaubt, dass das Schreiben nicht mehr zu Eurem Hauptlebeninhalten zählt, oder wenn ihr glaubt, dass das Schreiben eine Phase sei, die vorbeigeht.

JeromeArn
09.06.2008, 17:09
Hallo zusammen ;-)

Also ich habe bevor ich angefangen hab zu schreiben kein einziges Buch gelesen, außer die Lektüren Joshi’s Garten und Die Welle :-P Und das auch nur in der Schule

Ich bin der Meinung, dass wen man andere Werke liest und dann selbst anfängt zu schreiben, man eventuell die Ideen anderer Geschichten in seine mit einbaut... Und das ganz Unbewusst!
Deswegen habe ich immer die Finger von anderen Büchern gelassen...
z.B. Habe ich Harry Potter niemals gelesen, jedoch alles bisher erschienenden Filme mehrmals gesehen *lach* Okay... Den letzten Harry Potter auf Englisch... Dort habe ich die letzten 10 Seiten gelesen damit ich weis wies endet *ggg*

Mittlerweile lese ich immer noch keine anderen Bücher außer Geschichtliche/Politisch- orientierte Wissensbinder als Recherchemittel ;-)


Liebe Grüße

Jerome

Pantalaimon
09.06.2008, 17:17
Ich bin der Meinung, dass wen man andere Werke liest und dann selbst anfängt zu schreiben, man eventuell die Ideen anderer Geschichten in seine mit einbaut... Und das ganz Unbewusst!
Deswegen habe ich immer die Finger von anderen Büchern gelassen...

Sorry dass ich mich jetzt auch da einmische, aber das ist doch ganz großer Blödsinn. Wenn Du die Bücher nicht liest aber die Filme guckst... wo ist bitte der Unterschied zur Beeinflussung? Also, aus Filmen kann man keine Ideen klauen? *mph*

Meiner Meinung nach hat der Inhalt eines Buches / Werkes nicht viel damit zu tun ob man viel gelesen hat oder nicht. Aber die Qualität der Umsetzung, der Schreibweise, der Satzstellung, Aufbau von Spannung, etc., pp. extrem viel damit zu tun wie viel man gelesen hat. Und vor allem auch was man gelesen hat.
Beim Lesen von Gaby Hauptmanns Büchern z.B. kann man m.E. nichts gewinnen. Das ist Schreibniveau eines 12-jährigen. Wobei ich die Ideen an sich nicht mal schlecht finde. Leider kann ich kein Buch von ihr lesen, da mir die Schreibweise einen nicht enden wollenden Würgereiz verursacht.

JeromeArn
09.06.2008, 17:20
Ja ich geb zu das war ein doofes beispiel +gg*

Nein was ich eigentlich sagen wollte ist... Das ich der Meinung bin das durch andere Einflüsse die eigenen Ideen sich den der anderen ähnlen könnten... Was meiner Meinung echt doof wär :-S
Warum ich nun HarryPotter Als beispiel genommen hab... weis nich nicht, grad wieder etwas zerstreut *gg*

Seylith
13.06.2008, 16:35
Ich bin auch der Meinung, dass man als Schreiberling Bücher lesen sollte. Wieviel man dann letztendlich liest, hängt ja auch von der Zeit ab, die man hat, aber es stimmt schon, man kann sich wunderbar inspirieren lassen und am Ende kommt dann was ganz anderes raus. *g* Allerdings denke ich, dass man auch, sofern man hierzu geneigt ist, Computerspiele mit einbeziehen sollte, denn es gibt einige Spiele, welche eine wunderbare Storyline haben. Auch Filme können schön inspirierend wirken, wobei ich aber zugeben muss, dass ich von den meisten Buchverfilmungen enttäuscht war, weshalb ich für meinen Teil dann auf solcherlei Verfilmungen verzichten kann. ^^"

Ansonsten wurde ja schon alles gesagt, denke ich.
Das allgemeine Weiterbilden ist auf jeden Fall immer gut und kommt nicht nur dem Schreiben zu gute. :)

Weltenwanderer
22.07.2008, 23:01
Wenn es um Stil, Sprache, Grammatik usw. geht, ist es meiner Meinung nach schon wichtig, zu lesen. Es kann auch inspirierend wirken - dazu ziehe ich jedoch auch alle anderen verfügbaren Medien mit ein, also Film, Videospiele, Musik etc...

Was dabei gelesen wird, ist egal. Ich würde aber mal denken, dass man unbewusst beeinflusst wird... mir geht es zumindest so, dass sich während der Lektüre eines Buches mein Schreibstil leicht verändert... nur eins bleibt immer: er ist so verdammt analytisch und trocken :D

Lesen ist ein Muss, finde ich, wenn man schreiben möchte, und sei es nur die Tageszeitung.

Wavebreaker
23.07.2008, 11:46
Meiner Ansicht nach ist es für einen Autor unabdingbar zu lesen. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass jeder Autor bevor er anfing zu schreiben viel gelesen hat.

Bei mir war es so, dass ich mich eigentlich noch nie für Bücher interessiert habe. Als dann der erste Teil der Herr der Ringe - Triologie kam, musste ich de kleine Hobbit lesen, damit ich den Film gucken durfte. (Ja ernsthaft, aber da war ich neun oder zehn ;))
Ich quälte mich also durch die ersten 50 Seiten, aber dannach ging es dann doch etwas flüssiger voran und fing an gar nicht mehr soo langweilig zu sein. Ich brauchte eine ganze Weile für das 300-Seitenbuch, aber es machte mit Kapitel zu Kapitel immer mehr Spaß. Als ich es dann durch hatte habe ich (natürlich) den Film geguckt, welcher mein Interesse nur noch mehr anschürfte. In den darauf folgenden vier Jahren las ich immer mehr, bis ich dann im Oktober 2005 Die Zwerge angefangen habe zu lesen. Nach dem dritten Teil las ich die Orks und nach diesem Buch fing ich die Elfen-Reihe an. Mich faszinierte das Schreiben immer mehr bis ich dann auf die Idee kam "Hey, fang doch auch an zu schreiben.". :rolleyes:

Tja ... ich denke, dass jeder Autor irgendwann mal Romane seines Genres gelesen hat und sich dadurch seine Inspiration geholt hat. Außerdem schulen Romane jeder Art die Sprachkenntnisse sowie sie dem Lesenden einen Einblick in den Aufbau eines Buches jener Art gewähren.

MfG Wave

Heryst
27.07.2008, 19:48
Das Lesen von Büchern ist sicher eine gute Inspiration.
Ich habe eigentlich sehr spät angefangen richtig zu lesen, dass heißt lesen, obwohl man auch was anderes hätte machen können, nicht nur, weil einem langweilig war.
Die Bourne-Trilogie war mein erstes große 'Lese-Projekt.' Ich glaube, ich war im zweiten und dritten Teil, als ich meine ersten Versuche gemacht hatte.
Es war eine Art Thriller, aber je mehr ich geschrieben hatte, umso verquerer wurde die Geschichte. Ich gebe zu, dass die Parralelen zu Bourne dramatisch waren, aber egal. Irgendwann habe ich es aufgegeben, weil ich selber nicht mehr damit zufrieden war.
Und dann kam halt der Januar, an dem ich im Restebestand ein ganz bestimmtes Fantasy-Buch gefunden hatte. Damals hatte ich schon HdR gesehen und zwar alle drei Teile, den zweiten leider nur im Kino, der mich sehr fasziniert hatte :)
Jedenfalls habe ich mir das Buch nur gekauft, weil es ein Mängelexemplar war. Ich habe zwanzig Seiten gelesen, da wars um mich geschehen. Tolle Story, toll geschrieben, einfach nur genial.
Ich glaube wenige Tage später habe ich dann mit meiner Trilogie angefangen, die zu erst ziemlich na ja, nennen wir es 'Anfängermäßig' war.
Aber je mehr ich schrieb und nebenbei gelesen hatte, spürte ich auch eine Verbesserung meines Schreibstils. Mir flossen die Wörter förmlich durch die Finger. Diesen Zustand bekomme ich im Moment nur noch selten, sondern arbeite mich von einer Szene zur nächsten, da die Geschichte nun einen festen Rahmen hat.
Ohne das Lesen von Büchern wäre ich nie zum Schreiben gekommen und das Lesen hat auf jedenfall dazu beigetragen, dass sich mein Stil verbessert hat, auch wenn er mit Sicherheit noch verbesserungswürdig ist.

koshka
28.07.2008, 19:52
Ich bin wie wohl die meisten vor mir der Meinung, daß ein Autor sehr viel an Literatur kennen sollte. Ich gehe sogar so weit, zu sagen, daß er auch die anderen Genres gut kennen muß, selbst wenn er nicht drin schreibt. Klischees kann man auch nur dann meiden, wenn man sie sehr gut kennt, andernfalls macht man wohl eher die gleichen Fehler noch einmal.

Wargomar
05.08.2008, 11:50
Seid gegrüßt.

Hier eröffnet sich die Frage, ob es denn möglich ist, eine Fantasygeschichte zu Papier zu bringen, ohne zu wissen, wie man eine solche Geschichte denn schreiben soll.
Also, wie man Figuren zuordnen soll, wie welche Charaktere denn handeln, (Zwerge, Orks, Elfen, Albae usw). In welchen Gefilden halten sich die Charktere bevorzugt auf, welche Waffen tragen sie und so weiter.
Ich denke, daß man sich in diese Materie erst einmal hinein finden muß, um eine einigermaßen glaubwürdige Geschichte zu schreiben. So ist es zu mindest bei mir.
Im Handwerk ist es ja genau so. Ohne sich darüber zu informieren oder wenigstens etwas Anleitung und Übung zu erhalten, wie man einen Estrich legt, wird das Ergebnis auch dem endsprechen aussehen.
Es mag ja sein, daß es wirklich Schreiberlinge gibt, die so etwas zu Stande bringen. Aber ohne Vorwissen und Übung, würde ich persönlich kläglich scheitern.
Nun gut. Sehr lange schreibe ich noch nicht. Aber ist auch dies nicht das einzige Forum, welches ich besuche. Und dort wurden mir auch die Augen geöffnet, was sich in meinen Geschichten so für Fehler tummeln.
Aussen vor: Meine Rechtschreibschwäche. (Bin seit fünf Jahren schwer in Übung, um mit meinen 41 Jahren die, Gott sei Dank nicht so schwere, Legasthenie aus meinem Leben zu verbannen). Was mir bis jetzt auch ganz gut gelungen ist. Werde auch gut unterrichtet.
Mit der Schreiberei habe ich auch erst wirklich begonnen, als "Der Herr der Ringe" eine Manie auslöste.
Und dies war mein erstes Fantasyabenteuer, welches ich erlebt habe.
In dieser Trilogie lernte ich viel über die Charaktere in Fantasyreich.
Wäre dieses Epos nicht auf den Markt gekommen, so wäre ich im gesamten Leben nie auf die Idee gekommen, Fantasy zu schreiben.

Der Wargomar.

Haramis
05.08.2008, 13:22
Ich denke, ein Autor kommt nicht umhin, viel zu lesen.
Lesen kann Inspiration, Lernen, Beurteilen und vieles mehr für einen Autor bedeuten. Unbewusst lernt man als Autor, wenn man liest, weil man sich doch Gedanken macht, warum einem ein Text gefällt etc.
Außerdem verbessert Lesen den eigenen Ausdruck und Wortschatz.
Man kann Bücher anderer Autoren quasi als Anschauungsmaterial verwenden, um zu wissen, wie andere schreiben.

:)

Wavebreaker
14.08.2008, 23:24
Seid gegrüßt.

Hier eröffnet sich die Frage, ob es denn möglich ist, eine Fantasygeschichte zu Papier zu bringen, ohne zu wissen, wie man eine solche Geschichte denn schreiben soll.
Also, wie man Figuren zuordnen soll, wie welche Charaktere denn handeln, (Zwerge, Orks, Elfen, Albae usw). In welchen Gefilden halten sich die Charktere bevorzugt auf, welche Waffen tragen sie und so weiter.
Ich denke, daß man sich in diese Materie erst einmal hinein finden muß, um eine einigermaßen glaubwürdige Geschichte zu schreiben. So ist es zu mindest bei mir.
Im Handwerk ist es ja genau so. Ohne sich darüber zu informieren oder wenigstens etwas Anleitung und Übung zu erhalten, wie man einen Estrich legt, wird das Ergebnis auch dem endsprechen aussehen.
Es mag ja sein, daß es wirklich Schreiberlinge gibt, die so etwas zu Stande bringen. Aber ohne Vorwissen und Übung, würde ich persönlich kläglich scheitern.
Nun gut. Sehr lange schreibe ich noch nicht. Aber ist auch dies nicht das einzige Forum, welches ich besuche. Und dort wurden mir auch die Augen geöffnet, was sich in meinen Geschichten so für Fehler tummeln.
Aussen vor: Meine Rechtschreibschwäche. (Bin seit fünf Jahren schwer in Übung, um mit meinen 41 Jahren die, Gott sei Dank nicht so schwere, Legasthenie aus meinem Leben zu verbannen). Was mir bis jetzt auch ganz gut gelungen ist. Werde auch gut unterrichtet.
Mit der Schreiberei habe ich auch erst wirklich begonnen, als "Der Herr der Ringe" eine Manie auslöste.
Und dies war mein erstes Fantasyabenteuer, welches ich erlebt habe.
In dieser Trilogie lernte ich viel über die Charaktere in Fantasyreich.
Wäre dieses Epos nicht auf den Markt gekommen, so wäre ich im gesamten Leben nie auf die Idee gekommen, Fantasy zu schreiben.

Der Wargomar.


Dazu ist mir garde ein passender Spruch eingefallen: Übung macht den Meister. :)

Ohne Vorwissen, so wie du es nennst, stelle ich mir die ganze Sache erheblich schwerer vor. Aber es wirkt einfach auch besser, wenn man merkt, dass Hintergrund existiert und nicht alles nur so aus den Fingern herbeigezogen ist.

MfG Wave

elbenweib
15.08.2008, 15:27
Ein Bekannter hat mir mal erzählt sein Prof meinte, es gäbe nur eine Art leute die noch mehr lesen (und durchgeknallter sind) als Literaturwissenschaftler. Und da seien die Autoren. ;)

treogen
18.08.2008, 09:08
(und durchgeknallter sind) als Literaturwissenschaftler. Und da seien die Autoren. ;)

Ja - da trifft das mit den 4 A's wohl mal wieder zu.
Anders als alle anderen *cool*

An'wén
08.09.2008, 09:58
@Elbenweib: Welch ein netter Satz *grins*


Ich finde auch, dass man als Autor sehr viel lesen sollte, um - wie es auch schon hier im Thema gesagt wurde - einen Wortschatz zu bilden und stetig zu vergrößern und um zu erkennen wie verschiedene Strukturen und Ausdrucksformen miteinander harmonieren wie verbunden werden können.

Andererseits ist es aber auch so, dass man unweigerlich immer ein wenig beeinflusst wird, wenn einem ein Buch gefällt. Ich für meinen Teil schreibe mir deswegen z.B. Ideen auf und schaue dann ein paar Tage oder Wochen später, ob es eingenständig ist oder noch dem Buch, das ich gerade gelesen habe, entspricht.

Lythande
08.09.2008, 13:53
Hallo zusammen,

kann mich den vorherigen Meinungen nur anschließen, aber muss hinzufügen, dass sich viele Leute auch so beeinflussen lassen, dass ein Buch vom anderen abgeschrieben scheint. Ein Kumpel von mir hätte bestimmt das Talent, wenn er nur eigene Ideen hervorzaubern könnte. Er sagt, er würde, mache er sich ans Schreiben, nur von anderen Autoren klauen, da er die toll fände. Geht mir nicht anders, nur ich lese ein Buch und klaue nicht, sondern lasse mich vom Inhalt inspirieren. Es gibt Tage, da kann ich an meinem Roman überhaupt nicht arbeiten und dann gließt es wie ein Wasserfall. Man braucht eine bestimmte Inspiration bzw. Schreibstimmung, die einem die Ideen förmliche aus den Fingern saugt.
Man sollte zwar Ideen aufgreifen, sie aber nicht gänzlich so übernehmen. Es sollte immer ein Teil der eigenen Kreativität und des eigenen Geistes mit in eine Geschichte mit einfließen.

Lythande

Scheunentor
10.09.2008, 01:14
Ich denke auch, dass ein Autor viel lesen sollte. Allein um sich in dieser Art der Kommunikation mit anderen zuhause zu fühlen, sie immer besser zu verstehen und Möglichkeiten der Sprache zu sehen und zu erkennen.

Nicht zwingend nötig halte ich es, Bücher aus dem eigenen Genre zu lesen.
Terry Pratchett zum Beispiel, verzichtet laut meinen Informationen komplett darauf Werke anderer Fantasy-Autoren (obwohl ich T.P. jetzt auch nicht als den typischen Fantasy-Autor bezeichnen würde ^^) zu lesen und es scheint zu funktionieren. Ich kenne kaum vergleibares, wenn man die Art und dem Stil seiner Schreibe betrachtet.

bisou
10.09.2008, 15:05
Nicht zwingend nötig halte ich es, Bücher aus dem eigenen Genre zu lesen.
Terry Pratchett zum Beispiel, verzichtet laut meinen Informationen komplett darauf Werke anderer Fantasy-Autoren (obwohl ich T.P. jetzt auch nicht als den typischen Fantasy-Autor bezeichnen würde ^^) zu lesen und es scheint zu funktionieren. Ich kenne kaum vergleibares, wenn man die Art und dem Stil seiner Schreibe betrachtet.

Und was ist, wenn man gerade das Genre klasse findet, welches man selbst schreibt? Nur deswegen wechseln? Neee. Aber gut, ich denke mal, so hast du es auch nicht gemeint.
Nein, Terry Pratchett ist wirklich mal was anderes, aber auch sehr anstrengend zu lesen. Aber er hat trotzdem einige Fantasy-Klischees drin, wenn auch mit einer guten Prise Humor gewürzt ;)
Also ich würde nicht sagen, dass T.P. kein Typischer Fantasy-Autor ist, denn er hat schon einige Elemente reingebracht (personifizierter Tod ist im Fantasygenre nun wirklich nichts neues ;))

elbenweib
10.09.2008, 15:29
Und was ist, wenn man gerade das Genre klasse findet, welches man selbst schreibt? Nur deswegen wechseln? Neee. Aber gut, ich denke mal, so hast du es auch nicht gemeint.
Nein, Terry Pratchett ist wirklich mal was anderes, aber auch sehr anstrengend zu lesen. Aber er hat trotzdem einige Fantasy-Klischees drin, wenn auch mit einer guten Prise Humor gewürzt ;)
Also ich würde nicht sagen, dass T.P. kein Typischer Fantasy-Autor ist, denn er hat schon einige Elemente reingebracht (personifizierter Tod ist im Fantasygenre nun wirklich nichts neues ;))

Warum ist Pratchett anstrengend zu lesen? oO
klar nutzt auch er klischees, sogar besonders viele, allerdings eher untypisch Klischees aus der realen Welt, die dann in der Scheibenwelt aufgenommen und so verballhornt werden.

ich denke gerade als fantasyautor sollte man sich weit entfernt von Tolkien halten, sonst schreibt nur doch nur wieder den 10.000-Klon vom HdR. :rolleyes: (http://www.hitflip.de/games/)

Warin
10.09.2008, 19:35
Warum ist Pratchett anstrengend zu lesen? Ich vermute mal, Bisou liest Pratchett genau wie ich auch auf englisch und dann ist er in der Tat anstrengend zu lesen. Aber iwie ist das jetzt ein wenig off-topic, oder?:)

Scheunentor
12.09.2008, 04:21
Und was ist, wenn man gerade das Genre klasse findet, welches man selbst schreibt? Nur deswegen wechseln? Neee. Aber gut, ich denke mal, so hast du es auch nicht gemeint.

Also ich würde nicht sagen, dass T.P. kein Typischer Fantasy-Autor ist, denn er hat schon einige Elemente reingebracht (personifizierter Tod ist im Fantasygenre nun wirklich nichts neues ;))

Richtig, so hab ichs nicht gemeint ^^. Hab ihn nur als Beispielt aufgeführt und bin der Meinung, dass ein Fantasyautor auch Bücher aus dem eigenen Genre lesen kann, nur muss das nicht so sein. Manche brauchen diese Abstinenz vielleicht sogar um arbeiten zu können.

Ich sehe den personifizierten Tod nicht unbedingt als typisch dem Fantasygenre angehörig. Der Tod taucht in vielen Kulturen als Person auf und es gibt bayerische Sagen, Legenden und Theaterstücke (darunter auch viele sehr bekannte ^^) in denen der Tod schon als Person vorkam bevor irgendjemand das Wort Fantasy auch nur auf ein bestimmtes Genre angewendet hat ^^.

Enduni
13.09.2008, 14:47
Klar sollte ein Autor viel lesen. - Denn wie schon zuvor gesagt; das Schreiben ist ein Handwerk.
Wenn man ein Handwerk erlernt, ist es ganz praktisch, andere Werke, sogar Meisterstücke, vor Augen zu haben und zu sehen, wie diese aufgebaut sind. Man kann gewisse Dinge, die einem gefallen übernehmen, verfremden, andere weglassen, und so weiter. Vor allem aber ist es wichtig, zu lernen, welche Charaktere einem gefallen, wie sie sein sollten, warum sie sein sollten, zu lernen, wie Spannung aufgebaut wird und eben zu lernen, das Ganze mit Worten darzustellen. Wendungen, Schreibstile, gewisse Details, Wörter, Beschreibungen, die einem gefallen, kann man sich so merken und nötigenfalls auch bei sich integrieren oder sich selbst ausmalen. Es wäre schlimm, müsste jeder Autor ganz aus dem Nichts heraus starten, ohne die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen und gewisse Regeln des Genres zu betrachten. Natürlich darf auch nicht das Schreiben zu kurz kommen.
Aber ohne Lesen kommt man nicht weit; als ich zum Beispiel meine erste Geschichte schrieb, hatte ich kaum gelesen. Inzwischen denke ich, diese Geschichte war grauenhaft. Die zweite wurde besser. Ich begann dann erst Fantasyromane zu lesen und bin inzwischen halbwegs zufrieden mit meinem Schreibstil, aber bin immer noch der Meinung, dass Scott Lynch auf diesem Gebiet ein wahrer Gott ist. *g* Dennoch ist mein Stil ein ganz anderer.


Nicht zwingend nötig halte ich es, Bücher aus dem eigenen Genre zu lesen.
Terry Pratchett zum Beispiel, verzichtet laut meinen Informationen komplett darauf Werke anderer Fantasy-Autoren (obwohl ich T.P. jetzt auch nicht als den typischen Fantasy-Autor bezeichnen würde ^^) zu lesen und es scheint zu funktionieren. Ich kenne kaum vergleibares, wenn man die Art und dem Stil seiner Schreibe betrachtet.

Mindestens die Conangeschichten -muss- Pratchett mMn gelesen haben, da er Hrun und Cohen den Barbaren so offensichtlich angelehnt hat, dass es meiner Meinung nach Unsinn wäre, es abzustreiten. Aber Pratchett ist ein ganz eigener Typ von Fantasy, das ist wahr.

Gruß,

Angelius
28.10.2008, 18:08
Ich finde auch, das ein Autor viel lesen sollte, gerade um sich in Sachen Schreibstil und Kreativität weiterzubilden. Zwar geschieht es leicht, das man dann unbedingt einen Autor nacheifern will und so sehr viel abkupfert. Andererseits, kann man durch viel lesen im Gebiet Fantasy auch ein Gespür für eine innovative Idee entwickeln. Man merkt was schon oft vorkam und was die Leute satt sind zu lesen. Daher würde ich es den Autoren die sich gezielt an ihre Lieblingsautoren anlehnen, auch raten z.B Rezessionen bei Amazon zud em Buch zu lesen, um vielleicht zu erkennen was es für Kritikpunkte gibt, und ob diese nicht vielleicht auch meine Geschichte beeinflussen können. Mir persönlich kommen auch viele Ideen beim lesen von Fantasyromane. Diese Ideen sind nicht zwangsläufig mit der gerade gelesenen Geschichte verbunden sondern oft auch eigenständig. Auch finde ich es gut, dass wenn ich etwas bestimmtes beschreiben will und nicht ewig dafür recherchieren will, ich oft schon eine Beschreibung in einem Buch nachschlagen kann. Gerade in Sachen kampf würde ich mich mit verschiedenen Waffen sehr schwer tun, wenn ich es nicht schon tausend mal beschrieben gelesen hätte. Alles in allem denke ich das es nur helfen kann viel zu lesen ;)

Stardust
14.05.2009, 21:53
Eine wirklich gute Idee - Theoretisch jedenfalls.
Ich denke aber nicht, dass das in der Praxis funktionieren könnte.
Ein wenig anlehnen an einem anderen Buch hat noch keinem Autoren geschadet, denn ganz ohne Vorwissen...ich denke man stürzt in das absolute Chaos.

Zudem ist dies das Fundament für einen guten Stil.
Damit möchte ich natürlich nicht sagen, man solle dreist kopieren. Dennoch sollte jemand, der vorhat ein Buch zu schreiben, davor viel gelesen haben.
Das verfeinert das Sprachgefühl, selbst wenn es schon zuvor gut ausgeprägt war.
Man sieht wie andere Autoren Charaktere und die Handlung ausarbeiten.
Und ganz ohne Klischees wird es nie funktionieren. Ich bin der Meinung, dass man mit Klischees auch herrlich spielen kann.
Derzeit versuche ich ein Klischee bewusst zu setzen, an einer Person allerdings, und ihr dann eine Eigenschaft zuzuordnen, die wohl niemand erwartet hätte.
Ich bin wirklich neugierig wie das wirken wird.

Zack
15.05.2009, 21:51
Müssen nicht zwingen, aber ich glaube, wer viel liest, hat ein besseres Gespür für den Aufbau einer so langen Story. Einen Roman spannend zu gestalten ist nicht einfach, man darf nicht zu viel und nicht zu wenig verraten, man muss Stimmung rüberbringen, Emotionen etc. ... durch viel Lesen kann man da zumindest ein gewisses Grundgefühl bekommen.

Wer zu viel liest, lässt sich aber auch mal zu stark beeinflussen. Ist ein schmaler Grad zwischen was eigenem und jemandem nacheifern.

Meine Erfahrung ist, dass Autoren sehr gerne lesen, aber viele auch sagen, dass sie in intensiven Schreibphasen eher wenig lesen. Man kommt einfach auch nicht dazu und ist viel zu sehr mit der eigenen Story beschäftigt, als dass man sich auf eine andere einlassen könnte ...

Zentara
16.05.2009, 23:04
Ich denke nicht, dass jeder Autor auch gleich "viel" lesen muss, dennoch vorher schon etwas gelesen haben sollte, denn von irgendwo her muss man ja die Ambitionen dafür haben etwas "fantastisches" zu entwerfen.
Das wäre so, als würde jemand Basketball erfinden und merkt dann erst im Nachhinein dass es sowas bereits gibt, nur weil derjenige alles abgeschirmt hat in der Hoffnung doch noch etwas ganz eigenes zu kreieren.
Umso größer ist die Enttäuschung.
Deshalb ist es sicherlich hilfreich, sich vorher ein genaueres Bild zu machen, um zu wissen wie hoch die Messlatte ist.
Darüber hinaus kann es einem auch Anregungen geben, wenn auch nur im literarischen Sinne.
Vergleichbar mit unserer alltäglichen Welt: Ein Erfinder macht sich auch erst ein Bild davon was sinnvoll wäre zu erfinden, bevor er sich seinen Plänen widmet.
Dennoch muss man nicht jedes Buch lesen, wann sollte man dann die Zeit zum Scheiben finden? ;)
Aber sicherlich gibt es auch welche die Bücher schreiben, die zuvor keines dergleichen gelesen haben, es mag klappen und doch auch wieder nicht.
Ausschließen kann man so etwas nie.
Aber es kann nicht schaden informiert zu sein, und immerhin kann man jedesmal noch dazu lernen.

Storm
17.05.2009, 00:47
Um ein guter Autor zu sein, glaube ich, dass man zumindest einiges lesen muss. Ganz unabhängig von den sprachlichen Fähigkeiten erstmal.
Das Problem, besonders im Fantasy-Genre, ist in meinen Augen vielmehr, dass das, was einem als "ungebildeter" Autor zuerst in den Sinn kommt, nunmal die gängigen Klischees sind und man nicht wissen kann, dass das ausgelutscht ist und niemand es mehr lesen will, wenn man nicht selbst auch liest. Erst dann merkt man ja, wie nervig es ist, wenn immer wieder die gleichen unerwarteten Wendungen auftauchen, immer wieder der gleiche Typ Charakter zuerst stirbt und so weiter.

HMP
17.05.2009, 09:13
Lesen, viel lesen, gehört für mich zum Basisprogramm eines Schreibers. Daher versuche ich so viel als möglich zu lesen. Wobei ich zugebe, dass ich nicht nur Bücher, sondern auch viele Artikel lese. Zum einen, weil sie mich interessieren (Kosmologie zum Beispiel), zum anderen, weil mich der Schreibstil interessiert (weil ich selbst Artikel schreibe). Insofern, lesen ist einfach Pflicht für jeden, der schreibt.

Bücher lese ich nicht im (in aller Regel englischen) Original. Könnte ich oft, will ich aber nicht. Da ist bei mir ganz eindeutig der Lerneffekt im Vordergrund. Es hilft mir als Schreiber wenig, wenn ich eine Geschichte im Original lese. Ich schreibe ja nicht auf Englisch. Deswegen lese ich die Übersetzungen. Um Stil zu üben und zu lernen, um meinen Wortschatz zu updaten. Und natürlich auch der Geschichte wegen. (Ein Grund, warum ich keine Rezis schreibe: ich würde eher den Übersetzer bewerten, nicht den Autor.) Bei manchen Büchern muss ich da dann schon sagen: Weiß der Autor, was der Übersetzer daraus gemacht hat?

Also für mich gehört es einfach als Autor dazu, viel zu lesen. Aus vielerlei Gründen.

starkhand
20.05.2009, 12:10
lesen ist einfach Pflicht für jeden, der schreibt.

Wo soll's auch sonst herkommen? :)

Sprache entwickelt sich ständig. Es gibt nicht die Möglichkeit, zu sagen: So, Wortschatz komplett, stilistisches Repertoire vollständig, jetzt fange ich an zu schreiben. Lesen heißt ja auch, im kulturellen Dialog zu bleiben.

Es hilft mir als Schreiber wenig, wenn ich eine Geschichte im Original lese.

Das sehe ich anders. Dinge wie Tonalität im Verhältnis zum Plot und zum emotionalen Zustand der Figuren schweben ein, zwei Ebenen über Wortschatz und Satzbau, die sind sprachunabhängig und geben trotz mancher Lücke im Vokabular ausreichend Auskunft darüber, wie der Autor an dieser Stelle denkt. Dramaturgie ist ebenso wichtig wie schöne Sätze, wenn nicht wichtiger. Denk mal an Pantomime …

Bei manchen Büchern muss ich da dann schon sagen: Weiß der Autor, was der Übersetzer daraus gemacht hat?

Deshalb gibt es unter diesen ja Kollegen, die nicht "Übersetzer" genannt werden möchten, sondern "Nacherzähler". Da wird so manche stilistische Eigenart eingebracht, die mit dem Original nichts zu tun hat, aber z.B. kulturelle Eigenarten dem jeweiligen Publikum näherbringen soll. Der Übersetzer der ersten Covenant-Trilogie z.B. hat massiv westdeutsche Umgangssprache in die Dialoge gebracht und gesagt, das sei schon richtig so, weil die deutschen Leser sonst die kulturellen Unterschiede zwischen den Figuren nicht begreifen würden. Der Gute ist allerdings auch davon ausgegangen, daß seine Art, dieses Konzept umzusetzen, nicht auf Kritik stoßen könnte, weil er halt so ein Meister ist … :D

HMP
20.05.2009, 16:23
Das sehe ich anders. Dinge wie Tonalität im Verhältnis zum Plot und zum emotionalen Zustand der Figuren schweben ein, zwei Ebenen über Wortschatz und Satzbau, die sind sprachunabhängig und geben trotz mancher Lücke im Vokabular ausreichend Auskunft darüber, wie der Autor an dieser Stelle denkt. Dramaturgie ist ebenso wichtig wie schöne Sätze, wenn nicht wichtiger. Denk mal an Pantomime …

Vielleicht habe ich es nicht deutlich genug ausgedrückt. Wahrscheinlich sogar. Natürlich hast Du Recht, dass Pantomime völlig unabhängig von der Sprache lebt - aber das geschriebene Wort eben nicht. Die beste Dramaturige geht baden, wenn das Wort sie nicht übermittelt. Auch dieser Vergleich hinkt, aber denke mal an Filme, die Dramaturgisch toll sind, die Synchronisation macht sie aber zu einem Elend.

OK, natürlich hilft auch das schönste Wort nicht, wenn es eine besch*zensiert* Dramaturgie ist :D.

Und den deutschen Stil, den deutschen Wortschatz, die deutsche Grammatik kann ich nun mal leider nicht in einem englischen Original üben, erweitern, verbessern. Insofern sehe ich es für jemanden, der in Deutsch schreibt einfach als wichtiger an, auch Deutsch zu lesen. Ich kann meine Ideen, meine Geschichten nur dann vernünftig umsetzen, wenn ich weiß, wie. So wollte ich meine Aussage verstanden wissen.

Die anderen Dinge, die Du ansprichst, sind aber sicher ebenfalls wichtig.

Hamar
03.06.2009, 12:14
Seltsam finde ich, dass in vielen Kommentaren das Lesen gleichgesetzt wird mit Ideenklau (Motto: "Ich lese nicht, weil ich nicht "abschreiben" will"). Liegt hier eine völlig verquere Einstellung zum Schreiben zugrunde - sprich: sind es solche Leute nicht gewohnt, eigene Ideen zu haben und zu entwickeln? Oder haben sie einfach wenig Ahnung vom Schreibprozess? Nur weil ich einen Roman lese, verliere ich doch nicht meine eigene Kreativität.

Sicher ist es einfach, eine Idee aus einem anderen Werk zu nehmen und "umzuformen", aber jedem echten Autoren sollte es ein Ziel, oder vielmehr eine Frage der Ehre, seine eigenen Ideen zu formen. Wer nicht in der Lage ist, einen eigenen, originellen Plot zu entwickeln, die einen Roman (oder eine Kurzgeschichte) trägt, ist alles andere als ein Autor, und sollte sich lieber ein anderes Betätigungsfeld suchen – oder sich in dieser Richtung fortbilden. Schließlich gibt es eine Menge ziemlich guter Literatur übers Schreiben.

Ich kann mich nur Andradir und treogen anschließen. Stellt euch mal vor, ihr wollt ein Auto bauen, ohne jemals zuvor eines gesehen zu haben …
Beim Lesen von fremden Werken sollte es jedoch nicht darum gehen, auf Ideenklau zu gehen, sondern sich anzuschauen, in welchem Stil andere Autoren schreiben, wie sie die sprachlichen, satzbaulichen oder auch inhaltliche Probleme lösen, vor denen man beim eigenen Text immer wieder steht. Aber wie gesagt: Nicht klauen, sondern anschauen, inspirieren lassen und etwas Neues (Besseres) daraus machen. So läufts in der Literaturgeschichte schließlich seit Hunderten Jahren …

Muchacho
03.06.2009, 13:44
Absolut. Ich finde nur ein guter Autor beschäftigt sich viel mit der Literatur. Auch da sollte er auf dem aktuellen Stand bleiben, denn es kann ihm ja nur zu Gute kommen. Sich selbst in seinen eigenen Geschichten zu wälzen kann mit der Zeit sehr kreativhemmend sein, wieso also nicht ein gutes Buch von einem fremden Autor...?
Wobei ich hier aber sagen möchte: Ein guter Autor muss nicht viel lesen! Ein guter Autor kann auch gut schreiben ohne jemals ein Buch gelesen zu haben... hier liegt also nicht das wahre Erfolgsrezept...

HMP
03.06.2009, 14:09
Wobei ich hier aber sagen möchte: Ein guter Autor muss nicht viel lesen! Ein guter Autor kann auch gut schreiben ohne jemals ein Buch gelesen zu haben... hier liegt also nicht das wahre Erfolgsrezept...

Entschuldige bitte, wenn ich Dir hier ganz energisch widerspreche. Den Umgang mit der schriftlichen Sprache lernt man nur, wenn man damit umgeht. Wer nie ein Buch gelesen hat, kann - meiner Meinung nach - gar nicht wissen, wie geschriebenes Wort wirkt. Es ist etwas völlig anderes, eine Geschichte mit Worten laut zu erzählen als sie niederzuschreiben. Oder wie Hamar völlig richtig sagt: Wie ein Auto bauen ohne je eins gesehen zu haben? Wie ein Buch schreiben, ohne je eins gelesen zu haben?

Und, ohne nun nach Namen zu suchen, es gibt genügend gute Autoren, bekannte Autoren, die selbst sagen, das Lesen einfach unabdingbar wichtig für jeden Autor ist.

Muchacho
03.06.2009, 14:41
Meinst du nicht, dass ein Autor aus seiner eigenen Vorstellung heraus ein Buch schreiben kann? Sogesehen kann man ein Bild malen, ohne zu wissen, was ein Bild ist - man muss doch nur vermitteln, wie es geht. Der Rest, die Kreativität, ist dem Autor überlassen. Ein Autor zu sein heisst nicht Bücher zu lesen, sondern zu wissen, was ein Buch ausmacht. Und zwar für sich selbst. Natürlich können hier Bücher von anderen Autoren diese Arbeit ungemein erleichtern. Jedoch würde mich mal interessieren was dabei herauskommt... woher will man das wissen? X.X

Allanon
03.06.2009, 15:11
Meinst du nicht, dass ein Autor aus seiner eigenen Vorstellung heraus ein Buch schreiben kann? Sogesehen kann man ein Bild malen, ohne zu wissen, was ein Bild ist - man muss doch nur vermitteln, wie es geht. Der Rest, die Kreativität, ist dem Autor überlassen. Ein Autor zu sein heisst nicht Bücher zu lesen, sondern zu wissen, was ein Buch ausmacht. Und zwar für sich selbst. Natürlich können hier Bücher von anderen Autoren diese Arbeit ungemein erleichtern. Jedoch würde mich mal interessieren was dabei herauskommt... woher will man das wissen? X.X

Ich glaube nicht das das funktionieren wird, ist ja beinahe wie das Rad neu erfinden. Versetz dich doch mal genau und die Lage eines solchen Autors/Autorin, jedes noch so kleine spezifische Ding das in seinen geschichten vorkommt sollte ja einigermaßen detailgetreu beschrieben sein, Kleidungsstücke der Sache und der Zeit angepasst, Materialien die richtigen Eigenschaften haben usw. Woher nimmt jemand der all solche Sachen beschreiben möchte, sein wissen? Ich denke er wird sich vor den PC und oder ein Buch setzen und nachforschen. Ganz ohne sit das alles nicht möglich, oder er muss alles aus seiner eigenen sich vorgestellten Sicht heraus schreiben, dann aber kann es ihm (da er es ja nicht besser weis) passieren das er Sachen beschreibt die in Wirklichkeit ganz anders sind. Im schlimmsten Fall würden die Leser eines solchen Buches die Köpfe über den Unsinn der da geschrieben wurde schütteln und das Buch weglegen. Sammel von Informationen, Lesen und damit der Ausbau seines eigenen Sprachgebrauchs sind unabdingbar für jeden Schreiberling.

liebe Grüße

Allanon

HMP
03.06.2009, 15:50
So sehe ich das auch, Allanon *ja*!

Im Zweifelsfall würde das passieren, was (ich glaube es war Kafka) in einer Geschichte passiert, wo ein Mann sich fragte, warum muss ein Tisch Tisch heißen und nicht Stuhl. Am Ende verstand niemand mehr den Mann - er sich aber sehr wohl.

Und (natürlich hinkt jeder Vergleich) in aller Regel kann man Lesen vor dem Schreiben und lernt es auch so in der Schule. (Außer natürlich die Zeiten haben sich geändert)

Sprachgefühl (das, welches man für das Schreiben braucht) kann man sich nur übers Lesen aneignen.

Sprechen ist etwas völlig anderes. Daraus kann ich für das Schreiben nur bedingt etwas lernen. Mit der gesprochenen Sprache kann ich variieren, Stimmungen ausdrücken, Gefühle zeigen usw. In der schriftlichen Sprache brauche ich dazu Hilfskonstrukte. "Ich sage dir." Diesem Satz kann ich mit der Stimme, der Mimik auf die unterschiedlichsten Weisen eine Bedeutung verleihen - ohne mehr zu sagen. In der Schrift muss man aber etwas darum herumbauen. Das lerne ich - meiner Meinung nach - aber nur dann, wenn ich viel lese, um mir ein entsprechendes Repertoire zuzulegen.

Silaëna
06.06.2009, 08:16
Sprechen ist etwas völlig anderes. Daraus kann ich für das Schreiben nur bedingt etwas lernen. Mit der gesprochenen Sprache kann ich variieren, Stimmungen ausdrücken, Gefühle zeigen usw. In der schriftlichen Sprache brauche ich dazu Hilfskonstrukte. "Ich sage dir." Diesem Satz kann ich mit der Stimme, der Mimik auf die unterschiedlichsten Weisen eine Bedeutung verleihen - ohne mehr zu sagen. In der Schrift muss man aber etwas darum herumbauen. Das lerne ich - meiner Meinung nach - aber nur dann, wenn ich viel lese, um mir ein entsprechendes Repertoire zuzulegen.

Ich denke, einen Dialog zu schreiben (ohne etwas drum herum zu bauen) ist auch dann, wenn man nur durch das Sprechen schreiben lernen möchte, möglich. Nur werden diesem Dialog wahrscheinlich Konflikt oder Tiefe fehlen oder Feinheiten, die man nur durch das Lesen mitbekommt. Auch Dialoge schreiben will nämlich gelernt sein.

Irgendwo habe ich von einem Experiment gelesen, in dem Gespräche von Passanten an einer bestimmten Stelle aufgenommen wurden. Hätte man diese Gespräche genauso aufgeschrieben, wie man sie aufgezeichnet hat, wären sie in einem Text unbrauchbar gewesen. Viele Pausen und Unterbrüche, "ähm"s und Gedankensprünge mitten im Satz hätten diese für einen Leser unverständlich gemacht.

Besonders für Beschreibungen sollte man ein Gefühl bekommen, und das geht am besten, indem ein Autor (viel) liest. M.E. ist es Kunst, etwas so treffend zu beschreiben, dass man dem Leser ein gutes Bild der Umgebung vermitteln kann, ohne gleich so weit auszuschweifen, dass er das Interesse verliert.

Silaëna

sueño
06.06.2009, 15:39
Ich glaube, die allermeisten auch der ganz großen der Weltliteratur hatten ihrerseits wieder bevorzugte Bücher und Lieblingsautoren, anhand derer sie ihren Stil herausgebildet haben. Um so mehr sollte das für jeden gelten, der "als Amateur" seinen Weg zum Autorendasein sucht. Je mehr Autoren man liest, um so mehr verschiedene Sprachstile fängt man auf, sucht sich seine bevorzugten heraus und formt daran seinen eigenen Stil.

RickyLee
08.06.2009, 23:26
Meinst du nicht, dass ein Autor aus seiner eigenen Vorstellung heraus ein Buch schreiben kann? Sogesehen kann man ein Bild malen, ohne zu wissen, was ein Bild ist - man muss doch nur vermitteln, wie es geht. Der Rest, die Kreativität, ist dem Autor überlassen. Ein Autor zu sein heisst nicht Bücher zu lesen, sondern zu wissen, was ein Buch ausmacht. Und zwar für sich selbst. Natürlich können hier Bücher von anderen Autoren diese Arbeit ungemein erleichtern. Jedoch würde mich mal interessieren was dabei herauskommt... woher will man das wissen?

Also angesichts der Tatsache, dass es selten, wenn nicht gar nicht, Menschen gibt, die schreiben können, aber nie eine Geschichte gelesen haben, ist die Frage... naja, irgendwie unlösbar ^^

Ich denke, viele Schreiberlinge fangen mit Abschreiben an - die ersten Werke haben immer große Ähnlichkeit mit der Inspirationsquelle. Erst später entwickelt sich das Gespür für eigene Ideen.

Bevor man schreiben kann, muss man erst das Handwerk beherrschen, daher ist lesen gewissermaßen unerlässlich. Die Technik kann man sich durch abgucken aneignen, oder durch langes, langes selbst versuchen und viele Beta-Leser.

Je weit gefächerter man sich mit seinem Handwerk befasst (z.B., um bei der Kunst zu bleiben, sich nicht immer nur auf die Romantik zu konzentrieren sondern auch abstrakte Kunst anzuschauen) desto vielfältiger und vor allem einfacher vielfältig kann der Schreibstil werden.
Sowieso: Neue Ideen bauen immer nur auf der Grundlage von anderen auf. Es wurde ja schon gesagt: Das Rad kann man nicht immer wieder neu erfinden.

Ob Autoren viel Lesen SOLLEN, weiß ich nicht. Es hilft sicher, wenn man sich orientieren kann, es kann aber auch maßgeblich den eigenen Stil beeinflussen (daher: Weit gefächert lesen, damit lässt sich das vermeiden, dass man bei einem einzigen Autor abschreibt/ihn unabsichtlich kopiert. Irgendwann entwickelt sich der eigene Stil).

Inspiration kann man überall herkriegen, nicht nur aus Büchern.

Storm
09.06.2009, 09:24
Ich denke, viele Schreiberlinge fangen mit Abschreiben an - die ersten Werke haben immer große Ähnlichkeit mit der Inspirationsquelle. Erst später entwickelt sich das Gespür für eigene Ideen.
Da wäre ich mir gar nicht so sicher.

Bei mir und auch einigen Freundinnen früher, die geschrieben haben, war es eigentlich so, dass mit 12, 13 die Geschichten ganz von selbst im Kopf entstanden sind. Abends vorm Einschlafen hab ich sie weitergesponnen - und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, haben meine damaligen Hirngespinste storytechnisch zwar wenig Substanz, aber mir fällt auch keine bekannte Geschichte ein, die Vorlage gewesen sein könnte. Das mag daran liegen, dass ich als Kind unheimlich viel gelesen habe, ohne richtige Lieblingswerke zu haben, also einfach nicht so konzentriert auf bestimmte Vorbilder war.

RickyLee
09.06.2009, 16:18
Da wäre ich mir gar nicht so sicher.

Bei mir und auch einigen Freundinnen früher, die geschrieben haben, war es eigentlich so, dass mit 12, 13 die Geschichten ganz von selbst im Kopf entstanden sind. Abends vorm Einschlafen hab ich sie weitergesponnen - und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, haben meine damaligen Hirngespinste storytechnisch zwar wenig Substanz, aber mir fällt auch keine bekannte Geschichte ein, die Vorlage gewesen sein könnte. Das mag daran liegen, dass ich als Kind unheimlich viel gelesen habe, ohne richtige Lieblingswerke zu haben, also einfach nicht so konzentriert auf bestimmte Vorbilder war.

Ich sagte ja auch "viele" und nicht "alle". Mir ist durchaus klar, dass es da Abweichungen gibt ^^
was ich bisher so mitbekommen habe an ersten Werken, hatte öfters den Eindruck des Abschreibens an sich.

sueño
10.06.2009, 00:42
was ich bisher so mitbekommen habe an ersten Werken, hatte öfters den Eindruck des Abschreibens an sich.

Im Bereich Fantasy, oder darüber hinausgehend?

Storm
10.06.2009, 09:29
@RickyLee war schon klar, dass du nicht alle meintest. Mein Post war auch weniger als "ich bin aber anders!" gedacht, als als Beispiel einer Gegendarstellung, von der ich glaube, dass es viele gibt. Also ich würde allgemein sagen, dass es vielleicht viele Erstlingswerke - ob nun veröffentlicht oder nicht - gibt, die stark an andere Geschichten erinnern, aber ich denke, dass es sich mit den eigenen Ideen doch die Waage halten müsste. Wenn man mal Fanfiction ausklammert. Aber beweisen lassen sich beide Vermutungen ziemlich schlecht ;)

RickyLee
10.06.2009, 14:06
Im Bereich Fantasy, oder darüber hinausgehend?

Mh, da ich Fantasy ganz klar peferiere und bisher auch nur andere Fantasy-Fans kenne, die schreiben, nur im Bereich Fantasy, muss ich zugeben.

Übrigens sollte ich mich von oben korrigieren. Abschreiben ist da das falsche Wort: Die Geschichten hatten teils sehr große Ähnlichkeit mit dem Vorbild.

sueño
19.06.2009, 13:53
Mh, da ich Fantasy ganz klar peferiere und bisher auch nur andere Fantasy-Fans kenne, die schreiben, nur im Bereich Fantasy, muss ich zugeben.

Übrigens sollte ich mich von oben korrigieren. Abschreiben ist da das falsche Wort: Die Geschichten hatten teils sehr große Ähnlichkeit mit dem Vorbild.


Der Bereich Fantasy tickt da auch etwas anders als die restliche Literatur, so mein Eindruck. Durch den regelrechten Fantasyboom seit über 10 Jahren fühlen sich viele, oft junge, Fans dazu angeregt, selber zu schreiben. Und wenn die bisherigen Vorbilder dann Harry Potter, der Herr der Ringe, Narnia und noch ein paar "Grundwerke" sind, dann bleiben die Nachfolger oft in der gleichen Schiene. Teilweise auch mit Erfolg, siehe "Herr der Ringe + Drachen = Eragon".

Jedenfalls bin ich da ganz deiner Meinung, da sind oft viele "Ähnlichkeiten mit Vorbildern" festzustellen, diplomatisch formuliert.

Plusquamperfekt
18.08.2009, 15:28
Also ich finde lesen ist komplett etwas anderes als schreiben und ich lese Fantasy schon ziemlich lange, wenn ich aber schreibe ist das alles aus meine Kopf raus und da ist nur noch meine Geschichte. Auch zwischen schreiben und überarbeiten lese ich andere Autoren. Es hilft mir einfach abzuschalten.

Also "Ja", du irrst dich, meiner Meinung nach.

amuri
30.09.2009, 22:27
Hmmmm, wäre es dann nicht eher sinnvoller, GANZ OHNE Vorwissen über bekannte Fantasy-Literatur sich an einen Roman zu wagen? Ich meine, wenn man die ganzen Klischees nicht kennt, ist die Gefahr doch kaum vorhanden, dass man hineinstolpert. Wenn man dagegen schon die ganze Palette gelesen hat, formen die doch auch irgendwo das eigene Denken und damit die eigene Kreativität. Klar ist es wahrscheinlich nicht verkehrt, wenn man als Autor weiß, was auf dem Markt ist. Andererseits würde man davon beeinflusst, sobald man davon Kenntnis hat. Oder sehe ich das falsch?

Irgendwie kann ich deine Bedenken verstehen, schließlich kommen in 99,999 % aller Fantasy-Romane Elfen, Zwerge und Orks vor, oder Zwerge, Elfen und Orks, oder aber Orks, Elfen und Zwerge. :D
Wie drückt es Microsoft Encarta for Kids so schön aus: Aber auch ein Fantasy-Autor muss nicht alles neu erfinden. Er darf sich im Fundus der Abenteuerliteratur kräftig bedienen. Aus der Odyssee des griechischen Dichters Homer etwa darf er den einäugigen Zyklopen klauen. (...) Dann darf er ihn zusammenspannen mit den Zwergen aus den Märchen der Brüder Grimm oder mit einer Armee von Riesen aus der germanischen Mythologie, und alle kämpfen sie gegen den Helden mit Ritterrüstung und Zauberschwert. Jetzt noch die Berge giftgelb angemalt und einen düstren Wald mit sprechenden Bäumen in die Landschaft gepflanzt: Fertig ist die Fantasy! Microsoft® Encarta® 2006. © 1993-2005 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

(An die Mods Ich hoffe jetzt keine Urheberrechtsverletzung begangen zu haben, aber ich finde das Zitat in diesem Zusammenhag zu gut, außerdem denke ich, dass man deutlich sieht aus welcher Quelle es stammt, wenn nicht, dann löscht es einfach!)

Jetzt kommt das große ABER, wie willst du einen Fantasyroman schreiben, wenn du nicht weißt wie ein Fantasyroman geschrieben wird? Ich denke, dass man erst einmal Fantasyromane lesen muss, um sich in das Genre einzuleben. Außerdem sollte ein Fantasyautor IMO auch Sachliteratur lesen. Nehmen wir mal an, du hast eine Gruppe von Helden, die ein Überlandabenteuer erlebt, um mal einen DSA-Begriff zu benutzen. Jetzt ist es Abend und sie wollen ihr Lager im Wald aufschlagen, da es beginnt zu regnen und die Nacht kalt zu werden verspricht - beginnen sie einen Unterschlupf zu bauen, das ganze wirkt viel authentischer, wenn du in einem Buch über Survial nachgelesen hast, wie man einen solchen Unterschlupf baut. Hier mal eine Literaturempfehlung:
Das erste komplette Handbuch, das alle wesentlichen Informationen über Outdoor-Aktivitäten einschließlich Survival-Tips ausführlich und übersichtlich darstellt: Ausrüstung, Proviant, Unterwegs im Sommer und Winter, Floßbau, Wintertips, Orientierung, Wetter, Camp einrichten, Wintercamping, Feuermachen bis hin zum Kochen und Brotbacken, Gefahren u.v.m.

Alcarin
01.10.2009, 22:34
Ich verstehe unter "viel lesen" auch "anspruchsvolle Dinge lesen".

Es kommt darauf an, was für einen Standart die Autoren beim Schreiben anstreben.
Soll das Werk nur leicht und flüssig zu lesen sein? Soll die Handlung vor allem leicht verständlich sein und hin und wieder Überraschungen aufweisen?
Dann reicht es Markus Heitz zu lesen.
Soll das Werk einen ganz bestimmten Stil vermitteln, der vielleicht ironisch oder sogar sarkastisch ist? Sollen Perspektiven- und Wortwahlwechsel unterhaltsam eingesetzt werden und die Handlung unterstüzten? Soll die Handlung das gewisse Etwas beinhalten und soll der Leser am Ende mehr als nur das Gefühl haben, dass er die Handlung verstanden hat und für einige Stunden nett unterhalten war?
Dann sollte der Autor schwierigere Lektüren lesen, vielleicht auch einmal Klassiker.

Ich denke allerdings, dass viele Autoren marktorientiert schreiben und daran auch ihren Stil ausrichten. Ein Großteil der Fantasy- Literatur richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Klassiker eher von den Lehrern aufgedrängt bekommen als sie freiwillig lesen. Solche Leser werden von hoher Stilistik nur verwirrt und abgeschreckt.
Wer diese Leser also nicht abschrecken will, sollte einen möglichst simplen Stil pflegen und die Hände von schwieriger Literatur lassen.

Logi
12.10.2009, 20:16
Um hier ein Beispiel zu bemühen:

Wenn man Gitarre lernt und Soli spielen will, dann hört man (in meinem Fall) Clapton. Hendrix, Stevie Ray Vaughan usw und versucht, das irgendwie nachzumachen. Dadurch lernt man. Aber dadurch entwickelt man auch einen eigenen Stil.
Nicht umsonst haben viele große Regisseure ihren Vorbildern wie C.B. DeMille, Keaton oder Orson Welles am Anfang nachgeeifert. So lernt man eben. Und zwar vom Guten wie vom Schlechten. Und beim Drehbuchschreiben hilft es sehr, wenn man einfach viele, viele Filme schaut und das aufmerksam. Da geht es nicht darum, alles kaputt zu diskutieren sondern ein Gefühl zu entwickeln wo die Akte beginnen und enden, wann im Allgemeinen innerhalb der klassischen Hollywood-Struktur für den Helden was schiefgehen sollte usw.

Klar kann man auch das Rad neu erfinden, aber es hilft wenn man weiß was für Räder es sonst schon gibt.

Auf der anderen Seite muss ich ganz klar sagen, dass eine gewisse Ignoranz gegenüber den Werken anderer auch überlebenswichtig ist. Um mal wieder das Beispiel vom Anfang zu bemühen: Wenn man sich wirklich mal überlegt, was Jimi Hendrix da mit seiner Klampfe geschaffen hat und dann realistisch die Chancen abschätzt, ob man das jemals auch nur ansatzweise schaffen könnte, dann muss man eigentlich leise kichernd aufgeben und die Gitarre irgendwo vergraben... aber das ist natürlich nicht gerade hilfreich.

Die bereits angesprochene Gefahr, aus Unwissenheit nur innerhalb bekannter Klischees zu bleiben, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Ich glaube aber nicht, dass es genügt "nur" Fantasy zu lesen - denn es eröffnet natürlich ein weites Universum an Möglichkeiten, wenn man Genreübergreifend denkt und so im Endeffekt einfach nur eine gute Geschichte erzählt, die zur Fantasy tendiert weil es der Story optimal dient. Fantasy um seiner selbst willen läuft meiner Meinung nach Gefahr, zu selbstreferenziell zu sein.

Fazit: Man sollte nicht nur, nein man muss lesen um zu schreiben. Aber nicht nur Fantasy - sondern eben... Bücher. Auch Fachbücher oder Biographien oder was auch immer. Anregungen und Informationen findet man an den ungewöhnlichsten Stellen.

Jakob Welik
16.10.2009, 13:02
Ja, sie sollten, um Sprache, Stil und Besonderheiten des Schreibens zu lernen. Wer nicht liest, hat Probleme sich auszudrücken und nimmt seine Informationen von Gesprächen auf.

Zudem fördert Lesen das Wissen, seht euch die Studenten an (nur ein Beispiel) wie auch leidenschaftliche Leser. Man ist einfach intelligenter (wissensreicher).


Beste Grüße,
Jakob

Japa
16.10.2009, 22:00
Hallo erstmal,

ich denke ein Autor sollte selber lese...
Meine Mutter hat immer gesagt : Jakob, ich finde es super das du so viel liest.
Deshalb hast du auch so eine große Fantasy und so einen SUPER Schreibstil.


Das sag nicht ich okay...ich bin kein angeber oder so...das hat meine MA gesagt :D:D

Bajarin
30.11.2009, 17:17
Ich kann hier nur Pratchett zitieren und ihm aus vollem Herzen beipflichten:
Als Kind hat er sich "wie eine Kettensäge" durch die öffentliche Bücherei gearbeitet, ist von der Mächen- ind die Völkerkundeabteilung geraten, ehe er es bemerkte, und hat auf diese Weise "die Flöze angelegt" von denen er jetzt "abbaut". Woher soll denn die ganze Munition kommen? Man kann sich ja nicht den ganzen Hintergrund selber ausdenken. Geografie, Völkerkunde, Religion, Philosophie, Psychologie, Physik, Biologie, Literaturwissenschaft ...

Das Buch "Der ganze Wahnsinn" von Pratchett ist jedem interessierten "Selberschreiber" dringend zu empfehlen. Darin enthalten sind Reden vor Literatentreffen, Dankesreden bei Ehrungen, Vorworte zu Computerspielen über seine Bücher und einige neue Kurzgeschichten. Da kann man ein bisschen erahnen, wie ein genialer Schriftsteller das Schreiben sieht.

Mein Lieblingskapitel: Lasst Drachen sein (über den Wert von Fantasy-Literatur!)
*ja*
Abschreiben von anderen Fantasy-Autoren ist dagegen in meinen Augen das Letzte. Wenn man keine eigenen Ideen hat, sollte man es lieber lassen.

Bardin
30.11.2009, 19:04
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass jemand im Schreiben so talentiert ist, dass er alle Notwendigkeiten selber, ohne ein einziges Buch gelesen zu haben, rausfindet.
Ausdrucksweise, Erzählweise, und Wörter, die im Umgangssprachlichen nicht gebraucht werden, erlernt man schließlich erst durch Lesen...

Außerdem hilft einem Lesen dabei, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, andere Stile und Erzähltechniken kennenzulernen, andere Ideen davon, wie eine Geschicht aufgebaut sein kann... ich denke, Lesen bringt auch viel Inspiration.
Zudem kann man nicht allein Autor sein - man muss auch die Rolle des Lesers ausreichend kennen. Schließlich müssen die sich alles selber vorstellen und rekonstruieren, aus dem, was der Autor vorgegeben hat. Lesen gibt einem dabei ein Gefühl dafür, wieviel Informationen notwendig sind, um ein Geschehen realistisch zu beschreiben, aber auch dafür, wie viel Freiheit man dem Leser lassen kann.

Kurzum: Man kann kein (guter) Autor sein, ohne zu Lesen.

Edit: Und die Liebe zum Wort fängt doch mit dem lesen an... oder?

Ishtar
01.12.2009, 09:50
Also ich habe mit den Lesen von vielen Geschichten und Büchern angefangen eigene Geschichten zu schreiben. Am anfang habe ich viel angekupfert (um davon zu lernen), heute mache ich meine eigenen Gedanken um Geschichten. Aber lesen tu ich trotzdem noch. Ich habe bestimmt hunderte von Büchern in meinen Schränken :) Allerdings lese ich nciht jeden Tag. Manchmal sitze ich zuuuviel vorm PC oder in letzter Zeit sogar mal wieder häufiger am Fernseher :D

Ich denke, manchmal sollte man sich schon belesen. Ich glaube, dass man durchs lesen auch sehr viel lernen kann (solange man sich denn auch merkt, was drin steht oder um einfach einen eigenen Stil zu finden) *cool*