Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Patrick Süskind - Das Parfum
ExLibris
02.06.2008, 12:18
Inhalt: Jean-Baptiste Grenouille wird 1738 als unehelicher Sohn einer Fischverkäuferin geboren; er überlebt den versuchten Kindsmord seiner Mutter und das entbehrungsreiche Leben als Kostkind sowie die Zeit als Hilfskraft bei einem Gerber, wo er lebensgefährliche Arbeiten verrichten muss. Ausgestattet mit einem absoluten Geruchssinn, ist er selbst jedoch ohne Geruch. »Sie konnten ihn nicht riechen. Sie hatten Angst vor ihm.« Als Mensch ohne Geruch zum Außenseiter verurteilt, erschließt er sich die Welt von Gerüchen und Düften, die er förmlich in sich aufsaugt. So folgt Grenouille über mehrere Pariser Stadtviertel dem Duft eines jungen schönen Mädchens, das er schließlich tötet, um ihren Duft in allen Feinheiten in sich aufzunehmen.
Grenouille erkennt seine Begabung und beschließt, der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden. In einer Lehre erwirbt er die Fähigkeit, Düfte zu gewinnen und haltbar zu machen. Erst mit 25 Jahren wird ihm seine eigene Geruchsslosigkeit bewusst und so entwickelt er verschiedene Menschendüfte, die er anwendet, um unerkannt zu leben und seinem Ziel näher zu kommen. Im französischen Parfumzentrum Grasse tötet Grenouille 25 junge schöne Frauen, um ihren Duft zu konservieren.
quelle (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3611010596)
Wenn es Bücher gibt, die man gelesen haben sollte, würde ich dieses dazuzählen. Brilliant und gleichzeitig verstörend. Schon der Anfang bereitet darauf vor, was man zu erwarten hat: Als Grenouille´s Mutter ihn hinter ihrem Marktstand in eine Geruchswelt von Fisch und Abfällen hineingebärt, bleibt dem Leser vor lauter Abscheu und Ekel fast die Luft weg.
Man möchte stellenweise sogar Mitleid mit Grenouille haben, aber irgendwie bekommt man es nicht richtig hin. Meistens läuft einem nur ein kalter Schauer über den Rücken, weil man gefangen genommen ist von seiner Sichtweise. Absolut überzeugend wird Grenouille´s Gefühlswelt beschrieben, sodass kein Zweifel bleibt, wie es soweit kommen kann.
Mir gefiel der Aufbau der Geschichte. Grenouille entdeckt erst sehr langsam sein Talent, im kleinen experimentiert er damit herum. Es gibt für ihn keine moralischen oder gesellschaftlichen Grenzen, er geht einfach immer weiter. Bis er es schlussendlich zu weit treibt.
Patrick Süskind hat ein außergewöhnliches Talent, und ich wundere mich, dass er, bis auf ein paar andere kleine Erzählungen, nichts mehr in dieser Art veröffentlicht hat.
Nightfarer
02.06.2008, 15:17
Ich habe das Buch gelesen und fand es richtig gut, vor allem ist die Erzählart komplett anders und es hat keine typisches Ende. Ich musste mich anfangs erst reinlesen, weil wie Patrick Süskind es geschrieben hat, war es ein wenig schwer zu lesen. Danach war ich einfach nur noch begeistert, das ist alles so perfekt beschrieben, die ganzen vorgänge. Ich kann es nur jeden empfehlen.
SargAsmus
02.06.2008, 18:20
eins der besten bücher, das ich gelesen habe. die hauptperson ist ohne zweifel nach gängigen maßstäben ein monster und doch fällt es dem leser schwer, so einseitig zu denken, weil die figur zu gut und zu komplex gestaltet ist. es gibt eben nicht nur schwarz und weiß. sehr beeindruckendes buch, insbesondere an nassen wintertagen! ich kann es nur jedem empfehlen!
Sithoras
02.06.2008, 22:44
Hört sich interesant an. Wie genau ist das Buch einzuordnen? Ist es ein Krimi, oder gar Fantasy (obwohl es sich nicht danach anhört)? Ich glaube das habe ich, bzw. mein Vater hier rumliegen.
lg
Hört sich interesant an. Wie genau ist das Buch einzuordnen? Ist es ein Krimi, oder gar Fantasy (obwohl es sich nicht danach anhört)?
Meiner Meinung nach ist das Buch ziemlich schwierig einzuordnen. Ich meine, da ist eine große Portion Horror, eine Prise Mystery, ein Teil historischer Roman und ein Teil Krimi.
Ich fand das Buch schrecklich... vom Inhalt her. Stilistisch ist er dagegen ein kleines Meisterwerk. Aber der Einblick in die Psyche von Grenouille war ziemlich deprimierend.
Pantalaimon
03.06.2008, 12:19
Bei mir ist es auch schon einige Zeit her, dass ich das Buch gelesen hab. Aber ich erinnere mich, dass ich die ganze Atmosphäre in dem Buch erschreckend fand. Grenouille war so widerlich dargestellt und beschrieben.
Auch die Idee aus Menschen ein Parfum herzustellen fand ich ziemlich abgedreht und erschreckend.
Wenn ich aber manchmal so im Arm meines Freundes liege, wünschte ich mir, es gäb ein Parfum von seinem Duft... natürlich anders hergestellt. Aber die Idee an sich fänd ich dann wieder sehr gut.
Rotkätzchen
03.06.2008, 14:16
Ich habe mich bislang nicht an das Buch herangetraut, ehrlich gesagt. Ich sah den Film und wenn auch optisch beeindruckend fand ich doch die Aussage sehr makaber.
Ein Wahnsinniger schafft durch (15 ?) Frauenmorde ein Parfüm, mit dem er "Liebe" erschafft. Quasi etwas schönes durch furchtbare Verbrechen erreicht.
Die Verfilmung ist leider nicht sehr gelungen, finde ich. Von der Ausstattung her exzellent, aber die Atmosphäre des Buches wird nicht getroffen. Außerdem ist der Schluss des Films sehr seltsam.
@Rotkätzchen: das Buch ist noch viel makabrer ;)
Waterstorm
03.06.2008, 20:23
Ich musste das Buch letztes Jahr lesen für die Prüfungen. Ich mochte das Buch von Beginn bis zum Schluss nicht. Die Stilistik eines Buches kann ich schlecht beurteilen, weil sich der Inhalt zu stark auf meinen Gesamteindruck auswirkt und dieser wiederum fliesst zurück in den Eindruck der Stilistik, des Aufbaus und des Inhalts.
Die Idee war zweifelslos sehr aussergewöhnlich. Aber das wars aus meiner Sicht auch schon.
Grundsätzlich möchte ich mich bei einem Buch entspannen und in die Geschichte eintauchen. Die Geschichte war aber zu abstossend und zwar was die Geschichte selbst wie auch die Person Grenouille betrifft. Ich habe Literatur gelesen die mich beeindrucken konnte, ohne dass ich die Abgründe einer Seele und einer Zeitepoche lesen musste. Das soll nun nicht heissen das ich nur Bücher mag, in denen eitler Sonnenschein herrscht und alles in Ordnung ist, denn solche Bücher sind eigentlich immer langweilig. Ich bin froh musste ich dieses Buch nicht kaufen, sondern konnte es wieder zurückgeben nach der Lektüre.
SargAsmus
03.06.2008, 20:49
Ich musste das Buch letztes Jahr lesen für die Prüfungen. Ich mochte das Buch von Beginn bis zum Schluss nicht.
komisch, aber mir ist auch schon aufgefallen, dass manche das buch einsame spitze finden und andere es absolut nicht mögen. ich denke schon, dass das buch so geschrieben ist, dass es für grauzonen wenig platz lässt und sich der leser am ende doch eine eindeutige meinung in die eine oder andere richtung bildet. ein spalter-buch sozusagen ;)
ZanIzuNES
03.06.2008, 21:45
Ein Spalter-Buch - das ist es auf jeden Fall. *ja*
Ich gehöre auch eher zu der Fraktion, der das Buch nicht gefallen hat. Besonders den Schluss empfand ich als ausgesprochen - doof, unbefriedigend. Stilistisch ist das Buch mir noch als sehr gut in Erinnerung. Es las sich sehr flüssig. Abgestoßen war ich von Grenouille kaum, ich fand ihn sogar fast ein wenig fad. Gerade am Anfang hat der Roman meiner Meinung nach ganz schöne Längen. Jedoch - ich räume ein- es ist eine Ewigkeit her, dass ich das Buch gelesen habe. Da kann die Erinnerung schon mal trügen.
Am stärksten ist mir nach wie vor, die Unzufriedenheit nach dem Zuschlagen im Kopf haften geblieben. "Und das soll ein besonderer Roman gewesen sein???"
Es hat vielleicht daran gelegen, dass das Buch damals eher unter Krimi firmierte. Und als Krimi-Vielleserin (damals) hat mich das Buch nicht überzeugt.
Gruß Zaniz
Hey,
ich musste mich leider auch durch das Buch UND den Film quälen.
Ich hab das Buch als sehr verwirrend emfunden. Verwirrend aber halt nicht im Sinne der Handlung, sondern allein auch vom Ende her. Ich kann mich nicht entscheiden, ich bringe dem Buch immer wieder Verachtung und Faszination entgegen, aber lesen würde ich es nicht noch einmal wollen.
Die stilistischen Mittel sind mir auch noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Die verschiedenen Assoziationen und das Wissen, dass Süskind in dem Buch versteckt hat finde ich wirklich unglaublich. Das gesamte Buch mit all den kleinen Hinweisen und verstecken Botschaften kann man glaube ich als Schüler, mag ich sagen, kaum erfassen. Um alles zu verstehen braucht man recht viel Erfahrung und man muss neben dem Lesen auch noch bestimmte Schlüsse zu Themen ziehen, die irgendwann in der Geschichte der Menschheit geschehen sind. Ich persönlich war immer wieder überrascht, was für Dinge meine Lehrerin gefunden hat und wusste man sie erst einmal, war es natürlich sonnen klar, dass Süskind diese Dinge angesprochen hat.
Eines der Bücher, bei denen man sich der Geschichte nicht ganz so hingeben sollte, da man sonst die gelegten Fährten übersieht :) Gelungen ist es allemal, aber mein Geschmack ist es nicht X.X
Hm, ich habe zuerst den Film gesehen und fand ihn in Ordnung. Er war nicht schlecht, aber vom Hocker hat er mich auch nicht unbedingt gerissen. Ich habe ihn zusammen mit einer Freundin gesehen, die auch Prosa und Lyrik schriebt (wie hochtrabend es klingt ^^) und wir haben das Ende falsch verstanden.
Jean-Baptiste wird ja nun aufgefressen von den Menschen und meine Freundin und ich dachten natürlich, dass sein Verschwinden lyrisch zu sehen ist. Wi8r dachten: 'Ahhh..sein Parfum ist verbraucht und so haben sie ihn jetzt alle vergessen, weil er nichts besonderes war, abgesehen von diesem Parfum. Mir musste erst jemand anderes erzählen, dass er gegessen und nicht einfach aus den Gedächtnissen der Menschen gelöscht wurde.
Naja, dann habe ich versucht das Buch zu lesen. Bei dem Versuch blieb es auch. Ein so langweiliges Buch habe ich lange nicht mehr angelesen. Es hat mich absolut nicht gefesselt und diese seitenlangen Erläuterungen fand ich schlimm. Darum habe ich es nach nicht mal dem Viertel der Geschichte abgebrochen.
Den Film finde ich wunderbar. Ich mag die Landschaftsaufnahmen. :)
Das Buch fand ich nicht schön, aber faszinierend. Grenouille ist imho ein abscheulicher Charakter, den ich am Schluss doch bedauert habe, da er nie geliebt worden ist.
Gelungen ist es meiner Meinung nach, wie Süskind die Welt der Düfte in Worte fasst.
bzgl. des Genre:
Der Untertitel lautet Die Geschichte eines Mörders.
Liathano
18.06.2008, 21:50
bzgl. des Genre:
Der Untertitel lautet Die Geschichte eines Mörders.
Und was sagt das nun aus? ;)
Das Buch ist eines der bedeutendsten Werke der Postmoderne - und diese zeichnet sich eben (unter Anderem) durch ihren Pluralismus und ihre Mehrfachcodierung aus. Das heisst, dass es dem Leser selbst überlassen ist, ein adäquates Genre zu wählen, denn der Roman vereint, wie Hathor schon sagte, mehrere in sich: Krimi/Horror (denn es geht schließlich um einen Mörder), Entwicklungsroman (denn wir begleiten den Protagonisten von der Geburt bis zum Tode), psychologische Studie (denn wir bekommen einen Einblick in einen gestörten Geist), Fantasy/Mysterie (denn Elemente wie z.B. den absoluten Geruchssinn KANN es nicht geben), historischer Roman (denn das beschriebene Frankreich ist historisch korrekt dargestellt) etc.
Ich persönlich musste "Das Parfum" eben in Hinsicht auf seine postmodernen Merkmale lesen, was mir erheblich den Spaß an dem Buch geraubt hat, aber andererseits auch auf viele Szenen einen anderen Blickwinkel gegeben hat, da ich ihre "Vorbilder" kennen gelernt habe. Es gehört nicht in die Liga meiner Lieblingsbücher, aber lesenswert ist es mMn allemal.
Und was sagt das nun aus? ;)
Es sind auf jeden Fall Krimi-Anteile enthalten. ;)
Aber es stimmt, das Buch mischt verschiedene Literaturgenres.
ganz ehrlich fand ich den film ziemlich abstoßend.
von dem buch habe ich nur einige abschnitte gelesen und war nicht im mindesten begeistert.
ich weiß nicht warum, aber gefallen hat mir das nicht.
die story ist gut, aber ekelhaft. vor allem die szene, in der er das parfum über sich schüttet...
bissl seeehr aus der luft gegriffen*mph*
ganz ehrlich fand ich den film ziemlich abstoßend.
von dem buch habe ich nur einige abschnitte gelesen und war nicht im mindesten begeistert.
ich weiß nicht warum, aber gefallen hat mir das nicht.
die story ist gut, aber ekelhaft. vor allem die szene, in der er das parfum über sich schüttet...
bissl seeehr aus der luft gegriffen*mph*
Tja, an diesem Werk scheiden sich wohl die Geister.
Fakt ist, dass es jahrelang als unverfilmbar galt (Wie mache ich Gerüche sichtbar?) und auch jahrelang auf den Bestsellerlisten stand. Vor allem durch den Film wurde der Hype um das Buch neu ausgelöst.
Es wird auch sehr oft als Schullektüre genommen.
Die wenigsten, die ich kenne, finden es schön, aber dennoch lesenswert. Hier spielt vielleicht die Faszination des Grauens eine gewisse Rolle.
ExLibris
19.06.2008, 07:58
Fakt ist, dass es jahrelang als unverfilmbar galt
Soviel ich weiß, hat es vor allem Süskind selbst als unverfilmbar gehalten, und hat die Filmrechte nicht aus der Hand gegeben. Obwohl viele nur darauf gewartet haben.
Ich hab den Film nicht gesehen, hab auch irgendwie kein Interesse daran. Kann mir nicht vorstellen, dass er den gleichen Effekt hätte wie das Buch.
War gut, dass ich das Buch vor dem Film gesehen habe. Dennoch war der Film eigentlich garnicht so übel, denn es wurde einiges bildlich untermalt das meiner Vorstellung gleichkommt.
Naja ....
Wieso das Buch solch ne beliebte Schullektüre ist hab ich zwar nie verstanden und eine Zeit lang - bevor ich es zum zweiten Mal gelesen habe - hab ich es eigentlich auch nicht so sonderlich gut gefunden.
Dennoch gehört es irgendwie zu meinen Lieblingsbüchern, denn es hat eine Essenz von allem was ich so mag. Wobei ich den Schluss ja auch als sehr eigenartig empfinde naja .. *schulterzuck* künstlerische Freiheit halt ...
Ansonsten hab ich grad wieder einen Geruch von Lavendel in der Nase & das Bild von einem einladenden Lavendelfeld vor Augen ... wenn sich da nicht immer der unappetitliche Anfang in Gedanken breit machen würde ...
DarkFairy
16.11.2008, 08:49
Dieses Buch ist wirklich genial. Es gehört zu den wenigen Werken die ich öfter als einmal gelesen habe. In meinem Fall ist das der ultimative Beweis einer Würdigung dieses Werkes. Normalerweise tut ich das nicht, weil ich sowieso noch weiß was passiert;)
Aber Süßkind schafft es den Leser so in seinen Bann zu ziehen, dass man förmlich riecht, was Grenouille riecht, und das ist eine geniale schriftstellerische Leistung. Bereits der erste Satz des Buches ist top. Ich kann nicht genau sagen warum, aber ich finde ihn genial.
Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte.
Zu dem Film: An sich ist der FIlm echt gut und überzeugend, was ich ein bisschen schade finde ist, dass die Geschichte ein bisschen verdreht wirkt.
Im Film scheint es am Ende als bereue Grenouille es, das Mirabellenmädchen getötet zu haben, als sei sie seine "große Liebe" gewesen und das finde ich persönlich irgendwie nicht in dem Buch
Aber ich halte Ben Whishaw für eine wirklich geniale Besetzung der Hauptrolle *Hut ab*
Lythande
16.11.2008, 12:47
Hallo,
Das Buch vor dem Film zu lesen, ist immer gut, aber im Film kommt die Vorstellung der Gerüche einfach nicht rüber. Geruch ist etwas so subtiles, dass man es kaum erklären kann. Das Hörbuch fand ich absolut super, auch wenn es unverschämt teuer war!
Am besten fand ich die erotische Szene am Ende. Huii, das war einfach genial.
Asfalasarion
16.11.2008, 15:53
Bin ich eigentlich der Einzige, der das Buch schlicht durchschnittlich fand?
Die Darstellung der Gerüche und die Hauptfigur waren sicher interessant, und auch die Struktur des Buches ist zumindest erwähnenswert. Die eigentliche Geschichte jedoch war schlicht schnarchlahm (was auch an den unausgegorenen Charakter(en) und der fehlenden Konzeption lag) und auch der Stil war nun nicht bergeversetzend.
Insofern: Ich hab schon ein Haufen Schlechteres gelesen, aber auch eine ganze Reihe bessere Werke.
Hach ja, es ist schon ein Weilchen her, aber ich habe es gelesen. eines der wenigen Schulbücher, die wir lesen mussten, wo ich Spaß hatte. Und ich war total gespannt. Wollte gar nicht erst auf den Unterricht warten, bis wir weiterlesen :D Und wo sich meine alte Deutsch-Lehrerin gewundert hatte, dass ich die französischen Begriffe so perfekt aussprechen konnte, obwohl ich nich nie französisch gelernt hatte. naja, eins ehr spannender Historien-Roman mit einem gewissen Mysterium, kann ich nur jeden empfehlen.
Und etwas stärkere Nerven mitbringen, manche Sachen sind sehr gewagt ebschrieben
Cullabay
19.01.2009, 22:12
eins der besten bücher, das ich gelesen habe. die hauptperson ist ohne zweifel nach gängigen maßstäben ein monster und doch fällt es dem leser schwer, so einseitig zu denken, weil die figur zu gut und zu komplex gestaltet ist. es gibt eben nicht nur schwarz und weiß. sehr beeindruckendes buch, insbesondere an nassen wintertagen! ich kann es nur jedem empfehlen!
Ich stimme fast wörtlich mit dir überein. Tatsächlich eines der faszinierendsten Bücher, die ich gelesen habe. Absolut originelle Grundidee, abstoßend und anziehend gleichermaßen, die Hauptperson hat eine Intensität wie wenige andere und die Atmosphäre ist ungeheuer dicht, man kann die Vorgänge fast selbst riechen. Eines der Bücher, die bei mir im Regal derer stehen, die in regelmäßigen Abständen immer wieder gelesen werden.
Bzgl. d. Genres empfinde ich es als historischen Thriller. Die Mystery-elemente empfinde ich eigentlich als nicht sehr ausgeprägt, da Grenouille ja nicht eine übersinnliche Fähigkeit besitzt, sondern es sich sozusagen um eine Laune der Natur handelt, bei der halt einer der natürlichen Sinne in absoluter Perfektion ausgebildet ist.
Also ich musste das Buch in der Schule lesen. Es ist selten genug, dass ich Lesestoff einfach nur pervers finde (also das mit den Leichen und dieser sexuellen Anziehungskraft), aber ich habe das damals einfach nur so empfunden. Dazu musste wir dann dumme Fragen dazu beantworten und eine war irgendwas Parallele von Parfum und der Bibel. Da haben noch alle Mitschüler, mit denen ich drüber geredet habe, gesagt, dass sie das nicht rauskriegen und dann hatte einen Traum mit Jesus beim letzten Abendmahl und und dem Protagonisten. OK, ich hatte dann als einzige die Lösung dieser Hausübungsfrage, aber ich hätte trotzdem gerne auf diese Erfahrung verzichtet.
Es ist wirklich schön, mal so ein gutes Buch als Schullektüre zu haben!
Ich habe das Buch richtig verschlungen und das obwohl es ja eigentlich keine richtige Spannung besitzt. Mich fesselte diese Sprache, Grenouillies Charakter, den man bemitleidenswert oder abstoßend findet, die Geschichte an sich. Es ließ sich ziemlich leicht lesen, man hatte es innerhalb von zwei Tagen durch und vor allem das Ende fand ich irgendwie 'schön'.
Eklig fand ich das Buch auf jeden Fall nicht. Es wurde ja nicht wirklich viel erzählt ... das Töten ging schnell und danach kam wirklich nichts mehr, das in mir ein Ekelgefühl hervorrief. Natürlich fand ich es seltsam, auf so eine Idee für ein Buch zu kommen, aber vielleicht liegt auch genau hier die Faszination hinter diesem Buch.
Den Film habe ich vor einige Zeit gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe. Soweit ich es in Erinnerung habe, wurde nicht allzu viel verändert und ich fand den Schauspieler für Grenouille recht passend.
Werde ihn mir bei Gelegenheit noch einmal ansehen und das Buch eventuell noch einmal lesen.
Also ich fand gerade ja das so krank, das da der Mord so ästhetisch dargestellt wurde. Einem anderen Menschen das Leben zu nehmen ist nun mal nichts Schönes, das ist eklig und grausam. Und so soll es auch beschrieben werden.
ExLibris
23.01.2009, 08:00
Einem anderen Menschen das Leben zu nehmen ist nun mal nichts Schönes, das ist eklig und grausam. Und so soll es auch beschrieben werden.
Dann wäre es aber nicht Grenouille´s Sicht der Dinge. Wie langweilig wäre es gewesen, wenn der Erzähler Grenouille beurteilt. Für ihn war es nunmal faszinierend zu morden und Gerüche zu konservieren. Abgesehen davon fand ich es grausam genug, eben weil es aus der gefühlskalten Sicht erzählt wurde.
Invisible Hand
27.01.2009, 21:06
Das Buch mussten wir uns im Deutschuntericht auch antun.*mph* Ich fand es ehrlich gesagt eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe resp. angefangen habe zu lesen. Der Lehrer fand es wohl auch nicht so toll, wir haben mittendrin aufgehört.:D
Es ist mMn einfach nur eklig und zudem unglaublich langweilig erzählt. Auch sehe ich den Sinn des Buches nicht ganz. Es hat irgendwie keine richtige Botschaft und unterhaltend ist es auch nicht, jedenfalls nicht für mich.
Stimmt, es ist wirklich langweilig. Wenn man aber die langen Absätze einfach überspringt, kann man erahnen, weshalb es so viele mögen. Süßkind hat einfach mal über etwas völlig anderes geschrieben, als die typischen Historie-Romane. Allein schon wie er den Duft beschreibt und wie man sich in den Mörder so hineinversetzen kann - genial.
Emerelle89
12.03.2009, 19:23
Das Parfum von Patrick Süskind ist sehr gut geschrieben, wenn man einige Zeit liest wird es auch spannend, man muss nur erst einmal in das Buch reinkommen um zuverstehen worum es geht.
Ich fand das Buch am Anfang total doof, aber am Ende hab ich es einfach immer weiter gelesen und fand es eigentlich ganz okay.
Es ist sehr grausam in vielen Szenen, es ist brutal beschrieben.
Ich denke eigentlich das es ein Roman und Krimi zu gleich ist.
Ich finde die Beschreibungen von Süskind teilweise relativ abstoßend.
Aber er beschreibt sehr gut die Verschiedenen Gerüche.
Ich finde das Buch ist ganz gut verfilmt worden.
Auch wenn die Einzelen Szenen besser hätten dargestellt werden können.
Man hätte auch versuchen können die Gerüche zu zeigen, in Rauch fäden oder so. Jeder Duft eine Andere Dampf/Rauch Faden.
Vorallem war der Film zu kurz um das ganze buch zu zeigen, man hätte vielleicht einen Film von 3 stunden daraus machen können oder 2 Teile.
Wir haben das Buch in der Schule gelesen. Es war wohl die beste Schullektüre seit Jahren und auch so ziemlich die einzige, die ich vollständig und freiwillig gelesen habe.
Etwas krank geschrieben aber sonst einfach nur klasse gemacht!^^
Den Film hab ich noch nicht gesehen und ich weiß auch nicht ob ich dies je tun werde... irgendwie will ich meine vorstellungen nicht von dem Film "vermiesen" lassen...
Im Prinzip kann man das Buch auch nicht wirklich verfilmen, da sich viel in den Köpfen der Protagonisten abspielt. Eigentlich ist hier das gemacht worden, was bei vielen Literaturverfilmungen der Fall ist: Man nimmt die Grundidee bzw. das Handlungsgerüst der Vorlage und strickt ein publikumswirksames Geschehen drumherum.
Wenn man das Buch nicht kennt, ist der Film an sich nicht schlecht.
Ansonsten sollte man seine Erwartungen nicht allzu hoch schrauben.
Schlangenmensch
03.09.2009, 18:05
Ich musste, wie ein paar andere hier, dass Buch auch im Deutsch Unterricht lesen. Und mir hat es nicht gefallen. Ich hab von vielen gehört, dass wäre weil es eine Schullektüre gewesen sei, aber das kann ich nicht gelten lassen, da mir andere Bücher durchaus gefallen haben.
Das Buch hat einfach stellen, die sich so ennorm ziehen und die Handlung kaputt machen, dass ich mehrmals versucht war, es einfach liegen zu lassen. Aber genau das sind ja die Szenen auf denen die Lehrer bestehen -.-
Alles in allem ein Buch, was ich auf keinen Fall weiter empfehlen würde.
Was mir damals in der Schule aufgefallen war, ist, dass vor allem Schülerinnen das Buch gefallen hat, Schüler jedoch eine Abneigung gegen das Buch gehabt haben. Woher das kam, konnte ich mir allerdings nicht erklären...
Ich durfte das Buch auch in der Schule lesen und mir hat es gut gefallen.
Wir haben auch gleich nachdem wir das Buch gelesen haben, den Film im Kino geguckt und so gut die Parallelen ansehen können.
Unsere Deutschlehrerin war sehr engagiert und hat auch viele Projekte hinsichtlich diesem Buch gemacht und vielleicht bin ich nicht von dem Buch so begeistert. Wahrscheinlich schon eher von dem Engagement + dem Buch! :)
Seraphina
07.09.2009, 23:44
Bei mir was es auch Schullektüre. Aber irgendwie schienen nur wenige davon begeistert zu sein.
Da ich historische Romane schon immer mochte, fand ich das Buch interessant.
Die Verfilmung halte ich übrigens für gelungen.
Wenn man es zu sehr nach dem Buch gemacht hätte, wäre der Film zu ekelhaft geworden.
PS: Kennt übrigens jemand auch "Schlafes Bruder" von Robert Schneider? ( hier ist es ein Gehör-Genie und ein Sensibelchen anstelle eines Mörders mit Super-Geruchssinn ).
ExLibris
08.09.2009, 08:27
PS: Kennt übrigens jemand auch "Schlafes Bruder" von Robert Schneider? ( hier ist es ein Gehör-Genie und ein Sensibelchen anstelle eines Mörders mit Super-Geruchssinn ).
*ja* Ging mir auch so, dass ich bei Schlafes Bruder an das Parfum denken musste. Auch eine ziemlich düstere Geschichte, mit sehr dichter und irgendwie erdrückender Atmosphäre. Danach brauchte ich viel Sonnenschein und frische Luft. ;) Es gibt auch eine Verfilmung dazu.
mausezahn
09.09.2009, 09:19
Ich habe dieses Buch immer geliebt, grandios, wie hier auf höchstem Niveau eine extrem spannende Geschichte erzählt wird. Oft heißt es ja entweder oder, aber nicht bei Süskind! Eines meiner Lieblingsbücher!
lg romana
"Das Parfum" ist ein literarisches Meisterwerk.
Ich schwärme ein wenig für die Epoche des Rokoko vor der französischen Revolution mit dieser im Inneren faulenden Gesellschaft, deren Verfall überdeckt wurde von Luxus und Dekadenz.
Bei der Lektüre des Romans fühlte ich mich, als würde ich zur Zeit Ludwigs XV. durch die schmutzigen Gassen des Molochs Paris und dann durch das südliche Frankreich bis ins schöne Grasse wandern.
Die Lektüre dieses Buches war schon fast ein morbider Genuss.
Ich mag das Buch nicht.
Wir haben es auch im Deutschunterricht in der Schule gelesen.
Bis einen Tag vor der Arbeit habe ich mich bis zur Hälfte durchgequält und mir danach einfach Inhaltsangaben durchgelesen und so am nächsten Tag die Arbeit geschrieben.
Ich mag weder den Schreibstil, noch die ständigen Wiedeholungen. Der Anfang allein war für mich schon ein Graus.. Es stank da, es stank hier, und da, und da stank es auch noch, sogar der König stank, und achja, das stank auch noch... bäh, zum ******.
Ich meine, ich bin ja sowieso die Person, die fast ausschließlich Fantasy liest. Aber dieses Buch hat mich wirklich zur Weißglut getrieben. Es war schlichtweg auch einfach uninteressant, wenn nicht gar langweilig. Ich kann der Geschichte nichts abgewinnen, das Ende, als er von den anderen Menschen gefressen wird und die sich dann fühlen, als hätten sie zum ersten Mal etwas aus Liebe getan, fand ich auch ... nunja.
Im Endeffekt ärgere ich mich immer über dieses Buch, wenn drüber gesprochen wird. Da lese ich doch lieber die alten Lektürenklassiker, "Andorra", "Der Richter und sein Henker" und "Unterm Birnbaum". :>
Ich mag das Buch nicht.
Wir haben es auch im Deutschunterricht in der Schule gelesen.
Sieht mir ein bisschen nach der klassischen Zwangsbuchallergie aus : ) Mir sind in der Schule auch diverse Bücher bis zum Erbrechen verleidet worden. Man kann natürlich nicht sagen, ob man das Buch ohne Schule besser gefunden hätte... Für mich ist "Das Parfum" jedenfalls ein schönes Buch. Tausend Bücher reden auf dem Klappentext von einer "sinnlichen Erfahrung", "Das Parfum" ist wirklich eine. Ich war gefesselt davon.
Am Ende entwickelt es sich natürlich ein bisschen schräg. Vorher kann man es als sinnlichen Krimi verstehen, der Schluss ist dann nicht mehr so klar. (Was ich mir für Interpretationen in der Schule besonders ätzend vorstelle). Für mich nimmt das dem Buch nichts, ist aber wie immer Geschmackssache.
Sieht mir ein bisschen nach der klassischen Zwangsbuchallergie aus : ) Mir sind in der Schule auch diverse Bücher bis zum Erbrechen verleidet worden. Man kann natürlich nicht sagen, ob man das Buch ohne Schule besser gefunden hätte...
Nein. Ich habe auch sonst immer Bücher als Lektüre gelesen, wie gesagt, und auch Gefallen daran gefunden. Meine Einstellung liegt wirklich an diesem Buch. Ich kann es echt nicht beschreiben, aber ich finde das Buch einfach, ums ganz banal auszudrücken, scheiße.
PS: Kennt übrigens jemand auch "Schlafes Bruder" von Robert Schneider? ( hier ist es ein Gehör-Genie und ein Sensibelchen anstelle eines Mörders mit Super-Geruchssinn ).
Wollten wir nun im Deutsch-LK vielleicht lesen als modernes Werk. Allerdings steht auch noch ein anderes zur Auswahl, nämlich "Das Vermessen der Welt" (hoffe, das ist der richtige Titel). Weiß noch nicht, für welches ich mich entscheiden soll.. x.x
"Die Vermessung der Welt" kann ich dir wärmstens empfehlen.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gefallen.
Allerdings hat mir auch "das Parfum" gut gefallen, d. h. mein Geschmack entspricht sicher nicht ganz deinem Geschmack.
Beide Bücher gehören zu der Sorte von Literatur, die den Leser eher nachdenklich stimmen als ihn zu unterhalten.
Manchen gefällt so etwas, manchen nicht.
Vermithrax
27.09.2009, 15:10
Auch wenn Süßkind mit ellenlangen Umschreibungen und Schachtelsätzen um sich wirft: mich hat die Lektüre in der Schule damals angenehm überrascht. So sehr, dass ich hin und wieder mal in den abwegigen Parfümwelten des Herrn Grenouille schmökere. Zum Teil finde ich mich in der Außenseiterposition des begabten Scheusals wieder. Ebenso hangle ich mich gleich eines Zecks von einer Durststrecke zur nächsten, stets lauernd nach einer neuen schmackhaften Unterbrechnung des Darbens.
Gut, das klang jetzt furchtbar philosophisch metaphorisch, aber was soll's. :D
Mir hat das Parfum merkwürdigerweise auch gefallen, obwohl es eigentlich komplett an meinem üblichen Geschmack vorbeigeht.
Was mich aber unheimlich fasziniert hat: Die ganze Welt wird praktisch nur über Gerüche beschrieben. Das ist so fremd und dabei doch immer nachvollziehbar. Das alleine ist schon eine Meisterleistung des Autors.
Ich war auch sehr angenehm überascht vom parfum. Ich liebe es unheimlich, wenn ein Buch anspruchsvoll und mit Schachtelsätzen und neuartigen und ungewöhnlichen Begriffen gespickt ist.
Das liest sich für mich total harmonisch und bringt viel Spannung. Herr Süskind hat das, meiner Meinung nach, extrem gut geschafft und ich lese immer wieder in dem Buch, nur der tollen Sätze wegen :p
Zu den Parfum- Verehrern kann man mich auch zählen, seit ich es gelesen habe.
Mir haben nicht die Schachtelsätze am meisten gefallen, sondern die Stilistik in der Schilderung dieser wunderbaren, aber irgendwie auch perversen Zeit.
Auf jeden Fall ist dieses Buch eines der besten deutschen Werke des Zweiten Weltkriegs.
Auf jeden Fall ist dieses Buch eines der besten deutschen Werke des Zweiten Weltkriegs.
Warum zweiter Weltkrieg? Was hat das Buch damit zu tun? Es handelt im 18.Jahrhundert und ist 1985 erschienen... X.X
Woelfchen
21.12.2009, 17:49
Ich fand das Buch wunderbar. Schön und flüssig geschrieben und so eindringlich das man fast meinte man würde alle Gerüche selbst riechen. Eins der wenigen Bücher die mich wirklich beeinflusst haben. Das Buch hat mich dazu gebracht auf einmal überall zu schnuppern (das war nicht wirklich immer angenehm *lach* aber interessant). Ich war einfach begeistert davon wie Grenouille seine Welt durch Gerüche wahrgenommen hat. Wie er all die Dinge die man selbst nie riechen können würde am Geruch unterschieden hat. Wie die Menschen um ihn herum ihn je nach Geruch wahrgenommen haben. Das er nur durch Geruch schön geworden ist. Ich bin auch sehr beeindruck von dem Autor. Wie kommt man nur auf so eine Geschichte?
Das Ende fand ich überraschen und sehr... ekelhaft. Aber es hat irgendwie zu dem Buch gepasst
Es ist schon eine Weile her, aber mir ist noch in Erinnerung, dass ich den Schreibstil zu Beginn etwas uneingänglich fand, was sich im weiteren Verlauf des Lesens jedoch legte.
Die Hauptfigur empfand ich als gleichzeitig abstossend und faszinierend, bemittleidenswert und grausam. Wobei grausam es wohl doch nicht ganz trifft, da Grenouille, was seine Morde angeht, über keinerlei Unrechtsbewusstsein zu verfügen schien, wenn ich mich recht erinnere.
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