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Alt 13.09.2008, 11:09   #1
koshka
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Ausrufezeichen Kapitel 1 - Begegnung im Palast

>> Notus: Gemächer des Regenten <<

Der Regent von Notus lümmelte auf seiner Kline, trank Wein aus einer flachen Schale und dachte nach.
Was er eben gehört hatte gefiel ihm überhaupt nicht, allerdings passte es zu den Meldungen, die schon seit Tagen und Wochen immer wieder eintrafen.

Notus war eine Stadt mittlerer Grösse und lag strategisch günstig an der Ostgrenze des Aeolischen Reiches. Die Stadt war zwar in früheren Zeiten als befestigter Aussenposten angelegt gewesen, dann aber stark angewachsen und längst bot die nahegelegene Fliehburg nicht mehr allen Bewohnern Schutz, zumal sie nicht in stand gehalten wurde - immerhin herrschte schon lange Frieden.
Heute war Notus ein prosperierender Handelsposten, mit Verbindungen in die ganze bekannte Welt. Man bezog sogar aus dem fernen Sidijani Stoffe und Gewürze, ab und zu wurden sogar aus anderen Gegenden exotische Tiere nach Aeos geliefert, die Notus passierten und für einen grossen Auflauf sorgten.
Aeos war die Hauptstadt dieses grössten Reiches aller Zeiten und lag auf dem südlichen Kontinent. Die Bewohner genossen mittelmeerisches Klima und verfolgte ihre Geschichte über fast 20 Generationen zurück bis zur Stadtgründung durch Aeolus, einen Abenteurer und Pionier der Landvermessung.
Seither hatte sich das Reich entwickelt, Herrscher um Herrscher hatten Land dazugewonnen, sei es durch geschickte Heiratspolitik, durch Allianzen oder auch durch blutige Kriege - der letzte allerdings lag bereits weit über 100 Jahre zurück, und kaum jemand erinnerte sich noch daran. Das Land war reich und nur wenige litten Armut. Städte wie Notus sicherten die Peripherie des Reiches, erstatteten der Hauptstadt Bericht, lieferten und erhielten Waren aus den verschiedensten Landstrichen um sie im ganzen Reich zu verteilen.
Ein ausgeklügeltes Transport- und Nachrichtenwesen, gestützt auf ein gut ausgebautes Strassensystem sicherte den Zusammenhalt des Reiches.

Das zumindest war das Bild, daß die Leute in ihren Köpfen trugen.
Viele verschlossen sich vor der Wahrheit, die ein anderes Bild zeigte. Zahlreiche Strassen wurden bereits nicht mehr benutzt, und verfielen zusehens, da sie nicht instand gehalten wurden. Einige Städte hatten bereits ihre Unabhängigkeit vom Reich erklärt und eigene Herrscher aufgestellt - die, wenn auch weiterhin im Bündnis mit dem Aeolischen Reich, eine eigene Rechtssprechung, eigene Währungen und Zölle festlegten.
Auch viel zu lange ignoriert wurde auch die Bedrohung aus dem Osten. Der Reichtum hatte sich herumgesprochen und es kam immer häufiger zu Überfällen auf Händler und bereits zu Plünderungen in den entlegeneren Siedlungen. Und der Reichtum hatte das Reich träge gemacht. Lange schon erfülle das einst gut ausgebildete Heer nur noch Verwaltungs- und Polizeiaufgaben.

Immer wieder wurden kritische Stimmen laut, die den Regenten für zu jung hielten. Doch im Reich war man stolz darauf Kritiker nicht mundtot machen zu müssen, man sonnte sich in einem toleranten Umgang mit verschiedenen Meinungen.
Tatsächlich war der Regent ein gut ausgebildeter Verwalter aus Aeos, ein jüngerer Sohn reicher Adeliger, dem ein Gönner die Aufsicht über Notus verschafft hatte. Bisher hatte er seine Sache auch gut gemacht, er verstand etwas von Handel, von gerechten Zöllen, und von einem fairen Rechtswesen. Aber er hatte noch nie gekämpft und nie etwas verteidigen müssen... Und ihm fehlten erfahrene Berater, die ihn in dieser schwierigen Situation hätten unterstützen können.
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Geändert von Rusch (23.06.2009 um 18:24 Uhr)
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Alt 18.09.2008, 14:25   #2
Zachary
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Beiläufig nahm der Regent das sich Öffnen und Schließen der Tür wahr. Es konnte nur eine der Dienerinnen sein, die gekommen war, um seine Weinvorräte aufzufüllen. Wer sonst sollte ohne Anmeldung seine Räume betreten? Doch das Tauschen des Kruges blieb aus. Auch kein anderer Diener begann in seiner Umgebung einer, wenn auch wie immer unauffälligen, hauswirtschaftlichen Tätigkeit nachzugehen.
Nur das Zwitschern der Vögel und das Knistern des Vorhangs, den eine sanfte Brise sich vor dem Fenster kräuseln ließ, war zu vernehmen - und das unvermittelte Schaben von Schuhsohlen, die sich auf dem gefliesten Steinboden in Bewegung setzten.

"Eure Regentschaft?", meldete sich eine melodische, dennoch irgendwie ein unangenehmes Gefühl verbreitende männliche Stimme, als er gerade zu dem Geräusch herumfahren wollte.
Der Fremde trat jedoch von sich aus in sein Blickfeld. Er war gänzlich in fließende dunkle Gewänder gehüllt, die der Regent noch nie zuvor in ihrer Machart gesehen hatte, das Gesicht hielt er unter der Kapuze des Umhangs verborgen, sodass man nur wenig von der eigentlichen Person ausmachen konnte. Überhaupt war sie, gemessen an einem durchschnittlichen Menschen, eher klein und zierlich von Statur.

War der erste Eindruck eher feindselig gewesen, stellten seine Bewegungen und Gestik nun genau das Gegenteil dar: Denn der Eindringling verneigte sich sofort vor dem jungen Regenten in einer fließenden Bewegung, die nicht weniger exotisch, wie seine Gewänder waren, indem er einen Fuß über Kreuz vor den Anderen setzte, dessen Knie beugte und die eine geöffnete Hand zur Brust, die andere weit zur Seite nach hinten streckte. Damit erlangte der Herrscher einen Blick unter dessen Umhang, wo er keinerlei Waffen feststellen konnte. Den Kopf hielt der Fremde ehrfürchtig gesenkt.
"Verzeiht, falls ich euch erschreckt habe. Ein anderes Vorgehen war mir zu den momentanen Gegebenheiten leider nicht möglich gewesen." Jetzt hob er wieder den Kopf. Feine Züge lugten unter der Kapuze hervor, die seinen Augen noch immer verdeckt hielt. Die Gesichtszüge eines Elfen mit obsidianfarbener Haut.
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Alt 19.09.2008, 17:04   #3
koshka
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Es fiel dem Regenten nicht leicht, sich seine Beunruhigung nicht anmerken zu lassen. Fremde, die sich an den Wachen vorbeischlichen gefielen ihm generell nicht, egal von welchem Volk sie kamen, und wenn es sich dann noch um einen Elfen mit so dunkler Haut handelte bedeutete das selten etwas Gutes.
"Was in aller Götter Namen willst du?"
Die Frage, wie er hereingekommen war brauchte er nicht zu stellen... Es war klar, zu Fuß und mit irgendeinem Trick die Wachen abgelenkt, damit würde er sich später beschäftigen... Und die Wachen ersetzen.
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Alt 22.09.2008, 17:59   #4
Zachary
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In der Tat war es fast zu einfach gewesen an den Wachen vorbei zu kommen. Er hätte schon die Nacht über den Regenten aufsuchen können, entschloß sich dann aber, aus Gründen der Höflichkeit, bis nach Tagesanbruch damit zu warten. Bis zu dem Augenblick, an dem die einzelne, an der Tür zu seinen Gemächern postierte Wache zufällig, wegen plötzlicher Übelkeit, seinen Posten verlassen mußte.

"Mit Euch sprechen. Und Euch meine Dienste anbieten", antworte Jhael, der weiterhin in seiner halb-knienden Position verblieb. "Mir ist zu Ohren gekommen, dass Euch die Bewegungen im Osten ziemliche Kopfschmerzen bereiten. Nun, ich komme aus eben jener Richtung, wenn auch um einiges weiter - östlich. Meine Fähigkeiten sind für Eure Zwecke mehr als weitreichend, ich war mir sicher, dass ihr Verwendung für mich haben würdet, darum suchte ich euch auf. Und aus bloßer Neugier."
Der dunkle Elf unterzog den Regenten einer kurzen Musterung durch den dünnen Stoff seiner Kapuze hinweg. Stimmte all das, was er an Gerüchten gehört hatte? Er versuchte ihn einzuschätzen.
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Alt 23.09.2008, 13:07   #5
koshka
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Der Regent dachte noch einen Moment darüber nach, ob die Gerüchte über diese Elfen stimmten, daß sie Gedanken lesen konnten und auch manipulieren. Doch es genügte, daß er den Blick des Fremden auf sich spürte, wenn auch nur kurz, um diese Frage schnell beiseite zu schieben.
Vielleicht war er in Dingen, die den Kampf betrafen wenig geübt, aber man hatte ihn Diplomatie gelehrt, und er wollte den Femden, auch wenn er ihm misstruate nicht länger in dieser Haltung verharren sehen. Mochte auch das Verhalten den diesem Volk ein anderes sein als bei den Menschen, er würde ihn zunächst als Gast betrachten.
"Du kannst dich aufrichten, sei mein Gast. Man wird dir etwas zu trinken bringen, und wenn du hungrig bist auch zu essen, dann kannst du mir erklären woher die Gerüchte kommen und wie du gedenkst mir zu helfen."
Sofort waren Bedienstete zur Stelle um die Wünsche des Mannes - ob nun Elf oder Mensch oder etwas ganz anderes - entgegen zu nehmen der nun offiziell der Gast des Regenten war.
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Alt 23.09.2008, 13:18   #6
koshka
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>> Notus: eine Schenke <<

Qvintatus kippte den ganzen Becher mit natürlich verdünntem Wein hinunter und bestellte gleich den zweiten. Im Moment hätte er auch nichts gegen etwas unverdünntes gehabt, auch wenn das barbarisch war.
Er gehörte zu den Händlern, die aus den Provinzstädten Waren nach Notus brachten... Dort in der Ferne kauften sie günstig von den Bauern, Webern, Färbern, Schnitzern, Giessern und Schmieden, die selbst nicht nach Notus gelangen konnten. In der Stadt dann verkaufte er die Waren, manchmal direkt an Stammkunden, meist aber wieder an Händler, die beispielsweise Stoffe aus allen Gegenden empfingen und gesammelt dem Kunden anboten, die schön ausgestattete Verkaufsräume hatten und nicht Gefahr liefen unterwegs überfallen zu werden.
Überfallen war Qvintatus nicht worden, aber er hatte die verbrannten Ruinen eines kleinen Anwesens gesehen, 5 Tagesreisen von Notus entfernt... Er selbst hatte danach noch 3 Tage gebraucht... also waren die Horden nur noch 2 Tage von Notus entfernt, wenn sie den direkten Weg nahmen.
Das zweite Glas Wein wurde gebracht, Qvintatus kippte auch diese zur Hälfte gleich hinunter und ließ sich dann doch etwas Zeit.
Er würde den Regenten informieren müssen...
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Alt 24.09.2008, 03:13   #7
Zachary
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>> Notus: Gemächer des Regenten <<

Mit einem Lächeln erhob sich der Elf, ließ sich dem Regenten gegenüber auf einer Sitzgelegenheit nieder. Essen und Trank nahm er dankend an. So hatte er auch relativ bald eine Schale mit Wein in Händen, außerdem noch eine Platte mit Bratenscheiben, geräuchertem Fisch und Brot, von denen er sich ab und an ein Stückchen während des Gesprächs fischte. Dass ihn der Regent damit vergiften wollte, um sich seiner auf diese einfache Weise zu entledigen, betrachtete Jhael als sehr unwahrscheinlich, wenn auch in seinem eigenen Volk nicht ganz unüblich. Die Einladung war dafür überraschend freundlich.
"Woher die Gerüchte kommen? Ihr seid an den Gerüchten selbst nicht interessiert? Woher ist schnell beantwortet, denn man spricht überall auf der Straße davon. Was für Gerüchte hingegen... Wo soll ich beginnen? Euch ist sicher aufgefallen, dass die Waren aus dem Osten rarer geworden sind. Auch finden die hiesigen handwerklichen Produkte schwieriger Absatz. Nur wenige Karawanen wagen überhaupt noch die Reise. Vor allem nicht ohne militärischen Schutz. Man merkt, dass die Menschen vorsichtiger geworden sind. Vor allem, was Fremde betrifft." Er zeigte mit dem Daumen andeutungsweise in seine Richtung.
"Würdet ihr nicht gerne wissen, was die Ursache für diese Überfälle ist?"

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Alt 24.09.2008, 21:19   #8
Luthien
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>> irgendwo zwischen Aeos und Notus <<

Mürrisch strich sich Ragnar über das Gesicht, da ihn irgendetwas penetrant an der Nase kitzelte. Obwohl er gerne noch ein wenig länger geschlafen hätte, rollte er sich dennoch auf die Seite und öffnete mal vorsichtig ein Auge. Nackte Füße? Nackte, kleine Füße? Ein helles Gekichere bestätigte seinen Verdacht und als er knurrend nach den Beinen angeln wollte, sprangen diese leichtfüßig nach hinten, drehten sich um und rannten über die Wiese in Richtung Dorf fort. Seufzend richtete sich Ragnar langsam zum Sitzen auf.

Für Weiterschlafen war er nun zu wach und ausgeschlafen war er nicht wirklich. Gestern war er zur Mittagszeit in dem kleinen Dörfchen angekommen und als Gegenleistung für ein wenig Musik, hatte er ein Mahl aus Brot, Bier und Käse genossen. Es war zwar einfach gewesen, aber nach zwei Tagen Nahrung, die nur aus Beeren und Wasser bestanden hatte, hatte es königlich geschmeckt. Da die Nacht sehr lau gewesen war, hatte er beschlossen, das angebotene Bett im Heu dankend abzulehnen und hatte seinen Mantel unter einer Linde, die ein wenig abseits des Dorfes auf einer kleinen Anhöhe stand, gelegt und sich darin eingewickelt.

Nun stand Ragnar doch auf, streckte und reckte sich, gähnte zweimal herzhaft und schulterte dann seinen Korb mit seinen Habseligkeiten. Aus einem Lederbeutel an seinem Gürtel zog er eine kleine Knöchenflöte und begann darauf eine fröhliche Melodie zu spielen. Ein wenig wacher und beschwingter wanderte Ragnar nun in Richtung Straße und wählte den Weg nach Osten. In Aeos hatte er von der kleinen Grenzstadt Norus gehört, in der Händler aus vielen fremden Ländern verkehren sollten. Vielleicht hätten diese Händler auch neue Melodien für ihn. Ausserdem hatte er auch gehört, daß Notus eine reiche Stadt sein sollte. Da hoffte Ragnar, daß auch ein wenig des Reichtums für einen Spielmann abfallen würde.

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Alt 25.09.2008, 07:38   #9
Rusch
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>> Notus: eine Schenke <<

Tugold, der Zwerg, betrachtete die Reste des kargen Essens vor sich. Die Dinge sind in den letzten Monaten schlecht gelaufen und wer immer behauptete, Krieg sei gut fürs Geschäft, der war ein erbärmlicher Lügner. Sicher, noch wurden keine Äxte geschärft, keine Schwerter poliert, aber es würde Krieg geben, das spürte jeder. Auch die Händler spürten das heran nahende Unheil und fürchteten um ihre Waren. Tugold ließ seinen Blick durch den Schankraum gleiten und musterte jeden der Gäste ganz genau. Es war das übliche Publikum: Reisende, Bürger, ein paar Bauern, die nach Notus kamen um Waren zu verkaufen und Vorräte zu erstehen, ein paar Wachleute, die nach Dienst noch ein Bier tranken und sogar ein Edelmann, der sich in einer dunklen Ecke des niedrigen, länglichen Raumes mit einer Dirne vergnügte. Tugold lächelte noch über diesen Gecken, als sein Blick auf einen Händler fiel, dessen ganzes Äußeres Besorgnis ausdrückte. Tugold strich mit seiner Hand den Bart glatt und wischte Krümel von seinem Wams. Den Humpen in der Hand ging er hinüber zu dem Mann und stellte sich vor. Kurz darauf saß der Zwerg gegenüber dem Kaufmann, der sich als Qvintatus vorgestellt hatte. Als dieser ihn von den jüngsten Ereignissen berichtete, wusste Tungold, dass er morgen Abend nicht mehr einen Teller wässriger Suppe mit fasrigen Fleisch essen würde, dass man in reicheren Gegenden den Schweinen gab. Nein, Morgen Abend würde er eine Anstellung als Leibwächter haben, dessen war er sich absolut sicher. Plötzlich änderte sich die Stimmung in der Schenke schlagartig und auf der anderen Seite des Raums wurden Schreie laut. Dann hörte er, wie ein Schwert auf einer Scheide gezogen wurde und Tugold ließ seine Hand langsam zum Griff seiner Streitaxt gleiten.
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Alt 25.09.2008, 23:12   #10
Teylen
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>> Notus: eine Schenke - einige Minuten zuvor <<

Scynan war ein Weilchen nach dem Händler in die Schenke gekommen. Dieses Mal sollte er hier aufpassen, während Utana die Knechte draussen ablenkte. Kuru schließlich nahm währenddessen den Wagen des Händlers genauer in Augenschein. Ein gefährliches Spiel, aber selbst bei wenig Beute ein durchaus lohnendes.
Außerdem hoffte Scynan in der eher schummrigen Schenke noch eine günstige Gelegenheit nutzen zu können. Die schwere Eingangstür war zwar ein ernst zu nehmendes Fluchthindernis, aber wenn er sich geschickt anstellte, würde er gar nicht in die Verlegenheit kommen laufen zu müssen. All zu lange wollte er sich in dieser Löwenhöhle ohnehin nicht aufhalten. Und wenn er in den Schatten bliebe oder zumindest so tat als wäre er der Sklave von irgendwem, würde er auch gar nicht weiter auffallen.

Der zuvor noch so aufgeregt erscheinende Händler schien sich auf einen längeren Besuch einzustellen. Ein kleiner stämmiger Mann (ein Zwerg wie er mittlerweile gelernt hatte) lenkte ihn sogar noch weiter ab. Gut, gut. Scynans Neugier trieb ihn dazu, die Sicherheit der schattigeren Tavernenbereiche zu verlassen und in der Nähe der beiden vorbei zu streunern. Unterwegs liess er von einem anderen Tisch ein Stück Brot mitgehen, dessen Besitzer gerade am Tresen mit dem Wirt beschäftigt war. In einem abgetrennten Separee, in der Nähe von Händler und Zwerg, liess er sich nieder und versuchte etwas von der Unterhaltung mitzubekommen. Was er an Erzählung über Barbaren erhaschte, verwunderte ihn nicht sonderlich. Die Entfernung dieser dafür um so mehr. So nah schon? Interessante Zeiten standen bevor.

Scynan wollte sich gerade davon stehlen, als ihn eine Bedienstete erwischte. Offensichtlich hatte sie sich über sein doch sehr schäbiges Aussehen gewundert. Scynan deutete auf einen Mann irgendwo auf der anderen Seite der Schänke und versicherte ihr, dass er zu diesem gehöre, aber während der Geschäfte seines Herren ein wenig Abstand halten solle. Dies glaubte sie ihm immerhin so weit, dass sie hinüber ging, um zu fragen. Natürlich würde der Herr dort überhaupt nichts von ihm wissen, aber es war ohnehin an der Zeit zu verschwinden. Leider ohne zusätzliche Beute. Er hoffte, dass Kuru etwas gefunden hatte.

>> Notus: eine Schenke <<

Wenige Schritt von der Tür entfernt, hörte Scynan wie ein Schwert aus einer Scheide gezogen wurde. Sein Herz machte einen Sprung und schlug deutlich schneller. Laufen wäre jetzt ein Fehler, lieber drehte er sich um, um zu sehen wer die Waffe gezogen hatte und warum. Wegen der Scheibe Brot würde wohl kaum jemand zu so drastischen Mitteln greifen, zumal der Besitzer desselben immer noch beim Wirt stand. Was also war hier los?

Und wenn hier gleich das Chaos ausbrauch, war das vielleicht die Gelegenheit, die er sich gewünscht hatte?
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Alt 27.09.2008, 13:05   #11
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>>Notus: Eine Schänke<<

Lyelle kaute lustlos auf einem zähen Stück Fleisch herum, dass an die Konsistenz von Leder erinnerte.
Der Händler, der sie bis Notus mitgenommen hatte, war verschwunden, nachdem er seine Bezahlung erhalten hatte. Und nach diesem wiederlichen Mal, waren nicht mehr viele Münzen in Lyelles Beutel übrig. Lange würden die nicht mehr reichen. Zeit, sich nach einer Einnahmequelle umzusehen.
Lyelle lauschte den Gesprächen um sie herum. Am Tresen lallte ein Betrunkener die Bedienung voll, aus einer dunklen Ecke des Raumes waren leise Geräusche zu vernehmen, die eindeutig von einem Edelmann und einer Dirne kamen - und ihre Beschäftigung war ebenso eindeutig. Es war schon verwunderlich, wie viel man verstand, wenn man selbst still war.
An einem Tisch in der Nähe unterhielten sich ein Händler und ein Zwerg über die gegenwärtige Lage - und diese Lage schien immer brenzliger zu werden. So nahe waren sie schon?
Und was hatte der Händler gerade über den Regenten gesagt? Ihn warnen?
Lyelles Laune hellte sich auf. Der Regent konnte sie weiterbringen - wenn sie ihm einen Grund dafür gab.
Es konnte nicht schaden, sich an die Fersen der beiden zu heften...

Plötzlich schallten Schreie durch den Raum eund ein Geräusch stach aus dem Gemurmel der Menge hervor, dass so wenig in eine Schänke gehörte, wie ein Frosch in die Wüste.
Irgendjemand hatte sein Schwert gezogen.
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Geändert von Rusch (28.09.2008 um 11:35 Uhr)
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Alt 28.09.2008, 11:45   #12
Rusch
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>>Notus: Eine Schänke<<

Tugold blickte konzentriert auf den hinteren Teil der Schänke, von woher der Kampflärm erklang. Nur wegen seiner angebohrenen, zwergentypischen Fähigkeit, im Dunklen sehen zu können, konnte er den gewaltigen Krieger ausmachen, der mit einem brachialen Schwerthieb sein Gegenüber niederstreckte. Die beiden Wachleute, die ihren Feierabend bei Bier ausklingen ließen, sprangen alarmiert auf und zogen ihre Waffen. Tugold jedoch hatte genug gesehen. Dieser Krieger war jemand, dem man aus den Weg gehen sollte - auf dem Schlachtfeld und ganz sicher bei einem Wirtshaus Schamützel. Er blickte zu Qvintatus und deutete zur Tür. Der Händler verstand sofort und legt den Gegenwert des Essens in Silber auf den Tisch. Tugold schallte ihn im Stillen eine Narren - wer zahlte denn schon, wenn die Dinge sich so entwickten. Ohne allzu großes Aufsehen zu erregen bewegten sich beide zur Tür während sich die Dinge im anderen Ende der Schänke nun dramatisch zuspitzend. Es war nur noch eine Frage von Sekunden bevor in dem Raum die Panik ausbrach.
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Alt 28.09.2008, 21:24   #13
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>>Notus: Eine Schänke<<

Scynan erfasste schnell, dass er nicht den Grund für das Ziehen der Waffe geliefert hatte. Er sah nicht viel von dem was im hinteren Bereich der Schenke vor sich ging. Aber er kannte das Geräusch, das entstand wenn Metall einen menschlichen Körper und in diesem Fall sogar etwas rüstungsartiges traf.

Die allermeisten Gäste starrten noch verwundert auf das Geschehen und schienen es noch nicht richtig zu realisieren. Zwerg und Händler jedoch kamen ihm entgegen. Scynan trat bereitwillig beiseite. Er hatte auf deren Tisch etwas gesehen was ihn noch einen Moment länger hier hielt: Silber!

Er stürzte dort hin und krallte sich die Münzen. Auf das Kampfgeschehen achtete er nicht mehr direkt, nur noch darauf, ob er in seiner unmittelbaren Nähe irgendwem ausweichen musste. Schnell liess er die Münzen hinter dem einzigen Flicken seiner Kleidung verschwinden, der nicht seinem eigentlichen Zweck diente, sondern eine verborgene Tasche darstellte. Zeitgleich drehte er sich schon wieder um, um zur Tür zu stürmen. Waren die beiden, die er zuvor belauscht hatte, schon durch und die schwere Tür somit noch offen, wäre er jetzt fast genauso schnell als wenn er sie selbst hätte öffnen müssen. Wenn nicht, hatte er ein Problem. Er wollte nicht unbedingt demjenigen in die Arme laufen, den er gerade indirekt bestohlen hatte. Scynan hoffte nur, dass Utana und Kuru beim ersten Anzeichen von Ärger verschwinden würden... bei dem hastigen Aufbruch des Händlers hätte er sie ohnehin nicht mehr warnen können.
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Alt 28.09.2008, 22:23   #14
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>>Notus: Eine Schänke<<

Die Ecke der Schänke, aus welcher der Kampflärm erklang war zu dunkel, als dass Lyelle von ihrem Platz aus etwas hätte erkennen können. Doch die Reflektion von Metall, ein lauter Schrei und das Geräusch von weiteren Klingen, die aus der Scheide gezogen wurden reichten, um Lyelle davon zu überzeugen, dass die Schänke kein geeigneter Aufenthaltsort mehr waren.
Zu demselben Schluss schienen auch der Händler und der Zwerg gekommen zu sein, die jetzt rasch auf die Tür zustrebten.

Lyelle warf ein paar Münzen auf den Tisch und wandte sich zur Tür - gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie ein blasser, ärmlich gekleideter Junge etwas silbrig blitzendes vom Tisch des Händlers stahl. "Na warte!", dachte Lyelle.

Sie folgte dem Jungen zu der schweren Tür, und konnte gerade noch hinter ihm durch die sich schließenden Türflügel schlüpfen.
Sobald er in ihre Reichweite kam, packte sie ihn am Kragen...
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Alt 04.10.2008, 15:24   #15
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>>Notus: Vor der Schänke<<

Scynan war kurz nach der Tür für einen kurzen Augenblick stehen geblieben, um sich zu orientieren. Er hatte keine Lust dem Händler oder dem Zwerg in die Arme zu laufen. Nur für den Fall, dass sie etwas mitbekommen hatten.

Doch er wurde abgelenkt als etwas ihn von hinten an der Kleidung festhielt. Sofort riss er sich los. Ein paar schnelle Schritte und er hatte die zuvor sorgsam platzierte grobe Keule an der nächsten Hauswand erreicht. Er drehte sich im Laufen halb um und wollte sie seinem Verfolger zwischen die Beine werfen. Aber als er sah wer hinter ihm gewesen war, stolperte er stattdessen fast über seine eigenen Beine.

Nachdem er sich gefangen hatte, machte er wieder einige Schritt auf die Person zu.

Ein Mädchen? Recht klein und schmal. Das erklärte zumindest wie sie noch nach ihm durch die sich schliessende Tür gepasst hatte. In der Schänke hatte er sie gar nicht bemerkt.

"Sag mal. Ha'm dir Fliegen das Hirn aufgefressen, oder was?", schimpfte er. Scynan war gereizt. Er konnte es nicht ausstehen, wenn ihn jemand Fremdes anfasste. Schon gar nicht wenn das mit der Intention geschah ihn festzuhalten. Abschätzend wog er seine improvisierte Waffe in der Hand. Die Kleine hatte besser eine gute Erklärung parat.
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