Kapitel 1 - Begegnung im Palast
>> Notus: Gemächer des Regenten <<
Der Regent von Notus lümmelte auf seiner Kline, trank Wein aus einer flachen Schale und dachte nach.
Was er eben gehört hatte gefiel ihm überhaupt nicht, allerdings passte es zu den Meldungen, die schon seit Tagen und Wochen immer wieder eintrafen.
Notus war eine Stadt mittlerer Grösse und lag strategisch günstig an der Ostgrenze des Aeolischen Reiches. Die Stadt war zwar in früheren Zeiten als befestigter Aussenposten angelegt gewesen, dann aber stark angewachsen und längst bot die nahegelegene Fliehburg nicht mehr allen Bewohnern Schutz, zumal sie nicht in stand gehalten wurde - immerhin herrschte schon lange Frieden.
Heute war Notus ein prosperierender Handelsposten, mit Verbindungen in die ganze bekannte Welt. Man bezog sogar aus dem fernen Sidijani Stoffe und Gewürze, ab und zu wurden sogar aus anderen Gegenden exotische Tiere nach Aeos geliefert, die Notus passierten und für einen grossen Auflauf sorgten.
Aeos war die Hauptstadt dieses grössten Reiches aller Zeiten und lag auf dem südlichen Kontinent. Die Bewohner genossen mittelmeerisches Klima und verfolgte ihre Geschichte über fast 20 Generationen zurück bis zur Stadtgründung durch Aeolus, einen Abenteurer und Pionier der Landvermessung.
Seither hatte sich das Reich entwickelt, Herrscher um Herrscher hatten Land dazugewonnen, sei es durch geschickte Heiratspolitik, durch Allianzen oder auch durch blutige Kriege - der letzte allerdings lag bereits weit über 100 Jahre zurück, und kaum jemand erinnerte sich noch daran. Das Land war reich und nur wenige litten Armut. Städte wie Notus sicherten die Peripherie des Reiches, erstatteten der Hauptstadt Bericht, lieferten und erhielten Waren aus den verschiedensten Landstrichen um sie im ganzen Reich zu verteilen.
Ein ausgeklügeltes Transport- und Nachrichtenwesen, gestützt auf ein gut ausgebautes Strassensystem sicherte den Zusammenhalt des Reiches.
Das zumindest war das Bild, daß die Leute in ihren Köpfen trugen.
Viele verschlossen sich vor der Wahrheit, die ein anderes Bild zeigte. Zahlreiche Strassen wurden bereits nicht mehr benutzt, und verfielen zusehens, da sie nicht instand gehalten wurden. Einige Städte hatten bereits ihre Unabhängigkeit vom Reich erklärt und eigene Herrscher aufgestellt - die, wenn auch weiterhin im Bündnis mit dem Aeolischen Reich, eine eigene Rechtssprechung, eigene Währungen und Zölle festlegten.
Auch viel zu lange ignoriert wurde auch die Bedrohung aus dem Osten. Der Reichtum hatte sich herumgesprochen und es kam immer häufiger zu Überfällen auf Händler und bereits zu Plünderungen in den entlegeneren Siedlungen. Und der Reichtum hatte das Reich träge gemacht. Lange schon erfülle das einst gut ausgebildete Heer nur noch Verwaltungs- und Polizeiaufgaben.
Immer wieder wurden kritische Stimmen laut, die den Regenten für zu jung hielten. Doch im Reich war man stolz darauf Kritiker nicht mundtot machen zu müssen, man sonnte sich in einem toleranten Umgang mit verschiedenen Meinungen.
Tatsächlich war der Regent ein gut ausgebildeter Verwalter aus Aeos, ein jüngerer Sohn reicher Adeliger, dem ein Gönner die Aufsicht über Notus verschafft hatte. Bisher hatte er seine Sache auch gut gemacht, er verstand etwas von Handel, von gerechten Zöllen, und von einem fairen Rechtswesen. Aber er hatte noch nie gekämpft und nie etwas verteidigen müssen... Und ihm fehlten erfahrene Berater, die ihn in dieser schwierigen Situation hätten unterstützen können.
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because of archaeology my life is in ruins.
R.P.G. Zone
Geändert von Rusch (23.06.2009 um 18:24 Uhr)
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