Fantasy Forum  

 

Zurück   Fantasy Forum > Fantasy Foren > Fantasy Literatur

Fantasy Literatur Die Welt der Phantasie umfasst weit mehr als Eragon und Harry Potter. Lass dich von uns entführen.

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
 
Alt 07.06.2009, 00:26   #1
Simon the Sorcerer
Rote Robe
 
Benutzerbild von Simon the Sorcerer
 
Registriert seit: 25.02.2008
Ort: Krynn
Beiträge: 709
Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Hey Leute,
ich spiele schon seit längerm mit dem Gedanken, dieses Buch zu lesen. Es steht jetzt schon Jahre in meinem Regal und ich habe mich noch nie so richtig ran getraut. Klar bin ich Disney belastet und somit voreingenommen. Weshalb ich auch nicht weiß ob ich mich nicht beim lesen langweilen werde...?
Ich würde nun gerne wissen was ihr darüber denkt. Habt ihrs schon gelesen, könnt ihr es empfehlen...?

Die Dschungelbücher
OT The Jungle Book, The Second Jungle BookOA 1894, 1895 DE 1898 Form Erzählungen
Rudyard Kipling war bereits durch einige Erzählungssammlungen bekannt geworden, als er mit den Tiergeschichten der Dschungelbücher aus dem indischen Milieu Weltruhm erlangte.
Entstehung: Grundlage für seine MowgliGeschichten war die Erzählung Im Urwald über den erwachsenen Mowgli, die bereits 1893 im Sammelband Vielerlei Schliche veröffenlicht worden war.
Struktur: Kipling beschreibt mit den 15 Erzählungen zumeist das Tierleben im Dschungel Indiens. Jede Erzählung wird durch ein Gedicht aus der Perspektive der Hauptfiguren eingeleitet und abgeschlossen. Dem (ersten) Dschungelbuch ist eine Danksagung Kiplings an seine Informanten, Dienstelefanten und Jahrmarktkünstler vorangestellt.
Inhalt: Die Entwicklung des »Wolfsjungen« Mowgli vom Findelkind bis zum Erwachsenen wird in insgesamt acht Erzählungen beschrieben: Mowgli gelangt als Kleinkind zu einem Wolfsrudel, als der Tiger Shir Khan das Dorf seiner Eltern angreift und alle flüchten. Die Wölfe nehmen ihn in ihre Gemeinschaft auf und lassen ihn durch den Bären Balu und den Panther Baghira erziehen. Auch nach seiner Lehrzeit im Dschungel hält Mowgli noch Kontakt mit den Wölfen und kann schließlich mit deren Unterstützung seinen Erzfeind Shir Khan besiegen.
Kipling verknüpft drei Erzählebenen: die magische Geschichte, die naturgetreue Schilderung sowie eine archetypische Geschichte, die ursprüngliche Menschheitssituationen rituell abhandelt, wie z. B. Mowglis Aufnahme in das Wolfsrudel, die durch einen Preis erkauft werden muss, oder die Überwindung des Bösen mittels erprobter Fähigkeiten und Freunde.
Wirkung: Auch anlässlich des Gedichts Gesetze des Dschungels wurde Kipling Verwurzelung mit der imperialistischen Ideologie (Gehorsamspflicht) vorgeworfen. Die naturgetreue Schilderung der Zustände im Tierreich wurde hingegen oft und vor allem in Deutschland verkannt.
Trotz dieser Kritik sind Die Dschungelbücher auch hier zu Lande kaum negativ aufgenommen worden und tragen bis heute entscheidend zum Bekanntheitsgrad von Kipling bei.
Vor allem die Mowgli-Geschichten haben zahlreiche Imitationen und Adaptionen ausgelöst, so etwa die Tarzan-Bände von R E. R. Burroughs, den Walt-Disney-Film von 1967 oder auch die weltweit praktizierte Spielidee der kleinen Pfadfinder: als Wolf Cubs, Wölflinge, wurden sie 1911 von Lord Robert S. Baden-Powell (1857–1941) mit Zustimmung des Autors gegründet.

 



Grüße
__________________
Möge Euch die Magie der drei Monde leiten

und Eure Schwerter niemals stumpf werden !

Grüne Reben,
Tiefgrüne Wälder,

...die Pfalz...
Simon the Sorcerer ist offline   Mit Zitat antworten
 
Alt 07.06.2009, 00:34   #2
AMBER schattensturm
Prophet der Infocalypse
 
Benutzerbild von AMBER schattensturm
 
Registriert seit: 21.01.2009
Beiträge: 311
AW: Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Schönes Buch, aber seine Kurzgeschichten sind besser. Kipling ist aber nicht jedermanns Sache. Er gehörte zu der Schule Literaten, die im Imperialismus ein Segen für die Kolonien sah, denen man die Werte der Zivilisation nahebringen musste. Das schimmert leider teilweise extrem im Menschenbild durch.
AMBER schattensturm ist offline   Mit Zitat antworten
 
Alt 07.06.2009, 08:04   #3
Hathor
Göttin des Westens
 
Benutzerbild von Hathor
 
Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 2.192
AW: Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Das Dschungelbuch gehört wohl in die Kategorie der Bücher, die fast jeder kennt aber fast niemand wirklich gelesen hat

Angeregt von diversen Verfilmungen und Berichten darüber habe ich vor Jahren versucht, dieses Werk zu lesen. Die Betonung liegt auf "versucht", denn weit bin ich nicht gekommen. Kiplings Stil war mir richtigggehend zuwider. Vielleicht lag es auch an der von Amber geschriebenen Weltanschauung des Autors. Oder ich war zu jung, um Kipling zu verstehen. Ich weiß es nicht.
__________________
Ich wähle meine Liebhaber nach ihrem guten Aussehen, meine Freunde nach ihrem Charakter und meine Feinde nach ihrem Verstand. (frei nach Oscar Wilde)
Hathor ist offline   Mit Zitat antworten
 
Alt 07.06.2009, 10:31   #4
engelchen
Leseratte
 
Benutzerbild von engelchen
 
Registriert seit: 10.04.2009
Ort: Saarland
Beiträge: 82
AW: Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Zugegeben, der Stil ist wirklich nicht jedermanns Sache, und meine sicherlich auch nicht, trotzdem hat mr das Buch gefallen. Klar, geht es hauptsächlich immer wieder um mogli, Balu und Shir khan etc. aber die vielen Kurzgeschichten dazwischen (zumindest in meiner Ausgabe) lockern das ganze etwas auf. Weil das Buch so berühmt berüchtigt ist, sollte man es auf jeden Fall gelesen haben und ich bin auch froh, dass ich das jetzt hinter mir habe. Es gibt interessantere Geschichten.
__________________
Hum Hain Raahi Pyaar Ke Phir Milenge Chalte Chalte

Rab Ne Bana Di Jodi
engelchen ist offline   Mit Zitat antworten
 
Alt 08.06.2009, 14:20   #5
sueño
Светлый Иной
 
Benutzerbild von sueño
 
Registriert seit: 05.02.2008
Ort: Tir ná Nog
Beiträge: 506
AW: Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Huch... die ersten Kommentare waren so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte. Dann muss ich jetzt wohl mal eine Lanze brechen *knacks* ...und die Holzspäne zusammenfegen.

Ich habe die Dschungelbücher (es gibt auch eine Fortsetzung) geliebt und kann sie auch heute noch lesen. Seinen Roman "Kim", den ich als Kind irgendwann mal angefangen hatte, empfand ich weitschweifig und langweilig. Müsste ich vielleicht heute noch mal probieren.

Die Dschungelbücher aber mag ich, trotz des Sprachstils, der einem gelegentlich als altertümlich vorkommt. Die Mogli-Geschichte hat etwas von alten Märchen und Legenden, in denen den Tieren verschiedene Charakterzüge zugewiesen werden und jede eine genaue Figur beschreibt. Wenn du dir unsicher bist - einfach lesen! Das ist ein eher kurzes Buch, und die Mogli-Geschichte macht nur etwa die Hälfte aus, der Rest besteht aus verschiedenen Kurzgeschichten, in denen jeweils ein Tier der Held einer Story ist.


Zitat:
Zitat von AMBER schattensturm Beitrag anzeigen
Kipling ist aber nicht jedermanns Sache. Er gehörte zu der Schule Literaten, die im Imperialismus ein Segen für die Kolonien sah, denen man die Werte der Zivilisation nahebringen musste. Das schimmert leider teilweise extrem im Menschenbild durch.
"Take up the white man´s burden"?

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er das wirklich so gemeint hat, oder ob das Gedicht einen satirischen Zug hat. Es scheint wohl eher so, als wäre das wirklich seine Sicht gewesen, leider. Ich meine aber, dass es in den Büchern nicht so durchschimmert und darum finde ich sie nach wie vor lesbar.

Richtig schlimm hingegen sind frühe Bücher eines Autors, bei dem man das ohne weiteres Wissen nicht unbedingt vermutet, und zwar die Afrika-Romane von Edgar Wallace. Die sind nun wirklich nicht nur kolonialistisch und imperialistisch, sondern auch durch und durch rassistisch. Verglichen damit sind Kiplings Bücher freundliche Kindererzählungen, weitgehend frei von weltanschaulichen Einflüssen.
__________________
"Mr. Lipwig, do I need a badge that says tyrant?" (Terry Pratchett)

Besides, I wanted to make him say thapphireth.
sueño ist offline   Mit Zitat antworten
 
Alt 08.06.2009, 16:46   #6
Seraphina
Stammuser
 
Benutzerbild von Seraphina
 
Registriert seit: 28.04.2009
Ort: München
Beiträge: 307
AW: Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch

Wir haben das Buch in der fünften Klasse gelesen.
Mir hat das Abenteuerliche gefallen, aber diese Beziehungen von Tier & Mensch fand ich schon etwas komisch. Die Tiere hatten viel zu sehr menschliche Verhaltensweisen! Total unrealistisch.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Edgar Rice Burroughs`Tarzan! Da schlägt einem sogar Rassismus von Anfang bis Ende ins Gesicht. Hellhäutige, gebildete und gesellschaftlich höhergestellte Menschen sind edelmütig. Unterpriviligierte ( wie z.B. Tagelöhner, Seeleute ) und jene die sich mit solchen einlassen, haben so gut wie immer einen miesen Charakter. Und die schwarzhäutigen Ureinwohner sind sowieso wilde Bestien ( weil oft auch kannibalistisch veranlagt ).
Zeitgeist eben!

Als Abenteuerromane sind diese Klassiker aber definitiv lesenswert ... zumindest einmal!

Aber den Zeichentrickfilm mag ich eh am Liebsten! *Balou singing*
Seraphina ist offline   Mit Zitat antworten
 
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Das Fantasy-Forum ist Mitglied bei den Schatzwächtern Aktionsbündnis für faire Verlage

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 03:45 Uhr.

 

Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.
Style by Akissi
Fairy Brushes by obsidiandawn.com