Huch... die ersten Kommentare waren so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte. Dann muss ich jetzt wohl mal eine Lanze brechen *knacks* ...und die Holzspäne zusammenfegen.
Ich habe die Dschungelbücher (es gibt auch eine Fortsetzung) geliebt und kann sie auch heute noch lesen. Seinen Roman "Kim", den ich als Kind irgendwann mal angefangen hatte, empfand ich weitschweifig und langweilig. Müsste ich vielleicht heute noch mal probieren.
Die Dschungelbücher aber mag ich, trotz des Sprachstils, der einem gelegentlich als altertümlich vorkommt. Die Mogli-Geschichte hat etwas von alten Märchen und Legenden, in denen den Tieren verschiedene Charakterzüge zugewiesen werden und jede eine genaue Figur beschreibt. Wenn du dir unsicher bist - einfach lesen! Das ist ein eher kurzes Buch, und die Mogli-Geschichte macht nur etwa die Hälfte aus, der Rest besteht aus verschiedenen Kurzgeschichten, in denen jeweils ein Tier der Held einer Story ist.
Zitat:
Zitat von AMBER schattensturm
Kipling ist aber nicht jedermanns Sache. Er gehörte zu der Schule Literaten, die im Imperialismus ein Segen für die Kolonien sah, denen man die Werte der Zivilisation nahebringen musste. Das schimmert leider teilweise extrem im Menschenbild durch.
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"Take up the white man´s burden"?
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er das wirklich so gemeint hat, oder ob das Gedicht einen satirischen Zug hat. Es scheint wohl eher so, als wäre das wirklich seine Sicht gewesen, leider. Ich meine aber, dass es in den Büchern nicht so durchschimmert und darum finde ich sie nach wie vor lesbar.
Richtig schlimm hingegen sind frühe Bücher eines Autors, bei dem man das ohne weiteres Wissen nicht unbedingt vermutet, und zwar die Afrika-Romane von Edgar Wallace. Die sind nun wirklich nicht nur kolonialistisch und imperialistisch, sondern auch durch und durch rassistisch. Verglichen damit sind Kiplings Bücher freundliche Kindererzählungen, weitgehend frei von weltanschaulichen Einflüssen.