Zum neuen Buch kann ich mir noch kein abschließendes Urteil erlauben, weil mir noch 150 Seiten fehlen. Die Geschichte bzw. die Welt ist mal wieder sehr bunt und facettenreich ausgestaltet und wird durch die vielen Handlungsstränge lebendig, auch wenn es manchmal so wirkt, als habe Hennen den eigentlichen Handlungsstrang verloren. Das ist auch der einzige wirkliche Kritikpunkt - der rote Faden ist mMn nicht so straff, wie er sein sollte, der große Konflikt hätte durchaus mehr in den Vordergrund gerückt werden können. Andererseits ist es interessant, die Entwicklung der Charaktere und der Situationen mitzuverfolgen, denn das ist Hennen einmal mehr wirklich gut gelungen.
Vor allem die Geschichte rund um Adrien und Jules hat mich gefesselt, denn Hennen hat mir mit Exkursen in das Denken des Devanthars und in die Frühgeschichte bzw. den Krieg zwischen Alben und Devanthar einen großen Wunsch erfüllt. Im Nachwort dankt er seiner Forengemeinde einige Anregungen, und da ich dort der fünftaktivste Schreiber bin, fühle ich mich direkt angesprochen. Dort habe ich nämlich weit mehr als nur einmal erwähnt, dass ich mir mehr zum Devanthar wünsche, und diesem Wunsch ist er nachgekommen!
Als Hennen vor zwei Wochen wider Erwarten in Dreieich war, haben wir uns gut eine halbe Stunde lang persönlich unterhalten. Ich habe nicht nur viel erfahren, sondern auch "Elfenkönigin", das ich zufällig dabei hatte, signiert bekommen. Das war übrigens das erste Exemplar, das er signiert hat, und das hat er auch schriftlich festgehalten. Irgendwie fühlt man sich dadurch privilegiert!
Zitat:
Zitat von Alcarin
Ich mag den Autor Bernhard Hennen nicht wirklich, was vor allem an seinem Buch "die Elfen" liegt.
Ich bin ein Mensch mit sehr schwierigem Geschmack. Bei Hennen habe ich den Eindruck, dass er nur wenig originell ist und seine Bücher aus Versatzstücken von Sagen und anderen Fantasy- Werken nur so zusammengewurstelt hat.
Aber das ist nur meine Meinung. Die meisten anderen Hennen- Leser sind wahrscheinlich von ihm begeistert.
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Gilt das nicht für andere Autoren, die sich den Völkern Tolkiens widmen, nicht größtenteils ebenso? Mir fallen zwar auch immer wieder Parallelen zu anderen Werken und Reihen auf wie z.B. zu DSA. Allerdings muss man dort differenzieren: Hennen hat die Reihe zwar nicht (mit)begründet, aber er war einer der ersten DSA-Autoren, die sich intensiv mit den Elfenvölkern auseinandergesetzt und diesem Volk Leben eingehaucht haben. In einem Interview sagt er, die Parallelen v. a. zur Phileasson-Saga seien ihm erst gar nicht aufgefallen und daher nicht bewusst geplant gewesen. So gesehen hat er auch Vieles aus seinen früheren Werken und deren Nachwirken übernommen.
Andererseits kommt mir die Handlung deutlich origineller und individueller vor als es bei anderen Tolkien-Epigonen der Fall ist. Dort gilt oft die Maxime:
"Je mehr Klischees und Standards, desto besser!"
Ich persönlich finde, dass er darauf weitgehend verzichtet hat. Das Dumme ist eben, dass sich viele Fantasyfans genau diese Standards wünschen (sieht man z.B. am Erfolg der Zwergenromane von Heitz), so dass der Spielraum eingeschränkt ist, wenn man sich an die klasdsischen Völker wagt. Die Erwartungen, dass vieles gleich bleibt, sind hoch.
Übrigens habe ich, nachdem ich mit "Die Orks" angefangen habe, gedacht, Hennen hätte das Konzept einer rassistischen, monotheistischen Religion einfach von dort übernommen. Seitdem ich aber die Gezeitenwelt-Romane kenne, weiß ich, dass Hennen dieses Konzept schon verfolgt, ehe es "Die Orks" überhaupt gab.
Und mit den Sagen habe ich absolut keine Probleme - das sind Quellen, an denen sich Fantasyautoren seit Tolkiens Zeiten bedienen. Und gerade die Tatsache, dass Hennen als einer der wenigen Fantasyautoren wieder auf die Rolle der Alben als Urväter von Elfen und Zwergen zurückgreift, hat mir sehr gut gefallen.
Das ist meine Meinung. Wir können gerne über PN darüber diskutieren, sonst ufert das hier aus!