[[Die Ebene, unterhalb des Weges - betrifft Aslan]]
Ein Knacken ertönte, unmittelbar gefolgt vom blechernen Scheppern eines steingefüllten Eimers und vom lauten Wiehern eines Pferdes. Árkon drehte sich missmutig zur Seite. Er hatte Kopfschmerzen und die Nacht über kaum ein Auge zugebracht. Warum musste ihn der verdammte Gaul gerade jetzt aus dem Schlaf reißen? Warum...?
Árkon stutzte. War da nicht ein Gedanke in seinem Kopf, der gegen das Pochen und den Schleier hinter seiner Stirn aufbegehrte?
Weil du einen Stolperdraht um dein Nachtlager gelegt und an der Mähne deines Pferdes befestigt hast, flüsterte er. Nachtlager... Natürlich! Allmählich ordneten sich die Bruchstücke, aus denen sein Gedächtnis bestand, und ergaben ein Bild. Er hatte dientdeckt zu werden, hatte er es wie so oft vorgezogen, unter freiem Himmel zu übernachten. Um vor Wegelagerern sicher zu sein, hatte er einen Draht um seine Schlafstelle gespannt und an der Mähne seiner Stute befestigt. Sie war ein schreckhaftes Tier, das seine Artgenossen in dieser Untugend weit übertraf. Doch gerade deshalb eignete sie sich hervorragend, um Alarm zu geben - das hatte er in dieser Nacht einmal mehr bestätigt bekommen, als er alkoholisiert in sein Nachtlager zurückgekehrt war und prompt in die eigene Falle getappt war. Das Pferd hatte sicherlich eine gute Minute gebraucht, bis es sich beruhigt hatte.
Auch in diesem Augenblick war es nicht anders.
Alarm... Irgendetwas an diesem Wort sagte Árkon, dass er sich vorsehen musste. Warum hatte seine Stute gewiehert? Sicherlich nicht ohne Grund!
Endlich lichteten sich die Gedanken des Reisenden. Eine unangenehme Gewissheit bemächtigte sich seiner: Irgendjemand hatte sich an sein Nachtlager geschlichen!
Sofort richtete sich Árkon auf. Eine Spur zu schnell, denn ein stechender Schmerz durchfuhr seinen Schädel. Dieser verdammte Rotwein! Doch darauf durfte er jetzt keine Rücksicht nehmen. Hatte man ihm am Ende gefunden?
Mit der linken Hand stützte er sich ab, während seine Rechte nach dem Griff seines Rapiers tastete, das er auch im Schlaf nur selten ablegte. Mit einem Ruck richtete er sich auf, stand auf wackeligen Beinen, zog seine Waffe blank und griff nun auch mit der Linken nach seinem Parierdolch. "Wer schleicht sich hier heimlich an mein Nachtlager?", rief er so deutlich wie möglich, doch seine brüchige, lallende Stimme nahm dem fordernden Unterton alle Schärfe.
Nur keine Schwäche zeigen!, gemahnte er sich.