Hallo!
Ich schreibe gerade an einer eigenen Anthlogie. Meine Idee gibts
hier. Ich arbeite schon eine Zeit lang daran und freue mich daher über eure Meinung. Eine Saqche vorweg:
Ich bin 12 Jahre alt, habe daher also noch lange nicht ausgelernt. Bitte, bitte schreibt
Feedback. Ich brauche es sehr für meinen Schreibstil.
Hier nun mein Text:
Kreuzwege
Menschenland;
1500, 3. Zeitalter
Rimon fuhr mit seiner gebräunten Hand durch die Einnahmen. Es war nicht viel, aber für ein karges Abendessen würde es reichen. Rimon war hochgewachsen, schmal und hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, so auch jetzt. Nachdem ich, wie alle sechzehnjährigen in meinem Dorf, vor drei Jahren von zu Hause weggegangen war, nahm er mich auf. Er war einer der wenigen Menschen, die etwas mit mir zu tun haben wollten. Ich bin weder klug genug um die Hochschule zu besuchen, noch stark genug, um bei einem Schmied in die Lehre zu gehen. Für das Heer meines Heimatlandes bin ich zu klein, für eine Arbeit in den Minen als Gehilfe der Goldgräberzwerge zu groß. Doch Rimon sah über all dies hinweg und sagte nur: „Solange du spannend Geschichten erzählen kannst und dich mit Wenigem zufrieden gibst, bist du ein guter Lehrling.“
Seitdem verläuft jeder meiner Tage gleich: Aufstehen, Rimon beim singen und erzählen zuhören, zwischendurch selbst eine Geschichte an den Mann bringen, ein klägliches Abendmahl zu mir nehmen, schlafen.
So kommen wir mehr schlecht als recht durchs Leben.
„Hey Samuel“, Rimon gab mir einen leichten Schupser und weckte mich so aus meinen Tagträumen. „Hier ist dein Geld.“ Mit diesen Worten drückte er mir ein paar rote Metallstückchen in die Hand. Fünf Rono, dass würde hoffentlich für ein Stück Fleisch und ein Pfirsichbier reichen. Als ich wieder aufschaute, hatte Rimon schon die Zelte zusammengeschnürt und die Weinschläuche aufgefüllt. Er befestigte alles an unserem Packesel und sagte: „Ich gehe mir einen neuen Hut kaufen. Bei Einbruch der Dunkelheit treffen wir uns wieder hier.“ Jetzt ging er, den Esel neben sich herführend, in Richtung Stadt. Bevor auch ich das Lager verließ, tat ich meine Habseligkeiten in meinen Rucksack. Das kostbarste war eine Marmorschale, die so groß war wie ein halbierter Apfel. Sie war meine einzige Erinnerung, an zu Hause, ich hatte sie von meiner Familie bekommen. Ich wog sie in den Händen, schon oft hatte ich überlegt sie zu verkaufen oder im Tausch gegen Lebensmittel anzubieten, doch nie hatte ich mich wirklich von ihr trennen können. Ich betrachtete noch einmal kurz unsere Raststätte, dann machte ich mich auf den Weg, der zur Stadt führte.
Nachdem ich das Tor passiert hatte, schlenderte ich durch die Ansammlung von Wohnhäusern, Ständen und Werkstätten. Hier riefen aufgebrachte Mütter ihre Kinder, dort feilschten rotgesichtige Händler um ihre beste Ware und an einer Ecke unterhielten Spaßmacher die Menge. Ich mochte diesen Aufruhr nicht. In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen war, hatte es so etwas nicht gegeben. Nur am Markttag einmal im Monat wurde es vergleichsweise hektisch.
Ich sah mich nach einer billigen Möglichkeit ein Essen zu bekommen um und entdeckte am Rande einer heruntergekommenen Nebenstraße ein Lokal mit dem Namen „Zum trostlosen Spanferkel“.
Das Restaurant war ein kleiner Pub mit einem Strohdach. Aus den Fenstern drang laute Musik.
Ich ging zum Tresen bestellte mir einen Pott Pfirsichbier und ein halbes Hähnchen und lies mich an dem einzigen Tisch, an dem noch ein Platz frei war, neben einen Mann sinken. Ich war so hungrig, dass ich das Huhn mit drei Bissen herunter schlang und das Bier mit einem Zug lehrte. Erst jetzt, als mein Hunger verschwunden und mein Durst gelöscht war, betrachtete ich meinen Sitznachbarn genauer. Er war groß, fast so groß wie einer der Elfen, die hinter dem Horizont lebten, und er trug einen schwarzen Umhang, dessen Kapuze fast sein ganzes Gesicht bedeckte. Nur ein Schwall hellblondes, fast weißes Haar quoll unter seinem Umhang hervor. Als er meinen Blick bemerkte, wandte er den Kopf zu mir.
Er zeigte auf meinen leeren Krug. „Möchtest du noch eins?“ Ich nickte und der Mann gab dem Wirt zu verstehen, dass er noch zwei Biere haben wolle. Dieser brachte die Getränke und der freundliche Fremde fragte: „Was führt dich in ein so schäbiges Lokal?“ „Ich bin der Lehrling eines Barden und für mehr reicht mein Geld nicht.“ „Das ist kein Grund sich zu schämen“, erwiderte der Mann der wohl bemerkt hatte wie beschämt zu Boden guckte. „Ein Barde also, kennst du denn viele Geschichten? „ Ja“, rief ich und erfreut vom Interesse meines Sitznachbarn begann ich zu erzählen. Ich erzählte von Menschen und Elfen, von Drachen und Seeungeheuern. Ich erzählte von Helden, die jeder Gefahr trotzten, von Heeren, die feindliche Städte einnehmen und von Kreaturen die gejagt, getötet und gegessen wurden. Irgendwann hörte ich auf zu erzählen und lauschte der Musik, welche mich in den Schlaf lullte.
Als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster krochen, erwachte ich aus einem unruhigen Schlaf. Die Kneipe war fast leer, außer mir saß nur eine Person mit dem Rücken zu mir nahe der Bar und schlief. Der Boden war übersät mit Abfällen aller Art.
Plötzlich schreckte ich hoch. Rimon! Ich hätte schon vor Stunden zurück sein sollen. Ich sprang auf und rannte unter dem ohrenbetäubenden Scheppern eines zerberstenden Tellers los.
Die Stadt war menschenleer nur hier und dort bauten Händler ihre Stände auf oder Frauen holten Wasser vom Brunnen. Ich lief durch das Stadttor, ohne den Bauern, dessen Hühner ich aufgeschreckt hatte eines Blickes zu würdigen.
Als ich den Platz erreichte, an dem wir letzte Nacht unser Lager aufgeschlagen hatten, stockte mir der Atem und mein Herz stand still. dort wo vor ein paar Stunden noch unser Esel friedlich graste, lagen jetzt nur noch dessen Hinterlassenschaften. Das Feuer war sorgfältig mit Erde bedeckt. ich ließ mich neben die einstige Feuerstelle auf den Boden sinken und Tränen liefen mir über das Gesicht.
Meine einzige Chance, meine einzige Chance zu überleben, meine einzige Chance darauf später meinen Lebensunterhalt als Barde zu
verdienen, war zerstört. Ich blickte in den Wald doch sah ihn gar nicht richtig, mein Kopf dröhnte und mein Körper fühlte sich gelähmt an. es war vorbei.
Plötzlich spürte ich eine Bewegung an meiner Schulter. Ich fuhr herum. Der Mann, der sich gestern mit mir unterhalten hatte, stand dort. Er beugte sich zu mir herab, sodass ich sein Gesicht sehen konnte. Es war faltenlos und wurde von glattem, schulterlangem Haar umspielt. Die Augen des Fremdens waren von einem hellen Grau, das Weisheit und Erfahrung widerspiegelte.
Der Fremde sah mich ruhig an. Schließlich sagte er: „Nichts passiert zufällig. Schon bald wird der Tag kommen, an dem du eine Entscheidung zu treffen hast.“ Mit diesen Worten zog er einen blauen, etwa handgroßen Stein hervor. „Bewahre diesen Stein gut auf. Er wird dir helfen den richtigen Weg nicht zu verlassen, auch wenn er oft steiniger wirkt als der Falsche.“
Als ich meinen neuen Besitz in die Hand nahm, war dieser ungewöhnlich warm. Von ihm ging ein Impuls aus so sanft wie das Rauschen des Meeres, doch gleichzeitig besaß er die Härte der besten Diamanten der Zwerge. Ich wollte den Mann fragen was all dies zu bedeuten hatte, doch als ich aufblickte war er fort. Langsam stieg die Sonne höher und ich fühlte mich allein, so allein wie noch nie.