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Alt 07.12.2009, 23:43   #1
Bakira
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Bernd Rümmelein - Kryson 01: Die Schlacht am Rayhin

Ein paar Worte zu Kryson - Die Schlacht am Rayhin.
Warin hat mich gebeten, etwas dazu zu schreiben, weil es eine Leserunde mit dem Autor geben soll. Bitte .
Hier kommt meine subjektive Meinung zum Buch.

Kryson gehört für mich eindeutig zu epischer High Fantasy. Tolkiensche Wesen und Völker sucht man allerdings vergebens. Es gibt ganz andere Völker und eigene Geschöpfe zu bestaunen.
Der Autor pflegt einen komplexen und wortreichen Stil, an den ich mich anfangs gewöhnen musste. Die gewählte Sprache ist aber sehr schön und liest sich flüssig. Irgendwie eigenartig. Sie folgt einem bestimmten Sprachrhythmus, der wie für lautes Vorlesen gemacht ist. Ausprobieren. Das ist wirklich interessant.

Im Auftaktband der Reihe, der mit einem Literaturpreis ausgezeichnet wurde, geht es um einen Krieg. Das Volk der Rachuren will die Klan versklaven oder vernichten. Das Heer der Klan sammelt sich zu einer letzten Schlacht am Ufer eines Flusses (titelgebend). Ein Magier versucht das Blutvergießen zu verhindern, weil er das Erwachen einer dunklen Macht befürchtet.

Der Autor führt ausführlich in die Welt von Kryson ein. Das wirkt bis ins Kleinste detailbesessen. Es gibt doch Einiges selbst über kleineres Getier zu erfahren. Auch wenn es anfangs viel erscheint.
Das fand ich richtig gut, weil es mir den Einstieg vor allen Dingen für die Folgebände erleichtert hat und die Weiterentwicklung der Geschichte und Charaktere verständlich und nachvollziehbar macht. Die Charaktere sind sehr interessant. Anfangs dachte ich, es wären bloß langweilige Stereotypen mit tollen Fähigkeiten. Aber das ändert sich zum Glück schnell und ist meiner Meinung nach auch überhaupt nicht wichtig. Ich hatte den Eindruck, dass es dem Autor auf die Bilder ankam. Überwiegend handelt es sich bei den Charakteren um Antihelden, die für sich alleine agieren. Ihre eigenen Ziele verfolgen. Da es sehr viele sind, ist es schwer, sie alle gleich kennenzulernen und sich für einen zu entscheiden. Man sollte das Buch daher aufmerksam lesen, damit man den Faden nicht verliert (Tipp: immer auf Sapius achten).

Das Buch wirkt sehr hart und düster. Aber auch gewaltig (wozu die Sprache beiträgt). Es handelt von Krieg, Leid und Verzweiflung. Die Krieg wird in drastischen Bildern dargestellt. Ungeschönt und sehr intensiv. Helden wie Gegner wirken zuweilen entmenschlicht und lassen sich zu schrecklichen Greueltaten hinreissen. Das wirkt abstoßend und erschreckend. Die Gewalt verkommt aber nicht zum Selbstzweck in diesem Buch. Sie gehört zur Geschichte. Das ist gut, Die Schlacht selbst wird als Höhepunkt aus mehreren, unterschiedlichen Perspektiven chronologisch geschildert. Auch das ist gewöhnungsbedürftig, wirkt aber wegen der bildhaften Sprache wie in einem Film. Nach der Schlacht gibt es dann noch die Nachwirkungen zu erleben, die ich fast schlimmer fand, als die Schlacht selbst. Auch das ist schwere Kost und emotional bewegend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kryson ein intensives Leseerlebnis für mich war. Kein schönes und auch kein leichtes Buch. Dafür aber ein spannendes und bewegendes Buch. Wer mal was anderes und schwere Kost mag. Unbedingt Lesen .
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Alt 10.12.2009, 20:04   #2
Waechter
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Sonderlich komplex ist das Ganze nicht, eher anstrengend. Die Schlacht ist ein Witz, bei dem der Held sich durch die gegnerischen Reihen metzelt, dann aber von den Feinden vergessen wird, ehe er sich erholt hat und sich in das entscheidende Duell mit dem stereotypen Bösen begibt. In der Zwischenzeit greifen die übrigen Truppen durch einen Fluss an und erleiden dabei - total überraschend - große Verluste.
Auf mich wirkt das Buch als gewollt aber nicht gekonnt.
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Alt 10.12.2009, 21:51   #3
Gar
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Also ich finde das Buch und auch speziell die Schlacht sehr gelungen. Und es hat ja schon einen Grund warum die Gegner nicht nach ihm schauen.
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Alt 10.12.2009, 23:43   #4
Bakira
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

@waechter
Also ich fand die Schlacht auch sehr spannend und ideenreich mit ihren unterschiedlichen Phasen. Sie auf ein simples Gemetzel zu reduzieren, wird dem Buch nicht gerecht. Alleine die Idee mit den Todsängern zur Unterstützung war unheimlich und trug zur dichten Atmosphäre bei. Auch die in der Dämmerung spielenden Szenen und die zu spät eintreffenden Eiskrieger. Ich habe selten eine Schlacht in dieser Ausführlichkeit und Wucht gelesen.
Zum Bösewicht kann man stehen wie man will, der ist zwar schrecklich, aber in meinen Augen alles andere als stereotyp.
Beim Helden war während seines Kampfes spezielle Magie im Spiel, die ihn zeitweise überlegen aber auch ausgezehrt hat. Und er war durchaus verwundbar.
Außerdem fand ich die Momente, in denen er aufgrund einer Schwäche nicht mehr eingreifen konnte und zusehen musste, wie viele seiner Freunde in Bedrängnis gerieten und währenddessen in der Schlacht fielen, sehr bewegend dargestellt.
Aber das ist ja alles Geschmackssache.
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Alt 11.12.2009, 08:07   #5
Waechter
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Zitat:
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Also ich finde das Buch und auch speziell die Schlacht sehr gelungen. Und es hat ja schon einen Grund warum die Gegner nicht nach ihm schauen.
Aber ist dieser Grund überzeugend?
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Alt 11.12.2009, 09:03   #6
Gar
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Zitat:
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Aber ist dieser Grund überzeugend?
Ja meiner Meinung nach schon.
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Alt 01.01.2010, 13:02   #7
Nephariah
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Ich hab vor ein pa Tagen angefangen zu lesen, und war erstmal ein wenig überfordert,ich hab sofort gemerkt,dass ich dieses Buch aufmerksamer lesen muss, als andere, um nicht den Überblick zuverlieren. Deswegen habe ich es erst nochmal bei Seite gelegt...
Aber jetzt wo ich von der anscheinend gut umgesetzten Schlacht höre, werde ich es mir bald ( nach "Gefährten des Zwielichts", "Tag der Messer", und dann vielleicht noch "Symbol"-habs im Regal stehn,weiß aber noch nicht, ob es mich reizt) nochmal vornehmen, ich bin mal sehr gespannt =)
__________________
Neph
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Alt 01.01.2010, 20:53   #8
Gar
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Zitat:
Zitat von Nephariah Beitrag anzeigen
Ich hab vor ein pa Tagen angefangen zu lesen, und war erstmal ein wenig überfordert,ich hab sofort gemerkt,dass ich dieses Buch aufmerksamer lesen muss, als andere, um nicht den Überblick zuverlieren. Deswegen habe ich es erst nochmal bei Seite gelegt...
Aber jetzt wo ich von der anscheinend gut umgesetzten Schlacht höre, werde ich es mir bald ( nach "Gefährten des Zwielichts", "Tag der Messer", und dann vielleicht noch "Symbol"-habs im Regal stehn,weiß aber noch nicht, ob es mich reizt) nochmal vornehmen, ich bin mal sehr gespannt =)
Falls du Lust hast kannst ja auch bei der nächstes Wochenende beginnenden Leserunde mit Bernd Rümmelein hier im Forum mit machen.
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Alt 01.01.2010, 21:08   #9
Nephariah
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Ohja, gerne=)
Gib es hier irgendwo einen Thread in dem ich mich informieren kann?
Hab nämlich noch nie bei so einer Leserunde mitgemacht,wäre also meine Erste, weiß also nochganicht genau,wie das läuft usw
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Neph
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Alt 01.01.2010, 21:16   #10
Gar
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Ja den gibts: http://www.fantasy-forum.net/showthr...ghlight=Kryson
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Alt 18.01.2010, 14:37   #11
Nazurka
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Da ich ja nun den ersten Teil von Kryson ebenfalls beendet habe, dazu aber schon eine komplette Rezension geschrieben habe, werde ich nur einen kurzen allgemeinen Fazitpost abgeben:

Im Grunde hat mir das Buch wirklich gefallen. Die Rückblenden und vielen Informationen zu Beginn haben mir den Einstieg zwar schwer gemacht, doch das lässt immer weiter nach und man kommt sehr gut ins Buch rein. Plötzliche Wendungen und die Eröffnung neuer Handlungsmöglichkeiten machen das Buch noch spannender und reizvoller, sodass ich es zum Ende hin gar nicht mehr wehgelegen konnte. Die Schlachtbeschreibung war einfach nur wow. Keine Verschönungen oder gar verweichlichte Szenen. Krieg macht keinen Spaß, das hat man deutlich zu spüren bekommen.

Im Grunde hat mir aber doch das gewisse Etwas gefehlt, weshalb der erste Teil von mir erst 4 Sterne bekommt und ich bin zuversichtlich, dass die Folgebände des ersten Bandes diesen bestimmt übertreffen werden.

Ich würde das Buch jedem empfehlen.
__________________

(c) by Akissi

~> Zu meinen Rezensionen: http://nazurka.myblog.de
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Alt 23.01.2010, 18:57   #12
Warin
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Hier meine Rezi:

Das barbarische Volk der Rachuren überzieht den Kontinent Ell mit Terror und Schrecken. Das Menschengeschlecht der Nno-bei-Klan ruft in größter Not den Orden der Bewahrer zur Hilfe. Ein Verteidigungsheer formiert sich. Nur der Magier Sapius weiß, dass diese Schlacht erst das wahre Böse heraufbeschwören wird ...

 


Dass ein Hohlbein-Preis nicht unbedingt für Qualität bürgen muss, weiß ich spätestens seit Drachentotem. Da obendrein High Fantasy nicht unbedingt mein Ding ist, habe ich mich Kryson sehr vorsichtig genähert. Und zu meiner Überraschung hat es mir wirklich gut gefallen.

Sehr schnell habe ich mich in die Welt von Kryson eingefunden und konnte gar nicht mehr aufhören, weiterzulesen. Bin ich zu Beginn noch über einige Schachtelsätze gestolpert, habe ich diese im weiteren Verlauf gar nicht mehr wahrgenommen oder sie waren nicht mehr vorhanden. Band 1 macht den Leser mit den wichtigsten Charakteren und der Welt von Kryson bekannt und gipfelt in der Schlacht am Rayhin. Sicherlich hätte Bernd Rümmelein ein größeres Publikum ansprechen können, wenn die ein oder andere Übertreibung in der Schlacht ein wenig moderater ausgefallen wäre. Aber so hat er die Geschichte über 25 Jahre entwickelt und so hat er sie niedergeschrieben, ohne sich für die Veröffentlichung verbiegen zu lassen. Auch das verdient Respekt. Immer wieder gelingt es Kryson, neben einer grundsoliden High-Fantasy Geschichte die klischeebehafteten Wege zu verlassen und zu überraschen, sei es nun durch den überraschenden Tod von Hauptcharakteren, heißen Liebesszenen oder perversen Gelüsten. Die Bezeichnung "Fantasy für Erwachsene" trägt das Werk auf jeden Fall zu Recht.

Die Handlung des ersten Bandes ist abgeschlossen (kein Cliffhanger, wofür es einen weiteren Pluspunkt gibt) und dennoch will ich unbedingt wissen, wie es weiter geht, so dass die Folgebände sichere Plätze auf meiner Buchwunschliste haben. Endlich mal High Fantasy aus Deutschland, die mit den großen Epen, wie Rad der Zeit oder Schwert der Wahrheit, mithalten kann.
__________________

© 2009 by Akissi


Geändert von Warin (26.01.2010 um 16:58 Uhr)
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Alt 24.01.2010, 16:22   #13
Plusquamperfekt
Schüler :D @Werwolf95
 
Benutzerbild von Plusquamperfekt
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 297
AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Meine Meinung zu Kryson 01 - Die Schlacht am Rayhin:

Ich war bei der Leserunde mit Autor im Fantasy-Forum.net dabei, konnte daher auch Informationen aus erster Hand bekommen, ein Faktor, der dem Verständnis des Buches nur zu Gute kam.

Den vor allem am Anfang war es noch schwer das Buch zu lesen. Der Stil ist komplex, im Prolog und den Kapiteln danach irritieren die Schachtelsätze ein wenig, doch entweder gewöhnt man sich daran oder sie lassen im Laufe der Geschichte nach, jedenfalls fallen sie am Ende nicht mehr auf.
Auch ist es wahrscheinlich für jüngere Leser am Anfang nicht so leicht, der Geschichte zu folgen. In den ersten paar kapitel wirken die Rückblicke, die in dem Buch sehr häufig auftreten, noch ein bisschen von der Handlung isoliert und fehl am Platz. Man muss aufpassen, das man keine Details verliert oder überliest, denn fast alles was in diesen Rückblicken gesagt wird, ist später von Bedeutung.

Nachdem man sich aber in die Geschichte eingefunden hat, wird diese immer spannender, viele liebenswerte (oder hassbare) Charaktere werden vorgestellt, die nur selten ins Klischee fallen. Das Warten auf die Schlacht wird sehr dramatisch dargestellt, es gibt immer wieder überraschende Wendungen und der Stil ist jetzt auch vollkomen in Ordnung.
Eins der spannensten Kapitel, die ich jemals gelesen habe, fand ich in diesem Buch ("Kampf ums Überleben" Wahnsinn!)
Auch das Weltbild ist unglaublich tief, die Magievorstellung sehr interessant und die Geschichte, die Bernd Rümmelein, der Autor, selbst als Basis bezeichnet, kann der Grundstein für eine Welt sein die sich vor den großen amerikanschen High-Fantasyepen nicht verstecken muss.

Die Schlacht auf die ja das ganze Buch hinausläuft, ist eigentlich auch recht schön erzählt. Einzig Negativ möchte ich anmerken, dass sich der "Hauptheld" fast im Alleingang durch die gegnerischen Reihen metzelt. Hat mich ein bisschengestört, mir hätte es besser gefallen, wenn er verloren hätte, hätte die Situation noch reeler gemacht.
Sonst finde ich die Schlacht aber sehr schön, sie hat ein Feeling, welches einen einfach durch den Rest des Buches trägt. Als die Eiskrieger dann kamen, war das alles so dramatisch, dass es das Buch noch ein Niveau höher geschraubt hat.

Alles in allem gebe ich dem Buch mit ein wenig Abstand, immer noch 5 von 5 Sternen dafür hat das Buch mich genug beeindruckt und zuviel Vorfreude auf den nächsten Band hinterlassen, den ich ebenfalls als Leserunde auf jeden Fall lesen werde.
__________________

Akissi, Oktober 2009, Vielen Vielen Dank

Think on who you're fighting, if only because one day you must meet your match

It's harder to heal than it is to kill. The mother knows why, but you've a gift for both
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Alt 31.01.2010, 10:48   #14
Verräter
behind you
 
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AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Das Volk der Rachuren terrorisiert schon seit einiger Zeit weite Teile der Klanlande und dringt auf seinem Eroberungsfeldzug immer weiter in die eigenen Gebiete ein.
Endlich haben die sonst im Streit liegenden Reiche der Klan zusammengefunden und stellen sich gemeinsam gegen die Invasoren. Den Anführer des Verteidigungsheeres soll dabei Madhrab sein, Mitglied des Ordens der Bewahrer, die sich seit Jahrtausenden für Recht und Ordnung einsetzen und vor allem durch absolute Neutralität einstehen.
Während der Vorbereitungen für die Schlacht am Rayhin macht sich der Magier Sapius auf den Weg Madhrab zu warnen. Die Schlacht darf nicht stattfinden, denn die Rachuren sind bei weitem nicht das größte Übel, dass den Klan gegenübersteht.

Kryson hat den Hohlbein Preis verdient, das will ich nicht leugnen.
Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Interessant fand ich hier, dass die gesamte Handlung des Buchs nur etwa 3 Tage umfasst. Die letzten Tage der Vorbereitungen und schließlich die Schlacht selbst. Anstatt ganz langsam vor sich hinplätschernd einzusteigen, wie es viele Autoren tun, wirft Bernd Rümmelein den Leser direkt "in die Action". Das wahre Ausmaß dessen, was man vor sich sieht versteht der Leser nur sehr langsam und meist mithilfe von Rückblenden oder Erzählungen.
Der Autor weiß zu interessieren und dem Leser Rätsel aufzugeben, dabei aber glücklicherweise immer in sich logisch zu bleiben. Die Geschichte ist komplex und interessant.
Dabei hat mir das innovative "Magiesystem" in Kryson besonders gefallen, was sehr Eng mit der Geschichte der hier erschaffenen Welt verknüpft ist.

Der Magier Sapius ist eine durchaus interessante Gestalt. Trotz seiner (durchaus gerechtfertigten) Abneigung gegenüber den Klan hilft er ihnen doch mehrfach, wobei seine genauen Beweggründe nicht immer offen liegen. Durch seine Magiekunst besitzt er große Macht, die jedoch auch immer einen großen Preis fordert, will er sie einsetzen. Er ist ein großer Zweifler, betrachtet das Geschehen immer so ausführlich wie möglich bevor er Entscheidungen trifft und ist dennoch nicht vor Fehlern gefeit.
Im Roman wird immer wieder von Gleichgewicht gesprochen: Sapius ist definitiv ein gut ausbalancierter Charakter!

Das jedoch kann ich leider nicht von allen Charakteren sagen, neben ihm spielt nämlich zu meinem persönlichen Leid noch Madhrab die größte Rolle im Buch. Ich glaube gern, dass es Menschen gibt die sich mit diesem gottgleichen Strahlemann anfreunden können, - ich gehöre nicht dazu.
Madhrab ist perfekt und damit (für mich persönlich) uninteressant. Er ist der beste Bewahrer seit es die Bewahrer gibt, seine extra für ihn geschmiedete Klinge tönt triumphierend mit jedem Schnitt, alle Lieben ihn und er liebt alle zurück, selbst schwer (bis extrem schwer) Verletzt kämpft er immer noch besser als alle anderen, die erste Frau die ihm während des Buchs tief in die Augen blickt verliebt sich sofort und unwiderruflich bis in alle Ewigkeit in ihn und natürlich besitzt auch er einen tollpatschigen Sidekick, dem er immer wieder auf die Beine helfen muss. (Ohne das ist einfach kein Held komplett)

Sein Gegenspieler Grimmgour ist genau das selbe, nur eben böse: Er vergewaltigt Frauen zu seinem Vergnügen und schmückt sich mit deren Haaren, erweist sich in allen Gesprächen als grobschlächtig, übertrieben Stolz und dumm. (Und das dürfte es auch schon gewesen sein...)
Nalkaar, der Todsänger ist weitaus interessanter trägt aber leider keine größere Bedeutung.

Die ständige Wiederholung wie wunderbar und grandios Madhrab ist, haben mir persönlich gerade im letzten dritten des Romans jegliche Lust am lesen verdorben und in mir den Entschluss gefestigt die nachfolgenden Bände nicht zu lesen.
Wer allerdings mit Superhelden in der Fantasy kein Problem hat, dem kann ich das Buch absolut empfehlen.

Von mir 2*, einen für Sapius und einen für die interessante Welt- und Magiegestaltung. Zwei Miese für Madhrab und einen für Elischas Wandlung, die am Ende genauso langweilig war wie Madhrab.
Und die letzte, große Schlacht ist vermutlich die langweiligste von der ich in meinem Leben gelesen habe. Hier kann ich mich "Waechter" voll und ganz in seinen Ausführungen anschließen.
__________________
Ein Dolch in der Nacht ist wertvoller als Hundert Schwerter am Morgen.

~Dieser Post spiegelt meine persönliche Meinung zum angegebenen Thema, oder voran gegangenen Posts wider. Du besitzt das Recht meine Äußerungen für völligen Quatsch zu halten.~
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Alt 23.03.2010, 14:40   #15
Harlekin
Schattennarr
 
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Ort: Da, wo du nicht bist
Beiträge: 318
AW: Kryson - Die Schlacht am Rayhin

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Buch nicht so besonders viel anfangen konnte. Eigentlich hatte ich mir mehr erhofft, schon allein wegen des tollen Covers und der Auszeichnung. Irgendwie hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass der Autor zwar viele gute Ideen hatte, aber es nicht geschafft hat, selbige in einen vernünftigen Zusammenhang zu bringen. Das fängt schon bei der Karte an, die so einfach aufgebaut ist, dass es schon fast lächerlich wirkt. Der Kontinent ist im Grunde genommen nur ein deformiertes Oval, in dem wahllos ein paar Wälder, Gebirge und Wüsten verteilt wurden.

Vom angeblich so komplexen Schreibstil habe ich auch nicht viel mitbekommen. Mir kamen die Dialoge eher ziemlich hölzern und konstruiert vor. Dann konnte ich mich nicht mit dem auktorialen Erzähler anfreunden. Man weiß zu jeder Zeit ganz genau, was die einzelnen Personen denken und fühlen, undurchsichtige Charaktere gibt es nicht. Und wenn die Erzählperspektive innerhalb eines Kapitels dauernd zwischen verschiedenen Personen wechselt, nervt das irgendwann nur noch. Hier wäre vielleicht eine deutlichere Abgrenzung besser gewesen. Bartimäus hatte ja auch nicht umsonst diese praktischen Kapitelüberschriften - da wusste man immer, aus wessen Perspektive das Kapitel geschrieben wurde.

Am meisten hat mich aber immer noch das Schwarz-Weiß-Schema gestört. Man erkennt die Bösen in erster Linie an ihrem ungepflegten Aussehen, mangelnder Körperhygiene, Vulgärsprache und übertriebener Grausamkeit, die sich in Kannibalismus, Folter und vollkommen unnötiger Leichenschändung äußert. Grimmgour treibt das Ganze auf die Spitze. Ich habe ihn nie als wirkliche Bedrohung empfunden, dafür war er mir einfach viel zu eindimensional und stereotyp. Was einen Antagonisten interessant macht, ist sein Charisma, nicht sein krankhafter Drang, Frauen zu vergewaltigen. Von mir aus hätte Nalkaar den ganzen Laden auch allein schmeißen können, aber seine Auftritte waren ohnehin viel zu spärlich gesät.

Über Madhrab möchte ich mich hier erst gar nicht auslassen. Nur so viel: Wenn eine Figur keine Schwächen hat, ist sie nicht menschlich. Wenn sie nicht menschlich ist, kann man sich auch nicht mit ihr identifizieren. Und wenn dies mehr oder weniger auf nahezu alle Charaktere des Buches zutrifft, dann ist das LANGWEILIG.

Und was die titelgebende Schlacht angeht: Jeder beliebige Höhlentroll hat mehr Strategie als der Bewahrerorden. Mir ist klar, dass es in der Hitze des Gefechts keine wirkliche Ordnung mehr gibt, aber eine Offensive sollte wenigstens einen vernünftigen Plan haben und sich nicht nur darauf beschränken, ohne Sinn und Verstand alles niederzumetzeln, was einem vor die Klinge kommt.

Insgesamt also eine ziemliche Enttäuschung.
__________________
"Begabung wird überschätzt und Beifall ist die einzige Motivation, die uns über unseren Dilettantismus hinauswachsen lässt." - Old Faithful

Das Klischee duldet keinen Widerspruch! Selbiges gilt für die weibliche Hauptrolle.
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