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Alt 20.02.2010, 21:16   #1
treogen
Autor und Kleinverleger
 
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Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 400
Aus dem Verlag geplaudert...

Mein neuer Blog-Beitrag aus der Serie "Aus dem Verlagsleben geplaudert" ist online.
Thema diesmal: Manuskriptablehnungen.

http://verlorene-werke.blogspot.com/...eplaudert.html
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Alt 21.02.2010, 10:28   #2
Heryst
Magier der hohen Kunst
 
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Registriert seit: 08.03.2008
Ort: Voigtei
Beiträge: 213
AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Wirklich toller Beitrag aus deinem Blog.
Hätte nie gedacht, dass es so schwer sein kann, jemanden zu sagen, dass sein Manuskript nicht aufgenommen wird.
Nun sind wir alle ein wenig schlauer und man merkt, Verlage sind auch nur Menschen

Gäbe es eine Möglichkeit, bei dir den Standardbrief zu umgehen? Ich meine, wenn im Anschreiben explizit steht, dass man eine persönliche Meinung haben möchte, um sich zu verbessern. Oder schreiben das sowieso alle rein?
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Alt 21.02.2010, 11:17   #3
treogen
Autor und Kleinverleger
 
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Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 400
AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Hi Heryst,

bin wie gesagt davon abgekommen. Denn auch wenn nur jeder 5te allergisch auf Ablehnungen reagiert, diese sind es, die einen den Nerv rauben.
Und woher soll ich wissen, dass ausgerechnet derjenige, der explizit reinschreibt, dass er es wissen möchte, sich nicht auch einer der schlimmsten Streiter, Nachfrager, Überstimm-Wollender oder ähnliches ist.
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Alt 21.02.2010, 11:45   #4
sueño
Светлый Иной
 
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Registriert seit: 05.02.2008
Ort: Tir ná Nog
Beiträge: 506
AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Nett geschildert. Vor allem die Sache mit der Meinungsfreiheit ist gut, vor allem im Internet ein echter Renner. Unbegreiflich, dass ansonsten doch intelligente Menschen diesen Grundsatz so falsch verstehen können.
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"Mr. Lipwig, do I need a badge that says tyrant?" (Terry Pratchett)

Besides, I wanted to make him say thapphireth.
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Alt 21.02.2010, 12:25   #5
HMP
Amüsierter Forengeist
 
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Registriert seit: 28.01.2009
Ort: Leingarten
Beiträge: 523
AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Bei Ablehnungen habe ich mit einer Ausnahme noch nicht nachgefragt. Wozu auch? Dadurch wird es nicht anders oder besser.

Die Ausnahme ist schon ein paar Jahre her und da ging es weniger um mein Werk als solches, sondern dass der Verleger mein Manuskript-Angebot nahm, um über alle möglichen Spielarten von SF, die ihm nicht genehm waren (und das waren so ziemlich alle) einen Kübel Jauche auszuschütten. Ich erlaubte mir damals die Nachfrage, was ihm a) an SF grundsätzlich nicht gefällt, warum er b) einen phantastisch orientierten Verlag gegründet hat, wenn ihm SF nicht gefällt und was er c) denn nun so schlimm an meinem Werk fände, um es stellvertretend für jegliche SF in die Hölle zu verdammen.

Ich erhielt einen dreiseitigen Brief zur Antwort, den ich ... interessant fand. Wobei er zu meinem Werk gar nicht mehr so viel sagte ....

Kurz gesagt: werde ich abgelehnt, dann werde ich abgelehnt. Wenn der Verleger erklären will, warum. Schön. Wenn nicht, auch gut. Ändern kann ich es eh nicht ...
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Alt 21.02.2010, 17:58   #6
Warin
Bewahrer
 
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Registriert seit: 19.01.2008
Ort: Bersah
Beiträge: 1.955
AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Toller Beitrag (Das Weltenbaumcover macht sich auch gut in dem Blog)

Man kann gar nicht oft genug betonen, dass "passt nicht ins Verlagsprogramm" nicht einfach nur eine Floskel für Standardabsagen ist, sondern dass manches einfach wirklich nicht ins Verlagsprogramm passt. Man denke nur an den in diesem Zusammenhang oft erwähnten Kalenderverlag, der mit Romanmanuskripten überschwemmt wird.

Das Problem ist, dass bei vielen Autoren gestärkt durch family & Co. und leider auch zu unkritische Forengemeinschaften das Selbstbewußtsein derart übersteigert ist, dass sie ihre Werke nicht mehr realistisch einschätzen können.

Die Argumentation mit den Rechtschreibfehlern ist ein Klassiker und wohl auch aus so ziemlich jedem Schreibforum bekannt Ich glaube, vom Berufsbild und Aufgabengebiet eines Lektors hat die Mehrheit der Bevölkerung wohl ein völlig falsches Bild.

Ich kann nur raten: Nehmt an Ausschreibungen zu Anthologien teil und wenn es nicht klappt, kauft euch die Antho und lest sie (nein, das sage ich nicht als Herausgeber von Weltenbaum, sondern als Autor). Ich habe eine ganze Reihe Anthos hier stehen, zum einen unterstützt ihr die Verlage, damit diese Projekte nicht aussterben. Zum anderen könnt ihr eine ganze Menge daraus lernen. Die erste Erkenntnis ist meist die, dass ganz was anderes gesucht war, als man selbst geschrieben hat. Die zweite ist dann, dass andere einfach besser schreiben können. Und ja: So ehrlich sollte man zu sich sein, sich das einzugestehen. Seht Euch mal Treogens letzte beide Ausschreibungen an: Zwei völlig unterschiedliche Jurys und trotzdem gibt es Autoren, die es in beide Anthos geschafft haben (und glaubt mir, Treogen hat da keinen Einfluss drauf ausgeübt). Diese Autoren haben es einfach drauf.

Ich habe selbst an der Ausschreibung für die geisterhaften Grotesken teilgenommen und bin nicht genommen worden. Natürlich ist das erst einmal enttäuschend und natürlich fragt eine Stimme in meinem Kopf: Wie knapp war es denn oder wie weit hinten lag ich? Ich käme aber nie auf die Idee, Treogen zu löchern. Es gibt sicher genug, was an der Geschichte nicht gut genug war und ich nehme einfach die Erkenntnis für mich mit, dass ich noch mehr an mir arbeiten muss, um besser zu werden. Für diese Arbeit gibt es sicher genug Foren und Schreibzirkel, denn die Autorenausbildung kann sicher nicht Aufgabe des Verlegers sein.
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Alt 23.02.2010, 17:41   #7
Heryst
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AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Zitat:
Zitat von Warin Beitrag anzeigen
Das Problem ist, dass bei vielen Autoren gestärkt durch family & Co. und leider auch zu unkritische Forengemeinschaften das Selbstbewußtsein derart übersteigert ist, dass sie ihre Werke nicht mehr realistisch einschätzen können.
Da gehöre ich aber ganz sicher nicht dazu. Sollte ich mal mein Buch fertig haben, dann würde eine Absage nur bedeuten, dass ich Recht hab. Meine Werke scheinen gut anzukommen, aber ich selber bin der Meinung, dass da noch viel mehr geht

@ treogen

Ist aber wirklich schade. Da wird es dem ehrlichen Autor richtig schwer gemacht, die eigenen Fehler zu erkennen. Manchmal ist man nämlich einfach blind und übersieht es einfach. Und wer seine Fehler nicht kennt, wie soll er sich dann verbessern?
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Alt 23.02.2010, 21:03   #8
treogen
Autor und Kleinverleger
 
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AW: Aus dem Verlag geplaudert...

Zitat:
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@ treogen

Ist aber wirklich schade. Da wird es dem ehrlichen Autor richtig schwer gemacht, die eigenen Fehler zu erkennen. Manchmal ist man nämlich einfach blind und übersieht es einfach. Und wer seine Fehler nicht kennt, wie soll er sich dann verbessern?
Ich gebe zu, dass es schade ist. Aber auch den Verlegern wird es nicht ganz einfach gemacht.
Diese teilweise abartig-beleidigenden bis boshaften Mails und Briefe sind ja noch harmlos. Eine befreundete Verlegerin hat da schon ganz andere Sachen erleben "dürfen". Ich möcht das lieber nicht weiter ausbreiten, damit manch krankes Gehirn nicht noch zusätzliche Nahrung gehört.
Aber Leute, die sowas machen, was derjenige gemacht hat - tschuldige... die gehören in die Irrenanstalt und nicht hinter einen PC.
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