Toller Beitrag
(Das Weltenbaumcover macht sich auch gut in dem Blog
)
Man kann gar nicht oft genug betonen, dass "passt nicht ins Verlagsprogramm" nicht einfach nur eine Floskel für Standardabsagen ist, sondern dass manches einfach wirklich nicht ins Verlagsprogramm passt. Man denke nur an den in diesem Zusammenhang oft erwähnten Kalenderverlag, der mit Romanmanuskripten überschwemmt wird.
Das Problem ist, dass bei vielen Autoren gestärkt durch family & Co. und leider auch zu unkritische Forengemeinschaften das Selbstbewußtsein derart übersteigert ist, dass sie ihre Werke nicht mehr realistisch einschätzen können.
Die Argumentation mit den Rechtschreibfehlern ist ein Klassiker und wohl auch aus so ziemlich jedem Schreibforum bekannt

Ich glaube, vom Berufsbild und Aufgabengebiet eines Lektors hat die Mehrheit der Bevölkerung wohl ein völlig falsches Bild.
Ich kann nur raten: Nehmt an Ausschreibungen zu Anthologien teil und wenn es nicht klappt, kauft euch die Antho und lest sie (nein, das sage ich nicht als Herausgeber von Weltenbaum, sondern als Autor). Ich habe eine ganze Reihe Anthos hier stehen, zum einen unterstützt ihr die Verlage, damit diese Projekte nicht aussterben. Zum anderen könnt ihr eine ganze Menge daraus lernen. Die erste Erkenntnis ist meist die, dass ganz was anderes gesucht war, als man selbst geschrieben hat. Die zweite ist dann, dass andere einfach besser schreiben können. Und ja: So ehrlich sollte man zu sich sein, sich das einzugestehen. Seht Euch mal Treogens letzte beide Ausschreibungen an: Zwei völlig unterschiedliche Jurys und trotzdem gibt es Autoren, die es in beide Anthos geschafft haben (und glaubt mir, Treogen hat da keinen Einfluss drauf ausgeübt). Diese Autoren haben es einfach drauf.
Ich habe selbst an der Ausschreibung für die geisterhaften Grotesken teilgenommen und bin nicht genommen worden. Natürlich ist das erst einmal enttäuschend und natürlich fragt eine Stimme in meinem Kopf: Wie knapp war es denn oder wie weit hinten lag ich? Ich käme aber nie auf die Idee, Treogen zu löchern. Es gibt sicher genug, was an der Geschichte nicht gut genug war und ich nehme einfach die Erkenntnis für mich mit, dass ich noch mehr an mir arbeiten muss, um besser zu werden. Für diese Arbeit gibt es sicher genug Foren und Schreibzirkel, denn die Autorenausbildung kann sicher nicht Aufgabe des Verlegers sein.